Beiträge zur Geschichte des Adels
im Herzogtum Sachsen-Lauenburg und angrenzenden Territorien

Eberhard Specht - Speyer / Rhein 2020

 

                 

3. Die Herren von LASBEK (1280 - 1494+)



Das nur wenig verbreitete holsteinische Geschlecht der Lasbek 1 trägt seinen Namen nach dem ehemaligen Adeligen Gut Lasbek südlich von Oldesloe. Dort dürfen wir auch den eigentlichen Stammsitz des Geschlechts vermuten. Am Teich bei Lasbek soll früher eine Burganlage vorhanden gewesen sein 2. Nach Bangert 3 soll diese Burg bei der jetzigen Lasbeker Mühle gelegen haben und „der Burgplatz aber noch immer als solcher kenntlich“ sein. Hingst konnte bei einer Geländebegehung und Befragung keinen Hinweis auf diese Anlage mehr finden, die als namengebend für die Herren von Lasbek aber als sicher angenommen werden muss.


Seinem Wappen nach - die Lasbek führen einen geschachteten Strahl - gehört das Geschlecht zu jenem großen Siegelverband, den der Strahl im Wappenbild miteinander verbindet. Zu ihnen zählen die von ALVESLO, von BORSTEL, von HAGEN, von JESOW, von LASBEK, von der LIPEN, von KRUMMESSE, von MUGGESVELD, von SCHARPENBERG, von SCHLAMERSDORF, von STOKELET, von TRALAU, von WENSIN, von WESENBERG, von WIGERSRADE, WULF von Schwarzenbeck, von ZECHER und von ZÜLE. Ob sich nun hinter den Geschlechtern mit dem Strahlwappen Blutsverwandtschaft verbirgt oder nicht, mag dahingestellt bleiben. Auch die Frage, ob diese Geschlechter von Anfang an dem Adel angehört haben, lässt sich nicht sicher beantworten. Sie alle nehmen ihren Ausgang offenbar in Stormarn, in der Gegend von Oldesloe und hatten tatkräftigen Anteil an der Erschließung dieser Landschaft. Vermutlich kamen sie mit dem ersten Schauenburger ins Land.

Wappen von Lasbek 4

Wenn die Herren von Lasbek 1280 erst verhältnismäßig spät ins Licht der Geschichte treten 5, dann verbirgt sich hinter ihnen sicherlich der Abzweig eines der schon früher genannten Geschlechter, die das Wappen mit dem Strahl führten. In den Urkunden fällt eine gewisse Nähe zu den von Tralau-Krummesse, von Schlamersdorf und von Borstel auf. Dies belegen nicht nur die gemeinsame Nennung in den Urkunden, sondern auch die räumliche Nähe des Grundbesitzes dieser Geschlechter. Sehen wir die frühen Vertreter der von Lasbek zumeist als holsteinische Lehnsträger, so richtet sich auch bei diesem Geschlecht, ähnlich wie bei zahlreichen anderen holsteinischen Familien, die zum typischen Grenzadel gehörten, der Blick schon bald nach Westen. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts stehen die Lasbek auch in Diensten der askanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg, des Bischofs von Lübeck 6 und sind fürstlich mecklenburgische Vasallen. Während sie sich aus Mecklenburg noch im Verlauf des 14. Jahrhunderts wieder zurückziehen, bleiben sie im askanischen Herzogtum bis zu ihrem Absterben bald nach 1494.


Der Grundbesitz, über den das Geschlecht verfügte, ist nie sehr umfangreich gewesen und hat sich zudem vielfach auf Streubesitz beschränkt. Ein größerer geschlossener Güterkomplex lässt sich für den Ausgang des 13. Jahrhunderts nordwestlich von Oldesloe mit Schadehorn, Poggensee, +Hanevalle, +Rosendal und Havighorst erkennen. Er schließt sich an den großen Besitz der Tralau-Krummesse und an den Stammsitz der Schlamersdorf an. Für die Mitte des 15. Jahrhunderts gelang den Lasbek noch ein Mal die Bildung eines größeren Güterkomplexes in der Schaalseeregion mit Groß und Klein Zecher, Kehrsen, +Wakerbek und Hollenbek. Im Einzelnen hatte das Geschlecht Besitz in:


  1. Achterwehr (Klein Nordsee): Ksp. Flemhude, Dorf im Gutsbezirk Hohenschulen (1801 von Klein Nordsee getrennt) am Südende des Flemhuder Sees 7; 1375 kauft Henning v. L. gnt. Nipperney von Otto Suave (Schwab) einen Hof „thom Achterwere“8

  2. Benzin: Ksp. Rehna; Ludolf (II) v. L. hatte 1310 Besitz im Ort, 1353/1354 verkauft Ludolf (III) dem Kloster Rehna Einkünfte aus dem Dorf; nach dem Dorf nannte sich eine Familie von Benzin, die hier Besitz hatte.

  3. Billwärder: Kirchdorf, Johann (III) „von Röggelin“ verkauft 1315 dem Kloster Reinbek eine halbe Hufe

  4. Escheburg: Ksp. Hohenhorn, 1319 9 , die Lasbek verzichten 1326 auf ihre Ansprüche, 1350 verkauft Herzog Erich IV die Hälfte des Dorfes an das Kloster Reinbek, 1370 die Familie Marschalk die andere 10; als ehemalige Besitzer sind 1371 die Lasbek genannt; von der alten Burganlage („Kreienburg“), 200 m südlich des Dorfes in den Moorwiesen der Elbniederung, fanden sich Reste von Fundamentsteinen, mittelalterliche Scherben, Knochen, Pfähle und eine Axt. Der noch erkennbare Burgplatz hat eine Ausdehnung von rund 80 bis 100 m und ist an drei Seiten von einem 10,0 m breiten, hohen Baumgürtel umgeben, in dem sich zwei begrenzende Wälle und ein flacher Graben befinden. Der eigentliche Turmhügel soll Ende des 19. Jhdts. noch 1,3 m hoch gewesen sein, mit einem Durchmesser von ca. 26 bis 30 m. 11

  5. Groß Zecher: Ksp. Seedorf; im 13./15. Jhdt. Besitz der Herren von Zecher/von Züle, als deren Erben erscheint Mitte des 15. Jhdts. Heyne (IV) v. L. (1446), 1494 Heyne (V) Laesbeke to Groten Secher 12;1497 folgen die Parkentin

  6. +Hanevalle (Hauena): Ksp. Oldesloe, Dorf und Hof; 1322 macht Volrad (I) v. L. Ansprüche auf das Dorf als väterliches Lehen geltend; die Lasbek überlassen 1333 dem Kloster Reinbek ihre Rechte an dem Hof.

  7. Havekost (Havighorst, Wüstung zwischen Glinde und Oststeinbek 13): Ksp. Gleschendorf; 1386 schenkte Graf Adolf VII. von Holstein das Dorf an den Lübecker Domherren Jacob Krumbek. Henning v. L. gnt. Nipperney verkauft an ihn 1387 seine Rechte an dem „gantzen dorp tho der Hauickhorst“, soweit er sie von Sivert Swin hatte. 1387 verfügte Jacob Krumbek über das Dorf zugunsten der geplanten Klostergründung Ahrensbök. 1388 verzichtete Margarethe, die Gemahlin von Sivert Swin, unter Vermittlung von Henning v. L. gnt. Nipperney auf ihr Leibgeding 14

  8. Havighorst; 1327 verkauft Johann Rönnau das Dorf an das Kloster Reinfeld 15; Heinrich (I) v. L. verzichtet 1331 auf alle Ansprüche aus dem Dorf und legt 1345 mit dem Kloster Reinfeld einen Grenzstreit bei

  9. Hollenbek: Ksp. Sterley; 1440/1468 wird Heine (IV) v. L. als Besitzer genannt 16; nahe der heutigen Domäne lag eine Burganlage, von der heute noch Reste des Burggrabens erkennbar sind 17.

  10. Kehrsen: Ksp.; Das Dorf kam nach 1423 von den Blücher an Heyne (IV) v. L., der es 1442 an Hartwig (III) von Parkentin verkaufte

  11. Klein Zecher: Ksp. Seedorf; 1230 ist Walter von Pentz Inhaber des halben Zehnten; 1335 besitzt ihn Ludolf (II) v. L.; um 1400 folgen die Karlow. Die Wackerbarth haben im 15.Jhdt. Anteilsbesitz

  12. Lasbek: Ksp. Oldesloe; der 1288 erstmals genannte Ort (Gut und Dorf) 18 war namengebend für das Geschlecht, d. h. es muss hier einen Rittersitz gegeben haben. Besitz der Lasbek ist zwar nicht nachgewiesen, doch wird dies alter Besitz des Geschlechts gewesen sein. Später saßen die Parkentin hier. 1590 hatte es Bartold (II) von Parkentin.1632 kam Lasbek an Herzog Johann Friedrich von Holstein und darauf an Herzog Christian August, der es 1686 verkaufte. 1727 sind Dorf und Gut im Besitz von Chr. A. von Massow, 1763 hat es Johann Vorbeck, darauf wird es erneut fürstlich. Das Dorf war leibeigen 19

  13. Lüttow: Ksp. Zarrentin, das Dorf war von Johann de Molne (verheiratet mit einer Lasbek) dem Kloster Zarrentin verpfändet 20

  14. +Nannendorp: Ksp. Sandesneben; alter Scharpenbergscher Besitz, 1291 und 1349 Zerstörung der Burg; Henning v. L. gnt. Nipperney kauft 1389 von den Scharpenberg deren Hälfte des Dorfes. Besitz hat auch der Hamburger Bürger Diedrich Cusfeld, der sein Eigentumsrechts 1391 an Berend Pleskow in Lübeck überträgt 21, später hieß das Dorf Franzdorf 22

  15. Poggensee: Ksp. Oldesloe; Dorf und Meierhof im Gut Fresenburg 23; vielleicht ursprünglich im Besitz von Hartwig von Poggensee; 1263 gehörte das Dorf einer Vikarie der Lübecker Marienkirche; Hasso v. L. vertauscht 1294 zwei Hufen gegen solche in Schadehorn; seine Tochter verfügte hier über den Zehnten

  16. Röggelin: Ksp. Demern; der Ort war zeitweilig Wohnsitz eines Lasbekschen Zweiges, der sich nach diesem Wohnsitz „von Röggelin“ nannte. 1313 erkennen die Lasbek dem Bischof von Ratzeburg die Hälfte ihres Zehnten zu. 1329 verkaufen sie das Dorf an die von Bülow

  17. +Rosendal: Ksp. Oldesloe; ehem. im Gut Fresenburg; 1294 besitzt Hasso v. L. den Zehnten; der Ort lag im Gut Fresenburg, 2 km nnw Oldesloe


 

Schadehorn,Turmhügelburg (Dähn)

  1. Schadehorn: Ksp. Oldesloe; Scadehorn war ein ehemaliges Dorf im Gutsbezirk Fresenburg, zuletzt Meierhof, etwa 4 km nö Oldesloe 24; war offenbar alter Besitz der Lasbek; 1294 ertauscht Hasso v. L. hier zwei Hufen gegen solche in Poggensee 25; im Bereich der Flur Scharpendorf liegt an einem Bachlauf zur Trave am Rande eines kleinen Waldstücks in einer feuchten Niederung eine Motte (vmtl. aus dem 13. Jhdt.), die einst vmtl. eine Turmhügelburg der Lasbek getragen hat 26.

