Beiträge zur Geschichte des Adels
im Herzogtum Sachsen-Lauenburg und angrenzenden Territorien

Eberhard Specht - Speyer / Rhein 2020

 

                 

7. Das holstein-lauenburgische Adelsgeschlecht
von TRALAU / KRUMMESSE (1197 - 1452+)




1. Teil: Linie TRALAU (1197 – 1618+)



Herkunft, Name, Wappen:


Die Tralau - Krummesse gehören zu den ältesten Adelsgeschlechtern Holsteins 1. Deutliche Spuren führen zu den „maiores terrae“ 2 des 12. Jahrhunderts, wie nicht nur der Rufname Marquard/Marcrad dies belegt 3. Im 13. und 14. Jahrhundert war es das angesehendste Adelsgeschlecht in Oldesloe und dessen näherer Umgebung. Seinen Namen trug das Geschlecht entweder nach seinem ursprünglichen Herrensitz Tralau im Nordwesten des Kirchspiels Oldesloe, hinter dem sich möglicherweise der karolingische Reichshof *Treola verbirgt 4 oder nach dem später untergegangenen +Wendischen-Tralau, an das heute noch das Tralauer Holz im Osten von Oldesloe erinnert 5. Tralau wird dabei, wie Schlamersdorf, jedenfalls schon unter Graf Adolf II. von Schauenburg (+1164) als Dorf vorhanden gewesen sein und dem sich später nach diesem Ort nennenden Geschlecht zugewiesen worden sein 6, dessen Aufgabe es gewesen sein wird, die Besiedlung des Oldesloer Umlandes voranzutreiben und den Schutz der Saline in Oldesloe zu sichern. Während die Herren von Schlamersdorf 7, die auf Grund ihres Wappens mit dem Strahl vielleicht nur ein Zweig der Tralau waren, sich später von ihrem namengebenden Stammsitz entfernten, gelang es den Tralau den in Oldesloe und seiner unmittelbarsten Umgebung umfangreichsten adligen Grundbesitzkomplex aufzubauen. Er umfasste vor allem den Osten und Süden des Kirchspiels, aber auch Besitz in der Stadt selbst und weiter entfernt, östlich des Plöner Sees in Godau und Thürk. Derartige Häufungen grundherrlicher Recht in der Hand einer Familie sind in aller Regel ernstzunehmende Hinweise auf eine frühere Lokatorentätigkeit dieses Geschlechts 8.


Die Herkunft des tralauischen Geschlechts ist unbekannt. Wenn Neuschäffer allerdings schreibt 9: „Da ein Wappen dieser Familie nicht überliefert ist ... bleibt es für Tralau in Dunkel gehüllt, welche der damals mächtigen Familien hier gesessen hat ... In Tralau könnte es sich um einen Zweig der ritterschaftlichen Familien Hummersbüttel oder Buchwaldt handeln, die in jener Gegend zur selben Zeit zahlreich besitzlich waren“, so entbehren diese Vermutungen jeder Grundlage. Die von Tralau-Krummesse weisen sich durch ihr redendes Wappen als zur großen Siegelfamilie des Strahls gehörig aus 10, die maßgeblichen Anteil an der Besiedlung und am politischen Aufbau Holsteins, Stormarns und Lauenburgs hatte.


Die Sippe mit dem Strahl im Wappen (ohne die Tralau)

(1. Henningus de Alueslo, 1385, 2. Luderus de Borstele, 1352, 3. Luderus de Haghene, 1357, 4. von Jesow
5. Henneke van Crumesse, 1380, 6. Volradus Lasbeke sen., 1388, 7. von der Lipen, 8. Johan Scarpenberg, 1350,
9. Volrad Slamerstorp, 1351, 10. Johannes Stokelet, 1370, 11. Otto de Wensine, 1364, 12. Helricus Wesenberch, 1362,
13. Dhetlevus Lupus 1302; 14. Ludeke de Tzechghere, 1355; 15. Make de Tzule, 1366)


Zu dieser Sippe sind zu rechnen: die von ALVESLO 11, von BORSTEL 12, von GODAU 13, von HAGEN 14, von JESOW 15, von LASBEK 16, von der LIPEN 17, von KRUMMESSE 18, von MUGGESVELD 19, von SCHARPENBERG 20, von SCHLAMERSDORF 21, von STOKELET 22, von TRALAU 23, von WENSIN 24, von WESENBERG 25, WULF von Schwarzenbeck 26, von ZECHER 27, von ZÜLE 28. Gemeinsam ist allen diesen Geschlechtern der Strahl im Wappen. Das Wappen der Tralau zeigt im Schild, der mit kleinen Kugeln bestreut ist, einen querliegenden Strahl 29


Das zahlreiche Auftreten schon zu Beginn der deutschen Ostkolonisation, dazu fast immer auf sehr alten Burganlagen, der über das ganze Siedlungsgebiet verteilte riesige Besitz und die Bekleidung wichtiger Ämter hebt die Sippe deutlich von den übrigen im holstein-lauenburgischen Raum operierenden Geschlechtern heraus. Ob die Strahl-Sippe dabei auf einen gemeinsamen Stammvater zurückgeht, wie manche meinen 30, ist nicht zwingend, indes nicht völlig auszuschließen. Immerhin erweisen sich einige Familien als familiär eng zusammengehörig. So dürften die Tralau-Krummesse und die Egardistorp, Godau, Nehmten, Odeslo, Stokeled, Wigersrade und vielleicht auch die Borstel und Schlamersdorf eine gemeinsame Wurzel haben, so wie die Jesow, Lasbek, Muggesveld, Scharpenberg, Zecher und Züle erkennbar zusammengehören. Wirft man zudem einen Blick auf die Karte und betrachtet die Wohnsitze der Sippe, die den Strahl als Wappen führte, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als sei vielleicht doch von einer gemeinsamen Wurzel auszugehen.


Wappen von Tralau (Holstein)


In Holstein treten die Tralau seit 1197 mit Hartwig (I) von Tralau und Johann „von Stralo“ zuerst ins Licht der Geschichte. Sie und ihr Zeitgenosse Bruno (I) von Tralau standen in einem auffallend gegnerischen Verhältnis zu den Schauenburger Grafen. Arnold von Lübeck berichtet in seiner „Slawenchronik“ 31, dass sich Bruno von Tralau infolge einer ihm von Graf Adolf III. (1164-1201/1225) auferlegten Geldstrafe im Jahre 1201 den bei Herzog Waldemar von Schleswig in Jütland sich aufhaltenden Parteigängern des Overboden Marcrad angeschlossen hatte, der einst als Anhänger des geächteten Heinrichs des Löwen aus Holstein vertrieben worden war. So haben die Tralau einen bedeutenden Anteil an der Niederlage Graf Adolfs III. bei Stellau und seiner anschließenden Vertreibung aus Holstein. Die Nähe der Tralau zur Präfektenfamilie der Ammoniden 32, die in diesen Vorgängen deutlich wird, spiegelt sich vielleicht auch im Taufnamen Marquard wieder, den wir ja auch bei den Ammoniden wiederholt als Marcrad, Marquard finden und der vielleicht familiäre Bindungen andeutet.


In der folgenden dänischen Periode von 1201 bis 1225/1227 bekleiden die Tralau als Ministeriale höchste Hofämter beim dänischen Statthalter in den Grafschaften Holstein und Ratzeburg, dem Askanier, Graf Albrecht von Orlamünde. Heinrich (I.) von Tralau wird Mundschenk (“pincerna“) des Grafen, sein Bruder Marquard (I) erwirbt die Vogtei über die Stadt Oldesloe. Als nach der Niederlage Graf Albrechts von Orlamünde (1201-1225) und seiner Gefangennahme 1225 bei Mölln und der Schlacht bei Bornhöved 1227 die Schauenburger Grafen nach Holstein zurückkehren, sieht sich Heinrich „Pincerna“ vielleicht wegen seiner politischen Stellungnahme für die dänische Partei offenbar gezwungen, Holstein zu verlassen. Wir finden ihn nach 1227 im Herzogtum Sachsen-Lauenburg, mit dem nach Albrecht von Orlamündes Sturz dessen askanische Vettern belehnt worden waren. Dort erwirbt er das Gut Krummesse, nach dem sich die von ihm begründete Linie ab 1237 nennt. Seinem Bruder Marquard (I) gelingt es, auch nach der Rückkehr der Schauenburger die Vogtei über Oldesloe zu behaupten. So teilte sich schon in der zweiten Generation das Geschlecht in die > Linie TRALAU, die in Holstein ansässig bleibt und die > Linie von KRUMMESSE (siehe 2.Teil), die sich im Herzogtum Sachsen-Lauenburg ansiedelt 33.


Die Tralau erscheinen in den Urkunden auch unter anderen Namen. So nannte sich seit dem Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Erlöschen des Geschlechts im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts ein Zweig „von Wigersrade“, nach seinem Herrensitz, der wahrscheinlich auf der Flur des heutigen Treuholz im Südosten des Kirchspiels Oldesloe lag. Auch unter den Namen von Godau (mit Abzweigen von Nehmten? und Egardistorp?), Stokeled und von Odeslo finden wir Angehörige in den Urkunden. Und vielleicht gehören auch weitere in räumlicher Nähe von Oldesloe ansässig gewesene Familien wie die Schlamersdorp, Wesenberg und Zülen zu dem größeren tralauischen Familienkreis.


Die Tralau standen, wie die meisten alten Lehnsgeschlechter aus der Kolonisationszeit am Grenzwall des „limes saxoniae“ und im Bereich der alten Handelsstraßen zwischen den Hansestädten Lübeck und Hamburg zu diesen in einem wirtschaftlichen Konkurrenzverhältnis. „Was aber so häufig als Raubrittertum dargestellt wird, ist die sich abzeichnende Umstrukturierung wirtschaftlicher, sozialer Gegebenheiten“. Und die mochten auch die Tralau nicht widerstandslos hinnehmen. So finden wir Angehörige des Geschlechts seit dem 13. Jahrhundert immer wieder an den großen Fehden mit den Hansestädten beteiligt 34. Hier erweisen sich die Tralau als ungleich streitlustiger als ihre krummessischen Vettern:


1243

Verfestung von Heinrich (I) und Hence von Tralau

1250/1300  

Hartwig (II) und Hermann (II) von Tralau im Zusammenhang mit Straßenraub

genannt

1300/1320

Hermann (III) von Wigersrade im Zusammenhang mit Straßenraub genannt

1342/134

Hermann (V), Hartwig (IV) und Johann (IV) von Tralau Beteiligte an der großen

Fehde der Hummersbüttel mit den Grafen von Holstein

1363

Verfestung von Hermann (VI) von Tralau

1384

Urfehde von Henneke (VIII) d.J. von Tralau

1391/1392

Bruneke (III) und Vicko von Tralow unter den „Räubern“ in der Wismarer Gegend

1396

Urfehde Volrads (III) von Tralow

Urfehde von Bruneke (III) und Henneke (VIII) von Tralow




Besitz, Burganlagen, Gutshöfe


Die Bedeutung der Tralau spiegelt sich auch in ihrem umfangreichen (Anteils-)Besitz, Pfand- und Zehntenbesitz:

  1. Benz (Ksp. Neukirchen): Gut und Dorf; 1215 Banzeuiz; Zehntenbesitz Heinrichs von Godau (1244/1251), dann übte Otto von Plön die Vogteirechte aus 35.

  2. Blumendorf (Ksp. Oldesloe): Dorf, später adeliges Gut, zu Fresenburg gehörig; 1314 Blomendhorpe; Besitz der von Tralau vor 1390; 1391 Erwerb durch den Rat der Stadt Oldesloe zugunsten einer von ihm in der Oldesloer Kirche eingerichteten Vikarie; 1396 Rentenverkauf durch Volrad von T.; im 14. Jahrhundert war hier auch die Adelsfamilie Schacht begütert; im 15. Jahrhundert gehörte das Dorf den Stake; die Grafen von Holstein besaßen hier 1410 noch 1 Hufe 36

  3. Bosau: Kirchdorf; bereits Bischof Wago (+vor 983) besaß hier einen Edelhof; 1151 Schenkung an Bischof Vicelin; später Anteilsbesitz der Tralau; 1242 verkaufen Heinrich und Hermann von T. das ihnen gehörende Drittel der hohen Gerichtsbarkeit an Bischof Johannes I. von Lübeck; die Tralau über hier anfänglich die Vogteirechte aus, die ihnen die Grafen von Holstein verliehen haben 37.

  4. +Eggersdorf (?) (“Eckehardstorp“, „Egardistorp“; heute Ortsteil von Malente): Besitz Heinrichs von Egardistorps, der vielleicht identisch ist mit Heinrich von Godau; 1288 verkauft Otto von Plön das Dorf an Bischorf Burchard von Lübeck 38.

