Beiträge zur Geschichte des Adels
im Herzogtum Sachsen-Lauenburg und angrenzenden Territorien

Eberhard Specht - Speyer / Rhein 2020

 

                 

4. Das holstein – lauenburgisch – mecklenburgische adelige Geschlecht der Herren / Grafen (seit 1750)
von PARKENTIN / von BERCKENTIN (1210/1214 - +1799)


von PARKENTIN: Stammwappen


Die PARKENTIN gehören zu den ältesten, angesehendsten und am reichsten begüterten Adelsgeschlechtern im holstein-lauenburgischen Raum. Völlig abwegig und durch Urkunden nicht zu belegen sind allerdings die Angaben bei Schellbach 1, wonach um 920 ein Parkentin mit den neuen Dorfe Niendorf am Schaalsee belehnt worden sein soll und 1181 Marquard von Parkentin Dargow, +Ekhorst, Niendorf und Bresahn von Graf Bernhard I. von Ratzeburg zu Lehn erhalten haben soll. Der Geschlechtsname wird 1237 erstmals mit Thetleus de Parkentin genannt 2, doch war das Geschlecht schon zuvor im Lauenburgischen ansässig. Nur nannte es zu Beginn des 13. Jahrhunderts nach seinen damaligen Wohnsitzen „von GÖLDENITZ“ und vielleicht auch „von KULPIN“ sowie „HOLSATUS“. Nothelm „von Göldenitz“, Egghard „von Kulpin“ und Heinrich „Holste“, die alle einen der Leitnamen des parkentinschen Geschlechts tragen, sind die ersten Vertreter, die urkundlich fassbar werden. Seinen bleibenden Geschlechtsnamen aber trug das Geschlecht nach (Klein) Berkenthin, das es wohl schon vor 1240 besessen hat und das im Zentrum des einst ausgedehnten Güterkomplexes der Parkentin lag. Für die Annahme, dass Geschlecht habe seinen Namen nach Parkentin bei Rostock getragen 3, gibt es erkennbar keine stichhaltigen Beweise.


Woher die Parkentin stammen, lässt sich allerdings nicht zweifelsfrei beantworten. Von den vier im Jahre 1240 genannten Brüdern von Parkentin 4 trägt einer den Beinamen Holste, der schon in der vorangegangenen Generation auftaucht. Daraus ließe sich der Schluss ziehen, dass das Geschlecht aus Holstein gekommen ist, wo es schon im 13. Jahrhundert über Grundbesitz (Neu-Rathjensdorf, Groß und Klein Timmendorf) verfügt. Doch ist dies nicht zwingend 5. Auch zu der in Holstein im 13. Jahrhundert auftretenden zweiten Parkentin-Familie des Overboden Gottschalk (III) besteht erkennbar kein Zusammenhang. Dieses Geschlecht führte zudem ein gänzlich anderes Wappen, nämlich drei Seeblätter, ein Wappen, das u. a. die Familie von Segeberg führte 6. Aber auch zu der mecklenburgisch - vorpommerschen Familie Holste, die als Wappen einen gespaltenen Schild führte, welcher einen Adlerflügel und zwei Rosen enthält, besteht kein Zusammenhang. Sie lässt sich jedenfalls nicht auf den 1218/1231 bezeugten Heinrich „Holste“, der allgemein als Stammvater der Parkentin gilt, zurückführen.



Neben diesem konstanten Wappen gibt es zahlreiche Varianten. So zeigen die ältesten Mitglieder der Familie, die uns ihr Wappenbild hinterlassen haben, Eggert (II) Holste und Detlev (I) gänzlich abweichende Wappen. Bei Eggert zeigt der Schild unter dem Schildeshaupt unten vier linke Schrägbalken (Wappen Parkentin III), während bei Detlev der Schildshaupt mit einem schrägrechts gelegten Kleestengel belegt und unten viermal schrägrechts geteilt ist (Wappen Parkentin IIIa). Die Stammlinien des Geschlechts in Holstein und Sachsen-Lauenburg führten eine abweichende Wappenform. Es zeigt im Schild eine senkrechte Spitze, das rechte Drittel des Feldes schraffiert. Am Helm ein Schirmbrett besteckt mit Hahnenfedern (Wappen Parkentin II). Diese Formationen erlitten im Verlauf des 13. Jahrhunderts eine Umänderung. Spätestens seit 1332 zeigte der Schild einen gelben Schildeshaupt, darunter von rot und weiß schräglinks - mitunter auch schrägrechts - geteilt. Dieses Wappen findet sich auch bei Emeke Sten 7. Der Helm zeigt an jeder Seite eine halbe Scheibe und ist mit fünf oder sechs spindelförmigen Zapfen besteckt, die oben Federchen oder einen anderen kleinen Zierrat tragen. (Wappen Parkentin IV). Bei den verschiedenen Linien des Geschlechts hat auch der Helmschmuck mehrfach variiert. Im 14. Jahrhundert führen mehrere Mitglieder der holsteinischen Stammlinie einen schraffierten Schild mit einer vom rechten Schildrand ausgehenden Querspitze. Am Helm waren an jeder Seite an einem Knopf je fünf lang gezogene Zacken oder Spitzen befestigt, jede oben mit einem mit Hahnenfedern besteckten Knöpfchen besetzt (Wappen Parkentin V, VI). Das zuletzt gültige parkentinsche Wappen der mecklenburgischen Linie zeigt im Schild in Gold eine querliegende, linkshin gewendete rote Spitze. Den Helm krönen sieben fächerartig gestellte rote, oben zackig oder flammenartig auslaufende Stäbe, die auch oft mit Federchen oder dergleichen besteckt sind. Die Decken sind rot und gold (Wappen Parkentin I). Aufgrund ihres Wappens erweisen sich die Parkentin als den von MEINSDORF, von NEGENDANK, von PLÜSKOW, STEN und den von RATHLOW stammverwandt. 8 Wie bei den Parkentin treten auch bei diesen Geschlechtern die Rufnamen Detlev, Eggert und Marquard auf 9.



Besitz, Burganlagen und Gutshöfe


Wie die von Ritzerau, von Tralau-Krummesse, von Grönau und andere Geschlechter verfügten auch die von Parkentin über einen größeren Besitzkomplex in der nördlichen Hälfte des späteren Herzogtums Sachsen-Lauenburg. Nach dem Ratzeburger Zehntenlehnsregister von 1229/1230 hatte das Geschlecht Zehntenbesitz in Sirksrade, +Hakenbeke und vielleicht auch in Klein Sarau. Bereits 1237 müssen sie Groß und Klein Berkenthin besessen haben, da sie sich nun nach diesem Besitz nennen. Weiterer früher Besitz ist „jenseits der Stecknitz“ und vielleicht in Kulpin zu erschließen. Dieser Besitz erscheint in der Folge immer mehr abgerundet. Schon im 13. Jahrhundert gehört ihnen fast das ganze Kirchspiel Berkenthin mit Groß und Klein Berkenthin, Göldenitz, Sirksrade, Hollenbek, Niendorf AA, Weeden, Düchelsdorf (?), aber auch Anteilsbesitz in Sandesneben und Schiphorst. Ebenfalls schon früh setzen sich die Parkentin auch im Kirchspiel Behlendorf fest, wo ihnen 1285 Giesensdorf gehört und wohl auch Behlendorf selbst, nach dem sich im 14. Jahrhundert eine Linie als „von BELENDORPE“ nennt. Und da wir nicht wissen, zu welchem Geschlecht der Zehntenbesitzer von 1230, Heinrich „von Behlendorf“, gehört, lässt sich nicht sagen, wann die Parkentin sich hier festgesetzt haben.


Spätestens zu Beginn des 14. Jahrhunderts, mit der Belehnung von Dassow im Jahre 1301, fasst das Geschlecht verstärkt in Mecklenburg Fuß, wo es 1230 über umfangreichen Zehntenbesitz im Kirchspiel Kalckhorst verfügte und auch in der Umgebung von Grevesmühlen (Gostorf, +Vilebeke) begütert war. Das Geschlecht hatte vermutlich schon früh Besitz um Prieschendorf und wird sein Augenmerk nach der Zerstörung der Burg der Familie Dartzow im Jahre 1261 auf das so günstig am Übergang über die Stepenitz an der wichtigen Handelsstraße von Lübeck nach Wismar, Rostock und Stralsund gelegene Dassow gerichtet haben 10. 1301 konnten sie diesen Ort dann schließlich mit der niederen Gerichtsbarkeit über „Haut und Haar“ für 610 Mk aus der Hand der mecklenburgischen Fürsten erwerben 11. 1351 erhielten sie auch die höhere Gerichtsbarkeit über „Hals und Hand“ 12 und konnten in der Folge einen ansehnlichen Güterkomplex um die Höfe Lütgenhof, Prieschendorf und Kaltenhof erwerben. Zu ihm gehörten zeitweilig Benckendorf, Dassow, (Jo-)Hanstorf, Holm, Moor, Pohnsdorf, Schmachthagen, +Seedorf, Tankenhagen, Tramm, Volkstorf und Vorwerk. Die Parkentin blieben hier für 445 Jahre.


Am deutlichsten sehen wir den Besitz der einzelnen parkentinschen Linien in der Urkunde vom 23.04.1332 13. Danach ist die Familie im Bistum Lübeck, in Mecklenburg und in Sachsen-Lauenburg begütert. Die einzelnen Zweige des Geschlechts saßen auf Höfen in Dassow, Prieschendorf, Klein Timmendorf, Niendorf AA, Behlendorf und wohl auch in Klein Berkenthin.


Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zog sich das Geschlecht immer mehr aus seinem Besitz im nördlichen Teil des askanischen Herzogtums Sachsen-Lauenburg um Berkenthin und Behlendorf zurück und setzte sich um 1440 zuerst um Gudow, dann, 1497 in Groß Zecher fest, das es bis 1681 behielt.


Seit 1493 besaßen die Parkentin den alten blücherschen Besitz Preten im lauenburgischen Amt Neuhaus. Zeitweilig gehörte ihnen auch Dammereez und zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzten sie sich auch im mittleren Mecklenburg, im Raum Sternberg - Goldberg, fest, wo sie 1604/1616 mit Bolz, Tieplitz, Ruchow und Below, zu dem am Ausgang des 17. Jahrhunderts noch Hohen-Pritz mit Dinnies, Schlowe und Anteilen an Woserin und für kurze Zeit auch noch Groß Raden hinzukamen, einen größeren Besitz erwarben, den sie bis 1738 verkauften. Nachdem sich das Geschlecht bereits 1681 aus seiner Stammheimat, dem Herzogtum Sachsen- Lauenburg zurückgezogen hatte, folgte 1738/1746 auch der Rückzug aus den mecklenburgischen Besitzungen. Das Wirkungsfeld der Parkentin hatte sich schon seit längerer Zeit ins Königreich Dänemark verlagert, wo sie 1750 die erbliche Lehnsgrafenwürde erhielten, so dass die Besitzungen am Schaalsee und in Mecklenburg ihre Bedeutung verloren hatten.


Im Einzelnen hatten die Parkentin (Anteils-)Besitz, Zehntenbesitz sowie Pfandrechte in

1. Bartelsdorf: Ksp. Pötrau, alter Besitz der Schorleke, 1447 verpfändete Otto Schorleke Bartoldesdorp an Hartwig v. P. 14


Behlendorf: Ausschnitt aus der Flurkarte von 1731 (Fehling)


2. Behlendorf: Kirchdorf, 1221/1230 im Besitz von Heinrich „de Belendorpe“ 15; da er sich nach dem Ort nannte, muss er dort wohnhaft gewesen, ein Rittersitz also vorhanden gewesen sein; das Dorf kam noch im 13. Jahrhundert an die Parkentin; 1323 verpfändet Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und Schweineschnitt an Heinrich und Detlev v. P. 16. Detlev nennt sich auch „de Belendorpe“. 1387 verkauft er „dat ghantze dorp to Belendorpe mit dem houe unde mit dem bergfrede de dar by beleghen“ an Herzog Erich III. 17, Eggert v. P. verzichtet 1394 das Patronat noch bis 1590 18. Der befestigte Adelshof lag bis 1772 19 am See und war am Ende des 17. Jahrhunderts auf der Landseite noch mit Wall und Graben geschützt. Zwei große und zwei kleine Zugbrücken vermittelten den Verkehr 20. Noch 1496 wird der Bergfried genannt. Der Plan von 1731 zeigt ihn nicht mehr.


3. Below: Filial von Techentin (Amt Goldberg); im 13. Jahrhundert Besitz der von Below, 1296 Besitz des pommerschen Klosters Neuenkamp; 1455 Verkauf an die Herzöge von Mecklenburg 21, 1616 Besitz von Bartold v. P. 22


--- Benedictenwerk siehe > +Hansdorf

Benekendorf: Ksp. Dassow, am Dassower Binnensee südlich von Johannsdorf, ursprünglich Bauerndorf mit (1230) 10 Hufen, 1585 „gehoret den Parkentinen“, Dorf mit 5 (1612 noch 4) Stellen und 10 Hufen; 1746 zusammen mit Dassow verkauft, zuletzt Lehngut, Pertinenz des von Buchwaldtschen Johannsdorf


5. Bolz: Ksp. Woserin (-Ruchow), kam 1604 an Bartold v. P., die Parkentin hatten hier längere Zeit einen ihrer Wohnsitze; 1705/175 besaßen sie die Glashütte. 1738 Verkauf an von Bredow 23


6. Brook: Ksp. Kalckhorst; 1230 besaß Heinrich „Holste“ den halben Zehnten in „Divelsbrook“ 24


7. Christinenhof: 1704 Wohnsitz von Christian August v. P.


8. Dämelow: Ksp. Tempzin, um 1600 war es im Besitz von Detlev v. P.


9. Damshagen (Thomashagen): Kirchort 7 km nordwestlich von Grevesmühlen; bereits 1230 eine der vier alten Parochien des Klützer Waldes 25; mit Besitz und Rechten erscheinen außer den von Plessen auch die von Parkentin 26; Henning v. P. verkauft 1360 einen Hof 27


10. D a m m e r e e z: Ksp. Vellahn;1230 hatte Ulrich von Blücher hier Zentenbesitz, 1455 besaßen es die Bülow, 1468 sind die von Pentz hier. Bartold v. P. kaufte es 1677, 1700 ging es an die von Lützow 28


11. Dassow: Kirchort 29, wird wohl schon um 950 als Derithsowe genannt und war namengebend für die „terra Dartzowe“; Nach Dassow nannte sich schon früh ein Geschlecht „de Dartzowe“ 1301 werden Detlev und Marquard v. P. mit Dassow belehnt 30. 1351 erhalten die Parkentin auch das höchste Gericht und die Bede 31. 1346 verkauft Christian August v. P. das Dorf an von Eyben, 1816 kam es an die Edlen von Paepcke. Die Parkentin verkauften wiederholt Renten und machten geistliche Stiftungen. 1347 schenkten sie ein Grundstück an die Dominikaner in Lübeck 32. 1372 verpfändet Gottschalk von Attendorn Renten, die er von den „Parkentinentibus“ hatte 33. Vor 1382 stifteten Detlev v. P. und seine Mutter Margaretha eine Vikarie 34. 1440 verkauft Claus v. P. auf Lütgenhof eine Rente an das Burgkloster in Lübeck 35 und um 1479 stiftet Detlev v. P. auf Lütgenhof eine weitere Vikarie 36. 1404 hatte Dassow 16 ½ Hufen, 1519/1557 waren es noch 1 ¼ Hufen und ab 1560 nur noch 1 ¼ Hufen, 1557/1585 bebaut Helmold v. P. 2 ¼ Hufen. Bereits in obodritischer Zeit hatte es in Dassow eine Burg gegeben, die 1261 durch Fürst Johann von Mecklenburg und Lübeck zerstört wurde 37. An ihre Stelle trat später die Parkentinsche Anlage. Sie lag, wenn man von Westen über die Brücke nach Dassow kommt, ganz unmittelbar rechts an der Brücke auf dem Ufer der Stepenitz auf einem festen, nicht sehr erhöhten Platz in der Wiese 38. Als der Kaufmann Kallies dort 1861 neue große Speicher bauen ließ, waren die Lagerungen der alten Burganlage deutlich zu erkennen. Es fanden sich „sehr viel Schutt von kleinen Ziegelstücken und sehr viele kleine Holzstücke. Daneben lagen horizontal gestreckte, dünne Baumstämme und Balken, sehr große Massen größerer und kleinerer Granitblöcke von alten Fundamenten und einzelne alte Ziegel von großem Format, neben größeren Ziegelbruchstücken. Auch fand sich eine schön gearbeitete, abgebrochene Spitze eines eisernen Schwertes, das möglicherweise noch dem 13. Jahrhundert angehört“. Diese Reste hat Lisch 39 als Überreste der mittelalterlichen Burg der Herren von Parkentin gedeutet.


Dassow: Stadtkirche (Ansicht von Südosten)


12. Dinnies: Ksp. Mestlin; ab 1698 besitzt es Claus Hartwig v. P. auf Hohen-Pritz, Meierhof

13. Düchelsdorf: Ksp. Berkenthin. Über den Ort liegen ältere Nachrichten nicht vor. 1373 ist Düchelsdorf erstmals genannt 40. 1520 Erwerb durch Lübeck, wobei der Vorbesitzer unbekannt bleibt. Nach der Führung seiner Gemarkungsgrenze scheint es von Sirksrade abgetrennt worden zu sein 41 und war damit wohl ursprünglich Teil des Parkentinschen Besitzkomplexes.


--- Flechtkrug siehe > +Seedorf


14. Giesensdorf : Ksp. Behlendorf. Das Dorf war schon im 13. Jahrhundert Besitz der Parkentin. 1285 ist Gerhard „von Giesensdorf“ Lehnsmann Detlevs v. P. 42 . 1323 verpfändet Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und Schweineschnitt an Heinrich und Detlev v. P. 43 .


Göldenitz: Motte (Dähn S. 85)


Göldenitz: Lage der alten Burg (nach Hofmeister)


1387 verkauft Detlev v. P. „dat ghantze dorp Ghisemerstorp“ an Herzog Erich III. 44. Sein „Vetter“ Eggert verzichtet 1394 als Erbe auf alle ihm zugefallenen Rechte 45. Das Dorf ist dann bis 1424 Besitz der Grönau, dann fällt es an Lübeck.


15. Göldenitz: Ksp. Berkenthin. Dorf und Burg waren bereits um 1215 Besitz Nothelms „von Göldenitz“ 46. Es bleibt Besitz der Parkentin bis 1409. Um 1313 hatten Nothelm v. P. und seine Mutter Besitz an den Lübecker Domkantor Hildemar verpfändet 47. 1409 übertrug Eggert v. P. das Dorf an Gottschalk von Züle und übernahm dafür von diesem ein Burglehen in Lauenburg 48. Unter den Burgen an der Stecknitz war das am Rande der Niederung des Mühlenbaches auf der Anhöhe „Golenburg“ gelegene „feste Haus zu Göldenitz“ von besonderer Bedeutung. „Die Burg stand 110 Meter westlich der Hauptstraße des Dorfes. Der Durchmesser des kleinen Rundlings beträgt 21 m, seine Erhebung 1,2 m. Auf der einen Seite hat es den Anschein, als ob ein Graben herumlief, dessen Breite man auf 11 m messen möchte. Genauere Erkenntnis erschwert das Moor, das den Platz umgibt“ 49. Die Burg hat zu Beginn des 15. Jahrhunderts noch bestanden. 1401 bewohnte sie Lüdeke Schack. Damals wurde sie zugleich mit Bergedorf von Lübeck an Herzog Erich IV. wieder abgetreten. In der Auflassungsurkunde vom 13.07.1401 50 steht ausdrücklich: „hoff, dorp, molen vnde veste thor Goltnitze“. Die Auflassung geschah unter der Bedingung, dass weder der Herzog „noch vnse erven vnde nakomelynge noch yemant van undernt wegen den hof, dorp vnde molen Goltnitz furder vesten scholen, wen alse ydt nu ys, ydt en schege by rade vnde volbort der vorbenomeden heren borgermeystere vnde radtmanne tho Lubeke“. Andererseits sollte Göldenitz den Lübeckern in Zeiten der Not weiterhin Schutz bieten: „vorthmer ... de veste thor Goltnitze schole den van Lubeke apen slote wesen to allen eren noden“. Wie lange die „Feste“ Göldenitz bestanden hat, ist unbekannt. Beim Bau der Wassermühle am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Burgplatz zum größten Teil abgetragen, der Rest folgte um 1900 durch den Besitzer Burmester. Die Kuppe wurde im Volksmund als „Burg“ bezeichnet. Bei der Abtragung fanden sich behauene Balken, von denen ein vierkantig zugeschlagener Balken von 0,3 m Durchmesser am Ende zugespitzt war. Auch kamen Mauersteine zum Vorschein 51. Der ebenfalls mehrfach bezeugte Wirtschaftshof der Parkentin lag westlich der Burg, im gleichen Moor. Dort sind verschiedentlich, zuletzt 1913, Steinfundamente aus Findlingsblöcken, verstärkt durch Pfahlwerk und Bohlen, zutage gekommen 52.


16. Goldensee: Ksp. Mustin. Der Ort war 1625 bis 1667 Besitz der Parkentin.


17. Gostorf: Ksp. Grevesmühlen. Eggert (II) Holsatus schenkte 2 Hufen zur Versorgung seiner Tochter Margareta. Sie befinden sich unter den 10 Hufen, die Fürst Heinrich d. J. von Mecklenburg 1275 dem Kloster Rehna schenkt 53


18. Greschendorf: Ksp. Roggensdorf; 1404/1519 gab es 10 Hufen und 6 Stellen; Bischof Detlev v. P überlässt 1404 den Zehnten an Heinrich von Quitzow. Außer den Quitzow haben in Greschendorf Anteilsbesitz: von Pentz, von Barner, Schötze, von der Loo, von Scharfenberg, von Plessen. Die Parkentin besaßen hier ein Erbe 54; 1585 heißt es „gehoret den Quitzowen unde Parkentinen“


19. Groß Anker: Ksp. Behlendorf. 1323 verpfändet Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und den Schweineschnitt sowie die Mühle an Heinrich und Detlev v. P. 55. 1387 verkauft Detlev v. P. „Groten Ankere mit de molen“ an Herzog Erich III. 56.


20. Groß Berkenthin:


Groß Berkenthin: Kirche


Als Kirchdorf bereits 1230 vorhanden 57. Der Ort war namengebend für das sich 1237 erstmals „von Parkentin“ nennende Adelsgeschlecht 58, das hier vermutlich schon als Lokator aufgetreten war 59. 1240 gestatten die Parkentin den Lübeckern u. a. die freie Benutzung der Handelsstraße nach Hamburg, soweit sie über Parkentinsches Gebiet verläuft und das Übersetzen ihrer Waren über die Stecknitz. 1323 verpfändet Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und Schweineschnitt an Heinrich und Detlev v. P. 60. 1394 überlässt Eggert v. P. als Erbe Detlevs v. P. seine Rechte an Herzog Erich III.61. Behauptete bereits Bertheau “die namengebende Wasserburg war durch ihre Lage an der Stecknitz außerordentlich begünstigt“ 62, so schrieb Hofmeister 1927: „Das Vorhandensein einer Ritterburg an diesem Platz


Groß Berkenthin: mittelalterliche Befestigung (Burghügfel?) (bei Dähn S. 78)


Lage der Burganlagen Berkenthin und Göldenitz

(TK 50 2328/0855)


liegt also sehr nahe, doch hat sich ein archäologischer Anhalt dafür noch nicht ergeben“ 63. Dennoch kann er das Vorhandensein einer befestigten Anlage wahrscheinlich machen, wenn er unter Berufung auf die Chronik des Detmar zum Jahre 1386 - „darna des dinxstedaghes in der dridden wehen der advente, do was in der nacht so grot blixim unde dunner unde unweder, dat van den weder vorgink vele schones buwes. De torn to parke bi lubeke wart nederslagen van deme wede vnde vele anderes buwes“ - annimmt, dass „torn“ nicht im Sinne von Kirchturm aufzufassen ist, sondern, wie bei Detmar auch sonst, als kleine Befestigung. Die Parkentinsche Burganlage mag am ehesten mit der von Kersten beschriebenen identisch sein 64. Er schreibt: „Auf dem Grundstück des Bauern Dohrendorf liegt eine aufgeworfene Anhöhe von 1,6 m Höhe über dem hohen Ufer der Stecknitz. Sie fällt nach Norden und Westen steil ab, ist oben abgeplattet und hat einen Durchmesser von etwa 15 - 20 m“. Auf einen Burgcharakter dieser Anlage wollte sich Kersten allerdings nicht festlegen.


Groß und Klein Timmendorf, Flurkarte (bei Prange)


21. Groß Raden: Kirchort, 4 km nördlich von Sternberg, hier lag ein bedeutender slawischer Kultplatz; zunächst geistlicher Besitz nachweisbar, Mitte des 14. Jhdts. sind die von Bonsack hier, 1395/1665 die von Bülow, 1665/1692 von Sperling, dann ist hier Joachim Friedrich v. P. bis 1699, Verkauf an die von Schack, die bis 1840 bleiben 65.


22. Groß (Dudeschen) Timmendorf: Ksp. Ratekau. 1260 treten die Brüder Detlev, Eggert und Marquard v. P. 2 Hufen an die Grafen Gerhard I. und Johann I. von Holstein ab, die sie der Domkirche in Lübeck verkaufen 66. 1324 verkaufen Nothelm und Eggert Holste eine Rente an den Lübecker Domvikar Hermann von Bardewik 67. Vor 1351 geben die Parkentin ihren Besitz auf. Graf Johann III. von Holstein bestätigt 1351 den Verkauf von Dudeschen Tymmendorpe durch die Brüder Detlev und Meinrich Vogt sowie Johann Mornewech an den Lübecker Bürger Friedrich Kalenberg, der aus Einkünften des Dorfes eine Vikarie in der Jakobikirche zu Lübeck stiftet 68. 1425 verkauft Lemmeke von Buchwaldt dem Lübecker Domkapitel eine Rente „in minem halven dorpe Dudeschen Tymmendorpe“ 69.


23. G r o ß Z e c h e r: Ksp. Seedorf, im 13. bis 15. Jahrhundert Besitz der von Züle (von Zecher),1440 und noch 1494 Heine Lasbek das Dorf, danach Besitz der Parkentin von 1497 bis 1681, dann haben es die von Witzendorff 70


24. Gudow: Kirchdorf, das Dorf oder zumindest größere Teile waren zwischen 1440 und 1464 Besitz von Hartwig v. P. „tho Gudowe“, 1470 verkaufen es die von Züle an die Bülow.


25. Güster: Ksp. Siebeneichen. Bereits 1230 ist Gutztrade genannt 71. 1323 verpfändet Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und Schweineschnitt an Heinrich und Detlev v. P. 72.



26.+Hakenbek: Ksp. Berkenthin. 1230 hatte Nothelm „von Göldenitz“ hier Zehntenbesitz 73, das Dorf lag am Nordzipfel der Gemarkung von Klein Berkenthin 74. Im 14. Jahrhundert Besitz Lübecker Bürger,1361 zuletzt genannt 75.


27.+Hanstorf: Ksp. Mummendorf, 1230 wohl Johannisvelt, später Johansdorf, 1404 besaß Detlev v. P. den Bischofszehnten, es gibt 5 Hufen, 1440 verkauft Nicolaus v. P. eine Rente aus dem Dorf, 1519 wüst, 1585 heißt es: „gehoret den Parkentinen“, 1655 sind 3 Stellen im Besitz von Marquard v.P.auf Lütgenhof 1704 gibt es noch 2 Stellen, zuletzt Vorwerk von Prieschendorf unter dem Namen Benedictenwerk


28. Harmsdorf: Ksp. Behlendorf. 1230 Zehntenbesitz des Hermann Koz. 1291 erhielt das Domkapitel zu Ratzeburg die Gerichtsbarkeit über 2 Hufen. 1295 kauft es das ganze Dorf. 1323 verpfändete Herzog Erich I. das höchste Gericht, Bede und Schweineschnitt an 2 Hufen an Heinrich und Detlev v. P. 76. Detlev v. P. verkauft 1387 diese „twe houen in der veltmarke to Hermenstorpe“ an Herzog Erich III. 77. Auch die von Krummesse haben Anteilsbesitz an 3 Hufen.


29. Hemmelsdorf: Ksp. Ratekau. Adelssitz der von Buchwaldt seit mindestens der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Eine Burg ist 1364, der Hof 1385 belegt. 1461 gingen Dorf und Hof an das Lübecker Domkapitel 78; Sivert (I) v. P. hatte im Dorf Anteilsbesitz und seinen Wohnsitz 79.


30. Hohen-Pritz: Ksp. Demen, 1296 von Fürst Pribislaw von Richenberg seinem Kaplan verliehen, damals Filial von Wamckow; 1346 im Besitz der von Below, später sind die von Bülow hier, Mitte des 17. Jhdt. Pfandbesitz von Lüder von Dessin, 1665 besaß es Gebhard Ulrich v. P., nach seinem Tod sein Schwager Gebhard Ludwig Friedrich von Bredow; 1698 Lehnbrief für Claus Hartwig v. P.; 1704 gibt es noch 2 Bauern, 1730 legen die v. P. eine Glashütte an, 1766 geht das Dorf an die herzogliche Kammer um 1594/1670 hat das Dorf einen eigenen Pfarrer, dann „wüst“, vorübergehend bei Rüest, 1704 zu Mestlin, 1706 zu Wamckow, um 1750 zu Prestlin, ab 1773 Filial von Demen


31. Hohen - Schönberg: Ksp.Kalckhorst. 1230 Zehntenbesitz von Heinrich „Holste“ 80


32. Hollenbek/Stecknitz: Ksp. Berkenthin. Ursprünglich Besitz der Parkentin 81 Bertheau. 1323 verpfändet Herzog Erich I. die Mühle in Hollenbek an Heinrich und Detlev v. P. Später war das Dorf im Besitz der Scharpenberg, die es 1372 an Lüdeke von Mölln, einen lübschen Bürger, verkaufen.


33. Holm: Ksp. Dassow, 1519 gibt es 8 Hufen und 3 Stellen


34. Johannsmühle: Ksp. Dassow. 1353 (fragliche) Verleihung an die Brüder Hermann und Marquard v. P. durch Herzog Albrecht von Mecklenburg 82.


--- Johanstorf siehe > Hansdorf


35. Kalckhorst: Kirchdorf, 1230 Zehntenbesitz von Heinrich „Holste“ 83


36. Kaltenhof: Ksp. Dassow, Meierhof, Anfang des 17. Jhdts. werden 4 Stellen zum Hof gelegt, 1746 Verkauf durch Christian August v. P. an die Freiherren von Eyben


37. Kambs: Filial von Zittow, östlich von Schweriner See gelegen; in der 1. Hälfte des 14. Jhdts. Besitz der Preen, Bonsack, Rechter und Ramekendorp; 1504 sind die Herren von Halberstadt auf Kamptze, Leezen, Langen-Brütz und Görslow, 1589 hat Hartwig v. P. Pfandbesitz; 1659 durch Kauf von den von Halberstadt an Helmuth von Plessen


38. Kehrsen: Ksp. Gudow; als Dorf bereits 1194 vorhanden 84; 1392 im Besitz der von Züle 85. 1413 hat es Ludeke Schack, um 1420 sind die von Blücher hier, nach ihnen Heyne Lasbek, der es 1442 an Hartwig v. P. verkauft 86. 1470 geht es an die von Bülow. Die mittelalterliche Burganlage 87 bestand im 15. Jahrhundert nicht mehr.


39. Kittlitz: Ksp. Mustin. 1521/1525 im Besitz von Claus v. P. 88


40. Klein Anker (Minore Mancre): Ksp. Behlendorf; ursprünglich Dorf mit 4 Hufen im Kirchspiel St. Georgsberg, im Westteil der Gemarkung Behlendorf gelegen, angrenzend an die Gemarkung von Groß Anker und den Ankerschen See. 1230 Besitz Heinrichs „von Belendorpe“. 1323 verpfändet Herzog Erich I. höchstes Gericht, Bede und Schweineschnitt an Heinrich und Detlev v. P. 89. 1387 verkauft Detlev „den hof de gheheten is lutken Anker“ an Herzog Erich III. 90. 1403/1452 ist der Hof im Besitz der Herren von Krummesse. 1442 wird Hartwig v.P. zu Gudow auch als Besitzer von Klein Anker genannt. 1503 Belehnung Bartolds v. P. auf Groß Zecher mit Klein Anker. 1506 Streit der Brüder von Parkentin über den Hof zu Anker 91.


41. Klein Belitz: Ksp. Neukirchen, nördlich Bützow; im Besitz Caspars v.P.; über seine Tochter Anna Maria kam es 1655 an Karl Berend von Plessen


42. Klein Berkenthin: Ksp. Berkenthin; „Einen Hof und ein Herrenhaus hat es hier nie gegeben. Klein Berkenthin ist eines der wenigen Beispiele, dass sich aus alter Grundherrschaft als Ausnahme im norddeutschen Bereich keine Gutswirtschaft entwickelt hat“ 92. Dennoch war Klein Berkenthin namengebend für das Geschlecht der Parkentin. Vielleicht hat es ursprünglich hier doch eine Burganlage gegeben. Sie könnte auf der Hauskoppel des Bauern Meier westlich der Stecknitz gelegen haben, wo Kersten noch um 1950 Grabenreste erkennen konnte 93. Detlev v. P. und seine Frau Adelheid erhielten 1264 den bischöflichen Zehnten auf Lebenszeit zu Lehen 94. 1363 verpfändet Nothelm v. P. Einkünfte von 5 Hufen 95. 1377 verschreibt Detlev v. P. zu Behlendorf seinen Töchtern Gheze und Elsabe 4 Hufen „to dem Kalen Campe ... mit den koten up der andern zyde der Stekenysse“ 96. 1409 verkauft Hartwig v. P. Holz „aus dem Kalekamp ... by deme Lutken Parkentyner velde“ 97. 1441 verkauft Hartwig v. P. zu Gudow erneut Holz 98. Bis 1497 war Klein Berkenthin einer der Wohnsitze des Geschlechts. Mit dem Erwerb von Groß Zecher wurde es nun bis zum Verkauf an die von Tode im Jahre 1704 als Pertinenz mit dem neuen Besitz verbunden. Die 5 Hufenstellen wurden lange Zeit an das Burglehen in Lauenburg gekoppelt 99.


43. Klein Sarau: Ksp.; 1230 besitz Eggert „von Kulpin“ den halben bischöflichen Zehnten in dem 14-Hufen-Dorf 100; im 14. Jahrhundert gehört das Dorf den von Hagen, die von Krummesse haben im 15. Jahrhundert Anteilsbesitz.


44. Klein (Wendeschen) Timmendorf: Ksp. Ratekau; 1317 Verkauf von „theotonicalem Tymmendorpe“ durch Detlev Parkentin Holste an Hermann Mornewech 101; 1332 war das Dorf Wohnsitz von Nothelm v. P. 102. 1425 verkauft Lemmeke von Buchwaldt 35 Mk Renten u. a. „in mynem gantzen dorpe unde gude Wendeschen Tymmendorpe“ 103


45. Klein Zecher: Ksp. Seedorf; 1230 hat Werner von Pentz Zehntenbesitz, im 14. Jahrhundert sind die Lasbek Besitzer des Dorfes, 1416 folgen die Karlow, die 1477 ihren Besitz an Barthold v. P. verkaufen. Die Parkentin bleiben bis 1681. 1500 und 1556 kaufen die Parkentin auch den Wackerbarthschen Anteilsbesitz 104


46. Klocksdorf: Ksp. Carlow; 1403 verpfändet Bischof Detlev von Ratzeburg seinem Bruder Henning v. P. den bischöflichen Bauhof in Klocksdorf 105


47. Kokkedal: Ksp. Hørsholm, Amt Frederiksborg auf Seeland, nördlich von Kopenhagen am Øre-Sund ursprünglich Bauernhof, 1746 von Christian August v. B. erworben, 1755 Neubau eines Gutshauses; über Louise von Plessen geb. V. P. kommt das Gut an General Waltersdorff und wechselt in der Folge mehrfach den Besitzer 106


48. Kukuk: 1728/1740 Besitz der v. P.


49. Kulpin: Ksp. St. Georgsberg; bereits 1228 nennt sich Eggert „von Kulpin“ nach dem Ort, wohl ein Angehöriger der Parkentin 107. Die alte Wasserburganlage wurde 1349 von Herzog Erich II., Graf Johann III. d. Milden von Holstein und der Stadt Lübeck erobert und vermutlich geschleift 108


50.+Lalkau: Ksp.Lütau; 1230 Dorf mit 8 Hufen 109, 1306 Pfandbesitz der Ermgard v. P. (Witwe Heinrichs), die es offenbar an das Kloster Zarrentin weiterverpfändete 110


51. Lankau (Ksp. St.Georgsberg): Anteilsbesitz der Parkentin ist zu vermuten. Dies ergibt sich aus dem Streit zwischen Hartwig (III) und seinem Sohn, dem Domherren Johannes mit den Kirchgeschworenen von Mölln wegen einer Rente im Jahre 1478/1479 111.


52. Laskek: Ksp.; 1288 erstmals urkundlich genannt 112, nach dem Ort nannte sich das zuletzt am Schaalsee begüterte Geschlecht der Herren von Lasbek; Mitte des 15. Jahrhunderts erscheint das Dorf im Besitz der Parkentin


53. Lauenburg: Die Parkentin besitzen hier ein „borchlen by dem slote to Louenborch“, das Eggert v. P. 1409 im Tausch gegen Göldenitz erwarb 113


54. Lübeck: hier besaß Detlev v. P. ein Haus


55. Lütgenhof: Ksp. Dassow, vmtl. Ende des 14. Jhdts. angelegt. 1398 wohnte dort der Knappe Wilhelm Rusche; ursprünglich dienten 52 Bauern zum Hof; im Verlauf des 15. Jhdts. kam der größte Teil des Dassower Bauernlandes zum Hof; er war dann einer der Parkentinschen Wohnsitze bei Dassow. Das Herrenhaus lag in einem sich längs der Stepenitz erstreckenden Garten. 1704 stand der Hof leer, Christian August v. P. verkaufte den Hof 1746 an die Freiherren von Eyben, die 1816 an die Edlen von Paepcke verkauften.

56. Moor: Ksp. Damshagen; hier hatte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts Eckard von Plüschow Besitz. 1479 werden die Einkünfte von 5 Bauern zum Unterhalt der von Detlev v. P. neu gestifteten Vikarie in Dassow bestimmt 114. 1519 gibt es 2 ½ Hufen und 4 Stellen, 1650 sind 1 Hufe und 1 Katen im Besitz von Marquard v. P., 1894 Hof


?Muchow: Siebmacher nennt als Parkentinschen Besitz auch das Kirchdorf Muchow. Dies lässt sich nicht belegen und wird bei der ausgesprochenen Ungenauigkeit auch der sonstigen Angaben ein Versehen sein, gemeint ist sicherlich R u c h o w


57.Neuengamme: Kirchort, Eggert v. P. hatte hier Besitz, er verkaufte an Herzog Erich III. 12 Mk Renten. Seine Söhne bestätigten diesen Besitz 1438 den Räten der Stadt Lübeck 115.


58.Neuenhagen (Nienhagen): Ksp. Kalckhorst, 1506 im Besitz von Hans v. P., bei Siebmacher steht fälschlich Neuhof


Niendorf AA: Flurkarte mit dem Hoffeld (bei Prange)


59. Niendorf AA: Ksp. Berkenthin; bereits 1194 als Dorf vorhanden 116. 1240 war es Besitz der Parkentin 117 , die hier 1304 Zehntrechte haben 118. 1332 wohnt hier Detlev v. P. 119. 1792 heißt seitwärts vom Dorf eine in die Niederung vorspringende Parzelle „aufm Hofe Hoff“ und die Niederung selbst „Im Burggraben“. Von seiner Burganlage fanden Kersten und Hofmeister keine Überreste mehr 120. Der adelige Hof wurde vermutlich im ausgehenden 14. Jahrhundert, als das Dorf in den Besitz der Stadt Lübeck überging, aufgehoben und sein Land der Gesamtheit der Bauern überlassen 121 . Am äußersten Rand der Feldmark liegt das ca. 20 ha große „Hofe Feld“. Für seine Nutzung zahlten die 5 Bauernstellen des Dorfes gemeinschaftlich ein besonderes „Hoffeldsgeld“ 122, es gehörte also nicht eigentlich zum Bauernland 123. Es wird vielmehr als Teil des einstigen adeligen Hofes anzusehen sein.


Niendorf AA: Ortslage 1792 (bei Prange)


60. Niendorf/Schaalsee: Ksp. Seedorf; angeblich bereits 1181 im Besitz der Parkentin, die es 1336 an die von Züle verkauft haben sollen, 1625 bis 1667 im Besitz der Parkentin 124


61. Pohnsdorf: Ksp. Damshagen; 1335 haben Detlev und Marquard v. P. Zehntenbesitz in Ponatestorp 125, 1404 gibt es in Ponatesdorp 8 Hufen; 1477 Besitz der von Plessen 126, 1519 gibt es 7 ½ Hufen.


62. Preten: Ksp. Neuhaus; 1468 hatten die Bülow Besitz, dann bis 1493 und nach 1509/1530 Besitz der von Blücher auf Lehsen; 1493 an Detlev v. P.; 1531 Lehnbrief für Ludolf v. P., 1632 verpfändet dieser Preten an Gabriel von Warnstedt, nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten 1705 Verkauf durch Christian August v. P. an Joachim Werner von Bülow


63. Prieschendorf: Ksp. Dassow; Pricenthorp war altes Lehen der Parkentin, 1230 Dorf mit 8 Hufen, möglicherweise schon vor 1300; an der Stepenitz südlich Dassow gelegen, Hof mit großer Feldmark, hierhin dienten ursprünglich 38 Bauern; 1404 gab es nur noch Kätner; wurde kurz nach 1704 von Christian August (I) v. P. neu aufgebaut; 1712 werden die Seedorfer Bauernstellen zum Hof gelegt; 1746 Verkauf an die von von Eyben, die den Hof 1816 an die Edlen von Paepcke verkaufen.


64. Pritzier: Kirchdorf, vor 1530 hatte hier Hartwig v. P. Anteilsbesitz. Das Dorf selbst gehörte von alters her den von Lützow.


65. (Neu-) Rathjensdorf: im Ksp. Heiligenhafen, zuerst genannt 1318 127, 1325 verkauft Detlef Parkentin Holste sein Dorf Radekenstorpe an den lübschen Bürger Nicolaus Mornewech 128, zu Beginn des 15. Jhdts. gab es 17 slavische Hufen; das Dorf gehörte bis 1842 als ehemalige Besitzung des Eutiner Kollegiatstiftes zum Fürstentum Lübeck 129


66. Ratzeburg: Hier besitzen die Parkentin ein Burglehen (1304 „Dethleuus de Parkentin, miles, residens in castro Raceburg“130) und noch im 17. Jahrhundert haben sie ein Haus an der Demolierung


67. Rondeshagen: Ksp. Berkenthin; Anteilsbesitz der Parkentin bis 1394 131, als Eggert v. P. sein Dorf Rodyngeshaghen an Herzog Erich überlässt. Weiteren Anteilsbesitz bis 1380 hatten die Herren von Krummesse. Möglicherweise lag an der einstigen Ausbuchtung der Stecknitz eine Burganlage, von der Kersten noch einen Keller ausfindig machen konnte. Auch sollen dort Mauersteine von Klosterformat gefunden worden sein 132.

Rondeshagen: Lage der ehemaligen Turmhügelburg

(TK 50 2328/0858)


68. Ruchow: Ksp. Woserin-Ruchow; 1234 wird die Kirche dem Archidiakonat des Klosters Dobbertin überwiesen 133. Vom 14. Jahrhundert bis 1616 besitzen die von Brüsehaver das Dorf. 1616 geht es an Bartold v. P. Die Parkentin verkaufen das Dorf 1738 an von Bredow 134


69. Sandesneben: Kirchdorf ab 1278, zuvor nach Nusse eingepfarrt. 1230 ist ein Emeke, der dem Namen nach zur Familie Parklentin gehören könnte, Zehnteninhaber. Das Dorf wird erst nach 1230 - zumindest teilweise - in Parkentinschen Besitz gekommen sein 135“. Am 07.10.1278 übertragen die Herzöge Johann I. und Albrecht II. der von Nusse abzutrennenden neuen Kirche Sandesneben die von Volrad und Detlev v. P. und den übrigen Erben Marquards v. P. gestiftete Dotalhufe in Sandesneben 136 und gestehen dem Bischof von Ratzeburg den Patronat zu 137. Auf dem runden, steil abfallenden Kirchberg soll nach mündlicher Überlieferung einst eine Burg gelegen haben. Bei Ausschachtungsarbeiten am Turm der Kirche stieß man auf die Überreste von Mauern und einigen großen Felsblöcken 138. Möglicherweise wurde die Sandesnebener Burg mit der Errichtung der Kirche 1278 aufgegeben.


70. Schiphorst: Ksp. Sandesneben; in dem zunächst noch von Slawen bewohnten Ort war der Zehnte 1230 nicht verlehnt. Die Parkentin hatten hier Anteilsbesitz. 1278 bestimmen sie 1 Hufe zum Unterhalt des Priesters in Sandesneben 139


71. Schlowe: Ksp. Techentin (1704 zum Filial Below); 1698 im Besitz von Claus Hartwig v. P., 1704 gab es 4 Stellen


72. Schmachthagen: Ksp. Börzow, 1557 gibt es 12 besetzte und 4 ½ wüste Hufen und 8 Stellen: 1585 heißt es: „in diesem dorffe haben meine H. H.(erzöge) iehrlich die Konningsbede, gehoret den Parkentinen zu Prieskendorff und Lütkenhoue“, 1596/1650 bebauten Bartold und Detlev v. P. 3 der 8 Stellen 1704 gibt es noch 3 Stellen, 1 Kate und den Hof, zuletzt Allodialgut


73. Schönberg/M.: Sitz des Bischofs von Ratzeburg, 1403 verpfändete Bischof Detlev von Ratzeburg seinem Bruder Henning v. P. „unsen bysschupen hoff vnde sloet myt deme wichelde benomet Schonenbergk, myt molen“ 140; 1413 hat Jordan Pleskow das Schloss zu Pfand


74. Schönfeld: Ksp. Mühlen-Eichsen, 1704 im Besitz der von Restorf; 1746 verkaufte Christian August v. P. das Dorf an die Freiherren von Eyben


+Scirfrhode: 1274 Besitz Detlevs (II) v. P.


75.+Seedorf: Ksp. Dassow; 1230 gab es 6 Hufen; das Dorf lag nahe dem Prieschendorfer Tiergarten, nach Holm zu 141. 1404 verpfändete Bischof Detlev von Ratzeburg den Bischofszehnten an Henning v. P. 142; das Dorf hatte noch 5 Hufen, 1440 verkauft Nicolaus v. P. eine Rente, 1585 heißt es: „gehoret den Parkentinen“, 1655 gehören 2 Stellen nach Lütgenhof und 2 nach Prieschendorf; 1712 werden die Stellen zum Hof Prieschendorf gelegt. Der Name des Dorfes verschwindet, an seine Stelle tritt der > Flechtkrug


76. Siebenbäumen: Kirchdorf, spätestens 1315 war das Dorf Parkentinscher Besitz, denn in diesem Jahr verkaufen Heinrich und Detlev v. P. ihrem Kaplan Johann, Pfarrherr zu Siebenbäumen, eine Rente aus dem Dorf 143. Das Dorf ist später im Besitz Detlevs v. P. auf Behlendorf. Dessen „veddere“ und Erbe Eggert v. P. überlässt es 1394 an Herzog Erich III. 144.


77. Sirksrade: Ksp. Berkenthin; 1230 Zehntenbesitz Nothelms „von Göldenitz“ 145, als 1274 Herzog Johann I. dem Lübecker Domdechanten Wilhelm die Mühle in „Scirfrodhe“ schenkt, sind die Erben Detlevs v. P. genannt 146. Vor 1313 hatten Nothelm v. P. und seine Mutter Besitz in „Cyresrode“ an den Lübecker Domkantor verpfändet 147. 1401 wird Eggert v. P. als ehemaliger Besitzer des Gutes Sirksrade genannt 148


78. Tankenhagen: Ksp. Roggensdorf; 1230 gibt es 20 Hufen, 1519 noch 2 ¼ Hufen, 1335 haben Detlev und Marquard v. P. hier Zehntenbesitz 149, später gehört das Dorf den Quitzow


79. Tieplitz: Ksp. Woserin - Ruchow; seit 1605 im Besitz Bartolds v. P.; Christian August v. P. verkauft das Dorf 1738 an von Bredow 150; 1704 wohnt Ulrich Ernst von Winterfeld auf Tieplitz


80. Tramm: Ksp. Mummendorf; 1230 gibt es 12, 1519 noch 3 Hufen; 1585 heißt es: „gehoret den Parkentinen“, 6 Stellen mit 3 Hufen, davon 1 wüst; „von diesen vorgeschriebenen hoven bawen die Parkentine ½ hoven von Hans Voigtshagen und ½ hove von Laurens Kocks Erbe“, 1704 gibt es 9 Stellen, 2 gehören nach Prieschendorf (1751 im Besitz der Grafen von Bothmer), 2 nach Lütgenhof (1751 von Eyben), 4 Katen gehören den Quitzow in Voigtshagen, 1 Stelle gehört nach Walmsdorf; die Parkentin verkaufen ihren Anteil 1746


81. Upahl: Ksp. Diedrichshagen; Claus v. P. besaß hier den Bischofszehnten zu Pfand, den er 1422 herausgab 151


82.+Vilebeke: Ksp. Grevesmühlen; 1263 verkauft Eggert Holsatus 3 Hufen an die Lübecker Domkirche 152. Der Ort lag innerhalb der heutigen Feldmark der Stadt Grevesmühlen 153


83. Volkstorf (Volquardsdorf): Ksp. Dassow; Bauerndorf südlich von Pötenitz am Dassower Binnensee, zeitweilig hatten die Parkentin hier Anteilsbesitz


84. Vorwerck: Ksp. Dassow; nördlich von Dassow, am Dassower Binnensee; gehörte ursprünglich durch Verleihung des Grafen Albrecht von Orlamünde dem livländischen Orden der Schwertbrüder und darauf dem Deutschen Orden, der auch Hebungen in Dassow besaß. Wann die Parkentin in den Besitz kamen, lässt sich nicht feststellen. 1230 gab es 5 Hufen, 1519/1594 waren es 8 ½ „Sandhufen“, um 1600 gab es gab es 4 Bauernstellen und 1 Katenstelle, 2 Stellen gehörten nach Lütgenhof, die anderen beiden und die Kate nach Prieschendorf; der Ort wird 1746 mit dem übrigen Besitz von Christian August v. P. an die Freiherren von Eyben verkauft; zuletzt ist Vorwerck Gutshof


85. Weeden: Ksp. Berkenthin; 1373 genannt 154; 1401 ist Eggert v. P. als ehemaliger Besitzer der „haluen Wedeghe“ genannt 155.


86. W oserin: Kirchdorf, Besitz der von Bülow, Claus v. B. hat 1698 Anteilsbesitz (4 Bauern)


87. Zahrensdorf: Kirchdorf, Lehngut war 1623/1629 Pfandbesitz des Dompropsten Hartwig v. P.


Als die Parkentin seit Ende des 17. Jahrhunderts den Schwerpunkt ihres Wirkens zuerst nach Holstein und dann nach Dänemark verlagerten, verloren sie an ihren entfernt liegenden mecklenburgischen Besitzungen zunehmend das Interesse. Nachdem schon 1681 der Besitz am Schaalsee in andere Hände übergegangen war, stießen sie um 1700 Preten und 1738 auch Bolz ab. 1746 zogen sie sich dann nach dem Verkauf ihrer Güter Lütgenhof, Kaltenhof, Prieschendorf, und Schönfeld gänzlich aus Deutschland zurück.




Beteiligungen an Fehden


Hatten sich die Parkentin, wie die von Krummesse und von Grönau, bei der nach der Hinrichtung von Peter Ribe 1288 enstandenen Fehde, die 1291 im Frieden von Dutzow beigelegt wurde, offenbar zurückgehalten, so führten sie von Dassow aus zeitweilig erbitterte Kleinkriege gegen die Bischöfe von Ratzeburg und die Stadt Lübeck.