  2. +Schlachteswere: Ksp. Flemhude; Henning gnt. Nipperney kauft hier 1375 von Otto Schwab einen Hof

  3. Schönberg: Ksp. Sandesneben; Henning v. L. gnt. Nipperney kauft 1389 von den Scharpenberg ein Drittel des Dorfes. 1391 kaufte der Hamburger Bürger Diedrich Cusfeld den Scharpenbergschen Hof. Das restliche Dorf, verkaufte er aber bereits im selben Jahr an seinen Oheim Berend Pleskow in Lübeck weiter 27; später war hier ein adeliger Hof (1554 Matthias von Klönen, seit 1646 von Göhren), 1757 durch Kauf herzoglich 28

  4. +Wakerbek: Ksp. ; um 1308 war hier ein Albernus de Wakerbek 29, 1413/1421 Besitz der Schack, 1440 verkauft Heyne (IV) v. L. seinen Anteil dem Kloster Zarrentin, 1451 die Brüder Hans (I) und Vicke (III) von Karlow den ihren 30; das Dorf lag auf der Feldmark des im 18. Jhdts. Entstandenen Vorwerks Boize; die Lasbeksche Burganlage war der sog. „Neue Wall“ nahe der Grenze zu Segrahner.

  5. Wohltorf: Ksp. Bergedorf, später Hohenhorn; 1303 31, die Lasbek verkaufen hier 1308 drei Hufen an das Kloster Reinbek 32; Herzog Erich I. bestätigt den Verkauf 1309 33; 1315 beabsichtigte das Kloster den Erwerb des ganzen Dorfes 34, der 1325 zustande kam: das Kloster kaufte 13 ½ Hufen 35. 1333 verzichteten die Lasbek noch einmal auf alle Rechte an diesen Hufen 36; 1343 dotierte Henneke von Hummersbüttel eine Vikarie im Kloster Reinbek mit 2 Hufen in Wohltorf.


Über die Beziehungen der Lasbek zu geistlichen Einrichtungen haben wir nur geringe Kenntnisse. Ihre Geschäftsbeziehungen mit den Klöstern Rehna 37, Reinfeld 38 und Zarrentin 39, den Bischöfen von Ratzeburg 40 und Lübeck 41 und dem Lübecker 42 und Hamburger 43 Domkapitel sind allerdings recht eng gewesen. So nimmt es denn auch nicht wunder, dass mehrere Lasbecksche Töchter als Nonnen Aufnahme in den Klöstern Reinbek und Zarrentin gefunden haben 44.


Stammfolge:

Stemma


Die erste Generation:


I - 1 Hasso von LASBEK


Ritter, Vasall Graf Adolfs V. von Holstein, Burgmann, Besitz in Poggensee, Rosendal, Schadehorn, urk. 1280/1294 - Dominus Hasso de Lasbeke ist erstmals am 15.03.1280 als Zeuge bei den Grafen Adolf V. und Johann II. von Holstein genannt, als diese das Privileg bestätigen, das Graf Johann I. im Jahre 1239 der Stadt Hamburg erteilt hat 45. Um 1285 erfahren wir von einer Tochter Hassos, die den Zehnten in Poggensee besitzt 46. Am 01.07.1288 ist Hasso de Lasbeke, militis erster Zeuge, als Graf Adolf V. über die Grenzscheide der Dörfer Eichede und Sprenge urkundet 47. Dann bezeugt er – nach dem Marschalk – an erster Stelle am 27.10.1288 den Verkauf von insgesamt 35 Hufen in Neu-Stapelfeld, Rausdorf, Alt- und Neu-Rahlstedt (“tredecim mansos in villa nouo Stapeluelde, septem mansos in villa Rowederstorp, septem mansos in antiquo Radolfstede, sex mansos in nuou Radolfstede, Hamme duos mansos“) und Hamm durch Graf Adolf V. an das Domkapitel zu Hamburg 48. 1291 bezeugt Hasso die Bestätigung der Freiheiten des Klosters Reinfeld durch Graf Adolf V. 49. Am 05.01.1293 ist Hasso de Lasbeke, militis einer der beiden Ritter, die die Genehmigung der von Heinrich von Hamme vorgenommene Verpfändung eines Zehnten in Kirch- und Ostersteinbek, in Hanevalle und Boberg an die Domherren zu Hamburg durch Graf Adolf V. bezeugen 50. 1294 bezeugt er in Lübeck eine Vereinbarung des Klosters Reinfeld mit den Herren von Plön über das Dorf Below 51.


Mit Bischof Burchard von Lübeck muss Hasso eine Fehde um Zehntenrechte in Poggensee, Schadehorn und Rosendal ausgetragen haben, in deren Verlauf ihn der Bischof mit dem Bann belegt hatte. Hassos Lehnsherr, Graf Adolf V. von Holstein hatte sich vermittelnd eingeschaltet und urkundete am 09.02.1294 in Segeberg über einen von ihm zu Zarpen gestifteten Vergleich zwischen Bischof Burchard und dominum Hassonem de Lasbeke, nostrum castellanum wegen der Zehnten „in villarum scilicet Pocgense (et) Rosendal“. Letzteren nimmt Hasso gegen jährlich fünf Drömbt Roggen zu Lehen. Dagegen leistet er keine Abgaben von zwei in Poggensee eingetauschten Hufen in Schadehorn, womit sich der Bischof einverstanden erklärt und ihn vom Kirchenbann löst 52. Letztmals genannt ist Hasso 1294 an erster Stelle als Mitsiegler bei Graf Adolf V., als dieser die Grenzen des Klosters Reinfeld festsetzt und dessen Besitz bestätigt.


Die Urkunden belegen die hervorgehobene Stellung, die der Ritter Hasso von Lasbek bei Graf Adolf V. von Holstein eingenommen haben muss, bei dem er zumeist an erster Stelle unter den ritterlichen Zeugen mitsiegelt. Er ist dessen Burgmann und verfügt über Besitz in Schadehorn, Rosendal und Poggensee. Woher der Stammvater der Herren von Lasbek stammte, hat sich nicht klären lassen. Das Wappen des Geschlechts schließt eine Abkunft von den Herren von Busch-Ottenbüttel bzw. von Wedel, wo der Rufname Hasso mehrfach belegt ist 53 aus, da diese ein gänzlich anderes Wappen führen. Aber vielleicht brachte Hassos unbekannte Mutter, die einem dieser Geschlechter entstammen könnte, den Namen mit.


Wir wissen nicht, mit wem Hasso verheiratet gewesen ist (eine von HAMME ?), doch lassen sich vier Kinder erschließen:


  1. Marquard (I) > II - 2

  2. Ludeke (Ludolf I) > II - 3

  3. Hermann (I) > II - 4

  4. Tochter N. > II - 5


Die zweite Generation:


II - 2 Marquard (I) von LASBEK +vor 08.09.1309


Ritter, gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1290/1300 - Marquardus de Lasbek, militis und sein Bruder (?) Ludeke (I) sind am 05.02.1290 Nachbarschaftszeugen (an 11. und 12. Stelle) bei der Übertragung Wentorfs an das Kloster Reinbek durch die Herzöge Albrecht II. von Sachsen-Wittenberg (1260-1298) und Johann II. (1285-1321) und Albrecht III. (1285-1308) von Sachsen-Lauenburg 54. Am 03.03.1300 ist Marquardus de Lasbeke dann Zeuge bei Johann von Homore, als dieser über den vom Hamburger Domkapitel gekauften Haselhorst und die Grenzen des Dorfes Todendorf urkundet 55. Vor dem 08.09.1309 ist Marquard (I) gestorben. An diesem Tag wird er als Vater genannt von 56:


  1. Hermann (II) > III - 6

  2. Marquard (II) > III - 7

  3. Johann (I) > III - 8



II - 3 Ludeke (Ludolf I) von LASBEK


Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1290 - Ludeke de Lasbeke, armiger ist nur ein Mal, am 05.02.1290 zusammen mit seinem älteren Bruder Marquard (I) bei der Übertragung Wentorfs an das Kloster Reinbek genannt 57.



II - 4 Hermann (I) von LASBEK


Ritter, gräflich holsteinischer Vasall, Rat, urk. 1303/1307 - Der Ritter Hermann (I.) von Lasbek tritt fast ausschließlich als Vasall Graf Adolfs V. von Holstein (1263-1308) in dessen Gefolge auf. Zuerst genannt ist er am 11.11.1303, als der Graf dem Hamburger Bürger Heinrich Blomenberg für 400 Mk einen Wispel Weizenmalz und anderthalb Wispel Weizen aus der neuen Mühle zu Hamburg verkauft 58. Am 13.01.1304 bezeugt Hermannus de Lasbeke als Ratgeber Graf Adolfs V. die Übertragung von Gütern in Moorfleth zu Lehnrecht an die hamburgischen Bürger Dietrich Junge und Johann Bomholt durch den Grafen, die diese von Veseco und seinen Erben gekauft hatten 59. Dann bezeugt er am 26.01.1304 die Befreiung des Kirchspiels Rellingen und der Bewohner des Moors vom Kuhschatz 60. Am 01.05.1304 ist Hermann Zeuge, als Graf Adolf V. dem Hamburger Bürger Johann vom Berge die Vogtei über das Dorf Borstel überträgt 61 und am 28.10.1304 bezeugt er - nun als zweiter Zeuge - den Verkauf von drei Hufen in Hamm an Johann von Buxtehude durch den Grafen 62. Am 22.04.1305 ist Hermannus de Lasbeke, militis Ratgeber und Zeuge, als Graf Adolf V. um seines, seiner Eltern und seiner Gattin Seelenheil willen dem Kloster Segeberg die Gerichtsbarkeit in den Dörfern Schwissel, Högerstorf, Mözen, Kükels, Rifferdinghen, Wittenborn, Fahrenkrug, Schackendorf, Wahlstedt, Osterbötel, Niendorf und Travenort überträgt 63. Auch als Graf Adolf V. am 01.01.1306 der Stadt Hamburg den vierten Teil der Alster verkauft, ist Hermannus de Lasbeke zweiter Zeuge 64. Verschrieben als Hermannus „de Lakke“ steht er am 02.02.1306 in der Zeugenreihe, als Graf Johann von Holstein und Stormarn eine Vikarie im Kloster Preetz stiftet 65. Dass es sich hier um Hermann (I) von Lasbek handelt, wird durch seine Nennung innerhalb der Zeugenreihe zwischen Otto von Golenbeke und Bertold von Wensin deutlich. Dann ist er, zusammen mit seinem Sohn (?), dem Knappen Johann (II) von Lasbek und anderen unter den Zeugen, als Graf Adolf V. am 26.03.1306 den Verkauf der Dörfer Steinrade und Eckhorst durch Marquard von Sandberg an den Lübschen Bürger Dietrich von Alen bestätigt und dem Käufer zugleich die Gerichtsbarkeit in den beiden Dörfern verkauft 66. Am 21.05.1307 bezeugt der holsteinische Rat Hermann (I) den Verkauf von zwei Hufen in Lezen durch Graf Adolf V. an den Pfarrherrn Nikolaus zu Lezen 67. Letztmals im Gefolge des Grafen und zugleich letztmals urkundlich erwähnt wird der Ritter Hermann (I) von Lasbek am 01.06.1307 bei der Herrenfähre als zwölfter Mitgelober beim Friedensvertrag der Grafen von Holstein und der Fürsten von Mecklenburg und Werle mit der Stadt Lübeck wegen des festen Turms zu Travemünde und der Befestigungen auf dem Priwall, zu Oldesloe und Dassow, die zu schleifen sie Herren beschließen 68.