  5. +Elerstorp (Ksp. Oldesloe): ursprünglich Besitz der Familie von Elerstorp (Herderus 1334, Heinrich , Willeke 1335);dann tralauischer Besitz, zum Gut Wigersrade gehörig; 1421 sind 7 Hufen im Besitz des Lübecker Bürgers Tydemann Tzarrentin, nach 1426 verlieren die Tralau ihren Besitz endgültig (siehe > Lütten Rethwisch); 1457 hatte Mathias Ratlow auf Lensahn das Dorf, der es an die Vorsteher der Vikarien an der Domkirche und Petrikirche zu Lübeck verkauft, die es wiederum an Bischof Johannes von Ratzeburg weiterverkaufen, von dem es Sievert von Heest erwarb. Das Dorf hieß später Mehlstorp (von tom Elerstorp) und ist möglicherweise identisch mit dem heutigen Steensrade

  6. Freerslev: Amt Søro auf Seeland, 1377 Fretherzloff, 1402 hatte Hartwig Tralow Besitz in Fredersløff, den er an Bischof Peter von Roskilde verkaufte 39.

  7. Godau (Ksp. Bosau): Dorf im Gut Nehmten, im Ort gab es zwei Burganlagen 40, 1244 Besitz der Familie von Godau (UBL IX, 58), die hier Vogteirechte besaß und sich nach dem Ort benannte. Die Godau waren allem Anschein nach eine Seitenlinie der Tralau 41

  8. Grabow i. M.: hier besaßen die Tralau einen Hof, den Johann XI verkauft

  9. Greven (bei Parchim): Gutshof, im 15./16. Jhdt. Besitz der Tralau; Hartwig VIII/IX, Volrad VI, Bruno III/IV, und Balthasar verkaufen hier Rechte

  10. Hassendorf (Ksp. Bosau), 1215 erstmals genannt; Heinrich von Godau hatte sich hier 1244/1251 widerrechtlich Zehntenbesitz angeeignet; nach ihm übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus 42. Auf einer Anhöhe am Wege nach Kiekbusch lag einst eine Burg („Katzburg“) 43

  11. Hundslev: (Ksp. Kølstrup auf Fünen), westlich von Odense gelegen, 1397 verkaufte Hartvig Tralow hier ein Gehölz (Hundslev Skovgaard) an Johann Olsen Bjørn. Dessen Schwiegersohn Steen Basse gab es dem Kloster Antsvorskov 44

  12. Jællinge: auf Seeland, alter Königssitz (Gorm d. A.), 1416 im Besitz Hartvigs de Tralov 45

  13. +Kneeden (Ksp. Oldesloe): 1189 ad riulum qui dicitur Knegena; 1263 im Präbendenverzeichnis des Lübecker Domkapitels als Dorf verzeichnet; Niederlegung wohl noch Ende des 13. Jahrhunderts; Besitz der Tralau, die das Dorf ihren Oldesloer Höfen angliederten, so dass das Dorf in der Oldesloer Gemarkung aufging; 1311 und 1323 bei Verkauf von Gemarkungsstücken heißt es bereits apud iam in terminis Odeslo. 1420 bildete +Kneeden den nordöstlichen Teil des Oldesloer Stadtfeldes

  14. Lancken (bei Parchim): Kirchdorf, Meierei (ab 1700 Gut), im 15./16. Jhdt. Besitz der Tralau; Bruno III/IV, Hartwig VIII veräußern hier Rechte.

  15. Lankau (Ksp. St.Georgsberg): Anteilsbesitz der Familie von Tralau-Wigersrade; 1294 erwarb das Stift Ratzeburg die Fischerei im Großen Lankauer See, 1317 verkauft Hermann (III) von Wigersrade eine Rente; 1331 hatte Heinrich (III) von Tralau Zehnte aus dem Neuland in Lankau zurückgehalten; 1438/1452 Besitz der Familie > von Krummesse 46

  16. Malente (Melente): gehörte 1156 zur Ausstattung des Stifts Lübeck, 1201 Kirchdorf; Heinrich von Godau hatte sich hier 1244/1251 widerrechtlich Zehntenbesitz sowie Vogteirechte und (1250) 1/3 des hohen Gerichts angeeignet; 1262 vergleicht sich Bischof Johannes III. von Lübeck - ein Tralau - mit Otto von Plön über das höchste Gericht

  17. Malkwitz (Ksp. Neukirchen): Dorf und Mühle; 1215 gehört es dem Bischof von Lübeck; Heinrich von Godau hatte sich hier 1244/1251 widerrechtlich Zehntenbesitz angeeignet; später übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus; Bischof Johannes II. von Lübeck erwarb 1284 von den Rantzau 2 Hufen und die Mühle 47

  18. Moisling (Ksp. Genin): Besitz der Familie von Moisling; 1376 Pfandbesitz Volrads von T., der seine Zustimmung gibt, als Marquard von Moisling sein Dorf an den lübschen Ratsherrn Hermann von Osnabrück verkauft

  19. Nehmten (Ksp. Bosau): Zehntenbesitz der Familie von Tralau/von Godau, die 1244 zu Gunsten des Bischofs von Lübeck diesem Besitz entsagt: Später nannte sich eine adlige Familie - wohl ein Zweig der von Godau - nach dem Ort (1331/1341 Marquardus de Nemete) 48

  20. Neukirchen: Kirchdorf schon um 1160; Zehntenbesitz Heinrichs von Godau, den dieser sich 1244/1251 widerrechtlich angeeignet hatte; dann übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus 49

  21. Neversfelde (heute Ortsteil von Malente): Zehntenbesitz Heinrichs von Godau, den dieser sich 1244/1251 widerrechtlich angeeignet hatte; dann übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus

  22. Niendorf (Ksp. Genin): Besitz der Familie von Moisling; 1376 Pfandbesitz Volrads von T., der seine Zustimmung gibt, als Marquard von Moisling das Dorf an Hermann von Osnabrück verkauft

  23. Oldesloe: Stadtgründung zwischen 1237/1238, gräfliche Burg 1249; die Vogtei über die Stadt lag zwischen 1228 und 1338/1339 in Händen der Familie von Tralau. Die Familie besaß dort mehrere Höfe (vor dem Besttore, vor dem Hamburger und vor dem Lübecker Tor) und verfügte über ausgedehnten Grundbesitz auf der Gemarkung. 1338/1339 verkauften Heinrich (III) von Tralau gnt. Stolte und Hermann (III) von Wigersrade ihre Oldesloer Besitzungen. Reste einer mittelalterlichen Burganlage fanden sich auf der „Bürgermeisterinsel“ 50. Die landesherrliche Burg lag auf dem Kirchberg 51. Die tralauischen Höfe waren 1338/1339 mit wallen darumme gande burgartige Wehranlagen 52.

  24. Reecke (Ksp. Genin): Besitz der Familie von Moisling; 1376 Pfandbesitz Volrads von T., der seine Zustimmung gibt, als Marquard von Moisling sein Dorf an Hermann von Osnabrück verkauft

  25. Groten Rethwisch (Rethwischdorf, Ksp. Oldesloe): ursprünglich Dorf im Besitz der Familie von Elerstorp, dann im Besitz der Tralau-Wigersrade; 1402 Holzverkauf durch Henneke und Otto von Tralau, 1421 Besitz von Schele Detlef von Buchwaldt; 1426 im Zehntenverzeichnis von Bischof Johannes Schele noch als tralauischer Besitz verzeichnet. Dann hat 1457 Mathias Ratlow auf Lensahn das Dorf (siehe weiter > +Elerstorp) 53

  26. Lütten Rethwisch (Rethwischfeld, Ksp. Oldesloe): Dorf und Mühle, ursprünglich Besitz der Familie von Elerstorp, dann der von Tralau-Wigersrade; hier lag im Mittelalter ein befestigter Hof; der Ort teilt das Schicksal von > +Elerstorp und > Groten Rethwisch

  27. Schöneberg (bei Parchim): hier ist 1506 Hans (I) von Tralau

  28. Sieversdorf (Ksp. Neukirchen): Dorf und Mühle; Heinrich von Godau hatte sich hier 1244/1251 widerrechtlich Zehntenbesitz angeeignet; 1242 übertrug Bischof Johannes I. von Lübeck dem Lübecker Domkapitel die Mühle; nach 1251 übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus 54

  29. Söhren (Ksp. Neukirchen): Heinrich von Godau hatte sich hier 1244/1251 widerrechtlich Zehntenbesitz angeeignet; dann übte Otto von Plön hier Vogteirechte aus 55

  30. Stude: (Ksp. Hemmeskøj), Amt Søro auf Seeland, liegt westlich von Korsør, 1320 Besitz von Peter Grubbe, Hartwig Tralow verkauft 1407 sein Gut Storthæ an Bischof Peter von Roskilde 56

  31. Thürk (Ksp. Bosau): Vogteirechte der Familie von Tralau; 1242 verkaufen Heinrich (I) und Hermann (I) von Tralau das ihnen gehörende Drittel der hohen Gerichtsbarkeit an Bischof Johannes I. von Lübeck 57

  32. Tralau (Ksp. Oldesloe): möglicherweise identisch mit dem karolingischen Reichshof *Treola; vermutlich namengebender Stammsitz des Geschlechts von Tralau-Krummesse, Burganlage 58; 1197 Besitz der Tralau, die hier eine Kapelle (bis 1870) errichteten 59; im 14. Jahrhundert sitzt hier die Familie Schacht; Anteilsbesitz hatte Wolder van dem Damme; im 15. Jahrhundert gehörte Tralau den Stake, dann den

  33. +Wenddorf (Ksp. Oldesloe): vor 1237/1238 gelegtes Dorf in unmittelbarer Nähe von Brockdorff 60,

  34. Tralauer Holz siehe > +Wendischen Tralau

  35. +Wenddorf (Ksp. Oldesloe): vor 1237/1238 gelegtes Dorf in unmittelbarer Nähe Oldesloes im Osten gelegen; vmtl. Tralauischer Besitz, dessen Feldmark in die Flur der zu gründenden Stadt Oldesloe eingebracht wurde; hier lag auch nach der Stadtgründung der dritte tralauische Hof vor dem Lübecker Tor, der 1365 aus dem Besitz der Hummersbüttel an das Oldesloeer St.Jürgen-Hospital ging

  36. +Wendischen Tralau (Ksp. +Schöneborn): lag an der Stelle des heutigen > TralauerHolzes; Die Feldmark umfasste auch Frauenholz und Altenweide 61, heute Vorwerk des Gutes Rethwisch 62

  37. +Wigersrade (Ksp. Oldesloe): ursprünglich Wichardesrode, zuletzt Wirsrade; wohl zunächst Besitz der Familie von Elerstorp. Dorf und Hof lagen in der Gegend von Steensrade. Nachdem die Tralau es erwarbe, nannte sich die hier ansässige Linie „von Wigersrade“. Zum Hof gehörten > +Elerstorp, > Groten und > Lütten Rethwisch. 1415 Holzverkauf durch Henneke von Tralau. 1426 im Zehntenverzeichnis des Bischofs Johannes Schele ist der Ort noch als tralauischer Besitz verzeichnet. 1421/1457 besitzen es „Schele“ Detlef von Buchwald und sein Sohn Volrad, dann hat es Matthias Rathlow





Tralauische Burganlagen und Wirtschaftshöfe


1. Tralau:


Tralau: Situations- und Lageplan der mittelalterlichen Burganlage (Dähn)


Die namengebende Burganlage des Geschlechts lag allem Anschein nach östlich des heutigen Herrenhauses Tralau 63. Dort befindet sich der Turmhügel, für dessen Anlage eine natürliche Kuppe ausgenutzt wurde. Sie bietet einen weiten Blick über die Traveniederung. Auf dem Hügel befindet sich ein ca. 5 m tiefer Schacht mit einem Durchmesser von etwa 4,5 m. Die Wände bestehen aus behauenen Steinen. In diesem Eiskeller, einer für Gutshöfe typischen Einrichtung, wurden früher Lebensmittel aufbewahrt. Die Vorburg wird dort vermutet, wo heute das Herrenhaus steht. Ein Wall im Western und ein Graben im Norden und Osten sind vielleicht schon in Verbindung mit der mittelalterlichen Anlage zu sehen. Auch die Teiche könnten eine Schutzfunktion besessen haben. Diese Anlage mag nicht in die tralauische Zeit zurückreichen, doch dürfen wir annehmen, dass sie auf oder an Stelle der ursprünglicheh tralauischen Burganlage errichtet worden ist.



2. Oldesloe:


In Oldesloe bestand der Besitz, der zwischen 1228 und 1338/1339 in den Händen der amilie von Tralau ruhte, aus der Burg und drei Wirtschaftshöfen, die vor jedem der drei Tore lagen.