Der ersten großen Auseinandersetzung mit Bischof Marquard von Ratzeburg (1309-1335) ging die Plünderung von Selmsdorf durch Detlef (VI) von Parkentin zu Dassow und seinen Genossen voraus. Bischof Marquard versuchte die Parkentin vergeblich zu einem Ersatz des Schadens zu bewegen. So sah er sich genötigt, Söldner zum Schutz der Interessen des Bistums zusammenzurufen. Bei den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen kam es zu einem Gefecht bei dem „her Detleuus Parkentin Holzste, de ridder unde Maken Parkentines, Detleuues sone, de dar vor benomet is“, sowie weitere Parkentinsche Genossen getötet wurden. Bischof Marquard, der wohl fürchten musste, dass die Parkentin, um ihre Verandten zu rächen, die Fehde ausweiten könnten, suchte nach einer friedlichen Lösung. So wurde die Fehde schließlich am 23.04.1332 auf dem Priwall verglichen 156. In dem Sühnebrief erklären „Detlef van Parkentin, de dar wonet to Dartzowe, Detlef unde Eggert, dessulven Detleues sone, Marquard van Parkentin, de dar wonet to Pricendorpe, Hinric unde Reymer, dessuluen Marquardes sone, Syuerd unde Eggerd brodere van Parkentin, Notlem Parkentin, de dar wonet to Wendeschen Tymmendorpe, her Notlem Parkentin, en ridder, Hinric Parkentin, dessuluen her Notlems broder, Detlef Parkentin, de dar wonet to Nygendorpe, Detlef Parkentin van Belendorpe, hern Marquard Parkentines sone, Detlef Parkentin, hern Hinric Parkentines sone“ sowie ihre nächsten Verwandten „her Marquard unde her Hinric Broctorpe, ryddere, Wolf van Ratlowe, Emeke van Ratlowe unde Marquard van Ratlowe, Hinric unde Emeke van dem Lo, Eggert Sten unde Notlem van deme Nyghen Haghene“, dass Bischof Marquard und das Kapitel vollkommene Versöhnung (“ane ganze un ene endede zone un en ganz ended dingh“) erlangt habe, nicht nur wegen des Totschlags von Detlev (III) Holste und Make (III.) Parkentin, sondern auch wegen aller daraus entstandenen Folgen und dass er dafür in Lübeck bereits 500 Mk gezahlt und in zwei Terminen weitere 1000 Mk versprochen habe. Wenn dieses Geld gezahlt worden sei, so sollte eine vollkommene Sühne, wie es einer Sühne Recht ist, ewiglich in des Bischofs Hand gelobt sein. Die Parkentin beschworen dies durch eine Urfehde 157 .


Ob das Sühnegeld tatsächlich in voller Höhe gezahlt worden ist, scheint fraglich, denn nach der Wahl von Bischof Wipert von Blücher (1356-1367) erhoben die Parkentin neue Ansprüche aus jener, längst vergessenen Fehde. Und es fand sich für sie eine günstige Gelegenheit, solche geltend zu machen. Äußerer Anlass war ein Statut vom 20.09.1357, worin Bischof Wipert und das Domkapitel allen Fürsten und Herren bei Strafe der Exkommunikation verboten, die Güter der Kirche durch Räubereien irgendeiner Art, durch lästige und gewalttätige „Besuche“ und Forderungen von Diensten, Beden, Zöllen und dergleichen zu beeinträchtigen. Damit wurden also den Fürsten und dem Adel alle landesherrlichen Rechte abgesprochen. Sechs Tage Frist wurden zur Erstattung des Geraubten bewilligt. Waren sie ergebnislos verstrichen, sollte die Strafandrohung eintreten. Zu denen, die dieses Statut nicht anerkennen wollten, gehörten die Parkentin zu Dassow, namentlich Sivert (I).

Einfälle der Parkentin in das Stift Ratzeburg 1358 und 1529


Vereint mit einigen mecklenburgischen Vasallen, den Babbe, Hardenack, Ruze, Musteke und vielen holsteinischen Adeligen, darunter die von Buchwald, Brokdorf, von der Wisch, Rönnow, Ratlow und Slezen sandten Sivert (I.) von Parkentin und seine Vettern dem Bischof ihre Absagebriefe und fielen am 23.07.1358 ins Land Boitin ein, wo sie bischöflichen Dörfer Groß und Klein Bünsdorf, Rottensdorf und Retelsdorf plünderten, viele Bauern töteten und Pferde, Ochsen und Kühe wegtrieben. Da half es auch nichts, dass Bischof Wipert das Stift bereits am 27.03.1358 unter den Schutz von Herzog Albrecht I. von Mecklenburg (1329-1379) gestellt hatte 158 . Der Schutzbrief Herzog Albrechts I. erwies sich als nutzlos, denn Sivert setzte mit seinen Genossen seinen Raubzug fort. Am 24.01.1359 legten sie einen Hinterhalt bei Selmsdorf, überfielen und plünderten das Dorf und setzten es zum Teil in Brand. Der Bischof entsandte Bewaffnete, die jedoch in den Hinterhalt gerieten. Zehn Leute des Bischofs wurden getötet, viele verwundet und über siebzig gefangengenommen, die, mit der Beute weggeführt, teils in der Haft starben, teils jämmerlich gemartert und verstümmelt wurden. Herzog Albrecht I., von dem sich der Bischof Hilfe versprochen hatte, geriet sogar in den Verdacht, seine Parkentinschen Vasallen zu dem Überfall angestiftet zu haben 159. Bischof Wipert suchte deshalb Hilfe bei der hohen Geistlichkeit 160. Doch auch dies brachte keine Entspannung. Die Parkentin überfielen Schwanbeck, Zarnewenz und Malzow und plünderten letzteres. Dieses Mal waren die Bischöflichen siegreich und konnten die Parkentin und ihre Verbündeten zurücktreiben 161. Hermann, Abt zu St.Marien vor Stade belegte als päpstlicher Konservator des Stifts Ratzeburg Sivert (I) Parkentin und seine Genossen am 11.10.1359 für ihre Plünderungen und Raubzüge im Lande Boitin mit geistlichen Strafen 162. Schließlich konnte auch diese Fehde gütlich beigelegt werden.


Dassow (Fresesche Karte von 1594, Ausschnitt)

Schauplatz des Auseinandersetzungen von 1505


Zu einer letzten Auseinandersetzung zwischen den Parkentin und dem Ratzeburger Bischof kam es im Zusammenhang mit der Einführung der Reformation. Anlass war der Streit um den ersten evangelischen Pfarrer im Klützer Ort, Thomas Aderpul in Gressow, den Bischof Georg von Blumenthal (1524-1550) Anfang Dezember 1529 gewaltsam in Schönberg festgesetzt hatte. Unter Führung Bernds von Plessen auf Gressow kam es zu einer großen Fehde mit dem Bischof, an der sich auch Hans von Parkentin auf Lütgenhof und Helmold von Parkentin auf Prieschendorf beteiligten. Am 27.12.1529 fielen die verbündeten Adeligen des Klützer Winkels mit 100 Pferden 163 in das Stift Ratzeburg ein und plünderten die Dörfer Groß und Klein Bünsdorf, Blüssen, Rodenberg, Rüschenbek und Papenhusen. Auch die Kapelle in Blüssen raubten sie aus und führten eine Beute im Wert von über 4000 Mk mit sich fort, die sie zu Gutow teilten. Der nachfolgende Rechtsstreit zog sich über Jahre vor dem Reichskammergericht hin und wurde erst 1544 zu Lasten der von Plessen entschieden, die 150 Rtlr. Schadensersatz zahlen sollten. Helmold (II) von Parkentyn hatte um diese Zeit seinen Frieden mit dem Bischof gemacht.


Die Parkentin lagen aber mit den Bischöfen von Ratzeburg nicht nur im Streit. Zu Zeiten, als Vertreter dieses Geschlechts mit Detlev (1395 - 1419) und Johannes (1479-1511) selbst Inhaber des Bischofsamtes waren, wird das Verhältnis weitgehend harmonisch gewesen sein und in der großen Fehde der Jahre 1505 bis 1507 mit der Hansestadt Lübeck sehen wir beide Seite an Seite 164. Von alters her hatte Lübeck das Recht der Fischerei auf der Stepenitz, von der Mündung in den Dassower See bis zu ihrer Vereinigung mit der Radegast beansprucht. Nun erhoben aber auch die Parkentin in Dassow und Lütgenhof gleichfalls Anspruch auf dieses Recht und hatten sich deshalb an den mecklenburgischen Herzog gewandt. Lübeck ignorierte jedoch den Einspruch und schickte 1505 seine Fischer unter Begleitung eines Ratsdieners nach Dassow, um seine Rechte zu wahren. Kaum hatte sich die Lübecker Mannschaft am Ufer des Dassower Sees eingefunden, als sie mit drei betrunkenen Bauern, die Bier nach dem Siechenhaus zu Schwanbeck bringen sollten, in einen heftigen Wortwechsel gerieten, der bald in Tätlichkeiten ausartete. Die Lübecker waren den Bauern überlegen und nahmen zwei von ihnen gefangen. Der dritte konnte fliehen und berichtete seiner Herrin, Irmgard von Buchwald auf Volkstorf, von dem Vorfall. Diese rief die benachbarte Ritterschaft zu Hilfe, darunter auch Claus (VII) von Parkentin auf Lütgenhof. Bei der Dassower Brücke trafen sie auf die beiden von den Lübeckern wieder freigelassenen Bauern und zogen sich wieder zurück. An demselben Tage ließen die Lübecker aber wirklich auf der Stepenitz fischen, wobei ein Ratsherr und mehrere angesehene Bürger zugegen waren. Als sie hörten, dass der benachbarte Adel sich versammelte, nahmen sie an, dass die Dassower Brücke besetzt und ihnen so der Rückweg abgeschnitten sei. Die Lübecker pflegten, wenn die Stepenitz befahren wurde, sich dort durch Reitende Diener begleiten zu lassen, die am Ufer die Lage erkunden sollten. Diese ritten jedoch außerhalb der Wege durch das zum Gut Lütgenhof gehörende Korn. Claus von Parkentin, der drei Bediente bei sich hatte, verwies es ihnen scharf, wobei es in einem Gehölz namens „Appeldorn“ zu einer Schlägerei kam. Claus erhielt eine gefährliche Wunde am Hals, ein Lübecker wurde getötet, die übrigen retteten sich nach Lübeck. Da der Rat in Lübeck seine Leute auf der Stepenitz in großer Gefahr glaubte, schickte er ihnen Travemünder Fischer zur Hilfe und beauftragte die Reiterei unter Botho von Adelessen zu einem Einfall in die Parkentinschen Güter. Ihr schloss sich am 13.07.1505 eine Menge Volk an, das gegen das ausdrückliche Verbot des Magistrats die Güter der ihnen verhassten Adeligen plünderte, das Vieh wegtrieb, die Häuser anzündete, das Getreide niedertrampelte und mit den geraubten Hühnern auf den Spießen triumphierend nach Lübeck zurückkehrte.


Ein an sich nichtiger Streit hatte mit dem Bruch des Landfriedens geendet. Die Folge war nun ein „großer“ Krieg der Herzöge von Mecklenburg und ihrer Verbündeten (der König von Dänemark, die Kurfürsten von Köln, Sachsen, Brandenburg, die Herzöge von Braunschweig, Pommern und Holstein, der Landgraf von Hessen und andere mehr) gegen die Stadt Lübeck, über die die Reichsacht verhängt wurde. Die Parkentin überfielen derweil im Bunde mit den Quitzow auf Voigtshagen die Frachtwagen der Lübecker. Bischof Johannes von Ratzeburg, der selbst dem Geschlecht der Parkentin entstammte, hatte sich in diesem Konflikt auf die Seite seiner Dassower Verwandten gestellt. Grund genug hatte er, denn seine Mutter war von den Lübeckern misshandelt worden. Man hatte auf sie geschossen und ihr die Kleider zerrissen. Vermittlungsversuche am 28.10.1505 in Schönberg und am 04.02.1506 in Wismar blieben ohne erkennbaren Erfolg. Lediglich ein vom 09. bis 30.04.1506 währender Waffenstillstand, verlängert bis zum 24.06.1506, wurde vereinbart.


Hierdurch gewannen die Lübecker Zeit, beim Kaiser am 24.03.1506 die Kassation der Achtserklärung und die Verweisung ans Reichskammergericht zu bewirken. Auf einem Hansetag zu Lübeck ward dann der Krieg gegen Mecklenburg beschlossen. Die förmlichen Absagebriefe wurden den Herzögen von Mecklenburg am 12. und 14.08.1506 zugesandt und schon am 15.08. fielen 3000 Mann zu Fuß und 200 Reiter in Mecklenburg ein: Dassow wurde geplündert und eingeäschert, der Klützer Ort verwüstet, die Insel Poel gebrandschatzt und an 30 Dörfer und Höfe im Amt Grevesmühlen in Brand gesetzt. Der Gegenschlag ließ nicht auf sich warten. 5050 Mann zu Fuß und 1364 Berittene brachen am 24.08.1506 in Lübsches Gebiet ein, verbrannten Israelsdorf und Wesloe, den Ackerhof und Hohewarte und standen vor dem Burgtor. Fredeburg ward am 30.08.1506 abgebrannt und Mölln vom 29.09. Bis 25.10.1506 vergeblich belagert. Durch Vermittlung der Städte Goslar, Magdeburg, Braunschweig und Hildesheim kam am 21.10.1506 zunächst ein Waffenstillstand zustande. Am 28.10.1506 einigte man sich darauf, alle Feindseligkeiten einzustellen und am 15.07.1507 schließlich kam es in Marienwohlde zum Friedensvertrag. Lübeck konnte seine Fischereirechte im Dassower See und in der Stepenitz bis in die Radegast hinein in vollem Umfang wahren 165. Die Parkentin wurden vom Herzog von Mecklenburg mit 500 rheinischen Gulden entschädigt 166.




Anmerkungen zur Parkentinschen Gutswirtschaft


Die Parkentin haben nach dem Erwerb von Dassow - wie der Adel in Mecklenburg und in Holstein überhaupt - versucht, die Bauern in ihren Dörfern zugunsten des Ausbaus ihrer eigenen Gutswirtschaft zurückzudrängen und ihre Hintersassen zu Leibeigenen zu machen. Nur die Nähe zum Fürstentum Ratzeburg, wo der Bauer stets frei gewesen ist, hat den Dassower Bauern dieses Schicksal erspart. Den weitgehenden Verlust ihrer Stellen konnten sie hingegen nicht aufhalten.


Die Entwicklung lässt sich besonders am Beispiel Dassows zeigen. Das Dorf hatte nach dem Ratzeburger Zehntenlehnsregister von 1229/1230 insgesamt 8 Hufen 167 . Der Aufbau war aber offensichtlich noch in vollem Gange, denn 1404 nennt das älteste Hebungsregister der Vogtei Grevesmühlen den Ort mit 16 ½ Hufen 168. Leider fehlt die Anzahl der Bauern. Bis 1519 sinkt das Bauernland auf 3 ½ Hufen, die von drei Bauern bebaut werden. Hinzu kommen 10 Katenstellen 169. Bis 1557 sinkt die Zahl der Bauernhufen auf 1 ¼ , die von zwei Bauern bebaut werden. 2 ¼ Hufen sind in der Hand von Helmold (II) von Parkentin. Die Zahl der Kätner ist auf 21 gestiegen, 1 Katen liegt wüst 170. Die Zahl der 1 ¼ Hufen in der Hand von zwei Bauern bleibt in der Folge konstant, allerdings wird die eine dieser Stellen, eine ¾ - Hufe, im 18. Jahrhundert stark verkleinert. Dagegen steigt die Zahl der Katen kontinuierlich an, erst auf 28, dann auf 40 (1585). 1655 gehören 21 Katenstellen zu Caspar von Parkentin auf Prieschendorf und 25 zu Marquard von Parkentin auf Lütgenhof. Diese Zahlen belegen, dass der ganz überwiegende Teil des Bauernlandes im Verlauf des 15. Jahrhunderts offenbar zu dem erst Ende des 14. Jahrhunderts neu angelegten Lütgenhof gelegt wurde. Es war den Dassowern nicht gelungen, ihren ursprünglichen Besitz zu retten. Der größere Teil ihres Ackers war ihnen genommen, aus Hufnern waren Kätner geworden. Aber auch die kleineren Stellen waren von Zugriffen der Gutsherrschaft nicht sicher. Die Katenstellen, die ursprünglich vielleicht 1/3 oder ¼ Hufe umfassten, wurden von der Gutsherrschaft ebenfalls immer mehr verkleinert und so immer mehr angelegt. So schufen sich die Parkentin unter stetiger Verkleinerung des Ackerbesitzes eine immer größer werdende Zahl von Arbeitern.


Diese Veränderungen sind nicht immer widerstandslos hingenommen worden. So führte 1632 der Fall des Kätners Asmus Kladde, der aus dem Fürstentum Ratzeburg stammte, fast zu einem offenen Aufruhr. Er sollte nach Tramm auf eine kleinere Stelle „umgesetzt“ werden. Von seinen 7 Pferden sollte er 5 abgeben, da er „in Tramm nicht mehr brauchte“. Die Parkentinsche Gutsherrschaft ging ganz offensichtlich äußerst rüde mit ihrem Hintersassen um, denn ein zufällig hinzukommender Standesgenosse der Parkentin, Jasper von Oertzen, entrüstete sich über diese Willkür 171. Dennoch wurde Klatt umgestzt, allerdings nicht nach Tramm sondern nach Vorwerk.


Die Parkentin machten auch vor Kirchenland keinen Halt. So hatte Marquard (IX) von Parkentin eine Koppel „aufm Mühlenkamp“ unter dem Vorwand an sich genommen, „es sey eine Koppel, die vordem sein Bauer Klatte ... im Besitz gehabt“ 172. Klatte hatte diese Koppel zwar im Besitz gehabt. Er hatte sie aber von der Kirche gepachtet. Außerdem eignete sich Marquard widerrechtlich 2 Ackerstücke von 2 Scheffel Aussaat neben dem „Kaltenhöfer Felde“ an, für die bis 1660 der Kirche jährlich 1 Mk Pacht gezahlt worden war. Nach dem großen Brand von 1732 verschärfte Christian August (I) von Berckenthin die Lage 1733 noch, als er allen, die mehr als 2 Drömbt (= 24 Scheffel Aussaat) Acker hatten, das übrige Land nehmen wollte. Er drang jedoch nicht durch, da die Herzogliche Kammer der Klage der Dassower Gehör gab 173.


Eine ähnliche Entwicklung wie in Dassow selbst, lässt sich auch in den übrigen Parkentinschen Dörfern der Gutsbezirke Lütgenhof und Prieschendorf erkennen. Prieschendorf war 1230 ein Bauerndorf mit 8 Hufen. 1404 erscheint es nicht mehr unter den Dörfern. Es leben nur noch Kätner hier. Das Hufenland ist adeliger Gutshof der Parkentin geworden. In Seedorf gab es 1230 6 Hufen. Bis 1404 war eine Hufe verloren gegangen. Die restlichen 5 Hufen waren mit 4 Bauern besetzt, von denen je 2 nach Lütgenhof bzw. Prieschendorf gehörten.1704 berichtet Pastor Severus: „darin 4 Bauleute, welche, wie die gemeine Rede gehet, dürften, wann der H(err) Berckentien Prischendorf zu possidiren anfangen wird, vertrieben werden, maßen an ihrer Statt soll eine Holländerei angelegt werden“ (Schubert „Anno 1704“ G2). Diese Befürchtungen traten 1712 ein, als die Seedorfer Stellen insgesamt zum Hof Prieschendorf gelegt wurden, so dass sogar der Name des Dorfes verloren ging. An seine Stelle trat der Flechtkrug. Auch die anderen Besitzungen wie Benckendorf (zuletzt Pertinenz von Johannsdorf), Moor, Schmachthagen und Vorwerck erlitten ein ähnliches Schicksal.


1667 begann für die Parkentinschen Hintersassen offenbar eine neue Phase größerer Bedrückung durch die Ausweitung der Dienste. Die ursprünglichen Dienste hatten nur im Burg- und Brückenbau, d. h. im Haus- und Wegebau bestanden. Jetzt verlangte die Gutsherrschaft so ziemlich die Bestellung des ganzen Hoflandes. Während den Hintersassen zuerst sicher nur als Pflicht die Bestellung des Hoflandes in Lütgenhof auferlegt war, ging die Forderung allmählich weiter und wurde auch auf den restlichen Besitz, namentlich Prieschendorf, ausgedehnt. Nach dem Generalkataster von 1869 hatte es in Prieschendorf, Flechtkrug-Seedorf, Hanstorf und Tramm einst 38 Bauernstellen gegeben. Die meisten waren früh gelegt und nun sollte die ebenfalls verringerte Zahl der Dassower immer mehr leisten. 1704 berichtet Pastor Severus über die Lage der Dassower: „sind meistenteils arme Leute, welche ... müßen denen Adeligen Höfen Lühtkenhof und Prischendorf wöchentlich 2 Tage und in der Erndte täglich zu Hofe dienen, schweres Pachtkorn, Hühner und zum Theill bey ihrem Hofdienst gewißes Geld geben pp, da sie doch freye Leute und eigene Häuser haben ... . Die Edelleute sagen: Es müßen die Dassauer des Ackers wegen dienen, da doch etzliche Dassauer nicht mehr als 6, 5, 4 Scheffel Einsaat haben oder säen können“. „Die Acker werden von den beiden großen Schäfereien der Güter Prieschendorf und Lütgenhof abgeweidet, so dass die Dassower ihr Zug- und Rindvieh an andere Orte für Geld auf die Weide treiben mussten. Nicht mal wenige Schafe und Schweine fanden ihre Nahrung ...“. „Geschieht es etwa, daß von selbem Vieh etwas auf die Hofkämpe läuft, wird es sofort gepfändet, und muß sonderlich von den Dassowern mit Gelde wieder losgekauft werden“ 174.


Um 1730 hatte der Besitzer von 25 Morgen in Dassow als „gewöhnliche Hofdienste zu praestiren von Martini (11.11.) bis Gregori (12.03.) wöchentlich einen Mannstag, von da bis Johanni (24.06.) wöchentlich einen Manns- und einen Frauentag; von da solange die Ernte außer dem Roggenmähen täglich einen Menschen, dann bis Martini wöchentlich 2 Tage; unter obige Dienste sind 8 bis 9 Mähetage. Dazu onera publica und 42 Schillinge Pacht“ 175.


Die Parkentin suchten indes nicht nur den Besitz ihrer Untertanen zu beschneiden, sondern auch deren Rechtsstellung. Als 1628 die herzogliche Regierung ein Mandatum an Bürgermeister und Rat zu Dassow, das seit Ende des 14. Jahrhunderts als „oppidum“ bezeichnet wurde 176, schickten, worin sie ihnen Akzisegerechtigkeit zuerkannte, erhoben Caspar und Bartold (V) von Parkentin Einspruch. Sie erklärten, Dassow sei ein Dorf und die Einwohner hätten seit undenklichen Zeiten den Kossaten gleich Hofdienste geleistet. Fast keiner von ihnen könne seinen Namen schreiben. Die Krämer hätten keine Stadtgerechtigkeit. Als 1632 die Kirche und ein großer Teil von Dassow abbrannten, war dies der Anlass, den Bewohnern das Recht des Brauens und Branntweinbrennens mit der Begründung wieder zu entziehen, dass daraus Feuergefahr entstünde. Fast hundert Jahre später wiederholte sich dieser Vorgang, denn als Herzog Karl Leopold (1713 - 1728) Dassow zur Stadt erklärte und in einem Schreiben an Bürgermeister und Rat der Gemeinde städtische Gerechtsame erteilte, wandte sich Christian August von Berckenthien an das an sich unzuständige kaiserliche Gericht, das zu Gunsten der Parkentien entschied. In einem Punkt allerdings haben sich die Parkentin nicht durchsetzen können. Alle Versuche, die Dassower zu Leibeigenen herabzudrücken, scheiterten. Den letzten Versuch in diese Richtung unternahm 1734 Ida Hedwig von Berckenthien, die nach dem Tode ihres Mannes die Dassower aufforderte, nach Lütgenhof zu kommen und sich einzeln durch körperlichen Eid zu verpflichten, leibeigen sein zu wollen 177.



Beziehungen zu geistlichen Einrichtungen


Die Familie von Parkentin war über vier Jahrhunderte eng mit dem Dom und Stift Ratzeburg verbunden und steht an Bedeutung in dieser Hinsicht den von Blücher kaum nach 178. Sie stellte insgesamt 2 Bischöfe, 4 Dompröpste, 12 Domherren, 1 Priörin, 4 Nonnen und 2 Konventualinnen, nämlich:


- Barthold Dietrich (I): Domherr in Lübeck

- Christian August (I): Domherr in Lübeck 21.08.1684, resignierte 1717

- Christian August (II): Domherr in Lübeck 04.03.1711, resigierte 1719

- Detlev (XIII) (+1419): Domherr 1381, Dompropst 1387, 19. Bischof von Ratzeburg

1395/1419

- Dorothea (+1711), Priörin des St. Johannis-Klosters in Schleswig

- Dorothea Elisabeth (*1653) Konventualin im Kloster Dobbertin

- Elsabe: Nonne in Reinbek 1377

- Erdmann Julius: Domherr in Lübeck 28.01.1669, resigierte 1681

- Gheze: Nonne in Reinbek 1377/1397

- Gregor: Domherr 1580/1628

- Hartwig (V) (+1628) Domherr 1577/1628

- Hartwig (VI) (+1642) Domherr 1683, Dompropst 1621/1642

- Heinrich (IV) Holsatus: Deutsch-Ordens-Priester, Komtur in Kranckow, Domherr

1261, Dompropst 1274/1301

- Heinrich Dietrich (*1698 +1769), Domherr in Lübeck

- Johannes (II) 1240/1249 Plebanus in Berkenthin

- Johannes (VII) (+1511): Domherr vor 1479, Pfarrherr in Schönberg, 26. Bischof von

Ratzeburg 1479/1511

- Margaretha (I): Nonne in Rehna 1275

- Margareth: Nonne in Uetersen 1360 (?bürgerlich)

- Maria Christiana Ilsabe (+1775) Konventualin im Kloster Ribnitz

- Marquard (VIII): Domherr 1357, Dompropst 1369/1373

- Tymmo: Domherr 1302


In Sandesneben betrieben die Parkentin Ende des 13. Jahrhunderts erfolgreich die Trennung vom großen Kirchspiel Nusse und statteten die neue Kirche 1278 mit 2 Dotalhufen aus 179. Eine besondere Beziehung hatte das Geschlecht auch zur Kirche in Siebenbäumen, wo 1315 Heinrich (VI) und Detlev (VII) von Parkentin „ihrem“ Kaplan Johann eine Rente aus dem Dorf verkauften 180. Unklar bleibt ihre Beziehung zur Kirche in Berkenthin und zu dem dortigen Pfarrherrn Johannes „plebanus de Parkentin“ (1240/1249). In Behlendorf übten sie Patronatsrechte auch noch aus, als ihnen das Dorf schon längst nicht mehr gehörte- Sie beriefen dort noch 1558, 1566, 1570, 1571 und 1590 die Pastoren 181. Lübeck, das Behlendorf seit 1424 besaß und das um die Patronate von Mölln und Bergedorf erbitterte Auseinandersetzungen führte, nahm das Patronat in Behlendorf zuerst 1590 in Anspruch, nicht ohne anzuerkennen, dass er zuvor den Parkentin gehört habe 182. Erst 1603 ließen die Lübecker in der Behlendorfer Kirche die Kirchenfenster beseitigen, auf denen Parkentinsche Wappen dargestellt waren.


Mit dem Erwerb der Gutsherrschaft in Groß Zecher wurden sie auch - zusammen mit den Besitzern von Seedorf - Mitpatrone der Seedorfer Kirche. Die Kirche birgt noch heute mehrere Kunstwerke, die an die fast 200jährige Präsenz der Parkentin am Schaalsee erinnern:


  • ein Epitaph aus Kalksandstein, trapezförmig, mit Wappen in übergiebeltem Frührenaissance-Rahmen aus dem mittleren 16. Jahrhundert /jetzt im Kirchenfußboden)

  • eine marmorne Inschrifttafel für den 1604 verstorbenen Valentin von Parkentin

  • ein Grabstein aus Kalkstein einer unbekannten Dame mit Figur im Rundbogenrahmen und Eckwappen aus dem Jahre 1588 (Dies kann nur die 1588 verstorbene Catharina von Parkentin geb. von Daldorp sein).

  • Grabstein für Barthold (II) von Parkentin (+1581) und seine dritte Ehefrau Metta von Stralendorff.

Der Dompropst Hartwig (VI) von Parkentin stiftete 1633 mit seiner Frau für die Seedorfer Kirche einen Abendmahlskelch und Barthold (IV.) vermachte ihr einen größeren Geldbetrag. In Groß Zecher hatte er 1616 eine Hofkapelle gestiftet, die 1617 General-Superintendent Erhardi einweihte. Sie wurde 1617 von Herzog Franz I. und 1637 von Herzog August von Sachsen-Lauenburg bestätigt. Seine enge Verbundenheit mit der Ratzeburger Domkirche dokumentiert Hartwig 1629 dadurch, dass er ihr den ehemaligen, mit vielen marmornen Säulen und Figuren verzierten, Hauptaltar schenkt, eine Arbeit von Gebhard Georg Titge 183. Auch Hartwigs Grabstein befindet sich im Dom zu Ratzeburg 184. Elisabeth von Lepel, die Ehefrau den Domherrn Hartwig (VII) von Parkentin (+1628), stiftete ein Legat zum Besten der Hospitalarmen. Ihr Epitaph befindet sich noch heute im Ratzeburger Dom 185.


In Dassow, dass die Parkentin 445 Jahre besaßen, lagen die Patronatsrechte zwischen 1339 und 1632 beim Kloster Ribnitz 186. Der Kirche gegenüber erwiesen sich die Parkentin auf Lütgenhof und Prieschendorf als Wohltäter. So stifteten Detlev (XI) v. P. und seine Mutter Margarethe Mitte des 14. Jahrhunderts eine Vikarie und statteten sie mit einer Hufe aus. Das Patronat war den Stiftern in männlicher Linie vorbehalten 187. Eine weitere Vikarie stiftetete um 1479 Detlev (XIII) v. P. auf Lütgenhof 188. Henning von Parkentin, der Bruder von Bischof Detlev, schenkte vor 1403 der Kirche in Dassow seinen Hof südlich der Wedeme zu seinem und seines Geschlechts Seelenheil 189. Den Dominikanern in Lübeck hatte die Familie 1247 zudem ein Grundstück in Dassow geschenkt 190. Auch die Kirche selbst bedachten sie. So stifteten sie 191:

  • 1633 einen stehenden Sitz für den Pastor. Er hat einen auf geschnitzten Säulen ruhenden, reich im Spätrenaissance - Stil gezierten Baldachin über sich. Von den mit Wappen geschmückten Aufsätzen der Stuhlwangen trägt die eine die Namen MARQVARDT . V . BARKENTHIN und IDA . HEDEWICH . V . BARKENTHIN (darüber das Parkentinsche und Rantzauische Wappen), die andere die Namen BARTOLT . V. BARKENTHIN . DETLEV . V . BARKENTHIN . CASPAR . V . BARKENTIN. Darüber dreimal das parklentinsche Wappen. Ebenfalls aus dem Jahre 1633 stammt die große Glocke der Dassower Kirche, auf der sich die Namen von Barthold von Parkentin und seinem Bruder Caspar finden.

  • 1660 schenken Joachim von Negendanck (+1667) und seine Frau Elisabeth Maria von Parkentin der Kirche einen Kronleuchter aus Messing.

  • 1672 vermachte der auf Lütgenhof ansässige Zweig der Familie der Kirche einen in derber Bauern - Renaissance geschnitzten sechsseitigen Taufbeckenbehälter, der später nach Schwerin kam. Die dazu gehörige Schüssel ist eine gute Treibarbeit aus Messing. Sie trägt das parkentinsche Wappen und darunter die Inschrift: : DER : VON : BERKENTIN : ANO 1672


Der Kirche in Ruchow, bei der die Parkentin auf Bolz das Patronat ausübten, vermachten sie ebenfalls einige Kleinkunstwerke. Christina Anna von Halberstadt, die Ehefrau von Nicolaus Hartwig von Parkentin, stiftete 1720 nach dessen Tode der Kirche eine neue Glocke. Hedwig Dorothea von Perkentin geb. von Ahlefeldt vermachte der Kirche 1691 eine silberne Oblatenschachtel und Friedrich Balthasar von Parkentin, der letzte seines Geschlechts auf Bolz, Tieplitz und Ruchow stiftete einen schlichten Kelch auf rundem Fuß und gerundetem Knauf, an der Knupa das Parkentinsche Wappen mit den Initialen F . B. V . P . 192


Kirche in Ruchow (Schlie)


Zur Versorgung ihrer Töchter, die als Nonnen in Rehna bzw. Reinbek Aufnahme fanden, schenkten Eggert III) Holsatus und Detlev (VII) „von Behlendorf“ 2 Hufen in Gostorf 193 bzw. 4 Hufen „to dem Kalen Campe ... by deme Lutken Parkentyner velde“ 194. Für Memorien hatten die wohl zur Familie gehörenden Johann (I) und Ida „von Kulpin“ Geldbeträge geschenkt, die vom Kapitel anderweitig verwandt, 1336 aus Einkünften in Thandorf erfüllt wurden. Johann „von Kulpin“ hatte zudem 1280 40 Mk zu Memorien für seinen verstorbenen Sohn Heinrich (V) in der Kirche zu Ratzeburg bestimmt und sein Vetter (?) Detlev (II) von Parkentin weitere 30 Mk zu Memorien für seinen Oheim Marquard (I), ebenfalls in der Kirche zu Ratzeburg 195.


Durch Einheirat in den von Sperlingschen Besitz Groß Raden waren die Parkentin von 1692 bis 1699 auch dort Kirchenpatrone und im Lübecker Dom besaßen sie eine Grabkapelle.


Nicht unbedeutend waren auch die Rentenverkäufe an die Kirche:

  • 1260: Verkauf von 2 Hufen in Groß Timmendorf an die Domkirche zu Lübeck 196

  • 1263: Verkauf von 3 Hufen in +Vilebeke an die Domkirche zu Lübeck 197

  • vor 1313: Verkauf einer Rente aus Göldenitz an den Domkantor Hildemar in Lübeck 198

  • 1324: Verkauf einer Rente aus Groß Timmendorf an den Domvikar Hermann von Bardewik aus Lübeck 199

  • 1440: Verkauf einer Rente aus Dassow an das Burgkloster zu Lübeck 200, sowie einer weiteren aus Seedorf und Johansdorf, aus deren Einkünften eine Vikarie in der St. Jürgenkirche vor Lübeck errichtet wird 201



Bürgerliche Namensvorkommen:


Neben dem Adelsgeschlecht der Parkentin lassen sich schon früh auch bürgerliche (?) Namensträger in den Hansestädten Lübeck und Rostock nachweisen. Inwieweit wir es hier mit Angehörigen des Adelsgeschlechts Parkentin (?Lübeck, ?Dänemark) zu tun haben, lässt sich nicht sagen. Auch muss die Frage, inwieweit eventuell auch ein Absinken einzelner Mitglieder des Geschlechts in den Bauernstand vorliegt, unbeantwortet bleiben.

a. in Lübeck:


Johann PARKENTIN, „civis Lubicensis“ kauft mit den Kirchhern Hermann zu Großenbrode und Hinrich Wullenpunt am 24.03.1329 von dem Knappen Hermann Both, Sohn des Ritters Johann das Dorf Ivendorf im Kirchspiel Travemünde. Als Zeugen treten ausschließlich Angehörige des Adels auf 202. Johannes dictus Parkentin civis Lubicensis verkauft seinen Anteil an Ivendorf bereits am 22.11.1329 weiter an den Kirchherrn Hermann zu Großenbrode 203. Ob Johann dem Geschlecht der Parkentin zuzurechnen ist, muss offenbleiben. Identisch ist er aber wohl mit dem Apotheker Johannes de Parkentin zu Lübeck, der ausweislich einer zwischen dem 09.04. und 03.05.1329 ausgestellten Urkunde dem früheren Kaplan des Dompropstes zu Ratzeburg 40 Mk.lüb.Pf. schuldete 204. Zum Kreis der Lübecker Parkentin gehört wohl auch Margareta PARKENTYN monialis in Vtersten. Sie bevollmächtigt am 23.09.1360 ihre Onkel mütterlicherseits, Christian Nyenkerken und Johannes von Stade, Bürger zu Lübeck, „quatuor marcas, quas habeo in domo domini Tidemanni Stokeleyt felicis memorie“ zu kündigen und anderweitig für sie anzulegen 205. Schließlich nennen die Urkunden der Stadt Lübeck einen Bürger Heinrich PARKENTYN, der vor dem 16.10.1379 gestorben ist, denn unter diesem Datum bittet der Rat der Stadt Mölln den Rat zu Lübeck, dem Marquard Dannemann, Vikar zu St. Georg bei Mölln, den Nachlass seines in Lübeck verstorbenen Bruders Hinrich Perkentyn aushändigen zu lassen 206. Als Hinricus „Dannemann“ vermerkt ihn das älteste Stadtbuch von Mölln 207. Nikolaus PARKENTIN (+1451, oo Anneke NN.) ist Bergenfahrer 208. 1446 erwirbt er in Lübeck das Haus Alfstraße 57. Seine Kinder Margaretha (+vor 1507, Klosterjungfrau), Alheydis (oo N. NN., ein „Hoppener“) und Clawes (+zwischen 1502/1506, Kaufmann, 1469/1477 Bruder der Revaler Schwarzhäupter-Gesellschaft, Mitglied und Ältermann in der Leichnams-Bruderschaft, oo 1485 Elsebe Basedow verw. Oldehorst) erhalten nach seinem Tod die Häuser Kiesau nrn. 423a-428, Mengstraße 25 und Trave 26. Zur Familie gehört sicher auch der 1494 genannte Schüttingsschaffner der Lübecker Bergenfahrer, Hans PARKENTIN


b. in Rostock:


In Rostock tritt und der Name zuerst 1307/1312 mit antiquus PARKENTIN entgegen. Bereits 1307 wird dieser als Vogt der Stadt bezeichnet 209. Er sitzt 1309 über Dethard von Bülow und Genossen zu Gericht, die sich wegen der Ermordung Rostockischer Bürger zu verantworten haben 210 und 1312 ist er Mitglied des Gerichts, das über Johann von Buge und seine Gefährten sowie den Söldner Ertmar wegen des Verrats von Rostocker Schiffen zu befinden hat 211. Bei seiner Stellung als Vogt der Stadt Rostock möchte man antiquus Parkentyn am ehesten dem Adel zuordnen. Dann gehört er sicherlich zur gleichnamigen lauenburgischen Adelsfamilie. Vielleicht gehen auf ihn die weiteren Namensträger im Raum Rostock zurück, die sich für das 14. Jahrhundert dort nachweisen lassen. Am 22.02.1354 erscheint ein PARKENTYN, ohne Nennung des Vornamens, in den Kämmereirechnungen der Stadt 212, vielleicht der 1353/1354 in der Berechnung über die Erhebung und Verwendung von Bruchgeldern mit 1 Mk genannte Kerstianus de PARKENTIN (MUB XIII, 7865). In einer nach dem 16.11.1362 ausgestellten Urkunde wird Nicolao PARKENTIN in einer Abrechnung der Weinherren Bernhard Kopmann und Heinrich Pilgrim genannt 213. Ein - weiterer ? - Nicolaus PARKENTIN erscheint zwischen 1389 und nach 1398. 1389 verkauft er Gerhard Wulf und den Kindern des Johannes Wulf eine Fleischbude „in Valsterbode (Falsterbo in Dänemark) in parte occidentali apud Strelow de Sundis sitam“ 214. 1397 hat er Besitz in Warnemünde (“inter gramina Parkentines situm“) 215 und nach 1398 erscheint Nicolai Parkentin in Warnemünde in den Rostocker Kämmereirechnungen 216.


c. in Dänemark:

Unklar bleibt die Zugehörigkeit der Brüder Albert und Friedrich von PARKENTIN (Alberti et Friderici fratrum dictorum de Perkentyn). Sie werden in einer Urkunde vom 20.05.1358 genannt, in der der Rat von Ålborg dem Rat von Lübeck bezeugt, dass die Güter der Brüder in Ålborg schon zwei Jahre vor der großen Pestwelle von 1350 geteilt worden seien 217.


d. in der Vogtei Grevesmühlen bzw. im Stift Ratzeburg:


Im engeren Wirkungskreis der adeligen Familie von Parkentin gab es seit dem 16. Jahrhundert auch eine bürgerliche Familie dieses Namens. Dies anzumerken wäre an und für sich nichts Bemerkenswertes, würden nicht die ersten bürgerlichen Parkentin u. a. in Dassow selbst und wenig später bei Namensgleichheit von adeligen und bürgerlichen Vertretern (Helmold) in Ziethen auftreten. Der Fall, dass adelige und bäuerliche Geschlechter gleichen Namens zur selben Zeit nebeneinander existieren, ohne dass man eine Verwandtschaft zwischen beiden nachweisen kann, lässt sich mehrfach feststellen. So finden sich 1359 Hinrich Scharpenberg „von Winterhude“, ein freier Bauer, und sein Bruder Toleman als Bürgen bei Rentenkäufen des Hamburger Domkapitels in Billwerder 218. Gleichzeitig ist in der Gegend mit Heinrich Scharpenberg auch ein Vertreter des einst mächtigen Adelsgeschlechts bezeugt 219.


Im Einzelnen lassen sich zwischen dem 15. Und 17. Jahrhundert nachweisen:


1. in Lauen (Kirchspiel Selmsdorf): Peter PARKENTIN ist 1529/1567 Halbhufner auf der Stelle Lauen II.


2. in Dassow: Neben den 2 ¼ Hufen, die 1557/1585 Helmold (II.) von Parkentin auf Prieschendorf bebaut, erscheint 1569/1573 zeitgleich der Kätner Hinrich BARCKENTIN 220.


3. in Ziethen: Zwischen 1596 und 1626 überliefern die Steuerregister in Ziethen den Namen des Hufners Helm(old) PARKENTIN. Bei ihm fällt auf, dass er einen Rufnamen trägt, der sich auch bei den Parkentin auf Prieschendorf findet. Hier mag ich an einen Zufall nicht glauben.


4. im Kirchspiel Schlagsdorf: Im Ziethen benachbarten Kirchspiel Schlagsdorf begegnet der Name zuerst mit Asmus BARKENTIN (□ Schlagsdorf 18.01.1669). Einer Folgegeneration gehören an


- Luloff (* ..... +.....+, oo Schlagsdorf 29.07.1645 Gesche Baßdow)

- Hinrich (*1618 +Utecht --./□ Schlagsdorf 28.08.1694, oo Schlagsdorf 30.01.1649 Thrin Clauß); er kauft 1648 die Erbhofstelle Utecht I, die seine Nachkommen bis 1903 besitzen (Hartwig fol. 1025-1027)

- Jochim (*1624 □ Lübsee 18.11.1705), Einlieger 1659/1664, Vogt in Menzendorf 1683 und Blüssen 1705, oo Schlagsdorf 25.10.1659 Dorothea Francke, Kinder: a) Hans Schlagsdorf 28.08.1660 (er ist vmtl. Der Begründer der Vogt-Linie), b) Catharina ~Schlagsdorf 09.03.1664 □ ebd. 07.04.1664, c) Anna ~Schlagsdorf 11.05.1666

- Hans (* ..... +....., 1655 Knecht in Selmsdorf, 1661/1663 Einlieger in Lockwisch, 1667 Bauknecht auf dem Hof Bardowiek, oo  Selmsdorf 06.11.1655 Anna Oldörp; er wird zwar ausschließlich im nördlichen Boitiner Landesteil des Fürstentums Ratzeburg greifbar, doch weisen Patenschaften 221 auf enge familiäre Bindungen nach Utecht Hof I. Sein Sohn Hans (~Selmsdorf 09.03.1666, oo Grete NN., Kinder: a) Lische ~Selmsdorf 15.11.1689, b) Hans ~Selmsdorf 05.12.1694, c) Jochim ~ Selmsdorf 05.11.1696, d) Trine ~Selmsdorf 20.03.1700) war vermutlich 1689/1700 Bauknecht in Lauen und 1703 Vogt in Elmenhorst im Klützer Winkel.


5. im Land Boitin: Aus Hohenkirchen soll die angeblich vor 1650 ins Fürstentum Ratzeburg zugewanderte Linie des Geschlechts stammen, die über Blüssen und Grieben sich nach Malzow (Hof I) und Petersberg (Hof VI) ausgebreitet hat. Belege hierfür haben sich nicht gefunden. In Blüssen tritt uns zuerst Hans BARCKENTIN (*um 1660 +Blüssen --./ □ Lübsee 15.01.1726, 66 J., oo vor 1684 Grete Friedag *um 1656 +Blüssen--./Lübsee 14.02.1726, 70 J.) entgegen. Er ist 1684 Knecht in Lübseerhagen und spätestens 1687 Kätner auf der Katenstelle Blüssen Nr. 1. Die von ihm begründete Linie, die in Blüssen über Gegenartionen das Amt des Schulmeisters versah, setzt sich im Fürstentum Ratzeburg fort 222. Sein Bruder war der Kätner auf der Katenstelle Grieben Nr. 3, Hinrich BARCKENTIN (+vor 1704, oo Lübsee 1681 Grete Schröder). Unklar bleibt die Beziehung zu dem ab 1694 bezeugten Vogt Hinrich BARKENTIN (*um 1664), der 1703 in Blüssen lebt. Mit dem Griebener Kätner kann er nicht identisch sein, denn 1703 lebte in Grieben nur dessen Witwe mit ihrer Tochter Susanna Gertrud.


6. Außerhalb des Landes Ratzburg heiratet am 11.10.1660 Hans BARCKENTHIN in Gadebusch Geschke Albers und Geesche BARCKENTIN am 27.02.1665 in Klütz Stopher Grabin. Daneben gibt es um 1700 mehrere Namensträger im Kirchspiel Mummendorf. Dort und im benachbarten Kirchspiel Börzow treffen wir diese bürgerlichen Vertreter neben den z. B. dort 1597/1612 in Tramm und Schmachthagen mit Besitz bezeugten adeligen Detlof und Bartold von Parkentin.


e. Herzogtum Sachsen-Lauenburg:


Herzog Erich III. von Sachsen-Lauenburg bezeichnet Klaus und Johann PARKENTIN 1359 als „use armen man“ bzw. „use armen lude“ 223. Ihnen hatte ein Lübecker Bürger eine Wiese vorenthalten und abgemäht. Es handelt sich hier offenbar um zwei Bauern, die den gleichen Namen wie das bekannte Adelsgeschlecht führten. Verwandtschaftliche Beziehungen sind allerdings nicht erkennbar, wenn auch ein Knappe Klaus Parkentin (1354) und ein Knappe Johann (Henneke) Parkentin gnt. Sack zeitgleich sind.


Stammfolge:


Wie über so viele andere Adelsgeschlechter fehlen bis heute auch über die von Parkentin nähere Untersuchungen. In der Vergangenheit waren es Mathias Johann (von) Beehr in seiner „Rerum Mecleburgicarum libri octo ...“ 224 und vor allem von Hoinckhusen 225, die uns über das Geschlecht berichtet haben. Hoinckhusen gibt dabei auch die Stammbäume der einzelnen Linien:


- „Linea in Prischendorp et Preten“ (fol. 6-9)

- „Linea auf Lütkenhoff und Dassow“ (fol. 9R-18R) und

- „Linea auff Zechar und Boltz“ (fol. 18R-20R)


Es sind dies in der Tat die drei Hauptlinien, wobei von Hoinckhusen in einzeln Punkten jedoch zu berichtigen ist. So stammt die Linie Preten - zumindest nicht direkt - aus Prieschendorf, sondern zweigt von Zecher ab. Auch die Rückführung der Prieschendorfer Linie auf Detlev (VII) „von Behlendorf“ ist mit der Quellenlage unvereinbar, denn mit Detlev „von Behlendorf“ starb kurz nach 1390 die ältere Stammlinie des Geschlechts im Herzogtum Sachsen-Lauenburg aus, nachdem kurz zuvor bereits die holsteinische Linie erloschen war. Beerbt wurde zumindest die lauenburgische Linie von den mecklenburgischen „Vettern“ im Kirchspiel Dassow.


Zweifel habe ich auch an der Annahme von Hoinckhusens was die Anfänge der Linien Prieschendorf und Lütgenhof betrifft. Letzteres war wohl erst Ende des 14. Jahrhunderts angelegt worden und befand sich 1398 in Händen des Knappen Wilhelm Rusche. Der von Hoinckhusen mit Lütgenhof in Verbindung gebrachte Claus von Parkentin, den er zwischen 1388 und 1418 urkunden lässt, lässt sich auf Lütgenhof nicht unmitelbar nachweisen. Ich halte ihn auch nicht für personenidentisch mit dem ab 1418 urkundenden Claus (VI) (auf Lütgenhof), der 1418 und 1438 als Bruder von Hans (auf Prieschendorf) belegt ist 226. Es scheint mir wahrscheinlicher, dass erst unter den Söhnen von Henning von Parkentin, dem Bruder von Bischof Detlev, die Teilung in die Linien Prieschendorf und Lütgenhof/Dassow erfolgt ist. Die Linie Zecher/Bolz-Preten mag dann auf den 1382/1399 genannten Claus (V) oder auf den 1682 bezeugten, namentlich nicht genannten, Bruder von Bischof Detlev (XII) und Henning (I) zurückgehen. Auch die Einordnung von Bischof Johannes (V) von Parkentin als Sohn von Detlev (XIV) lässt sich nicht bestätigen. Johannes ist zum einen als Domherr und Sohn von Hartwig (III) nachgewiesen 227, zum anderen wird Detlev (XIV) als „patruus“ im Sinne von „patruelis“ von Bischof Johannes bezeichet.


Insgesamt lässt sich das Geschlecht der von Parkentin über 16 Generationen, von 1210/1214 bis 1799 verfolgen.



Stemma: von PARKENTIN I

(ältere Linien – Linie Prieschendorf-Lütgenhof)


Stemma: von PARKENTIN (v. BERCKENTHIN)

(Linie: Zecher/Bolz – Preten)


Die erste Generation:


Nothelm (I) „von GÖLDENITZ“ +nach 1230


(I – 1); Vasall Albrechts von Orlamünde, bischöflich-ratzeburgischer Vasall; hat Besitz in Göldenitz, Sirksrade und +Hakenbek; Bruder (?) von Heinrich (I) „Holtsatus“ und (?) Eggert (I) „von Kulpin“, urkundet 1210/1214 - 1230, - Erstmals genannt wird Nothelmus de Goldenezze als dritter von vier weltlichen Zeugen bei Graf Albrecht von Orlamünde in einer zwischen 1210 und 1214 ausgestellten Urkunde, in der der Graf dem Domkapitel zu Lübeck die ihm zugehörige Hälfte der Mühle zu Seedorf im Lande Dassow schenkt 228. Als Nothelmus de Goldenezze ist er im Mai 1217 zugegen, als Bischof Heinrich von Ratzeburg Schenkungen des Orlamünder Grafen an die Bergedorfer Kirche bestätigte 229. Dann taucht ein Nothelm im Ratzeburger Zehntenlehnsregister von 1229/1230 als Zehnteninhaber in Sirksrade und +Hakenbek im Kirchspiel Berkenthin aus 230:


Ciresrode . Nothelmus dimidiam decimam habet ab episcopo - Sierksrade . Nothelm hat den halben Zehnt vom Bischof.

Hakenbeke idem Nothelmus partem decime episcopi tenet dimidiam. Dimidia uacat Episcopo . hoc est quanta pars - Hakenbek. Derselbe Nothelm hat die Hälfte des Bischofszehnten inne. Die (andere) bleibt dem Bischof zur freien Verfügung. Das ist ein Viertel“.