Außer bei Graf Adolf V. von Holstein ist Hermann (I) am 19.04.1306 unter den Zeugen, die den Tausch von Besitzungen in Westerbüttel gegen solche in Rohlstorf und Willingrade durch das Kloster Segeberg mit dem Kloster Neumünster beurkunden 69.


Aus der Ehe mit seiner namentlich nicht bekannten Frau lassen sich vier Kinder erschließen


  1. Ludolf (II) > III – 9

  2. Johann (II) > III – 10

  3. Tochter N. > III - 11

  4. Margrete (I) > III - 12



II - 5 N. von LASBEK


Sie ist in einer vielleicht in das Jahr 1285 zu datierenden Urkunde als Tochter Hassos von Lasbek mit Zehntenbesitz in Poggensee bezeugt (“item filia Hassonis de Lasbeke de decima in poghense“ 70).


Die dritte Generation:


III - 6 Hermann (II) von LASBEK


Knappe, Sohn Marquards (I), gräflich-holsteinischer Vasall mit Besitz u.a. in Wohltorf, urk. 1308/1309 - Hermannus, Marquardus et Johannes fratres dicti de Lasbeke verkaufen am 08.12.1308 dem Kloster Reinbek „tres mansos et domos et curias“ in Wohltorf mit voller Gerichtsbarkeit. Bis die Nonnen das Eigentumsrecht an den Hufen erwerben, bleiben Johann (I) von Lasbek und seine Erben zum Lehnsdienst verpflichtet. Die Lasbek und ihre Zeugen Volrad von Züle, Detlev Wulf, Albert Zabel und Ludolf Scharpenberg verpflichten sich für den Fall der Nichterfüllung des Vertrages zum Einlager nach Hamburg 71. Am 12.02.1309 überträgt Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg dann dem Kloster das Eigentum an den drei Hufen, das Hermannus, Marquardus et Johannes, filii Domini Marquardi militis dicti de Lasbeke diesem zuvor verkauft haben 72. Aus einer weiteren undatierten Urkunde aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die sich vielleicht auf ihn bezieht, erfahren wir, dass Hermannus Lasbeke, famulus, Vicko Marsow, Henneke und Nicolaus Wallin den Rat von Lübeck ersuchen, Volrad Wiltberg anzuhalten, dass dieser ihnen für die ihnen zugefügten Ehrenkränkungen Genugtuung gebe 73, oo N. NN.


Kinder

  1. Heinrich (I) IV-13

  2. Bruno (?) IV-14



III - 7 Marquard (II) von LASBEK


Knappe, Sohn Marquards (I); gräflich-holsteinischer Vasall, urk. 1308/1309 - Marquardus des Lasbeke erscheint ausschließlich am 08.12.1308 und 12.02.1309 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Besitz in Wohltorf mit seinen Brüdern Hermann (II) und Johann (I) urkundend 74.



III - 8 Johann (I) von LASBEK / „von RÖGGELIN“


Knappe (1308/1310), Ritter (1311), Sohn Marquards (I), gräflich-holsteinischer und bischöflich-ratzeburgischer Vasall, urk. 1308/1311 - Johannes de Lasbeke erscheint zuerst am 08.12.1308 und 12.02.1309 zusammen mit seinen Brüdern Hermann (II) und Marquard (II) beim Verkauf von Besitz der Familie in Wohltorf 75. Johann (I) und seine Erben bleiben den Nonnen des Klosters Reinbek solange zum Lehnsdienst verpflichtet, bis diese das Eigentumsrecht an den verkauften Hufen erwerben, d. h. bis der lehnsrechtliche Konsens des Landesherrn vorliegt. Am 11.04.1310 ist er dann Zeuge bei den Grafen Gerhard II. (1290-1312) und Adolf VI. (1290-1315) von Holstein, als diese den Hamburger Domherren Heinrich von Hamme und Friedrich von Dannenberg ihr Eigentum in Großensee für 200 Mk verkaufen 76. Am 25.08.1311 bezeugen die Ritter Hermann von Hoyerstorpe, Detlef Wulf, Ludolf von Scharpenberg und Iohannes dictus Lasbeke, sowie die Knappen Heinrich Scharpenberg und Johann von Lütkensee, dass ihr Oheim Heinrich von Hamme, Kustos der Hamburger Kirche, Friedrich Dannenberg, Domherr und Werner, Vikar in Hamburg von den Grafen von Holstein die Vogtei in Großensee für 200 Mk gekauft haben 77. Diese Urkunde ist deshalb interessant, weil sie die über die Hamme laufende Verschwägerung der Lasbek mit den Geschlechtern der Hoyerstorp, Wulf und Scharpenberg belegt. Wenn es richtig ist, dass Johann (I) 1311 Ritter war, dann können sich die späteren Urkunden nicht mehr auf ihn beziehen, da der dortige Johann eindeutig als Knappe bezeichnet wird. Dies kann dann nur Johann (II) sein., oo N. NN.

III - 9 Ludolf (II) von LASBEK +vor 09.08.1343


Ritter, Sohn Hermanns (I.), herzoglich sachsen-lauenburgischer, herzoglich mecklenburgischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall mit Besitz in Benzin, Wohltorf, Röggelin und Klein Zecher, urk. 1309/1335 - Ludekinus de Lasbeke, miles siegelt am 07.12.1309 in Wismar in einer Streitsache zwischen dem Kloster Rehna und den Knappen Hinrich und Hermann von Benzin offenbar als älterer Nachbarschaftszeuge, denn auch Ludolf verfügt über Besitz in Benzin (“hec villa (Bencin) plures habet mansos, quorum fere medietatem habet Ludekinus de Lasbeke, miles, qui fauet claustro in Rene de omni iure suo ex parte medietatis sue“ 78). Am 08.03.1310 erkannte Ludekinus, miles, de Lasbeke dictus in Rehna die Rechte des dortigen Klosters an den Holzungen von zwei Hufen in Benzin an und trat ihm als Ersatz für bereits gefälltes Holz die Hälfte seines Gehölzes am alten Weg von Benzin nach Gadebusch ab 79. Dann gestehen am 14.12.1313 in Dodow Ludolfus de Lasbeke, miles et Johannes dictus de Rogghelin fratres Bischof Marquard von Ratzeburg und seinen Nachfolgern die Hälfte des Zehnten in „ville nostre Rogghelin“ zu 80. 1316 ist er Zeuge bei Graf Nikolaus von Schwerin wegen einer Schenkung der Herren von Blücher an das Kloster Zarrentin 81. Dann finden wir ihn 1323 zusammen mit dem Ritter Marquard von Godendorp als Schiedsrichter im Streit über den Zehnten in Lankau im Kirchspiel St.Georgsberg zwischen Bischof Marquard von Ratzeburg und dem Ritter Hermann (III) von (Tralau-) Wigersrade 82. Am 19.03.1330 steht Ludolfus miles dictus de Lasbeke an erster Zeugenstelle, als Herzog Albrecht IV. von Sachsen-Lauenburg dem Kloster Neumünster das Recht, Erb- und Lehngüter und Gerichtsbarkeit zu erwerben und Lehngüter in Erbgüter zu verwandeln, gewährt 83. Dann verzichten am 06.07.1333 Ludolf (II) und seine Söhne (Ludolphus Lasbeke miles, Bertoldus, Hermannus et Iohannes famuli, ipsius liberi) gegenüber dem Kloster Reinbek am 06.07.1333 auf alle Rechte an den drei dem Kloster 1308 verkauften 84 Hufen in Wohltorf und am Hof Hauena (wohl die Wüstung zwischen Glinde und Oststeinbek) 85. Hier ist Ludolf ausdrücklich als Sohn Hermanns (I) bezeichnet. Für die Aufnahme von Hermanns Tochter ins Kloster Reinbek schenken die Lasbek diesem eine weitere Hufe in Wohltorf 86. Am 06.12.1334 ist her Ludeke Lasbeke erster Mitgelober bei Herzog Albrecht IV. von Sachsen-Lauenburg (1321-1344), als dieser sich mit seinem Vetter Erich I. (1285-1361) wegen seiner Ansprüche auf den Lauenburger Zoll, den Dartzing, Redefin, Wehningen und das Land Hadeln und Wusten vergleicht 87. Im Verzeichnis der Vasallen des Stifts Ratzeburg vom 25.07.1335 erscheint Ludolf mit seinem Bruder Johann (II) (“Ludolfus de Lasbeke miles et frater Johannes eius armiger“) als Inhaber des halben Zehnten in Röggelin. In Slawisch (Klein) Zecher ist er alleiniger Inhaber des halben Zehnten 88.


Aus Ludolfs (II) Ehe mit einer ungenannten Frau stammen mindestens fünf Kinder:


  1. Bertold > IV - 15

  2. Hermann (III) > IV - 16

  3. Johann (III) > IV - 17

  4. Volrad (I) > IV - 18

  5. Tochter N. > IV - 19


Zuletzt genannt wird Ludolf (II) - wohl schon als Verstorbener - in einer auf den 09.08.1343 datierten Urkunde über die Aufnahme seiner Tochter (“filiam Ludolfi Lasbeken, militis“) und seiner Enkelin (“filiam Hermaanni Lasbeken famuli, filii militis (Ludolfi) pretaxati“) als Nonnen im Kloster Zarrentin) 89.



III - 10 Johann (II) „von RÖGGELIN“ +vor 1343


Knappe, Sohn Hermanns (I), gräflich holsteinischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall, urk. 1306/1335 - Erstmals genannt wird Johannes de Lasbeke, famulus am 26.03.1306 - zusammen mit seinem Vater Hermann (I) - als Graf Adolf V. von Holstein den Verkauf von Steinrade und Eckhorst genehmigt 90. Am 14.12.1313 erkennen Johannes dictus de Rogghelin und sein Bruder Ludolf (II) in Dodow dem Bischof von Ratzeburg die Hälfte ihres Zehnten in Röggelin zu 91. Wenn er sich hier als „von Röggelin“ bezeichnet, so besagt dies unmissverständlich dass er dort seinen Burgsitz gehabt hat 92.

Plan der Turmhügelburg Röggelin 93

Auf dem Hals einer kleinen, in den See vorspringenden Halbinsel liegt der runde Burgplatz mit dem ansehnlichen Durchmesser von 55 m. Um ihn herum zieht sich ein flacher, 15 m breiter Graben. Die Höhe des Hügels war ursprünglich unbeträchtlich, aber durch das im Grundgeschoss erhaltene und nur von Bauschutt überdeckte Gemäuer beträgt heute der Unterschied zwischen Grabensohle und Kuppe 5 m 94. Die lasbeksche Anlage war sicherlich nicht zu vergleichen mit der späteren Anlage unter den Karlow und von Bülow, die die größte der mittelalterlichen Adelssitze im Fürstentum Ratzeburg darstellte.