Oldesloe: Lage der mittelalterlichen Burganlagen (Dähn)


a. Die tralauische Burg:


Sie lag vmtl. auf der „Bürgermeisterinsel“. Die sehr markante und gepflegte Turmhügelburg liegt im Bogen des nördlichen Travearms, umgeben von einem breiten Wassergraben, der einen Zufluss zur Trave hat. Der Hügel überragt das umliegende Gebiet etwa 2 m 64. Der Name der Örtlichkeit deutet darauf, dass später dort mehrere Bürgermeister Eigentum besaßen.


b. ?die gräfliche Burg:


Eine weitere Burganlage 65, wohl die gräfliche Burg, befand sich auf der hoch gelegenen Fläche des Kirchbergs mit steilem Hang zur Trave. Später standen hier krichliche Einrichtunge, weshalb dieser Platz den Namen „Diakonat“ erheilt. Im Ortsbild ist an der Straße – Kirchberg – eine starke Böschung sichtbar, die vielleicht den Rest eines ringförmigen


Burg Oldesloe



Walls darstellt. Es wird vermutet, dass dort eine Burg lag, die der Sicherung eines am Fuß ds Hügels gelegenen Stapelplatzes am Handelsweg Lübeck-Hamburg diente. Überliefert ist, dass in Oldesloe eine landesherrliche Burg stand. Die historischen Daten sind nicht eindeutig. Als Zeit der Errichtung oder Erneuerung werden die Jahre 1247 bis 1249 genannt. Der Abbruch bzw. die Zerstörung der Burg wird einmal für das Jahr 1307 angegeben, einmal für 1415.


Oldesloe Tralauische Burganlage („Bürgermeisterinsel“) (Dähn)


Oldesloe: „Bürgermeisterinsel“


c. die tralauischen Wirtschaftshöfe:


  • der Hof vor dem Besttor („de ... beleghen is buten den besten dor“ 66) umfasste das ganze Gebiet von der Beste bis in die Nähe der Glindhorst, das den heutigen Kurpark, den Sülzberg, die Bergstraße, den Bahnhof, Lehmberg, Papierberg, Schmiedeberg und Weihkamp. Hermann (III) von Wigersrade verkaufte den Hof an Graf Johann III. von Holstein 67.

  • Der Hof vor dem Lübecker (Mühlgraben-) Tor lag auf dem Pipenbrink. Er umfasste – ebenso wie der überwiegende Teil der Ländereien des vor dem Hamburger Tore gelegenen Hofes – das Gelände am linken Traveufer vor dem Tor bis zur Wokenitz und zum Königsteich und lag damit auf der Gemarkung eines niedergelegten Dorfes, das Bangert 68 wohl zu Unrecht mit dem auf dem linken Traveufer liegenden +Kneeden identifiziert hat, denn dieses Dorf hat 1263 noch bestanden, war also nicht bei der Stadtgründung in die Stadtflur eingebracht worden. Die geringe Entfernung des Hofes zur Stadt spricht eher dafür, dass es sich um das in unmittelbarer Näge im Osten der Stadt niedergelegte +Wenddorf gehandelt haben muss 69.


  • Der Hof vor dem Hamburger Tor („de beleghen is buten den Hamborger dore“ 70) umfasste die Ländereien am rechten Traveufer vom Kirchberg bis zum Brennermoor. Sie lagen zum größten Teil vor dem Lübecker (Mühlengraben-) Tor, d. h. im östlichen Teil des Stadtfeldes. Hinrich von Tralau gnt. „de Stolte“ verkaufte den Hof an Graf Johann III. von Holstein 71.


Idealbild einer mittelalterlichen Burganlage (Motte)


3. Wigersrade:


Die ehemalige befestigte tralauische Hofanlage befand sich nahe der krummessischen Hofanlage im Rümpel auf einer ausgedehnten Geländekuppe im Niederungsgebiet südlich von Gut Rethwischhof 72. Der Westteil der Anlage umfasst ein rechteckiges Plateau mit einem Durchmesser von etwa 30 m O-W und 25 m N-S. Nach Süden und Osten ist noch eine steile Böschung von etwa 3 m Höhendifferenz erhalten, auf dem Plateau befindet sich noch heute eine fließende Quelle. Der Westteil der Anlage ist durch einen teilweise erhaltenen breiten Graben vom größeren Ostteil der Geländekuppe getrennt. Darauf ist ein U-förmiges Stück einer Wallanlage erhalten, die eine Fläche von etwa 80x30 m umfasst. Die Höhendifferenz der Wallterrasse im Süden genen die Niederung beträgt etwa 4 m, gegen die Innenfläche der Befestigungsanlage noch etwa 1 m. Der Verlauf der Wallzüge im Norden ist nicht mehr zu bestimmen. Bei Erdarbeiten in der Niederung nördlich der Befestigungsanlage sollen mehrfach „Reste eines Bohlenweges“ angeschnitten wordens ein. Bei einer Flurbegehung auf Rethwischhof fand E. W. Bötel mehrfach mittelalterliche Tongefäßscherben, die eine Nutzung desAreals für das späte Mittelalter belegen 73.


Situationsplan der mittelalterlichen Anlagen in Rethwischhof und Rümpel


Rethwischhof: Lageplan der tralauischen Hofanlage (Dähn)


4. Godau:


In Godau lassen sich zwei mittelalterliche Burganlagen nachweisen, die wir wohl den von Tralau-Godau bzw. von Godau zuschreiben müssen. Die Anlage südlich von Godau (Godau I), am Plöner See, umfasst einen Turmhügel mit einer Länge von 25 m und euíner Breite (spitz zulaufend) von 15 m. Die Höhe beträgt 2,5 m. Der Hügel ist im Westen durch Graben und Wall geschützt, im Norden und Südwesten führten bis zu 2 m hohe Dämme auf ihn zu 74. Rund 400 m südlich dieser Anlage liegt im feuchten Ufergelände des Plöner Sees ein weiterer Hügel (Godau II). Das Plateau hat eine Dreiecksform und eine Höhe von ca. 1,5 m. Nach Westen läuft der Hügel aus 75.


Godau: Lage der mittelalterlichen Burganlagen (Dähn)


Welche diese beiden Anlagen Heinrich (II) und Marquard (II) von (Tralau)-Godau zuzuschreiben ist, lässt sich nicht sagen.




Die Beziehungen der Tralau zu Oldesloe


Die bedeutende Rolle, die die Tralau in Oldesloe spielten, kommt am deutlichsten in der Tatsache zum Ausdruck, dass sie schon vor der Stadtgründung 1237/1238 Inhaber der dortigen gräflich-holsteinischen Vogtei waren. Und nach der Stadtgründung übten sie offenbar zeitweilig auch das Amt eines Stadtvogts aus 76. Insgesamt währte diese Machtstellung des Geschlechts, dass sich auch „de ODESLO“ nannte, über ein Jahrhundert. Mehrere Mitglieder der Familie sind in den Urkunden zwischen 1228 und 1338/1339 als Vögte von Oldesloe belegt 77:


1228 Marquardus (I) aduocatus de Odeslo

1245 Henricus (I) aduocatus de Todeslo

1256 aduocati de Tralowe, vmtl. Heinrich (I) und sein Bruder Hermann (I) von

Tralau

1266 Hartuicus (I) antiquus (1306) bzw. quondam (1313) aduocatus de Odeslo

1299 ?Marquardus (III) de Tralowe

1311 Hermannus (III) de Wigersrade, Stadtvogt?

1339 Dominus Hinricus (IV) de Odeslo, nur Stadtvogt?


Als Inhaber der gräflichen Vogteirechte konnte die Tralau in Oldesloe neben ihren eigenen Besitzungen auch über die gräfliche Burg verfügen, die auf der hoch gelegenen Fläche des Kirchberges mit seinem steilen Hang zur Trave lag und die der Sicherung des Handelsweges von Lübeck nach Hamburg diente.


Oldesloe, Stadtplan 1633


Die auffällige, lang andauernde und intensive Präsenz der Tralau in Oldesloe hebt sich deutlich vom sonst üblichen Bild der holsteinischen Vogtei des 13. Jahrhunderts ab, für die zwar lange Amtszeiten nicht ungewöhnlich waren, zu deren Kennzeichen die Erblichkeit aber nicht zählte 78. Willert bringt es auf den Punkt, wenn er ausführt: „mindestens solange die Tralau über die Oldesloer Vogtei verfügten, nahmen sie dort eine weitgehend unkontrollierte Stellung ein, die faktisch einer stadtherrlichen sehr nahegekommen sein dürfte“ 79. So waren die politischen Umstände für die Entfaltung eines starken Rates neben der „Vogtdynastie“ der Tralau bis zu deren Entmachtung faktisch nicht gegeben. Ihrer Präsenz als Inhaber der Vogtei entsprach ein umfangreicher Besitz der Tralau in Oldesloe selbst. Er wird augenfällig dokumentiert durch die drei befestigten Höfe vor dem Hamburger, dem Lübecker und dem Best-Tor. Wenn Bangert 80 und ihm folgend auch Lange 81 die drei tralauischen Höfe zum gräflichen Besitz in Oldesloe rechnen, dann übersehen sie die Tatsache, dass der erste nachweisliche gräfliche Besitzer zweier dieser Höfe Graf Johann III. von Holstein (1312-1359) war, der sie 1338/1339 käuflich erwarb 82. Wären die Höfe gräflicher Besitz gewesen, dann hätte man erwarten dürfen, dass die Tralau sie zu Pfand besessen hätten, das der Graf dann wieder einlöste. Doch dafür fehlt jeglicher Hinweis.


Die drei tralauischen Höfe in Oldesloe dürften, wie Willert wohl zu Recht angenommen hat 83, am ehesten Restteile eines oder zweier vor der Stadtgründung Oldesloes im Besitz dieses Geschlechts befindlicher Dörfer (u.a. +Wenddorfs) gewesen sein. Dessen oder deren wirtschaftlich genutzte Flurteile müssen im Vorfeld der Stadtgründung im Zuge einer Übereinkunft der Schauenburger Grafen mit den Tralau von diesen für die Gründung bzw. die Landausstattung der Stadt zur Verfügung gestellt worden sein. Als Gegenleistung erhielten die Tralau vermutlich außer dem Besetzungsrecht der Vogtei für ihre Familie auch den örtlichen Zoll. Über die langjährige Ausübung der Vogtei und ihren Besitz in der Stadt, im Stadtfeld und im Umland von Oldesloe hinaus stützte sich die Stellung der Tralau vor 1340 vor allem auf die Verfügungsgewalt über den dortigen Zoll 84. Da zwischen dem gräflichen Zoll und der gräflichen Vogtei zweifellos ein enger sachlicher Zusammenhang bestand, geht man nicht fehl in der Annahme, dass die Tralau (illi de Tralowe), die offenbar über einen längeren Zeitraum mit dem Zoll belehnt waren, während dieser Zeitspanne bis 1338/1339 auch die gräfliche Vogtei innehatten. Graf Johann III. von Holstein übertrug der Stadt Lübeck 1340 den Oldesloer Zoll unter der Bedingung 85, „quod ... theloneum ... colligit et leuabunt de omnibus et singulis bonis, que tempore vasallorum nostrorum dictorum de Tralowe et hactenus theloneum dare consueverunt“. Die Lübecker sollten den Zoll besitzen, cum omni proprietate, libertate et commoditate, prout nos (d. i. Johann III.) hactenus possedimus et illi ... de Tralowe supradicti ante nos libere possiderunt. Und es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Stellung, die die Tralau bis 1338/1339 in Oldesloe eingenommen hatten, wenn Graf Johann III. im August 1340 gegenüber der Stadt Lübeck und anderen Städten erklärt 86, dass er „zur Erhaltung des Friedens und zur Verteidigung des gemeinen Kaufmanns wegen sich in den Besitz der Stadt Oldesloe und alles Dazugehörigen“ gesetzt habe. Diese Formulierung lässt die Dramatik spüren, die mit dem Ende der tralauischen Machtstellung in Oldesloe verbunden war. Die Familie wird diese nicht freiwillig geräumt haben. Auf die Bedeutung der Beinamen eines Marquard „Stokeled“ bzw. eines Heinrich genannt „Stolt“ hatte schon Bangert hingewiesen 87. Sie auch im Zusammenhang der Ereignisse um 1338/1339 zu deuten, scheint legitim. Im Zuge der Beseitigung der tralauischen Stellung in Oldesloe hatte Graf Johann III. um 1338/1339 die beiden vor den Toren der Stadt gelegenen, mit wallen darumme ganden 88, Höfe von Hermann (III) von Wigersrade und Heinrich (III) von Tralau gnt. „der Stolze“ erworben, die den Zugang zur Stadt und damit auch den durch sie hindurchführenden wichtigen von Lübeck nach Hamburg führenden Handelsweg kontrollierten 89.