Das Kirchspiel war gerade erst im Aufbau, denn außer bei Klempau und Klein Sarau werden Hufenangaben noch noch nicht angegeben. Nun taucht ein Nothelm „von Sirksrade“ bzw. „von Hakenbek“ in den Urkunden sonst nicht auf. Bei der Seltenheit dieses Rufnamens und der Tatsache, dass Göldenitz unmittelbar an Sirksrade grenzt, ist daher davon auszugehen, dass der Göldenitzer Nothelm mit dem Sirksrader/Hakenbeker personenidentisch ist 231. Ob Nothelm (I) auch über Besitz in Groß und Klein Berkenthin sowie in Göldenitz verfügte, steht zu vermuten, auch wenn das Zehntenlehnsregister darüber nichts aussagt, weil Nothelm hier keine Zehntrechte besaß. Nothelm (I) starb nach 1230, angeblich ohne leibliche Erben zu hinterlassen. Seine Güter sollen an seinen Bruder Heinrich (I) Holsatus gefallen sein 232, doch ist dies urkundlich nicht gesichert. Ebensogut kann Nothelm Vater der Brüder Detlev (I) > II-4, Eggert (II) Holsatus > II-5, Marquard (I) > II-6 und Heinrich (II) > II-7 gewesen sein.



Heinrich (I) „HOLSATUS“


(I – 2); Ritter; fürstlich mecklenburgischer Vasall, Bruder (?) Nothelms (I) „von Göldenitz“ und Eggerds (I) „von Kulpin“; urkundet 1218/1231 - Auch wenn Prange 233 die Herkunft der Familie als ungewiss ansieht, wird man den Zunamen von Heinrich (I) Holsatus “der Holsteiner“ wörtlich nehmen müssen. Er gehörte ganz offensichtlich zu jenen Adligen Holsteins, die schon früh dem Ruf der mecklenburgischen Fürsten gefolgt sind und sich aktiv an der Erschließung Mecklenburgs beteiligt haben. Wir finden Heinrich Holsatus seit 1218 unter den „dominationis nostre maioribus“, den Großen, Fürst Borwins I. von Mecklenburg, zuerst am 24.06.1218, als der Fürst und seine Söhne die den Einwohnern der neu angelegten Stadt Rostock verheißende Zollfreiheit in der ganzen Herrschaft Mecklenburg und die Bewidmung mit dem lübschen Recht bestätigen 234 ist er unter den weltlichen Zeugen, die die Gründung und Bewidmung des Klosters Sonnenkamp (Neukloster) durch Fürst Heinrich Borwin I. (1178-1219) und seine Bestätigung durch Bischof Brunward von Schwerin (1194-1238) bestätigen 235. Dann nahm er am 02.08.1220 in Bukow an den Verhandlungen des Fürsten Nikolaus, Sohn Heinrich Borwins I., mit Vertretern der Stadt Lübeck und des Bischofs von Ratzeburg über die Unterhaltung der Brücke zu Dassow und der Aufhebung des dortigen Zolls teil 236. Heinricus Holsatus, miles, der 1218 bei 24 Zeugen noch den 20. Platz einnahm, steht nun an der Spitze des weltlichen Zeugen. Am 07.06.1222 bezeugt er die Stiftung des St. Antonius-Hospitals in Tempzin durch Fürst Borwin I. 237. Zuletzt urkundlich genannt ist Heinricus Holzatus am 29.04.1231 in Ilow, als er die Verleihung des Dorfes Nakonstorf an das Kloster Sonnenkamp durch die Enkel Fürst Heinrich Borwins I., Johann und Pribislav, bezeugt 238.


Das Ratzeburger Zehntenlehnsregister nennt Heinrich 1229/1230 als Großlokator des Kirchspiels Kalckhorst 239:


Calchorst . Sconenberge . Divelsbrok et in omnibus bonis domini Heinrici Holsati: tertia pars uacat episcopo . de quo habebit idem Heinricus II - Kalckhorst . Hohenschönberg . Brook und auf allen Gütern des Herrn Heinrich Holtsatus bleibt ein Drittel dem Bischof zur freien Verfügung. Davon soll ebender Heinrich 2 (Hufen) haben“.


Die Formulierung „habebit“ deutet auf das Vorhandensein eines besonderen Zehntenvertrages zwischen Heinrich (I) und dem Ratzeburger Bistum 240. Im Lande Klütz hatte die deutsche Kolonisation erst wenige Jahre vor der Aufzeichnung des Zehntenregisters begonnen und war noch in vollem Fluss. Im Kirchspiel Kalckhorst hatte Heinrich (I) die Dörfer Kalckhorst, Hohenschönberg und Brook angelegt. Weitere Ortschaften waren offenbar bereits geplant, worauf die Formulierung „et in omnibus bonis domini Heinrici“ hindeutet. Die Kolonisation des gesamten Kirchspiels Kalckhorst scheint mithin Heinrich „dem Holsteiner“ vorbehalten gewesen zu sein. Er sollte dafür in jedem noch zu gründenden „Normal“dorf den Zehnten von 2 Hufen erhalten, wogegen der Vertrag vom 08.02.1222 241 dem Lokator nur die zehnte Hufe, bei einem „Normal“dorf von 12 Hufen also nur eine zugestand. Durch die abweichende Bestimmung erreichte Heinrich eine Angleichung an die Verhältnisse in Wittenburg und Ratzeburg. Heinrich (I) wird seine Siedlungstätigkeit von dieser Vorzugsbedingung abhängig gemacht haben und das Bistum ging auf sie ein, weil es sich von einem Großunternehmer, wie es Heinrich zweifellos war, eine schnellere wirtschaftliche Erschließung des Landes erhoffte, als durch Verträge mit einer Vielzahl kleinerer Unternehmer 242.


Heinrich „der Holsteiner“ wird allgemein als der Ahnherr der Familien Holsatus/“von Holstein“ (begründet von seinem Sohn Eckhardus Holsatus) und von Parkentin (begründet von seinen Söhnen Thetleuus und Marquardus) angesehen 243 . Ob diese Annahme allerdings zutrifft, scheint mehr als fraglich. Man sollte dann annehmen, dass bei der einflussreichen Stellung, die Heinrich Holste in Mecklenburg einnahm, seine Nachkommen in den Urkunden des 13. Jahrhunderts eine Rolle gespielt hätten. Angehörige der Parkentin erscheinen aber in dieser Zeit in Mecklenburg in keiner hervorgehobenen Stellung. Da hat die Annahme, dass vielleicht doch Nothelm „von Göldenitz“ der Stammvater der mächtigen und einflussreichen Sippe der Parkentin gewesen ist, schon mehr Gewicht, da bei den Nachkommen Eggerts (II.) der seltene Rufname Nothelm als Leitname wiederkehrt.



Eggert (I) „von KULPIN“ +nach 14.04.1238


(I – 3); Ritter, herzoglich sächsischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall, Zehntenbesitz in Klein Sarau, urkundet 1228/1238 - Eghardus de Kulpin wird urkundlich zuerst am 13.08.1228 bei Herzog Albrecht I. von Sachsen (1212-1260)genannt, als dieser dem St. Johannishospital zu Jerusalem das Dorf Pogetz verleiht 244 und ein Jahr später, 1229, als der Herzog dem Hospital auch das Dorf Disnack mit allem Zubehör schenkt 245. Im Ratzeburger Zehntenlehnsregister von 1229/1230 erscheint Ekkehardus als Zehntenbesitzer in Klein Sarau 246:


Ad sclauicus Sarowe Ekkehardus dimidiam decimam habet ab episcopo - Klein Sarau . Eckehard hat den halben Zehnten vom Bischof“


Als Bischof Gottschalk von Ratzeburg und sein Domkapitel sich am 08.09.1230 mit der Stadt Lübeck über den Verlauf der gemeinsamen Grenze vergleichen, ist Eggehardus de Colpin erster weltlicher Zeuge 247, d. h., er war um diese Zeit bereits ein älterer Mann und gehört damit in die Generation von > Nothelm „von Göldenitz“ und > Heinrich „dem Holsteiner“. Am 03.08.1232 ist Eghard von Kulpin 7.Zeuge bei Herzog Albrecht I. von Sachsen, als dieser den Besitz des Klosters Preetz bestätigt 248. Dann ist er als bischöflich ratzeburgischer Zeuge zugegen, als Bischof Ludolf I. von Ratzeburg (1236-1250) am 26.12.1327 das Nonnenkloster Rehna bestätigt 249. Zuletzt genannt ist Ekehardus de Culpin am 14.04.1238 als Zeuge bei Herzog Albrecht I., als dieser dem Domkapitel zu Ratzeburg die Grenzen und Rechte von Römnitz und Ziethen bestätigt und die Dörfer an die Kirche zu Schlagsdorf überweist 250.


Die genealogische Einordnung Eggerts bereitet Schwierigkeiten. Biereye 251 sieht in ihm einen Sohn des Edelerus, der 1229/1230 über Zehntenbesitz in Kulpin und Kühsen verfügt 252. Ist schon die Gleichsetzung Edelers mit dem Vogt Ethelerus de Aldenburg (Oldenburg i. H.) nicht sicher, so darf der Umstand, dass Edelerus über Zehntenbesitz in Kulpin verfügt, nicht zu der Schlussfolgerung verleiten, dass er zur Familie „von Kulpin“ gehört. Er hatte ja auch Besitz in Kühsen und man könnte ihn deshalb mit demselben Recht auch „von Kühsen“ nennen. Will man nicht von der Annahme ausgehen, dass es sich bei Eghardus de Colpin um einen Angehörigen einer im 13. Jahrhundert nachweisbaren 253 eigenständigen Familie handelt, dann gibt Eghards Rufname am ehesten einen Hinweis auf sein familiäres Umfeld. Danach gehört er am ehesten zur Familie von Parkentin, wo dem Rufnamen Eggert Leitnamenfunktion zukommt. Dies hatte schon Jegerow angenommen 254, wenngleich die von ihm vorgenommene Gleichsetzung von Eggert von Kulpin mit dem 1240/1275 genannten Eckehardus Holzatus de Parkentin nicht überzeugt. Der 1228/1238 genannte Eghardus de Colpin wird einer älteren Generation angehören und war am ehesten ein Bruder oder Vetter von Nothelm (I) „von Göldenitz“ und Heinrich (I) Holsatus. Dafür sprechen die Lage seines Besitzes in Klein Sarau und (?) Kulpin, die ja in räumlicher Nähe zu den Parkentinschen Besitzungen in Göldenitz und Berkenthin liegen und der Umstand, dass sein Sohn (?) Johann „von Kulpin“ und Detlev (II) von Parkentin1281 gemeinsam in einer Urkunde als Stifter erscheinen 255.




Die zweite Generation:



Detlev (I) von PARKENTIN +vor 25.03.1274


(II – 4); Ritter, gräflich holsteinischer, herzoglich sächsischer, bischöflich ratzeburgischer und bischöflich lübscher Vasall; Sohn von Nothelm „von Göldenitz“ oder Heinrich (I) Holsatus, Bruder von Eggert (II), Marquard (I) und Heinrich (II), urkundet 1237/1271 - Thetleuus de Parkentin ist zuerst am 26.12.1237 unter den bischöflich-ratzeburgischen Zeugen, als Bischof Ludolf I. von Ratzeburg das Kloster Rehna bestätigt 256 In dieser Urkunde erscheint das Geschlecht, dem Detlev angehört, erstmals unter dem Namen „von Parkentin“. Danach finden wir ihn fast nur noch in holsteinischen und sachsen-lauenburgischen Urkunden. Zusammen mit seinen Brüdern Eggert (II) Holsatus, Marquard (I) und Heinrich (II) - „Eckhardus Holsate, Thetleuus, Marquardus et Heinricus fratres dicti de Parkentin“ - erteilt er 1240 auf Wunsch seines askanischen Lehnsherrn und „aus Freundschaft für Lübecks Bürger“ allen Kaufleuten die Freiheit, über den Teil der Hamburger Straße, der über Parkentinschen Grund führt, mit ihren Waren frei zu ziehen und diese in Berkenthin über die Stecknitz setzten zu lassen und auf einen Stapelplatz zu lagern 257. 1243 bezeugt Detlev (I) die Bestätigung des Verkaufs des Dorfes Bälau an die Kirche in Reinfeld durch Herzog Albrecht I. 258. Dann hören wir einige Zeit nichts mehr von ihm. Erst am 16.07.1252 ist Thetleuus de Parkentin unter den Zeugen Herzog Albrechts I., als dieser die Hamburger u.a. vom Ungeld zu Lauenburg und Esslingen befreit 259. 1260 tritt er mit seinen Brüdern Eggert (II) und Marquard (I) 2 Hufen aus dem Parkentinschen Besitz in Timmendorf (Ksp. Ratekau) an die Grafen Gerhard I. und Johann I. von Holstein ab, die siese am 22.04.1260 der Lübecker Domkirche verkaufen 260. Dann finden wir Detleuus de Parkentin 1261 im Gefolge der Herzogin Helena von Sachsen und ihrer minderjährigen Söhne Johann I. und Albrecht II. Zuerst ist er unter den Zeugen (zusammen mit Johannes (I) von Kulpin) als die Herzogin am 27.04.1261 für 1300 Mk.lüb.Pf. ihren Ansprüchen an das Land Boitin zugunsten des Stifts Ratzeburg entsagt und am 28.04.1261 dem Bistum Schwerin das Land Tribsees verleiht 261. Dann ist er am 08.10.1261 - wieder mit Johannes (I) von Kulpin - unter den Zeugen bei der Bestimmung der Rechte des Bischofs von Ratzeburg in den Kirchen Lütau, Neuengamme und dem Dartzing 262 und schließlich finden wir ihn am 21.10.1261 unter den Zeugen, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. der Verleihung des Landes Tribsees zustimmen und diese bestätigen 263. Am 17.02.1262 ist Thietleuus de Parchentin u.a. mit Johannes (I) de Colpin Zeuge, als Herzogin Helena der Stadt Mölln den Besitz des Dorfes Gülze bestätigt 264 und am 20.01.1263 bezeugt er die der Stadt gemachte Schenkung von Pinnau durch die Herzöge Johann I. (1260-1285) und Albrecht II. (1260-1298) 265. 1264 bezeugt Thetleuus dictus de Parkentin, dass Bischof Ulrich von Ratzeburg ihm und seiner Gemahlin Adelheid die Hälfte des Zehnten in Berkenthin nur auf ihre Lebenszeit verliehen habe 266. Zeugen sind „dominus Eckehardus (II) Holtsatus et Marquardus (I) de Parkentin, fratres mei“ sowie „Heinrius et Thetleuus, filii mei“. Der Urkunde hängt Detlevs Siegel mit der Umschrift + S' T(E)TLEF ---KEN(T)IN an. Das Siegel zeigt, abweichend von dem seines Bruders Eggert (II), das Parkentinsche Wappen im Schildeshaupt mit einem links gekehrten Kleestengel. Die untere Hälfte des Schildes ist viermal schräg rechts gestreift. Der erste und der dritte Streifen sind mit Ranken verziert 267.


Wappen Detlevs (I) von Parkentin, 1264


Am 27.08.1264 ist Theleuus de Parkentyn dann als Senior der lauenburgischen Ritterschaft erster Zeuge, als Herzogin Helena der Belehnung Arnolds von Sachsenhagen mit dem Zehnten und der Gerichtsbarkeit zweier Hufen in +Gerlegestorpe durch ihre Söhne beurkundet 268. Erneut als erster Zeuge tritt er am 06.06.(1265) in Parchim auf, als die Herzogin dem Hause zum Heiligen Geist in Parchim das Eigentum von drei Hufen im Dorfe Grebbin schenkt 269. Wohl letztmals (?) genannt wird Thetleuus de Parkentin in einer zwischen 1271 und 1274 ausgestellten Urkunde, als er mit Heinrich (II) von Krummesse und Ludolf (II) von Schorlemer als Schiedsrichter Herzog Johanns von Braunschweig, als dieser unter Vermittlung des Grafen Gerhard I. von Holstein (1238-1290) einen Vergleich mit den Herzögen Johann I. und Albrecht II. Von Sachsen (-Lauenburg) über die Burg Bleckede und den Zoll zu Esslingen schließt 270.


Am 25.03.1274 ist Detlev (II) tot, denn als Herzog Johann I. von Sachsen (_Lauenburg) dem Domdechanten Wilhelm zu Lübeck an diesem Tage das Eigentum der Mühle zu Scirfrodhe (Sirksrade) schenkt, sind „heredibus domini Thetleui de Parkentin“ genannt 271.


Verheiratet war Detlev (I) mit einer Frau namens Adelheid, deren Geschlechtsname unbekannt ist. Aus dieser Ehe stammen die Söhne


  1. Detlev (II) > III–10

  2. Heinrich (III) > III-11



Eggert (II) „Holsatus“ de PARKENTIN +vor 02.02.1275


(II – 5); Ritter, gräflich-holsteinischer und fürstlich-mecklenburgischer Vasall, Sohn Nothelms „von Göldenitz“ oder Heinrichs „des Holsteiners“, Bruder von Detlev (I), Marquard (I) und Heinrich (II); urkundet 1240/1264 - Erstmals genannt wird Eckhardus Holsate 1240 zusammen mit seinen Brüdern Detlev (I) (siehe dort), Marquard (I) und Heinrich (II) 272. Dieser Urkunde hängt sein vom späteren Parkentinschen Wappen gänzlich abweichendes schildförmiges Siegel an 273. Es zeigt auf der Fläche unter einem leeren Schildeshaupt vier linke liegende Schrägbalken und die Umschrift zwischen glatten Linien: + (SIGELL)UM HEC(H)ARDI . DE . HO(LS)ATE


Eggert (II) Holsate de Parkentin, Siegel 1240


Dann sind Egkehardus holtsatus et frater suus Marquardus am 29.02.1248 Zeugen bei den holsteinischen Grafen Johann I. (1238-1263) und Gerhard I. (1238-1290), als diese die einst von ihrem Großvater, Graf Adolf III. dem Kloster Bordesholm verpfändeten Zehnten verschiedener Dörfer verkaufen 274. Am 23.04.1251 ist (H)ekehardus Holsatus Zeuge bei Fürst Johann I. von Mecklenburg, als dieser dem Kloster Rehna das Dorf Schindelstedt verleiht 275. Dann finden wir ihn am 05.02.1255, wieder mit seinem Bruder Marquard (I) als Mitgelober bei den Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein, als diese über ein mit den Lübeckern zur Bekämpfung von Detlev von Buchwald und seinen Brüdern sowie Otto von Padelügges geschlossenes Bündnis urkunden 276. Als Schiedsrichter hat Eggehardus Holtsatus wesentlichen Anteil, als am 21.12.1256 der über vierzig Jahre währende Streit der Lübecker Kirche mit Herrn Volrad Sten über die Vogtei Eutin beigelegt wird 277. Als die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein am 16.01.1259 den Verkauf des halben Dorfes Rönnau durch Sibernus von Gettorf an das Lübecker St. Johanniskloster bestätigen, ist Eckehardus Holsatus zweiter unter den ritterlichen Zeugen 278. 1260 hatten Eggehardo, Thetleuo et Marquardo fratribus, militibus, dictis de Parkentyn 2 Hufen „in villa Tymmendorp, que sita est in parochia Ratecowe“ an die Grafen von Holstein verkauft, die diesen besitz am 22.04.1260 mit den landesherrlichen Rechten an die Lübecker Domkirche weiterverkauften 279. Eggehardus miles dictus Holtzatus verfügte außer in Holstein auch über Besitz in Mecklenburg. Dort besaß er die Ortschaft +Vilebeke, die innerhalb der heutigen Feldmark der Stadt Grevesmühlen lag. Er verkaufte dort 3 Hufen an die Lübecker Domkirche, deren Eigentum Fürst Johann I. von Mecklenburg (1226-1264) am 09.10.1263 der Domkirche verlieh. Bischof Ulrich von Ratzeburg (1257-1284) schenkte 1264 den Zehnten von diesen Hufen für einen Altar 280. 1264 bezeugten Eckehardus Holtsatus et Marquardus de Parkentin, fratres die Verleihung der Hälfte des Zehnten in Berkenthin an ihren Bruder Detlev (I) und seine Frau Adelheid 281. Danach hören wir von Eggert (II) nichts mehr. Vor 1275 ist der Stammvater der holsteinischen Linie des Parkentinschen Geschlechts, die den Beinamen Holsatus/Holste weitertrug, gestorben. Dies ergibt sich aus einer Urkunde vom 02.02.1275, in der Fürst Heinrich I. von Mecklenburg dem Kloster Rehna das Eigentum von 10 Hufen in Gostorf und 2 Hufen in Martensdorf verleiht 282. Der Urkunde ist zu entnehmen, dass Eghehardus Holtsatus miles offenbar zur Versorgung seiner Tochter Margaretha, die als Nonne im Kloster Rehna lebte, unter Zustimmung seiner Söhne - et postea coram nobis honestus vir dominus Hinricus Holsatus Raceburgensis prepositus et Nothelmus miles et Eghehardus famulus, fratres sui - 2 Hufen in Gostorf geschenkt hatte.


Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau sind fünf Kinder bekannt:


  1. Nothelm (II) > III-12

  2. Heinrich (IV) Holsatus > III–13

  3. Margaretha (I) > III-14

  4. Eggert (III) > III–15

  5. Detlev (III) Parkentin Holste > III-16



Marquard (I) von PARKENTIN +vor 07.10.1278


(II – 6); Ritter, gräflich holsteinischer, herzoglich sächsischer und fürstlich mecklenburgischer Vasall, urkundet 1240/1277, Sohn von Nothelm „von Göldenitz“ oder Heinrich „dem Holsteiner“, Bruder von Detlev (I), Eggert (II) und Heinrich (II) - Zunächst erscheint Marquardus dictus de Parkentin zusammen zwischen 1240 und 1264 mit seinen Brüdern - vorwiegend mit Eggert (II) (siehe dort) – urkundend 283.


Als mecklenburgischer Vasall ist Marquardus de Parkentin, militis am 09.10.1263 Zeuge bei Fürst Johann I. von Mecklenburg, als dieser der Domkirche zu Lübeck das Eigentum von 3 Hufen in +Vilebeke bestätigt, die diese von Marquards Bruder Eggert (II) Holsatus gekauft hatte 284. Nach dem Tode seiner Brüder tritt Marquard (I) dann ab 1271 stärker in den Vordergrund. Am 16.04.1271 ist er erster Zeuge bei Graf Gerhard I. von Holstein, als dieser dem Heiligen-Geist-Haus in Hamburg eine durch dessen Propst gekaufte Rente von 10 Mk aus dem Hamburger Zoll bestätigt 285. Dann ist Marquardus de Parchentin unter den Zeugen, als die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein am 10.08.1271 dem Lübecker Domkapitel 5 Hufen in Kleinau im Lande Oldenburg 286 und dem St. Johanniskloster in Lübeck 4 Hufen in Wiredestorp, 6 Hufen in Klotzin und 2 Hufen in Rellin, sämtlich im Lande Oldenburg belegen, verkaufen 287. Erneut als Zeuge tritt er am 20.09.1271 bei den Grafen auf, als diese dem Lübecker Bürger Gerhard von Bremen das bisher von ihnen zu Lehen getragene halbe Dorf Sürstorf und ganz Scharbeutz zu vollem Eigentum unter Vorbehalt der Landwehr, des Burg- und Brückenwerks überlassen 288. Ebenfalls noch 1271 finden wir Marquard unter den Zeugen bei den Grafen von Holstein, als diese dem Verkauf von 4 Hufen in Giddendorf im Lande Oldenburg durch Detlev von Sleten an das Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck ihren lehnsrechtlichen Konsens erteilen. Am 25.02.1272 ist Marquard zweiter Zeuge bei Herzog Erich von Jütland, als dieser seinen Schwägern, Fürst Nicolaus III. von Werle und dessen Sohn Heinrich I., Graf Gunzelin von Schwerin und Waldemar von Rostock, militärischen Beistand, insbesondere gegen König Erich VII. Glipping von Dänemark (1259-1286), verspricht 289. Dann ist er erneut am 18.11.1272 Zeuge, als Erzbischof Hildebold von Bremen (1258-1273) den zwischen dem Lübecker Bischof Johannes III. von Tralau (1260-1276) und Graf Gerhard I. von Holstein und seinen Neffen geschlossenen Frieden beurkundet 290. 1273 ist er Zeuge bei Graf Gerhard I., als dieser den Verkauf des Dorfes Dummerstorf an das St.Johanniskoloster zu Lübeck beurkundet 291. Erster Zeuge bei Graf Gerhard I. ist er dann am 03.03.1275, als dieser über den Verkauf einer Hufe in Giddendorf an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck urkundet 292. Am 25.04.1276 ist Marquardus de Parkentin erster weltlicher Zeuge, als Graf Gerhard I. von Holstein und sein Sohn Gerhard II. der Domkirche zu Lübeck 5 Hufen in Klein Wesseke für den Altar des Heilgen Kreuzes in der Marienkirche verkaufen 293. Dann ist er am 19.03.1277 nach den Grafen Gerhard I. und Gerhard II. (1290-1312) erster ritterlicher Zeuge, als Fürstin Anastasia von Mecklenburg, Nicolaus, Propst zu Lübeck und Schwerin und Fürst Johann von Mecklenburg den Ankauf des Hofes Dorsten durch die Stadt Wismar genehmigen und denselben zu Weichbildrecht legen 294. Am 22.03.1277 ist Marquard erneut erster Zeuge bei den Grafen von Holstein, als diese den Verkauf von Ovendorf im Kirchspiel Ratekau genehmigen 295. Dann ist fideles nostri Domini Marquardus de Parkentin erster ritterlicher Zeuge, als Graf Gerhard I. und sein Sohn am 01.07.1277 dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck den Wald Holm und die Rodungen auf der Dorfmark Garkau verkaufen 296.


Verheiratet war Marquard (I) mit einer Frau namens Mechtild NN. Ihr Geschlechtsname ist unbekannt. Über sie kam vermutlich der Rufname Volrad in die Familie von Parkentin, der für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts bei den von Züle und von Scharpenberg belegt ist. Aus der Ehe stammen die Söhne


  1. Volrad > III–17

  2. Detlev (IV) > III-18


Vor dem 07,10,1278 ist Marquard (I) gestorben, denn an diesem Tage genehmigen die Herzöge Johann I. und Albrecht II. von Sachsen die Errichtung einer Kirche in Sandesneben, die mit je einer Hufe in diesem Dorf seitens der Ritter Volrad (I) und Detlev (IV) von Parkentin sowie einer weiteren Hife in Schiphorst seitens der Erben Marquards (I) ausgestattet wird 297. Noch ein Mal wird Marquard (I) in einer Urkunde vom 23.03.1281 genannt, als sein Neffe Detlev (III) für ihn Gelder für eine Memorienstiftung an das Ratzeburger Domstift schenkt 298.



Heinrich (II) von PARKENTIN +vor 1260


(II – 7); Knappe, Sohn von Nothelm „von Göldenitz“ oder Heinrich „den Holsteiner“, Bruder von Detlev (I), Eggert (II) und Marquard (I), urkundet 1240 - Er ist nur ein Mal, 1240 urkundlich genannt, als er mit seinen Brüdern den Lübecker Kaufleuten u. a. freien Durchzug auf der über Parkentinsches Gebiet führenden Straße von Lübeck nach Hamburg zugesteht und ihnen gestattet, ihre Waren in Berkenthin über die Stecknitz zu setzten und zwischen zu lagern 299.



Johannes (I) „von KULPIN“ +nach 1281


(II – 8); Ritter, Burgmann in Ratzeburg, herzoglich sächsischer Vasall, vmtl. Sohn Eggerts (I.) „von Kulpin“, Vater von Heinrich (V), Burgmann in Ratzeburg (1280), urkundet 1248/1281 (1336) - Johannes von Kulpin ist am 19.03.1248 dritter ritterlicher Zeuge, als Herzog Albrecht I. von Sachsen (-Lauenburg) über die Schenkung von etwas über zwei Hufen zwischen Lübeck und Wulfsdorf an das Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck durch Reinfried (II) von Lauenburg (= von Schorlemer) urkundet 300. Dann hören wir längere Zeit nichts mehr von ihm. Er erscheint dann ab 1261 wiederholt zusammen mit Detlev (I) von Parkentin in Urkunden seiner askanischen Lehnsherren, so

  • am 27.04.1261, als Herzogin Helena und ihre Söhne auf ihre Ansprüche an das Land Boitin zugunsten des Stifts Ratzeburg verzichten 301

  • am 08.10.1261 bei der Bestimmung er Rechte des Bischofs von Ratzeburg in den Kirchen Lütau, Neuengamme und dem Dartzing 302

  • am 17.02.1262 als der Stadt Mölln der Besitz des Dorfes Gülze bestätigt wird 303

  • am 20.01.1263 bei der Schenkung von Pinnau an die Stadt Mölln 304

Am 08.07.1274 bezeugt Johannes de Colpin u.a. mit Heinrich (III) von Parkentin den Verkauf der Wehre am Ratzeburger See an den Lübecker Bürger Bertram Mornewech durch die askanischen Herzöge Johann I. und Albrecht II 305. Dann ist Johannes von Kulpin vor Detlev (III) von Parkentin am 02.11.1280 fünfter Zeuge, als Herzog Johann I. den gerichtlichen Zweikampf im späteren lauenburgischen Bereich des sächsischen Herzogtums aufhebt „und gestattet auf eine Klage wegen Verwundung eine Eidesreinigung zu dritt, wegen Totschlags zu sechst“, behält sich und seinem Vogt aber die Gerichtsbarkeit über „notorische“ Verbrechen und Verbrechen „handhafter“ Tat vor. Dagegen nimmt er die ihm gewährte außerordentliche Schätzung von 12 Schilling Hamburger Pfennige von jeder Hufe zur Tilgung seiner und seines Bruders Albrecht II. Schulden an und verpflichtet sich, „keine Abgaben zu erheben von den Gütern oder den Untertanen seiner Vasallen“ 306. Diese Urkunde zeigt deutlich, dass der Adel, dem die Steuerfreiheit privilegiert wird, an Einfluss gewinnt 307. Als sein Sohn Heinrich (V) frühzeitig stirbt, schenkte Johannes 40 Mk.lüb.Pf. für dessen Seelenheil in der Kirche zu Ratzeburg. Mit ihm hatte Detlev (III) von Parkentin 30 Mk. lüb. Pf. für das Seelenheil seines verstorbenen Oheims Marqúard (I) von Parkentin und dessen Gemahlin Mechthild gestiftet. Da aber Propst Heinrich Holsatus, der Prior Conrad und das Domkapitel das Geld zur Bezahlung ihrer Schulden gebrauchten, so ließen sie es such auszahlen und bestimmten am 23.03.1281 von den Aufkünften 7 Mk. Lüb. Pf, welche aus dem halben Zehnten „in ville Nienthorpe secus stagni Scalse littora situate“ und aus dem ganzen Zehnten von 2 Hufen und 10 Joch in Dechow fließen sollten, zu Memorien für Marquard (I) von Parkentin und seine Frau Mechthild sowie 3 Mk. Lüb. Pf. Die übrigen 4 Mk zum Andenken an Heinrich (V) von Kulpin sollten so verwandt werden, dass 2 Mk zum Kirchendienst gebraucht würden, 8ß sollte der Sakristan haben und 24ß sollten als Almosen den Armen vor der Tür gereicht werden 308. Man hat aus dieser Urkunde zu Unrecht geschlossen, dass die Parkentin auch schon früh am Schaalsee (Niendorf, Dargow, Bresahn) begütert gewesen sind 309. Der Umstand, dass das Ratzeburger Domkapitel über Zehntenbesitz in seinen Besitzungen Niendorf am Schaalsee und Dechow verfügte, kann nicht auf gleichzeitigen Besitz der Parkentin dort geschlossen werden.


Johannes von Kulpin hatte offensichtlich auch für sein Seelenheil der Ratzeburger Kirche einen weiteren Geldbetrag vermacht, den das Domkapitel anderweitig verwandt hatte. Deshalb bestimmten Propst und Prior des Kapitels am 05.12.1336 zwei Mk aus Thandorf für Johannes von Kulpin und eine Mk für Ida von Kulpin, vielleicht Johanns Ehefrau oder Tochter, zu deren Gedenkfeiern 310.



Johannes (II) de PARKENTYN, plebanus


(II – 9); Kleriker, urkundet 1240/1249 - Johannes de Parkentyn, plebanus ist Zeuge, als Bischof Ludolf I. von Ratzeburg am 25.12.1240 das von Walrav (I) von Ritzerau errichtete Testament bestätigt 311. Dann wird Johannes de Parchentyn, clericus noch ein Mal, am 18.04.1249, als Zeuge bei der Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Kloster zu Cismar und dem St. Johanniskloster zu Lübeck genannt 312. Unklar bleibt, ob wir es bei ihm mit einem Angehörigen des adeligen Geschlechts der Parkentin oder mit dem ersten namentlich genannten Pfarrherrn in (Groß) Berkenthin zu tun haben. Die Formulierung in den Urkunden spricht m. E. eher dafür, ihn als Vertreter des Parkentinschen Geschlechts zu sehen, denn sonst würde man erwarten, dass ihn die Urkunden „Johannes plebanus de Parkentyn“ nennen.




Die dritte Generation



Detlev (II) von PARKENTIN


(III – 10); Ritter, Sohn Detlevs (I), Bruder von Heinrich (III), herzoglich sächsischer und bischöflich ratzeburgischer Vasall, Burgmann in Ratzeburg (1280, 1304), herzoglich sächsischer Rat (1295, 1296), Schiedsrichter (1296, 1308), urk. (1264)/1310 - Er ist zuerst - zusammen mit seinem Bruder Heinrich (III) - als minderjähriger Sohn von Detlev (I) im Jahre 1264 genannt 313. Selbständig urkundend tritt er ab 1276, nach dem Tode des Vaters, in Erscheinung. Er ist am 12.03.1276 Zeuge, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. von Sachsen die Freiheiten des Klosters Reinfeld bestätigen 314. Erneut als Zeuge tritt Thetleuo de Parchentin am 29.03.1278 auf, als Herzog Johann I. seiner Gemahlin ihr Leibgedinge verschreibt 315. Am 02.11.1280 ist er, u. a. mit Johannes von Kulpin, als Burgmann in Ratzeburg Zeuge, als Herzog Johann I. für eine zur Abtragung seiner und seines Bruders Albrecht II. Schulden bewilligte Abgabe u. a. den gerichtlichen Zweikampf aufhebt 316. Am 23.03.1281 schenkte Detlev (III) 30 Mk für das Seelenheil seines verstorbenen Oheims Marquard (I) von Parkentin und dessen Gemahlin Mechtild 317. Am 25.03.1282 ist er zweiter Zeuge bei Bischof Ulrich von Ratzeburg, als dieser mit seinem Domkapitel den Vikaren der Wullenpunt-Kapelle im Dom zu Lübeck die Zehnten von den Dörfern Warnekow und Bleese im Lande Gadebusch zu Lehn gibt 318. Noch Ende März verbürgt er sich für Herzog Johann I., Vogt der Stadt Lübeck, zum Einlager für den Fall, dass dieser sein Vertragsverhältnis zur Hansestadt vorzeitig auflösen und das im Voraus erhaltene Geld nicht zurückzahlen sollte 319. Am 13.06.1283 beschwört Ditleuus de Parkentin in Rostock mit der sächsischen Ritterschaft das zwischen Herzog Johann I. (als Schiedsrichter und Haupt des Bündnisses), den Fürsten, Vasallen und Städten der wendischen Ostseeländer gegen die kämpferische Selbstherrlichkeit des Adels auf 10 Jahre geschlossene Landfriedensbündnis, das 1291 verlängert wird 320 . 1284 ist Thetleuus de Parkentin erster Bürger bei Emeke Hake, als dieser den halben Zehnten des Dorfes Buchholz am Ratzeburger See vom Domkapitel zu Ratzeburg in Erbpacht nimmt 321. Am 25.03.1284 verbürgt er sich für die Herzöge Johann I. und Albrecht II. erneut zum Einlager nach Mölln, als diese bekennen, die ihnen für ihre Tatigkeit als Schirmvögte der Stadt Lübeck gebührenden Kaiser- und Reichsgefälle für zwei Jahre im Voraus erhalten zu haben 322. 1285 bezeugt Dominus Th(etleuus) de Parkentin die Auszahlung der Entschädigungsgelder an die vom Domkapitel zu Ratzeburg gelegten Bauern in Römnitz 323. Der in der Urkunde genannte Parkentinsche Lehnsmann Gerhard von Giesensdorf belegt, dass die Parkentin schon um diese Zeit über Grundbesitz auch im Kirchspiel Behlendorf verfügten. 1286 ist Detlev (II) zugegen, als Herzog Albrecht II. dem Kloster Reinfeld einen Teil seiner Zehnten in der Neuengamme verkauft 324. Am 26.11.1286 ist Dhetlevus unter den Rittern, in deren Gegenwart Herzog Albrecht II. den Grafen Helmold von Schwerin in Kriegssold gegen Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg nimmt 325. Dann ist Thetleuus Zeuge, als Herzog Albrecht II. den Vasallen des Landes Ratzeburg für die Übernahme einer fürstlichen Schuld von 4000 Mk. Hamb. Pf. am 15.12.1288 ein für die Zukunft fundamentales Privileg gibt. Dem lauenburgischen Adel werden nicht nur alle bestehenden Rechte bestätigt, sondern die askanischen Landesherrn verzichten auch auf künftige Bede- und weitere Steuerzahlungen des Adels. Gleichzeitig verpflichten sich die Herzöge, dass zukünftige Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Landesherrn und seinen Vasallen durch ein Schiedsgericht von vier dazu bestellten Rittern zu erfolgen hat. Die von diesen gefällte Entscheidung wollten sie respektieren 326. Damit ist für das Herzogtum Sachsen-Lauenburg der erste Schritt auf dem Weg zu einer Ständeherrschaft getan 327.


Schloss Ratzeburg 1588, Ausschnitt (Hane)


Am 19.03.1289 ist Detlev (II) Zeuge, als Herzog Albrecht II. dem Domkapitel zu Ratzeburg das höhere Gericht in Römnitz und den Besitz des Seebruchs bestätigt 328. Dann ist er am 05.02.1290 Zeuge, als die Herzöge Albrecht II., Johann II. und Albrecht III. dem Kloster Reinbek das Dorf Wentorf übertragen und die Grenzen von Dorfmark festlegen 329. Dann finden wir ihn unter den sächsischen Vasallen beim Friedensschluss in Dutzow am 19.01.1291 330. Die sonst durchaus streitbaren Parkentin hatten sich an der großen Fehde, die 1291 mit der Zerstörung zahlreicher Ritterburgen endete, ganz offensichtlich zurückgehalten. Am 08.03.1291 ist Dhetleuus zweiter Zeuge bei Herzog Albrecht II., als dieser dem lübschen Bürger Werner Huno und dessen Erben das Eigentum des halben Dorfes Wulfsdorf verkauft 331. Dann ist er am 18.05.1291 Mitgelober bzw. am 25.05.1291 Zeuge, als Herzog Albrecht II. der Stadt Lübeck das Wasser der Wakenitz und des Ratzeburger Sees zum Nutzen der städtischen Mühlen nach festgesetztem Stau verkauft 332 und Bischof Konrad von Ratzeburg und sein Domkapitel den Verkauf genehmigen 333. Als die zur Zeit dieser Verträge noch minderjährigen Herzöge Albrecht III. und Johann II. am 20.09.1296 den Verkauf ihrerseits bestätigen, ist Dethleuus de Parkentin erneut zweiter Zeuge 334. Auch als Herzog Albrecht II. dem lübschen Bürger Werner Huno am 08.08.1291 das Eigentum des ganzen Dorfes Albsfelde verkauft, ist Dhitleuus de Parkentin zweiter Zeuge 335.


In einer zwischen dem 07. und 13.01.1294 ausgestellten Urkunde, in der Graf Nikolaus von Schwerin beurkundet, dass die Räte und Ritter der Herzöge von Sachsen, seiner Neffen, dem Ratzeburger Domkapitel herzogliche Rechte und Besitzungen des Domkapitels im Lande Ratzeburg verkauft und sich verpflichtet haben, die Bestätigung der Landesherren bei Strafe des Einlagers in Wittenburg zu erwirken, gehört Detlev (II) zu den Räten Herzog Albrechts II., die diese Verpflichtung eingegangen sind 336. Als zweiten ritterlichen Zeugen sehen wir Dethlevus de Parckentin am 09.03.1295, als Herzog Albrecht II. und seine Neffen dem Koster Reinfeld u. a. seine von allen landesherrlichen Rechten mit Ausnahme der Landwehr freien Besitzungen bestätigen 337. 1295 bezeugt der herzoglich-sächsische Rat Thetleuus de Parkentin dann den Verkauf des Eigentums der Kapitelgüter im Lande Ratzeburg mit Ausnahme von Landwehr und Burg- und Brückenwerk an das Domkapitel durch Herzog Albrecht II. und seine Neffen Johann II. und Albrecht III. 338. Am 17.09.1296 ernennen ihn die Herzöge Johann II und Albrecht III. zu einem von drei Schiedsrichtern, die jeglichen Streit zwischen den Herzögen, ihren Vögten und Mannen schlichten sollten 339. Am 21.09.1296 ist Dhetleuus als herzoglicher Rat Zeuge, als Herzogin Ingeborg und ihre Söhne Johann II. und Albrecht III. den Zoll zu Herrnburg auf den Zollsatz von Mölln ermäßigen und die dort durchziehenden Kaufleute von der Verpflichtung, ihre Waren abzuladen und auszupacken, befreien 340. Dann ist Tetlews de Parkentyn erster Mitgelober, als Herzogin Ingeborg und ihre Söhne die Dörfer Möhnsen, Grabau, Groß Pampau, Brunstorf und drei Hufen in Wiershoop verkaufen 341. Als erster in der Zeugenreihe steht Ditlews de Parkentin am 01.11.1299, als die Herzöge Johann II. uind Albrecht III. den Hamburgern das Privileg für die Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel Neuwerk sowie das Strandrecht und den Seefund erteilen 342.

In der Folge treten dann Detlev (II) und sein Bruder Heinrich (III.) an der Spitze der lauenburgischen Ritterschaft wiederholt gemeinsam als Zeugen auf:

  • am 15.03.1300 als die askanischen Herzöge dem St. Johanniskloster zu Lübeck die lehnsrechtliche Bestätigung des Verkaufs der Dörfer Utecht, Schattin sowie der halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee bestätigen 343

  • am 24.06.1301, als die Herzöge Johann II. und Albrecht III. von Sachsen (-Lauenburg) und Graf Gerhard II. von Holstein über die von ihnen auf drei Jahre übernommene Schirmvogtei der Stadt Lübeck und deren Bedingungen urkunden 344

  • am 21.05.1302, als die Herzöge Johann II. und Albrecht III. dem Ratzeburger Domkapitel im Dorf Groß Mist, das dieses von den Erben des Ritters Gottfried von Cremun gekauft hatte, alle ihre Rechte mit Ausnahme des Burg- und Brückenwerks sowie der Landwehr verkaufen und den Tausch von 11 ½ Hufen in Schlagsdorf und 2 Hufen in Schlagbrügge gegen Güter in Alten- und Neuengamme genehmigen 345

  • am 24.02.1306, als die Brüder Heinrich (I), Detlev (II) und Walrav (IV) von Duvensee der Ratzeburger Domkirche die von ihren Vorfahren gemachten Schenkungen bestätigen 346

  • am 20.09.1306 bei der Genehmigung des Tausches von 6 Hufen in Schlagsdorf gegen Besitz in Walksfelde seitens der Brüder von Duvensee und deren Vetter Gerlach von Ritzerau mit dem Domkapitel zu Ratzeburg durch die Herzöge Albrecht III. und Erich I. 347

Am 16.01.1302 steht Dethleuo de Parkentyn an der Spitze der lauenburgischen Ritterschaft, als die askanischen Herzöge der Stadt Mölln ihre Privilegien und das Lübsche Recht, das sie der Stadt bereits am 25.07.1272 bestätigt hatten, erneut bestätigen und ihr das Dorf Pinnau schenken 348. Am 21.06.1303 besiegelt Detlevus miles de Parkentin die Erklärung Hartwigs von Ritzerau, in der dieser beurkundet, an Grubes Grundbesitz in Altengamme keine Rechte zu haben 349. Dann vertauscht Dethleuus de Parkentin, miles, residens in castro Raceburg am 20.09.1304 mit Zustimmung seiner Frau Jutta und seiner Söhne Marquard und Heinrich (“cum consensu nostrorum amiicorum et delicte legitime nostre Jutten nostrumque filiorum Marqaurdi et Hinrici“) Zehnten zu Niendorf AA an den Pfarrer Johann von Mölln zu Siebenbäumen zur Bewidmung seiner Kirche 350. Erneut an der Spitze der lauenburgischen Ritterschaft steht Detlev (II) am 25.04.1305, als die Herzöge Albrecht III. und Erich I. mit ihrem Bruder Johann II. Frieden schließen und das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, das erst durch die zwischen dem 09.03. Und 20.09.1295 erfolgte Teilung des Herzogtums Sachsen in einen Sachsen-Wittenberger und einen Sachsen-Lauenburger Anteil geschaffen worden war, unter sich aufzuteilen 351. Johann II. erhält als der in dem Familienstreit Unterlegene nur die Herrschaft Mölln und das entfernt liegende Land Hadeln. Der größere Rest verblieb den Herzögen Albrecht III. und Erich I. 352. Als erster Zeuge fungiert Detlevus dann am 21.12.1307, als die Herzöge Albrecht III. und Erich I. sowie Herzogin Margarethe gegen eine Entschädigungssumme allen Ansprüchen an des Bischofs von Ratzeburg Tafelgütern in ihrem Gebiete bis auf die Landwehr entsagen 353.


Die Häufigkeit seines Auftretens in den Urkunden an der Spitze der Ritterschaft, seine Stellung als Ratgeber und Schiedsrichter der Herzöge Johann II. und Albrecht III. Zeigen, dass wir es bei Detlev (II) von Parkentin mit einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in einer der kritischsten Periode der sachsen-lauenburgischen Geschichte zu tun haben. Diese Stellung wird auch deutlich, als die Herzöge Rudolf I., Albrecht III. und Wenzel von Sachsen-Wittenberg mit den Herzögen Johann II., Albrecht III. und Erich I. am 12.03.1308 in Lauenburg eine Erbverbrüderung errichten. Hier bestimmen die Lauenburger Herzöge hern Dethleve van Parkentyn als einen von vier Rittern ihres Vertrauens, „de scolen untsceyden alle, des uns underlang werrende was oder scel(n)de is oder werden mach“ 354. Letztmals als lebend genannt ist Detleuus de Parkentin am 28.05.1310, als er als erster Zeuge bei dem Versprechen Herzog Erichs I. fungiert, die im Jahre 1306 gemeinschaftlich mit seinem Bruder Albrecht III. und dessen Gemahlin Margaretha auf fünf Jahre übernommene Schirmvogtei der Stadt Lübeck bis zum Ablauf des vereinbarten Termins fortzuführen und der Stadt zur Zerstörung der Schlösser in Oldesloe, Dassow und Travemünde behilflich zu sein 355.


Verheiratet war Detlev (II) mit einer Frau namens Jutta NN., von der wir leider den Geschlechtsnamen nicht kennen. Aus der Ehe sind zwei Söhne bekannt:


  1. Marquard (III) > IV–21

  2. Heinrich (VI) > IV-22



Heinrich (III) von PARKENTIN


(III – 11); Ritter, herzoglich sächsischer Vasall, Sohn Detlevs (I),  oo Ermegard NN., Sohn: Detlev (V), urk. (1264)/1306 - Erstmals ist er 1264 als minderjähriger Sohn Detlevs (I) mit seinem Bruder Detlev (II) genannt 356. Selbständig urkundend tritt er dann ab 1274 in Erscheinung. Am 08.07.1274 bezeugt er mit Johannes von Kulpin den Verlauf der Wehre am Ratzeburger See an den Lübecker Bürger Bertram Mornewech durch die Herzöge Johann I. und Albrecht II. von Sachsen (-Lauenburg) 357. Nach einer längeren Pause finden wir ihn dann am 09.03.1295 zusammen mit seinem Bruder Detlev (II) als Zeugen bei Herzog Albrecht II. und seinen Neffen, als diese dem Kloster Reinfeld u. a. seine von allen landesherrlichen Rechten mit Ausnahme der Landwehr freien Besitzungen bestätigen 358. Zusammen mit seinem Bruder Detlev (II) finden wir dominus Hinricus de Parkentyn dann in der Folge (1301/1306) wiederholt als Zeugen 359:. Ohne seinen Bruder hatte Heinrico de Parkentin am 01.11.1303 den zwischen Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg und den Herzögen Albrecht III. und Erich I. von Sachsen (-Lauenburg) geschlossenen dreijährigen Waffenstillstand bekräftigt 360. Vor dem 24.08.1306 ist Hinricus de Parkentyn, miles dann gestorben, denn an diesem Tag verpfänden die Herzöge Albrecht III. und Erich I. seiner Witwe Ermegard das Dorf +Lelekowe (Lalkau, später Franzhagen) mit der Befugnis, dasselbe dem Kloster Zarrentin weiter zu verpfänden 361. Das MUB 362 bezieht diesen Vorgang auf Heinrich (II). Dies ist jedoch unwahrscheinlich, weil dieser nach 1240 nicht mehr genannt wird.



Nothelm (II) HOLSTE +vor 06.07.1313


(III – 12); Ritter, Sohn Eggerts (II), gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1275/1303 - Mit seinen Brüdern hatte Nothelmus miles seine Zustimmung erteilt, als sein Vater Eggert (II) Holste zur Versorgung ihrer Schwester Margaretha (I) zwei Hufen in Gostorf dem Kloster Rehna geschenkt hatte 363. Dann hören wir nur noch ein Mal von ihm am 27.01.1303 in einer Urkunde, in der er als Vater von Eggert (IV) bezeichnet wird (“Eggehardus filius domini Nothelmi Holtsati“) 364. Unklar ist, ob Nothelm hier noch am Leben war. Sicher tot ist er am 06.07.1313, denn an diesem Tag erscheinen seine namentlich nicht genannte Witwe und sein Sohn Nothelm (III) unter den Schuldnern des Lübecker Domkators Hildemar 365.


Verheiratet war Nothelm (II) mit einer namentlich nicht bekannten Frau. Aus dieser Ehe stammen vermutlich drei Kinder:


  1. Nothelm (IV) > IV–26

  2. Eggert (IV) > IV–27

  3. ?Tochter N. > IV-28



Heinrich (IV) HOLSATUS, Propst +nach 21.10.1301/vor 1306


(III – 13); Domherr in Ratzeburg (1261?), Deutsch-Ordens-Bruder in Dorpat, Deutsch-Ordens-Komtur in Krankow (1268), bischöflich-ratzeburgischer Notar (1277), Propst in Ratzeburg (1274/1301), urk. 1261/1301, Sohn Eggerts (II) Holste - Allgemein wird angenommen, dass Heinrich Holste 1261 als Domherr in einer Inschrift auf die Erbauung des Refektoriums des Domkapitels zu Ratzeburg erstmals urkundlich genannt ist 366. Er erscheint dann wieder unter den Zeugen, als Johann von Ratzeburg, Deutsch-Ordens-Komtur zu Krankow, am 27.10.1268 der Bauerschaft zu Quale das Holz und Gras in dem Fischteich zu Petersdorf gibt, soweit er ihre Äcker berührt. Hier ist „frater Henricus dictus Holsatius“ zweifelsfrei bezeugt 367. Er erscheint hier als Priester und ehemaliger Deutsch-Ordens-Komtur von Krankow. Als Heinricus noster notarius bezeugt er am 09.09.1277 die Bestimmung der Zehnten aus mehreren Dörfern zur Feier kirchlicher Festtage und zu seinem Gedächtnis in der Kirche zu Ratzeburg durch Bischof Ulrich von Ratzeburg 368. Am 05.11.1280 trifft Heinrich, mittlerweile Propst des Ratzeburger Domkapitels (“Henricus diuina miseracione prepositus Raceburgensis omnibus“) Bestimmungen über die Verwendung der alten Kleider des Konvents 369. Dann bestimmt er am 23.03.1281 mit dem Prior und dem gesamten Kapitel über 7 Mk Zehntenhebungen aus „ville Nienthorpe secus stagni Scalse littora situate“ und Dechow zu Memorien für seine verstorbenen Verwandten Heinrich von Kulpin und Marquard (I) von Parkentin 370. Ebenfalls 1281 publiziert er auftragsgemäß den Schiedsspruch des Kardinals Jacobus de Columna vom 27.10.1280 in Sachsen des Erzbischofs von Bremen und des Bischofs und Domkapitels zu Lübeck gegen die Dominikaner und Franziskaner sowie die Stadt Lübeck 371. 1282 gibt er mit dem Kapitel seine Zustimmung, als Bischof Ulrich von Ratzeburg der Geistlichkeit des Landes Breesen und des Archidiakonats Rehna, sowie dem Pfarrer von Dassow u. a. das Recht, über ihren Nachlass frei zu verfügen, gewährt 372. Der Urkunde hängt das große Siegel des Domkapitels an. Am 25.03.1282 gibt er mit Bischof und dem Domkapitel den Vikaren der Wullenpunt-Kapelle im Dom zu Lübeck die Zehnten der Dörfer Warnekow und Bleese im Lande Gadebusch zu Lehen 373. Mit Bischof Ulrich beurkundet er am 29.06.1282 die Rechte des Domkapitels im Lande Boitin 374. Am 24.07.1284 ist Heinricus propositus Zeuge, als Bischof Konrad von Ratzeburg dem Domkapitel für den Zehnten von 6 Hufen in Grambow und Törber die Hälfte des großen und kleinen Zehnten in Utecht überlässt 375. Als Bischof Konrad 1285 um die Belehnung mit dem Stift Ratzeburg durch Kaiser Rudolf I. von Habsburg nachsuchte, aus Altersgründen aber nicht mehr selbst vor dem Kaiser erscheinen konnte, übertrug dieser am 26.09.1285 Herzog Albrecht II. von Sachsen die Befugnis, den Bischof von Ratzeburg, „unsern und des Reichs lieben Fürsten“, den Lehnseid abzunehmen. In Gegenwart seines Propstes Heinrich, des Priors Theoderich und Hermann von Blüchers als Notar stellte Bischof Konrad bei der Ableistung des Lehnseides vor dem Herzog klar, dass er den Treueid dem Herzog nur als Vertreter des Kaisers leiste und daraus keine Rechtsfolgen in Bezug auf das Verhältnis der Ratzeburger Kirche zu den Herzögen von Sachsen hergeleitet werden könnten. 1286 ist Heinrich dann in Schwerin, als Graf Helmold dem Ratzeburger Domkapitel 2 Hufen zu Eichsen gegen den dritten Teil des Zehnten in Wendelsdorf verleiht 376. In Gegenwart Heinrichs bestätigt Bischof Konrad am 07.11.1287 dem Kloster Zarrentin den Zehnten von 4 Hufen in Püttelkow, die Ulrich von Blücher, genannt „der Dicke“, an dasselbe verkauft hatte 377, Dann beschwören am 19.03.1289 Propst Heinrich und das Domkapitel in Gegenwart von Herzog Albrecht II. feierlich am Altare, dass der Ratzeburger Kirche die obere Gerichtsbarkeit im Dorfe Römnitz und das Eigentum des Ortes, der Seebrook heißt, dergestalt zustände, dass weder die Bürger von Ratzeburg noch sonst jemand darin Holz hauen oder Gras schneiden dürfe und der Herzog bestätigte ihnen auf ihren geleisteten Eid diese in Anspruch genommene Gerechtsame 378.