Am 24.02.1315 verkauft der Knappe Johann (II) von Lasbek unter Zeugenschaft von Volrad von Züle, Detlev Wulf und Ludolf Scharpenberg dem Kloster Reinbek eine halbe Hufe in Billwärder für 50 Mk mit vierjähriger Rückkaufsmöglichkeit 95. Die drei ritterlichen Zeugen verpflichten sich mit Johann, das Kloster in Bezug auf das gekaufte Land vor Anfeindungen und Schäden, besonders von seiten Willekin Ruschs und seiner Erben zu schützen. Für den Fall ihres Versagens verpflichteten sie sich zum Einlager in Mölln. Dann ist Johannes de Lasbeke, famulus am 29.09.1323 als Bürge für Marquard (III) von Tralau und seine Söhne genannt, als diese dem Lübschen Bürger Bertold von Yddeste einige Wiesen an der Trave in Oldesloe verkaufen 96. Dann hören wir wieder am 10.07.1329 wieder etwas von Johannes (II), als dieser zusammen mit seinen Söhnen (“Iohannes dictus Lasbeke, famulus, Hermannus et Iohannes filii mei“) in Gadebusch das ihm gehörende Dorf Röggelin an Johann von Bülow verkauft. Mitgelober sind sein Neffe Hermann (III), sowie Detlev und Henneke von Züle, Volrads Söhne 97. Im Verzeichnis der Vasallen des Stifts Ratzeburg vom 25.07.1335 98 ist Johannes armiger de Lasbeke zusammen mit seinem Bruder Ludolf (II) als Inhaber des halben Zehnten in Röggelin genannt. Ob er aber zu diesem Zeitpunkt noch am Leben war, lässt sich nicht sagen. In den Urkunden erscheint er nicht mehr.


Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau stammen drei Söhne:


  1. Hermann (IV) > IV - 20

  2. Johann (IV) > IV - 21

  3. Ludolf (III) > IV - 22



III - 11 N. von LASBEK


Tochter Hermanns (I), genannt 1333 - Sie wird 1333 als Nonne ins Kloster Reinbek aufgenommen. Dafür schenken ihr Bruder Ludolf (II) und seine Söhne dem Kloster eine in der Feldmark von Wohltorf gelegene Hufe 99.



III - 12 Margarete (I) von LASBEK


Tochter (?) Hermanns (I). Sie wird um/vor 1294 Ehefrau von Make von MÖLLN (+vor 09.08.1343) 100. Ihr Sohn Henneke von MÖLLN verzichtet am 09.08.1343 dafür, dass das Kloster Zarrentin seine Nichte, Tochter Ludolfs (II) von Lasbek und seiner Großnichte, Tochter Hermanns (III) von Lasbek als Nonnen aufgenommen hat, auf die Einlösung des von seinem Vater dem Kloster verpfändeten Dorfes Lüttow. Mitgelober sind seine Vettern, die Brüder Hermann (III), Johann (II) und Volrad (I) von Lasbek sowie Ludolf (III). Hennekes Wappen zeigt im Schild einen gerauteten oder geweckten Sparren 101. Margarethes Enkel (?) Ludeke von MÖLLN kauft am 24.03.1370 und 25.11.1371 von Gödeke Snakenbeke, Sohn des Gödeke neun Hufen in Behlendorf und Hollenbeck, die er am 20.09.1376 an den Lübecker Ratsherrn Thomas Morkerke für 159 Mk Lüb. Pf. weiterverkauft 102.


Die vierte Generation:


IV - 13 Heinrich (I) von LASBEK


Knappe, Sohn (?) Marquards (II), gräflich holsteinischer (bis 1345) und herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall (an 1360) mit Besitz in Schadehorn, urk. 1329/1371 - Am 15.05.1329 verbürgt sich Hinricus de Lasbeke armiger mit anderen dem Hamburger Domkapitel für eine Rente aus Sprenge 103. 1331 verzichtet Henrici Lasbecken auf alle Ansprüche an Havighorst 104. Dennoch scheint es um Havighorst in der Folge noch Streit um den Grenzverlauf gegeben zu haben, denn am 23.05.1345 beenden Henricus de Lasbeke armiger und das Kapitel des Klosters Reinfeld ihren Streit „discrete et amicabiliter“ um die Grenzen „inter villam ipsorum Havickhorst et inter villam meam Schadehorn“ 105. Am 18.03.1358 ist Hinricus Lasbeke Bürge, als die von Wensin ihr Dorf Sühlen an den Lübecker Bürger Timmo von Segeberg verkaufen 106. Danach verschwindet Heinrich (I) aus holsteinischen Urkunden.


In der Folge finden wir ihn am Hofe der Askanier in Sachsen-Lauenburg. Dort ist Heyneke Lasbeke am 10.08.1360 zusammen mit seinem „Vetter“ Ludeke (III) unter den zahlreichen Mitgelobern, als vor Helsingborg Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg und Herzog Albrecht von Mecklenburg unter Vermittlung von König Waldemar IV. von Dänemark ein Bündnis schließen und die Verlobung ihrer Kinder verabreden 107.


Wo Heyneke Lasbek begütert gewesen ist, lässt sich den Urkunden nicht entnehmen. Einen Hinweis gibt möglicherweise die Urkunde vom 24.06.1371 – Heyneke ist hier letztmals genannt –, in der er zusammen mit Hermen (III) Lasbek dem Verkauf des Dorfes +Klemperow an das Kloster Zarrentin durch die von Zülen bezeugt 108. Wenn Heyne (I) und Hermen (III) Lasbek hier als Zeugen auftreten, dann wohl deshalb, weil sie in der Nähe selbst über Grund- bzw. Lehnsbesitz verfügten. Sie traten also als Nachbarschaftszeugen auf. Ob dieser Besitz schon Groß Zecher umfasst hat, ist möglich, jedoch nicht belegt, oo N. NN.


Kinder:

  1. Heinrich (II) Kakebille V - 23

  2. Ludeke (II) V - 24

  3. Tochter V - 25



IV - 14 Bruno von LASBEK


Über ihn ist nur bekannt, dass er der Vater des 1373 in Lübeck hingerichteten Heyno (Heinrich III) Lasbeke gewesen ist 109. Seine Einordnung in die Lasbekische Stammtafel ist unsicher. Da er seinen Sohn Heyno (Heinrich) nennt, wird er am ehesten dem Zweig zuzuordnen sein, in dem Heyne Leitnamenfunktion zukommt, oo N. NN.


Kinder:

  1. Heyno (Heinrich III) V - 26



IV - 15 Bertold von LASBEK


Knappe, Sohn Ludolfs (II), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1326/(1371) - Bertoldus dictus Lasbeke verzichtet am 24.03.1326 zusammen mit seinen Brüdern Hermann (III), Johann (III) und Volrad (I) auf alle Ansprüche auf Escheburg 110. Am 06.07.1333 verzichtet er zusammen mit seinem Vater Ludolf (II) und seinen Brüdern Hermann (III) und Johannes (III) auf alle Rechte an drei Hufen in Wohltorf und an dem Hof Hauena zugunsten des Klosters Reinbek 111. Dann ist er noch einmal mit seinen Brüdern (“Bertoldus et Hermannus, Johannes et Volradus fratres dicti de Lasbeken“) in einer Urkunde vom 24.03.1371 genannt, die den Verzicht der Brüder auf ihre Rechte an Escheburg von 1326 wiederholt 112.



IV - 16 Hermann (III) von LASBEK


Knappe, Sohn Ludolfs (II), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1326/1378. Am 24.03.1326 verzichtet Hermannus dictus Lasbeke zusammen mit seinen Brüdern Bertold, Johann (III) und Volrad (I) auf alle Ansprüche an Escheburg. 113 Dann ist er am 26.03.1329 Mitsiegler, als Graf Johann III. von Holstein (1316-1359) den Verkauf von 4 Mk Einkünften aus Bergstedt und Tremsbüttel durch die Brüder von Wedel an das Hamburger Domkapitel genehmigt 114. Als Mitgelober tritt Hermannus Lasbeke, filius domini Ludolfi am 10.07.1329 auf, als sein Onkel Johann (II) und dessen Söhne ihr Dorf Röggelin verkaufen 115. Der Urkunde hängt sein Siegel mit der Umschrift + S' HERMANNI + LASBEKE an. Am 06.07.1333 leistet er, zusammen mit seinem Vater Ludolf (II) und seinen Brüdern Bertold und Johann (III) gegenüber dem Kloster Reinbek endgültigen Verzicht auf drei Hufen in Wohltorf und den Hof +Hauena 116. Dann ist er am 13.12.1333 unter den Adligen, die sich Herzog Erich I. von Sachsen(-Lauenburg) für Heinrich Kind und die diesem übertragene Erbauung der Befestigung von Artlenburg verbürgen 117. Als am 09.08.1343 seine Tochter (“filiam Hermanni Lasbeken, famuli, filii (Ludolfi Lasbeken) militis“) mit ihrer Tante als Nonne in Zarrentin aufgenommen wird, ist er mit seinen Brüdern und seinem Vetter Ludolf (III) von Röggelin Mitgelober 118. Der Urkunde hängt Hermanns rundes Siegel an. Es zeigt in Schild einen rechts gekehrten, geschachteten Strahl und die Umschrift S' . HERMANNI . LASBEKEN. Am 24.03.1371 ist Hermann (III) noch einmal mit seinen Brüdern als derjenige genannt, der auf seine Rechte an Escheburg verzichtet hatte. Dann ist Hermen Lasbeke am 24.06.1371 mit Heyneke (I) Lasbeke Zeuge, als die Brüder von Zülen dem Kloster Zarrentin das Dorf +Klemperow schenken 119, oo N. NN.


Kinder:

  1. Nikolaus Kokys (?) V - 27

  2. Tochter V - 28



IV - 17 Johann (III, Hennekinus) von LASBEK


Knappe, Sohn Ludolf (II), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1326/1343 - Am 24.03.1326 verzichtet Johannes dictus Lasbeke mit seinen Brüdern Bertold, Hermann (III) und Volrad (I) auf alle Ansprüche auf Escheburg 120. Dann leisten er, sein Vater Ludolf (II) und seine Brüder endgültigen Verzicht auf drei Hufen in Wohltorf und den Hof Hauena 121. Mit seinen Brüdern und seinem Vetter Ludolf (III) ist Hennekinus, famulus dictus Lasbeke am 09.08.1343 Mitgelober, als seine Schwester und seine Nichte als Nonnen im Kloster Zarrentin aufgenommen werden 122. Noch ein Mal erscheint er am 24.03.1371 zusammen mit seinen Brüdern in einer Urkunde, in der Verzicht der Lasbek auf Escheburg bekräftigt wird 123, oo N. NN.


Kinder (vmtl.)