Ehe die tralauischen Höfe in Oldesloer Besitz gelangten, verging noch mehr als ein Jahrhundert 90. Zunächst verpfändete Graf Adolf VII. 1380 sie für ein Kapital von 600 Mk an die Lübecker Bürger Erduanus Mankemoos und Peter von Hercke, die aus den Einkünften eine Vikarie an der Marienkirche in Lübeck stifteten 91. 1388 garantierte der Graf den Pfandinhabern, die Höfe für weitere sechs Jahre nicht einlösen zu wollen und räumte ihnen ein Vorkaufsrecht ein 92. Schließlich gelang es dem Oldesloer Rat im Jahre 1394 von Herzog Gerhard VI. von Schleswig (1381-1404) und den Grafen Klaus (1340-1397) und Albrecht (1381-1404) die Zusicherung zu erhalten, die tralauischen Höfe für 850 Mk einlösen zu dürfen 93. Der Rat nahm allerdings diese Option - wohl aus Geldmangel - nicht vor, sondern beließ es zunächst dabei, die Lübecker Pfandbesitzer von seinem Anspruch in Kenntnis zu setzen und erbot sich gleichzeitig, bei einer späteren Wahrnehmung der Option statt der geforderten 850 Mk die Summe von 900 Mk zu zahlen 94. Erst 1451 gingen die Höfe in den Besitz der Stadt Oldesloe über, wobei die Stadt, wohl weil sie die 900 Mk nicht aufbringen konnte, an Stelle des Landesherrn die Zahlung der 54 Mk Rente an dessen Lübecker Kapitalgeber übernahm 95.




Beziehungen zu geistlichen Einrichtungen:


Wie andere Adelsgeschlechter, hatten auch die Tralau schon früh Beziehungen zu geistlichen Einrichtungen. So waren sie bereits in der dritten Generation mit Bruno (II, +1270) und dessen Bruder Johannes (II) (+1276) in Hamburg und Lübeck im Domkapitel vertreten. Beide bekleideten das Amt des Domscholasten, d.h. sie waren Leiter der Domschulen, Bruno in Hamburg (1265/1270) und Johannes in Lübeck (1248/1259). Während Bruno in Lübeck das Amt des Propsten erreichte und damit aufgrund des 1249 von Papst Innozenz IV verliehenen Privilegs „de non evocando“ u.a. zuständig war für alle Verfahren, die auswärtige geistliche Richter gegen Lübeck Bürger anstrengten, erklomm sein Bruder als Johannes III. von 1259 bis 1276 sogar den Lübecker Bischofsstuhl. Mit ihm erreichen Macht und Einfluss des Geschlechts ihren Kulminationspunkt. 1299/1301 gehört Druda von Tralau als Nonne dem Zisterzienser-Kloster St. Johannis in Lübeck an. Marquard (VI) von Tralau (+1374/1382) ist Dompropst in Kammin und Domherr in Lübeck. Ein Albert Tralau, der dem Namen nach zur Familie gehört, wird 1348 als Pfarrer in Questin i.M. genannt und Hartwig Tralau gnt. Herwicus (+1381) ist 1361/1380 Priester in Lübeck. Floria von Tralau schließlich gehört 1397 dem Reinbeker Konvent an


Dieser zahlenmäßig durchaus beeindruckenden und einflussreichen Präsenz der Tralau in geistlichen Einrichtungen stehen relativ bescheidene Schenkungen und Stiftungen an die Kirche gegenüber. Beke Tralau, Ehefrau von Heinrich (VI) stiftete zu ihrer und ihres Mannes Seelenheil Mitte des 14. Jahrhunderts eine Kurie in der Kirche von Oldesloe und der Dompropst Marquard von Tralau in Kammin errichtete wohl um dieselbe Zeit eine Memorienstiftung in seiner Oldesloer Heimat. Als letzte ihres Geschlechts stifteten 1422 Hermann (VI) und Joachim von Tralau eine Vikarie in der Oldesloer Kirche.




Bürgerliche Namensvorkommen 96:


In Lübeck, wohin die holsteinischen von Tralau seit dem 13. Jahrhundert engste Beziehungen unterhielten, lassen sich seit 1300 zahlreiche Namensträger im „Niederstadtbuch“ 97 und im von H. Schröder erstellten „Topographischen Register“ 98 nachweisen. Genannt werden u. a. Wulf TRALOWE (1370) 99, Willekinus TRALOWE (1371/1375) 100 und Gosschalcus TRALOWE (1398) 101. Inwieweit es hier Verbindungen zur adeligen Familie von Tralau gegeben hat, lässt sich nicht sagen. In aller Regel dürften diese auszuschließen sein. In Holstein gab es neben der Adelsfamilie von Tralau im 17. Jahrhundert eine bürgerlich-bäuerliche Familie im Kirchspiel Segeberg 102. In Hamburg gibt es Namensbelege im 14. bis ins 17. Jahrhundert 103, wobei der 1370/1390 genannte Hartwig TRALOW 104 immerhin einen der Leitnamen des holsteinischen Adelsgeschlechts trägt. In Dänemark tritt und das Geschlecht zuerst 1312 mit Werner und Trond TRALOV entgegen, gefolgt von Hartwig TRALOW (1371/1417). Sie sind Knappen und damit als dem Adel angehörig ausgewiesen. Ihre Zugehörigkeit zur holsteinischen Adelsfamilie von Tralau scheint dabei zweifelsfrei (siehe Stammfolge). Spätere Namensnennungen betreffen dann wohl bürgerliche Vertreter. Im Baltikum finden wir die Tralau im 13./14. Jahrhundert in Riga belegt. Dort nennt das älteste Schuldbuch der Stadt mit dominus Heinricus TRALOWE, Helmicus TRALOWE und Johannes TRALOW 105. Im Niederstadtbuch der Stadt Lübeck erscheint 1371/1373 „dominus Nicolaus TRALOWE de Riga“ ( Walburg Wulves) 106. Angehörige des städtischen Patriziats, deren soziale Stellung einen Zusammenhang mit der holsteinischen Adelsfamilie nicht ausschließ.


Stammfolge von TRALAU:


Stemma: von TRALAU




Erste Generation:



Hartwig (I) von TRALAU urk.1197/1201


(I – 1); Ritter (?); holsteinischer Vasall; - Hartwig von Tralau erscheint durchweg als Zeuge in Urkunden des Grafen von Holstein, Adolf III von Schauenburg, erstmals 1197 107, als der Graf der Lübecker Kirche u.a. die Schenkung von Genin, Boissow und Lankow bestätigt. Dann ist er - zusammen mit seinen Söhnen (?) Heinrich (I) und Marquard (I) am 09.06.1200 unter den Zeugen, als Bischof Dietrich von Lübeck die Schenkung eines an der Trave gelegenen Waldes „Krowel“ genannt durch Graf Adolf III. bestätigt und den Zehnten des entstehenden Dorfes schenkt 108. Letztmals genannt ist Hartwig, wieder mit Heinrich und Marquard, am 11.07.1201 als Graf Adolf III dem Provisor der Kapelle des Heiligen Geistes in Lübeck einen Wald an der Trave schenkt, ihm und seinen Nachfolgern dort freien Besitz verleiht und die sich Ansiedelnden vom Burgwerk, von der Ross-Stellung, der „exactio violenta et pecaria“, doch nicht von der Landwehr befreit, sein Vogteirecht auf Kapitalverbrechen beschränkt, eigenes Gericht und Ersatz der Leibesstrafen durch Geldbußen gestattet und die Grenzen seiner Schenkung bestimmt 109. Danach hören wir nichts mehr von Hartwig. Ob er als naher Verwandter > Brunos (I) von Tralau am Sturz des Schauenburger Grafen beteiligt gewesen ist, lässt sich nicht sagen. Hartwigs Burg, nach der das Geschlecht seinen Namen trug, lag wohl schon östlich des heutigen Herrenhauses von Gut Tralau.


Kinder (vmtl.)

  1. Heinrich (I) > von (TRALAU)-KRUMMESSE

  2. Marquard (I) > II - 4b



Johann (I) von „STRALO“


(I – 2); Ritter (?), holsteinischer Vasall; er erscheint nur einmal, 1197, unter den Zeugen bei Graf Adolf III. von Schauenburg 110, wobei sein Name als „de Stralo“ verschrieben ist. Zweifellos handelt sich hier um einen Angehörigen der Familie von Tralau.



Bruno (I) von TRALAU


(I – 3); Bruno (I) von Tralau erscheint als Zeitgenosse Hartwigs (I). Wegen einer ihm von Graf Adolf III von Schauenburg auferlegten Geldbuße, für die wir die Ursache nicht kennen, geriet er mit diesem in Streit und schloss sich 1200/1201 den bei Herzog Waldemar von Schleswig - dem späteren dänischen König Waldemar II (1202-1241) - in Jütland lebenden Parteigängern des Overboden Marcrad aus dem Geschlecht der Ammoniden an, der einst als Anhänger des geächteten Sachsenherzogs Heinrich des Löwe aus dem Lande vertrieben worden war 111. Unter den Parteigängern, die gegen den Schauenburger Grafen opponierten waren Heinrich Bussche, Eggo von Sture, Scacco und seine Brüder Widag und Radulf, Ubbo, Thymmo und sein Bruder Markward, Emmeko de Vißowe und Vergot von Sibrandestorp. In der Schlacht bei Stellau gelang es ihnen, Graf Adolf III. zu besiegen, ihn aus Holstein zu vertreiben und die dänische Herrschaft über Holstein, Stormarn und die Grafschaft Ratzeburg zu installieren.




Zweite Generation:



Heinrich (I) von TRALAU-KRUMMESSE

siehe > 2. Teil: Linie von KRUMMESSE unter II – 4a



Marquard (I) von TRALAU/von ODESLO +vor 1238

(II – 4b); urk. 1200/1232 - Ritter, Ministerialer, gräflich-holsteinischer Vogt von Oldesloe und Bosau (?); und bischöflich-lübscher Vasall; - Marquard (I) von Tralau urkundet zumeist mit seinem älteren Bruder Heinrich (I) „Pincerna“ (09.06.1200; 11.07.1201; 1214; 1215; 24.12.1224; 29.09.1226; 08.09.1232, > siehe Teil 2 unter II – 4a) als enger Parteigänger des dänischen Statthalters in Holstein, Stormarn und Ratzeburg, des Grafen Albrecht von Orlamünde (1202-1225).


Selbständig urkundend tritt Marquard (I) 1212 auf, als Reiner von Pinnow eine Seelenmesse stiftet und 2 Hufen mit dem Zehnten aus Neuengamme der Marienkirche in Hamburg überträgt und sich dort als Laienbruder aufnehmen lässt. Marquard nennt sich hier „von ODESLO“ 112. Vermutlich war er schon zu diesem Zeitpunkt gräflicher Vogt in der Stadt Oldesloe. Hatten die Schauenburger Grafen von Holstein ursprünglich noch selbst über ihren Besitz in Oldesloe verfügt, so machte die zunehmende Bedeutung der aufstrebenden villa Odeslo seit Ende des 12. Jahrhunderts, wo neben der Saline auch der Zoll als wirtschaftlicher Motor wirkten, die dauernde Anwesenheit eines Vertreters der aufkeimenden landesherrlichen Verwaltung erforderlich. Der wurde nach mittelalterlicher Auffassung mit der Belehnung mit diesem Amt und den gräflichen Gütern an Stelle der Grafen selbst zum Herrn der Stadt 113. Als Träger dieser Funktion müssen wir Marquard (I) von Tralau sehen, der in der Zeugenreihe der letzten in Holstein von Graf Adolf III. von Schauenburg (1164 -1201/1225)vor seiner Vertreibung am 11.07.1201 ausgestellten Urkunde neben Walter von Lütjenburg, Ludwig von Segeberg und dem Vogt Werner von Ratekau, die wohl allesamt als gräfliche Burgvögte, zumindest aber doch als Burgmannen des Grafen anzusprechen sind 114, mit zwei weiteren Angehörigen des tralauischen Geschlechts, seinem Bruder Heinrich und seinem Verwandten (Vater?) Hartwig (I) von Tralau genannt ist 115. Wir dürfen - bei aller gebotenen Zurückhaltung - annehmen, dass Marquard (I) von Tralau bereits unter Graf Adolf III. von Schauenburg das Amt des gräflichen Vogtes in Oldesloe ausgeübt hat und nicht erst für seine der neuen dänischen Landesherrschaft geleisteten Dienste mit der Vogtei über Oldesloe von Graf Albrecht von Orlamünde belehnt worden ist. Unklar ist die Rolle, die Marquard (I) von Tralau bei der Vertreibung des Schauenburger Grafen 1201 gespielt hat. Vielleicht war er nicht unmittelbar beteiligt und er verdankte es der Nähe eines Teiles seiner Familie um Bruno (I) von Tralau, der zum Kreis der gegen den Schauenburger Grafen opponierenden und ins Exil getriebenen Adligen zählte, dass er seinen Einfluss in Oldesloe auch unter Albrecht von Orlamünde bewahren konnte. Ja, es sieht so aus, als habe er die Machtstellung der Familie insbesondere in Holstein sogar ausbauen können, wo es ihm offensichtlich gelang, auch die Vogtei über Bosau zu erwerben. In Oldesloe bestand der Besitz, der zwischen 1228 und 1338/1339 in den Händen der Familie von Tralau ruhte aus der Burg und drei Höfen, die vor jedem der drei Tore lagen 116:


Am 10.01.1221 bezeugt Marquard von Tralau die Schenkung des Zehnten aus dem Alten Lande an das Kloster Neumünster durch Graf Albrecht von Orlamünde 117. Seinen Oldesloer Besitz konnte Marquard (I) nach dem Sturz des Orlamünders 1225 und dem Ende der dänischen Herrschaft nach der Schlacht bei Bornhöved behaupten, sei es, dass er zu der Rückkehr der Schauenburger beigetragen hatte oder dass der zurückgekehrte Graf Adolf IV. (1225-1238,+1261) die Machtstellung des Tralauers nicht anzutasten wagte. 1228 beurkundet Marquardus aduocatus de Odeslo die Beendigung eines Streits des Grafen Adolf IV. von Holstein mit Bischof Bertold von Lübeck (1210-1230) 118. Nach der Belehnung seines Bruders Heinrich (I) mit Krummesse übernahm Marquard (I) den tralauischen Familienbesitz um die Stadt Oldesloe und am Plöner See. Wohl letztmalig urkundlich genannt ist er am 08.09.1232 bei der Bestätigung des Kloster Preetz durch Bischof Johannes I. von Lübeck (1231-1247) 119. Zum Teil wird angenommen, dass er noch 1242 beim Verkauf des dritten Teils der hohen Gerichtsbarkeit in Bosau und Thürk durch die Brüder Heinrich (I) und Herrmann (I) von Tralau 120 genannt ist 121. Doch scheint dies nicht sicher. Da ist einmal die zehnjährige Lücke in den Urkunden, die dagegen zu sprechen scheint und die Tatsache, dass wir bereits 1244 einen weiteren Marquard (II) als Bruder Heinrichs (I) von (Tralau-)Godau bezeugt finden.