Siegel des Ratzeburger Domkapitels

Um 1290 (?) bezeugt der Ritter Johann von Sterley in Kiel vor Propst Heinrich und dem gesamten Kapitel, dass Wilhelm Picht wegen seiner Ansprüche auf die Güter in Goldensee vom Domkapitel abgefunden ist 379. Heinrich ist dann zugegen, als Bischof Konrad 1291 dem Domkapitel den Zehnten von Sirksfelde zu seiner Memorie gibt 380. Am 14.04.1291 geben Heinrich und das Domkapitel ihre Zustimmung, als der Bischof dem Kloster Lüne das von der Ratzeburger Kirche an Herzog Otto von Lüneburg gegen eine Salzhebung von diesem an das Kloster verkaufte Dorf Barendorf bei Hitzacker überträgt und dem Kloster Medingen eine Roggenhebung aus dem Dorf Sekersdorf verkauft 381. Dann ist Heinricus prepositus Raceburgensis Zeuge, als Herzog Albrecht II. am 18.05.1291 zu Lauenburg der Stadt Lübeck den Besitz der Wakenitz und des Ratzeburger Sees zum Behuf der Mühlen verkauft 382. In einer einen Tag später in Schönberg ausgestellten Urkunde erneuert er mit Bischof Konrad dem Kloster Eldena die mit dem Kloster verbrannten Urkunden über die Privilegien des Klosters 383. Am 25.05.1291 ist Heinrich in Ratzeburg, wo er mit Bischof und Domkapitel die Stauung der Wakenitz durch die Stadt Lübeck genehmigt 384. Den von Lübeck für den durch die Stauung erhöhten Wasserstand zu zahlenden Schadensersatz von 200 Mk nimmt er am 02.08.1291 in Empfang 385. Einen Streit, den Heinrich und das Domkapitel mit der Stadt Lübeck haben, beenden die Bischöfe Burkhard bon Lübeck und Hermann von Ratzeburg am 24.04.1292 durch einen Schiedsspruch 386. Am 24.09.1295 verbindet er sich als Stellvertreter seines Bischofs (“Hinricus, Propst alss Vicarius Hermanni zu Raceburg, Bischoffe“) mit den Bischöfen Gottfried von Schwerin und Burchard von Lübeck in Gemeinschaft ihrer Domkapitel zur strengen Befolgung der Bremer und Stader Statuten wegen gegenseitigen Beistandes 387. Am 15.03.1300 beauftragt ihn Papst Bonifaz VIII., zusammen mit dem Abt Thomas von Kalve in Lüneburg und dem Domscholasticus Ulrich von Naumburg, den Streit des Bischofs und des Domkapitels zu Lübeck mit der Stadt Lübeck innerhalb Jahresfrist in Ratzeburg zu entscheiden. Die Ladung an die streitenden Parteien ergeht am 08.07.1300 388. Dann bezeugt Propst Heinrich zusammen mit dem Bischof Hermann und dem Domkapitel am 11.12.1300, dass sie den Zehnten von Krukow an die Fürsten Heinrich I. und Heinrich II. von Mecklenburg überlassen haben und dafür mit Manderow entschädigt worden sind 389.


Letztmals genannt ist Propst Heinrich Holsatus am 21.10.1301, als das Domkapitel eine Speiseordnung für die Domherren, die Konversen und die Diener erlässt 390. Bald danach wird Heinrich gestorben sein, denn ab 1306 ist an seiner Stelle Johannes von Blücher als Propst der Ratzeburger Domkirche genannt 391.



Margaretha (I) von PARKENTIN


(III –14); Nonne, genannt 1275, Tochter Eggerts (II) Holste - Margaretha war Nonne im Kloster Rehna. Einer Urkunde vom 02.02.1275 ist zu entnehmen, dass ihr damals bereits verstorbener Vater Eggert (II) Holste dem Kloster zu ihrer Versorgung 2 Hufen in Gostorf geschenkt hatte 392.


Kloster Rehna


Eggert (III) HOLSATUS von PARKENTIN


(III – 15); Knappe, Sohn Eggerts (II), gräflich-holsteinischer Vasall, urk. 1275 - Eghehardus famulus ist zuerst am 02.02.1275 als Sohn von > Eggert (II) und Bruder der Rehnaer Nonne Margaretha (I) genannt 393. In späteren Urkunden erscheint er dann als bereits verstorben, so am 02.02.1317 beim Verkauf von Groß Timmendorf (“Echardi quondam fratris domini Detleui Perkentyn“), wo er auch als Vater von Eggert (V) genannt wird 394. Noch am 07.07. und 12.12.1351 wird er als ehemaliger Mitbesitzer von Groß Timmendorf erwähnt 395. Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau stammen der Sohn Eggert (V, > IV - 29) und vielleicht eine Tochter (> IV - 30)



Detlev (III) PARKENTIN gnt. HOLSTE ++1331/1332


(III – 16); Ritter, gräflich holsteinischer Vasall, hat Besitz in Timmendorf und Neu-Rathjensdorf, Sohn von Eggert (II) Holste, urk. 1300/1325 - Erstmals urkundlich genannt wird Detleuus Parkentyn Holste dictus am 21.09.1300 als Mitgelober, als die Brüder von Gotmolt ihre Hälfte an Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee an das St.Johanniskloster in Lübeck verkaufen 396. 1301 bezeugt Detlevo de Parkentin als sechster Zeuge - er wird aufgrund dieser Stellung innerhalb der Zeugenreihe nicht mit Detlev (II) identisch sein - die lehnsrechtliche Bestätigung des Verkaufs von 7 Hufen in Uptorpe durch die Ritter Hermann und Friedrich von Rönnau an das Kloster Rinteln durch die Herzöge Johann II. und Albrecht III. von Sachsen-Lauenburg 397. Detlev (III) verbirgt sich vermutlich hinter „Parchentini“ bzw. „Parkentyn“, der als Mitgelober, zuerst am 09.08.1313 in Horsens beim Vergleich Herzog Erichs II. Langbein von Schleswig mit König Erich VIII. Menved von Dänemark 398, dann am 21.10.1313 bei Graf Gerhard III. d. Gr. von Holstein, als dieser seiner Gemahlin Anastasia Schloss und Stadt Plön zum Leibgedinge verschreibt, in Erscheinung tritt 399. Am 25.05.1316 bezeugt Parkentinus Holste mit seinen Verwandten, den Rittern Detleeus et Marquardus de Prizendorpe, den wiederkäuflichen Verkauf von 15 Hufen in Rankendorf durch Heinrich und Johann Both 400. Für die Genealogie der Parkentin ist dann die Urkunde vom 02.02.1317 über den Verkauf von Groß Timmendorf von besonderer Bedeutung 401 . Sie besagt, dass „Dethleuus perkentyn Holste miles, Echardus et Nothelmus fratres dicti holsten, et Nothelmus filius predicti Echardi, necnon Echardus filious Echardi quondam fratris domini Dethleui perkentyn predicti“ mit Bestätigung durch Graf Gerhard III. von Holstein den lübschen Bürgern Hermann Mornewech und Otto, dem gewesenen Vogt des St.Johannisklosters zu Lübeck wiederkäuflich „nostram uillam theotonicalem Tymmendorpe et nouem mansos et terram superfluam dictam ouerlant“ verkaufen. Mitgelober dieses Rechtsgeschäfts sind die Verwandten Marquardus et Dethleuus fratres dicti perkentyn de pricendorpe, Heinrich und Johann Both, sowie zahlreiche Angehörige der Familie von Buchwaldt.


Stemma nach der Urkunde vom 02.02.1317


Als ehemalige Besitzer von Groß Timmendorf sind Detlev Holste und die zuvor genannten Mitglieder seiner Familie genannt, als am 07.07.1351 Heinrich Vogt, Kanonikus zu Schleswig und Propst in Wytha, seine Brüder und Johannes Mornewech für 200 Mk dieses Dorf an den Lübecker Bürger Friedrich von Kalenberg verkaufen und Graf Johann III. von Holstein diesen Verkauf am 12.12.1351 bestätigt 402. Dethleuus) Parkentyn holtzatus militis ist dann am 02.01.1318 Zeuge, als Graf Johann III. von Holstein dem Domkapitel zu Lübeck die Dörfer Harkendorf im Lande Oldenburg und Meinsdorf im Kirchspiel Eutin verkauft 403. Am 21.09.1319 ist Detleuus Parkentin Holste dictus, militis Bürge bei den Brüdern Johann, Marquard und Gerlach von Gotmolt, als diese über den Verkauf ihrer halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee an das St. Johanniskloster in Lübeck urkunden 404. Der Urkunde hängt Detlevs rundes Siegel an 405. Es zeigt auf der Siegelfläche einen stehenden Helm von vorn gesehen, jederseits mit sechs Reiherfedern besteckt, die halbkreisförmig um eine halbe Scheibe gestellt sind. Dazu die Umschrift zwischen glatten Kreisen: + S' DETLEVI PARKENTIN . MILITIS. Dann ist Parkentyn holtzete militis am 11.01.1321 Zeuge, als Graf Johann III. von Holstein dem Lübecker Domkapitel die Windmühle bei Teschendorf im Kirchspiel Oldenburg zum Behuf gewisser Vikarien un Memorien verkauft406. Am 16.06.1321 ist Parkentyn Holtzatus militis - mit Marquardus de Priscendorpe famulus - unter den Bürgen, als die Ritter Johann von Kiel und Marquard von Godendorp dem Lübecker Bürger Eberhard Campsor die Hälfte ihres Dorfes Krumbek wiederkäuflich verkaufen 407. Dann ist Parkentin holtzatus am 08.09.1321 unter den Zeugen, als Graf Johann III. von Holstein dem Kloster Reinbek das Dorf Kirch-Steinbek verkauft 408. Wohl 1325 hatte Detlev sein Dorf Alt-Rathjensdorf (Radekestorpe) im Kirchspiel Heiligenhafen an den Lübecker Bürger Nicolaus Mornewech verkauft. Graf Johann III. von Holstein bestätigte den Verkauf „nostrum fidelem Detleuus Parkentin dictum holtzatum militem“ am 24.06.1325 409.


Danach hören wir von Detlev in den Urkunden nichts mehr, dennoch sind wir über sein weiteres Schicksal unterrichtet. Er wurde um 1331/1332 im Rahmen der Fehde der Parkentin mit dem Ratzeburger Bischof, der zur Plünderung von Selmsdorf führte, zusammen mit seinem Sohn Marquard (III) von Parkentin getötet („her Detleuues Parkentin Holzte, des ridders unde Make Parkentinen, Detleuues sone, de dar vor benomet is“) 410. Wegen dieses Totschlages schlossen die Parkentin am 23.04.1332 auf dem Priwall eine Sühnevereinbarung und legten den Streit durch Urfehde bei, wobei der Bischof 1500 Mk.lüb.Pf. als Sühne zahlte 411.


Kirche in Sandesneben


Volrad von PARKENTIN +vmtl. vor 23.03.1281


(III – 17); Ritter, herzoglich sächsischer Vasall mit Besitz in Sandesneben, Sohn Marquards (I), urk. 1278 - Volradus (de Parkentin) miles feodales noster erscheint nur ein Mal, am 07.10.1278, als er „in ipsa villa Schancegnewe unum mansum“ zur Ausstattung der neu gegründeten Kirche in Sandesneben schenkt 412. Er wird - wie sein Bruder Detlev (IV) - wohl schon vor de, 23.03.1281 tot gewesen sein. Nur so wird verständlich, dass Detlev (II) von Parkentin für das Seelenheil seines Oheims Marquard (I) eine Schenkung vornimmt und nicht dessen Söhne.



Detlev (IV) von PARKENTIN +vmtl. vor 23.03.1281


(III – 18); Ritter, herzoglich sächsischer Vasall, Sohn Marquards (I), urk. 1278 - Thetlevus (de Parkentin) miles noster etiam feodales erscheint ebenfalls nur ein Mal, am 07.10.1278, als er mit den übrigen Erben Marquards (I) (“et heredes Marquardi militis dicti de Parkentin“), seines und Volrads (I) Vaters für die neu zu errichtende Kirche in Sandesneben eine Hufe in Schiphorst schenkt 413. Auch er wird vor dem 23.03.1281 gestorben sein (siehe > III - 17). Detlev (IV) war möglicherweise der Vater der Brüder Detlev (VI) und Marquard (IV) „von Prieschendorf“ und damit Stammvater der Dassower Linie des Geschlechts.



Heinrich (V) von KULPIN +vor 23.03.1281


(III – 19); Früh verstorbener Sohn Johanns (I) von Kulpin. Sein Vater stiftete 40 Mk.lüb.Pf., woraus Propst Heinrich Holste am 23.03.1281 zwei Mk für Anniversarien zum Andenken an Heinrich bestimmte 414.



Ida von KULPIN

(III – 20); Yda laice de Colpin ist am 05.12.1336 - zusammen mit Johann (I) von Kulpin, für den 2 Mk bestimmt sind - als Empfängerin von 1 Mk aus Thandorf für Memorien genannt 415. Die Zuordnung Idas ist nicht möglich. Sie war am ehesten Tochter oder Witwe Johanns (I).




Die vierte Generation:



Marquard (II) von PARKENTIN +vor 23.04.1332


(IV – 21); Knappe, herzoglich-sachsen-lauenburgischer Vasall, Sohn Detlevs (II), Bruder von Heinrich (VI), urk. 1304 - Am 20.09.1304 gibt er als Sohn des Burgmannes Detlev (II) von Parkentin zu Ratzeburg seine Zustimmung beim Tausch von Zehnten in Niendorf AA an den Pfarrer Johann von Mölln in Siebenbäumen zur Bewidmung von dessen Kirche 416. Dann hören wir erst wieder in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 417 von ihm, wo er als - verstorbener - Vater von Detlev von Parkentin „zu Behlendorf“ bezeichnet wird.

Heinrich (VI) von PARKENTIN +nach 25.07.1335


(IV – 22); Knappe (1304/1306), Ritter (1312ff), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Sohn Detlevs (II), urk. 1304/1335 - Erstmals genannt wird Heinrich am 20.09.1304 beim Tausch von Zehnten aus Niendorf AA durch seinen Vater Detlev (II) 418. Am 25.11.1306 ist Hinricus de Parkentyn dann 21. und letzter Mitgelober bei dem Bündnis der Herzöge Albrecht III. und Erich I., sowie der Herzogin Margaretha von Sachsen mit der Stadt Lübeck gegen die Grafen von Holstein wegen der Zerstörung des festen Turmes zu Travemünde 419. Seine Nennung innerhalb der Zeugenreihe macht es sicher, dass er nicht identisch sein kann mit Heinrich (IV). Am 24.06.1312 ist Hinricus de Parkentin, mittlerweile Ritter, siebenter Zeuge, als Herzog Erich I. und seine Schwägerin Margarethe alle ihre Rechte an Lankow an das Domkapitel zu Ratzeburg verkaufen 420. Dann verkaufen Hinricus de Parkentin miles necnon Dithlews, fratruelis suus, eciam dictus de Parkentin ihrem Kaplan Johannes, Pfarrherrn zu Siebenbäumen, am 28.07.1315 eine jährliche Rente von 10 Mk aus villa Souenbomen, die nach dessen Tode bei der Pfarre verbleiben soll. Mitsiegler sind die Verwandten (“patrui nostri“) Conrad Wackerbart und Nothelm (III) von Parkentin 421. Am 24.09.1318 ist Hinricus de Parkentin, militis nostri Zeuge bei Herzog Erich I., als dieser dem Kloster Zarrentin gestattet, auf dem Teiche bei der Buchhorster Mühle bei Lauenburg einen Prahm zur Überfahrt zu halten 422. Am 13.05.1321 ist er erneut Zeuge bei Herzog Erich I., als dieser dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck aufs Neue den vollen Besitz des Hofes zu Falkenhusen sowie dem St.Johanniskloster zu Lübeck das Eigentum an den von diesem erworbenen Dörfern Utecht, Schattin, Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee bestätigt 423. Dann ist dominus Hinricus de Perkentin am 21.12.1321 erster Zeuge bei den Knappen Johann, Timmo und Emeko Mugfeld, als diese ihr halbes Dorf Albsfelde verkaufen 424. Als zweiter Zeuge fungiert dominus Hinricus miles de Parkentin am 25.04.1323 bei dem Knappen und Burgmann zu Lauenburg Maneko, als dieser dem Möllner Bürger Godekin Schnakenbek 9 Hufen in Behlendorf und Hollenbek verkauft 425. Der Urkunde hängt Heinrichs rundes Siegel an 426. Der stehende Schild ist quer- und unten schrägrechts geteilt, doch ist die Querteilung abweichend etwas über der Mitte. Die die vordere und untere Fläche ist dicht kreuzweise schraffiert. Im Grund neben und über dem Schild sind kleine Blumenverzierungen angebracht. Die Umschrift zwischen glatten Kreisen lautet: O S' . HINRICI . D' PARKENTIN O MILITIS : O : O :


Am 31.10.1323 erhalten her Hinrike van Parkentyn unde Detleue synes broder sone von ihrem Lehnsherrn, Herzog Erich I., „dat hogheste richte med bede unde myd swinsnydende und myd alleme rechte in Ghiselbertestorpe, Belendorpe, Parkentyn, Groten Manker, Guzter, de twe huue tho Lutteken Mankere, twe huue tho Hermanstorpe, Mankere molen, Smedeken molen unde Holenbekere molen“ zum Pfand 427. Danach ist Hinricus de Parkentyn militis Zeuge, als Herzog Erich I. gegen eine Abfindung von 200 Mk u. a. den Vertrag von 1295 genehmigt, in dem sein Onkel und seine Brüder dem Domkapitel zu Ratzeburg Eigentums- und Hoheitsrechte über die Güter des Kapitels im Lande Ratzeburg verkauft hatten 428. Erneut als Zeuge tritt Heinrich dann zwischen dem 28.02. und 15.04.1324 bei den Brüdern von Duvensee auf, als diese beurkunden, dass ihnen Herzog Erich I. Gerichtsbarkeit und andere Gerechtsame in Lankow verpfändet hat 429. In der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 erscheint Heinrich als Vater von Detlev (“Detlef Parkentin, hern Hinric Parkentines sone“) 430. Letztmals genannt wird Hinricus de Parkentin miles am 25.07.1335 als Bischöflich-Ratzeburgischer Vasall im Verzeichnis des von Bischof Marquard von Ratzeburg ausgegebenen Zehnten 431. Zusammen mit seinem Neffen Detlev „von Behlendorf“ trug er von Bischof Marquard „dimidia decima omnium bonorum suorum, que habent ultra Stekenitze“ zu Lehen. Heinrich war vermutlich der Vater von Detlev (VIII) Kulznig (V - 36).



Nothelm (III) von PARKENTIN +vor 10.01.1345


(IV – 23); Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1313/ 1334 - Nothelm und seine Mutter erscheinen am 06.07.1313 unter denjenigen, die dem Domkantor Hildemar eine größere Summe Geldes schulden, für die sie offenbar Besitz in Göldenitz und Sirksrade versetzt hatten (“item tenentur michi Nothelmus de Parkentyn et mater ipsius centum et quinquaginta marcas denariorum similiter Lubicensium, preter censum trium annorum de bonis meis que occupant in villis Goldeniz et Cyresrode“) 432. Als „patruus“ von Heinrich (VI) und Detlev „von Behlendorf“ ist Nodhelmi de Parkentin am 28.07.1315 Mitsiegler, als diese ihrem Kaplan eine Rente in Siebenbäumen verkaufen 433. Dieser Urkunde hängt Nothelms schildförmiges Siegel an. Es zeigt in gegittertem Feld eine rechte Spitze und die Umschrift 434: S' . NOT -- LM . PAR -- ENTIN. In der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 435 ist er als her Notlem Parkentin, en ridder und Bruder von Heinrich Parkentin bezeichnet. Am 21.04.1334 ist Notelmus de Parkentyn, militis Zeuge, als Herzog Erich I. dem Domkapitel zu Ratzeburg für 2100 Mk die Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf mit allen Hoheitsrechten verkauft und sie nebst Groß Mist zum Lande Boitin legt. Unter den weiteren Zeugen sind auch Dethleuus (Detlev VIII ?“Kulznig“) et Deth(leuus (Detlev VII „von Behlendorf“) de Parkentyn genannt 436. Das Verzeichnis der von Bischof Marquard von Ratzeburg ausgegebenen Zehnten vom 25.07.1335 nennt Notzelinus de Parkentin als Inhaber des halben Zehnten jenseits der Stecknitz (“de dimidia decima omnium bonorum suorum, que habet ultra Stekenitze“) 437. Vor dem 10.01.1345 ist Nothelm dann gestorben, denn die Urkunde nennt Walrauenus quondam filius domini Nottelmanni militis de Parkentyn 438.


Verheiratet war Nothelm (III) vermutlich mit einer Angehörigen der Familie von DUVENSEE, über die der Rufname Walrav in die Familie von Parkentin kam. Aus der Ehe stammen die Söhne


  1. Walrav (I) > V-37

  2. Nothelm (V) > V-38



Heinrich (VII) von PARKENTIN

(IV – 24), Knappe (?), genannt 1332 - Er wird nur ein Mal, am 23.04.1332 in der Sühnevereinbarung der Parkentin mit Bischof Marquard von Ratzeburg als Hinric Parkentin, dessuluen her Notlemes broder genannt 439.



Detlev (V) von PARKENTIN


(IV – 25); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall mit Besitz in Niendorf AA, urk. 1332/1334 - Über ihn ist so gut wie nichts bekannt. In der Sühnevereinbarung seines Geschlechts mit Bischof Marquard von Ratzeburg am 23.04.1332 wird der als Detlef „de dar wonet to Nygendorpe“ bezeichnet 440. Vermutlich ist er am 21.02.1334 als Dethleuus de Parkentyn unter den Adligen genannt, die den Verkauf der Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf an das Ratzeburger Domkapitel durch Herzog Erich I. bezeugen 441.



Nothelm (IV) HOLSATUS


(IV – 26); Knappe, Gräflich-Holsteinischer Vasall, Sohn Nothelms (II), Bruder von Eggert (IV), urk. 1317/1324 - Nothelm (IV) erscheint ausschließlich zusammen mit seinem Bruder Eggert (IV) urkundend, am 02.02.1317 beim Verkauf von Groß Timmendorf 442 und am 11.04.1324 beim Verkauf von Renten aus (Klein) Timmendorf 443. Ob er oder sein Neffe Nothelm (VI) derjenige ist, der in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 als zu Klein Timmendorf wohnhaft bezeichnet wird 444, lässt sich nicht entscheiden. Als ehemaligen Mitbesitzer von Groß Timmendorf nennen ihn dann noch die Urkunden vom 07.07. und 12.12.1351 445.



Eggert (IV) HOLSATUS +vor 23.04.1332


(IV – 27); Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, Sohn Nothelms (II), urk. 1303/ 1324 - Eggehardus filius domini Nothelmi Holtsati ist erstmals am 27.01.1303 unter den holsteinischen Rittern und Knappen genannt, die beurkunden, dass Siegfried von Plön und die Söhne Ottos von Plön sich verpflichtet haben, der Stadt Lübeck für die Zeit von vier Jahren mit 100 Bewaffneten zur Hilfe zu kommen. Die Adligen verpflichten sich zu solidarischer Haftung, dass solche Hilfe auf Erfordern auch geleistet wird 446. Dann ist Parkentin Ekkehardus holzte famulus Zeuge, als am 25.07.1313 die Grafen Gerhard IV. und Johann III. von Holstein dem lübschen Bürger Bertold Wechsler und dessen Bruder Heinrich das Dorf Gneversdorf verkaufen 447. Am 14.08.1313 ist Eghardus Holtsatus mit Hermann von Wigersrade Bürge, als Graf Gerhard IV. von Holstein über ein ihm von den lübschen Bürgern Segebodo Pape und Alwin von Herreke gegebenes Darlehn von 40 Mk. Lüb. Pf urkundet 448. Am 02.02.1317 erscheinen Echardus et Nothelmus fratres dicti Holsten unter den Verkäufern von Groß Timmendorf 449. Dann bezeugt Egghardo holtzato famulus am 02.02.1318 den Verkauf des Dorfes Sereetz im Kirchspiel Ratekau an Bischof Heinrich von Lübeck durch Graf Johann III. von Holstein. Schließlich versichern Eghardus et Nothlemus Holtzati fratres dem Domvikar Hermann von Bardewik zu Lübeck am 11.04.1324 für eine Schuld von 30 Mk. lüb. Pf u. a. Renten „in villa Tymmendorpe“ 450. Vor dem 23.04.1332 ist Eggert (IV) dann gestorben, denn in der Sühnevereinbarung seines Geschlechts mit Bischof Marquard von Ratzeburg wird er nicht mehr genannt. Als ehemaliger Mitbesitzer von Groß Timmendorf nennen ihn noch die Urkunden vom 07.07. und 12.12.1351 451.



(?)Tochter N. von PARKENTIN


(IV – 28); Sie ist eventuell als Tochter Nothelms (II) zu erschließen, die über ihre mutmaßliche Ehe mit N. von der WISCH den seltenen Rufnamen Nothelm in die Familie ihres Mannes brachte.



Eggert (V) HOLSATUS


(IV – 29); Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1317 - Echardus filius Echardi quondam fratris domini Detheleui Perkentyn (Holste miles) ist nur ein Mal, am 02.02.1317 als Mitverkäufer von Groß Timmendorf genannt 452. Als ehemaliger Mitbesitzer dieses Dorfes erscheint er dann noch in den Urkunden vom 07.07. und 12.12.1351 453. Weitere Umstände lassen sich erschließen. So war er aller Wahrscheinlichkeit mit einer Angehörigen der Familie von Buchwaldt verheiratet. Dies ergibt sich aus der Wahl des Rufnamens seines ältesten Sohnes Sivert und aus der Tatsache, dass dieser wiederholt zusammen mit Angehörigen der Familie von Buchwaldt zusammen urkundet. Aus dieser Ehe stammen die Söhne


  1. Sivert (I) > V – 41

  2. Eggert (VII) > V - 42

  3. ?Nicolaus (Claus I) gnt. Kreye > V - 43


(?)Tochter N. von PARKENTIN


(IV – 30); Sie lässt sich als mutmaßliche Tochter Eggerts (III) erschließen, die über ihre zu vermutende Ehe mit Walrav (I) von KRUMESSE den Rufnamen Eggert die Familie von Krummesse brachte.



Marquard (III) (PARKENTIN HOLSTE) ++1331/1332


Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, Sohn von Detlev (III) Parkentin Holste - Über ihn erfahren wir aus den Urkunden nur, dass er im Zusammenhang mit der Fehde mit Bischof Marquard von Ratzeburg wahrscheinlich 1331 zusammen mit seinem Vater getötet wurde. Die Sühnevereinbarung die sein Geschlecht mit dem Bischof am 23.04.1332 auf dem Priwall wegen dieses Totschlags schloss 454 spricht von hern Detleuus Parkentin Holzte, des ridders unde Make Parkentinen, Detleuues sone, de dar vor benomet is.



Tymmo von PARKENTIN

(IV – 32); Kanoniker der Ratzeburger Kirche, genannt 1302 - Tymmo de Parkentyn, canonicus Raceburgensis erscheint unter den Zeugen, als das Domkapitel zu Ratzeburg am 17.06.1302 dem Geistlichen Siegfried eine Rente von 5 Mk aus der Georgenkirche in Ratzeburg verkauft 455.



Detlev (VI) PARKENTIN von PRIESCHENDORF


(IV – 33); Ritter, fürstlich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Marquard (II), wohnhaft zu Dassow, oo N. NN., Kinder: Detlev (IX), Eggert (VIII), urk. 1301/(1335) - Die Herkunft von Detlev (VI) und seinem Bruder Marquard (IV.) ist unbekannt. Vielleicht waren sie Söhne von Detlev (IV)? Am 19.02.1301 kaufen „Makoni de Parkentin et Dethleuo fratri suo“ „villam nostram Dartzowe ... cum agris cultis et incultis, nemoribus, pratis, pascuis, paludibus, molendis, aquis aquarumque descursibus, piscaturis er generaliter in eisdem terminis“ für 610 Mk. von Fürst Heinrich II. von Mecklenburg (1287-1329) mit Einwilligung von dessen Vater Johann zu Mannrecht und mit niederem Gericht über Hand und Haar 456. Ob die Familie bereits zuvor in der Umgebung von Dassow, etwa in Prieschendorf, über Besitz verfügt hat, steht zu vermuten. Das Geschlecht der Parkentin hatte wohl schon bald nach der Zerstörung der Burganlage der Herren von Dartzowe im Jahre 1261 seinen Blick auf das so günstig am Übergang über die Stepenitz an der wichtigen Handelsstraße von Lübeck nach Wismar, Rostock und Stralsund gelegene Dorf gerichtet 457. Mit dem Erwerb von Dassow jedenfalls werden die Parkentin, die sich schon bald nach ihrem neuen Besitz auch „von PRIESCHENDORF“ nennen, an der Stepenitz heimisch. Sie bleiben für mehr als 440 Jahre.


Nach einer längeren Pause erscheint Dethleuus Parkentin militis dann wieder am 17.12.1314, als er mit Otto von Buchwaldt als Verwandter der Ritter Heinrich und Johann von Both deren Verkauf von 7 ½ Hufen in Kalckhorst an das St. Johanniskloster zu Lübeck bezeugt 458. Wieder bei Heinrich und Johann von Both bezeugen er, Otto von Buchwaldt und weitere Angehörige, darunter Marquard (IV) „von PRIESCHENDORF“ und Detlev (III) Parkentin Holste, am 25.04.1316 dann deren wiederkäuflichen Verkauf von insgesamt 15 Hufen in Rankendorf 459. Am 02.02.1317 ist Detleuus dicti Parkentyn de Pricendorpe und sein Bruder Marquard (IV) unter den Mitgelobern, als Detlev (III) Parkentin Holste und seine nächsten Angehörigen ihr Dorf Groß Timmendorf verkaufen 460. Dann sind die Brüder Detleuus et Marquardus de Parkentyn am 11.09.1318 unter den Bürgen, als Heinrich und Marquard von Lo ihren Hof und alle übrigen Besitzungen in Börzow an das Kloster Reinfeld verkaufen 461. Als am 24.02.1327 Johann und Heinrich von Both den von ihrem Vater Heinrich und ihrem Oheim Johann vollzogenen Verkauf von 15 Hufen in Rankendorf und 1 Mk Zins aus der dortigen Mühle an das St. Johanniskloster in Lübeck 462 bestätigen, sind Detleuus et Marquardus Parkentin, fratres dicti de Prizendorpe Bürgen 463.


1331 plünderte Detlev mit seinen Leuten das bischöfliche Dorf Selmsdorf im Lande Boitin. Da Bischof Marquard sie zu keinem Schadensersatz bewegen konnte, wandte er sich an seine Freunde, rief Söldner zu seiner Verteidigung zusammen und es kam zu einem Gefecht. Dabei wurden Detlev (III) Parkentin Holste und Make, Detlevs Sohn, sowie weitere Parkentinsche Genossen getötet. Die Folge war eine Fehde des Bischofs mit dem mächtigen und einflussreichen Geschlecht der Parkentin, die am 23.04.1332 auf dem Priwall verglichen wurde 464. In dem Sühnebrief erklären „Detlef van Parkentin, de dar wonet to Dartzowe, Detlef unde Eggert, dessulven Detleues sone, Marquard van Parkentin, de dar wonet to Pricendorpe, Hinric unde Reymer, dessuluen Marquardes sone, Syuerd unde Eggerd brodere van Parkentin, Notlem Parkentin, de dar wonet to Wendeschen Tymmendorpe, her Notlem Parkentin, en ridder, Hinric Parkentin, dessuluen her Notlems broder, Detlef Parkentin, de dar wonet to Nygendorpe, Detlef Parkentin van Belendorpe, hern Marquard Parkentines sone, Detlef Parkentin, hern Hinric Parkentines sone“ sowie ihre nächsten Verwandten „her Marquard unde her Hinric Broctorpe, ryddere, Wolf van Ratlowe, Emeke van Ratlowe unde Marquard van Ratlowe, Hinric unde Emeke van dem Lo, Eggert Sten unde Notlem van deme Nyghen Haghene“, dass Bischof Marquard und das Kapitel vollkommene Versöhnung (“ane ganze un ene endede zone un en ganz ended dingh“) erlangt habe, nicht nur wegen des Totschlags von Detlev (III) Holste und Make Parkentin, sondern auch wegen aller daraus entstandenen Folgen und dass er dafür in Lübeck bereits 500 Mk gezahlt und in zwei Terminen weitere 1000 Mk versprochen habe. Wenn dieses Geld gezahlt worden sei, so sollte eine vollkommene Sühne, wie es einer Sühne Recht ist, ewiglich in des Bischofs Hand gelobt sein. Die Parkentin beschworen dies durch eine Urfehde 465 .


In dem vom Schönberger Pfarrer Peter auf Befehl von Bischof Volrad von Ratzeburg (1335-1355) angefertigten „Verzeichnis der Vasallen des Stifts Ratzeburg“ (nach Aufzeichnungen von Bischof Marquard) vom 25.07.1335 besaßen Marquardus et Dethleuus armiger, fratres dicti de Pretzendorp den ganzen Zehnten in Pohnsdorf und Tankenhagen 466 .


Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau stammen die Kinder:


  1. Detlev (IX) > V–43

  2. Eggert (VII) > V-44


Marquard (IV) von PRIESCHENDORF


(IV – 34); Ritter (?), Bruder von Detlev (V), fürstlich-mecklenburgischer Vasall, wohnhaft zu Prieschendorf,  oo N. NN., Kinder: Heinrich (VIII), Reimer (I), Marquard (V), Detlev (X), Hermann (I), urk. 1301/(1332) - Zusammen mit seinem Bruder Detlev kauft Makoni de Parkentyn am 19.02.1301 Dassow 467. In der Folge erscheint er dann fast ausschließlich zusammen mit seinem Bruder urkundend 468.. Am 20.01.1319 ist Marquardus Parkentin unter den Bürgen, als die Brüder Gödeke, Heinrich, Vicke und Heinrich (Domherr zu Schwerin) von Bülow dem lübschen Bürger Johann Klingenberg die Einnahmen von 9 Hufen in Blüssen verkaufen 469. Dann ist Marquardus de Priscendorpe, famulus wohl am 16.06.1321 zusammen mit (Detlev) Parkentin Holste unter den Bürgen der Ritter Johann von Kiel und Marquard von Godendorp genannt, als diese ihr halbes Dorf Krumbek verkaufen 470. Zusammen mit seinem Bruder Detlev (VI) verzeichnet ihn das der Verzeichnis der von Bischof Marquard von Ratzeburg ausgegebenen Inhaber des ganzen Zehnten in Pohnsdorf und Tankenhagen 471.




Die fünfte Generation:



Detlev (VII) von PARKENTIN/von BEHLENDORF +vor 06.01.1392


(V – 35); +nach 06.10.1390/vor 06.01.1392; Knappe (1334), Ritter (1343ff), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall mit Besitz in Behlendorf, Sohn Marquards (II), urk. 1315/1387 - Wohl als minderjähriger Neffe von Heinrich (III) ist Detlev (VII) mit diesem zusammen in den Urkunden vom 28.07.1315 und 31.10.1323 genannt 472. Selbständig urkundend tritt er zuerst in der Sühnervereinabrung der Parkentin vom 23.04.1332 als Detlef Parkentin van Belentorpe, hern Marquard Parkentines sone in Erscheinung 473. Am 21.02.1334 ist Dethleuus de Parkentyn famulus unter den Adligen, die den Verkauf der Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf an das Ratzeburger Domkapitel durch Herzog Erich I. bezeugen 474. Nach dem Verzeichnis der von Bischof Marquard von Ratzeburg ausgegebenen Zehnten vom 25.07.1335 trug Dethleuus, filius Marquardi zusammen mit seinem Onkel Heinrich (III) „de dimidia decima omnium bonorum suorum, que habent ultra Stekenitze“ zu Lehen 475. Am 06.12.1343 schließen her Detleph gheheten van Parkentyn, seine Verwandten Detlev (VIII) und Walrav (I) sowie die von Krummesse, von Ritzerau, von Duvensee und von Grönau ein Schutzbündnis mit den Fürsten Albrecht I. und Johann IV. von Mecklenburg 476. Diese Urkunde belegt das Selbstbewusstsein des lauenburgischen Adels im Herrschaftsbereich der Bergedorf-Möllner Linie, die sich ja nur deshalb unter den Schutz der mecklenburgischen Fürsten stellen, weil sie ihre Rechte gegenüber der Ratzeburg-Lauenburger Linie der Askanier sichern wollen. Am 10.01.1345 verpflichten sich Detlews de Belendorpe miles, Detlews Kulznigk, Walrauenus quondam filius domini Nottelmanni militis de Parkentyn für sich und ihren Anhang gegenüber der Stadt Lübeck zu einem Waffenstillstand bis nach dem nächsten Osterfest. Genannt werden weiter Hinricus Tzorkothen und Nottelmannus als „patrui“ der Vertragschließenden 477. Dieser Urkunde hängt Detlevs rundes Siegel an 478. Der gelehnte Schild ist quergeteilt, oben mit weitläufigen Rauten schraffiert, unten schrägrechts geteilt, die vordere und und untere Fläche ist dich kreuzweise schraffiert. Über dem Schild steht ein Helm, der auf beiden Seiten mit fünf Reiherfedern auf einer halben Scheibe besteckt ist. Unter dem Helm ragen zwei verzierte Bänder vor. Die Umschrift zwischen Perlenkreisen lautet: + S' . DETLEVI . DE PARKENTIN MIL In der Folge findet sich dieses Siegel wiederholt 479.

Siegel Detlevs (VII) von Behlendorf (1345)


Am 01.09.1348 verbürgt sich Detlev (VII) zusammen mit dem Knappen Heinrich Tzorkothe und Walrav (I) von Parkentin für die von Hennekin Strikhose und Eberhard von Wickede der Stadt Lübeck geschworene Urfehde 480. Dann finden wir den Ritter Detlev Parkentin am 25.05.1351 in Nykjöbing beim Bündnis der Herzöge Albrecht I. von Mecklenburg und Erich I. von Sachsen-Lauenburg gegen die Grafen von Schwerin 481. Am 16.06.1351 ist Dethleuus Parkentyn miles mit anderen Adligen, darunter Notelmann Perkentyn, unter denen, die mit ihrem Lehnsherrn, Herzog Erich I. der Stadt Lübeck versprechen, die Landwehr auf ihre Kosten auszubauen und beständig zu unterhalten 482. Am 29.12.1351 ist Detlev (VII) - wieder mit Nothelm (V) - Mitgelober, als Herzog Erich I. das aus ritzerauischem Besitz erworbene Dorf Mechow dem Domkapitel in Ratzeburg übereignet 483. Dann ist Detleuus de Parkentin de Belendorpe, miles am 16.05.1353 zweiter Mitgelober bei den Brüdern Detlev und Heinrich von Grönau, als diese dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck alles Land vom Scheideberg zwischen Grönau und Falkenhusen bis Blankensee nebst dem Torfmoor und dem Barenbrok verkaufen 484.

Als die Herzöge Albrecht V. und Erich III. am 14.04.1359 ihre Herrschaft Mölln an die Stadt Lübeck verpfänden 485, wird der dortige landsässige Adel, die Krummesse, Ritzerau, Duvensee, Parkentin, dessen Güter zum Teil in der verpfändeten Herrschaft liegen, de facto zu Vasallen der Stadt. Dieser versprechen sie - anscheinend zum Teil widerstrebend - am 01.11.1359 zunächst vorläufig bis zu der nach der Rückkehr des außer Landes weilenden Herzogs Albrecht V. zu leistenden Huldigung Gehorsam zu leisten. Die förmliche Huldigung gegenüber der Pfandinhaberin erfolgte am 06.07.1360 486. Dann ist Detlef van Parkentyn, ridder, use leue man am 06.05.1360 erster Zeuge, als Herzog Erich III. über den Abschluss eines Friedensvertrages mit der Stadt Lübeck urkundet 487. Und als es im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen zwischen König Waldemar IV. von Dänemark und König Magnus II. von Schweden um die Vorherrschaft in Schonen König Waldemar IV. gelang, den mit Schweden verbündeten Herzog Albrecht II. von Mecklenburg am 10.08.1360 vor Helsingborg für einen Waffenstillstand zu gewinnen, indem er ihn zugleich mit Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg verglich, der allen Ansprüchen auf Albrechts Landen entsagte und darüberhinaus eine Eheabrede zwischen der Tochter Erichs II. und Magnus, dem jüngsten Sohn Herzog Albrechts II. zu Stande brachte, gelobten jeweils 30 Ritter und Knappen von jeder Seite diese Vereinbarungen. An der Spitze der lauenburgischen Vasallen steht der Ritter Dethlef van Parkentin van Belendorpe am als oberster Rat Herzog Erichs II. 488. Zeuge ist Dethlef van Parkentyn, ridder am 06.03.1361 auch, als Herzog Erich (III) mit der Stadt Lübeck auf drei Jahre einen Freundschaftsvertrag schließt 489. Dann ist domini Detleui de Parkentyn militis am 10.07.1362 zusammen mit Emekinus de Parkentyn und Heynekinus (de Parkentyn) Kulsingk Zeuge, als die Brüder Nicolaus und Hartwig von Bülow ihre Dörfer Schlagbrügge und Schlagresdorf gegen Goldensee und 1300 Mk.lüb.Pf. an das Domkapitel zu Ratzeburg vertauschen und dieses am 15.07.1362 bezeugt, den Tausch vor Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg verlassen zu haben und der Herzog seine Hoheitsrechte abtritt 490. Am 09.04.1363 ist dominus Detlews, miles de Parkentin, qui morans in Belentorpe Bürge für Nothelm (V) von Parkentin, als dieser Einkünfte aus Berkenthin verpfändet 491. Darauf finden wir hern Dethlof van Parkentyn am 13.07.1363 als Mitgelober für Eggert (II) von Krummesse, als dieser gelobt, Herzog Erich III. 20 Mk. jährlicher Hebung, die er in dem Gute zu Krummesse und Lüttenmark verpfändet hat, vor dem 25.07.1365 wieder einzulösen 492. Am 08.12.1363 begibt sich Detlev (VII) mit anderen Rittern und Knappen des Landes Ratzeburg, darunter Nothelm (V) von Parkentin, in den Dienst des Grafen Adolf VIII. von Holstein (1353-1370) 493. Am 15.11.1367 ist domino Detleuo de Belendorpe zugegen, als Herzog Erich III. erklärt, dass alle Rechnungsverhältnisse zwischen ihm und seinem verstorbenen Bruder Albrecht V. einerseits und dem Rate von Lübeck andererseits vollständig ausgeglichen seien, so dass die von beiden Teilen aus diesem Grunde ausgestellten Dokumente keine Gültigkeit mehr haben, mit Ausnahme jedoch der der Stadt Lübeck gegebenen Verpfändungsbriefe über die Stadt Mölln und den dortigen Zoll 494. Am 20.02.1368 ist Detlev (VII) Mitgelober bei den Herzögen Erich II. und Erich IV., als diese mit den Herzögen Albrecht I. und Heinrich III. von Mecklenburg einen zweijährigen Frieden schließen 495 bzw. als sich Herzog Erich III. diesem Frieden am 25.02.1368 anschließt 496. Am 29.06.1368 finden sich Ditleff van Parkentin riddere, Noteman van Parkentin, knape unter den in der Vogtei Mölln eingesessenen Adligen, die im Entwurf des Huldigungsreverses ihrer neuen Lehnherrin Lübeck genannt sind 497. Dann ist her Detlef Parkentyn van Belendorpe, riddere am 07.01.1370 erster Zeuge bei Herzog Erich III., als dieser der Stadt Lübeck sein ganzes Herzogtum verpfändet 498. Am 12.03.1371 urkunden Detlev (VII) ridder, Clawes vnde Johan, knapen gheheten van Parkentyn und der übrige in der Vogtei Mölln landsässige Adel über die dem Rat von Lübeck geleistete Pfandhuldigung 499. 1272 sind her Dethlef Parkentyn und Volrad von Tralau Sachwalter des Knappen Henneke Scharpenberch bei dessen Klage wegen der Ermordung seines Vaters Ludolf durch Lübecker Bürger gegen die Stadt Lübeck (“unde bidde iuk, dat gy my hir en recht vmme segghen“ 500). Dann ist domino Ditleuo Parkentyn militi am 10.03.1374 als Vasall Herzog Erichs III. in einer Urkunde genannt, in der Reiner, Thesaur von Schleswig, als päpstlicher Subsekretär ein Mandat an zahlreiche Erzbischöfe, Bischöfe und Geistliche erlässt, den Herzog wegen seiner Eingriffe in die Rechte des Bischofs von Ratzeburg über das Patronatsrecht an der Pfarrkirche und der Kapelle zum Heilig Kreuz in Bergedorf mit dem Bann zu belegen 501. Zusammen mit seinem Sohn Marquard (VIII) (“Detleuus de Parkentin miles, Marquardus de Parkentin filius dicti domini Detleui“) ist Detlev (VII) am 16.04.1374 einer der vier Bürgen für Detlev Rastorp, der sich verpflichtet, den lübschen Bürger Johannes von Hildesheim, der sich gegen Nicolaus Lange für 12 Mk.lüb.Pf für ihn verbürgt hat, deshalb schadlos zu halten 502. Dann ist her Detlef Parkentyn gheheten van Belendorpe, ridder zugegen, als die Brüder Johann und Eggert Wulf am 14.09.1374 erklären, Schloss und Weichbild Bergedorf von Herzog Erich III. und dem Rate von Lübeck zu treuer Hand erhalten zu haben 503. Einen Tag später ist strenuus vir dominus Detleuus de Parkentiin alias dictus de Belendorp, militis dabei, als Herzog Erich III Bischof Heinrich von Ratzeburg das Patronatsrecht an der Pfarrkirche in Breitenfelde und der Vikarie am St.Johannis-Altar in Mölln gegen das Zugeständnis des Patronatsrechts in der Pfarrkirche und Heilig-Geist Kapelle in Bergedorf überlässt 504. In der Folge bleibt dieser Tausch nicht umumstritten. Er wird erst am 28.01.1376 beigelegt, wobei Detlev wiederum als Zeuge auftritt 505.


Behlendorf: Kirche


In den Aufzeichnungen des Niederstadtbuchs der Stadt Lübeck über die Schuldverhältnisse benachbarter Fürsten und Adeliger zu lübschen Bürgern steht 1374 auch Dominus Detleuus Parlentyn dictus de Belendorpe verzeichnet 506. Er hatte von Heinrich Joden 110 Mk. lüb. Pf. geliehen. Als Mitlober „mit eener samender hand unde in ghuden truwen“ tritt Detlef van Parkentijn anders geheten van Belendorpe am 21.09.1375 für Marquard (III) von Krummesse auf, als dieser dem Lübecker Ratmann Johann Schepenstede die Hälfte seines Dorfes Groß Schenkenberg verkauft 507. Am 13.06.1376 bezeugt er dann auch den Verkauf der anderen Hälfte durch Heinrich (VII) und Johannes (VI) von Krummesse 508. Ebenso ist er am 29.09.1376 dabei, als Herzog Erich III. seinen lehnsrechtlichen Konsens erteilt 509. Als seine beiden Töchter Gheze (Gertrud) und Elisabeth (Elsebe) als Klosterfrauen in Reinbek aufgenommen werden, verschreibt ihnen ihr Vater, her Dethlef Parkentyn, eyn ridder „ver hove, beleghen to dem Kalen Campe, to yewelker hove twe mark gheldes, der se bruken scholen ere daghe mit alleme rechte, mit wysschen, mit holten, mit buschen, mit watere, mit weyde, mit broken unde mit den koten up der abderen zyde der Steknysse ... unde meynliken mit al der tobehoringhe, dat to den ver hoven voreschreven gy oldinghes bette hertho to gheleghen heft: des zwe tomole vry unde qwyth mit aller nut vnde vrucht ere daghe to erer nut vnde behuf vredezam vnde beqwemeliken bruken scholen, alze hern Dethleuues olderen vore vnde he na des gy vryest ghebruket hebben. Wan ok God voghed, dat der twyer zyner vorebenomeden dochtere eyn van desseme levende scheded, zo schal de andere dochter, der overblift an deme levende, al desses vorebenomeden ghudes allyhe wolm bruken to ereme levende yn as der wyze, alze hir voreschreven steyd. Wan ze aver beyde van ereme levende yn scheden zyn, zo schal al dit vorebenomede ghud wedder an de neghesten rechten erfnamen vallen qwyt und vry; alze yt vore wezen heft“. Herzog Erich III. gab zu dieser Regelung am 25.03.1377 seinen lehnsrechtlichen Konsens 510.