  1. Henning (Johann V) Nipperney V - 29

  2. Marquard (III) V - 30



IV - 18 Volrad (I) von LASBEK


Knappe, Sohn Ludolfs (II), herzoglich sachsen-lauenburgischer und herzoglich mecklenburgischer Vasall, urk. 1322/1385 - 1322 überträgt Graf Johann III von Holstein das Recht an zwei Hufen „in Hanneualle“, auf das als väterliches Lehen Volrad von Lasbek Ansprüche geltend macht, an das Kloster Reinbek 124. Dann verzichtet Volradus dictus Lasbek am 24.03.1326 zusammen mit seinen Brüdern Bertold, Hermann (III) und Johann (III) auf alle Ansprüche „ad bona ville Escheborch“ 125. Der Text dieser Urkunde ist noch ein Mal für den 24.03.1371 überliefert 126. Am 09.08.1343 ist Volradus, famulus dictus Lasbeke mit seinen Brüdern und seinem Vetter Ludolf (III) von Röggelin Mitgelober, als seine Schwester und seine Nichte als Nonnen im Kloster Zarrentin aufgenommen werden und sein Vetter Henneke Molne dafür auf die Einlösung des von seinem Vater Johannes de Molne dem Kloster verpfändeten Dorfes Luttekow (Lüttow) verzichtet 127. Dann ist Volrad Lasbeke am 20.04.1354 Mitgelober, als sein „Vetter“ Ludeke (Ludolf III) an Marquard, den Klosterpropst von Rehna, 15 Mk jährlicher Hebungen aus Benzin unter Vorbehalt des Rückkaufs in 12 Jahren verkauft und Herzog Albrecht II. von Mecklenburg (1329-1379) belehnt 128. Nach einer längeren Pause erscheint Volrad (I) „senior“ dann noch ein Mal am 28.09.1385 als Bürge für seinen Sohn (?) Volrad (II) d. J. von Lasbek bei dessen Urfehde gegenüber der Stadt Lübeck 129. Der Urkunde hängt Volrads rundes Siegel an 130. Es zeigt auf stehendem Schild einen querrechts gelegten geschachteten Strahl und die Umschrift + S' VOLLART . LASBEKE.


Siegel Volrads d. Ä. von Lasbek 131

Unklar ist, ob sich die Urkunde vom 27.12.1385, in der Volrad Lasbeke Mitgelober bei Frau Heseke Sprengel und ihrem Sohn Heinrich ist, als diese dem Richard Hoken zu Boizenburg ihr Drittel des Gutes Konau verpfänden und sich für den Fall der Nichterfüllung zum Einlager nach Ratzeburg verpflichten 132, auf Volrad d. Ä. oder Volrad d. J. bezieht, oo N. NN.


Kinder (vmtl.):

  1. Volrad (II) > V - 31



IV - 19 N. von LASBEK


Als „filiam Ludolfi (Ludolf II) Lasbeken“ ist sie 1343 als Nonne in Zarrentin genannt 133 .



IV - 20 Hermann (IV) von LASBEK


Knappe, Sohn Johanns (II), bischöflich ratzeburgischer Vasall, urk. 1329 - Am 10.07.1329 verkauft er mit seinem Vater Johann (II) und seinem Bruder Johann (IV) Röggelin 134. Der Urkunde hängt Hermanns schildförmiges Siegel mit der Umschrift -(H)ERMANNI LASB(EKE) an.


IV - 21 Johann (IV) von LASBEK

Knappe, Sohn Johanns (II), bischöflich ratzeburgischer Vasall, urk. 1329/1354 - Am 10.07.1329 verkauft er mit seinem Vater und seinem Bruder Hermann (IV) Röggelin 135. Der Urkunde hängt Johanns schildförmiges Siegel mit der Umschrift - (IOH)ANNIS LASBEKE an. Aus einer Urkunde vom 14.02.1354 über den Verkauf von Salzgütern des Knappen Ulrich von Blücher und seiner Kinder erfahren wir, dass Johann (IV) von Lasbek mit Gertrud von BLÜCHER, einer Tochter Ulrichs von Blücher verheiratet gewesen ist 136



IV - 22 Ludolf (III) (von) RÖGGELIN


Knappe, Sohn Johanns (II), bischöflich ratzeburgischer und herzoglich mecklenburgischer Vasall mit Besitz in Benzin, Röggelin, urk. 1343/1361 - Am 09.08.1343 ist Ludolfo Roggelyn, „Vetter“ (“patruus“ i.S.v. „patruelis“) der Brüder Hermann (III), Johann (III) und Volrad (I) von Lasbek Mitgelober, als seine Cousine und seine Großnichte im Kloster Zarrentin als Nonnen aufgenommen werden 137. Dann verkauft Ludekinus Lasbeke am 01.05.1353 mit Bewilligung Herzog Albrechts II. von Mecklenburg dem Kloster Rehna aus einem Bauerngehöft „al vse inghelde, dat wi hadden mit Hinrike Wockeman in deme dorpe to Bentzin, mit eghendome, mit righste minner vnde grotter, hand vnde hals, mit deneste, mit aller vrught, mit vriheyt vnde mit allem reghte, alse wi vnde vse elderen dit ghod hebben had vnde beseten; behaluen de beden, de hebbe wi vs vnde vsen erfnamen beholden“. Mitgelober sind Hennyngh Lasbeke, sin veddere und Hinrik Benzin 138. Am 20.04.1354 verkauft Ludeke Lasbeke dann an Marquard, den Klosterpropsten zu Rehna, „vor anderhalf hunderd mark Lubescher suluerpenninghe ... vifteyn mark ingheldes to rechteme landkope an deme dorpe to Bentzyn van vnsen undersaten, van Swarten Marquarde sos pund vnde der schepel hardes kornes vnde der punt hauere, van Wockemanne vif punt vnde der schepel hardes kornes vnde der punt haueren, van Reynere vif punt vnde der schepel hardes kornes, van Sterneberghe der punt vnde anderhaluen schepel hardes kornes vnde en dromed haueren, van Siuerde twe punt hardes kornes vnde van deme groten kampe een dromet hardes kornes to iewelken iaren ganzlehen uptoborende“. Mitgelober sind Volrad Lasbeke, myn veddere und Hinrik Benzin. Ludolf behält sich ein Rückkaufsrecht binnen zwölf Jahren vor 139. Zuletzt genannt ist Ludeke Lasbeke zusammen mit seinem „Vetter“ Heyneke (I) am 10.08.1360 als Mitgelober beim Bündnis zwischen Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg und Herzog Albrecht II. von Mecklenburg vor Helsingborg 140.


Die fünfte Generation:

Möglicherweise gehören in diese Generation Henneko et Tymmeko fratres dicti Lasbek, die am 13.11.1393 im Lübecker Niederstadtbuch genannt werden 141. Sie können allerdings auch bürgerlicher Herkunft sein.



V - 23 Heinrich (II) von LASBEK gnt. Kakebille


Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1389/1404 - Seine nicht gerade schmeichelhafte Bezeichnung als „kakebille“ geht auf eine Biersorte zurück, die in Eckernförde gebraut wurde und dort 1503 vom päpstlichen Legaten Raymond Perrault getrunken und von diesem als „cacabella“ (= köstlich) bezeichnet wurde 142. Die Bezeichnung ist aber wohl schon älter, denn bereits 1483 erscheint sie in den Schleswiger Stadtrechnungen. Gemäß der damaligen derben Ausdrucksweise wurde die Sorte offenbar - wie das Ratzeburger Rommeldeus - als wirkunsvolles Laxans angesehen 143. Hinrik Lasbeken anders gheheten Kakabillen ist am 20.10.1389 erster Bürge bei Henning Lasbek gnt. Nipperney, als dieser von Detlev (I) Scharpenberg, Gottschalks Sohn, dessen Hälfte der Dörfer +Nannendorp und Schönberg kauft 144. Anders als sein Verwandter Nipperney war Heinrich ein eher typischer Vertreter seines Standes, der sich aufs Rauben und Plündern verlegt hatte. 1391/1392 finden wir Kakebille mit einem Angehörigen der Wackerbarth und von Zecher in den Aufzeichnungen des Wismarer Rates unter denen, die in der Umgebung von Wismar Räubereien verübt hatten. Kakebille hatte solche in Wedendorf verübt 145. Am 10.08.1392 beurkunden Hinric Lasbeke vnde Ludeke Lasbeke brodere den Vertrag über Mitgift und Leibgedinge ihrer mit Henneke Schele verheirateten Schwester 146. 1394 hatte Heinrich den Lüder von Lützow auf Dutzow gefangen genommen. Dies ergibt sich aus Lüder Lützows Urfehdeschwur vom 22.02.1394 gegenüber der Stadt Lübeck 147, in der er bekennt, dass er den Schwur leistet „umme dat ick van eren voghede (d.i. Henning gnt. Nipperney) unde deneren ghevanghen wart vnde umme dat ik van Hinrik Lasbeken anders gheheten Kakebille, vortan ghevanghen wart to der suluen tyd“. Heinrich Kakebille hatte hier seinem Verwandten ganz offensichtlich bei der Verfolgung und Gefangennahme des Lüder Lützow geholfen.


Dann tritt Heinrich (II) am 05.08.1395 als Mitgelober bei Detlev (I) Scharpenberch auf Seedorf und dessen gleichnamigen Sohn auf, als diese dem Ratzeburger Domkapitel ihre Dörfer Rieps mit dem Hof und der Mühle und Wendorf - beide im Kirchspiel Schlagsdorf im Stift Ratzeburg - für 2000 Mk.lüb.Pf verkaufen 148. Am 02.04.1402 ist Hinrik Lasbeke, anders gheheten Kakebille Mitgelober bei den Brüdern Detlef (III) und Hartmann (II) Scharpenberg auf Seedorf, als diese beurkunden, dass ihnen Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg (1368-1412) die Burg Stintenburg mit Zubehör, nämlich Lassahn, Techin, Groß und Klein Zecher und Kampenwerder, für 1000 Mk auf die Dauer von vier Jahren verpfändet hat 149. Auffallend ist die enge Bindung Heinrichs (II) zur Familie von Scharpenberg auf Seedorf. Sie lässt sich nur dadurch erklären, dass er selbst in der Nähe begütert gewesen ist (vmtl. Hollenbek, Groß Zecher, +Wakerbek) und so als „Nachbarschaftszeuge“ auftrat. Vielleicht bestanden darüber hinaus aber auch verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Lasbek und den Scharpenberg, etwa dergestalt, dass Heinrich (II) Kakebille mit einer Scharpenberg verheiratet war. Am 18.05.1404 finden wir Heinrich (II) Kakebille unter den achtzehn ritterbürtigen Männern aus dem Herzogtum Sachsen-Lauenburg und zwölf Standesgenossen aus dem Lüneburgischen, die ein Schieds- und Schutzbündnis schließen 150. Vertreten waren Angehörige der Lasbek, Scharpenberg, Wackerbart, Wulf und Züle einerseits und Daldop, Bülow (aus Gartow) und Schack andererseits. Wenn sich hier zwei Adelsgruppen miteinander verbinden und geloben, ohne Wissen und Rat der Hauptleute dieser Einigung keine Fehde mehr führen zu wollen und Streitigkeiten innerhalb des Verbandes ebenfalls den Hauptleuten zu überlassen, so ist dies u. a. eine deutliche Reaktion auf in der Vergangenheit zum Ausbruch gelangter Konflikte innerhalb des Adels 151 Es ist dies die zugleich letzte urkundliche Nennung von Heinrich (II.).


Eine Einbindung Heinrichs (II) Kakebille in die Lasbeksche Stammtafel ist nicht gesichert. Wenn er aber in der Schaalseeregion begütert gewesen ist, dann kommt eigentlich nur er als Vater oder eher Großvater von dem 1440/1468 genannten Heyne (IV) Lasbek in Frage. Sein Vater mag dabei am ehesten Heyneke (I) gewesen sein, oo N. NN (?von SCHARPENBERG).