Wir dürfen aber vielleicht davon ausgehen, dass Marquard (I) von Tralau vermutlich noch bei der Stadtgründung Oldesloes 1237/1238 durch Graf Adolf IV. von Schauenburg eine führende Rolle spielte 122. So wie sich Graf Adolf IV. 1238 bei der Gründung der Stadt Itzehoe des Syricus de Prato als Lokator bedient hatte, so wird er auch bei der Gründung von Oldesloe 1237/1238 nach einem geeigneten Lokator Ausschau gehalten haben und nichts liegt hier näher, als diesen mit Marquard (I) von Tralau, dem Inhaber der Oldesloer Vogtei, zu identifizieren. Man wird Willert 123 nur beipflichten können, wenn er feststellt, dass niemand so „prädestiniert für die Übernahme einer Lokatorenrolle war wie der gräfliche Vogt, der mit den örtlichen Gegebenheiten aufs Beste vertraut war und überdies kraft Amtes als Stellvertreter des Grafen auch in wehrhoheitlichen Fragen fungierte. Dies wiederum machte ihn zum idealen Leiter der von stadtherrlicher Seite im Rahmen der Gründung zu erbringenden infrastrukturellen Leistungen“.


Kinder:

  1. Heinrich (II) von GODAU > III–5

  2. Marquard (II) von GODAU > III-6

  3. Hermann (I) > III–7

  4. Johannes (II) > III–8

  5. Bertold > III–9

  6. Bruno (II) > III–10

  7. Werner (I) > III-11




Dritte Generation:



Heinrich (II) von TRALAU/von GODAU +nach 13.11.1256


(III – 5); urk. 1242/1256 - Ritter, holsteinischer und bischöflich-lübscher Vasall; Vogt von Bosau (1242) und Oldesloe (1245); - Heinrich (I) von Tralau war vermutlich ein Sohn Marquards (I). Er erscheint zunächst unter seinem Familiennamen von Tralau, aber schon 1244 nennt er sich nach seinem Wohnsitz „von Godau“, wo noch bis ins 14. Jahrhundert. eine Familie von Godau nachzuweisen ist. Ob diese ab 1259 in Godau nachweisbare Familie gleichen Namens 124 noch im Zusammenhang mit den Tralau steht, ist zweifelhaft. Dagegen spricht vor allem das Wappen. Es zeigt im schildförmigen Siegel einen stehenden rechtsgerichteten Wolfskopf mit aufgesperrtem Rachen 125.

Zusammen mit seinem Bruder Hermann (I) verkauft er 1242 für 160 Mk. an Bischof Johannes I. von Lübeck (1230-1247) das beiden gehörende Drittel der hohen Gerichtsbarkeit zu Bosau und Thürk, das sie von den Grafen von Holstein zu Lehen trugen 126. Die Brüder versprechen die Rückgabe des Kaufpreises, wenn sie die Zustimmung ihres Landesherrn nicht erwirken können, d.h., sie wahren diesem seine Rechte bis dahin ausdrücklich. Den Vertrag bezeugen die übrigen Mitglieder der Familie Tralau ausdrücklich. Genannt sind: Marquard (II?), Johannes (Kanonikus in Lübeck, der spätere Bischof), Bertold, Bruno (II, Kanonikus in Hamburg), Werner sowie Heinrich (I) „Pincerna“ von Krummesse. Von Bemühungen der Tralau, die Bestätigung des Verkaufs durch den Lehnsherrn zu erreichen, vermelden die Quellen nichts. Sie sind auch aufgrund der nachfolgenden Geschehnisse unwahrscheinlich. Im Gegenteil, Heinrich (I) wollte offenbar den geschehenVerkauf, zumindest für Thürk, nicht hinnehmen. Zusammen mit seinem Bruder Marquard (II) bemächtigte er sich Thürks und erhob die den gräflichen Vögten zustehenden Abgaben von den bischöflichen Untertanen nicht nur dort widerrechtlich, sondern auch in Benz, Godau, Hassendorf, Malente, Malkwitz, Nehmten, Neukirchen, Sieversdorf und Söhren. Bischof Johannes I. von Lübeck verhängte deshalb den Bann über die godauischen Brüder. 1241 hatten die Städte Lübeck und Hamburg zudem ein Bündnis zur Sicherung der Handelsstraße von der Travemündung über Lübeck, Oldesloe und Hamburg bis hin zur Elbemündung geschlossen. Als Folge dieser Vereinbarung wurde nun scharf gegen Wegelagerei vorgegangen. Mit diesen Vorgängen hängen vielleicht die Einträge in den Gerichtsprotokollen von 1243/1244 zusammen, die Hence bzw. Henricus de Tralowe nennen, die wegen Straßenräuberei verfestet wurden. Hinricus de Tralowe hatte zusammen mit Dietmar Brasche dem Albert cecus drei Pferde und ein Leinengewand im Wert von 4 mk geraubt 127. Wenig später besagt die Urkunde vom 08.01.1244, dass Hence von Tralau zusammen mit Marquard und Timm von Dodeken und Hasso von Bissee dem Lübecker Bürger Hugo von Itzehoe 1 Mk, Westen und ein Schwert im Wert von 20 Schilling geraubt hat 128. Unklar ist in diesem Zusammenhang, ob wir es bei Hinricus und Hence mit einer oder zwei Personen zu tun haben.


Graf Adolf IV. von Holstein konnte das Verhalten seiner Lehnsleute nicht hinnehmen und erklärte 1244 deren Verhalten für unrechtmäßig, ebenso äußerte sich 1251 sein Sohn, Graf Johann I. Dennoch kam es am 06.06.1244 zu einer Annäherung der streitenden Parteien, als Heinrich (II), der sich nun nach seinem Wohnsitz „von GODAU“ nennt, sich mit Bischof Johannes I. zumindest teilweise vergleicht 129. Auf den Spruch eines Schiedsgerichts hin gab Heinrich (I.) den Anteil an Thürk, den er gewaltsam an sich gebracht hatte, an den Bischof zurück und versprach, seinen Bruder Marquard (II), der sich ebenfalls Äcker in Thürk widerrechtlich angeeignet hatte, weder mit Tat noch mit Rat gegen den Bischof zu unterstützen. Er versprach weiter, die Zehnten von Godau und Nehmten, die er viele Jahre hindurch widerrechtlich einbehalten hatte, den Boten des Bischofs ohne Widerspruch auszuhändigen und von Dorfe Sibbersdorf jährlich sechs Mesen Weizen als Heuer an den bischöflichen Hof nach Eutin zu liefern. Er verzichtete ferner auf die Ausübung jeglicher vogteilicher Rechte gegen die bischöflichen Kolonen in Bosau. Für den Fall, dass irgend jemand aus seinem Gefolge oder sonst ein anderer in seinem Auftrag die Kolonen weiter mit Lasten beschweren sollte, sollte Heinrich von Godau, falls er vor Gericht nicht seine Unschuld nachweisen könne, wie bisher in den Bann verstrickt und als ein Meineidiger angesehen werden. Da die Zeugen, die Heinrich für seine Ansprüche auf die Fischerei in Bosau und die „Insel Bosau“ benannt hatte, keinerlei Beweise zu seinen Gunsten vorbringen konnten, verzichtete er auch auf diese Rechte. Für die vielfältigen Schäden, die er dem Bischof und seinen Untertanen in Neversfelde, (Steen-)Hassendorf und anderen Orten zugefügt hatte, erklärte sich Heinrich zu einer Entschädigung von 20 Mk bis Ostern 1245 bereit. Für den Fall, dass er diese Summe dann auf Aufforderung nicht binnen Monatsfrist zahlen könne, wollte er sich nach Plön ins Einlager begeben. Heinrich verpflichtete sich durch einen körperlichen Eid gegenüber dem Overboden Gottschalk und den Rittern Hemming, Volrad Sten und Ovo Luscus, diese Versprechen einzuhalten. Andernfalls wolle er als rückfälliger Meineidiger angesehen werden und wieder dem bischöflichen Bann verfallen sein 130.


Hatte sich Heinrich von Godau offenbar ins Unvermeidliche gefügt, so wird aus der Urkunde auch deutlich, dass die Verkäufe und Verzichtserklärungen nicht die ungeteilte Zustimmung aller tralauischen Familienangehörigen fand. Auch fehlte noch immer die lehnsrechtliche Zustimmung der Gafen von Holstein. Sie erfolgte erst im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fehde der Grafen mit den von Barmstedt und deren Anhängern. Bischof Johannes II. sah nun die Gelegenheit für günstig an, Druck in der Sache auszuüben 131. So erklärte nun der mittlerweile als Minorit lebende ehemalige Graf Adolf IV. im März 1251, dass er Heinrich von Godau weder Zehnten noch Gericht in den Gütern der Lübecker Domkirche oder des Bischofs von Lübeck verliehen habe und ihm keine Gewährschaft leiste. Auch sein Sohn, Graf Johann I., gibt zu Protokoll, dass Heinricum militem dictum de Godowe weder für sich, noch für seine Frau ein Recht an den Zehnten der Dörfer Melente, Hassendorp, Niuersuelde, Siuerdesdorp, Nienkercken, Malkenwissche, Saren, Benzsche, Sybrandestorp, Thedelmesdorp und auch nicht in iudicio Noue eccelesiae mit Ausnahme eines Drittels des Blutbannes beanspruchen könne. Er erklärte weiter, dass eine Hufe un Thurhic (Thürk) und die dort streitigen Wurten und Bruchländereien dem Bischof zustehen, dass in Sibrandesdorp nur das Recht quod vulgo podazche dicitur dem Herrn von Godau gehöre und dass endlich dieser sich dem Bischof gegen eine Zahlung von 100 Mk.lüb.Pf. und Aufhebung des Kirchenbanns verglichen habe 132. Nun endlich geben die Grafen von Holstein ihre lehnsrechtliche Zustimmung zu den Verkäufen von 1242. Der Lübecker Bischof zögerte nicht lange. Als erste wurden die „aduocati de Tralowe“ in Godau am 13.11.1256 gezwungen, die Vogtei in Bosau und alle unrechtmäßigen Erwerbungen, die mit ihr verbunden gewesen waren, endgültig herauszugeben 133. So musste Heinrich (II) von Godau sich fügen und in Plön durch Fußfall für alle Unbill, die er dem Bistum Lübeck zugefügt hatte, die Verzeihung des Bischofs erflehen 134. Nach diesem Ereignis hören wir von Heinrich (II) von Godau nichts mehr.


Mutmaßliche Verbindungen der Familien
von Rixdorf, von Plön und von (Tralau-)Godau

Sein Wirkungsfeld richtet sich wohl wieder nach Oldesloe aus, wo Henricus aduocatus de Todeslo 1245 als Vogt genannt wird, als der Overbode von Holstein, Gottschalk, die Zuwendungen der Brüder Erp, Dietrich, Wolfold und Emiko von Enendorp an das Kloster Neumünster bestätigt 135. Er ist vielleicht auch identisch mit jenem Heinrich „von Egardistorp“, der am 06.02.1255 zwei jüngst vermessene Hufen in Hassendorf von Bischof Johannes II. von Lübeck (1254-1259) heuert 136.