Als der Knappe Detlef Rastorp am 28.09.1379 den Rat zu Lübeck sechzig auszuwählende Eichen in seinen Hölzungen in Kulpin verkauft, sind Detlef van Parkentijn, wonaftich to Belendorp, ridder und Marquard sijn soen Zeugen 511 und am 17.11.1383 ist Detleuus de Parkentin miles Bürge bei der Urfehde der Knappen Burchard und Johann von Odzehude 512. Detlev (VII), Senior der lauenburgischen Ritterschaft, muss mittlerweile ein recht alter Mann von nahezu 80 Jahren gewesen sein, da er doch schon 1315, wenn auch noch als Minderjähriger, erstmals genannt wird. Als nun zwischen November 1383 und Juni 1387 sein Sohn und Erbe Marquard (VII) starb und seine Töchter im Kloster Reinbek versorgt waren, entschloss sich Detlev seinen gesamten Besitz, „dat ghantze dorp to Belendorpe mid deme houe vnde mit deme bergfrede de dar by beleghen is, den hof de gheheten is lutken anker, dat ghantze dorp ghisemestorp vnde vort twe houen in der veltmarke to hermenstorpe vnde de molen de by deme groten ankere beleghen is, vnde al dat, dat he hadde in deme dorpe to den groten ankere beleghen in deme stichte to razeborg mit alle eren tobehoringen also de in eren scheden beleghen syn mit ackere ghebuwet vnde unbebuwet, mit wischen, mit weyden, moren, bruken, holten, buschen, mit wateren stowet vnde vmghestowet, see vnde dyke mit vischereyen und mit aller nvttigkeit de van dessen benomeden ghude komen mach vor sostynhundert mark vnde twintich mark lubischer penninge“ an das Domkapitel in Ratzeburg zu verkaufen. Herzog Erich III. gab am 24.06.1387 seinen lehnsrechtlichen Konsens, behielt sich aber ein Wiederkaufsrecht und alle seine und seines Schlosses Ratzeburg Gerechtsame an diesen Gütern vor 513 und bezeugte am 24.07.1398 dass die Zehnten, „de her Detleff Parkentyn ridder vnde dat ganze slechte van de Parkentynere, de verstorven sind, hedden ghehad vnde hadden by eren levende over de Stekenitze vnde in unseme lande to Molne“, dem Stift und der Kirche Ratzeburg zugefallen sind 514. Die ihm verbliebenen Güter, die wohl außerhalb des askanischen Herzogtums lagen, schenkte Detlev am 06.10.1390 an seine „Veddern“, den Dompropst Detlev von Parkentin und Henning von Parkentin zu Prieschendorf 515.

Aus der Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau sind drei Kinder bekannt:


  1. Marquard (VI) > VI–53

  2. Gheze (Gertrud) > VI–54

  3. Elzabe (Elisabeth I) > VI-55


Vor dem 06.01.1392 ist Detlev (VII) von Behlendorf dann gestorben, denn an diesem Tage verkauft Herzog Erich IV. den ehemaligen Besitz von Ditlef Parkentyn, ridder, dem God gnedich sy und den das Domkapitel inzwischen wieder abgestoßen hatte, an Detlev (I) von Grönau 516. Als verstorbener ehemaliger Besitzer von Behlendorf wird Detlev (VII) dann noch in mehreren Urkunden genannt: 01.09.1394 517, 30.04.1424 518 und 16.11.1444 519.



Detlev (VIII) KULZNIG


(V – 36); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Sohn Heinrichs (III), urk. 1332/1345 - Erstmals genannt wird er offenbar als Detlef Parkentin, hern Hinric Parkentines sone in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 520. Detlev schließt dann am 06.12.1343 mit dem übrigen Adel der Mölln-Bergedorfer Linie des askanischen Herzogtums nach dem Tode von Herzog Albrecht III. zur Sicherung seiner Rechte gegenüber der Ratzeburg-Lauenburger Linie ein Schutzbündnis mit den mecklenburgischen Fürsten schließen 521. Die Reihenfolge seiner Nennung in dieser Urkunde (“Detleph gheheten van Parkentyn, her Detleph (van Belendorpe) und Walrauen van Parkentyn“) macht es so gut wie sicher, dass er identisch ist mit Detlews Kulznigk, der sich am 10.01.1345 mit Detlev (VII) von Behlendorf und Walrav (I) von Parkentin gegenüber der Stadt Lübeck zu einem Waffenstillstand bis nach dem nächsten Osterfest verpflichtet 522. Dieser Urkunde hängt sein Siegel an 523. Es zeigt einen quergeteilten stehenden Schild, der unten schrägrechts geteilt ist, wobei die vordere und untere Fläche schraffiert sind. Über dem Schild stehen drei Federn, die in den Schriftrand hineinragen. Die Umschrift zwischen glatten Kreisen lautet: + S* . DETLEVI PARKENTYN. Nach 1345 hören wir von Detlev (VIII) nichts mehr.



Walrav (I) von PARKENTIN


(V – 37); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Sohn Nothelms (III), urk. 1343/1348 - Er gehört am 06.12.1343 mit den übrigen Adligen der Mölln-Bergedorfer Linie des askanischen Herzogtums zu denen, die sich nach dem Tod von Herzog Albrecht III. zur Wahrung ihrer Interessen gegenüber der Ratzeburg-Lauenburger Linie unter den Schutz der Herzöge von Mecklenburg begeben 524. Zusammen mit seinen Verwandten Detlev (VII) von Behlendorf und Detlev (VIII) Kulznigk verpflichtet sich Walrauenus quondam filius domini Nottelmanni militis de Parkentyn am 10.01.1345 gegenüber der Stadt Lübeck zu einem Waffenstillstand bis nach dem nächsten Osterfest 525. Der Urkunde hängt Walravs schildförmiges Siegel an 526. Es zeigt auf der Schildfläche die Teilung wie bei Detlev (VIII) Kulznigk und die Umschrift zwischen glatten Linien: + S' WALRAVEN PARKENTIN. Dann ist Walrav am 02.04.1346 Mitgelober bei den Verpflichtungen des Knappen Henneke Hummersbüttel d. Ä. gegenüber Graf Johann III. von Holstein (1312-1359) 527. Letztmals erscheint er am 01.09.1348, als er sich mit Detlev (VII) von Behlendorf und Heinrich (VII) Tzorkothe für die von Hennekin Strikhose und Eberhard von Wickede der Stadt Lübeck geschworene Urfehde verbürgt 528.



Nothelm (V) von PARKENTIN


(V – 38); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall mit Besitz in Berkenthin, urk. 1345/1368 - Am 10.01.1345 wird Nottelmannus de Parkentin durch seine „patrui“ (= patruelis) Detlev (VII) von Behlendorf, Detlev (VIII) Kulznig und Walrav (I) bei deren Waffenstillstand mit Lübeck mitverpflichtet 529. Am 16.06.1351 ist Notelmannus Parkentyn famulus unter den Adligen der Vogtei Mölln, die sich gegenüber der Stadt Lübeck zum Unterhalt und zum Ausbau der Landwehr verpflichten 530. Dann ist Nothelman de Parkentin famulus zusammen mit Detlev (VII) Mitgelober bei Herzog Erich I., als dieser das aus ritzerauischem Besitz erworbene Dorf Mechow dem Ratzeburger Domkapitel übereignet 531. Am 01.11.1359 ist Notzelman de Parkentin armiger unter den Adligen der Vogtei Mölln, die ihrer neuen Lehnsherrin Lübeck vorläufig huldigen 532. Die förmliche Huldigung holt er am 06.07.1360 nach 533. Am 09.04.1363 verpfändet Notemannus dictus Parkentin seine Einkünfte aus dem von ihm an Hinze Reders überlassenen Teil von Berkenthin dem lübschen Bürger Ludolf Eckermann für 32 Mk.lüb.Pf. Bürgen sind „dominis Detlews, miles de Parkentin, qui moratur in Belendorpe, Hinrik Scorcote et Henneke Parkentin“ 534. Der Urkunde hängt Nothelms rundes Siegel an 535. Der geneigte Schild zeigt die übliche Teilung, nur ist die linke Seite der unteren Hälfte mit großen Rauten überzogen, deren jede ein Kreuzchen enthält. Die anderen Flächen sind glatt. Am Grund neben dem Schild sind Rankenverzierungen angebracht. Die Umschrift lautet S' NOTTHELMANI DE PARKENTIN. Am 08.12.1363 begibt sich Not(elmann) van Parkentyn mit zahlreichen Rittern und Knappen des Landes Ratzeburg in den Dienst des holsteinischen Grafen Adolf VII. 536. Dort finden wir Nottelmann Parkentyn famulus 1365 als Mitgelober bei den Brüdern Marquard und Hinrich Breyde zu Rykenbeke, als diese das Dorf Schulendorf im Kirchspiel Gleschendorf an die Brüder Albert und Konrad Brüggemaker verkaufen 537. Letztmals genannt ist Noteman van Parkentin am 29.06.1368, als er mit dem in der Vogtei Mölln eingesessenen Adel der Stadt Lübeck huldigt 538.


Heinrich (VIII) Tzorkothe/von PARKENTIN


(V – 39); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. (1341)1345/1367 - Vermutlich ist er als Heinrico Parkentin famulo am 18.12.1341 Mitgelober für Poppe von Vasmerstorpe, als dieser seinen Besitz in Bocholt unter Zustimmung seiner Brüder an den Lübecker Bischof Johannes (1331-1347) verlauft 539. Am 10.01.1345 wird Hinrico Tzorkothen als „patruus“ von Detlev (VII) von Behlendorf, Detlev (VIII) Kulznig und Walrav (I) von Parkentin durch deren Waffenstillstandsvereinbarung mit der Stadt Lübeck mit verpflichtet 540. Dann verbürgt er sich am 01.09.1348 mit Walrav (I.) und Detlev (VII) für die von Hennekin Strikhose und Eberhard von Wickede der Stadt Lübeck geschworene Urfehde 541. Ob er identisch ist mit jenem Hinricus Parkentyn, der am 30.08.1357 als Mitgelober beim Waffenstillstand der Brüder Vicko und Volrad von Lützow mit der Stadt Lübeck auftritt 542, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen. Für Nothelm (V) bürgt Hinrik Scorkote am 09.04.1363, als dieser Einkünfte aus Berkenthin verpfändet 543. Zuletzt genannt ist Hinricus Parkentyn alias dictus Sorcote am 27.03.1367, als er mit weiteren Angehörigen der Familie von Parkentin durch die Geistlichen der bremischen Diözese zum nächsten Gerichtstag nach Misericordia zitiert wird 544.



Nothelm (VI) von PARKENTIN


(V – 40); Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, Sohn Eggerts (IV), urk. 1317/1332 - Als Sohn Eggerts (V) („Nothelmus filius predicti Eckardi“) wird er am 02.02.1317 beim Verkauf von Groß Timmendorf erstmals genannt 545. Dann erscheint er vermutlich als Notlem Parkentin, de dar wonet to Wendeschen Tymmendorpe in der Sühnevereinabrung der Parkentin mit Bischof Marquard von Ratzeburg am 23.04.1332 546. Als ehemaliger Mitbesitzer von Groß Timmendorf nennen ihn noch die Urkunden vom 07.07. und 12.12.1351 547.



Sivert (I, Syfridus) von PARKENTIN +vor 19.06.1367


(V – 41); Knappe, gräflich holsteinischer Vasall in Hemmelsdorf, Sohn Eggerts (V), oo N. NN., Kinder: Henneke (Johann IV) Sack, Sivert (II), urk. 1332/1362 - Erstmals genannt sind Syuerd vnde Eggert, brodere van Parkentin in der Sühnevereinabrung vom 23.04.1332 548. Dann erscheint Syfridus de Parkentin famulus unter dem 16 holsteinischen Rittern und Knappen, die am 15.07.1336 den Knappen Volquin von Walstorp zur Beitreibung einer Geldforderung an die Stadt Lübeck bevollmächtigen 549. Dann ist Syuart Parkentin, Egherdes sone am 04.04.1339 Mitgelober bei seinen Verwandten Sivert und Otto von Buchwaldt, als diese dem lübschen Ratsherrn Johann von Schepenstede ihr Dorf Offendorf im Kirchspiel Ratekau verkaufen 550. Am 06.02.1340 tritt Sifridus Parkentin erneut als Mitgelober bei Siegfried von Buchwaldt auf, als dieser darüber urkundet, dass er dem Lübecker Bürger Hermann Crane wiederkäuflich sein Dorf Malkendorf verkauft hat 551. Dann ist er am 24.06.1350 Mitgelober bei Heinrich von Hamme, als dieser die Hälfte des Dorfes Lütjensee an den Dekan des Hamburger Domkapitels, Johannes, verkauft 552. Am 10.04.1353 tritt er als Mitgelober bei Volrad von Buchwaldt auf, der dem Lübecker Bürger Albrecht Brüggemann sein mittlerweile wieder eingelöstes Dorf Malkendorf verkauft 553. Darauf ist Sifridus de Parkentyn famulus am 06.04.1357 Bürge bei Marquard, Heinrich und Timmo von Buchwaldt zu Snikrode, als diese dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck für 1000 Mk. lüb. Pf ihr ganzes Dorf Gleschendorf verkaufen 554. Der Urkunde hängt Siverts schildförmiges Siegel an 555. Auf der Schildfläche steht ein Helm, der auf jeder Seite mit sechs Federn um einehalbe Scheibe halbkreisförmig besteckt ist. Unter dem Helm ragen zwei Bänder vor. Die Umschrift zwischen glatten Linien lautet: S' . SIFFRIDI . PARKENTHIN


1357/1359 ist Sivert (I) einer der Hauptakteure der Fehde mit Bischof Wipert von Ratzeburg 556. Am 23.07.1358 plünderte er mit seinen Genossen die Dörfer Groß und Klein Bünsdorf, Rottensdorf und Retelsdorf und am 24.01.1359 legten sie einen Hinterhalt bei Selmsdorf, überfielen und plünderten das Dorf und steckten es zum Teil in Brand. Dabei wurden zehn Leute des Bischofs getötet und über 70 gefangengenommen. Dann überfielen die Parkentin Schwanbeck, Zarnewenz und plünderten Malzow. Schließlich belegte Hermann, Abt zu St.Marien vor Stade als päpstlicher Konservator des Stifts Ratzeburg am 11.10.1359 Sivert (I) von Parkentin mit dem Bann 557.


1359 ist Sivert (I) Mitgelober, als Marquard Brokdorff, sein Sohn Heinrich, ferner die Söhne des Ritters Hinrik Brokdorff, Hartwig, Hinrik und Nicolaus, sowie Hildelenus de Brokdorp, der Sohn des verstorbenen Hildelevus ihr Dorf Kesdorf an das heiliogen Geist-Hospital in Lübeck verkaufen 558. Dann ist Sifridus de Parkentyn am 01.11.1360 Mitgelober bei den Brüdern Kredeke, Timmo, Siegfried und Hennekin von Buchwaldt, als diese den Lübecker Bürgern Albert, Konrad und Dietrich Brüggenmann ihr Dorf Hobberstorf im Kirchspiel Ratekau verkaufen 559. Dann bürgt Syfridus am 28.02.1361 für Heinrich und Marquard von Buchwaldt, als diese versprechen, mehrere, dem Lübecker Ratsherrn Dethard Sachtelevent verpfändete Güter binnen sechs Jahren wieder einzulösen und unter die Lehnshoheit des Grafen Adolf VII. von Holstein zurückzubringen 560. Erneut bei Heinrich und Marquard von Buchwaldt ist Syfridus am 20.03.1362 Mitgelober, als diese sich verpflichten, die an den lübschen Ratsherrn Hartwich Wullenpunt verpfändeten 10 Mk Einkünfte in Bühnsdorf, das Dorf Pohnsdorf, den dritten Teil von Sierksdorf, das Dorf Snikrode und das Dorf Garkau innerhalb von sechs Jahren zurückzukaufen 561. Dann ist Sivert am 25.06.1362 zugegen, als Graf Adolf VII. von Holstein den Verkauf des Dorfes Horstorf im Kirchspiel Rensefeld durch Siegfried von Buchwaldt an die Lübecker Bürger Albert und Konrad Brüggenann bestätigt 562.


Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau (eine BROKDORFF ?) stammen zwei, Söhne:

  1. Henneke (Johann IV) Sak > VI-60

  2. Sivert (II) > VI-61


Nach 1362 ist Sivert dann wohl gestorben, denn die Urkunde vom 19.06.1367, in der als Vater von Henneke genannt Sack und Sivert (II) genannt wird, nennt diese ganz offenbar als Erben ihres Vaters, die von Graf Adolf VII. Geld einfordern, das dieser ihrem Vater schuldete 563. Als Vater von Henneke und Sifrid erscheint quondam Syfridis Parkentyn, qui morabatur in Hemmyngestorpe in einer am 01.02.1382 in Plön ausgestellten Urkunde Graf Adolfs VII, in der dieser die von dem Lübecker Bürger Hinrich Witte verfügte Stiftung einer Vikarie, die mit dem Dorf Dudeschen Tymmendorpe ausgestattet ist, unter der Bedingung genehmigt, dass sie seinem Notar Eler Bunstorf übertragen wird 564. Dieser Urkunde ist zu entnehmen, dass die holsteinische Linie der Parkentin nicht nur in Groß und Klein Timmendorf begütert gewesen ist, sondern auch in Hemmelsdorf, wo sie neben den Buchwaldt einen Wohnsitz hatte.



Eggert (VI) von PARKENTIN


(V – 42); Knappe, gräflich holsteinischer Vasall, Sohn Eggerts (V), urk.1332 - Er ist nur ein Mal, am 23.04.1332 in der Sühnevereinbarung seines Geschlechts mit Bischof Marquard von Ratzeburg zusammen mit seinem Bruder Henneke genannt 565.



Detlev (IX) von PARKENTIN


(V – 43); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Detlevs (VI), urk. 1332 - Er wird nur in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 als Sohn Detlevs (VI) in Dassow genannt 566.


Eggert (VII) von PARKENTIN


(V – 44); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Detlevs (VI), urk. 1332 - Er wird nur in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 als Sohn Detlevs (VI) in Dassow genannt 567.



Nicolaus (I) PARKENTIN gnt. KREYE


(V – 45); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, urkundet 1334/1341 - 1334 wird Nicolaus Parkentyn dictus Kreye mit seinem „patruus“ (= patruelis) Hermann Parkentin und anderen Adligen in Lübeck wegen Ermordung des lübschen Ratsmannes Volmar von Attendorn verfestet. Herzog Albrecht I. von Mecklenburg als Lehnsherr verhieß den Lübeckern ein bedeutendes Mangeld oder Wergeld von den Familien der Täter zu beschaffen, um die Tat zu sühnen 568. Dann verpflichtet sich Nicolaus Parkentyn dictus Kreye famulus in einer zwischen dem 07. und 13.01.1341 ausgestellten Urkunde mit anderen Adligen gegen den Rat zu Lübeck und den dortigen Reitervogt Marquart Boom, für den den Gütern des Heiligen-Geist-Hospitals und des St. Johannis-Klosters zugefügten Schaden 70 Mk.lüb.Pf. zu zahlen 569. Der Urkunde hängt sein schildförmiges Siegel an 570. Es zeigt auf der Schildfläche einen stehenden Helm von vorne gesehen, der auf beiden Seiten mit sechs Reiherfedern besteckt ist, die halbkreisförmig um die halbe Scheibe geordnet sind. Die Umschrift lautet: + : S' . NICOLAI . PARKENTIN. Er war vielleicht mit jener ?Margaretha NN. verheiratet, die als Großmutter von Henning von Parkentin und Bischof Detlev von Ratzeburg bezeugt ist.



Heinrich (IX) von PARKENTIN +vor 22.09.1360


(V – 46); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Marquards (IV), urk. 1332/1357, oo ?Gisela NN. - Mit seinem Bruder Reimer (I) ist Hinric, Marquardes sone zuerst in der Sühnevereinabrung vom 23.04.1332 genannt 571. Am 24.02.1334 bezeugt er mit seinen Brüdern (“Marquardus, Hinricus, Reymarus, Detlevus dicti Parkentin, famuli“) den Verkauf von Diensten aus vier Hufen in Küssow durch Bernd von Plessen und Marquard von Hagen 572. Am 08.04.1347 gehören Hinricus (et) Hermannus de Parkentyn, filij domini Marquardi de Parkentyn, militis und ihre Vettern, die Brüdern Nikolaus, Heinrich, Heynekinus und Marquard von Parkentin, zu den Schenkern eines Grundstückes „sitam in villa Dartzow, quam inhabitabat quondam quidam dictus Tymmo Droghemolner“ an die Dominikaner in Lübeck. Die notwendige Bestätigung, die einzuholen die Schenker offenbar versäumt hatten, holte am 27.09.1397 Bischof Detlef von Parkentin auf Bitten des Predigerbruders Konrad Leest nach 573. Vor 1360 ist Heinrich (IX) dann gestorben, denn am 22.09. dieses Jahres gibt seine Witwe Ghischlen (Gisela) ihre Zustimmung, als Herzog Albrecht I. von Mecklenburg den Heinrich Kulebus mit dem Pfandbesitz eines Hofes zu Damshagen belehnt 574. Dann gehört Ghyselam, quondam Hinrici Perkentyn relicta vidua am 27.03.1367 mit weiteren Angehörigen der Familie von Parkentin zu denen, die von den Geistlichen der bremischen Diözese zum nächsten Gerichtstag nach Misericordia zitiert werden 575. Den Grund für diese Vorladung kennen wir nicht.



Reimer (I) von PARKENTIN


(V – 47); Knappe, fürstlich mecklenburgischer Vasall, Sohn Marquards (II), urk. 1332/1334 - Als Sohn Marquards (II) wird er in der Sühnevereinbarung vom 23.04.1332 genannt 576. Dann ist Reymarus dictus Parkentin famulus am 24.02.1334 mit seinen Brüdern Marquard (V), Heinrich (VIII) und Detlev (VIII) Zeuge bei den Knappen Bernhard von Plessen und Marquard von Hagen, als diese dem St. Johanniskloster zu Lübeck alle ihnen aus 4 Hufen in Küssow zustehenden Dienste verkaufen 577.



Marquard (V) von PARKENTIN


(V – 48); Knappe (1321), Ritter (1353), herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Marquards (IV), urk. 1321/1353 - Mit seinen Brüdern Heinrich (VIII), Reimer (I) und Detlev (X) bezeugt er am 24.02.1334 den Verkauf von Diensten an vier Hufen in Küssow durch die Knappen Bernd von Plessen und Marquard von Hagen an das St. Johanniskloster zu Lübeck 578. Nicht entscheiden lässt sich dann die Frage, ob eroder Marquard (IV) der Knappe ist, der im Verzeichnis der von Bischof Marquard von Ratzeburg ausgegebenen Zehnten mit Zehntenbesitz in Pohnsdorf und Tankenhagen genannt ist 579. Auf ihn bezieht sich dann aber eine am 12.11.1353 ausgestellte Urkunde, deren Echtheit umstritten ist, in der Herzog Albrecht I. von Mecklenburg dominus Marquardus Parkentyne militis, necnon Hermannus fratris eius, famulus und ihren Erben den Hof Johannsmühle mit 2 Hufen (“curiam nostram dictam Johansmolen cum duobus mansis agri“) verleiht. Gleichzeitig gestattet der Herzog den Parkentin den Wiederaufbau der alten Burg in Dassow (“Insuper iam dicti Parkentyne et ipsorum heredes castrum in Dartzouw reedificare possunt in loco, vbi prius fuerat situatum“ ) 580.



Detlev (X) von PARKENTIN


(V – 49); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Marquards (IV), urk. 1334/1335 - Detlev (X) bezeugt am 24.02.1334 zusammen mit seinen Brüdern Marquard (V), Heinrich (VIII) und Reimer (I) den Verkauf der Dienste aus vier Hufen in Küssow durch Bernd von Plessen und Marquard von Hagen 581. Ob er oder Detlev (VI) im Verzeichnis der von Bischof Marquard von Ratzeburg verlehnten Zehnten als Zehnteninhaber in Pohnsdorf und Tankenhagen 582 gemeint ist, lässt sich nicht sagen.



Hermann (I) von PARKENTIN


(V – 50); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn Marquards (IV), urk. 1334/1353 - 1334 wird Hermannus Parkentyn als „patruus“ (= patruelis) von Nicolaus (I) gnt. Kreye mit diesem und anderen Genossen wegen der Ermordung des lübschen Ratsmannes Volmar von Attendorn in Lübeck verfestet. Gegen ein bedeutendes Mangeld bzw. Wergeld wurde er wieder freigelassen 583. Am 08.04.1347 gehörte er mit seinem Bruder Heinrich (IX) und seinen „Vettern“ zu den Schenkern eines Grundstücks in Dassow an die Dominikaner 584. Mit seinem Bruder Marquard (V) erhält er angeblich am 12.11.1353 von Herzog Albrecht I. von Mecklenburg die Johannsmühle mit zwei Hufen sowie das Recht, die alte Burg bei Dassow wieder aufzubauen 585.


?Eggert (VIII) STEN

(V – 51); Knappe, er mag im Zusammenhang mit Emeke Sten (VI-57) stehen, für den zumindest Wappengleichheit mit den Parkentin nachgewiesen ist. Er erscheint am 23.04.1332 in der Sühnevereinbarung der Parkentin mit Bischof Marquard von Ratzeburg 586. Möglicherweise waren Eggert und Emeke Vater und Sohn. Eggert mag dabei am ehesten mit einer Angehörigen der Familie von Rathlow bzw. von der Lo verheiratet gewesen sein, die den Rufnamen Emeke in die Familie brachte.



?Nothelm (VII) von NEUENHAGEN


(V – 52); Knappe, er trägt den parkentinschen Leitnamen. In den Urkunden erscheint er am 23.04.1332 in der Sühnevereinbarung der Parkentin mit Bischof Marquard von Ratzeburg als Notlem van deme Nyghen Haghene 587. Bei ihm fällt auf, dass er sich nach Neuenhagen im Kirchspiel Kalckhorst nennt, das 1506 im Besitz von Hans (Johann) von Parkentin ist. Vermutlich gehört auch Nothelm von Neuenhagen zur Familie von Parkentin.




Die sechste Generation:



Marquard (VI) von PARKENTIN


(VI – 53); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Sohn Detlevs (VII), urk. 1374/1379 - Marquardus de Parkentin, filius dicti domini Detleui ist mit seinem Vater am 16.04.1374 Mitgelober bei Detlev Rastorp, als dieser sich verpflichtet, dem lübschen Bürger Johannes von Hildesheim, der sich gegen Nicolaus Lange für 12 Mk für ihn verbürgt hatte, deshalb schadlos zu halten 588. Der Urkunde hängt Marquards schildförmiges Siegel an 589. Es zeigt auf dem Schild die gewöhnlich Teilung und die Umschrift .. (M)ARQARDI X P.... Wieder mit seinem Vater bezeugt Marquard am 28.09.1379 den Verkauf von Eichen in seinen Hölzungen in Kulpin durch Detlev Rastorp 590. Bald danach ist Marquard (VI), noch vor seinem Vater, gestorben.



Gertrud (Gheze) von PARKENTIN


(VI – 54); Nonne, Tochter Detlevs (VII), urk. 1377/1397 - Als sie und ihre Schwester Elsabe als Klosterfrauen im Kloster Reinbek aufgenommen werden, verschrieb ihnen ihr Vater vier Hufen auf dem Kalen Kamp, jede Hufe mit einem Ertrag von 2 Mk. Dieser sollte ihnen Zeit ihres Lebens zustehen, danach aber wieder an die nächsten Erben zurückfallen. Im Falle des Versterbens einer der beiden Schwestern sollte die andere in den Genuss der vollen Summe kommen. Herzog Erich III. erteilt dieser Regelung am 25.93.1377 seinen lehnsrechtlichen Konsens 591. Gheze überlebte ihre Schwester. Am 14.08.1397 wird sie als Gheze Parkentyns, kostersche des Klosters Reinbek genannt, als dieses eine Rente von 10 Mk aus dem Dorfe Köthel verkauft 592.


Kloster Reinbek


Elsabe (Elisabeth I) von PARKENTIN


(VI – 55); Nonne, Tochter Detlevs (VII), urk. 1377 - Sie wird nur bei der Verschreibung der vier Hufen auf dem Kalen Kamp an sie und ihre Schwester Gheze durch ihren Vater als Nonne im Kloster Reinbek genannt 593.



Heynekinus (Heinrich X) gnt. KULSINGK


(VI – 56); Knappe, herzoglichsachsen-lauenburgischer und lübscher Vasall, urk. 1359/1368 - In den Urkunden erscheint er als Heynekinus Kulsingk bzw. Heyneke Parkentin. Dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, daran kann aufgrund seiner Bindungen zu den übrigen Angehörigen des Parkentinschen Geschlechts und seiner Nennung innerhalb der Urkunden kein Zweifel bestehen. Sein Beiname erinnert zudem auffallend an den von Detlev (VIII) Kulznig, dessen Bruder oder eher Sohn er wohl gewesen ist, da er nach dem Verschwinden von Detlev (VIII) Kulznig aus den Urkunden an dessen Stelle genannt wird. Am 01.11.1359 gehört Heyneke Kulsingk armiger zu den Adligen der Vogtei Mölln, die der Stadt Lübeck vorläufig huldigen 594. Dann bezeugt er am 10.07.1362, zusammen mit Detlev (VII) von Behlendorf und Emeke von Parkentin, den Tausch der Dörfer Schlagbrügge und Schlagresdorf durch die Brüder Nicolaus und Hartwig von Bülow (MUB XV, 9068). Als Heyneke Parkentin ist er am 09.04.1363 Bürge für Nothelm (V) von Parkentin, als dieser Einkünfte aus Berkenthin verpfändet 595. Der Urkunde hängt Heinrichs rundes Siegel an. Es zeigt auf stehendem Schild die gewöhnliche Teilung zeigt, wobei die linke obere Seite der unteren Hälfte fein gegliedert ist. Die Umschrift lautet: S' heynonis Parkentin 596.



Emeke PARKENTYN (?dictus STEN)


(VI – 57); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk.1362/1365 -Emeke Parkentyn famulus urkundet zunächst zusammen mit Detlev (VII) von Behlendorf: 10.07.1362 597 und 15.07.1362 598. Am 30.12.1365 erscheint er unter den Bürgen bei der Sühnevereinbarung Dietrichs und Bertolds von Ritzerau mit dem lübschen Vogt Thidericus Steynbeke 599. Der Urkunde hängt Emekes rundes Siegel an 600. Es zeigt einen auf der Fläche stehenden Helm, der zu beiden Seiten mit fünf Federn besteckt ist, die unmittelbar auf dem Helm stehen. Die Umschrift lautet: + S' EMMEKINI PARKENTIN. Sein Rufname kam vielleicht über die Rathlow zu den Parkentin, die ja 1332 bei der Sühnevereinbarung auf dem Priwall als sehr nahe Verwandte der Parkentin erscheinen.


Emeke Sten, Siegel 1362


In einer 1362 ausgestellten Urkunde über empfangenen Sold erscheint ein in lübschen Diensten stehender Emeke STEN unter zahlreichen anderen, offenbar nicht holsteinischen Knappen 601. Auffallend ist, dass dieser Emeke Sten ein Siegel führt, das völlig dem der Parkentin gleicht 602. Es zeigt auf dem Schilde eine querrechts liegende Spitze, die weitläufig rautenartig schraffiert ist. Dazu die Umschrift zwischen glatten Kreisen: . S' EMEKINI . STEN . Unklar bleibt, in welcher Beziehung Emeke Sten zur Familie Parkentin stand. Mir scheint Mildes Vermutung, dass sich hier nur ein einzelnes Glied der Parkentin nach seinem Beinamen nennt 603 plausibel. Emeke Sten wäre dann am ehesten gleichzusetzen mit dem sonst in Urkunden vorkommenden Emeke von Parkentin.



Claus (Nicolaus, II) von PARKENTIN


(VI – 58); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer und lübscher Vasall, Bruder von Johann (III), urk. 1354/1376 - Erstmals genannt wird er am 06.11.1354, als die Brüder Ludeke und Hermann Scharpenberg und Volrad Lützow in ihrem und Claws Parkentins, sowie Eler Modentins Namen mit der Stadt Hamburg einen Waffenstillstand schließen 604. In einer vor 1359 ausgestelleten Urkunde beschwert sich dann Herzog Erich III. von Sachsen-Lauenburg beim Rat der Stadt Lübeck, dass der Lübecker Bürger Ludeke von Mölln die Brüder Claus unde Johann Parkentin kindere, ihr väterliches Erbe in Besitz zu nehmen, in dem er eine Wiese abmähe 605. Fock 606 will in den Brüdern bürgerliche Vertreter sehen, die zufällig denselben Namen tragen wie ihre gleichzeitigen adeligen Namensvettern. Dafür fehlt indes der Beweis. Dann stellt Luder von Hagen am 11.11.1367 Claws unde Johanne brodere, Parkentyn heten, eine Obligation auf 29 Mk. lüb. Pf aus 607. Am 12.03.1371 gehört Clawes gheheten van Parkentyn zu den Adligen der Vogtei Mölln, die der Stadt Lübeck als Pfandinhaberin der Vogtei huldigen 608. Letztmals genannt wird Claus 1376 als „Getreuer“ Herzog Erichs III.



Johann (III) von PARKENTIN


(VI – 59); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer und lübscher Vasall, Bruder von Claus (II), urk. vor 1359/1371 - Johann urkundet stets zusammen mit seinem Bruder Claus: vor 1359 609, 11.11.1367 610. Am 12.03.1371 gehört Johan, knape, gheheten van Parkentyn mit dem übrigen Adel der Vogtei Mölln, die dem Rat zu Lübeck über die geleistete Pfandhuldigung urkunden 611.



Henneke (Johann IV) PARKENTIN dictus Sack +vor 01.02.1382


(VI – 60); Knappe, Sohn Siverts (I), gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1365/1368 - Henneke Parkentyn geheiten Sack unde Syuert Parkentyn, syn broder erscheinen unter den Hauptakteuren der Fehde der Herren von Buchwaldt mit der Stadt Lübeck. Bereits 1364 bekennt Herzog Barnim von Stettin, dass die von Buchwaldt und von Parkentin und ihre Helfer als besondere Feinde Lübecks von dem mit dem König von Dänemark bis zum 02.02.1368 vereinbarten Waffenstillstand ausgeschlossen sind 612. Am 23.05.1365 versuchen Bischof Bertram von Lübeck, Graf Heinrich von Holstein sowie die Knappen Otto Wensin, Volquin Parzow und Arnd von der Wisch zu vermitteln 613. Offenbar erfolgreich, denn am 19.04.1368 trat Heinrich von Buchwaldt der von den übrigen Angehörigen seiner Familie und den von Parkentin mit der Stadt Lübeck geschlossenen Sühnevereinbarung bei 614. Im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen verbürgen sich am 25.08.1366 die Knappen Detlev von Buchwaldt zu Swinkuhlen, Henneke Parkentin alias dictus Sack und Detlev, Sohn Volrads von Buchwaldt gegenüber dem Lübecker Rat für die Urfehde des Nikolaus Schickedanz 615 und am 08.09.1366 finden wir Johannes Parkentin dictus Zack unter den Bürgen, als Hartwig Westensee über die vollständige Erfüllung aller Punkte, der um den Totschlag seines Vaterbruders Marquard Westensee erkannten Sühne urkundet und den den Empfang des Wergeldes von 1000 Mk.lüb.Pf. Bescheinigt 616.


Johannes PARKENTIN dictus Sack, Siegel 1366


Außer bei Fehdehandlungen erscheint Henneke Sack bei Geldgeschäften. Am 14.10.1365 ist Johannes Sack, filius Sifridi Parkentin, famulus Mitgelober bei Iwan Bychel, als dieser bekennt, dem lübschen Bürger Albert Brüggemann 55 Mk schuldig zu sein. Er verpfändet ihm dafür die gesamte bewegliche Habe in seinem Hof Luschendorf und die ihm aus diesem Dorf zustehende Rente 617. Dann ist Johannes Parkentyn alias dictus Sack am 22.02.1366 Zeuge, als Lambert von Buchwaldt zu Wudole das Dorf Ratekau, den Hof zu Alt-Ruppersdorf mit See und Mühle, sowie den Hof Neuhof verkauft 618. Johannes siegelt hier mit dem Wappen der Meinerstorp: auf stehendem Schild eine aufrechte Spitze, die den Oberrand erreicht, die linke Seite des Grundes ist kreuzweise schraffiert, die rechte glatt, die Umschrift in einfachen Kreisen + . JOHAANUS . ....TIN. Wahrscheinlich identisch mit Johannes Parkentin dictus Zack ist Henneke Parkentin alias dictus Sack, der 1366 zusammen mit Detlev von Buchwaldt auf Schwienkuhlen und Detlev von Buchwaldt, Volrads Sohn, für Nicolaus Stackedans Urfehde schwört 619. Henneke siegelt hier mit einem abweichenden Wappen. Auf der Schildfläche steht ein Helm von vorne gesehen, an beiden Seiten desselben sind 6 Federn und eine halbrunde Scheibe befestigt. Das Wappen trägt die Umschrift: S’IOHIS . PARKENTIN 620. Am 19.06.1367 quittieren dann Hennekinus alias dictus Zak et Sifridus fratres dicti Parkentyn, filii quondam Sifridi Parkentyn Graf Adolg VII. von Holstein über die ihrem Vater geschuldeten Gelder, mit Ausnahme von 100 Mk, die der Graf Henneke schuldet 621. Als verstorben (“bone memorie“) werden Henneken et Sifridi fratrum dictorum Parkentyn, filiorum quondam Syfridi Parkentyn in einer am 01.02.1382 in Plön ausgestellten Urkunde genannt, in der Graf Adolf VII. von Holstein die von dem Lübecker Bürger Hinrich Witte verfügte Stiftung einer Vikarie mit dem Dorfe Dudesche Tymmendorpe unter der Bedingung genehmigt, dass sie seinem Notar Eler Bunstorf übertragen wird 622.



Sivert (II) von PARKENTIN + vor 01.02.1382


(VI – 61, Knappe, Sohn Siverts (I), gräflich holsteinischer Vasall, urk. 1365/1367 - Sivert (II.) urkundet ausschließlich zusammen mit seinem Bruder Henneke (IV.) Sack: 25.05.1365 623 und 19.06.1367 624, mit dem er an der Fehde mit Lübeck beteiligt war. Als verstorben wird er zusammen mit seinem Bruder Henneke in einer am 01.02.1382 von Graf Adolf VII. von Holstein in Plön ausgestellten Urkunde genannt 625.



Hartwig (I) von PARKENTIN


(VI – 62); Knappe, gräflich holsteinischer (?) Vasall, urk. 1366 - Hartighe van P(arkentin) knape ist am 21.06.1366 unter den holsteinischen Rittern und Knappen, die sich als Mitgelober in dem Vertrag, in dem Herzog Albrecht I. von Mecklenburg mit seinem Sohn Heinrich seinem Schwiegersohn, dem Grafen Adolf VII. von Holstein, verspricht, die vereinbarte Mitgift von 1500 Mk in drei Terminen zu zahlen, zum Einlager verpflichten 626.



Helmich (Helmold I) von PARKENTIN


(VI – 63); Kleriker (?) - Helmicus dictus Parkentyn schlichtet am 10.08.1368 mit Conrad Rorebrant, Kanonikus in Eutin, einen Streit zwischen Heinrich Gropeling (Dekan) und Dietrich Beverstede (Vikar an der Kirche zu Eutin) über die Einkünfte aus einer halen Hufe bei der Stadt Oldenburg 627.



Nicolaus (Claus III) von PARKENTIN +vor 22.09.1360


(VI – 64); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Detlev (XI) und Sohn der Margareta - Nicolaus Parkentyn, famulus ist am 14.02.1351 unter den Zeugen bei Herzog Albrecht I. von Mecklenburg-Schwerin, als dieser die in dem Privelegienbuch der Stadt Wismar enthaltenen Urkundenabschriften als den Originalen gleich bestätigt 628. Dann ist Claus Parkentyn, knape am 25.05.1351 in Nykjöbing unter den mecklenburgischen Adligen, die als Mitgelober ihres Lehnsherrn, Herzog Albrecht I., dessen Bündnisvertrag mit Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg gegen den Grafen von Schwerin bekräftigen 629. Am 30.03.1352 ist Nicolao Parkentyn famulo zugegen, als Herzog Albrecht I dem lübschen Bürger Bruno Holt das Eigentum des von den vom Lohe auf Gostorf gekauften Dorfes Mallentin verleiht 630. Am 20.02.1353 bekräftigt Clawese Parkentyne, knape als Mitgelober das Landfriedensbündnis zwischen Herzog Albrecht I. und Johann I./IV. von Mecklenburg-Stargard, den Grafen von Schwerin, der Stadt Lübeck und weiteren Städten. Auch bei der Verlängerung dieses Vertrages am 01.11.1354 wirkt er mit 631. Am 30.06.1353 ist er dann zugegen, als Herzog Albrecht I. den Verkauf des Dorfes Sievershagen von seiten der beiden Bolte Hasenkop (senior und junior) an das Kloster Rehna bestätigt 632. 1350/1354 erscheint Nicolaus Parkentin in den Prozessakten des Domkapitelprozesses gegen den Hamburger Rat 633. Mehrfach genannt wird er auch unter dem (01.)10.1354, als Bertram Behr und Marquart Beermann, Propst zu Rehna die für Herzog Albrecht I seit dem 19.03.eingehobenen und ausgegebenen Gelder verrechnen („sexdecim marce Lubicensis, quas prepositus in Rene ad se recepit ad persolucionem Nicolao Parkentin faciendam - item preposito in Rene XXX mr.Lub. Argenteorum ad persolucionem Nicolao Parkentin - item pro pantquitacione Nicolao Parkentin IIII mr - item Nicolao Parkentin C et XX florenos, quos prepositus Renensis recepit - item Nicolao Parkentin L marcas - item VIII florenos Lub. Pro 1 tonna vini persolucio Nicolai Parkentin - item CC mr. Puri, que fiebant Nicolao Parkentin“), um damit die Vogtei Grevesmühlen zurückzukaufen 634.


Verheiratet war Nicolaus (II) mit einer Frau namens Ermegard, deren Geschlechtsnamen wir leider nicht kennen. Aus dieser Ehe stammen drei Söhne:


  1. Henning (Johann V) > VII–72

  2. Detlev (XII) > VII-73

  3. Sohn N. (ohne Angabe seines Rufnamens 1382 als Bruder von Henning und Detlev (“suorum fratrum“) genannt)


Vor dem 22.09.1360 ist Nicolaus dann gestorben, denn unter diesem Datum erscheint Claus Parkentin, „dem God gnedich si“ als Vater von Henning und dessen „brodere“ 635. Seine Witwe Ermegardis „quondam Nicolai Parkentyn relicta vidua“ wird mit anderen Angehörigen der Familie am 27.03.1367 von den bremischen Geistlichen zum nächsten Gerichtstag nach Misericorsia zitiert 636.



Detlev (XI) von PARKENTIN


(VI – 65); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Claus (III) und Sohn der Margareta - Zusammen mit seiner Mutter Margareta hatte Detleuus Parkentyn zu Ehren von St. Marien und aller Heiligen eine Vikarie in Dassow gestiftet und diese mit einem Hof in Dassow, zwischen Hicolaus Rentzack und Heinrich Lange gelegen, sowie einer Hufe und einer Wiese in einem Orte, der Schöre hieß, dotiert. Darüber hatten sie die Bewilligung des Landesherrn eingeholt, es aber versäumt, auch die Bestätigung des Bischofs einzuholen 637. Diese holten am 04.05.1382 Detlevs Neffen, Henning und der Domherr Detlev, nach 638: „... religiosus vir Detleuus de Parkentyn nostre Razeburgensis ecclesie canonicus et Henninghus de Parkentyn armiger nostre diocesis, frater suus, iidem Detleuus et Henninghus suorum fratrum ac Nicolai de Parkentyn, patrui sui, nomine nobis humiliter supplicarunt, quatinus quandam vicariam perpetuam dudum per quondam felicis memorie Detleuum de Parkentyn, suum patruum et Margaretam, ipsius quondam Detleui necnon quondam Nicolai de Parkentyn patris ipsorum matrem, suam vero auiam, de quadam curia in villa Dartzowe intra domum Nicolai Puntzack ab vna parte et domum Hinrici Langhen parte es altera situatam cum quodam manso eidem curie, quam eciam Marquardus Krege nunc ipsius vicariae perpetuus vicarius, prout alii sui predecessores vicarii inhabitare conseuerunt, nunc inhabitat, adiacenti et de quodam prato, quod in loco, qui Schøre wulgariter nuncupatur, situm dinoscitur, cum omnibus suis pertinencis, proprietatisbus, libertatibus et vtilitatibus eciam de beneplacito, licencia et consensu dominorum terre, qui tunc vixerunt, ad laudem et gloriam die omnipotentes ac gloriosissime semper virginis Marie genitricis sue omniumque sanctorum suorum, necnon ob suarum suorumque parentum et heredum animarum remedium et salutem in ecclesia parrochiali Dartzowe de voluntate tunc rectoris ecclesie salubriter fundauerunt ....“.



Nicolaus (Claus IV) von PARKENTIN


(VI – 66); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Marquard (VII), Heinrich (XI) und Heyneke (Heinrich XII), urk. (1347)/1351(1397) - Am 08.04.1347 gehört er mit seinen Brüdern und seinen „Vettern“ Heinrich und Hermann von Parkentin zu den Schenkern eines Grundstücks in Dassow an die Dominikaner in Lübeck. Bischof Detlev von Parkentin bestätigt diese Schenkung am 27.09.1397 639. Am 08.12.1351 belehnt Herzog Albrecht I. dilectis nostris fidelibus Nicolao, Makoni, Hinrico et Heynekino fratribus, famulis dictis de Parkentyn mit dem höchsten Gericht und der Bede des Dorfes Dassow (“supremum iudicium, videlicet manus et colli, ville Dartzowe in omnibus suis metis distinctivis, cum omnibus precariis, quas ibidem hucusque hebebamus, ea commoditate, utilitate et libertate, quemadmodum ipsium liberiis possedimus, perpetius temporibus libere et pacefice possidendum“). Diese Privilegien machen die Parkentin zu den eigentlichen Herren des Ortes 640.



Marquard (VII) von PARKENTIN


(VI – 67); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Nikolaus (IV), Heinrich (XI) und Heyneke (Heinrich XII), urk. (1347)1351(1397) - Er urkundet zusammen mit seinen Brüdern (1347)/27.09.1397 und am 08.12.1351 641.



Heinrich (XI) von PARKENTIN


(VI –68); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Nikolaus (IV), Marquard (VII) und Heyneke (Heinrich XI), urk. (1347)1351/1357(1397) - Er urkundet zusammen mit seinen Brüdern (1347)/27.09.1397 642 und 08.12.1351 643. Vielleicht ist er jener Hinricus Parkentyn, der am 30.08.1357 mit den Brüdern Vicko und Volrad von Lützow über den mit der Stadt Lübeck bis nächsten Martini geschlossenen Waffenstillstand urkundet 644. Der Urkunde hängt Heinrichs schildförmiges Siegel mit der Umschrift + S' HINRICI . PARKENTI(N) an 645.



Heynekinus (Heinrich XII) von PARKENTIN


(VI – 69); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Bruder von Nikolaus (IV), Marquard (VII) und Heinrich (XI), urk. (1347)1351(1397) - Er urkundet zusammen mit seinen Brüdern (1347)/27.09.1397 und 08.12.1351 646.


Marquard (VIII) von PARKENTIN +vor 15.-29.04.1375


(VI – 70); Domherr (1357), Dompropst (1369/1373) - Eine Einordnung in die Parkentinsche Stammtafel ist nicht möglich. Der Domherr Marquardus Parkentyn ist erstmals genannt, als Bischof Wipert von Ratzeburg am 20.09.1357 Schädigungen des Kirchengutes mit kirchlichen Strafen belegt und auf Bitten des Domkapitels die Marienkirche zu Wismar und die Nikolaikirche in Grevesmühlen dem Tafelgute des Domkapitels, sowie die Nikolaikirche in Wismar dem bischöflichen Tafelgut incorporiert 647. Am 30.08.1360 gibt er mit dem Domkapitel seine Zustimmung, als Bischof Wipert die Kirche zu Grabow dem Tafelgut des Klosters Eldena incorporiert 648. Dann hören wir erst am 11.06.1369 wieder von ihm, als Papst Urban V. dem Offizial zu Ratzeburg befiehlt, die Propstei zu Ratzeburg, die durch die Weihe Bischof Heinrich von Ratzeburg erledigt ist, dem Priester und Kanonicus Marquard von Parkentin zu verleihen 649. Am 21.10.1370 ernennt Papst Urban V. den Ratzeburger Propst Marquard von Parkentin, den Abt des Klosters St.Michaelis zu Lüneburg und den Dekan von Lübeck auf drei Jahre zu Konservatoren des Prämonstratenserklosters St.Georg vor Stade 650. Der Urkunde hängt sein Siegel mit der Umschrift: S' MARQVARDI : die : P(RE)P(OSI)TI ECC(LESI)E RAZEBURGEN(SIS) an. Am 03.02.1372 einigen sich Propst Marquard und das Domkapitel mit Zustimmung von Bischof Heinrich über die Aufteilung der Kapitelseinkünfte 651. Dann bezeugt Marquardus die gratia prepositus am 03.02.1373 mit dem Domkapitel den Kauf einer Rente von 24ß, zahlbar vom Hof Schlagsdorf, durch die Testamentsvollstrecker des Witte Tymmeke. Das Geld ist für eine Memorie des Witte Tymmeke bestimmt 652.


Vor dem 09.04.1375 ist Marquard dann gestorben. Dies ergibt sich aus einer von Papst Gregor XI. (1376-1394) in Avignon ausgestellten Urkunde 653, in der dieser den Offizial von Ratzeburg beauftragt, dem Kanonikus Zeghehard Schilsteyn zu gestatten, dass er die ihm durch die Patrone, den verstorbenen Propst Marquard von Parkentin, den verstorbenen Prior Johann und das Kapitel zu Ratzeburg vormals verliehene Pfarrkirche zu Grevesmühlen behalten darf. Eine weitere, zwischen dem 15. und 29.04.1375 ausgestellte Urkunde nennt Dominus Marquardus Parkentyn quondam prepositus in Raszeborgh ein letztes Mal 654.



?Margareta (II) von PARKENTIN


(VI – 71); Nonne im Kloster Ütersen – Sie bevollmächtigte am 23.09.1360 zwei Lübecker Bürger, 4 Mk Rente „quas habeo in domo domini Tidemanni Stokeleyt felicis memorie“ zu kündigen 655.




Die siebente Generation:


Henning (Johann V) von PARKENTIN +nach 15.02.1415


(VII – 72); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn von Claus (III), urk. 1360/1412 - Henningh Parkentin, Claus Parkentines sone, dem god gnedich si, erscheint am 22.09.1360 vor Herzog Albrecht II. von Mecklenburg in Schwerin und bekennt, „dat he mid rade vnde mid wolbort siner moder vnde ok vor Ghischlen, de sines vedderen Hinrikes huswrowe wesen hadde, vnde na rade siner negesten vrunt heft den hof, dese licht tu dem Thomashagen by Hermen Stormes houe, mid alle siner tubehoringhe, alz he in siner scede licht, also alz en sine olderen em gheerut hebben vnde alz he sin is, ghesat vnde ghelaten tu eme rechten weddescatte vnsem leuen, truwen manne Hinrik Kulebusche vnde sinen rechten eruen vor voftehalf hundert mark Lubiscer suluer pennighe, de he em rede vntwuren heft“. Herzog Albrecht bestätigt die Verpfändung des Hofes in Damshagen und belehnt Heinrich Kulebuss damit 656. Der Vertrag band auch die noch unmündigen Brüder Hennings sowie „sine vedderen, Hinrich Parkentines kindere“. Am 27.03.1367 werden Hennyngum Parkentyn, Hinricum Parkentyn alias dictum Sorkote, laicos, Ermegardem, quondam Nicolai Parkentyn, et Ghyselam, quondam Hinrici Parkentyn, laicorum relictas viduas“ auf Befehl des Abts des Marienklosters zu Stade, Nikolaus, durch die Geistlichen der Bremischen Diözese zum nächsten Gerichtstag nach dem Sonntage Misericordia zitiert. Der Anlass wird nicht mitgeteilt 657.