Kinder (vmtl.):

  1. Sohn > VI - 32



V - 24 Ludeke (Ludolf IV) von LASBEK


Knappe, Bruder von Heinrich (II) Kakebille, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1392 - Ludeke Lasbek ist nur ein Mal, am 10.08.1392 genannt, als er zusammen mit seinem Bruder Heinrich (II) den Vertrag über Mitgift und Leibgedinge ihrer an Henneke Schele verheirateten Schwester beurkundet 152.



V - 25 N. von LASBEK


Schwester von Heinrich (II) Kakebille und Ludolf (IV). Sie war mit Henneke SCHELE verheiratet. Über ihre Mitgift und ihr Leibgedinge urkunden am 18.10.1392 ihre Brüder „dat wy Henneken Schelen myt user suster hebben medegheven hundert Lubesche marc pennigghe vnde nicht mer, vnde Henneke Schele scal user suster teyn marc gheldes to lifghedinghe wedder maken ane richte vnde denest. Vnde weret, dat Henneke Schele storve, so late wy den kore synen rechten erven, eft se vser suster bynnen Jahre vnde bynnen daghes lever verftich marc vor er lifghedink wedder willen gheven“ 153.



V - 26 Heyno (Heinrich III) von LASBEK ++1373


Knappe, Sohn Brunos - Er wurde 1373 in Lübeck als „Räuber“ gehängt 154.



V - 27 Nicolaus von LASBEK gnt. Kokys


Knappe, Sohn Hermanns (III)?, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1361/1369 - Am 14.07.1361 ist Nicolao Lasbeken, alias dicto Kokys in Lübeck verfestet 155. Nikolaus Kokys tritt dann nur noch einmal, am 21.08.1369 in Helsingborg auf, als Vicko von Moltke und andere versprechen, das Schloss Helsingborg den Hanseaten zu übergeben 156.



V - 28 N. von LASBEK


Als „filiam Hermanni (III) Lasbeken, famuli, filii Ludolfi Lasbeken militis“ wird sie 1343 als Nonne in Zarrentin aufgenommen 157.



V - 29 Henning (Johann V) von LASBEK gnt. Nipperney +vor 1410


Knappe, Sohn Johanns (III) ?; gräflich holsteinischer Vasall mit Besitz in Achterwehr, Slachteswere, ½ Nannendorp, ½ Schönberg und Havekost, lübscher Ausreitervogt, urk. 1353/1399 - Henning Lasbeks Übername „Nipperney“ leitet sich ab von nipp, niep = genau, scharf im Zusammenhang mit sehen. Der Name kennzeichnet ihn also als einen hellhörigen, scharfblickenden Mann. Zuerst genannt wird Hennynghus Lasbeke am 01.05.1353 als Mitgelober bei seinem „patruus“ Ludekinus (Ludolf III) Lasbek, als dieser dem Kloster Rehna aus einem Bauerngehöft in Benzin alle Hebungen unter Vorbehalt der Bede verkauft 158. Der Urkunde hängt Hennings schildförmiges Siegel an 159. Es zeigt einen rechtsgewendeten, geschachteten Strahl und die Umschrift: S' JOHANNIS (L)ASBEKE. Am 14.07.1361 verpflichten sich Henningus et Make (Marquard III) dicti Lasbeken gegenüber dem Rat von Lübeck, das ihr Genosse Albrecht Lüneburg Urfehde schwören solle wegen seiner Gefangenschaft 160. Der Urkunde hängt Hennings schildförmiges Siegel an. Es zeigt auf stehendem Schild einen querrechts gelegten geschachteten Schal und die Umschrift x S x IOHANNIS x (L)ASBEKE. Dann ist Henning am 14.07.1361 Bürge bei Make Lasbeks Urfehde gegenüber der Stadt Lübeck 161. Am 02.06.1371 erklärt sich Hennyngh Lasbeke gheheten Nypperney, knape in Niehus bei Flensburg bereit, die Grafen Heinrich II. (1340-1381) und Nikolaus von Holstein-Rendsburg (1340-1397) aus ihrer Schuld gegen seinen Schwiegervater Radolf Schinkel zu lösen, sobald sie ihm die Radolf Schinkel geschuldeten 500 Mk bezahlt haben 162. Henning stand um diese Zeit offenbar im Dienst der Grafen von Holstein.


Unter dem Datum vom 24.07.1375 finden sich Aufzeichnungen über den Verkauf von zwei Höfen in Achterwehr und Schlachteswehr im Kirchspiel Flemhude durch Otto Schwab an Henning Nipperney 163. Die Vertragsparteien kamen vor Lübecker Ratsherren überein, dass Otto Schwab dem Henning Lasbek die Güter vor Graf Adolf VII. von Holstein auflassen sollte, worauf Henning dem Verkäufer in Lübeck „alle Dinge vollziehen sollte, die sie abgemacht hatten“. In der Niederung zwischen dem Ahrensee und dem Westensee, in einer guten Sichtlage nahe der Eider, haben sich Reste einer mehrteiligen Burganlage erhalten 164. Die eigentliche Turmhügelburg – eine Kuppe, die von einem ca. 5 m breiten Graben umgeben ist – liegt im Westen. Vorgelagert sind flache Wälle. Eine dammartige Erhöhung führt von Westen her an den Hügel heran. Östlich des Turmhügels und jenseits des Baches, der Ahrensee und Westensee verbindet, liegt der Wirtschaftshof. Die Abgrenzung nach Osten bildet ein Abschnittsgraben.


Achterwehr: Lageplan der Turmhügelburg


Achterwehr: Turmhügelburg (Dähn)


Am 24.06.1387 verkauft Henninge Lasbeke, een knape dem Lübecker Domherren Jakob Krumbek „dat gantze dorp tho der Hauikhorst (Ksp. Gleschendorf) also alse ick dat hebbe van Syuers Swyne, vor hndert marck Lubescher pennige“ 165. Graf Adolf VII. von Holstein bestätigt am 18.01.1388 den Verkauf des Dorfes durch „honestus famulus Henninghus Lasbeke alias dictus Nypperney“ einschließlich des darin bisher der Frau Margarete Swyn zustehenden Leibgedinges 166. Am 27.01.1388 wird der Kauf abschließend beurkundet 167.


Henning Lasbek, der wohl bald nach der Ermordung von Heyno Scharpenberg (++1386) dessen Nachfolger im Amt des lübschen Reitervogts wurde, bestand seine erste Bewährungsprobe in diesem Amt 1389, als er durch sein rechtzeitiges Eingreifen einen Haufen im Angesicht der in Oldesloe wegen eines Landfriedens tagenden Grafen von Holstein und lübschen und hamburgischen Abgesandten raubender Ritter und Knappen aus dem Lüneburgischen und der Priegnitz nicht nur in die Flucht schlug, sondern ihnen auch ihr geraubtes Gut wieder abjagte und viele Räuber gefangennahm. „Und hebben de van Lubeke dat nicht gewesen, de Holsten hedden des dages groten schaden nomen“ fügt der Chronist Detmar nicht ohne Stolz hinzu 168


Noch 1389 kauft sich Henning im weiteren Umfeld seines neuen Tätigkeitsfeldes an; denn am 20.11.1389 verkauft Detlev Scharpenberch „deme vromen erbaren manne Henninge Lasbeken anders gheheten Nypperney vnde sinen erven“ seine Hälfte des „gudes to Nannendorpe (vormals auf den Gemarkungen Franzdorf und Schönberg) vnde ... des ghudes to Schonenberghe, beleghen in deme kerspele to Santzgneve“ wiederkäuflich für 250 Mk. Mitgelober ist Hennings Verwandter Heinrich (II) Kakebille 169. Als sich am 23.10.1390 der Rat der Stadt Lübeck bei den askanischen Herzögen Erich III. (1344-1401) und Erich IV. (1368-1412) darüber beschwert, dass mehrere Diener des Herzogs Heinrich von Braunschweig und Lüneburg lübsche Bürger beraubt haben, findet sich auch der Name des lübschen Ausreitervogts (“use voghede (Henning) Lasbeke“) unter den Beraubten. Ihm waren „VI perde nomen in der reyse, das hertoghe Hinrik vp den velde suluen mede was, in deme lande to Stormeren“ 170. In der Fehde Lüder Lützows gegen die Stadt Lübeck gelang es Henning mit Hilfe seines Verwandten Heinrich (II) Kakebille, Lüder Lützow 1394 gefangen zu nehmen 171.


Als lübscher Ausreitervogt war Henning gnt. Nipperney Nachfolger des gewaltsam ums Leben gekommenen Heyno Scharpenberg, mit dem er möglichwerweise verwandt war. Vor Scharpenbergs Epitaph in der Lübecker Jakobikirche hatte sich Nypperney Lasbeke „quondam advocatus Lubicensis“ einen Kirchenstuhl machen lassen. Dies ergibt sich aus einer Inschrift des Lübecker Niederstadtbuches vom 02.02.1410 172. Henning war zu diesem Zeitpunkt (1410) bereits verstorben.


Verheiratet war Henning Lasbek gnt. Nipperney mit N. SCHINKEL, einer Tochter des Radolph (I) Schinkel. Über Nachkommen erfahren wir nichts.



V - 30 Marquard (III) von LASBEK +vor 04.04.1388


Knappe (1361/1386), Ritter (?1407), Sohn ?Johanns (III), lübscher Vasall, urk. 1361/1376 - Am 14.07.1361 verpflichtet sich Make dictus Lasbeke zusammen mit seinem ?Bruder Henning gegen den Rat der Stadt Lübeck, die Befreiung seines Dieners Albrecht Lüneburg von der dem Nikolaus Lasbek gnt. Kokys versprochenen Haft und anderen Verpflichtungen zu erwirken 173. Am 14.07.1361 schwört er dem Rat der Stadt Lübeck und der Bürgerschaft unter Bürgschaft von Henning Lasbek Urfehde 174. Der Urkunde hängt Makes rundes Siegel an 175. Es zeigt auf stehendem Schild einen querrechts gelegten geschachteten Strahl und die Umschrift + IS' . MARQVARDI L(A)SBECKE .Dann ist Marquarde Lasbeken, knape am 21.01.1376 in Schwerin Mitgelober bei dem wichtigen Vertrag zwischen König Albrecht (Albrecht II. von Mecklenburg) von Schweden und den Herzögen Albrecht I., Heinrich III. und Magnus von Mecklenburg sowie den Grafen Heinrich II., Klaus und Adolf VII. von Holstein, in welchem letzteren eine Schuld von 30 000 Mk Silber anerkannt wird. Gleichzeitig schließen die Beteiligten ein Bündnis zur Eroberung des Herzogtums Jütland und der Verpfändung von Teilen Dänemarks (Låland, Sejerø und die Schlösser Kolding und Ripen) 176. Vor dem 04.04.1388 ist Marquard (III.) dann gestorben. Dies ergibt sich aus einer auf diesen Tag datierten Urkunde, in der das Hamburger Domkapitel über die Stiftung einer Vikarie im Dom zu Hamburg und ihre Dotierung mit Außenständen bei „honesta matrona domina Ghese, relicta bone memorie quondam Marquardi Lasbeken armigeri Lubicensis diocesis“ und Renten aus den Elbmarschen 177. Wir erfahren hier also, dass Marquard (III) mit einer Frau namens Ghese (Gertrud) NN. verheiratet war. Als seine Tochter Margarethe 1407 heiratet, wird Marquard als „Ritter“ bezeichnet.