Über die familiären Verhältnisse Heinrichs (II) von Godau wissen wir fast nichts, außer, dass er wohl ein Sohn Marquards (I) von Tralau und Bruder eines Marquard (II) und wohl auch des späteren Bischofs von Lübeck, Johannes III. von Tralau war. Aufgrund der Tatsache, dass er zwischen 1244 und 1251 den Zehnten in den Dörfern Malente, Hassendorf, Neversfelde, Neukirchen, Sieversdorf, Benz, Malkwitz und Sören unter Berufung auf seine Frau - in quibus sibi ius uxoris nomine - einziehen konnte, vermutet Biereye 137 in, dass Heinrich mit einer Tochter des Ritters Luder von Rixdorf verheiratet gewesen ist, der keine männlichen Erben hatte. Nach dem Verzicht Heinrichs von Godau auf die Rechte, die sein Schwiegervater seiner Tochter als Mitgift mitgegeben hatte, gingen diese wohl ebenfalls widerrechtlich an Otto von Plön, den mutmaßlichen Vetter von Heinrich von Godaus Frau (siehe das vorstehende Stemma).


Aus seiner Ehe hatte Heinrich (II) vmtl. folgende Söhne 138:


  1. Marquard (III) > IV-12

  2. Johann (III) > IV-13

  3. Hermann (II) d. Lange > IV-14

  4. Hartwig (II) > IV-15



Marquard (II) von GODAU


(III – 6); urk. 1242/1244 - Marquard (II) ist Zeuge, als seine Brüder Heinrich (II) und Hermann (I) von Tralau 1242 das ihnen gehörende Drittel der hohen Gerichtsbarkeit in Bosau und Thürk verkaufen 139. Mit seinem Bruder Heinrich (I) von Godau hatte er sich widerrechtlich Äcker in Thürk angeeignet, deren Herausgabe er verweigerte. Er war dafür von Bischof Johannes I. von Lübeck mit dem Bann belegt worden. Bei dieser Urkunde ist nicht sicher, ob nicht noch Marquard (I) als Vater von Heinrich (II) und Hermann (I) dem Verkauf zugestimmt hat. Die Zeugenreihe spricht meines Erachtens jedoch dagegen. Als Vertreter der älteren Generation bezeugt der Onkel Heinrich (I) von (Tralau-)Krummesse wohl als Senior der Familie den Verkauf. Die weiteren Zeugen aus der Familie außer Marquard – die Kanoniker Johannes und Bruno sowie Bertold und Werner – sind als Brüder von Heinrich (II) und Hermann (I) nachgewiesen. Dies wird dann auch für Marquard gelten, der damit als weiterer Sohn von Marquard (I) erwiesen ist. Als Heinrich (II) am 06.06.1244 das Dorf Thürk, die Zehnten in Godau und Mehmten sowie die Heuer in Sibrendesdorpe an den Bischof herausgab 140, versprach er, Marquard weder mit Tat noch mit Rat gegen den Bischof zu unterstützen. Marquard wird hier ausdrücklich als Bruder („frater suus“) von Heinrich (II) bezeichnet. Nach 1244 hören wird dann nichts mehr von Marquard (II).


Hermann (I) von TRALAU +nach 15.07.1265


(III – 7); urk. 1242/1265 - vmtl. Sohn Marquards (I); Ritter, holsteinischer und bischöflich-lübscher Vasall, Vogt (?) von Oldesloe (1256); - Erstmals urkundlich genannt ist Hermann (I) von Tralau 1242, als er mit seinem Bruder > Heinrich (II) das ihm gehörende Drittel der hohen Gerichtsbarkeit in Bosau und Thürk verkauft 141. Dann gehört er - mit seinem Vetter Heinrich (II) von Krummesse - zu den holsteinischen Adligen, die 1252 im brandenburgischen Auftrag gegen Lübeck opponierten 142. Wir finden ihn am 20.04.1252, als sich Markgraf Johann I. von Brandenburg (1220-1266) mit der Stadt Lübeck aussöhnt und ihr seinen besonderen Schutz verspricht 143. Mit seinem Bruder Werner (I) ist Hermann am 07.05.1253 Mitlober der Grafen Johann I. (1238-1263) und Gerhard I. (1238-1290) von Holstein, als diese mit Zustimmung ihrer Ritter den Lübeckern Sicherheit für Leben und Gut gewähren und versprechen, diese zunächst aus dem Eigentum der Frevler und unter Umständen aus eigenen Mitteln schadlos zu halten und sich mit ihren Rittern zum Einlager in die Stadt verpflichten 144. Dann ist er Zeuge, als die Grafen am 11.11.1254 dem Hamburger Bürger Löwe eine Korn- und eine Geldrente aus der alten Hamburger Mühle zu erblichem Eigentum übertragen 145. Als sich am 13.11.1256 die Grafen von Holstein endlich mit Bischof Johannes II. von Lübeck wegen der Verkäufe von 1242 u.a. in Bosau und Thürk vergleichen, ist Hermann (I) vmtl. unter den aduocati de Tralowe genannt. Wo er die Vogteirechte ausübte, wird nicht gesagt. Da sein älterer Bruder in Godau saß, wird Hermann (I) am ehesten die Vogtei in Oldesloe ausgeübt haben 146. 1260 sind Hermannus de Tralowe et Wernerus frater suus Zeugen bei der Schenkung einer Fischerei im Linesbrok an das St.Marienkloster durch die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein 147. Am 28.04.1261 bezeugen die Brüder einen Vergleich zwischen Propst Johann von Neumünster und dem Ritter Etheler von Krummendik über Horst und Breitenburg. Dann bezeugt Hermann (I) mit anderen Familienangehörigen - dem Propsten Bruno von Tralau, Heinrich (II) von Krummesse und Marquard (III?) von Tralau - den Vergleich zwischen Bischof Johannes III. Tralau von Lübeck und Otto von Plön über die Gerichtsbarkeit und die Zehnten in den Dörfern Malente, Hassendorf, Neversfelde, Neukirchen, Sieversdorf, Benz, Malkwitz und Söhren 148. Als am 15.07.1265 Graf Gerhard I. von Holstein sich mit Bischof Simon I. von Paderborn (1247-1277), dem Grafen Gunzelin von Schwerin und einer Anzahl von Rittern verpflichtet, 14 Tage nach der Hochzeit seiner Tochter Lutgard mit dem Herzog Johann von Braunschweig diesem das Schloss Schauenburg als Pfand zu bestellen, ist auch Hermann (I) unter den holsteinischen Rittern, die hierfür bürgen 149. Es ist dies zugleich das letzte Mal, dass wir etwas von Hermann (I) von Tralau hören.


Kinder vmtl.) 150:

  1. Heinrich (III) > IV-16

  2. Hermann (III) von WIGERSRADE > IV-17




Johannes (II) von TRALAU (Bischof Johannes III. von Lübeck) +04.01.1276

(Die nachfolgenden Ausführungen zu Johannes von Tralau beruhen im Wesentlichen auf der Arbeit von Wilhelm Biereye „Untersuchungen zur Geschichte des Bistums Lübeck von 1254 bis 1276“. Da die vorliegende Arbeit den Versuch unternimmt, die Oldesloer Adelsfamilie von Tralau geschlossen darzustellen, wurden die Angaben zu dem Lübecker Bischof Johannes III., mit dem das Geschlecht seinen Kulminationspunkt erreichte, mit aufgenommen).


(III – 8); vmtl. Sohn Marquards (I) urk. 1242/1276 - Johannes von Tralau 151 war vor 1242 in das Lübecker Domkapitel eingetreten, , wo er schon bald in einen scharfen Gegensatz zu Bischof Albrecht Surbeer, Verwalter des Bistums Lübeck, geriet. Diesem Umstand verdankte er dann seinen Einfluss bei Bischof Johannes II. von Diest (1254-1259).


Erstmals ist Johannes canonicus lubicensis 1242 genannt, als er seine Zustimmung zum Verkauf des dritten Teils der Halsgerichtsbarkeit in Bosau und Thürk durch seine Brüder (?) Heinrich (I) und Hermann (I) gibt 152. 1248 ist er bereits Scholastikus des Lübecker Domkapitels 153. In dieser Eigenschaft ist er mit seinem Bruder Bruno am 01.06.1250 Zeuge, als die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein ein Legat ihrer Mutter bestätigen 154. Wohl durch sein kompromissloses Eintreten für die eigenen Rechte des Bistums zog er sich die Feindschaft des Bistumsverwesers Albrecht Surbeer (1245-1272/1273) zu. Seine Parteinahme für die aus dem St. Johannis-Kloster in Lübeck nach Cismar gewiesenen Benediktiner gab Anlass, den Bann über ihn und weitere Geistliche wie Gerhard Pilatus und Otto von Bocholt zu verhängen 155. Beeindruckt hat Johannes diese Maßnahme allerdings nicht. Im Gegenteil, er wurde nach der Wahl von Johannes von Diest „als der konsequensteste Vertreter der überkommenen Rechte der Lübecker Kirche der berufene Ratgeber des neuen Bischofs“, der ihn schon sehr bald nach seinem Einzug in das Bistum vom Bannstrahl löste. „im ganzen Verlauf der Regierung von Bischof Johannes II blieb Johann von Tralau der eigentliche geistige Leiter des Bistums“ 156. Dies wird schon dadurch deutlich, dass er, als er 1259 selbst zum Bischof gewählt worden war, die Politik seines Vorgängers fortsetzte, als habe es überhaupt keinen Wechsel in der Person des Bischofs gegeben.


Noch vor seiner Wahl berichtet er am 15.03.1259 als Lübecker Domscholast aus Anagni, zu den vom Bremer Elekten Hildebold von Wunstorf (Erzbischof 1259-1273) im Zusammenhang mit dessen strittiger Wahl entsandten Bevollmächtigten gehörend, mit den übrigen Beauftragten desselben dem Bremer St.Willehadi-Kollegiatstift über den mit dessen Dekan an der Kurie geschlossenen Vergleich 157. Die Wahl Johanns (II) von Tralau zum Bischof Johannes III. von Lübeck (1259-1276) erfolgte am 24.10.1259 per scrutinum durch das Lübecker Domkapitel 158. Bestimmend für seine Wahl war dabei der immer noch nicht beigelegte Konflikt mit den Grafen von Holstein wegen der Stadt Eutin. Diese versuchten, nachdem sich Johannes in Stade vom Erzbischof seine Wahl hatte bestätigen lassen, seine Weihe zu verhindern, indem sie, trotz Bannung durch den Erzbischof, die Ordinierung Johannes zum Presbyter im Dom störten. Diese Ordinierung war nach mittelalterlichem Kirchenrecht notwendige Voraussetzung für die Bischofsweihe, da Johann von Tralau bis zu seiner Wahl zum Bischof nur den priesterlichen Grad eines Diakons bekleidet hatte 159.


Mit Johannes von Tralau wurde ein Mann zum Bischof gewählt, der vor allem für die Befreiung der Kirche vom Einfluss der weltlichen Machthaber und für die Aufrichtung einer bischöflichen Landesherrschaft gekämpft hatte. Propst Segebodo Schack bringt dies auf den Punkt, wenn er sagt 160: „Ich weiß keinen geeigneteren als den Scholastikus Johann, dem ich zustimmen würde, wenn ich es bei meiner Furcht vor den Grafen gewagt hätte“. Die Wahl Johanns von Tralau bedeutete mithin eine Kampfansage der Kirche an die Grafen von Holstein! Zugleich wird mit seiner Wahl deutlich, dass nun auch im Lübecker Domkapitel der ritterliche Adel seinen Einzug gehalten hatte. Bischof Johannes von Tralau ließ aber auch die Verbindung zu seiner Familie nicht abreißen. Dies belegen die Namen der Zeugen in seiner Umgebung, den Tralau und Krummesse. Sofern es den Interessen der Kirche nicht entgegenstand, war er auch bemüht, seine Familie zu fördern. So beförderte er seinen Bruder > Bruno (II) zum Propst und in seine Zeit mögen die bedeutenden Besitzerwerbungen der Tralau um Wigersrade fallen. Wenn es indes um die Interessen der Lübecker Kirche ging, ließ er nicht nicht sich handeln, wie es das wohl mit seiner Zustimmung erfolgte Vorgehen des Bistums gegen seine eigenen Brüder Heinrich (II) und Marquard (II) von Tralau(-Godau) hinsichtlich der Bosauer Vogtei gezeigt hatte 161.


Der innere Ausbau seines Bistums kostete Geld. Johannes III. von Tralau erwies sich hier als besonders findig. Hatte er noch durch sein Statut vom April 1263 ein geschlossenes Kapitel geschaffen und ausdrücklich bestimmt, dass die Zahl der Präbenden auf 19 begrenzt bleiben sollte, so bestimmte er am 27.05.1266, dass diejenigen Domherren, die auf Grund einer neu gestifteten Präbende ihrer Verwandten in das Kapitel eingetreten waren, durch Sitz im Chor, Stimme im Kapitel und vor allem durch besondere Vorrechte hinsichtlich des Aufrückens in die größeren Präbenden vor den anderen, oft schon jahrelang wartenden Domherrenanwärtern bevorzugt werden sollten 162. Damit erschloss er sich mit zunächst sechs weiteren kleinen Präbenden eine reichlich sprudelnde Geldquelle, weil er so dem reichen Lübecker Bürgertum die Möglichkeit bot, durch Opfer an die Kirche nicht nur für das eigene Seelenheil, sondern zugleich auch für die wirtschaftliche Sicherheit eines Verwandten zu sorgen, der in den geistlichen Stand eingetreten war 163. An Neustiftungen von Präbenden sind aus der Zeit von Bischof Johannes III. überliefert:


  • die der Witwe Gerlandis aus Lübeck, die 1266 aus ihren Geldmitteln eine ähnliche Präbende wie Hildemar errichtete. Sie war wohl mit Einkünften aus Gägelow ausgestattet. Die Bestätigung durch den Bischof wird in dem Verzeichnis wichtiger Verhandlungen der Domkirche aus den Jahren 1262 bis 1266 in Aussicht gestellt 164.