Nach 1367 schweigen die Quellen für längere Zeit. Ab 1682 sehen wir Henning dann in zahlreichen Urkunden zusammen mit seinem Bruder Detlev, dem Domherren, Dompropsten und - ab 1395 - Bischof von Ratzeburg. Am 04.05.1382 stellen Detleuus de Parkentyn, nostre Razeburgensis ecclesie canonicus et Henninghus de Parkentyn armiger nostre diocesis, frater suus ... et suorum fratrum ac Nicolai de Parkentyn, patrui sui ... dem Bischof vor, dass Detlev, ihres Vaters Nicolaus Bruder und Margaretha, ihre Großmutter, vor Zeiten in der Kirche zu Dassow eine Vikarie gestiftet und sie mit einem Hofe in Dassow sowie einer Hufe und einer Wiese ausgestattet hatten. Dabei war es seinerzeit versäumt worden, die bischöfliche Zustimmung zu dieser Stiftung und über die durch den Vikar Marquard Kreye erfolgte Zustiftung von einer weiteren Hufe einzuholen. Bischof Heinrich bestätigte nun die Stiftung und traf dabei auch Bestimmungen über das Patronat dieser Vikarei. Der sollte bei der männlichen Linie (“per lineam masculinam“) der Stifter bleiben und nach deren Erlöschen oder der Abwesenheit derselben von Dassow dem Bischof zufallen 658. Henning ist dann Zeuge bei den Ankäufen seines Bruders, der mittlerweile den Ratzeburger Bischofsstuhl erklommen hatte:

  • am 02.06.1397, als die Brüder von Lobecke zugunsten von Bischof Detlev von Ratzeburg auf ihre Ansprüche auf Rodenberg verzichten 659

  • am 14.06.1397 den Verkauf der Dörfer Samkow und Pogez sowie ihres Anteils an der Mordmühle durch die von Bülow auf Röggelin und Zibühl 660 und den Verkauf des karlowschen Besitzkomplexes 661

  • am 28.02.1400, als Bischof Detlev sein Gut und Dorf Kampenwerder und den Grund und Boden zu Stintenburg im Tausch gegen Walksfelde Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg überlässt 662


Am 22.11.1398 ist Hennink Parkentyn, unser broder, knape Zeuge, als Bischof Detlev zur Begleichung seiner Schulden dem Domkapitel wiederkäuflich seinen Anteil am höchsten Gericht in den Kapitelsgütern im Lande Boitin verkauft und dafür das Dorf Schmachthagen und 300 Mk in bar erhält 663. Am 21.03.1403 verpfändet Bischof Detlev von Ratzeburg Hennynghe Parkentyne usen leven broder, um ihm wegen einer für die Ratzeburger Kirche geleisteten Bürgschaft Sicherheit zu geben „unsen bysschupen hoff vnde sloet myt deme wicbelde benomet Schonenbergh, myt molen, myt deme houe to Clucstorp anders geheten vnsen buhoff des vorbeneomeden slotes, vnde dartho myt alle deme ghude beweghelik vnde vnbeweghelik, thyns, denst, pacht, thegeden, bede, rechticheyd, vryheyd, herschup vnde nutticheyd, dat wij nach vnvorzaat hebben ...“ 664. Wenig später, am 17.01.1404 verkauft Bischof Detlev seinem Bruder dann für 200 Mk auch den Zehnten „in den dorpen vnde gantzen ghude to Johanstorpe vnde Zeedorpe, twysschen Dartzowe vnde Mummendorpe beleghen in vnseme ... stichte Razeburgh“ auf 12 Jahre unter Vorbehalt des Rückkaufs 665.


In mehreren Urkunden sehen wir Henning von Parkentin als Augenzeugen bei der großen Auseinandersetzung zwischen der dänischen Königin Margarethe und dem mecklenburgischen Herzog Albrecht II. (1379-1412), der als König Albrecht I. von Schweden (1363-1389) zum unglücklichen Kontrahenten der großen Königin wird. Nach der Gefangennahme des schwedischen Königs Albrecht bei Falköping im Jahre 1389 und seiner Gefangensetzung auf der Feste Lindholm, stellten sich alle mecklenburgischen Lande, Mannschaft und Städte, in seltener Einmütigkeit in den Dienst ihres angestammten Fürstenhauses. Davon legen die Bündnisse zwischen Fürsten, Städten und Adeligen vom Mai 1391 beredtes Zeugnis ab 666. So verband sich auch Hennigh Parkentyn am 18.05.1391 mit dem übrigen Adel der Vogtei Grevesmühlen unter denen, die sich mit den Herzögen von Mecklenburg und den Städten des Landes Mecklenburg und des Bistums Schwerin gegen Königin Margarethe von Dänemark verbinden, um den gefangenen König Albrecht zu befreien 667. Am 17.06.1395 ist Henning in Lindholm unter den mecklenburgischen Vasallen, die sich für die Einhaltung des dreijährigen Friedens zwischen König Albrecht von Schweden und Königin Margarethe von Dänemark verbürgen 668. Einen Tag später, am 18.06.1395, finden wir Henning in Skanør mit Claus von Parkentin und anderen mecklenburgischen Adligen, die sich den Städten Rostock und Wismar gegenüber zu einer Schuld von 1000 Mk.lüb.Pf. als dem Drittel der von Mecklenburg an die Hansestädte für die Bewachung Stockholms zu zahlenden Summe bekennen 669. Der Urkunde hängt Hennings Siegel an. Am 08.09.1395 ist Henningk Parkentyn unter den 35 mecklenburgischen Rittern und 49 Knappen, die mit ihren Lehnsherren, den Herzögen Johann II. und Johann IV. von Mecklenburg den Städten Lübeck, Stralsund, Greifswald, Thorn, Elbing, Danzig und Reval versprechen, sich wegen der von ihnen übernommenen Bürgschaft für den Vertrag zwischen Königin Margarethe und König Albrecht und dessen Sohn Erich über die Einlassung der beiden Letzteren aus der Gefangenschaft, beständig not- und schadlos halten zu wollen 670. Mit der gesamten mecklenburgischen Ritterschaft bezeugt Henning dann am 25.05.1399 die Verpfändung Gotlands und der Stadt Visby durch König Albrecht von Schweden und Herzog Johann IV. von Mecklenburg an den Deutschen Orden 671.


Bei seinen Standesgenossen tritt Henning wiederholt als Zeuge, Mitgelober oder Bürge auf. Am 28.01.1382 sehen wir Hennyngus de Parkentyn, armiger wieder als Bürgen bei Heinrich von Lohe, als dieser dem Bischof Heinrich II. von Ratzeburg (1367-1388) seinen Hof in Rüschenbek verkauft 672. Der Urkunde hängt Hennings Siegel - ein rechts geneigter Schild mit schräg linker Spitze und der Umschrift S' HENNING PARKE(N)T - - an. Dann ist Henning am 30.03.1387 Bürge bei der Urfehde des Knappen Volrad von dem Broke und seiner Söhne 673. Auch dieser Urkunde hängt Hennings rundes Siegel an 674. Es zeigt den gelehnten quergeteilten Schild, der unten schrägrechts geteilt ist. Die linke obere Hälfte ist dicht schraffiert und aufliegend; darüber steht ein Helm von vorne gesehen, mit unzerschlitzter Helmdecke, einem Wulst und darüber fünf aufrechtstehende Reiherfedern. Helm und Helmzier reichen in den Schriftrand hinein. Die Umschrift zwischen Perlenkreisen lautet: S' HENNGHI PARKENTIN.


Siegel Hennings von Parkentin (1387)

Am 24.04.1388 und 18.01.1389 ist Hennyng Parkentyn, knape - zusammen mit seinem Vetter Claus (V) - Mitgelober bei Henning von Bülow, als dieser dem Kloster Rehna seine Besitzungen und Hebungen in Benzin verkauft 675. Den Urkunden hängen Hennings runde Siegel an. Das erste zeigt im rechts gelehnten Schild eine rechte Spitze, darüber ein Helm mit wallenden Helmdecken, dessen Helmzier abgebrochen und die Umschrift S' HENNIGHI PARKENTIN. Das zweite Siegel zeigt ebenfalls einen rechts gelehnten Schild, unter einem Schildeshaupt schräg rechts geteilt, darüber ein Helm mit Helmdecken und besteckt mit fünf Reiherfedern sowie der Umschrift S' HEN(NIG)I PARKENTIN X. Am 22.01.1392 ist Hennyngk van Parkentyn mit seinem Bruder hern Detlef Parkentyn prouest Zeuge, als Gottschalk von Züle an Bischof Gerhard von Ratzeburg (1388-1395) sein Lehngut Steinburg verkauft 676. Darauf bezeugt er mit Clawes Parkentyn am 02.06.1392 den Verkauf des halben Dorfes Rankendorf durch Volrad von dem Broke an das St.Johanniskloster zu Lübeck 677. Am 20.10.1397 ist Hennyngho de Parkentyn Zeuge bei Herzog Erich III von Sachsen-Lauenburg, als dieser dem Vogt des Dompropsten von Ratzeburg das Patronat über die Petrikirche und die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Bergedorf überlässt 678. Dann bezeugt er am 13.01.1398 den Verkauf ihres Hofes in Benzin und ½ Hufe in Gletzow an das Kloster Rehna durch die Brüder Heinrich und Wenzlav Benzin 679. Am 23.04.1400 ist Henningh Parkentine to Prytzendorpe, knape Mitgelober bei Heinrich von Quitzow zu Voigtshagen, als dieser seine Höfe Groß und Klein Woltersdorf dem Hospital zu St. Jakob vor Wismar verkauft 680. Am 30.11.1412 erscheint Henning als Mitgelober bei Claus Schötze in Papenhusen, als dieser verspricht, dem lübschen Bürger Hermann Lammeshovet 80 Mk. lüb. Pf. zu zahlen 681. Letztmals als lebend genannt wird Hennyngk Parkentin am 15.02.1415 als er mit Clawes Schuecze auf Papenhusen vertraglich die Löschung der den Swynebudelen für 90 Mk auf sechs Jahre verschriebenen und von diesem aufgelassenen Rente auf die „beteringhe“ in Schötzes Hof zur „Kruonsborch“ vereinbart 682. Zu seinem, seiner Eltern und seines ganzen Geschlechts Gedächtnis schenkte Henning der Dassower Kirche seinen Hof im Süden der Wedeme in Dassow. Johann von Plön, Kirchherr zu Dassow bescheinigte diese Schenkung 1403 683:


Ick, Her Johann von Plönn, Kerckher to Darsouwe, bekenne in deßenn breve vor my vnde myne nakomelige in dem leen der kercken to Darsowe dat ... der erlike knape Henning Parkentin hefft belecht und geven vor God vnd vor salighe dechniße syner olderen vnd al der da nha dem slecjhte von Perckentin verstorven syn, vruwe vnd man vnd noch verstorven mögen na deßen tyd synen hoff de beleghen is to süden der wedemen to Darsouwen dar de borne innen is. ... Wer ... Kerckherr to Darsowe is, de scal des haves bruken vry also de de wedeme. Davor scal de Kerckher den to ewighen tyden des Sondages vnd in den andern hilgen dagen, wan man der Sele denked, de dechtnisse der van Parkentyn alse dorscreven syn. ...“


Mit wem Henning von Parkentin verheiratet war, wissen wir nicht. Aus dieser Ehe stammen zumindest zwei Söhne:


  1. Hans (I) > VIII–80

  2. Claus (VI) > VIII-81



Detlev (XII) von PARKENTIN, 19. Bischof von Ratzeburg *um 1350 +11.01.1419


(VII – 73); *um 1350 +11.01.1419, Domherr (1381), Propst (1393), 19. Bischof von Ratzeburg (1395 - 1419), Sohn des Nikolaus (III) - (wie Schröder „Papistisches Mecklenburg“ S. 1672 dazu kommt, ihn als Sohn Detlevs von Behlendorf zu bezeichnen, bleibt unerklärlich) - Bruder von Henning (Johann VII), urk. (1360)1381/1418. - Ohne Nennung seines Namens erscheint er wohl in der Urkunde vom 22.06.1360 unter den „broderen“ von Henning 684 . Er war zu dieser Zeit zweifellos noch minderjährig. Dann hören wir erst wieder am 23.10.1381 von Detleuo de Parkentyn, canonico Razeburgensis, als dieser die Übertragung des Dorfes Saunstorf durch Bischof Heinrich an den Pfarrherrn von St.Jürgen in Wismar bezeugt 685. Am 04.05.1382 holt Detleuus de Parkentyn, nostre Razeburgensis ecclesio canonicus mit seinem Bruder Henning und seinem „Vetter“ Nicolaus die seinerzeit bei der von ihrem Onkel Detlev (XI) und ihrer Großmutter Margarethe in Dassow gestiftetender Vikarie versäumte Bestätigung durch Bischof Heinrich nach 686. In der Folge erscheint Dethlevus de Parkentyn, canonicus Razeburgensis mehrfach als Zeuge bei Bischof Heinrich von Wittorp:

  • am 19.05.1382 bei der Bestätigung der durch Emeke von Hagen, Bürger in Mölln, gestifteten Vikarie 687

  • am 07.12.1382 bei der Bestätigung der durch Heinrich Børste, ebenfalls aus Mölln, in der dortigen Pfarrkirche gestifteten Vikarie 688

  • am 14.04.1383, als Bischof Heinrich dem Rektor der Pfarrkirche zu Hohenkirchen befiehlt, nach dem Tod des Priesters Nicolaus Ketelhut den Priester Johann Winoldi als Pfarrer in Bössow einzuführen 689

  • am 31.12.1383 bei der Schenkung der Mordmühle (Maurinmühle) an das Ratzeburger Domkapitel 690


Am 23.04.1384 löst er den über Reding Schötze und dessen Genossen, die im Stift Ratzeburg Exzesse verübt hatten, verhängten Bann 691. Dann verkaufen Detleuus die gracia prepositus und das Domkapitel am 19.11.1387 dem Johann Georgius und seiner Ehefrau Alheidis für 700 Mk eine Leibrente von 40 Mk, die nach dem Ableben des Ehepaares zu Seelenmessen verwandt werden sollen 692. Dem Kloster Rehna überträgt Propst Detlev von Parkentin am 12.08.1389 die einmalige Besetzung der Pfarre in Lübsee. Sie erfolgt infolge eines Streits erst am 06.09.1389 durch Bischof Gerhard 693. Mit dem Domkapitel bezeugt „dei gracia prepositus ecclesie Razeburgensis“ am 05.04.1391, dass Johannes von Plön, Domherr zu Ratzeburg und Pfarrer an der St. Georgskirche daselbst, 1384 vor dem Ratzeburger Domkapitel mit Zustimmung von Propst Detlev für 40 Mk eine Rente von 2 Mk gekauft hat 694. Der Urkunde hängt Detlevs spitzovales Siegel an: Es zeigt die heilige Maria mit dem Christuskind in einer gotischen Nische, an deren Pfeilern beiderseits der Parkentinsche Schild hängt, unter der Nische ein betender Geistlicher und die Umschrift (+) S . DETLEVI x DE X PARKETIN X (PRE)PPOSITI X ECC(LES)IE X RAZEBURGEN(SIS).


Mit dem Domkapitel ist Detlev genannt, als am 20.01.1392 Bertram Zabel diesem wiederkäuflich für 22 Mk. lüb. Pf jährliche Renten aus Lutow verkauft und Herzog Erich IV. den Verkauf genehmigt 695. Dann ist her Detlef Parkentyn prouest Zeuge, als am 22.01.1392 Gottschalk von Züle als Vormund seines Neffen Marquard unter Vorbehalt des Rückkaufs das Lehngut Steinburg im Kirchspiel Nusse an Bischof Gerhard verkauft 696. Am 16.08.1392 ist Detleuus prepositus zugegen, als Bischof Gerhard die von seinem Domkapitel verpfändeten 27 Mk Jahresrente aus dem Lübecker Zoll, die Heinrich der Löwe einst dem Domkapitel geschenkt hatte, zurückkauft und sie mit der gleichen Rente aus Lockwisch vertauscht und diese zu seiner Seelenmesse bestimmt, zu der auch 20 ß aus Schlagbrügge für Lichter und Glockenläuten verwandt werden sollen 697. Am 08.09.1393 behalten sich Detlef prouest und das Domkapitel gegenüber den von dem Broke und deren Bürgen die Ansprüche des Kapitels an sieben Hufen in Rankendorf vor 698. Mit dem Domkapitel kauft er von Herzog Erich IV. am 12.04.1394 die Dörfer Rieps und Wendorf im Kirchspiel Schlagsdorf sowie verschiedene Freiheiten und lässt sich alle früher erkauften Freiheiten für das Domkapitel bestätigen 699. Am 24.01.1395 verkaufen her Detlef van der Gande Godes provest und das Kapitel der Witwe des Vicke Marschalk, Lene und dem Lüdeke van Bremen eine Rente aus dem Zehnten in Mechow 700. Dann ist her Detloff Parckentine, prouest tho Ratzeburg am 26.03.1395 Treuhänder, als Tideke von Bülow seinem Schwiegervater Johann Bonsack eine Hebung von 15 Mk aus Groß Rahden verschreibt 701. Letztmals im Amt des Dompropsten verkauft Detlev mit dem Domkapitel am 28.05.1395 aus ihren Kapitelsgütern eine Jahresrente von 10 Mk an Bischof Gerhard, welche nach dessen Tod der Kantor der Domkirche für die Verrichtung kirchlicher Dienste empfangen sollte 702.


Kurze Zeit darauf resignierte Bischof Gerhard. Der Chronist Detmar allerdings berichtet: „Darna bi sunte Jacopes (25.07.) dage starf de bisschup van Rasseborch; in sine stede wart ghekoren de provest darsulves, gheheten her Detlef Parkentyn“. Diese Mitteilung steht im Widerspruch zu dem Umstand, dass Papst Bonifaz IX am 03.09.1395 die Bischöfe von Lübeck und Havelberg und den dekan von Hamburg beauftragte, dafür zu sorgen, dass dem ehemaligen Bischof Gerhard von Ratzeburg jährlich aus dem Bistum 300 Goldgulden gezahlt werden sollten 703.


Wappen des Bistums Ratzeburg 1397-1479


Detlevs Wahl erfolgte am 03.08.1395 und noch am selben Tage wurde der Bericht darüber an Papst Bonifaz IX. Ausgefertigt, der den neuen Bischof dem römisch-deutschen König Wenzel empfiehlt 704. Dieser ernannte bereits am 04.08.1395 des bisherigen Kanonikus Johannes Robele zum neuen Propst 705. Bischof Detlev von Parkentin wurde von drei Bischöfen zu Wilsnack confirmiert und hielt am Tage Lichtmess (02.02.) 1396 im Dom zu Ratzeburg seine erste Messe als Bischof: „In dem sulven (1396) Jahre an lichtmessen daghe do sangh biscop Detleff van Parkentin in dem münster to Razeborch sine erste biscopesmissen. He was ene clene tiit voere confirmiret to Wilsnacke van dren biscopen“ 706.


Detlev von Parkentin gebrauchte als erster Ratzeburger Bischof ein Amtswappen: ein längsgespaltener Schild hat vorne einen aufrechten Bischofsstab und hinten eine Burg 707.


Wie sein Vorvorgänger im Amt, Bischof Heinrich II. von Wittorp (1367 - 1388), trachtete auch Bischof Detlev von Parkentin danach, den Besitzstand seines Bistums zu mehren. Unter seiner Amtszeit erwarb das Bistum:


1. den von Karlowschen Güterkomplex:


Nachdem Detlev am 22.04.1396 von den von Karlow für 60 Mk eine Hufe und ein Ackerstück in Carlow gegekauft 708 und am 13.11.1396 den Verkauf eines Ackerstücks an den Vikar Nikolaus durch Reimar (VI) von Karlow bestätigt hatte 709, erwarb er am 14.06.1397 von den Brüdern Hermann (II) und Reimar (VI) von Karlow für 4890 Mk deren gesamten Besitz mit Hof und Dorf Carlow, Hof und Dorf Klocksdorf, die Dörfer Kuhlrade, +Dependorp, Schaddingsdorf, die Rechte und Einkünfte an der Bullenmühle und an Demern 710. Ausgenommen blieben Ländereien, deren Erträge sich auf 14 Mk beliefen und die zur Stiftung zweier Vikarien in der Kirche von Carlow verwendet wurden 711. Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg erteilte am 04.05.1399 gegen Zahlung von 1000 Mk seinen lehnsrechtlichen Konsens, trennte die verkauften von Karlowschen (und von Bülowschen) Güter vom Herzogtum Sachsen-Lauenburg und legte sie zu den Tafelgütern des Bischofs und dem Lande Boitin 712. Die Herzog Albrecht II. von Mecklenburg hatte seine Hoheitsrechte an Demern und Schaddingsdorf dem Bischof bereits am 04.01.1398 unentgeltlich überlassen und versprach am 31.01.1398, auch die schriftliche Zustimmung von Herzog Johann IV. beizubringen 713. Für den Wiederaufbau von Carlow, das sich in einem bedauernswerten Zustand befand, lieh der Bischof sogleich 300 Mk beim Kloster Zarrentin und verkaufte diesem dafür am 23.03.1398 den Bischofszehnten von den Gütern des Klosters und Dorfes Zarrentin 714. Die Kaufsumme war nach den Bezeugungen von Hermann (II) von Karlow am 21.02.1399 bis auf 700 Mk bereits erlegt und Reimar (VI) von Karlow beurkundet am 12.03.1400 den Erhalt der vollen Kaufsumme 715. In einer auf den 18.08.1400 datierten, vermutlich gefälschen, Urkunde (vgl. Masch S. 305) gesteht Bischof Detlev den herzögen von Sachsen-Lauenburg für 5500 Mk das Rückkaufsrecht, Burg- und Brückenwerk sowie die Landwehr und Bede an den Dörfern zu, die er von den von Karlow gekauft hat 716. Herzog Magnus I. präsentierte diese Urkunde Anfang des 16. Jahrhunderts bei seinem Streit mit dem Bistum.


2. Erwerb der von Bülowschen Besitzungen:


Am 14.06.1397 erwarb Bischof Detlev für 1300 Mk von Henneke von Bülow d. Ä. und seinem



Das Stift Ratzeburg zur Zeit von Bischof Detlev von Parkentin

Sohn Henneke d. J. sowie Joachim von Bülow auf Zibühl die Dörfer Samkow, Pogez und deren Anteil an der Mordmühle 717. Es folgte am 14.04.1398 für 420 Mk der Erwerb von 5 ½ Hufen samt dem Wall in Demern mit dem Gericht von Henneke von Bülow d. Ä. 718. Der verkauft am 09.01.1399 für 2000 Mk auch „allent dat, wes dat ik hebbe myt mynen eruen eghendomes, rechtes vnde vrygheyd an dem houe vnude deme gantzen ghude to Roggelyn“ 719.


Bischof Detlev übernahm dabei die Verpflichtung, zwei Töchter des Verkäufers für 200 Mk im Kloster Rehna zu begaben. Den Kaufpreis scheint der Bischof nicht gleich bezahlt zu haben, denn erst 1421/1422 quittieren die Bülow über den Erhalt von 1100 bzw. 1200 Mk 720. Bereits am 28.04.1399 bekennt Henneke d. Ä. von Bülow, dass auch seine von den von Karlow erworbenen Rechte an Schaddingsdorf, Kuhlrade und Klocksdorf abgelöst sind und dass die Kaufsumme für seine Rechte an Demern, Pogez und Samkow bezahlt sind 721. Herzog Erich IV. tritt seine landesherrlichen Rechte an Samkow und Pogez am 04.05.1399 für 200 Mk an den Bischof ab, trennte die Dörfer von seinem Herzogtum und legte sie dem Lande Boitin zu 722. Die Abtretung seiner Rechte an Röggelin folgte am 13.01.1402 gegen Zahlung von 700 Mk 723. Auch über den Erwerb von Röggelin wurde später eine auf den 22.02.1402 datierte gefälschte Urkunde erstellt, in der Bischof Detlev angeblich gegen Zahlung von 2900 Mk den lauenburgischen Herzögen das Rückkaufsrecht und für den Fall, dass aus Röggelin ein Bauerndorf wird, Burg- und Brückenwerk, Landwehr und Bede zugesteht 724.


3. Erwerb von Papenhusen:


Noch 1397 erwarb Bischof Detlev von Parkentin von den Brüdern Hermann und Nikolaus sowie dem Domherrn Volrad Schötze deren Hof Papenhusen. Die Höhe des Kaufpreises erfahren wir nicht. Hermann Schötze bekennt am 16.01.1399 nur 300 Mk Abschlagszahlung empfangen zu haben 725. Die mecklenburgischen Herzöge Albrecht II. und Johann IV. erteilten am 10.03.1397 ihren lehnsrechtlichen Konsens und schenkten ihre Rechte, die sie an dem Ort hatten, der Kirche 726.


4. Endgültiger Erwerb von Rodenberg:


In Rodenberg, dass bereits 1376 von Bischof Heinrich von Wittorp von den von Bülow gekauft worden war, erreichte Bischof Detlev am 20.05.1397, dass Kurt Nortmann von Weitendorf auf alle Ansprüche seiner Ehefrau an dem Dorf zugunsten des Bischofs verzichtete 727. Es folgte am 02.06.1397 auch der Verzicht der Brüder von Lobecke auf die Ansprüche, die sie wegen ihrer Großmutter erhoben hatten 728.


5. Erwerbungen von den von Ritzerau:


Von den Brüdern Henneke und Volrad von Ritzerau erwirbt Bischof Detlev am 22.01.1399 für 50 Mk deren Ansprüche an Grenzländereien zwischen Dechow und Kuhlrade. Gleichzeitig verpfänden die Brüder dem Bischof „den zee tho Dechowe“ und sichern ihm das Vorkaufsrecht zu 729. Am 16.07.1399 verpfänden dann der Domherr Hartwig von Ritzerau (++1408) und seine Brüder Henneke und Volrad dem Bischof für 1500 Mk „unsen hof, dorp und gudt tho Dechow, myth hoven, ackere, buwet und ungebuwet“ 730.


6. Erwerb von Pötrau:


Am 14.05.1399 verkauft der Knappe Detlev Rastorp für 800 Mk „myne molen vnde dorp vnde dat gantze ghued tho Poterowe, dat beleghen is bi deme kerspele to der Boke“ an Bischof Detlev 731.


7. Erwerb von Mannhagen, +Lauen und Walksfelde:


Von Gottschalk und Marquard von Züle erwirbt Bischof Detlev am 05.02.1400 für 1500 Mk deren Hof und die Dörfer Hoenhagen (Mannhagen) und Loygen (Lauen) 732 Herzog Erich IV. überlässt dem Stift Ratzeburg „ghud vnde dorpe tho deme Hoenhaghene, meygerhoff vnde de mølen, vnde Loyen, also dat beleghen is in deme kerspele to Nuttze in unseme lande to Molne ...“ am 03.06.1400 und entlässt die Dörfer aus dem askanischen Staatsverband 733.


Seit 1376 besaßen die Bischöfe von Ratzeburg Kampenwerder und Stintenburg. Bischof Detlev sah sich 1400 veranlasst, diesen Besitz gegen Walksfelde einzutauschen. Am 28.02.1400 hatte er unter Zeugenschaft seines Bruders Henning „unse ghued vnde dorp Campenwerder vnde den grund tor der Styntborgh“ gegen „dat dorp vnde ghued Waluesuelde“ Herzog Erich IV. überlassen, wobei er sich ausbedungen hatte, dass, wenn auf der Stintenburg ein Schloss gebaut würde, der Besitzer das Stift Ratzeburg nicht schädigen, sondern es beschirmen und schützen sollte 734. Das einzutauschende Walksfelde aber besaß Gottschalk von Züle, der am 30.07.1400 erklärte, dass Herzog Erich IV. mit seiner Zustimmung dieses Gut vertauscht habe 735. Herzog Erich IV. ging am 22.09.1400, als er seine landesherrlichen Rechte an Walksfelde an Bischof Detlev abtrat und das Dorf staatsrechtlich aus dem Herzogtum Sachsen-Lauenburg herauslöste, auf die Bedingung, die Güter des Bischofs zu schützen ein 736. Dass der Herzog dem Bischof zu dem Tausch noch eine Geldsumme zugezahlt hat, lässt sich einem Schuldbrief aus dem Jahre 1402 entnehmen, wo er sich zu einer Schuld von 250 Mk bekennt, die aus dem Tausch herrühren 737.


Mit den Erwerbungen Bischof Detlevs von Parkentin erreichte die Abrundung des Landes Boitin, des nachmaligen Fürstentums Ratzeburg 1400 ihr Ende. Durch den Ankauf dieser Besitzungen war Bischof Detlev von Parkentin aber weit über das hinausgegangen, was die Finanzmittel seines Bistums gestatteten. Die geringen Einnahmen des Bistums reichten nicht aus, um die erforderlichen Mittel (11290 Mk) für die Abrundung des bischöflichen Territoriums aufzubringen. Die Folge war eine drückende Schuldenlast, die ihn in völlige Abhängigkeit zu seinem Domkapitel geraten ließ und ihn Anfang des 15. Jahrhunderts nötigte, den größten Teil seiner Besitzungen zu verpfänden. Aus dieser misslichen Lage erholte sich das Bistum Ratzeburg bis zu seiner Säkularisation nach dem Dreißigjährigen Krieg nie so recht. Dies hat das Bild Bischof Detlevs in der Geschichte 738 geprägt. Ihm wurde vorgeworfen, durch seine Freigebigkeit und seinen Aufwand die Finanznot des Bistums herbeigeführt zu haben und aus Liebe zu seinen Freunden und Verwandten bestrebt gewesen zu sein, diese zu begünstigen 739. Urkundliche Belege für diese Vorwürfe finden sich nicht und so hat es schon früh nicht an Versuchen gefehlt, sein Tun zu entschuldigen. „Wenn er die Kirche durch seine Verschwendung und Freigebigkeit in Schulden stürzte, so that er dies mehr aus Einfalt und Sorglosigkeit, als aus eitler Prahlsucht, denn man müßte ihn zu den besten Bischöfen, seiner Gottesfurcht wegen, rechnen, wenn seine Verschwendung dies Lob gestattete“ 740. 45. Und Masch 741 urteilt über ihn: „Das Versehen, welches er beging, lag unstreitig darin, daß er mehr Güter an sich kaufte, als er bezahlen konnte, daß er diese Güter zu der bischöflichen Tafel legte, als vom Capitel keine Hülfe und Beisteuer erwarten durfte und daß dieses sich nun seinen Nothstand sehr trefflich zu Nutze zu machen wußte, um Rechte und Besitzungen des Bischofs an sich zu bringen“. So machte das Kapitel seine Unterstützung für den Bischof davon abhängig, dass dieser ihm seinen Anteil am höchsten Gericht in den Dörfern des Domkapitels im Lande Boitin verkaufen musste. Dies geschah am 22.11.1398 742. Bischof Detlev zahlte dafür 1300 Mk, doch erhielt er nur 300 Mk in bar. Für 1000 Mk bekam er „dat ghued vnde dorp tho deme Smachthaghene“, das er jedoch schon am 05.11.1400 an den Lübecker Bürger Gerhard Vogt für 200 Mk verpfändete 743 und am 26.06.1403 für 300 Mk aus dem Dorf eine jährliche Rente von 30 Mk an Eghert Barnekow verkaufte 744. Wenig später, am 18.12.1400, verpfändete er den Zehnten aus Roggensdorf an den Knappen Heinrich von Quitzow 745. Am 02.02.1399 verkaufte Bischof Detlev dem Henneke Bechel und dessen Mutter Margarete eine jährliche Rente aus den bischöflichen Tafelgütern 746. Am 21.12.1401 ist der Bischof dann gezwungen, für die Summe von 5000 Mk dem Propst, Prior und dem ganzen Kapitel das Schloss Stove mit allem Zubehör zu verpfänden, nämlich das Dorf Stove, die Mühle vor dem Schlosse, die Bullenmühle und die Mordmühle, Klocksdorf, Samkow, Kuhlrade, Pogez, Rünz, Carlow, Neschow, Cronskamp, Schaddingsdorf, Demern, +Dependorf und Dechow mit dem See, mit allen Rechten und Einkünften. Da aber dem Wolder Emeborch in Mölln aus Cronskamp 14 Mk jährlicher Rente für 200 Mk verkauft waren, so erhielt das Kapitel den 21 Mk übersteigenden Mehrbetrag des Zehnten in Lütow dafür, den Emeborch für 300 Mk erkauft hatte. Nach voraufgegangener jährlicher Kündigung stand es dem Bischof frei, dies alles gegen Zahlung der Pfandsumme wieder einzulösen. Ehe dies geschah, verpfändete das Domkapitel am 01.01.1411 das Schloss Stove für 2000 Mk an Claus von Bülow, doch muss der Bischof die Vogtei bald danach wieder eingelöst haben, denn am 24.06.1413 verpfändet er sie für 5900 Mk an Claus von Bülow und Detleff Negendank. Als diese das Kapital kündigen, war Bischof Detlev aufs Neue gezwungen, die ganze Vogtei dem Kapitel für 4400 Mk zu verpfänden. Bischof Detlev blieb dabei dem Detleff Negendank, von dem der am 10.01.1402 noch 100 Mk geliehen hatte 747, 150 Mk schuldig, wofür er später, am 16.02.1418, die Zehnten in Eggerstorp, Lantberstorp, Weitendorp und Kromekenhagen im Kirchspiel Proseken an dessen Sohn pfandweise überließ 748.


Bischof Detlev von Parkentin verpfändete indes nicht allein die Vogtei Stove, sondern auch den Kern seines Besitzes im Lande Boitin selbst und zwar

  • dem Domkapitel für 800 Mk die Dörfer Groß und Klein Siemz, sowie den Zehnten im Klützer Ort

  • dem Propsten Nicolaus Rambow die Dörfer Herrnburg (es kam nach Rambows Tod für 600 Mk an die Lübecker Bürgermeister Jordan Pleskow und Cord Brekewold und später an Gerd Vogt, das Kapitel löste es 1419 wieder ein), Bardewik, Selmsdorf, Sülsdorf, Malzow, Zarnewenz, Schwanbeck, Kleinfeld. Törpt und Menzendorf, die nach Rambows Testament von 1416 unter seinem Pfandbesitz erscheinen, sollen nach einer anderen Überlieferung an von der Brüggen verkauft worden sein 749, bzw. Menzendorf wird auch als Pfandbesitz des Heinrich von Dranthen bezeichnet.

  • Dem Kloster Rehna das Dorf Rabensdorf und die Zehnten in Breesen

  • dem Nikolaus Lützow das Dorf Falkenhagen

  • dem Geweraden das Dorf Groß Bünsdorf

  • dem Vinekensenker das Dorf Klein Bünsdorf

  • dem Rat zu Lübeck für 3000 Mk die Dörfer Mannhagen, Panten und Walksfelde

  • dem Heinrich von Dranthen für 600 Mk das Dorf Blüssen und angeblich auch Menzendorf

  • Auch Röggelin musste er für 1000 Mk an Hermann (II) von Karlow verkaufen, doch bezahlte Hermann nur 300 Mk.


Nachdem er auch seinen Bischofshof in Ratzeburg an den Dompropsten verpfändet hatte 750, versetzte er auch seinen Verwandten bischöflichen Besitz. Dies hat wohl zu dem Vorwurf geführt, er habe seine Familie begünstigt. So verpfändet er am 21.03.1403 an Hennynghe Parkentyne, vsen leuen broder, um ihm wegen einer für die Ratzeburger Kirche geleisteten Bürgschaft Sicherheit zu geben, „vnsen byscupes hoff vnde sloet myt deme wicbelde benomed Schonenbergh, myt molen, myt deme houe to Clucstorp anders geheten vnsen buhoff“ 751. Wohl später hat dann Jordan von Pleskow den Bischofshof in Schönberg für 300 Mk pfandweise, doch löste das Kapitel ihn wieder aus und verpfändete ihm dafür Rüschenbeck. Am 17.01.1404 sah sich Bischof Detlev gezwungen, auch den Zehnten „in denen dorpen vnde gantzen ghude to Johanstorp vnde Zeedorpe, twysschen Dartzowe vnde Mummendorpe belegen“ für 200 Mk seinem Bruder Henning pfandweise zu überlassen 752.


Unzählige Urkunden belegen dann, dass Bischof Detlev von Parkentin sich um seinen Sprengel redlich gemüht hat. Am 04.02.1396 erteilt er seine Zustimmung zur Übertragung des Kirchenlehens zu Vellahn an Volrad von Züle durch die Herzöge von Mecklenburg 753. Unter seiner Zustimmung verkauft das Domkapitel zu Ratzeburg am 12.01.1397 wiederkäuflich für 280 Mk eine jährliche Rente von 16 Mk aus dem Zehnten des Dorfes Utecht an den Laienbruder Matthias von Glyne zu Memorien und Festfeiern 754. Am 24.09.1397 empfiehlt der Bischof die Dominikanermönche in Lübeck und das ihnen gehörige Haus in Dassow der Unterstützung der Gläubigen und verheißt Ablass allen, die ihnen Gaben zuwenden 755. Drei Tage später bestätigt er auf Bitten des Predigerbruders Konrad Leest die im Jahre 1347 von den Brüdern Hermann (I) und Heinrich (IX) von Parkentin, Söhnen des Ritters Marquard (IV) und ihren „Vettern“ Nikolaus, Hinrich, Heineke (X) und Marquard (VI) von Parkentin den Dominikanern in Lübeck gemachte Schenkung eines Grundstücks in Dassow 756. Ende des Jahres 1397 kommt dann der Streit um die Patronatsrechte in Bergedorf zum Abschluss. Am 20.10.1397 überlässt Herzog Erich III. mit Zustimmung von Bischof Detlev dem Vogt des Dompropsten zu Ratzeburg das Patronat über die Petrikirche und die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Bergedorf 757; und am 21.12.1397 bezeugt der Bischof diesen Vorgang und bestimmt, dass das Domkapitel deshalb für die verstorbenen Herzöge von Sachsen-Lauenburg Seelenmessen halten soll 758. Der Urkunde hängt das große Bischofssiegel an. Papst Bonifaz IX. bestätigt die Vereinbarung am 18.04.1398 759. Vor dem Bischof verkaufen am 13.01.1398 die Brüder Heyne und Wenzlav Benzin ihren Hof in Benzin und eine halbe Hufe in Gletzow 760. 1398 fallen die „thegeden, de her Detleff Parkentyn, ridder, vnde dat gantze slechte van den Parkentyneren, de vorstoruen sint, hebben ghehad vnde hadden by eren levende ouer der Stekenitze vnde in unseme lande to Molne, vnde der erer aller erflike ghued an uns vorstoruen is, dat de suluen thegeden gantzliken vnde al tobehorden vnde noch tobehoret deme stichte vnde der kerken tho Razeborgh“ an den Bischof von Ratzeburg zurück. Herzog Erich III. gab sie an Bischof Detlev unter ausdrücklicher Anerkennung seines Eigentumsrechtes am 24.06.1398 unentgeltlich heraus 761. Am 08.12.1398 löste Detlev eine alte Abgabe von acht Ellen weißen und acht Ellen blauen Tuches und einem Paar Socken ab, welche das Kapitel den Grafen von Schwerin als ihrem Schirmherren im Lande Wittenburg erlegt hatten und die dann auf die Herzöge von Mecklenburg übergegangen waren und zu mancherlei Streit mit dem herzoglichen Vogt in Wittenburg Anlass gegeben hatten 762. Am 14.05.1400 traf der Bischof Bestimmungen zur Besetzung der Pfarre in Diedrichshagen 763. 1402 erhielten die beiden im Ratzeburger Sprengel liegenden Nonnenklöster Eldena und Rehna von Bischof Detlev, der sich überhaupt mit der Erteilung der Indulgenzen (= Straferlass, Begnadigung, Ablass) recht freigebig zeigte, besondere Vergünstigungen. So erhielt insbesondere das Kloster Eldena die Erlaubnis, dass seine Konventualinnen von Jacobi bis Ende des Jahres Fleisch essen durften 764. Am 09.05.1407 verband sich der Bischof mit Erzbischof Johann von Bremen und seinen Amtskollegen Rudolf in Schwerin und Johannes in Lübeck, sowie ihren Kapiteln zu einem Bündnis, um die Rechte der Kirche gegen die zunehmenden Beeinträchtigungen durch die weltlichen Mächte zu wahren 765. Am 30.11.1407 wendet sich Bischof Detlev auf Gesuch des Vikars Johan Berghman aus Bergedorf wegen rückständiger 15 Mk aus dem Zoll zu Mölln an den Rat der Stadt Lübeck 766 und in einer zwischen 1401 und 1410 ausgestellten Urkunde bestätigt er das Lübecker Pa- tronatsrecht über Mölln 767.


In die Amtszeit von Bischof Detlev von Parkentin fällt auch die Gründung des Brigitten-Klosters zu Marienwohlde im Jahre 1413. Detlev gab am 25.07.1413 seine Zustimmung, als Wedege und Volrad von Züle zwei von ihrem Vater gestiftete Vikarien nach Marienwohlde verlegten, das der Rat von Lübeck in einer am 28.10.1413 ausgestellten Quittung als „ein neugestiftetes Kloster“ bezeichnet. 1416 untersagte der Bischof dem Kloster, keine Schwestern in das Mutterkloster Mariendal bei Reval abzufertigen, ehe er nicht selbst darüber persönlich entschieden habe 768.


Wiederholt trat Bischof Detlev auch als Schiedsrichter auf. So waren die Ratzeburger Bischöfe von Papst Clemens VI. (1342-1352) zu Richtern bestellt worden, wenn den Lübeckern hinsichtlich des Strandrechts Beeinträchtigungen widerfuhren. Ein solcher Fall trat ein, als am 08.01.1401 der Schiffer Heino Kraghen aus Flandern kommend and er Oste strandete und Erzbischof Otto von Bremen sich der Waren im Wert von 860 Mk bemächtigt hatte. Da der Erzbischof die Waren nicht freiwillig herausgeben wollte, entschied Bischof Detlev von Parkentin am 16.05.1401 unter Androhung des Banns, dass die Waren herauszugeben seinen 769. Dies hinderte den Ratzeburger Bischof allerdings nicht, für sich selbst andere Maßstäbe anzulegen. So hatte er sich 1404 ein auf dem Ratzeburger See mit Korn und Fischen beladenes Schiff, das der Wind umgeworfen hatte, angeeignet 770. Als es wegen grundherrlicher Rechte nach der Vollendung des Stecknitzkanals zu Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Lübeck und den mecklenburgischen Herzögen kam 771, wurde die Schlichtung des Streits am 21.10.1402 Bischof Detlev von Parkentin übertragen. Durch seine Vermittlung einigte man sich dahin, dass die Schiff-Fahrt der Lübecker frei bleiben sollte, diese aber „zu ewigen Zeiten“ für jede Last Salz, welche die Delvenau passieren würde, sechs Schillinge an die Herzöge von Mecklenburg zahlen sollten 772. Als es 1407 zum Streit zwischen den von Ritzerau und dem Prior des Ratzeburger Domkapitels über Lankow sowie Groß und Klein Molzahn kam, entschied Detlev als Vorsitzender des Schiedsgerichts diesen Streit ebenfalls 773.


Unter Bischof Detlev von Parkentin entlud sich der lange schwelende Streit um die Patronatsrechte an der Marienkirche und Nikolaikirche in Wismar 774. Zahlreiche Urkunden des Bischofs betreffen denn auch die kirchlichen Verhältnisse in Wismar. Am 06.10.1396 privilegiert er die Bruderschaft St.Marien und St.Gertrudis 775. 1397 weiht er den Chor der Kirche des Schwarzen Klosters 776 und bestätigt am 28.06. diesen Jahres mit Zustimmung des Kapitels die Privilegien seiner Vorgänger für den (minderen) Kaland „binnen Wismar“ 777. Genannt ist Detlev, als Papst Bonifaz IX. (1389-1404) dem Ratzeburger Domkapitel am 23.12.1397 die Einkünfte von der Pfarre in der Marienkirche zu Wismar mit der Verpflichtung bestätigt, dort einen Pfarrvikar zu halten 778. Mit des Bischofs Zustimmung (05.01.) verleiht am 04.01.1398 Herzog Albrecht II. von Mecklenburg dem bischöflich-ratzeburgischen Vogt zu Stove das Patronat der Georgenkirche und verspricht am 31.01.1398 die schriftliche Zustimmung von Herzog Johann IV noch beizubringen 779. Am 30.11.1398 befiehlt Papst Bonifaz IX. den Pröpsten von Lübeck, Schwerin und dem Dekan von Hamburg auf Bitten von Bischof Detlev die Exekution der Inkorporation der Pfarrkirche St.Nikolai in Wismar mit 24 Mk Silbers Einkünften in die bischöfliche Tafel 780 und am 18.12.1398 bestätigt der Papst dem Ratzeburger Bischof die durch die Schenkung Herzog Heinrichs von Mecklenburg an die bischöfliche Tafel gelangte Pfarrkirche St.Nikolai zu Wismar mit 24 Mk jährlicher Einnahme und legt nochmals fest, dass sie stets durch einen Kanonikus des Kaptitels oder einen anderen tauglichen weltlichen Priester als ständigen Vikar verwaltet werden soll 781. Dann überträgt der Papst am 01.05.1400 „auf Wunsch“ von Bischof Detlev die dem Bischof zukommenden Einkünfte der Nikolaikirche auf das Domkapitel 782. Der Druck des Kapitels, der den Bischof bewogen hatte, diesen „Wunsch“ dem Papst zu unterbreiten, ist förmlich zu spüren. Wenige Tage später, am 25.05.1400 beauftragt Papst Bonifaz IX. den Bischof von Cammin zu untersuchen, ob die durch den Tod des Johann Ketel erledigte Pfarre der Nikolaikirche zu Wismar, die Bischof Detlev als dem bischöflichen Tafelgut angehörig dem Hermann Ghunter verliehen hatte, wirklich für das Tafelgut notwendig und nicht vielmehr entbehrlich und seinerzeit durch falsche Vorspiegelungen erschlichen wäre 783. In den kirchlichen Verhältnissen Wismars trat kein Ende des „velen Krieges, Twedracht vnde unwillen“ ein. Hatte es schon nach dem Tode des Kirchherrn Johannes Rudolphus bewaffnete Auseinandersetzungen um die Marienkirche gegeben 784, so fanden die Streitereien 1408 mit der Ermordung des Domherren Hartwig von Ritzerau, der die Verwaltung der Nikolaikirche versah, ihren traurigen Höhepunkt. Bischof Detlev verglich am 23.04.1408 in Schönberg das Domkapitel mit dem Bürgermeister zu Wismar, Johann Tucheswert und dessen Genossen dahin, dass Letztere der Domkirche zu Ratzeburg zu Memorien und anderen kirchlichen Stiftungen 30 Mk.lüb.Pf jährlicher Rente oder 500 Mk Kapital, der Pfarre zu Proseken eine Rente von 12ß schenken und in der Wismarschen Marienkirche öffentlich und feierlich Abbitte tun sollten 785. 1414, als in Wismar wieder Ruhe eingekehrt war, weihte Bischof Detlev den Altar in der Heilig-Geistkirche 786.


Zahlreiche Urkunden von Bischof Detlev von Parkentin haben Bestimmungen über Vikarien zum Gegenstand:

  • am 17.03.1396 stiftete der Bischof selbst eine Vikarei an der Pfarrkirche zu Gadebusch und stattete sie mit 17 Mk aus Klein Salitz aus, welche der Pfarrer Otto von Arnim für 128 Mk von Lüder von Lützow gekauft hatte 787

  • am 05.05.1397 bestätigt Detlev auf päpstliches Kommissorium vom 04.09.1395 die von Bischof Eberhard von Lübeck (1387-1399) am 18.04.1394 gegründete St.Georgen-Brüderschaft der Vikare in den Kirchen zu Lübeck 788

  • am 30.05.1397 bestätigte er die Hasenkopsche Vikarie in der Kirche zu Gadebusch 789

  • die am 17.07.1397 von den Brüdern Hermann (II) und Reimar (VI) von Karlow gestiftete Vikarie in Carlow 790 bestätigte Detlev am 12.03.1398; ebenso die bereits 1373 von Arnold und Vicke von Karlow in Carlow gestiftete Vikarie 791.

  • am 10.11.1397 bestätigt der Bischof eine Vikarie in der Pfarrkirche zu Gadebusch, die die Testamentsvollstrecker des lübschen Bürgers Henneke Georgius gestiftet hatten 792.

  • Bischof Eberhard von Lübeck bestätigt am 10.11.1397 drei Vikarien, die die Testamentsvollstrecker des Henneke Georgius u.a. mit 40 Mk Renten von Bischof Detlev von Parkentin gegründet haben 793.

  • am 10.12.1398 bestätigt Detlev die Stiftung einer mit Renten aus Wester-Gollwitz auf Poel ausgestatteten Vikarie in St.Marien zu Wismar durch den Lübecker Ratsherrn Dietrich Wilde 794

  • am 28.01.1400 bestätigt er eine von Helmold von Plessen mit Renten aus Weitendorf und Jamel gestiftete Vikarie an der Pfarrkirche in Gressow und spricht das Patronatsrecht darüber dem Stifter und dessen Erben zu 795. An der Urkunde hängt das große Siegel des Bischofs.

  • Am 12.06.1400 bestätigt der Bischof die vom Pfarrer Gerd Vrimanstorp in der Pfarrkirche zu Wittenburg gestiftete und mit Einkünften aus Ziggelmark und Döbbersen bewidmete Vikarei 796

  • am 23.07.1400 bestätigt er die vom Ritter Heinrich Sprengel dotierte und vom Priester Heinrich Dasse-mann mit einem Hause beschenkte Vikarei in der Kirche zu Boizenburg 797

  • am 31.01.1404 bestätigt er die von Heinrich Quistorp, Pfarrherrn an der St. Georgenkirche in Wismar, dort gestiftete und mit 27 Mk dotierte Vikarie 798

  • am 02.05.1405 bestätigte er die Zustiftung von 4 Mk durch den Lübecker Priester Albert Popoje zu der 1403 von Heinrich (VII) und Johann (VI) von Krummesse in der Kirche von Krummesse gestifteten Vikarie 799.

  • am 08.01.1406 bestätigt er Eggehard Stacke als Vikar an der von Johann Smyd und anderen in Mölln gestifteten Kommende 800

  • am 17.12. 1408 bestätigt er die von Marquard Robele und Ludolph Molner in der Schönberger Kirche gestiftete Vikarie 801

  • 1410 bestätigt Bischof Detlev die von den von Lützow in Kirch-Grambow gestiftete Vikarie und

  • 1412 die durch die „olde Gilde“ in Mölln gestiftete

  • 1415 hatten in Grevesmühlen zwei Bürger und ein ehemaliger Kirchherr zu Börzow jeder eine Vikarie gestiftet, die Bischof Detlev nun am 04.04.1415 bestätigte 802

  • am 24.02.1416 wiederholte Bischof Detlev nach dem Brand der Stadt Mölln die Bestätigung der von den Brüdern von Bülow mit 18 Mk ausgestatteten Vikarie am Altar der heiligen Jungfrau 803

  • am 27.05.1417 bestätigt Bischof Detlev die Stiftung einer Vikarie am St.Annen-Altar der Pfarrkirche in Dassow durch den Priester Hinrich Prael und Hinrich von Quitzow 804.

Bischof Detlev von Parkentin erscheint in zahlreichen Urkunden von Papst Bonifaz IX. 805. Bereits in seinem ersten Amtsjahr erhielt Bischof Detlev von Parkentin einen Ablass für die Ratzeburger Kirche 806. Selbst erteilte er während seiner Amtszeit zahlreiche Ablässe, so am 10.06.1396 zum Bau der Gertrudenkapelle in Rostock 807, am 18.08.1399 zu Gunsten des Klosters Neukloster, den Bischof Rudolf von Schwerin am 30.07.1400 bestätigte 808 und am 25.10.1400 für die Pfarrkirche St.Nikolai in Kiel 809. Mehrfach bestellt ihn (z. T. mit anderen) der Papst zum Konservator ( d. h. zum Schutzherrn), so:

  • für das Michaelisklosters in Lüneburg 810

  • für den Erzbischof von Bremen (zusammen mit dem Bischof von Schwerin und dem Abt von St.Egidius in Braunschweig) am 05.06.1397 811

  • für das Benediktiner-Nonnenkloster Oldenstadt vor Kolberg (am 11.07.1397 und 09.06.1398) 812

  • für den Propsten von Cammin (am 23.03.1398) 813

  • für die Äbtissin und den Konvent des Klosters Köslin in der Camminer Diözese 814 und

  • für das Kloster Zarrentin (12.05.1400) 815


Bischofsschloss in Schönberg . Zustand1802 vor dem Abbruch (Zeichnung: Tischbein)


Für ihn selbst bestellt Papst Bonifaz IX. am 26.10.1395 den Propst von Güstrow und den Dekan von Hamburg und am 28.05.1400 den Propst zu Güstrow und die Dekane zu Lübeck und Hamburg als Konservatoren 816.