Kinder:

  1. Margarethe (II) > VI-33



V - 31 Volrad (II) von LASBEK


Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, ?Sohn Volrads (I), urk. 1385/(1388) - Am 28.09.1385 schwört Volradus Lasbeke junior, armiger unter der Bürgschaft von Volradus Lasbeke senior, Vicke und Detlev Scharpenberg, Hermann Lützow und Henneke Zecher der Stadt Lübeck Urfehde 178. Über die Ursache des Lasbekschen Fehde mit der Stadt Lübeck ist nichts weiter bekannt. Sie mag, wie zumeist in dieser Zeit, in den Übergriffen des Adels gegenüber lübschen Bürgern ihren Grund gehabt haben. Die Bürgen, die allesamt aus der Schaalseegegend stammen, legen es nahe, dass auch Volrad dort ansässig war. Unklar ist, ob ihm oder Volrad (I) die auf den 27.12.1385 datierte Urkunde 179 zuzuschreiben ist (siehe > Volrad I).


Die sechste Generation:


VI - 32 N. von LASBEK


Die zeitliche Abfolge der Nennung von Angehörigen der Familie von Lasbek im 15. Jahrhundert (1404/vor 1410 - 1440/1468 - 1494) legen es nahe, in die Zeit zwischen 1404/1410 und 1440 einen namentlich nicht bekannten Lasbek zu setzen, der in der Schaalseeregion (Kehrsen, Hollenbeck, +Wackerbek) begütert gewesen ist und der der Vater von Heyne IV. war. Er war es wohl, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts den Nordwestteil der Gemarkung +Wackerbek erwarb. Die restliche Gemarkung war Besitz der von Karlow, in deren Anteil auch der alte Rittersitz der im 14. Jahrhundert bezeugten Ritterfamilie von Wackerbek lag. Die Lasbek mussten sich einen neuen Hof errichten und für diesen die notwendigen Ackerflächen beschaffen. Da die alte Feldflur bereits aufgeteilt war und das Einfügen des Wirtschaftshofes in diese zu einer empfindlichen Schwächung der Wirtschaftskraft der Bauern geführt hatte, haben die Lasbek die notwendigen Ackerflächen für ihren Hof aus der Allmende gewonnen. Ein Teil dieser Allmende lag an der Segrahner Feldmark und war nur ganz im Norden der Gemarkung durch die Hoflandfurt zu erreichen. Auf diesem von der übrigen Feldmark durch sumpfiges und mooriges Gelände abgelegenen Teil errichteten die Lasbek auch ihre Burg.


Lageplan von +Wackerbek (nach Behrends)


Die Reste dieses Lasbekschen Rittersitzes in Wackerbek - der sog. „Neue Hofwall“ – konnten 1966 aufgefunden und anschließend vermessen und untersucht werden. Ein kreisförmiger Burgplatz mit einem Durchmesser von 25 m war von einem 4 m breiten Graben umgeben. Ein Teilstück des Grabens von 25 m Länge ist erhalten geblieben. Auf dem Burgplatz stand ein Wohnturm, von dem der Rest eines 37 cm dicken Eichenpfostens geborgen werden konnte. Vom Turmhügel aus war in südöstlicher Richtung ein Bohlendamm durch das sumpfige Gelände angelegt worden, der eine Verbindung zu dem Flurstück „Lange Stücken“ und zum Dorf Wackerbek herstellte. 180


Mit wem N. von Lasbek verheiratet war, wissen wir nicht. Aber wir können einen Sohn für ihn erschließen.

Kinder (vmtl.):

  1. Heyne (Heinrich IV) > VII - 35



VI - 33 Margarethe (II) von LASBEK


Als Tochter des „Ritters“ Marquard (III) wird sie 1407 bei ihrer Hochzeit mit dem im Stadischen begüterten Knappen Friedrich SCHULTE gnt. SCHRAMMEKE genannt. „Anno 1407 hat Herr Fridericus Schulte mit dem Beynahmen Schrammeke genandt, Friderici des Langen Sohn, Burg-Mann und Erbherr zu Horneburg geheyrathet Margaretam von Laszbeck, Herrn Marquard von Laszbecks aus Holstein Tochter; welche Ehe-Stifftung unterschrieben von Bräutigams wegen, die ehrliken Knappen (Lücke); von der Braut wegen: der strenge Ritter Herr Hartig Heste, Herr Marqvard von Sigghen, Herr Paul Breyde, die ehrlichen Knapen Olrich von Pensz, Benck Tralowen, Jastram Heste, Henning von Wensyn, Dirck von Meynfelde und andere“ 181.



VI - 34 Taleke (Adelheid) von LASBEK


Ihre Einordnung in die Lasbecksche Stammtafel ist nicht möglich. Sie war verheiratet mit dem Ritter Ulrich (IV) von PENTZ (urk. 1395/1422), Rat, Vogt zu Wittenburg und Erbherrn auf Redefin und Barnim.


Die siebte Generation:


VII - 35 Heyne (Heinrich IV) von LASBEK


Knappe, Sohn oder Enkel von Heinrich Kakebille (?); herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall mit Besitz in Hollenbek, Kehrsen, +Wakerbek, Groß und Klein Zecher, urk. 1440/1468 - Heyne Lasbek ist erstmals 1440 in einer Urkunde als Besitzer von Hollenbek (Ksp. Sterley) genannt 182. Im selben Jahr verkauft er dem Kloster Zarrentin seine, diesem bereits verpfändet gewesene Hälfte des Dorfes +Wakerbek, das nach 1400 vmtl. ein Opfer der Pest geworden war und nun wüst lag 183 : Heyne gibt seinen Teil „alse dar gut is belegen an der helffte des suluen dorpes, vnd in syner schede iss begrepen, als de wech schedet, de dar gheid van Lutteken Tzechere na der Boysen, dar dat vorbenomede veld schut in den Landwech to Molne, Allen ackere vppe der luchtenen hand des weghes vortmer alle wische de de sind uppe de suluen hand vnd de houe, behaluen de Crones wisch, ok den acker ouer den bolen uppe de luchtenen hand van dem voerde de de gheyt to deme Steynvelde wente to deme groten stene, bij dem Ziggeraner velde, ok den hane hoff vnd alle de andene houe bij der boysen wente to deme dede gheyd van deme hane houe bet an den landwech to Molne, den bomgharden vnd alle frucht de dar ynne wasset“.


1442 verkauft Heyne auch sein Dorf Kehrsen an Hartwig (III) von Parkentin 184 :


Ick, Heine Laßbecken, Knape, bekenne und betüge apenbahr in düßen Keggen wertigen Breve vor my und vor miene rechten Erven, dat ick mit wol bedachten mohde, fryen willen und mit völbord myner Erven ... hebbe rechtlicken und Redlicken verkofft, erflicken und egentlicken up gelaten ... in macht düßes Breves dem froken Knape Hartwige von Perckentine, sienen rechten Erven edder den Holder düßes Breves mit ihren willen dat gantze dorp tho Kerßen mit all siener tho Behörunge, wo man de mag benahmen ... vor verhundert Lübsche Marck Penninge, de my de vorgeschreven Hartwick woll to willen und to vuller genöge hefft bethalet ... dißes verschreven dorp schall und mag der vorschreven Hartwich und siene Erven und de Holder dißes Breves raulicken brucken und besitten, hebben und erflicken beholden mit allen Rechten und Gerichte, so frey und so mächtig, also miene Eldern und ick dat ... had hebben ... Na Godes Bort verteyn Hundert Jahr, darna in den twe und vertigsten Jahr an den Mondage na Reminiscere“.


Neuer Hofwall“ bei Sophienthal (nach Behrends)

1446 - und sicher auch schon früher - ist Heyne Lasbek in Groß Zecher sesshaft. Wir finden Heyne Lasbeke to groten Tzecher in deme kerrspele to Zeedorpe, knape am 20.12.1446 unter den Mitgelobern für Helmold (I) Scharpenberg, als dieser eine Rente aus Bresahn verkauft 185. Am 15.09.1449 ist Heyne Lasbeke to Groten Tzecher, knape Mitgelober bei seinem Lehnsherrn, Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg, als dieser dem Lübecker Domkapitel für ein Kapital von 1600 Mk Renten in Höhe von 112 Mk aus den Dörfern Büchen, Fitzen, Thömen und Krukow verkauft 186. Dann erscheint er, wieder als Mitgelober und als zu Hollenbek wohnhaft bezeichnet, am 10.11.1459 bei einem weiteren scharpenbergschen Rentenverkauf aus Bresahn 187. Letztmals genannt wird er noch ein Mal 1468 als Besitzer von Hollenbek 188, wo er in der Nähe der heutigen Domäne über eine Burganlage verfügte.



 

Kehrsen: Plateau der von Lasbekschen Burganlage und Lageplan (Dähn)

Die Überlieferung kennt dort eine solche Anlage. Schröder-Biernatzki 189 bemerken dazu: „An einem Platze, Hofwall genannt, soll früher eine Burg gestanden haben, ohne Zweifel die des ehemaligen Gutes Hollenbeck, welches 1469 Heyne von Lasbek besaß“. Und von Kobbe berichtet 190: „Ein Holz bei Hollenbek heißt der neue Hofes Wall; 1592 glaubte man hier noch die Spuren einer alten Festung zu erkennen“. Dähn 191 Beschreibt die Anlage wie folgt: „Am Ortsrand des Kehrsener Moores, zwischen dem Stichelbach und der Straße Gudow-Lehmrade, westlich des Ortsrandes Kehrsen, liegt eine markante Turmhügel-Anlage. Das runde Burgplateau (Durchmesser 18 m) ist mit einem Graben umgeben, der im Osten von einer Erdbrücke unterbrochen ist. Der Graben mit einer Breite von 5,0 m und einer Tiefe von 2,0 m sowie das Plateau sind in einem guten Zustand. Der Turmhügel wurde 1840 überwiegend abgetragen, dabei fand man eine eiserne Streitaxt.“ Und Behrends schreibt 192.: „Von der einstigen Burganlage finden sich heute nur noch Spuren des Burggrabens“. Verheiratet war Heyne (IV) vmtl. mit einer von ZECHER.


Kinder:

  1. Heyne (Heinrich V) > VIII - 36


Die achte Generation:


VIII - 36 Heyne (Heinrich V) von LASBEK +1494/1497


Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall mit Besitz in Groß und Klein Zecher, ULTIMUS GENTIS, urk. 1494 - Als Heyne „Baersbeke“ to Groten Secher ist er in einer Urkunde vom 27.02.1494 genannt, in der Propst Johannes von St.Georg zu Stade als Konservator des Klerus der Stadt und Diözese Lübeck zahlreichen Schuldnern für ihre rückständigen Renten eine Zahlungsfrist einräumt und sie auffordert, bei Nichtzahlung vor seinem Gericht zu erscheinen 193. Die Urkunde belegt, dass die Lasbek noch Ende des 15. Jahrhunderts im Besitz von Groß Zecher und wohl auch von Klein Zecher gewesen sind und dass sich der Übergang auf die ihnen folgenden Parkentin nahtlos vollzogen wurde. Heyne wird wohl zwischen 1494/1497 gestorben sein, da Groß Zecher 1497 als erledigtes Lehen an Barthold (I) von Parkentin kam, oo N. von GULDENBORCH 194.