  • Am 01.04.1266 überträgt Bischof Johannes III der neuen von Hildemar (Ratsherr und Bürgermeister 1250/1255), einem nahen Verwandten der Familie von Itzehoe, gestifteten Präbende 7 ½ Mesen und 1 Mk jährlicher Einkünfte für 200 Mk, für deren eine Hälfte er das Dorf Riepsdorf zurückerwirbt 165. Der Bischof bestätigt diese Präbende am 02.05.1267 mit ihren Einkünften von 7 ½ Mesen und 1 Mk aus der großen Kollektur, den Einkünften aus +Gerstenkamp und aus 4 Hufen in Görz, die am 23.03.1267 für 210 Mk von den Grafen von Holstein gekauft worden waren und weist sie für die Summe von 32 Mk dem Domkapitel zu 166. Unter den Zeugen sind die nächsten Verwandten des Bischofs: Werner (I) von Tralau und die Brüder Marquard (III) und Johann (III) von Tralau.


  • Johannes Sperling hatte 400 Mk für eine Präbende eingezahlt, mit „denen Einkünfte (wohl aus Ramnitzow bei Anklam) erworben worden sind, wie in den darüber ausgestellten Urkunden ausführlicher enthalten ist.“ Die Präbende wurde am 24.09.1269 durch Bischof Johannes III. bestätigt 167.


  • Am 09.10.1269 bestätigte der Bischof die von Siegfried von Bockholt (Ratsherr 1256/1272) gestiftete Präbende 168.


  • Am 11.03.1272 bestätigte Johannes III. die Stiftung einer mit 32 Mk aus Dankersdorf ausgestatteten Präbende durch den Lübecker Bürger Arnold Hudekoper und seine Frau Walburg 169.


  • Eine weitere Präbende hatte Gerhard, Sohn des Lübecker Bürgers Sigest von Itzehoe gestiftet. Sie und die von Johann Sperling gestiftete, stellt der Bischof am 05.01.1274 den älteren kleinen Dompräbenden gleich, gewährt ihnen Anteil aus der größeren Kollektur und lässt sich für die Verringerung seiner dadurch eingetretenen Einkünfte die Dörfer +Gerstenkamp und Bockholt überweisen 170.


Vielleicht als Ausdruck seiner bürgerfreundlichen Politik nahm Bischof Johannes III von Tralau 1259 persönlich in Oldesloe an den Verhandlungen der Städte Hamburg und Lübeck über die Verteilung der beim Kampf gegen die Land- und Seeräuberei entstandenen Kosten teil 171. Am 20.05.1260 bestätigt er, zusammen mit Bischof Ulrich von Ratzeburg, die Verlesung der vertraglichen Vereinbarung zwischen den beiden Hansestädten. Durch seine Politik der bewussten Einbeziehung des Bürgertums machte sich Bischof Johannes III nicht nur Freunde. Bei einem Teil der Domherren weckte er dadurch Widerstand, der im Verlauf seiner weiteren Regierung zunehmend stärker wurde.


Wohl bald nach seiner Wahl zum Bischof, begann Johannes III mit dem Bau des „großen Hauses“ in Eutin, von dem die Aufzeichnungen von 1284 berichten 172. Dies war der Grundstein für den Ausbau Eutins zur bischöflichen Residenz. Am 25.12.1260 bestätigte Johannes III dem Leprosenhaus in Schwartau eine Änderung seiner Statuten 173 und als diese mildtätige Einrichtung für 60 Mk zwei Hufen in Rensefeld vom Kloster Cismar kaufte, bestätigte er diesen Kauf am 07.12.1266 174. Dann fällt in den Herbst 1261 die erste Erwerbung des Bischofs. Die Brüder Luder von Qualen, Johann gnt. Ruske und Henso „der Kleriker“ verkaufen dem Bischof für 400 Mk ihr Dorf Riepsdorf südlich Oldenburg 175. Die Quittung über die Kaufsumme ist am 25.01.1262 ausgestellt 176. Am 04.10.1261 übertrug der Provisor des Deutschherrenordens in Holstein und Mecklenburg, Heinrich von Süßheim, das


Lübeck: der romanische Dom 1230-1266
(Rekonstruktion Prof. Aereboe)


Lübeck: der gotische Dom


Eigentumsrecht, die Gerichtsbarkeit und das dominium feodi an Riepsdorf, so wie sie sein Orden bisher besessen hatte, für 30 Mk an den Bischof von Lübeck. Am 23.08.1262 ist dieser Verkauf des Dorfes von Bruder Werner, dem Komtur des Ordens für Livland, noch einmal bestätigt worden 177. Zweck dieses Kaufs war wohl die Abrundung des bischöflichen Besitzes in Sipsdorf 178. Kaum zwei Jahre nach diesem Kauf, am 14.08.1263, übergab Bischof Johannes III. Riepsdorf dem Domherren Eckard Schack zur Ausstattung einer Vikarie, für deren Errichtung dessen Bruder, der verstorbene Propst Segebodo Schack, 400 Mk ausgesetzt hatte 179. Am 17.09.1264 bestätigte der Bischof dann das Testament Eckards und die darin getroffenen Verfügen über Riepsdorf, Vorrade und Büssau 180.


Eutin: Bischöfliches Schloss


Hatte Johannes III. Regierung mit offener Feindschaft seitens der Grafen von Holstein begonnen, so versuchten beide Seiten im Frühjahr oder Sommer 1262 durch ein Abkommen einen modus vivendi zu erreichen 181. Von wesentlicher Bedeutung war dabei die Zusicherung der Grafen, die Feind und für den Fall, dass ihre Vasallen unrechtmäßigerweise sich Eingriffe in bischöfliche Rechte erlaubten, als Lehnsleute der Kirche ihr allen Beistand zu gewähren. Der Bischof erwarb im Zuge des Vergleichs auch 4 Hufen in Kakedis als Ersatz für das von den Grafen widerrechtlich zurückgehaltene Dorf Lanke 182. Als erste Auswirkung dieser Übereinkunft folgte 05.12.1262 ein weiterer Schritt auf das Ziel, die Gerichtsbarkeit im grundherrlichen Besitz des Lübecker Bistums wieder ganz für den Bischof zurück zu erwerben. Bischof Johannes III. verglich sich mit Otto von Plön. Gegen Zahlung von 225 Mk erhielt er die Gerichtsbarkeit und die Zehnten in den Dörfern Malente, Hassendorf, Neversfelde, Neukirchen, Sieversdorf, Benz, Malkwitz und Söhren, wo Otto die vogteirechtliche Gerichtsbarkeit ausübte. Otto verblieb in diesen Dörfern nur ein Drittel aus den Einkünften des Blutbanns. Der Bischof übertrug Otto von Plön weiter den Zehnten in Fissau, Sibbersdorf, +Dedelmesdorf und +Gerstenkamp, wo ihm zudem die Ausübung der hohen und niederen Gerichtsbarkeit verblieben. Für diese Lehen mussten Otto und seine Erben Vasallen der Lübecker Kirche werden. In +Gerstenkamp, das Otto von Plön nur als Pfand besaß, sollte die Gerichtsbarkeit für den Fall des Rückkaufs wieder an das Bistum fallen. Zeugen dieser Übereinkunft waren u.a. Johannes III. Brüder: Propst Bruno von Tralau und Hermann (I) von Tralau sowie Heinrich (II) von Krummesse und Marquard (III) von Tralau 183. Der Rückkauf von +Gerstenkamp durch den Bischof erfolgte gegen Zahlung von 80 Mk vor April 1266 aus den von Hildemar gestifteten 400 Mk 184. Am 05.01.1274 hat dann das Domkapitel Bischof Johannes III. das Dorf als Entgelt für die Ausstattung zweier kleiner Präbenden überwiesen 185.


Zur Verbesserung der Finanzkraft seines Bistums ließ Bischof Johannes III auch die Zehntrechte im Bistum eingehend untersuchen. Damit einher ging auch eine Überprüfung des unter dem Pflug liegenden Teils der Feldflur in den der Kirche gehörenden Dörfern. Den Anfang machten die Dörfer +Gamale und Zarnekau. Am 21.11.1262 hatte der Bischof unter Zuziehung einiger Mitglieder des Domkapitels die Ackerfläche von +Gamale und Zarnekau vermessen lassen. Statt der von den Kolonen angegebenen Zahl von 15 Hufen, von denen sie dem Domkapitel seit vielen Jahren 30 Mesen Korn und Hafer als Zins und Zehnten gezahlt hatten, ergab die Prüfung 66 Hufen. Die Kirche wollte anfänglich das überschüssige Land einziehen, einigte sich dann aber mit den Kolonen am 30.04.1265 vergleichsweise auf eine Verdoppelung des Ackerzinses 186. Vielleicht hängt mit diesen Ereignissen auch zusammen, dass Bischof Johannes III. nach dem Tode des Tuto von seinen Erben für 50 Mk dessen Besitz in Zarnekau kaufte und ihn am 21.03.1265 für 100 Mk an die Vikarien, die der im März 1265 gestorbene Kanonikus Eckhard Schack gestiftet hatte, weiterverkaufte 187.


Am 23.02.1263 verkauft der Bischof dem Magister Willekin von der Möhlen den Zehnten von 1 ½ Hufen aus Fargemiel und 1 Hufe in Bürau. Zeuge ist sein Bruder, Propst Bruno 188. Danach wird die streitige Zehntenfrage in den Dörfern Moisling, Reecke und Niendorf im Kirchspiel Genin geregelt. Hier hatten die Grafen von Holstein den Ackerzehnten offenbar seit vielen Jahren unrechtmäßig an die Brüder Konrad und Friedrich von Moisling verliehen. Da diese ihn trotz Verhängung des Kirchenbanns nicht an den Bischof herausgaben, kam es unter Vermittlung ihres Verwandten, des Dekans Konrad, Sohn des Ritters Berner von Moisling, zu einem Vergleich, den Bischof Johannes III. am 18.07.1265 bestätigte 189. Acht Tage später, am 26.07.1265, verlieh er diesen Zehnten an den Kustos des Domkapitels, der bei der Verteilung der übrigen Pfründen zu kurz gekommen war 190. Als die Einkünfte aus Reecke anderweitig verwendet wurden, weist ihm der Bischof am 01.12.1266 dafür 1 Drömbt Roggen jährlich aus dem Zehnten des Landes Oldenburg zu 191.


Nach der Übereinkunft von 1262 hatte sich das Verhältnis von Bischof Johannes III. zu den Grafen von Holstein weiter positiv entwickelt und 1267 fast freundschaftliche Formen angenommen 192. Dazu mögen zwei Umstände beigetragen haben: zum Einen die Tatsache, dass der Bischof den Grafen Gerhard I. 1266 und 1267 mit je 50 Mk unterstützt hatte, worauf der Graf am 22.03.1267 feierlich erklärte, dass er, selbst wenn Not in dränge, die Untertanen des Bischofs mit keinerlei Auflagen beschweren werde 193. Zum Zweiten mag der Grund darin zu suchen sein, dass Bischof Johannes III. den Anfang 1267 zum Propst des Hamburger Domkapitels gewählten Sohn Graf Gerhards I., Johann, gegen den erklärten Willen von Kardinal Guido, der das Besetzungsrecht für sich in Anspruch nahm, am 04.05.1267 anerkannte 194. Am 21.01.1268 beurkunden dann Bischof Johannes III. von Lübeck, Bischof Friedrich von Dorpat (1268-1285) und Graf Gerhard I. von Holstein (1238-1290), dass die Brüder von Küren auf die Vogtei über das Kloster Preetz verzichtet haben. Nach diesem Ereignis fällt dann bis 1272 eine Zeit, in der sich das Verhältnis erneut verschlechterte 195. Der Grund mag in der zeitweiligen Abwesnheit des Bischofs von Lübeck und dem dortigen Wirken der oppositionellen Kräfte gelegen haben. Am 18.11.1272 kam unter Vermittlung von Erzbischof Hildebold von Bremen zu einem Vergleich mit den Grafen von Holstein 196. Aus dem Text der Urkunde ergibt sich, dass die Grafen bischöfliche Untertanen, entgegen der Zusicherung von 1267, schweren Schaden zugefügt und von den Kolonen des Bistums widerrechtliche Abgaben von 2 Mk und 4 Modien Hafer und Korn für die einzelne Hufe erhoben hatten. Der dem Bistum entstandene Schaden wurde dabei auf 593 Mk beziffert 197.