Am 01.10.1395 teilt Papst Bonifaz IX. Detlev, dem erwählten Bischof von Ratzeburg mit, dass die ihm auf Grund der durch einen Prokurator erfolgten Resignation des ehemaligen Bischofs Gerhard erteilte Provision mit dem Bistum Geltung behalten soll, obwohl Bischof Gerhard noch vor der geschehenen Resignation gestorben sei 817. Am 25.10.1395 teilen in Rom 14 Kardinäle 35 fl 35ß. 8D, die Bischof Detlev im 6. Pontifikatsjahrt von Papst Bonifaz IX. für die Ratzeburger Kirche bezahlt hat 818. Dann bekennt am 11.03.1396 der päpstliche Kämmerer Heinrich, dass der Ratzeburger Bischof durch den Prokurator Johannes Zadelmann 81 fl 21ß 8d „servitium commune“ und von !1 minuta servitii“ 8fl 16ß 7d gezahlt hat. Am gleichen Tag teilen 14 Kardinäle auch diese Gelder 819. Am 17.11.1396 trägt der Papst den Bischöfen von Kammin, Schwerin und Ratzeburg auf, die Terminarier der Minoriten in der Provinz Sachsen gegen die Weltgeistlichkeit in Schutz zu nehmen, damit sie auf Grund der Konstitutiion von Papst Clemens IV. vom 20.06.1265 ungehindert Beichte hören, Absolution erteilen und Bußen auferlegen können 820. Am 30.01.1397 beauftragt Papst Bonifaz IX. u. a. Bischof Detlev von Parkentin, den Christian Coband, Rektor der Pfarrkirche in Selmsdorf, in das erledigte Kanonikat der Güstrower Kirche einzuweisen, obschon er mit einem Kanonikat in Lübeck providiert ist 821. Dann erlaubt der Papst am 01.05.1397 dem Archidiakon von Waren, Nikolaus de Insula, auch außerhalb seiner Diözese die Früchte seines Amtes zu genießen und entbindet ihn von der Residenzpflicht. Der Bischof von Ratzbeurg sowie der Propst von Schwerin und der Dekan von Hamburg werden mit der Ausführung beauftragt 822. Am 09.09.1397 beauftragt der Papst Bischof Detlev, in das Diakonat zu Güstrow mit 14 Mk jährlichen Einkommens den Priester Bernhard Parstin einzusetzen 823 und am 01.10.1397 befiehlt der Papst dem Bischof von Ratzeburg, dem Gerlach von Bremen, Kleriker in Lübeck, ein Kanonikat mit Aussicht auf eine Pfründe in Lübeck zu erteilen 824 und beauftragt ihn mit der Ausführung der päpstlichen Erlaubnis für Hermann Blizekowe, Dekan der Schweriner Kirche, wonach dieser bis zu drei geistliche Lehen mit höchstens 40 Mk jährlicher Einkünfte neben seinem Diakonat annehmen darf 825. Am 03.04.1398 providiert Papst Bonifaz IX. auf Bitten der dänischen Königin Margarethe, ihren Sekretär Detbern Hauenstriit, Kanoniker der Lübecker Diözese, mit Kanonikaten in Lübeck und Hamburg, obwohl er bereits eine Propstei in Odense innehat und beauftragt die Bischöfe von Concordia in Italien und Ratzeburg sowie den Propst von Schleswig, ihm dazu zu verhelfen 826. Dann überträgt der Papst am 27.07.1398 dem Archidiakon zu Stolp und den Dekanen zu Güstrow und Stendal auf Bitten der Bischöfe von Kammin, Schwerin und Ratzeburg, die Handhabung der Bulle von Papst Honorius III. (1216-1227) über die vonn Kaiser Friedrich der Kirche übertragenen Rechte gegen Schädiger der Kirche 827 und befiehlt am 14.01.1399 den Bischöfen von Tuy in Spanien, Ratzeburg und Hamburg, das durch Tod erledigte Amt des Thesaurars in Schleswig dem dortigen Kanoniker Nikolaus Stendal zu übertragen, obwohl dieser bereits ein Kanonikat mit Pfründe in Schleswig innehat 828. Am 08.07.1399 beauftragt der Papst die Bischöfe von Ratzeburg und Havelberg und den Propsten von St.Marien zu Kolberg, darüber zu wachen, dass die weltlichen Herren im Archidiakonat Tribsees und der Stadt und Diözese Schwerin nicht gegen die von Papst Honorius III. bestätigten Gesetze geistlichen Besitz antasten 829. Am 24.02.1400 beauftragt Papst Bonifaz IX. Bischof Detlev von Ratzeburg, die Resignation des Vikars Johann Mestmaker in Ratzeburg anzunehmen und sie mit 4 Mk Einkommen dem Priester Johann Witte, canonicus regularis in der Kirche zu Riga zu verleihen, da dieser in Riga wegen seiner Feinde nicht länger weilen könne 830 . Schließlich beauftragt der Papst am 26.05.1400 die Bischöfe von Perugia und Ratzeburg und den Kantor von Lübeck, den Heinrich von Molendino, ständiger Vikar in der Pfarrkirche zu Brandshagen, in das Archidiakonat zu Waren einzusetzen, das durch die Ernennung des Nikolaus de Insula zum Propsten in Lübeck frei geworden ist 831. Schließlich stellt Ditleuus, die et apostolice sedis gracia Racenburgensis ecclesie episcopus zahlreiche beglaubigte Abschriften älterer Urkunden (Transsumption) her 832.

In seinen letzten Amtsjahren war Bischof Detlev von Parkentin gänzlich vom Wohlwollen seines Domkapitels abhängig, dass noch zu seinen Lebzeiten die Nachfolgefrage diskutierte und den einflussreichen und äußerst vermögenden Propst Nicolaus Rambow zu seinem Nachfolger bestimmte. Indes starb dieser 1416 noch vor dem Bischof 833 und Ulrich von Blücher wurde sein Nachfolger. Der bewirkte, dass Bischof Detlev sich von den Amtsgeschäften zurückzog, indem er erklärte „angheseen de zwaren krankheydt“ dem Stift mit Nutzen nicht mehr vorstehen zu können. Außerdem wollte er demjenigen aus dem Domkapitel, der vom Papst dazu ernannt sei, ein unbeschränktes Procuratorium geben und dieses niemals widerrufen. Am 07.07.1418 schloss er mit dem Propst und dem Kapitel einen Vertrag über das ihm zustehende Leibgedinge 834. Danach sollte er „myt syme ghesynde ane alle kynder allene schal bruken des nyen huses up to dem slote to Schonenberghe, dat byschopp Gherd ... buwet hefft, vnde em darin to holende twe capellane vnde der denere, vnde ene vnde de capellane vnde denere so spyzende darsuluest ute koken vnde kelre vnde myt nuchafftygher voringhe, alzo enem byschoppe myt synen denern tocomet, vnde alle weke em to gheuende ene Lubessche mark, vnde darenbouen to enem iewelken verndel iares vijfverdeltwynteghste halue (= 24 ½) mark Lubesscher punte, so langhe he leuet, syner eghenen denre vorben(omet) cledere vnde loen vnde wes he suluen anders behouet, darvan to stande. Ok de ersten der leen, de ze leddich werden na dessen daghe, der wy edder syne nakomelynghe van des stichtes weghen mechtich zyn, de schal men lenen den, dar he vor byddet“. Zeugen dieser Vereinbarung waren u. a. seine Neffen Claus (VI) und Hans (Johann VI) von Parkentin.


Sachen- und Großsiegel Bischof Detlevs von Parkentin (1397)


Lange währte das erzwungene Altenteil des Bischofs nicht. Am 11.01.1419 starb Bischof Detlev von Parkentin in Schönberg. Sein sehr vertretener großer Grabstein, der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts im mittleren Gang der Ratzeburger Domkirche befand, zeigt sein Bild unter einem Gemäuer und zu den Füßen zwei Schilde, rechts mit dem Parkentinschen Wappen, links mit zwei Bischofsstäben übereinander. Die Umschrift lautet 835: Anno : dni : MCCCCXJX : intra : octavas : epiphanias : o : venerabilis : pater : t : dns : detlephus : de Parkenthin : epc : decim : nonus : hujus : ecce : pontificatus : sui : anno : XXJJJJ : cujus : aia : requiescat : in pace :


Sein großes Bischofssiegel, das zahlreichen Urkunden anhängt, ist rund und hat drei Zoll im Durchmesser. In der Mitte erhebt sich ein Pfeiler bis über den Mittelpunkt, der von einem dreieckigen Fuß getragen wird: zur Rechten steht Maria mit dem Christkinde, zur Linken Johannes mit einem großen Kelch. Beide stehen in einer Nische, der von dem Mittelpfeiler und zwei runden Stäben gebildet wird, die oben in einem Kleeblatt enden. Über dem Haupte sieht man ein verziertes Gemäuer, das in der Mitte eine Halle unter einem Dach bildet, in der ein Kruzifix steht. Rechts davon befindet sich ein Bischof mit dem Stab. Neben dieser Halle sind zwei kleine Häuser, in denen jeweils ein Engel sitzt. Außerhalb der beiden Stäbe zur Seite befindet sich wiederum ein Gemäuer, getragen von einem dreieckigen Fuß. Auf der rechten Seite liegt unter einer Halle ein Schild mit dem Stiftswappen, das hier zum ersten Male erscheint, geteilt vorne ein Bischofsstab, hinten eine halbe Burg. Links befindet sich ein Schild mit dem Parkentinschen Familienwappen und der Umschrift: Sigillu. Detlevi. dei. et. aplice. sedis. gra. epi. raceburgensis.


Ein kleineres parabolisches Siegel ist 2 ½ Zoll lang und 1 ½ Zoll breit. Es zeigt unter einem Gemäuer, in dessen Nische im Fuße ein knieender Bischof liegt, stehend Maria, in der Rechten einen Stab mit einer Kugel, in der Linken das Christuskind haltend. Außerhalb an jeder Seite ist ein aufrechtstehender Schild mit dem Parkentinschen Wappen, überragt von einem Bischofsstab und der Umschrift S. DETLEVI EPI RACEBURGENSIS AD CAUSAS.


Bischof Detlev von Parkentin genoss später wegen seiner Wohltätigkeit und seines bescheidenen Wesens hohes Ansehen und wurde heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 23. 11.



N. von PARKENTIN


(VII – 74); Sohn von Claus (III), ohne Nennung seines Rufnamens ist er offenbar minderjähriger als Bruder von Henning und Detlev (XII) (“frater suus“) bei der Bestätigung der von seiner Großmutter Margaretha und seinem Onkel Detlev (XI) gestifteten Vikarie genannt 836. Wenn er nicht jung gestorben ist, dann verbrigt sich hinter ihm vielleicht Eggert (VIII), der Begründer der Linie Zecher/Bolz - Preten.



?N. von PARKENTIN


(VII – 75); * ..... + ....., oo ?N. von PENTZ; im 15. Jahrhundert fallen die überaus engen Beziehungen zwischen den von Parkentin auf Prieschendorf und den von Pentz auf Toddin auf. Hier muss eine Schwägerschaft als zweifelsfrei angenommenen. So wird der Rufname von Detlev von PENTZ (+vor 1443, oo Abele ?von WACKERBARTH), des Begründers der Linie Toddin, von der Mutterseite herrühren, die vermutlich eine Schwester des Bischofs Detlev von Ratzeburg gewesen ist 837. Allerdings ist die bei von Meyenn 838 wiedergegebene Parkentinsche Stammtafel so nicht haltbar, das als Vater von Bischof Detlev zweifelsfrei Nicolaus von Parkentin und nicht Detlev (VII) „von Behlendorf“ erwiesen ist.


Clawes (Nicolaus V) von PARKENTIN


(VII – 76); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Lütgenhof, urk. 1382/1399 - Nicolaus de Parkentyn ist erstmals am 04.05.1382 als „Vetter“ von Detlev und Henning genannt, als Bischof Heinrich die von Detlev (XI) von Parkentin und dessen Mutter Margaretha gestiftete und dotierte Vikarie in Dassow bestätigt 839. Am 24.04.1388 und am 18.01.1389 ist Clawes Parkentyn – zusammen mit seinem Vetter mit Henning (I) von Parkentin - Mitsiegler bei Henning von Bülow, als dieser dem Kloster Rehna seinen Besitz in Benzin verkauft 840. Bei den von dem Broke tritt er am 02.06.1392 als Bürge auf 841. Am 09.07.1393 ist Clawes Parkentin Bürge bei der Urfehde des Knappen Henneke Hasenkop gegenüber der Stadt Lübeck 842. In den Auseinandersetzungen der nordischen Königreiche ist er mit seinem Vetter Henning und dem übrigen mecklenburgischen Adel als Parteigänger König Albrechts I. von Schweden involviert. 843. Zu den Einzelheiten siehe bei > Henning (VII - 72). Der Urkunde vom 18.06.1395, in der sich Claus neben vielen anderen mecklenburgischen Adligen gegenüber den Städten Rostock und Wismar zu einer Schuld bekennen, hängt sein Siegel an:


Siegel Claus von Parkentin (1395)


Eggert (IX) von PARKENTIN +vor 29.11.1438


(VII – 77); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer und lübscher Vasall, Herr auf Zecher und Kehrsen, urk. 1390/1409(1438) - Erstmals urkundlich genannt sind Eghardus Parkentyn et eius uxor am 18.10.1390 als Schuldner des lübschen Bürgers Heinrich von Essen 844. Am 20.04.1394 ist Egharde van Parkentyn Bürge für Otto von Ritzerau, als dieser dem Lübecker Bürger Vromold Warendorp sein Dorf Bergrade verkauft 845. Nach dem Tode seines „vedderen“ Detlev (VII) von Behlendorf hatte er dessen umfangreichen Besitz geerbt, den er aber 1394 seinen askanischen Lehnsherren überlässt: zuerst am 01.09.1394 alle ihm zugefallenen Rechte „also yn Belendorpe, yn Parkentyn vnde in Ghyserstorpe“ an Herzog Erich IV. 846 und wenige Tage später, am 21.09.1394 dann auch Siebenbäumen und Rondeshagen an Herzog Erich III. 847. Die Übersetzung der Überlassungsurkunde für Siebenbäumen lautet: 848


Ich Eghard Parkentyn bekenne und bezeuge in diesem offenen Briefe, dass ich verlassen habe und verlasse für mich und meine rechten Erben dem hochgeborenen Fürsten, Herrn Erich III. dem Älteren, meinem gnädigen Herrn 'dat ghut de Seuenbomen vnde Rodyngheshaghen', wie es mir und meinen Erben durch Tod mit allen Rechten von Herrn Detlev Parkentin, dem Gott gnädig sei, zugefallen ist. Es soll der vorgenannte Herzog Erich III. und seine Erben gebrauchen und nutzen mit all der Berechtigung und Zubehör, wie es der obengenannte Herr Detlef und seine Vorfahren frei besessen haben. Diesen obengenannten Gütern will ich, Eghard und meine Erben, dem vorgenannten Herzog Erich III., Herzog zu Sachsen (-Lauenburg) und seinen Erben ein rechter Garant sein im Hinblick auf alle diejenigen, die einen Anspruch erheben wollen. Zum Zeugnis und größeren Bekräftigung habe ich mein Siegel nachweislich und mit Überlegung an diese Urkunde gehängt, die gegeben und geschrieben ist nach Gottes Geburt im Jahre 1394 am Tage des St.Mathäus, des heiligen Apostels“.


Siebenbäumen: Kirche


Am 08.04.1401 ist Eggert Parkentijn als ehemaliger Besitzer des Gutes Sierskarde und der halben Wedeghe genannt 849. Dann vertauscht er 1409 mit Gottschalk von Züle auch noch sein „ghud to Goldenitze“ gegen das von Zülesche „borchlen by (dem) slote to Louenborch“. Herzog Erich IV. bestätigte diesen Tausch am 08.09.1409 850. Mit dem Burglehen in Lauenburg war die Einnahme von 30 Mk und 2 Tonnen Salz verbunden. Auch gehörten vier Leute auf den „Holenwege“, ein weitere „vor der Brüggen“, eine Hufe Landes „über der Elbe“, sowie vier Hufen und ein Katen zu „Lütken Parkenthin“ dazu. Damit hatte sich Eggert bis auf einen Restbesitz in Klein Berkenthin gänzlich aus den ehemaligen Stammgütern der Familie zurückgezogen. Letztmals genannt und bereits verstorben ist Eggert am 29.11.1438 als Vater der Brüder Hartwig (III) und Walrav (II) von Parkentin 851.


Was Eggert dazu bewogen hat, seinen Besitz im Norden des askanischen Herzogtums aufzugeben und wohin er sich nach dem Rückzug von dort gewandt hat, sind offene Fragen. Die Familie erscheint in der Folge u. a. begütert in Lasbek und auch in Neuengamme, wo Eggert Herzog Erich III. für ein Kapital von 150 Mk eine jährliche Rente von 20 Mk verkauft hat, wie sich aus der bereits genannten Urkunde vom 29.11.1438 entnehmen lässt 852. Offenbar war der lauenburgische Zweig des Parkentinschen Geschlecht mit Detlev (VII) von Behlendorf erloschen und seine Erben (aus der holsteinischen Linie (?)) hatten offenbar kein Interesse, das lauenburgische Erbe anzutreten.


Verheiratet war Eggert (IX) mit N. von RINTORF 853. Aus dieser Ehe stammen die Söhne 854:


  1. Hartwig (III) > VIII–82

  2. Walrav (II) > VIII-83

  3. Tochter > VIII-



Hartwig (II) von PARKENTIN


(VII – 78); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1409 - Am 03.02.1409 verkauft Hartich Parkentyn dem Lübecker Bürger Bertold Stuve für 24 Mk „enen ort holtes, de gheheten is de Kalekamp, belegen by deme Lutken Parkentyner velde ... myt eren tobehoringen, also dat de wint, klene vnde grot, weyet“ und für weitere 12 Mk ein paar „leydescher hosen“ 855.



N. von PARKENTIN


(VII – 79); Am ehesten eine nahe Verwandte von Hartwig (II,); oo Carsten von OLDENBURG, Herr auf Vitegast (1392/1419), Sohn des Gerd von Oldenburg 856.




Die achte Generation:



Hans (I) von PARKENTIN


(VIII – 80); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Prieschendorf, Sohn von Henning, urk. 1418/1458 - Hans Parkentin urkundet zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Claus (VII) am 07.07.1418 857 und 29.11.1438 858. Hans Parkentyn, knape ist zusammen mit Eggert Quitzow am 27.11.1433 Mitgelober bei den Brüdern Joachim, Volrad und Helmold von Pentz, als diese den Kalandsbrüdern von St. Clemens zu Lübeck für ein Kapital von 50 Mk wiederlöslich eine jährliche Rente von 4 Mk aus ihrem halben Kirchdorfe Warsow verkaufen 859. Dann ist Hans Perkentin to Prisendorpe, u. a. mit Vicke von Quitzow auf Tankenhagen, am 22.11.1435 Mitgelober bei den Brüdern Joachim, Volrad, Helmold und Cord von Pentz zu Redefin, als diese für ein Kapital von 300 Mk wiederlöslich eine jährliche Rente von 24 Mk aus ihrem Dorf Scharbow an die Brüder des Kalands unserer llieben Frauen an der St. Clemenskirche in Lübeck verkaufen 860. 1437 bürgt Henning für einige Angehörige der Familie von Plessen gegenüber der Wismarschen Kalandsgesellschaft 861. Am 11.04.1441 ist er Bürge bei Hartwig (III) von Parkentin, als dieser für 270 Mk dem Rat von Lübeck das Eichenholz auf der Feldmark „to luttiken Parkentin“ zu zehnjähriger freier Nutzung überlässt 862. Der Urkunde hängt sein rundes Siegel an, das auf stehendem Schild die querrechts gelegte Spitze wie beim Siegel seines Bruders zeigt, nur ist die Schraffierung feiner. Die Umschrift lautet: S' hans parkentin. In der Fehde zwischen Claus von Parkentin und Bischof Pardamus von Ratzeburg (1431-1440) büßte er ein Pferd ein 863. Zuletzt (?) genannt wird Hans 1458 als Zeuge bei der von Herzog Adolf von Schleswig und Holstein und Bischof Arnold von Lübeck (1450-1468) vermittelten Sühne zwischen Herzog Heinrich von Mecklenburg und Herzog Heinrich von Stargard einerseits und der Stadt Lübeck andererseits 864.


Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht genannten Frau stammen die Söhne


  1. Henning (II) > IX–87

  2. Detlof (XIII) > IX–88

  3. ?Hans (II) > IX-89



Claus (Nicolaus VI) von PARKENTIN


(VIII – 81); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Lütgenhof, Sohn von Henning (I), urk. 1418/vor 1455 - Erstmals genannt sind Clawes Parkentine vnde Hans Parkentine, brodere, knapen am 07.07.1418 beim Vertrag des Ratzeburger Domkapitels mit Bischof Detlev von Parkentin über dessen nach dem Rückzug von den Amtsgeschäften zu erteilendes Leibgedinge 865. Als Mitgelober sind die Brüder zweifellos sehr nahe Verwandte des Bischofs, am ehesten dessen Neffen und damit wohl die Söhne des mittlerweile verstorbenen Henning. Clawes ist 1418 in einer weiteren Urkunde genannt, in der Volrad Schötze vom Kaland zu Lübeck Geld leiht 866. Clawes Parkentyn ist Zeuge, als Herzog Albrecht von Mecklenburg am 17.11.1421 bezeugt, dass Henneke und Raven von Pentz mit ihrer Klage gegen Bischof Johannes von Ratzeburg wegen eines von dem verstorbenen Bischof Detlev ausgestellten Schuldbriefes durch das fürstlich mecklenburgische Gericht rechtskräftig abgewiesen sind 867. 1422 gibt Claus den ihm verpfändeten Zehnten aus Upahl im Kirchspiel Diedrichshagen an den Ratzeburger Bischof wieder heraus 868. Am 18.05.1424 wendet sich Clawes Parkentin an den Rat der Stadt Lübeck wegen einer vom Bischof von Ratzeburg ausgeschriebenen Tagfahrt in Dassow und der Übernahme der alleinigen Verantwortung für den Versuch der Wiedererlangung seines Knechts 869. Dann ist Claus „Borkentyn“ am 14.11.1425 in Perleberg unter denen, die sichzum Einlager verpflichten, als Markgraf Friedrich von Brandenburg und sein Sohn Johann sich mit der Herzogin Katharina von Mecklenburg über die von ihr an die Herzogin Margarethe von Mecklenburg, des Markgrafen Tochter, zu zahlenden 10.000 fl und über die Besserung der von ihren Untertanen begangenen Friedensbrüche vergleichen 870. Als Ratgeber und Mitgelober finden wir Clawes Parkentine, knape dann am 08.02.1432 bei Herzogin Katharina von Mecklenburg, als diese für sich und ihre Söhne Heinrich und Johann bekennt, dem Knappen Hans von Pentz zu Toddin die Summe von 550 Mk.lüb.Pf. Zu schulden 871. 1434 ist Clawes Parkentin, zusammen mit Johann und Vicke von Quitzow, Zeuge, als die Brüder Bertold, Henneke und Tideke Preen zu Modentin für 300 Mk eine jährliche Rente von 24 Mk aus ihrem Gut Modentin an den Kaland „unser vrouwen to sancte Johannes vp deme Sande tho Lübeck“ verkaufen 872. Der Urkunde hängt das runde Siegel von Claus an. Es zeigt auf stehendem Schild die gewöhnliche Teilung des Parkentinschen Wappens, wobei die linke obere Seite der unteren Hälfte fein gegittert ist. Die Umschrift lautet + S' NICOLAI . PARKENtIN.


Am 18.11.1435 ist Clawesze Parkentyn zusammen mit den Brüdern Eggert und Vicke von Quitzow Mitgelober bei den Brüdern Volrad und Helmold von Pentz, zu Jamel wohnend, als diese den Vikarien der St.Jakobikirche zu Lübeck für ein Kapital von 500 Mk wiederlöslich eine jährliche Rente von 12 Mk aus drei Hufen und Erben in Besendorf verkaufen 873. Dann sind Clawes vnde Hans Parkentin, brodere am 29.11.1438 Mitgelober bei ihren „Vettern“ Hartwig (III) und Walrav (II) von Parkentin 874. „In villis Seedorpe in parrochia Darsowe et Johanstorpe in parrochia Mummentorpe“ hatte Nicolaus Parkentin Renten verkauft, aus deren Einkünften Bischof Nikolaus von Lübeck am 01.05.1440 die von dem verstorbenen Lübecker Ratmann Albert Erp gestiftete Vikarie in der St.Jürgenkirche in Lübeck errichtete 875. Am 11.11.1440 verkauft Clawes Parkentyn, wonaftich to deme luttiken houe dem Burgkloster in Lübeck für 25 Mk eine jährliche Rente von 2 Mk aus den Erben von Gerd und Marquard Rutzyns in Dassow 876. Wenige Tage später, am 09.12., bittet Clawes Parkentin den Rat zu Lübeck um Inschutznahme seines Dorfes Dassow vor der von den Herzögen von Mecklenburg geforderten Bede 877.


Zwischen Bischof Pardamus von Ratzeburg und Claws Parkentin war er zu schweren Differenzen gekommen, die in einer Fehde mündeten. Dem Lübecker Bürgermeister Johann Klingenberg und dem Ratsherrn Johann Kollmann gelang es, die streitenden Parteien am 09.03.1441 zu vergleichen, wobei nachträglich die Klage des Clawes gegen den Bischof wegen der verlorenen drei Pferde des Detleff von Buchwaldt und des Hans Parkentin vorbehaltlich der Entscheidung Lübecks aus dem Vergleich herausgenommen wurde 878.


Aus der Zeit vor 1455 datiert schließlich noch ein Schreiben des Detleff Rikstorp an den Rat der Stadt Lübeck, in dem er um Unterstützung gegen das Aufgebot des Clawes Parkentin bittet 879. Ebenfalls vor 1455 wendet sich Claus an den Rat zu Lübeck der Bitte um ein Fürschreiben an den Herzog von Mecklenburg in seinem Streit mit den Wackerbarth wegen der ihm genommenen Pferde 880.


Kinder:

  1. Henning > IX–90

  2. Detlef > IX-91



Hartwig (III) von PARKENTIN *vor 1439 +nach 04.06.1479


(VIII – 82); Knappe, Sohn Eggerts (IX), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Herr auf Gudow, Lasbek, Kehrsen, Klein Zecher, Anker und Klein Berkenthin, urk. 1438/1479 - Mit Hartwig (III) von Parkentin verlagert sich der Wirkungskreis des Geschlechts dauerhaft in den südlichen Teil des askanischen Herzogtums. Schon sein Vater Eggert (IX) hatte dort in Neuengamme Besitz, aus dem er für 150 Mk. lüb. Pf eine jährliche Rente von 20 Mk an Herzog Erich III. verkauft hatte. „Hartych vnde Walrauen, brodere genant Parkentine, Eggerdes sone, knapen“ bestätigen am 29.11.1438 den Räten von Lübeck und Hamburg den Besitz dieser Rente, behalten sich jedoch die ihnen in dem Kaufbrief zugesagten jährlichen 30 Mk aus dem Salzzoll in Lauenburg vor. Mitgelober sind ihre mecklenburgischen „Vettern“ der Brüder, Claus (VI) und Hans (VI) von Parkentin 881. Am 11.04.1441 überlässt Hartwig für 270 Mk. lüb. Pf dem Rat zu Lübeck „alle myne ekene holt stande vp dem velde vnde vp der gantzen veltmarke to Luttiken Parkentin“ auf zehn Jahre zur freien Nutzung. Bürgen sind sein „Vetter“ Hans Parkentin und Ludeke Blücher Vogt der Stadt Lübeck 882. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an. Es zeigt auf stehendem Schild eine rechts gelegte kreuzweise schraffierte Spitze und zwischen einfachen Kreisen die Umschrift . hartich . . parkentin 883


Vor 1442 muss Hartwig (III) dann in den Besitz von Gudow, zumindest von größeren Teilen dieses Dorfes, gekommen sein, da er ab diesem Zeitpunkt in den Urkunden mit dem Zusatz „to Gudowe“ erscheint. Er muss dort also seinen Wohnsitz genommen haben. Allerdings kennen ihn die einschlägigen Bearbeitungen, etwa die von Karl Behrends 884, dort nicht. Gudow war zu Beginn des 15. Jahrhundert Besitz der von Zülen gewesen. Als letzte wird 1439 Beke von Zülen im Alleinbesitz des Gutes Gudow genannt 885. Danach schweigen die Quellen über die Besitzverhältnisse bis zum Jahre 1470, als die Brüder Detlef und Johann von Zülen das Gut Gudow samt Zubehör an Werner und Friedrich von Bülow auf Wehningen verkaufen 886. In die Lücke zwischen 1439 und 1470 fällt ganz offensichtlich der Besitz des Dorfes durch Hartwig (III) von Parkentin. Er kaufte 1442 von Heine () von Lasbek auch das später zum Gut Gudow gehörende Dorf Kehrsen für 400 Mk. lüb. Pf 887:


Ick, Heine Laßbecken, Knape, bekenne und betüge apenbahr in düßen Keggen wertigen Breve vor my und vor miene rechten Erven, dat ick mit wol bedachten mohde, fryen willen und mit völbord myner Erven ... hebbe rechtlicken und Redlicken verkofft, erflicken und egentlicken up gelaten ... in macht düßes Breves dem froken Knape Hartwige von Perckentine, sienen rechten Erven edder den Holdes düßes Breves mit ihren willen dat gantze dorp tho Kerßen mit aller siener Behörunge, wo man de mag benahmen ... vor verhundert Lübsche Marck Pennige, de my de vorgeschreven Hartwick woll to willen und to vuller genöge heff bethalet ... dißes verschreven dorp schall und mag de vorschreven Hartwich und siene Erven und de Holder dißes Breves raulicken brucken und besitten, hebben und erflicken beholden mit allen Rechten und Gerichte, so frey und so mächtig, also miene Eldern und ick dat ... had hebben ... Na Godes Bort verteyn Hundert Jahr, dana in den twe und vertigsten Jahr an den Mondage na Reminiscere“


Kehrsen: Reste der einstigen Turmhügelburg


Ein Gutshof oder gar die Burganlage aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gab es um diese Zeit in Kehrsen allerdings nicht mehr 888. Alerdings haben Ausgrabungen die Reste – Hügel und Wassergraben – der einstigen Hügelburg noch nachweisen können. Sie wurden 1977 unter Denkmalschutz gestellt. Selbst verkauft Hartwig, zusammen mit Johann Daldorp, 1447 für ein Kapital von 300 Mk eine jährliche Rente von 21 Mk „in villa Vorwerk“ 889. Eine weitere Rente muss er aus Kehrsen verkauft haben, denn 1464 hatte Barthold Kröger, Bürgermeister von Mölln, 100 Mk zu fordern, die Hartwig ihm aus Kehrsen schuldete 890.


In den Urkunden erscheint Hartich Parkentin to Gudowe, knape dann zwischen 1442 und 1469 fast ausschließlich als Mitgelober, Bürge und Zeuge bei seinen askanischen Lehnsherren und verschiedenen Adligen.

  • Am 09.10.1441 ist Hartich Parkentyn wonaftich to Godouwe knape mit Otte van Rytzerouw, wonende to Rytzerouwe Mitgelober bei Helmold von Lützow, als dieser den Vikaren der St. Jakobikirche in Lübeck für ein Kapital von 312 Mk eine jährliche Rente von 22 Mk wiederlöslich verkauft 891

  • am 12.03.1442 ist Hartwig Parkentijn to Gudowe Mitgelober bei den Brüdern Hans und Otto von Ritzerau, als diese dem lübschen Bürger Heinrich Constin aus ihrem haleben Dorf Duvensee eine Rente verkaufen 892

  • am 05.11.1442 ist er Mitgelober für Helmich Scharpenberg zu Seedorf, als dieser dem Ägidienkaland zu Lübeck eine jährliche Rente aus Seedorf und (Wendisch-) Hollenbek verkauft 893

  • am 05.08.1443 ist Hertich Perkentyn wonaftich in dem kerckdorpe to Gudouwe Mitgelober, als Abele. Die Witwe von Detlev von Pentz, und ihr Sohn Jochim wiederlöslich dem Ertmar Burmeister, officianten in der Kirche unserer lieben Frauen zu Lübeck für ein Kapital von 100 Mk eine jährliche Rente von 7 Mk aus ihren Hufen und Katen in Brahlsdorf verkauft 894

  • am 13.11.1443 ist er Mitgelober bei Bertha, Tochter des Volrad von Ritzerau, als diese eine Rente aus ihrem Dorf und Gut Lüchow verkauft 895

  • am 07.09.1444 ist Hartwig Mitgelober bei seinem Lehnsherrn, Bischof Magnus von Hildesheim und Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg, als diese eine jährliche Rente von 240 Mk für ein Kapital von 4000 Mk aus den Dörfern Lütau, Witzeetze, Groß Sarau, Krummesse, Niemark und (Groß) Berkenthin verkaufen 896

  • am 16.11.1444 ist Hartwich Parkentijn to Gudouwe Mitgelober, als Bischof Magnus und Herzog Bernhard II. dem Rat zu Lübeck den Hof und das Dorf Behlendorf mit dem See und dem Zoll, das Dorf Giesensdorf, den Hof Klein Anker, die Dörfer Harmsdorf und Albsfelde „wig ychteswanne her Detleff Parkentijn, rytter, vnde Volken Gronouwe ... ghehad hebben“ 897

  • am 21.10.1445 ist Hartich Parkentine Mitgelober, als die Brüder Detlef und Gerhard von Attendorn eine Rente aus ihrem Dorf Kulpin verkaufen 898

  • am 04.05.1447 ist er erster Mitgelober bei Otto (IV) von Ritzerau, als dieser dem Rat zu Mölln eine jährliche Rente aus Poggensee verkauft. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an 899

  • am 27.02.1448 ist er erneut Mitgelober bei Otto (IV) von Ritzerau, als dieser dem Priester Ludeke Berchmann in Mölln eine Rente aus Klein Ritzerau verkauft. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an 900

  • am 26.01.1452 ist er Mitgelober beim Verkauf einer jährlichen Rente aus Bartelsdorf und Wangelau durch Herzog Bernhard II. 901

  • am 24.06.1452 ist Hartich Parkentyn, wonaftich to Gudowe Mitgelober bei Joachim und Ulrich von Pentz, als diese dem Bernd Darsow zu Lübeck für ein Kapital von 100 Mk eine jährliche Rente von 8 Mk aus Düssin verpfänden 902

  • am 09.11.1452 ist Hartich Parkentin to Gudouwe Mitgelober bei Heinrich von Krummesse, als dieser unter Verpfändung seines Dorfes Lankau dem Bernd Darsow eine Rente verkauft. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an 903

  • am 18.12.1452 ist er Mitgelober bei Hans (II) von Ritzerau, als dieser eine Rente aus seinem halben Dorf Koberg verkauft. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an 904

  • am 13.11.1453 ist er Mitgelober bei Herzog Bernhard II., als dieser aus der ihm vom Rat der Stadt Ratzeburg jährlich zu leistenden Zahlung eine Rente an den Ratmann Johann Segeberg in Lübeck verkauft 905

  • am 11.11.1454 ist er erneut Mitgelober bei Hans (II) von Ritzerau, als dieser die von ihm zu zahlende Hälfte der von seinem verstorbenen Vater Otto dem Vikar an der Marienkapelle in der Pfarrkirche zu Mölln verkaufte Rente aus Koberg auf den Hof Ritzerau überträgt 906

  • am 17.04.1457 ist Hartwig Bürge für Herzog Bernhard II., als dieser den Vorstehern des Heiligen-Geist-Hospitals zu Lübeck eine jährliche Rente aus Buchholz verkauft 907

  • am 13.11.1458 ist Hartich Parkentin to Gudouwe Mitgelober für Herzog Bernhard II. und dessen Sohn Johann IV., als diese über Rentenverkäufe aus Klempau und Klein Sarau urkunden am 10.11.1459 ist Hartich Parkentin to Gudouw erster Mitgelober bei Otto Schack, Burgmann zu Lauenburg, als dieser eine Rente aus seinem Dorf Müssen und der dazu gehörigen halben Mühle verkauft 908

  • am 19.12.1459 ist er Mitgelober bei Herzog Bernhard II. und seinem Sohn Johann IV., als diese eine jährliche Rente u. a. aus der Fähre zu Esslingen verkaufen 909

  • am 23.04.1465 ist Hartwig Mitgelober bei den Brüdern Volrad (II) und Otto (V) von Ritzerau, als diese eine jährliche Rente aus drei Hufen in Tramm verkaufen 910

  • am 10.11.1465 ist er erster Mitgelober bei Joachim von Lützow zu Grabau, als dieser an die Kirche zu Mölln eine Rente aus Groß Salitz verkauft 911

  • am 21.04.1466 ist Hartwig in Büchen Zeuge bei dem Rezess und Vergleich der Herzöge Heinrich von Mecklenburg und Johann IV. von Sachsen-Lauenburg mit der Stadt Lübeck über einen den Lübeckern vor Mölln abgenommenen Kohten und dem Fähr- und Weggeld zu Artlenburg 912

  • am 01.11.1466 ist Hartich Parkentyn zu Gudow Mitgelober bei Joachim von Lützow, als dieser eine weitere Rente aus seinem Dorf Groß Salitz an die Kirche von Mölln verkauft 913

  • 1468 „in den 8ten Daghen na pinxten“ ist Hartich Parkentin to Gudow Zeuge bei Otto Schack zu Basthorst, als dieser für ein Kapital von 100 Mk über den Verkauf von 7 Mk Rente an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck urkundet. Der Urkunde hängt Hartwigs Siegel an 914

  • am 20.04.1469 bürgt er für Bertold Daldorp d. J. bei dessen Urfehde gegenüber der Stadt Lübeck 915


1462 verbürgt sich Hartwig für seinen Mann Boie Wolder gegen Hans Werpel, Einwohner zu Lübeck 916. Dass Hartwig (III) über Besitz in Lauenburg verfügte, ergibt sich aus einer Urkunde vom 18.02.1476, in der David Scholeke für den Fall, dass er die von dem Propst des Klosters Reinbek geliehenen 40 rh. Fl. Nicht zurückzahlen kann, seine Hufe „bilegen over der Elue twiscchen Hartich Parkentins houe und der Schacken hove“ verpfändet 917. Dann datiert aus dem jahre 1478/1479 ein Schreiben Lübecks an Bischof Johann IV. von Ratzeburg, die Kirchgeschworenen von Mölln und Hartwig Parkentin in Ratzeburg wegen des Streits der Kirchgeschworenen mit Hartwig und dessen Sohn, dem Domherren Johannes, um eine Rente in Lankau 918. Am 31.01.1479 erscheint er mit Bertram Buchwaldt, Volrad Scharpenberg und Otto von Ritzerau in der Sakristei der Domkirche zu Ratzeburg und erklärt, dass er mit der Wahl von Johannes von Parkentin zum Bischof von Ratzeburg zufrieden sei und den Erwählten bei seinen Rechten, Freiheiten und Privilegien schützen wolle 919. Seine Nennung an erster Stelle deutet wohl darauf, dass wir es bei ihm noch mit dem zuletzt 1469 Genannten zu tun haben. Letztmals genannt ist Hertich Parkentyn in Ratzeborch dann am 04.06.1479, als er als Bürge für Hinrich und Otto Schack zu Basthorst, Otto Schack zu Lauenburg und Vicko Bodin von dem lübschen Offizial Volkmar von Anderten als päpstlich bestelltem Richter auf die Klage der Vorsteher des Heiligen-Geist-Hospitals zu Lübeck gegen die Vorgenannten und den Rat und die Gemeinde der Stadt Wittenburg vor sein Gericht geladen wird 920.


Verheiratet war Hartwig (III) von Parkentin mit Anna von DALDORP a.d.H. Wotersen, Tochter von Otto (?Bartold) v. Daldorp und Margarethe von Schack 921 bzw. Anna von Pentz 922. Aus dieser Ehe stammen:


  1. Bartold (I) > IX–94

  2. Johannes (VII) (26. Bischof von Ratzeburg) > IX- 95

  3. Detlof (XIV) > IX -96

  4. Eggert (X) > IX -97

  5. Hans (Johann VIII) > IX- 98

  6. ?Margarethe (II) > IX- 99

  7. Tochter > IX-99a



Walrav (II) von PARKENTIN


(VIII – 83); Knappe, Sohn Eggerts (IX), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1438 - Er wird nur ein Mal, am 29.11.1438, genannt, als er mit seinem Bruder Hartwig (III) den Räten von Lübeck und Hamburg den Besitz von 20 Mk jährlicher Rente in Neuengamme bestätigt 923.



Sophia (I) von PARKENTIN


(VIII – 84); a.d.H. Zecher, * ..... + ....., oo Joachim von BÜLOW a.d.H. Zibühl (+nach 1471, urk. 1452/1471), Sohn des Heinrich v. Bülow auf Zibühl, Jessenitz und Veelböken und Adelheid NN. 924


Kinder(u. a.):

  1. Margarete von BÜLOW * ….. + ….., oo Gert von NEGENDANCK *vor 1472 +nach 1505, Herr auf Eggerstorf und Lambertstorff, Sohn des Knappen Hinrich von Negendanck, Herrn auf Egewisch und Eggerstorff und Trude von Axekow



N. von PARKENTIN


(VIII – 85); * ..... + ....., Tochter ?Eggerts (IX/?Hartwigs III), oo Wulfing von OLDENBURG auf Vitegast und Wattmannshagen (genannt 1423/1449) 925. Sie war ihren mutmaßlichen Lebensdaten nach aber wohl keine Tochter von Hartwig (III).



Magdalena (I) von PARKENTIN


(VIII – 86); * ….. + ….., oo Johann (Hans) von PLESSEN *vor 1432 +nach 1457 Knappe, auf Müsselmow, weiterer Besitz in Tessin, Losten, Rosenthal, urk. 1432/1458, Sohn des Knappen Henneke von Plessen auf Müsselmow, mit weiterem Besitz in Rosenthal, Triwalk, Losten, Lange-Jarchow, Holzendorf


Kinder u. a.)::

  1. Henneke von PLESSEN *vor 1484 +07.04.1544, auf Haus und Stadt Bruel, muss 1506 zum lübschen Krieg acht Pferde stellen, oo Dorothee von QUITZOW *Voigtshagen vor 1544 +um 1550, Tochter von Lütke von Quitzow zu Stavenow, Prenzlin, Semlin, Statthalter zu Güstrow und mecklenburgischer Rat und Anna von Oberg




Die neunte Generation:



Henning (II) von PARKENTIN


(IX – 87); Knappe, a.d.H. Prieschendorf, Sohn von Hans (Johann), herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Prieschendorf, urk. 1453/1481 - Er verbürgte sich 1453 mit seinem Bruder Detlof für seinen Verwandten von Schötze. Dann ist Hennigk Parkentin mit Hans Parkentin und anderen am 05.02.1454 zugegen, als der Herzog den durch die Brüder von Plessen bewirkten Verkauf ihres väterlichen Gutes Röggelin an Bischof Johannes von Ratzeburg bestätigt 926. 1457 bei der Ausstellung einer Schuldverschreibung nannte er sich als „zu Dassow geseßen“. Hennich Parkentin to Pritzendorpe, knape am 23.01.1466, bei seinem Gesuch an den Rat zu Lübeck um Vertragung der Schlichtungsverhandlungen der Stadt mit seiner Mutter bis zu deren Rückkunft 927. Dann ist er 1472 Bürge für Herzog Magnus von Mecklenburg für dessen Schuldverschreibung über 200 Mk an den Rat von Lübeck. Für den Fall der Nichtzahlung verpflichtet er sich mit den weiteren Bürgen, Mathias von Bülow, Johann Schötze zu Neuenhagen und Bernd von Plessen zu Arpshagen zum Einlager 928. Der Urkunde hängt sein rundes Siegel an. Es zeigt auf stehendem Schild die querrechts gelegte Spitze. Sie ist wie der Grund glatt, aber etwas erhöht. Die Umschrift auf dem Bande lautet: S : henich . parkentin. Am 07.07.1475 ist er mit Detleff d. Ä. und anderen Bürgen bei der Vereinbarung zwischen Herzog Heinrich IV. und der Stadt Lübeck wegen eines Zahlungsaufschubes 929. Dann ist Henningk Parckentyn tho Pritzendorpe yn dem karßpel tho Dartzowe, knape am 10.11.1477 unter den Mitgelobern bei Helmold von Plessen, als dieser dem Vikar an der Marienkirche zu Lübeck, Cord Suwer, für ein Kapital von 100 Mk eine Rente von 7 Mk aus Pohnsdorf im Kirchspiel Damshagen verkauft 930. Am 21.07.1478 richtet Henning ein Gesuch um die Ausfuhr von Heringen aus Lübeck an den Rat der Stadt 931. 1480 ist Henninck Parkentyn to Prissendorpe im karspele to Darsowe mit Detleff d. Ä. und anderen unter den Mitgelobern, als die Brüder Hans und Jochim von Pentz mit Zustimmung ihrer Mutter Abele eine Rente aus ihrem Besitz in Toddin verpfänden 932. 1481 wird er, als er sich für die von Plessen verbürgt, die Geld von der St.Jakobikirche in Lübeck geliehen hatten, als zu Prieschendorf wohnhaft bezeichnet 933. Zuletzt(?) genannt ist er bei dem Rechtshilfegesuch für Hinrick Wyneke, das er mit Detleff d. Ä. und Detleff d. J. von Parkentin an den Rat der Stadt Lübeck richtet 934.



Detlev (XIII) von PARKENTIN


(IX – 88); Knappe, a.d.H. Prieschendorf, Sohn von Hans (I.), herzoglich mecklenburgischer Vasall, urk. 1453/1461 - 1453 verbürgte er sich mit seinem Bruder für seinen Verwandten von Schötze. 1461 lieh er ein kleines Kapital, für das er eine Rente in Dassow verschrieb. Er nannte sich in der darüber gefertigten Versicherung „Hansens von Perckentin Sohn“. Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht genannten Frau stammt der Sohn


  1. Hans (IV, Johann) > X-103 935



Hans (II) von PARKENTIN


(IX – 89); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall zu Prieschendorf, Rat Herzog Heinrichs IV. von Mecklenburg, urk. 1456/1458 - Hans von Parkentin ist, mit anderen, darunter Henningk (II) Parkentin, zugegen, als Herzog Heinrich IV. von Mecklenburg am 05.02.1454 den durch die Brüder von Plessen bewirkten Verkauf ihres väterlichen Gutes Röggelin an Bischof Johannes von Ratzeburg bestätigt 936. Am 10.02.1456 ist Hans Parckentin tho Prischendorff unter den „rehten und leuen getruwen“ Herzog Heinrich, die den Verkauf des Gutes Thorstorf, des Kirchdorfs Bössow sowie von Lütken Thorstorf für 4400 Mk an Vicke von Bassewitz durch den Herzog bezeugen 937. Zuletzt genannt ist Hans am 20.03.1458 als Mitsiegler bei Herzog Heinrich, als dieser über den unter Vermittlung von Herzog Adolf von Schleswig und des Bischofs Arnold von Lübeck von ihm auf drei Jahre geschlossenen Frieden mit der Stadt Lübeck urkundet 938.



Henning (III) von PARKENTIN


(IX – 90); Knappe, Sohn von Claus (VI), herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Prieschendorf, urk. 1450/1455 - Erstmals (?) genannt ist Henningk Parkentyn to deme Lutke Haue als Mitgelober für Herzog Heinrich. von Mecklenburg, als dieser am 29.01.1450 dem Wedege von Züle eine Revers über eine Rente von 160 Mk jährlich ausstellt, die er von diesem für ein Kapital von 1600 Mk aufgenommen hatte 939. 1455 nahm er in Lübeck ein Kapital von 100 Mk auf, für das er eine jährliche Rente von 7 Mk verschrieb 940. Dann vergleichen sich Henninck, Clawes unde Johan de Parkentyne am 20.11.1509 wegen Pritzendorpe, Lutkenhoue und Darsow und mit zahlreichen weiteren Adligen am 20.11.1509 unter Vermittlung der Herzöge Heinrich und Albrecht von Mecklenburg mit den Vikaren, Kommendisten und anderen Geistlichen in Lübeck über die Zahlung der seit sechs Jahren rückständigen Renten 941 .



Detlev (XIV) von PARKENTIN +nach 31.10.1484 / vor 1486


(IX – 91); Knappe, Sohn von Claus (VI); herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Lütgenhof, „patruus“ von Bischof Johannes von Ratzeburg, urk. vor 1455/1484 - Vor 1455 ist ein Schreiben Detleffs an den Rat zu Lübeck zu datieren, in dem er um Abstellung der ungerechten Beschuldigungen eines Lübecker Einwohners gegen ihn, seinen „Vedder“ und ihren Kirchherrn bittet 942. Am 07.04.1461 stellt Detleff seinem Untersassen Hinrik Sloys aus Dassow wegen der Beschuldigung des Diebstahls durch den Lübecker Einwohner Luder Danholt ein Leumundszeugnis aus 943. Noch 1461 lieh er bei den Kalandsbrüdern bei der St.Jakobikirche in Lübeck 100 Mk und verschrieb dazu eine Rente aus Dassow zur Sicherheit. Ernennt sich hier „Clausens Sohn“ 944. Vor dem 05.11.1462 datiert ein Fürschreiben Detleffs an den Lübecker Bürgermeister Wilhelm von Calven und den Rat von Lübeck für Arnd Tarnouw, Einwohner in Travemünde, wegen der an ihm und seinem Haus von Lutke Bruggemann, ebenfalls Einwohner zu Travemünde, Hans Schutte und dessen Schiffsleuten gegangenen Gewalttätigkeiten 945 .


Am 08.11.1464 ist Dethleff Parkentyn wonaftich to deme Lutken Haue Mitgelober bei Detloff Schotze, als dieser 7 Mk Rente aus Dönkendorf und Sievert von Buchwaldt 3 ½ Mk Rente aus Pötenitz an den Vikar Hermen Hasselbusch an der Ägidienkirche zu Lübeck verkaufen 946. Aus demselben Jahr datiert eine Urkunde, in der sich Detlev als „zu Dassow wohnhafftich“ bezeichnet 947. Vom 26.05.1469 datiert ein Beglaubigungsschreiben Herzog Heinrich IV. von Schwerin (1423-1477) für seinen Gesandten Detleff Perkentin 948. Dann finden wir Detlef Parkentin to Lutjenhove am 18.10.1470 unter den Mitgelobern bei den Brüdern Werner und Friedrich von Bülow auf Wehningen, als diese aus ihrem Gut Kehrsen bzw. aus ihren Dörfern Gudow, Grambek, Segrahn und Sarnekow der Kirche in Mölln eine Rente verkaufen 949. Ebenfalls 1470 lieh er Herzog Heinrich IV. von Mecklenburg 200 Mk und bekam deshalb die Bede in Seedorf (Ksp. Dassow), 11 Mk weniger 4ß in Hundorf sowie weitere 4 Mk 6ß aus einem anderen Gehöft und weitere 14 Mk als Sicherheit verschrieben. Für weitere 300 Mk verschrieb ihm der Herzog das höchste Gericht und 15 Mk Bede in den Dörfern Benekendorf, Gostorf, Snekendorp (?), 2 Mk in Reppenhagen und 10 Mk in Volkensdorf 950. 1472 ist Detleff Parkentin tom Lutkenhoue Zeuge, als Cord von Plessen den Vorstehern von St.Jürgen zu Lübeck gegen Zahlung von 60 Mk. lüb. Pf eine jährliche Rente von 4 Mk aus seinen beiden Erben zu Arpshagen verkauft 951. Der Urkunde hängt Detlevs Siegel an. Es ist identisch mit dem, das Detlev (VII) von Behlendorf gebrauchte. Am 11.11.1472 finden wir Detleff Parkentin tom Lutkenhoue mit Eggert von Quitzow zu Voigtshagen, Kone Quitzow zu Tankenhagen und anderen als Mitgelober bei Volrad von Pentz zu Redefin und dessen Sohn Ulrich, als diese unter Vorbehalt der Wiederlösung den Vikarien der Marienkirche zu Lübeck für ein Kapital von 100 Mk eine jährliche Rente von 7 Mk aus Karft verschreiben 952. Unter dem Datum vom 05.07.1473 richten die Vorsteher von St.Marien und St.Jakobi zu Lübeck ein Schreiben an Detleff, in dem sie das Gesuch der Kirchgeschworenen von Dassow um Aufschub für die Bezahlung von Kalk und Mauernsteinen unter der Bedingung der Stellung von Bürgen bewilligen 953. Dann ist Detleff am 14.11.1473 unter den Bürgen, als Herzog Heinrich IV. dem Herzog Johann IV. von Sachsen-Lauenburg über eine Schuld von 1100 Mk. lüb. Pf., welche schon zum Martinstage 1473 fällig war, eine neue Schuldverschreibung auf den nächstkommenden Martinstag ausstellt (von Meyenn I Urk. 182). Am 07.07.1475 sind Detleff und Henning von Parkentin mit anderen als Bürgen bei der Vereinbarung eines Zahlungsaufschubs zwischen Herzog Heinrich IV. von Mecklenburg-Schwerin und der Stadt Lübeck genannt 954.