Kinder:

  1. Tochter > IX - 37


Die neunte Generation:


IX – 37 N. von LASBEK


* ….. + ….., oo Hartwig (III) von WACKERBARTH - Auf dem Grabstein, den Heinrich (VIII) von Wackerbarth 1624 in der Kirche in Sterley für seine Eltern errichten ließ, findet sich unter den zahlreichen Wappen der wackerbarthschen Ehefrauen auch das der von Lasbek. Aus der Reihenfolge der Nennung lässt sich schließen, dass es zu Hartwig (III) von Wackerbarth (gnt. 1493/1517) gehören muss. Für ihn ist also eine Lasbek als Ehefrau zu erschließen, die am ehesten eine Tochter von Heyne (V) gewesen ist. Über sie gelangte lasbekscher Besitz in Klein Zecher an die Wackerbarth auf Kogel.


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Namenregister


Angehörige der Familie von LASBEK:

Adelheid, Taleke VI - 34

Bertold IV-15

Bruno IV-14

Hasso I-1

Heinrich, Heyne (I) IV-13; (II) gnt. Kakebille V-23; (III) V-26; (IV) VII-35; (V) VIII-36

Henning, Henneke > Johann

Hermann (I) II-4; (II) III-6; (III) IV-16; (IV) IV-20

Johann (I) III-8; (II) „von Röggelin“ III-10; (III) IV-17; (IV) IV-21; (V) gnt. Nipperney V-29

Ludolf, Ludeke (I) II-3; (II) III-9; (III) „von Röggelin“ IV-22; (IV) V-24

Margarete (I) III-12; (II) VI-33

Marquard (I) II-2; (II) III-7; (III) V-30

Nicolaus gnt. Kokys V-27

Sohn VI-32

Tochter II-5; III-11; IV-19; V-25; V-28; VI-32; IX-37

Volrad (I) IV-18; (II) V-31


Angeheiratete Familien:

von BLÜCHER (IV-21); ?von HAMME (I-1); von GULDENBORCH (VIII-36); von MÖLLN (III-12); von PENTZ (VI-34); ?von SCHARPENBERG (V-23); SCHELE (V-25); von SCHINKEL (V-29); SCHULTE gnt. Schrammeke (VI-33); von WACKERBARTH (IX-37); ?von ZECHER (VII-35)


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Fußnoten

1 vgl. Plöhn in Lbg.H. NF 27, S. 5-10; Fock Stemma/LAS Urk.Abt. 399.83 Nr. 1

2 Hingst S. 298

3 Frahm S. 133

4 von Mülverstedt Tf. 12 Nr. 184

5 HUB I, 784

6 UBBiHL I, 323

7 Oldekop II, 58

8 UBL IV, 260

9 HUB II, 456

10 SHRU IV, 1366

11 Oldekop IV, 29; Dähn aaO., S. 84

12 UBBiHL III, 2045

13 Heuer S. 147

14 Oldekop XVI, 50

15 Oldekop XIII, 44

16 LAS Urk.Abt. 210 Nr.319; SAM Urk. 78

17 Flurkarte 1791, LAS Urk.Abt. 402 A 5 Rbg 14

18 SHRU II, 736)

19 Oldekop XIII, 58f

20 MUB IX, 6333

21 UBL IV, 548

22 Oldekop IV, 30

23 Oldekop XIII, 34

24 Oldekop XIII, 34

25 UBL IV, 212

26 Dähn, Arthur „Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein“Husum

2001, S. 408

27 UBL IV, 548

28 Oldekop IV, 110

29 MUB V, 3242

30 Prange „Siedlungsgeschichte“ S. 315

31 HUB II, 38

32 SHRU III, 185 = UBReinbek Nr. 42

33 SHRU III, 195 = UBReinbek Nr. 45

34 SHRU III, 317 = UBReinbek Nr. 55

35 UB Reinbek Nr. 70

36 SHRU III, 809 = UBReinbek Nr. 75 = HUB II, 38

37 MUB V, 3377; XIII, 7929, 7760 A/B), Reinbek (SHRU II, 762; III, 185; IV, 809; UB Reinbek Nr. 65

38 SHRU IV, 212

39 MUB IX, 6333, LAS Urk.Abt. 400 II Nr. 49

40 MUB VI, 3664; VIII, 5612

41 UBBiHL I, 288, 323

42 SHRU VI/1, 704

43 SHRU III, 682

44 MUB IX, 6333; SHRU III, 809

45 HUB I, 784

46 UBBiHL I, 288

47 HUB I, 837

48 HUB I, 838 = SHRU II, 736

49 SHRU II, 791

50 HUB I, 867

51 UBL IV, 292 Anm. 1 Nr. 1

52 UBBiHL I, 323 = SHRU I, 834

53 vgl. Plöhn, aaO LbgH NF, Heft 27 (1959) S. 5

54 SHRU II, 762

55 SHRU II, 938 = HUB I, 920

56 SHRU III, 195

57 SHRU II, 762

58 SHRU III, 61

59 HUB II, 538 = SHRU III, 65

60 SHRU III, 67

61 SHRU III, 74

62 SHRU III, 85

63 SHRU III, 97

64 HUB II, 99 = SHRU III, 112

65 SHRU III, 115 = SHUS I, S. 224

66 UBL II, 198 = SHRU III, 118

67 SHRU III, 148

68 UBL II, 217 = Dipl.Dan. 2. R., VI, 72

69 SHRU III, 121

70 UBBiHL I, 288

71 SHRU III, 185

72 SHRU III, 195

73 UBL III, 111

74 SHRU III, 185, 195

75 SHRU III, 185, 195

76 SHRU III, 215

77 SHRU III, 236 = HUB II, 243

78 MUB V, 3353

79 MUB V, 3377

80 MUB VI, 3664

81 Plöhn aaO. S. 6

82 SHUS II, 46; vgl. Oldekop IV, 65

83 SHRU III, 714

84 vgl. SHRU III, 185

85 Heuer S. 147

86 SHRU IV, 809

87 MUB VIII, 5559 = Sud. II, 325.4 = SHRU IV, 873

88 MUB VIII, 5612

89 MUB IX, 6333

90 UBL II, 198 = SHRU III, 118 = SHUS II, S. 12

91 MUB VI, 3664

92 Hofmeister „Wehranlagen“ Heft 2, Lübeck 1927 S. 17 verneint eine Burganlage zur Zeit der Lasbek

93 Hofmeister aaO Tf. 17

94 Hofmeister aaO. S. 17

95 SHRU III, 330

96 UBL IV, 20

97 MUB VII, 5070

98 MUB VIII, 5612

99 SHRU III, 809

100 MUB IX, 6333; vgl. Fock, Stemma Lasbek, LAS Urk.Abt. 399.83 Nr. 1

101 MUB IX, 6333

102 UBL IV,295 = SHRUVI, 29

103 SHRU III, 682

104 SHRU III, 770

105 SHRU IV, 212

106 SHRU IV, 761

107 MUB XIV, 8776 = Sud. VIII, 93.3

108 MUB XVIII, 10210

109 siehe Fock, Stemma Lasbek

110 SHRU III, 581

111 SHRU IV, 809

112 SHRU VI/2, 1405 = Sud. IX, 32.2

113 SHRU III, 581, mit Siegel

114 SHRU III, 677

115 MUB VII, 5070

116 SHRU III, 809

117 SHRU III, 830

118 MUB IX, 6333

119 MUB XVIII, 10210

120 SHRU III, 581

121 SHRU III, 809

122 MUB IX, 6333

123 Sud. IX, 32.2 = SHRU VI/2, 1405

124 UB Reinbek Nr. 65

125 SHRU III, 581

126 Sud. IX, 32.2 = SHRU VI/2, 1407

127 MUB IX, 6333

128 MUB XIII, 7929

129 SHRU VI/1, 597

130 Milde Heft 6, S. 122; Abb. 27

131 Siegel, Milde Tf. 12 Nr. 184

132 Sud. VIII, 95.1

133 MUB IX, 6333

134 MUB VII, 5070

135 MUB VII, 5070

136 Wigger I, Urk.

137 MUB IX, 6333

138 MUB XIII 7760 A/B

139 MUB XIII, 7929

140 MUB XIV, 8776 A/B = Sud. VIII, 93.3

141 Simon, Ulrich „Das Lübecker Niederstadtbuch 1363-1399“, Köln.Weimar.Wien 2006, S. 855,1

142 vgl. „Heimat“ 1956 S. 212; Bobé II, Hinweis 90, zitiert aus „Theatrum Urbium“ V, 31

143 Plöhn aaO S. 9 Anm. x

144 SHRU VI/2, 848 = Sud. IX, S. 60 Nr. 1

145 MUB XXII, 12369 S. 104

146 SHRU VI/2, 1049

147 MUB XXII, 12625

148 MUB XXII, 12811

149 Sud. IX, 161

150 Sud. IX, 246

151 Meyn . 101

152 SHRU VI/2, 1049

153 SHRU VI/2, 1049

154 HKR I, 117?

155 UBL IV, 155

156 Plöhn aaO. S. 9

157 MUB IX, 6333

158 MUB XIII, 7760 A/B

159 Milde Heft, S. m. Tf. Nr.

160 UBL IV, 155; Milde

161 UBL IV, 156, mit Siegel

162 SHRU IV, 1413

163 UBL IV, 260

164 Dähn aaO.S. 300

165 SHRU VI/1, 704 = SHUS III/1, 19

166 SHRU VI/1, 734 = SHUS III/1, 21

167 Pauls in ZSHG Bd. 54, S. 18

168 Detmar „Chroniken I“

169 SHRZ VI/2, 848 = Sud. IX, S. 60 Nr. 1

170 UBL IV, 256

171 MUB XXII, 12625

172 UBL V, 305

173 UBL IV, 155

174 UBL IV, 156

175 Milde Heft 6, S. 122

176 MUB XIX, 10838 - 10841 = SHRU VI/1, 7 - 10 = SHUS II, 244 - 247

177 SHRU VI/1, 755

178 SHRU VI/1, 597 = StAHL Urfehden Nr. 51

179 Sud. VIII, 95.1

180 Behrends „Gudow“ S. 6; derselbe „Der ‚Neue Wall’ und das ‚Wendfeld’ bei Sophienthal“ in Lbg.H NF

Heft 56, 1967, S. 4-21

181 von Meyenn I Urk. 63

182 LAS Urk.Abt. 210 Nr. 319

183 LAS Urk.Abt. 400 II Nr. 49; Prange „Siedlungsgeschichte“ S. 315

184 GAGudow Urk. Nr. 4; vgl. Behrends S. 74f

185 UBL VIII, 391

186 UBBiHL III, 1677

187 StAMölln Urk. 65

188 Fock Stemma Lasbek, LAS Bestand 399.83 Nr. 1, StA Mölln Urk. 78

189 Schröder-Biernatzki „Topographie“ I)

190 von Kobbe III, 257

191 Dähn aaO. S. 91

192 Behrends in LbgH NF H. 56 aaO. S. 12f

193 UBBiHL III, 2045

194 lässt sich aufgrund der Wackerbarthen Grabplatte in der Kirche in Sterley erschließen

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom 11.06.2021 durch Eberhard Specht, Speyer