Dann lag Detlev mit dem Lübecker Domkapitel im Streit, denn „mit sulffwalt“ hatte er „des dingesdages to vastelavende anno Domini veerteinhundert in deme veerundesoventigsten jare“ dem Untertanen des Domkapitels, Siverd Boytin zu Wedol Schaden zugefügt. Wir erfahren von diesem Vorgang aus zwei Urkunden vom 30.09.1475 und 23.04.1476 955. Danach hatte Sivert Boytin gegen das Domkapitel „van etlikes schaden wegene, den de duchtige knape Detleff Parkentin to Darsowe wonafftich“ geklagt und sich schließlich mit dem Kapitel verglichen. Über den Grund des Übergriffs durch Detlev erfahren wir nichts. Vielleicht steht ein Schreiben vom 14.10.1476, in dem Detleff Parkentin um Vorverlegung von in Lübeck vorgesehen Verhandlungen auf den 15.10. nach Herrnburg bittet 956, noch im Zusammenhang mit diesem Streit.


Am 25.05.1477 bittet Detleff den Rat zu Lübeck um Wiederbeschaffung seiner von seinem Kaplan zwischen dem Burgfeld und Burgtor verlorenen und von den Brüdern Gherdes gefundenen 23 ½ Mk 957. Am 14.01.1478 teilt ihm der Rat zu Lübeck die Gründe mit, die zur Verzögerung der abschließenden Antwort wegen seines in Lübeck inhaftierten „Vedderen“ mit 958. Dann war in einer Erbschaftsangelegenheit offenbar seine Anwesenheit von Nöten. Denn unter dem 29.11.1478 bittet der Rat der Stadt Lübeck den Rat zu Mölln um Aufschub des in einem Brief des Bencke Peters aus Mölln an Bencken „tom Stenvorde“ mitgeteilten Todes seines Onkels bis zur Rückkehr von Detleff und des von Plessen 959. Detleff begleitete zu dieser Zeit seinen Lehnsherrn bei dessen Zug in die Mark Brandenburg.


Um 1478/1479 hatte Detlev in der Nikolaikirche zu Dassow, an einem neu errichteten Altar, der dem heiligen Jacob, Maria Magdalena und Erasmus geweiht war, eine Vikarie gestiftet. Sie war von ihm mit 19 Mk. lüb. Pf dotiert worden, die fünf Bauern in Moor (Kirchspiel Damshagen) zahlen mussten. Zu einer Bestätigung durch Bischof Johannes Stalkoper (1466-1479) war es durch dessen Tod nicht mehr gekommen. Sie erteilte am 02.08.1479 Detlevs „patruus“, Bischof Johannes von Parkentin 960. „Patruus“ ist hier wohl nicht als „Oheim“ zu verstehen, sondern als „patruelis“/“Vetter“. Dafür sprechen die Lebensdaten. 1480 ist Detleff Parkentyn to dem Lutkenhoue erster Mitgelober bei den Brüdern Hans und Jochim von Pentz auf Toddin, Söhne Ulrichs, als diese mit Zustimmung ihrer Mutter Abele den Domvikarien zu Lübeck für ein Kapital von 100 Mk eine jährliche Rente von 6 Mk aus ihrem Dorf, der Mühle und dem Hof Toddin verkaufen sowie aus ihren anderen Dörfern und Gütern verpfänden 961. 1482 ist Detlef zugegen, als die Herzöge von Mecklenburg der Stadt Rostock die Privilegien bestätigen 962. Am 12.12.1483 übersendet der Rat zu Lübeck an Detleff d. Ä. von Parkentin zusätzlich drei Tonnen Rotscher in die Herberge und erinnert ihn an die von ihm eingegangene Verpflichtung 963. Um welche Verpflichtung es sich hier handelt, ist nicht ersichtlich. 1484 richten Detleff d. Ä., Detlev d. J. und Henning von Parkentin ein Rechtshilfegesuch für Hinrich Wyneke gegen Karsten Burmester aus Dassow wegen 90 Mk Schulden von dessen verstorbenen Bruder nach Lübeck 964. Dann ist Detleff Parkentyn, wonaftich to dem Lutken Houe in deme kerspell Datzowe, knape am 31.10.1484 Mitgelober bei Ulrich von Pentz zu Plön, Helmolds Sohn, als dieser für ein Kapital von 600 Mk eine jährliche Rente von 36 Mk aus seinen Hufen, Erben und Anteilen in den Dörfern Scharbow und Pätow an die Vikarien der St. Jakobikirche zu Lübeck verkauft 965.


Verheiratet war Detlev mit einer Frau namens Catharina NN. Aus dieser Ehe stammen die Söhne


  1. Claus (VII) > X–104

  2. Detlof (XVI) > X-105


Vor 1486 ist Detlev dann gestorben, denn in diesem Jahr nahm seine Witwe Catharina mit ihren Söhnen Claus und Detlof ein Kapital von 100 Mk auf 966. und am 28.12.1487 stellt sie an Benedicta, Witwe von Woldemar Preen zu Thurow eine Schuldverschreibung über 118 Mk. lüb. Pf. aus 967:


Ick Katharina, szelige Detleff Parkentins nhagelatene wedewe, wanaftich tome Lutkenhaue, bokenne vnde botuge apenbar von alsweme, dar ik myt mynen kinderen schuldich bin vnde myt eren eruen, wan wegen mynesz seligen Detleff Parkentinsz rechter witliker schult, der erliken frouwen vor Benedicta Prens, Woldemar Prenes to Turowe szeliger dechtnisse nalaten wedewe, vnde eren eruen hundert vnde achteyn lübesche mark houetsummen, dar vor vij lübesche Mark rente ...“


Mitgelober Catharinas sind Bernd von Plessen zu Grundshagen, Wipert von Plessen zu Großenhof, Hanneke von Pentz zu Gorlosen und Vicke von Stralendorf zu Preensberg.



N. von PARKENTIN +1461/1462


(IX – 93); * ..... +um 1461/1462, oo Ulrich von PENTZ (*um 1420) auf Gorlosen, Sohn Joachims von Pentz, 1453 volljährig. Sie brachte möglicherweise eine beträchtliche Mitgift in die Ehe, evtl. Jene 1080 rhein. fl., die Ulrich dem Herzog Heinrich IV. von Mecklenburg geliehen hatte 968.



Bartold (I) von PARKENTIN *vor 1440 +nach 1519


(IX – 94); Knappe, a.d.H. Zecher, Sohn Hartwigs (III), herzoglich sachsen-lauenburgischer und gräflich holsteinischer Vasall, Herr auf Lasbek, Groß und Klein Zecher, Klein Anker und Klein Berkenthin, Siebenbäumen, herzoglich sachsen-lauenburgischer Rat, urk. 1470/1519 - Als Angehöriger der holsteinischen Ritterschaft (als Besitzer von Lasbek) unterzeichnet er 1470 den von König Christian von Dänemark mit den Bischöfen von Lübeck und Schleswig, der holsteinischen Ritterschaft und den Städten Lübeck und Hamburg geschlossenen Vertrag 969. 1477 kaufte Bartold (I) von Parkentin von Hermann (III) und Vicke (IV) von Karlow deren Dorf Klein Zecher samt dem Gericht für 300 Mk, wobei die lehnsrechtliche Bestätigung erst 1495 durch Herzog Magnus I. nachgeholt wurde. Auch der Kaufpreis wurde offenbar nicht auf ein Mal gezahlt. Dies ergibt sich aus der Empfangsbestätigung des Herzogs in seiner Eigenschaft als Vormund des unmündigen Friedrich (Vicke V) von Karlow, über die Zahlung der Restschuld von 100 Mk durch Barthold am 08.12.1510 970. Den von Wackerbarthschen Untertanen in Klein Zecher, Hinrik Moler, kaufen Bartold und seine Brüder Detlev (XIV) und Eggert (X) am 02.04.1500 von Detleff (V) und Hartich (III) Wackerbarth auf Kogel mit Zustimmung von Herzog Johann IV. 971. Herzog Magnus I. belehnte Bartold am 08.11.1509 mit dem Dorf Klein Zecher 972.


Am 20.02.1494 wurde Bartold mit seinen Brüdern Detlof (XIV) und Eggert (X) von Herzog Johann IV mit dem Burglehen in Lauenburg belehnt 973, das Eggert (IX) 1409 gegen Göldenitz eingetauscht hatte. Es brachte 30 Mk in Geld und 2 Tonnen Salz. Dazu gehörten vier Leute auf „dem Holenwege“, einer „vor der Brüggen“ sowie vier Hufen und ein Katen in Klein Berkenthin. Das Burglehen in Lauenburg besaßen die Parkentin auf Groß Zecher zur gesamten Hand.


Am Freitag vor Lamberti (15.09.)1497 erhielt Bartold (I) dann von Herzog Magnus I. für treue Dienste Groß Zecher „zum rechten Mannlehen“, so wie es die von Lasbek und vordem die von Zülen besessen hatten 974. Am 08.11.1509 belehnte ihn Herzog Rudolf mit Groß Zecher 975. Bartold war auch Besitzer von (Klein) Anker, wo er auch seinen Wohnsitz nahm 976. Am 22.07.1502 hatte ihn Herzog Magnus I., unter Zustimmung der Söhne Herzog Johanns IV., Bernhard und Johann V., mit zwei Forstgelderbriefen auf Anker und Zecher belehnt 977. Die Belehnung mit Anker durch Herzog Rudolf folgte am 14.05.1503 978. Bartold (I) besaß Klein Anker nicht unangefochten. Mit seinen Brüdern kam es zum Streit über den Hof. Schon am 11.12.1491 erklärte Lübeck sein Einverständnis, dass Herzog Johann V von Sachsen-Lauenburg im Streit der Brüder vermittelte 979, aber erst 1506 gelang es dem späteren Ratzeburger Bischof, Heinrich Bergmeyer als Schiedsrichter die Streitigkeiten zu schlichtete 980.


Am 29.04.1504 ist Bertold Perkentin Mitgelober, als Hans Scharpenberch, Burgmann zu Lauenburg, seinem Schwager Joachim von Bülow zu Plüschow für die zurückgegebenen Schuldbriefe eine Leibrente verschreibt 981. Sein Bruder, Bischof Johannes von Ratzeburg, bestellte ihn am 05.10.1509 zusammen mit seinen Brüdern Detlev (XIV) und Hans zu Provisoren der fünf neuen Horen in der Kapelle des heiligen Martin zu Ratzeburg 982. Als wegen eines Streits, den Lübecker und Hamburger mit Mannen und Dienern des Herzogs Magnus I. gehabt hatten, Bischof Heinrich Bergmeyer von Ratzeburg, der Propst Bokholt von Lübeck mit Deputierten der Herzöge von Mecklenburg und der Stadt Lüneburg um den Frieden wiederherzustellen, am 09.06.1512 im Kloster Marienwohlde verhandelten, ist Berthold von Parkentin einer der vier Räte von Herzog Magnus 983. Für Herzog Magnus I., der sich am 03.05.1513 vom Ratzeburger Domkapitel 300 Mk geliehen hatte, trat Barthold (I) mit Otto (VI) von Ritzerau, Ludolf Schacke und Thomas Scharpenberch, unter Verpflichtung zum Einlager in Ratzeburg, als Bürge auf. Als der Herzog nicht zahlte und die Bürgen am 08.10.1517 zum Einlager aufgefordert wurden, entschuldigte sich Bartold mit dem Befehl des Herzogs, nicht einzureiten, weil er mit dem Kapitel im Handel stehe 984. Mit Bischof Heinrich Bergmeyer brachte er am 26.12. 1513 ein Abkommen zustande, wonach das Domkapitel dem Herzog 1000 rh.fl. dafür zahlte, dass dieser auf die Gerechtigkeit des Ablagers in den Dörfern des Domkapitels verzichtete. Für den Fall, dass der Herzog das Versprechen nicht erfüllen sollte, verpflichtete sich Bartold mit anderen lauenburgischen Adligen, darunter Thomas Scharpenberch zu Seedorf, zum Einlager in Schönberg oder Schlagsdorf 985. Am 17.01.1514 ist Berteldt Perkentin thom Anckere Mitgelober, als die Brüder Vicke, Hinrich, Anthonius und Christoffer von Bülow, Söhne des verstorbenen Jürgen zu Gartow und Stintenburg, für 1500 Mk eine Rente von 75 Mk in ihren Dörfern Techin, Lassahn und Bernsdorf verkaufen 986. Zuletzt genannt wird Bartold (I) von Parkentin 1519 mit Luder Scharpenberg unter den Begleitern von Herzog Magnus I. bei dessen Vergleichsverhandlungen mit dem Bischof und Domkapitel von Ratzeburg in Herrnburg 987.


Bartold (I) von Parkentin war zweimal verheiratet. In erster Ehe hatte er Christine von AHLEFELD a.d.H. Lehmkuhlen, Tochter des königlich-dänischen Geheimen Rats und Amtsmanns in Eutin, Lilbe, Tondern und Itzehoe, Claus von Ahlefeldt auf Wormesfelde und Dorothea Pogwisch 988 geheiratet. Seine zweite (?) Frau wurde N. von LÜTZOW. Aus der ersten Ehe stammen die Kinde


  1. Hartwig (IV) > X–109

  2. Anna (I) > X–110

  3. Margaretha (IV) > X–111

  4. Christine > X-111a

  5. Armgard > X-111b


Johannnes (V), 26. Bischof von Ratzeburg +15.06.1511


(IX – 95); *?Dassow um 1440 +Stove 15.06.1511; Sohn Hartwigs (III) 989, Kanonikus (1460), Student der Theologie in Rostock (Magister 1462) und Perugia, Pfarrherr in Schönberg (vor 1479), 26. Bischof von Ratzeburg (1479-1511). Sei Bild finden wir möglicherweise auf der von Bernt Notke geschaffenen „Gregorsmesse“, wo er wohl mit einem der drei dargestellten Bischöfe mit Mitra identifiziert werden kann 990. - Die Einbindung von Bischof Johannes von Parkentin in die Parkentinsche Ahnentafel ist umstritten. Nach älterer Überlieferung soll er ein Sohn von Detlev (XIII) auf Lütgenhof gewesen sein 991, doch wird dieser 1479 als „patruus“ von Johannes aufgeführt 992. Da 1509 Bartold (I), Detlev (XIV) und Johann als seine Brüder bezeichnet werden 993 und wir zumindest von Detlev (XIV) wissen, dass sein Vater Hartwig hieß 994, war auch Bischof Johannes ein Sohn Hartwigs (III).


Johannes war bereits 1460 Kanonikus der Ratzeburger Kirche und besuchte die Universität in Rostock, wo er 1462 den Magistergrad erwarb 995. Später soll er, unterstützt von Bischof Johannes Stalkoper, nach Perugia zum Studieren gesandt worden sein. Nach seiner Rückkehr ward er Pfarrherr in Schönberg. Als Domherr zu Ratzeburg erscheint er in einem 1478/1479 datierten Schreiben mit seinem Vater Hartwig (III) bei anlässlich eines Streits der beiden mit den Kirchgeschworenen zu Mölln wegen einer rente in Lankau 996. Als ihn 1479 das Domkapitel zum Nachfolger von Johannes IV. Stalkoper als Johannes V. zum 26. Bischof von Ratzeburg wählte, reiste er zunächst nach Rom, um die Bestätigung und die Weihe durch den Papst zu empfangen 997. Aber bereits am 31.01.1479 war er mit dem ganzen Kapitel zugegen, als Herzog Johann IV. von Sachsen-Lauenburg mit Hartwig (III) von Parkentin, Bertram von Buchwald, Volrad von Scharpenberg und Otto von Ritzerau in der Sakristei der Domkirche zu Ratzeburg erschien und seiner Zufriedenheit über die Wahl zum Ausdruck brachte und versprach, den Erwählten in seinen Rechten, Freiheiten und Privilegien zu schützen.


Über die kirchlichen Aktivitäten von Bischof Johannes von Parkentin sind wir durch zahlreiche Urkunden gut unterrichtet. Am 02.08.1479 bestätigte er in Schönberg eine Vikarie, die sein „patruus“ Detlev (XIII) auf Lütgenhof bereits zu Lebzeiten seines Vorgängers in der Nikolaikirche in Dassow gestiftet hatte und deren Bestätigung durch den Bischof wegen dessen Todes nicht mehr erfolgt war. Dies holte er nun nach und verlieh die Vikarie dem Priester Hermann Hegher und überließ das Patronat dem Stifter und seinen Erben und gebot dem Vikarius, der in dem von Hegher neu erbauten Hause wohnen sollte, dem Kirchherrn in erlaubten und anständigen Diensten gehorsam zu sein. Nach Erlöschen der Familie des Stifters sollte das Patronat an den Bischof fallen 998. Dann nahm Bischof Johannes am 18.08.1479 diejenigen Almosen in seinen geistlichen Schutz, die Johannes Glind, Vikarius zu Mölln, für den dortigen Altar St.Trinitatis gestiftet hatte 999. Am 16.08.1480 finden wir ihn in Schwerin, wo er eine Kommende bestätigte, die Johann Mollre, Kirchherr zu Wittenburg, in der Kreuzkapelle in Wittenburg gestiftet und mit 18 Mk dotiert hatte 1000. 1481 gewährte er am 07.04. zunächst einen 40tägigen Ablass zugunsten der zerfallenen Kapelle in Ziethen 1001 und am 11.04. erteilte er dem Johann Wilde die Vikarie in der neuen Kapelle auf dem Marienkirchhof in Wismar, welche zur Sühne der enthaupteten Johann Bantzkow und Jo -


Bernt Notke: „Gregorsmesse“

(Abb. bei Wikipedia)


hann von Haren gestiftet worden war 1002. Noch aus dem Jahre 1481 stammt eine Anekdote, die ein Licht auf das Wesen von Bischof Johannes von Parkentin wirft 1003. Zwischen dem Kleriker Egghard Krumstein und dem Möllner Bürger Berend Growe war ein Streit entstanden, den der Kämmerer des Lübecker Rats dahin schlichtete, dass Growe dem Bischof eine Tonne Hamburger Bier geben sollte, wofür Lüder Snake, Hauptmann zu Ritzerau, bürgte. Da aber das Bier nicht so gut und so dick war, wie es der Bischof gerne gehabt hätte, so belegte er Growe sogleich mit dem Bannstrahl, Inderdikt und Ausschluss aus der Gemeinde. Der Rat zu Lübeck nahm sich am 09.10. des so Geächteten an, schrieb dem Bischof, wenn das Bier nicht so gut gewesen als es hätte sein sollen, so hätte der Bürge dafür in Anspruch genommen werden müssen, ehe es gezapft sei. Da dies aber nicht geschehen, so möge er Bann, Interdikt und Ausschluss abstellen und seine Forderung aufgeben 1004.


Am 14.02.1481 wandte sich Bischof Johannes auf Ansuchen von Dompropst und Domkapitel wegen der Auseinandersetzungen zwischen lübischen und ratzeburgischen Lansten um ein Erbe ihrer Ehefrauen in Giesensdorf und einer halben Hufe in Rondeshagen an den Rat der Stadt Lübeck 1005. Am 26.05.1483 erteilte er dem Kloster Bordesholm, welches wegen der vielen Reliquien, die auf dem Hauptaltare ausgesetzt wurden, ein eigenes Fest beging, einen 40tägigen Ablass 1006. Am 06.10.1485 bestätigte er dem Johann Negendank die von Heinrich Negendank gestiftete Vikarie in Elmenhorst und gab der Familie des Stifters zugleich das Patronat 1007.


1486 unternahm er eine Romreise, auf der ihm Papst Innozenz VIII. am 29.03.1486 zugestand, dass die Kirche in Lütau der bischöflichen Tafel zugelegt wurde und ihm wegen der Schulden auf zehn Jahre die Hälfte aller Einkünfte zugestanden wurde. Für das Kapitel erreichte er das Zugeständnis des Papstes, dass dieses sich seinen Propst wählen durfte, ohne in der Wahl beschränkt zu sein, doch sollte der Erwählte verpflichtet sein, innerhalb von vier Monaten entweder persönlich in Rom um seine Bestätigung nachzusuchen oder sich durch einen Abgeordneten vertreten zu lassen 1008. In diese Zeit fällt auch die Kollatur der Vikarie in Büchen, zu der Herzog Johann IV. den Dr. Gerhard von Zeitzen, Propst des Klosters Walsrode, präsentiert hatte 1009.


Aktiv beteiligt war Bischof Johannes V. an den Sternberger Hostienprozessen. 1492 ordnete er mit seinen Amtskollegen in Schwerin und Cammin die Verehrung jener „blutigen“ Hostien an, die angeblich bei der Verbrennung der 27 Juden in Sternberg von diesen durchstochen worden sein sollen und sich dann blutig gefärbt hätten 1010. Der den Hostienfrevel auslösende Priester an der Sternberger Stadtkirche, Peter Däne, wurde 1493 in Rostock verbarnnt. Am 23.03.1493 urteilt Johannes van Gades Gnaden bisschop tho Ratzeborch in der Klagsache der Brüder Hans und Harmen Denneke gegen das Kloster Ahrensbök wegen des Todes ihres Onkels Garlich Denneke 1011. Als der Bischof 1495 den Geistlichen in Mecklenburg, die zum Ratzeburger Sprengel gehörten, gebot, die Messe nicht mehr mit Wein, sondern mit Malvasier (= halb Bier, halb Wein) zu halten, beschwerten sich diese bei der weltlichen Instanz, nämlich bei Herzog Magnus I. von Sachsen-Lauenburg 1012. Zu einem Streit mit der Stadt Lübeck kam es, als Bischof Johannes 1496 dem Möllner Kirchherrn Dr. Johannes Osthusen verbot, die Gefälle an Lübeck zu entrichten 1013. Mit Zustimmung des Bischofs stiftete Herzog Johann IV. am 17.01.1497 das Kloster Kuddewörde 1014 und am 05.07.1501 bestätigte er die Stiftungen von Heinrich von der Lühe und dessen Ehefrau Beate für die Marienkirche in Wismar 1015.


Darstellung der Sternberger Hostienschändung von 1492

(Holzschnitt, Druck Matthäus Brandis, Lübeck)

Die Beziehungen zwischen dem Ratzeburger Bischof und der Stadt Wismar, die nie besonders gut gewesen waren, wie sich unter Bischof Detlev von Parkentin gezeigt hatte, waren noch immer spannungsgeladen. Der Grund lag in der Tatsache, dass dem Bischof von Ratzeburg die Jurisdiktion in der Stadt teilweise zustand. Unter Vermittlung der Herzöge Balthasar und Heinrich V. von Mecklenburg wurde die Angelegenheit schließlich am 19.11.1504 dahin verglichen, dass der Bischof einen tüchtigen verständigen Offizial zu Wismar halten sollte, dem das geistliche Gericht zustehen, der Testamente bestätigen und sich darüber Rechenschaft ablegen lassen konnte. Er durfte aber keine, dem Rat unterworfene Person oder Sache vor sein Gericht ziehen. Das Kapitel trat diesem Vergleich bei und der Magistrat der Stadt Wismar versprach, den bischöflichen Offizial in Ausübung seines Amtes zu beschützen 1016.


1504 bestätigte Bischof Johannes eine von dem Lübecker Bürgermeister Castrop und den beiden Lübecker Bürgern Hans Croycke und Erich Lünte gestiftete Vikarie in capella St. Georgii pauperum Christi videlicet leprosorum prope Lütke Dartzowe 1017. Am 23.03.1509 vereinigte der Bischof zwei in der Kirche zu Grevesmühlen gestiftete geistliche Benefizien 1018. Dann stiftete er am 05.10.1509 in Ratzeburg in der Kapelle des heiligen Martin Horen zur Ehre der Jungfrau Maria, zu denen fünf Priester verordent wurden und dotierte sie mit insgesamt 1400 Mk, die verzinst für jeden Priester 25 Mk Einnahmen erbrachten. Als Provisoren bestellte er den Dekan Albert Make und seine Brüder Bartold (I), Detlev (XIV) und Johann (VIII) sowie den Rat zu Ratzeburg, wobei er sich und seinen Nachfolgern im Amt das Patronat vorbehielt 1019.


Hatte unter Bischof Detlev von Parkentin zweifellos der Niedergang der bischöflichen Herrlichkeit der Ratzeburger Bischöfe äußerlich sichtbar zu werden begonnen, so erreichte das Ansehen der Geistlichkeit unter Bischof Johannes von Parkentin seinen Tiefststand 1020. Da auch im Ratzeburger Sprengel die allgemeine Kirchenzucht offensichtlich nachgelassen hatte, sah sich der Bischof bereits am 01.02.1482 veranlasst, ein Statut zu erlassen, um den Gottesdienst in der Domkirche feierlicher und geordneter zu gestalten 1021. Hatten es die Domherren bereits seit längerer Zeit als Last empfunden, die Stundengebete und die wöchentlichen Altardienste wahrzunehmen und sich durch angestellte Kleriker vertreten lassen, so schritt die Verweltlichung des Ratzeburger Klerus weiter voran. In die Amtszeit von Bischof Johannes von Parkentin fällt 1504 eine der wichtigsten Veränderungen des Ratzeburger Domstifts, nämlich das Verlassen des Prämonstratenser-Ordens, zu dem die Mitglieder des Domkapitels bisher gehört hatten 1022. Bischof und Domkapitel hatten, unterstützt durch die Herzöge Johann IV. und Magnus I. von Sachsen-Lauenburg, darum nachgesucht, den Prämonstratenser-Orden verlassen und weltliche Chorherren werden zu dürfen. Papst Julius II. gab dazu am 22.05.1504 in einer Bulle seine Zustimmung und legte die neuen Statuten des weltlichen Chorherrenstiftes fest. Die bis dahin geltende strenge Kleider- und Speiseordnung wurde aufgehoben und den Mitgliedern des Domkapitels war es fortan erlaubt, sich eigene Wohnhäuser auf dem Domhof zu bauen. Bischof Johannes stärkte damit die politische Rolle seines kleinen Bistums als Territorium.


Von den Erwerbungen und Anleihen Bischof Johannes von Parkentin besitzen wir nur unvollständige Nachrichten. Am 25.01.1482 kaufte er für 4900 Mk von den Vikaren der Domkirche und der Petrikirche zu Lübeck den Hof Klein Rethwisch mit der Mühle und die Dörfer Groß Rethwisch, Wigersrade mit dem Hof und Elersdorf im Kirchspiel Oldesloe 1023 und von Otto von Ritzerau kaufte er für 1000 Mk am 23.12.1510 den Dechower See mit dem Orte, Holz und Feld, „der lange Röden“ genannt 1024. Der Bischof lieh mehrere Kapitalien, so vor Weihnachten 1483, als er dem Rat von Lübeck 150 rh.fl. schuldig war 1025. Von dem Domherren Johann Lockwisch entlieh er am 03.01.1486 mit Zustimmung des Kapitels 200 Mk für eine Rente von 10 Mk 1026. Diese Anleihe diente vielleicht schon der Vorbereitung der geplanten Romreise des Bischofs. Am 03.04.1488 lieh er bei den Testamentarien der Bodeckerschen Vikarie in Wismar 100 rh.fl 1027.


Der Dom zu Ratzeburg Ansicht von Süden, um 1840

(Stahlstich, aus Lisch „Mecklenburg in Bildern“)


Über die Bautätigkeit von Bischof Johannes von Parkentin sind etliche Nachrichten auf uns gekommen 1028. So nahm er sich der verfallenen Kapelle in Ziethen an und ließ in der Ratzeburger Domkirche den mittleren Gang, der zuvor mit den beiden Nebengängen die gleiche Höhe aufwies, aus die jetzige Höhe hochziehen 1029. Die Kirche in Demern soll er 1480 aus den Trümmern des Schlosses Röggelin erbaut haben. 1503 ließ er die Kapelle in Bennin errichten und im bischöflichen Schloss zu Stove mehrere Gemächer in Stand setzen. Auch führte er eine Treppe vor dem Hause und ein Stallgebäude auf. Ob auch die außerhalb des Schlosses sich befindliche, den heiligen Johannes und Sebastian geweihte Kapelle, in der der Bischof 1506 den Theoderich Pravest zum Presbiter geweiht hatte, auf ihn zurückgeht, ist nicht erweislich. Schließlich weihte er 1504 die Kapelle beim Siechenhaus bei Dassow mit der ersten Messe.


Für die Domkirche in Ratzeburg ließ Bischof Johannes eine prächtige Mitra anfertigen. Die Mittel dazu stammten aus dem an ihn 1482 gefallenen Anteil aus dem zweifelhaften Erbe des Priesters Knut Knutesen in Wismar. Dieser hatte ein Doppelleben geführt und als Bauer oder als Kaufmann verkleidet bei Raub- und Diebeszügen eine Beute im Wert von mehr als 50000 Mk erbeutet 1030. Knut Knutesen starb in Schönberg im Turm. Dort hielt der Bischof auch den gelehrten Arzt Ludowicus de Pina gefangen, der der Ketzerei verdächtigt war 1031 .


Siechenkapelle bei Schwanbeck


Waren sich der Bischof und das Kapitel mit den Herzögen von Sachsen-Lauenburg bei der Transmutation des Bistums im Jahre 1504 ausnahmsweise einig, so war das Verhältnis zwischen ihnen im Übrigen doch sehr gespannt. So war es insbesondere Herzog Johann IV., den die Chronisten als höchst gewalttätig schildern, der sich über die verbrieften Rechte des Stiftes Ratzeburg hinwegsetzte. Bischof Johannes von Parkentin verfasste deshalb 1491/1492 eine große Anklageschrift, die er an die mecklenburgischen Herzöge sandte 1032. Hierin klagt er, dass der Herzog gegen alles Recht, welches doch Bischof Ulrich (1257-1284) schon erkauft habe und gegen alle Privilegien späterer Zeit nicht nur von den Untertanen inner- und außerhalb des Landes Boitin, sondern auch von seiner eigenen Person und den Mitgliedern des ganzen Kapitels Dienste, Steuern (Beschettinghe), Bede, Herberge, Ablager und andere Verpflichtungen fordere, sich weigere den Zehnten im Lande Dartzinke zu Lehn zu nehmen, dem Propst zu Eldena nicht gestatte, Visitation in jenem Lande und im Kirchspiel Stapel zu halten, dass er den Bauern in Pötrau das junge Vieh abgepfändet, die Kornzufuhr aus Lauenburg gehindert und dafür, dass ihnen die Zollfreiheit bliebe, mehr denn 2000 rh.fl. empfangen habe. Er habe die Verlassenschaft mehrerer Geistlicher, gleichviel ob sie mit oder ohne Testament gestorben, dem Bischof entzogen, hatte Bernd von Plessen, der einen Priester zu Ratzeburg totgeschlagen hatte, gegen Interdikt und Bann geschützt, hatte Geistlichen Pferde genommen und ihnen Abgaben von 100 bis 200 Mk aufgelegt, hatte die Einwohner von Pötrau, Panten, Mannhagen, Walksfelde und im Lande Boitin so beschwert, dass sie kaum dem Bischof ihre Pacht entrichten konnten. Zu erledigten Stellen hatte er keinen neuen präsentiert, den Geistlichen ihre Einkünfte und Gnadenjahre und Zehnten entzogen, hatte die entwichenen Untertanen in Schutz genommen, auf den Dörfern, welche die Bischöfe dem Kapitel genommen, Ablager gehalten, Domherren verwundet und verhöhnt, ohne Genugtuung zu geben. Ähnlich sehen die Klagen aus, die das Domkapitel betreffen. Lübeck hatte in dieser Sache offensichtlich seine Vermittlung angeboten 1033.


Ganz anders stellt sich das Verhältnis des Bischofs zu den Herzögen von Mecklenburg dar, das unter Herzog Magnus II. (1441-1503) durchaus freundschaftlich geprägt war, auch wenn die Herzöge dem Bischof gegen die Askanier wenig zu helfen vermochten. Bischof Johannes steht am 15.08.1482 an der Spitze der Zeugen, als sich die Herzöge Albrecht V. (+1483), Magnus II. und Balthasar in Wismar mit den Städten Rostock und Wismar wegen einer Extra-Bede vergleichen 1034. Mit Herzog Magnus II., dem er besonders verbunden war, war er nach Marburg und Torgau gereist, begleitete ihn 1486 auch nach Rom und geleitete ihn am 07.01.1504 zur letzten Ruhe.


Eine entscheidende Rolle spielte Bischof Johannes V. von Parkentin in der „Rostocker Domfehde“ (1486-1491). In Rostock war es in den Jahren 1484 bis 1492 zu einem bürgerkriegsähnlichen Aufstand gegen die Ratsoligarchie und Fürstenwillkür gekommen. Ausgangspunkt für diese Fehde war die Erklärung von Papst Innozenz VIII (*1432 +1492) in einer Bulle aus dem Jahr 1484, die St. Jakobi-Kirche in ein Domkollegiatstift umzubenennen und ein Domkapitel zu stiften 1035. Dies wurde insbesondere von Herzog Magnus II. von Mecklenburg unterstützt, da er sich hierdurch die Finanzierung der Universität und seine Macht zu sichern glaubte. Die Bürger erkannten die Gefahr und setzten sich von Anfang an dagegen zur Wehr. Der Stadtrat versuchte zu taktieren, neigte aber dazu, im Sinne des Herzogs einzulenken. Dadurch kam es dann endgültig zum Aufstand der verarmten Bevölkerung, insbesondere der Handwerker. Am 12.01.1484, dem Tag der Stiftsweihe, wurde der gerade erst eingesetzte neue Stiftspropst Thomas Rode auf offener Straße ermordet und die anwesenden Fürsten mussten vorübergehend fliehen. Bischof Johannes V. belegte daraufhin die Stadt Rostock mit dem Kirchenbann, worauf die Universität der Stadt bis 1488 vorübergehend nach Lübeck auswich. Der Aufstand wurde 1491 blutig niedergeschlagen. Die Domfehde trug wesentlich dazu bei, die Stadt und das Unland für die Ideen der Reformation vorzubereiten.


1491 erwarb Bischof Johannes für das Fürstentum Ratzeburg das Grundstück Große Burgstraße Nr. 11 in Lübeck. Es diente den Bischöfen als Unterkunft bei ihren Besuchen in der Hansestadt und trug seitdem die Bezeichnung „Bischofsherberge“. 1503 war Johannes einer der Gäste beim besuch des päpstlichen Legaten Raimund Peraudi in Lübeck und nahm an der aus diesem Anlass abgehaltenen großen Prozession teil. Im Sommer 1505 begleitete Bischof Johannes V. Herzog Heinrich V. von Mecklenburg zum Reichstag nach Köln, wo dieser vom Kaiser den Lehnsbrief erhielt.


In der großen Fehde zwischen Mecklenburg und der Stadt Lübeck um die Fischereirechte in der Stepenitz, die sich 1505 an der Dassower Brücke entwickelt hatte, ward auch das Bistum Ratzeburg in besonderem Maße berührt. 1507 übersandte Bischof Johann über Lüneburg seine Klagschriften wegen Plünderung, Brandschatzung und Gefangennahme von Stifts- und Kapitelsuntertanen, zu denen es seitens Lübecks während der Fehde zwischen der Stadt und den Herzögen von Mecklenburg gekommen war. Bischof Johannes V. bezog in dieser Fehde eine klare Position, indem er sich aktiv auf die Seite der Herzöge von mecklenburg und seiner Familie im Klützer Winkel stellte 1036. Und 1508 belegte der Bischof den Hauptmann Frederyck van dem Werder und seine Stallbrüder zu Mölln wegen des Abbrennens der Kirche in Granzin und der Brandschatzung von Grieben mit dem Kirchenbann 1037. Dennoch kam es zu keinen nachhaltigen Störungen in den Beziehungen des Bistums zu Lübeck. So einigten sich 1511 Bischof, Domkapitel und die Stadt über die Landwehr beim Brandenbaum und das zu nahe am Grenzgraben errichtete Lübecker Schanzhaus 1038. Bischof Johannes von Parkentin, der den mecklenburgischen Herzögen sein Schloss in Schönberg zur Verfügung gestellt hatte, erhielt nach Ende der Fehde für seinen erlittenen Schaden 1000 rh.fl., worüber er eine Quittung erteilte 1039. Als er jedoch sein Schloss Schönberg wiederhaben wollte, mussten er und das Kapitel Herzog Heinrich V. einräumen, dass den mecklenburgischen Herzögen, so oft sie es begehrten, das Schloss geöffnet werden sollte 1040.


Einige Urkunden über Streitigkeiten des Bischofs mit Privatpersonen finden sich im Alten Senatsarchiv der Stadt Lübeck 1041.


In kirchlicher Hinsicht stärkte Johannes von Parkentin die politische Rolle seines kleinen Bistums als Territorium. In seine Amtszeit fällt die sog. Transmutatio (Umwwandlung), die das Ratzeburger Domkapitel betraf. Papst Julius II. erließ am 22.05.1504 eine Bulle, wonach das seit Bischof Evermod bislang im Orden der Prämonstratenser stehende klösterliche Domkapitel zu eiem weltlichen Chorherrenstift wurde.


Bischof Johannes von Parkentin starb am 15.06.1511 auf seinem Schloss in Stove und wurde in der Ratzeburger Domkirche begraben. In der Kapelle im südlichen Gang befand sich sein großer Grabstein, auf dem das Bild eines Bischofs von Messing befestigt war und um den ein messingner Rand mit einer Inschrift herumlief 1042. Sein großes, besonders schön gestochenes Siegel, das er selbst „Sigillum majestatis“ nennt, ist parabolisch, drei Zoll lang und zwei Zoll breit und hat unter einem zierlichen Gemäuer, das oben in einen spitzen Turm endet, der von Spitzen umgeben ist, das Bild der Maria mit dem Christuskind. Maria ist mit einem Mantel bekleidet und mit langem, herabhängendem Haar gekrönt. Zu den Füßen befindet sich ein Schild, auf dem vier weitere Schilde liegen, von denen der erste und vierte das Stiftswappen, den Turm vorn und den Bischofsstab hinten, der zweite und dritte das Parkentinsche Stammwappen enthalten. Die Umschrift lautet: ...... S . dni . Johis . perkentin . epi . ecce . raceburgensis XX 6. Außer diesem großen Siegel haben sich noch drei Sekretsiegel aus den Jahren 1482, 1492 und 1503 erhalten.



Detlev (XV) von PARKENTIN +nach 05.10.1509


(IX – 96); Knappe, a.d.H. Zecher, Begründer des Hauses Preten, Sohn Hartwigs (III), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Burgmann zu Lauenburg, Herr auf Preten - Detleff Perkenthin seligenn Hartoghes szonne bezeugt am 26.11.1493 in Lauenburg, dass er auf seine Lebenszeit von Herzog Johann IV mit dem „haue, dorpe, herlicheiten und rechticheiden, ock al den tobehoringen to deme suluesten ergemelten haue to Pretem gelegen, alse an ackeren, holtingen, masten, visschen, weiden, gresingen, wateren, visscherien, inflaten unde uthflaten, so wo men de iummere mage genommen vnde bogrepen sin, dareto mit alleme gerichte, hogest, middelst vnde sidest, begiftiget vnde bolenet heft, des ick synen gnaden sere denstlich bedancke“, belehnt worden ist 1043. Der Herzog hatte kurz zuvor dem bisherigen Lehnsinhaber von Preten, Reimar von Blücher, Preten entzogen. Als nach Detlevs Tod Preten wieder an den Herzog fiel, erhielt Reimar von Blücher das Lehngut erneut, denn als der am 27.12.1529 letztwillig über seine Erbgüter verfügte, heißt es von ihm „tzu Preten erbgesessen“ 1044. Preten geht erneut von den Blücher an die Parkentin. Detloff von Parkentin erscheint dann mit seinen Brüdern Bartold (I.) und Eggert (X) am 20.02.1494 bei der Belehnung der Brüder mit dem Burglehen zu Lauenburg 1045, am 02.04.1500 beim Kauf des von Wackerbarthschen Anteilsbesitzes an Klein Zecher 1046 und 1506 beim Streit um den Hof Klein Anker 1047. Am 05.10.1509 bestellt ihn sein Bruder, Bischof Johannes von Ratzeburg, zusammen mit seinen Brüdern Bartold (I) und Hans zum Provisor der fünf Horen an der Kapelle des heiligen Martin zu Ratzeburg 1048. Aus Detlevs Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau stammen die Kinder


  1. Lorenz > X–114

  2. ?Magalene (II) > X-115



Eggert (X) von PARKENTIN +vor 05.10.1509


(IX – 97); Knappe, a.d.H. Zecher, Sohn Hartwigs (III), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urk. 1494/1506 - Eggert (X) erscheint stets zusammen mit seinen Brüdern Bartold (I) und Detlev (XIII): 1494 bei der Belehnung mit dem Burglehen in Lauenburg, 1500 beim Kauf des Wackerbarthschen Anteils an Klein Zecher und 1506 beim Streit über den Hof Klein Anker.



Hans (III) von PARKENTIN


(IX – 98); Knappe, a.d.H. Zecher, Sohn Hartwigs (III), urk. 1506/1509 - Vielleicht ist er der Johann, der 1506 Neuhof besaß 1049, wobei ungeklärt ist, welches der zahlreichen Orte des Namens Neuhof hier gemeint ist. Mit seinen Brüdern Bartold (I) und Detlev (XIV) wird er 1509 von seinem Bruder, Bischof Johannes von Ratzeburg, zum Provisor für die fünf Horen an der Kapelle des heiligen Martin zu Ratzeburg bestellt 1050.



Margarethe (III) von PARKENTIN adH Zecher


(IX – 99); * ..... + ....., a.d.H. Zecher, oo Joachim von der LÜHE (+1490) auf Püttelkow und Panzow 1051

Kinder (u. a.):

  1. Hans von der LÜHE * …. +nach 1544, Herr auf Panzow und Mulsow, oo Margarethe von QUITZOW, Tochter von Joachim von Quitzow auf Voigtshagen



Armgard von PARKENTIN adH Zecher +1512


(IX – 100); * ..... + 1512; Tochter von Hartwig (III), oo um 1489 Bartold von LÜTZOW *vor 1506 + ….., auf Schwechow und Ptritzien (genannt 1480) 1052, Sohn von Marquard von Lützow auf Pritzien und Schwechow und Anna von Platen


Kinder (u. a.)

  1. Joachim von LÜTZOW *vor 1523 +29.06.1556, oo Anna von WEDING +Pritzin 1551, Tochter von Boldewin (Henning) von Weding auf Schnellenburg und Gisela von Plato



Christine von PARKENTIN adH Zecher


(IX - ); Tochter von Bartold (I) von Parkentin auf Zecher, oo vor 1501 Cord von PLESSEN *vor 1455 +vor 1506, Knappe, Herr auf Großenhof, Tressow, Zierow, Sohn von Berend von Plessen und Sophie von Lützow


Kinder (u. a.):

  1. Johann von PLESSEN *vor 1501 +Stargard nach 1545, Herr auf Bahlen, Barnekow und Jahmen, Hauptmann in Stargard, herzoglich-mecklenburgischer Rat, oo vor 1528



Adelheid von PARKENTIN +um 1460


(IX – 101); * ..... +um 1460, oo Otto von MOLTKE (*vor 1441 +1479) auf Strietfeld (genannt 1479) 1053, Sohn von Heinrich von Moltke auf Strietfeld und Catharina von Bülow


Kinder (u. a.):

  1. Claus von MOLTKE *vor 1479 +nach 1505, Herr auf Strietfeld und Walkendorf, oo Agnes GANS zu PUTLITZ



Hartwig (IV) von PARKENTIN


(IX – 102); * ..... + .....; herzoglich-mecklenburgischer Vasall, hatte vor 1539 Anteilsbesitz an Pritzier; in die parkentinsche Genealogie ist er bislang nicht einzuordnen


Kinder:

  1. Anna (II) > X-116




Die zehnte Generation :


Hans (IV) von PARKENTIN


(X – 103); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, Sohn von Detlof (XIII), urk. 1521/1530 - 1521 findet er sich in einem Verzeichnis des in Mecklenburg angesessenen Adels auf Prieschendorf wohnhaft. 1530 begleitete er Herzog Heinrich von mecklenburg auf dessen Reise zum Reichstag; aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau stammt der Sohn


  1. Detlof (XVII) > XI-117



Claus (VII) von PARKENTIN


(X – 104); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Lütgenhof und Dassow, Sohn (?) Detleffs (XIV), urk. 1499/1523 - 1499 kaufte er in Lübeck ein Haus 1054. Claus von Parkentin war 1505/1507 in die große Fehde der Stadt Lübeck mit den Herzögen von Mecklenburg um die Fischereirechte in der Stepenitz unmittelbar verwickelt 1055.. Er wurde in diesem Zusammenhang schwer am Hals verwundet. Die Lübecker äscherten am 15.08.1506 das ihm gehörende Dassow ein, nachdem sie schon 1505 die Parkentinschen Besitzungen in und um Dassow geplündert hatten. Die Parkentin erhielten schließlich 1507 von ihrem Lehnsherrn 500 rh.fl. als Entschädigung 1056. Unter Vermittlung der Herzöge Heinrich V. (1513-1552) und Albrecht VI. (1503-1547) von Mecklenburg vergleicht sich Claus mit seinen Verwandten Henning von Parkentin auf Prieschendorf und Johann von Parkentin sowie einer großen Zahl Adliger am 20.11.1509 mit den Vikaren, Kommendisten und anderen Geistlichen in Lübeck über die Zahlung ihrer seit sechs Jahren rückständigen Renten 1057. 1523 unterschrieb er die große Landesunion.


Verheiratet war Claus (VII) mit Dorothea von LÜTZOW a.d.H. Lützow. Aus dieser Ehe stammen die Söhne


  1. Helmold (II) > XI–118

  2. Hans (V) > XI–119

  3. Detloff ((XVIII) > XI-120



Detleff (XVI) von PARKENTIN


(X – 105); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Lütgenhof, urk. 1484/1493 - 1484 richtet er mit Detlev d. Ä. und Henning von Parkentin ein Rechtshilfegesuch für Hinrick Wyneke gegen Karsten Burmeister aus Dassow an den Rat zu Lübeck 1058. 1493 erscheint Dithloue Parkentin in einer Liste für Pferdefutter. Er hatte Herzog Magnus II von Mecklenburg mit sieben Pferden begleitet und dafür war Futter im Wert von 2 fl 7ß angefallen 1059.



Johann (VI) von PARKENTIN ++1512


(X – 106); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall auf Prieschendorf und Nienhagen, urk. 1506/1509 - 1506 sollte er im Krieg gegen Lübeck vier Pferde stellen; er wird hier als zu Nienhagen (Neuenhagen im Kirchspiel Kalckhorst) wohnhaft bezeichnet. Am 20.11.1509 vergleicht er sich mit seinen Verwandten Henning (IV) und Claus (VIII) von Parkentin und zahlreichen weiteren Adligen unter Vermittlung der Herzöge Heinrich V. und Albrecht VI. von Mecklenburg mit den Vikaren, Kommendisten und anderen Geistlichen in Lübeck über die Zahlung der seit sechs Jahren rückständigen Renten 1060. Vermutlich ist er identisch mit dem Johann Perkentin, der 1612 auf der Hochzeit des Helmuth von Plessen in Wismar ums Leben kam.



Henning (IV) von PARKENTIN


(X – 107); Knappe, herzoglich mecklenburgischer Vasall, urk. 1509 - Er vergleicht sich am 20.11.1509 mit seinen Verwandten Henning und Claus von Parkentin und zahlreichen weiteren Adligen unter Vermittlung der Herzöge Heinrich V. und Albrecht VI. von Mecklenburg mit den Vikaren, Kommendisten und anderen Geistlichen in Lübeck über die Zahlung der seit sechs Jahren rückständigen Renten 1061. Im selben Jahr 1509 erhält Henning wegen des von der Stadt Lübeck erlittenen großen Schadens 500 rhein. Gulden Entschädigung 1062.



Claus (VIII) von PARKENTIN +vor 1531


(X – 108); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall auf Kittlitz - Claus (VIII) ist 1521 und 1525 in den Landbederegistern des Herzogtums Sachsen-Lauenburg als Besitzer von Kittlitz genannt. Wie er genealogisch in die Parkentinsche Stammtafel einzuordnen ist, bedarf noch der Klärung. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Groß Zecher möchte man ihn eher dort anbinden.

Verheiratet war Claus seit 1516 mit Anna von PLESSEN (+1561), Tochter von Johann von Plessen auf Barnekow und Jamel. Sie verheiratete sich als Witwe um 1532 wieder mit Jasper von der WEIDE).


Nennung von Clawes Parkentin als Besitzer von Kittlitz 1520


Hartwig (IV) von PARKENTIN +vor 03.06.1550


Belehnungsurkunde mit Siebenbäumen vom 13.04.1540


(X – 109); Knappe, Sohn von Bartold (I), Herr auf Groß und Klein Zecher, Klein Anker, Lasbek und Klein Berkenthin, Burgmann zu Lauenburg, herzoglich-lauenburgischer Landrat, urk. 1529/1550 - Sein Name erscheint zuerst 1529 in dem Geleitgesuch Herzog Heinrich V. von Mecklenburg für Cristoffer Kleinow und Gefolge wegen der Schiedsgerichtsverhandlung mit Hartich Parkentin 1063. Mit seinem Vetter Lorenz auf Preten schloss er am 03.07.1532 einen Vertrag über Renten von den Parkentinschen Höfen in Lauenburg 1064. Mit der Stadt Lübeck lag er 1540 im Streit wegen der Aufräumung von in die Stecknitz gefallenen Bäumen 1065. Er wird hier als „zu Anker“ wohnhaft bezeichnet. Herzog Franz I. von Sachsen-Lauenburg belehnt Hartwich von Parkentin am 13.04.1540 wegen seiner treuen Dienste auf Lebenszeit mit dem Dorf Siebenbäumen mit allem Gerechtigkeiten und Zubehör, wie das sein verstorbener Vater Bartold (I) von Parkentin und er nach ihm gehabt hatte, aber erst dann, wenn des Herzogs Vater verstorben ist 1066. Mit Claus Wackerbarth vergleicht sich Hartwig am 25.05.1543 wegen der Abtretung von Ansprüchen auf den ehemals von Wackerbarthschen Untertanen Hinrik Moler in Klein Zecher, den die Parkentin 1500 gekauft hatten 1067. Vor dem 03.06.1550 ist Hartwig dann gestorben, denn an diesem Tag erfolgte die Belehnung seiner Söhne mit Groß und Klein Zecher sowie dem Burglehen in Lauenburg 1068.


erheiratet war Hartwig (IV) in erster Ehe mit Abel von QUITZOW a.d.H. Voigtshagen. In zweiter Ehe hatte er Margarethe von RANTZAU zur Frau. Aus diesen Ehen stammen die


Kinder:

  1. Bartold (II) > XI-122

  2. Eggert (XI) > XI-123

  3. David > XI-124

  4. Philipp > XI-125

  5. Catharina (II) > XI-126

  6. Anna (III) > XI-127

  7. Abel > XI-128

  8. Margarethe (V) > XI-129

  9. Lucretia > XI-130

  10. ?Anna > XI-



Anna (I) von PARKENTIN *um 1515 +1569


(X – 110); * um 1515 +(1569); genannt 1540, Tochter von Bartold (I), oo vor 1533 Hartwig von BÜLOW *um 1506 +nach 1561, Herr auf Wedenhof, Pokrent, Holdorf, Hundorf und Kladrum, mecklenburgischer Rat und Landrat (genannt 1500/1564) 1069, Sohn von Mathias von Bülow, Ritter und Rat 1478-1491, Vogt zu Schwerin und Herr auf Pokrent, Holdorf und Kladrum und Margarethe von Plessen


Kinder (u. a.):

  1. Margarethe von BÜLOW * ….. +um 1594, oo Volrad von PENTZ *um 1531 +Benz um 1606, Herr auf Redefin, Jesow und Benz, Sohn von Hans von Pentz, Vogt auf Wallsmühlen und Emerentia von Buchwald



Margarethe (IV) von PARKENTIN +nach 1568


(X – 111); a.d.H. Zecher, Tochter von Bartold (I), oo Volrad (I) von PENTZ (+nach 1550) auf Redefin, Pfandbesitzer von Tremsbüttel (1543), Sohn von Lütke Ulrich von Pentz und Anna von Bassewitz; Margarethe überlebte ihren Mann um etliche Jahre. 1568 war sie noch am Leben 1070.



Christine von PARKENTIN


(X-111a); a.d.H. Zecher, Tochter von Bartold (I), oo Kord von PLESSEN, Herr auf Grossenhof, Trensow und Zierow Sohn von Bernd von Plessen und Katharina von Lützow