Schon 1267 hatten sich Spuren einer Opposition unter den Domherren Magister Gerhard und Lukas gezeigt, denen der Bischof vorwarf, ihre Pfründe in unrechtmäßiger Weise erlangt zu haben 198. Auf die Drohung mit der Exkommunikation appellierten die Betroffenen an den päpstlichen Stuhl. In dieser Phase trat auch Burkhard von Serkem, Johannes III. Nachfolger im Amt, offen auf die Seite der Gegner des Bischofs. Auch nachdem dieser Lübeck verlassen musste, nahm die von ihm geschürte Unzufriedenheit besonders unter den jüngeren Domherren zu. Am 27.10.1273 mussten schon gegen acht Domherren die strengen Maßnahmen des Ausschlusses vom Gottesdienst im Dom und der zeitweiligen Entziehung der Präbenden angedroht werden 199. Erfolg hat dieses Vorgehen nicht gehabt. Die Domherren ließen sich lieber aus dem Domkapitel ausschließen, als dass sie sich den Befehlen des Bischofs und der ihm treu gebliebenen Domherren gefügt hätten. Wenn Biereye allerdings meint 200 , „so erwuchs Bischof Johannes III. von Tralau aus der Mitte derjenigen, die eigentlich seine Helfer bei der Verwaltung des Bistums hätten sein sollen, eine nicht zu unterschätzende Gegnerschaft, der er zu Ende seiner Regierung nicht mehr hat Herr werden können“, so trifft dies in der Sache nicht zu. Am 24.06.1274 kam es zu einer öffentlichen Aussöhnung zwischen dem Bischof und seinen Gegnern 201. Doch haben diese Ereignisse das Andenken an Bischof Johannes von Tralau entscheidend geprägt. Nach einem Bericht der Lübecker Annalen 202 hat er „von gewissen seiner Domherren, die von ihm wegen ihrer Widersetzlichkeit mehrere Jahre vom Dienst an der Kirche und dem Genuß der Präbenden ausgeschlossen worden waren, viele Verfolgungen erdulden müssen“.


So mag er sich in den letzten Jahren eher resignierend auf die dringendsten Verwaltungsgeschäfte des Bistums beschränkt haben, indem er etwa den Vikaren am Domkapitel neue Statuten gab 203 oder regulierend in die Besetzung der Stadtkirchen mit Pfarrern eingriff 204. In diesem Zusammenhang rehabilitierte er auch Burkhard von Serkem öffentlich, indem er ihm einer Priesterstelle an St.Marien übertrug. 1372 bezeugt er die Genehmigung der Übertragung des Dorfes Scharbeutz an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck durch Gerhard von Bremen 205 und am 23.08.1372 das Testament des kurz zuvor verstorbenen Lübecker Domherrn Johannes Friso bestätigt 206. Am 09.08.1274 bestätigte er dann die Stiftung einer Vikarie in der Marienkirche 207 und erteilte dem Kloster Reinfeld noch im selben Jahr das Recht ein Archidiakonat in der Kirche zu Zarpen zu errichten 208. Am 10.10.1275 schenkte der dem Domküster 4 Drömbt Roggen aus dem Zehnten in Segeberg 209. Ebenfalls noch 1275 bestätigte er noch den zwischen den Kloster Cismar und dem St.Johannis-Kloster in Lübeck geschlossenen Vergleich vom 12.03.1256 210.


Bischofssiegel Johannes III. von Tralau


Dennoch gelang Bischof Johannes III. von Tralau noch ein für die weitere Entwicklung des Bistums Lübeck nicht zu unterschätzender Erfolg. Als er im Herbst 1274 am Hof König Rudolfs von Habsburg in Nürnberg weilte, erteilte dieser dem Lübecker Bischof am 19.11.1274 ein Privileg, das ihn ausdrücklich als Fürsten des Reichs, als „nostrum et Imperi principem“, anerkannte und ihn mit den Regalien in seinem Bistum belehnte. Diese umfassten die Verwaltung der sonst durch den König ausgeübten Rechte (administratio temporalium) und die uneingeschränkte Gerichtsbarkeit im Fürstentum des lübschen Bistums („iurisdictio plenaria principatus eiusdem ecclesie“). Vor allem aber enthielt das Privileg die Anerkennung der entstehenden bischöflichen Landesherrlichkeit 211. So lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass es Bischof Johannes III. von Tralau war, der den Grund zum späteren Fürstbistum Lübeck mit Sitz in Eutin gelegt hat. Dort ließ er das erste Steinhaus der Curia bauen und um den Bischofshof zu sichern, den breiten Graben zwischen dem Mühlenbach und dem See anlegen. Im Laufe der Zeit wurde dieser Graben zum Fischteich, zum barocken Querkanal und zum Garten des Landschaftshartens am Hauptgartentor, der noch heute besteht. In Lübeck begann Bischof Johannes III. von Tralau 1266 mit dem Umbau des um 1230 fertiggestellten romanischen Domes in eine gotische Hallenkirche.


Bis zum 04.01.1276 hat Bischof Johannes III. noch gelebt. Vielleicht in Vorahnung seines nahen Endes hatte er am 13.12.1275 dem Domkapitel 2 Hufen in Lübbersdorf mit 16 Mk 10ß 6d jährlicher Rente zur Errichtung zweier Refektorien angewiesen 212.


Rein äußerlich betrachtet waren die Erfolge von Bischof Johannes III. von Tralau eher bescheiden. Er hatte seinem Bistum die Vogteirechte in Bosau, Thürk, Eutin, Neudorf, +Jungfernort, +Gamale, Bockholt, Zarnekau, Malente, +Steenhassendorf, Neversfelde, Neukirchen, Sievershagen, Malkwitz, Benz und Söhren zurückgewonnen und Riepsdorf neu erworben. Damit und durch das königliche Privileg vom 19.11.1274 legte er jedoch den Grund zur Errichtung einer Landesherrlichkeit des Lübecker Bischofs 213. Erreicht hat Johannes III. dieses Ziel, weil er die Aufrichtung der bischöflichen Gewalt von Beginn seiner Regierung nicht nur unter dem geistlichen Aspekt sah, sondern die wirtschaftliche Seite gleichberechtigt verfolgte.


Das Siegel von Bischof Johannes III. von Tralau 214 zeigt ihn, auf einem mit Tierköpfen und -füßen verzierten Sessel sitzend, die Rechte segnend erhoben und in der Linken einen einwärts gerundeten Hirtenstab haltend. Die Mitra ragt in die Schriftzeile, die durch Perlenschnüre begrenzt wird. Das Kreuz am beginn der Legende ist aus Raummangel erhöht. Am Rand die Inschrift: + IOHANNES : DEI : GRA : LVBICENSIS : ECCE : EPC :

Das Andenken an Bischof Johannes von Tralau wurde nach seinem Tode weiter gepflegt. So wies sein Nachfolger, Bischof Heinrich von Lübeck, am 13.03.1336 6 Mk. Rente aus Kiekbusch im Lande Oldenburg zur Wiederherstellung der Memorie des Bischofs an 215.



Bertold von TRALAU urk. 1242


(III – 9); vmtl. Sohn Marquards (I); Bertoldus (de Tralowe) gibt 1242 seine Zustimmung, als seine Brüder Heinrich (I) und Hermann (I) ihr Drittel an der hohen Gerichtsbarkeit zu Bosau und Thürk an Bischof Johannes I. von Lübeck verkaufen 216. Danach wird er nicht mehr genannt.



Bruno (II) von TRALAU +21.04.1270


(III – 10); vmtl. Sohn Marquards (I); Domherr in Hamburg und Lübeck, Propst, urkundet 1242/1270 - Der Domherr Bruno von Tralau 217 wird erstmals 1242 genannt als Domherr in Hamburg genannt. Er gab damals mit seinem Bruder, dem Domherren und späteren Bischof Johann von Tralau in Lübeck seine Zustimmung zum Verkauf des als gräfliches Lehen im Besitz seiner Brüder, der Ritter Heinrich (II) und Hermann (I) befindlichen Anteils an der hohen Gerichtsbarkeit in Bosau und Thürk an das Lübecker Domkapitel 218. Bruno canonicus Hamburgensis erscheint dann zwischen 1250 und 1260 in zahlreichen Hamburger Urkunden als Zeuge bei wichtigen Rechtsgeschäften:

  • am 01.06.1250 ist er Zeuge bei der Übertragung einer Kornernte aus Winterhude und der freien Fischerei auf der Alster an den Priester des St.Georgenhospitals durch die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein, sowie der Bestätigung einer Landschenkung und eines Legates von deren Mutter und der Zuwendung einer Geldrente durch Heinrich von Hamme 219.

  • 1255 bezeugt Bruno die Verpfändung eines Hauses „to der A“ sowie eines Butter- und Hühnerzinses aus Bukeland und des Verkaufs des Zehnten und der Gerichtsbarkeit zu Grevenkop, Barmstedt und Rellingen an das Hamburger Domkapitel durch Otto und Heinrich von Barmstedt 220. Ebenfalls

  • 1255 ist Bruno Zeuge, als der Dekan Bertold und das Domkapitel zu Hamburg die Errichtung einer Präbende am Altar St.Johannis bestätigen 221.

  • Am 08.02.1256 bezeugt er die Beurkundung der Stiftung zweier Kanonikate durch Friedrich von Haseldorf durch Dekan und Domkapitel 222.

  • 1256 ist er weiter Zeuge, als die Grafen Johann I. und Gerhard I. dem Hamburger Domkapitel einen Teil ihres Waldes zwischen dem Dorf Brak und der alten Grenze des Dorfes Großensee verkaufen und Dekan und Domkapitel mit den Grafen einen Vergleich über die für 870 Mk von den Herren von Barmstedt gekauften Güter zu Grevenkop schließen 223

  • .Am 08.11.1258 ist Bruno Zeuge bei der Bestätigung der Übertragung des Dorfes Elmenhorst an das Hamburger Domkapitel durch die Grafen von Holstein 224.

  • 1259 bezeugt er die Übertragung des Bruchzehnten in Stormarn an das Hamburger Domkapitel, das dafür auf den Kleinzehnten verzichtet, durch die Grafen von Holstein 225.

  • 1260 ist Bruno Zeuge bei einer Schenkung des Münzers Albert von Hetfeld und seiner Frau an das Hamburger Domkapitel 226.

Ab Anfang 1256 finden wir Bruno auch unter den Lübecker Domherren. In dieser Funktion bezeugt er am 12.03.1256 den vor Bischof Johannes II. von Diest zwischen dem Abt und den Mönchen des Klosters Cismar und dem St.Johannis-Kloster zu Lübeck geschlossenen Vergleich 227. Brunos Bruder, Bischof Johannes III., bestätigt diesen Vergleich 1275 228.


Die bedeutende Stellung, die sein Bruder in Lübeck innehatte, mag Bruno bewogen haben, sich in das dortige Kapitel aufnehmen zu lassen, zumal seine Familie im Gegensatz zu Hamburg in Lübeck über engere Beziehungen zu den dortigen Domherren verfügte. Wir dürfen unterstellen, dass die beiden tralauischen Brüder im Kapitel eng zusammengewirkt haben und so nimmt es nicht Wunder, wenn Bruno am 24.10.1259 bei der Bischofswahl für seinen Bruder Johannes stimmt 229 . Der wiederum beförderte nun Brunos Karriere, denn als der Dompropst Segebodo Schack gestorben war, wurde Bruno von Tralau im März oder April 1261 dessen Nachfolger und widmete fortan seine ganze Kraft dem Lübecker Domkapitel. Am 05.12.1262 ist er mit anderen Mitgliedern seiner Familie, darunter Heinrich (II) von Krummesse, Hermann (I) und Marquard (III) von Tralau, unter den Zeugen, als sein Bruder, Bischof Johannes III., sich mit Otto von Plön über den Zehntenbesitz vergleicht 230, den sich einst Heinrich (I.) und Hermann (I) von Tralau widerrechtlich angeeignet hatten. Danach erscheint Bruno prepositus in weiteren Urkunden stets an der Seite seines Bruders, des Bischofs von Lübeck 231. Am 16.08.1265 begegnet uns Bruno von Tralau auch als Domscholast des Hamburger Domkapitels 232. Als solcher ist er am 09.11.1269 Inhaber einer Domkurie in Hamburg 233. Am 21.04.1270 ist der Dompropst zu Lübeck und Hamburger Domscholast Bruno von Tralau dann gestorben 234.



Werner (I) von TRALAU urk. 1242/1267


(III – 11); vmtl.Sohn Marquards (I); Ritter, holsteinischer und bischöflich-lübscher Vasall; - Erstmals genannt ist Werner unter den Mitgliedern der Familie von Tralau, als seine Brüder Heinrich (I) und Hermann (I) 1242 ihr Drittel an der hohen Gerichtsbarkeit über Bosau und Thürk verkaufen 235. Dann wird er erst wieder am 07.05.1253 mit seinem Bruder Hermann (I) als Mitlober bei den Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein genannt 236. Am 06.07.1253 ist Dominus Wernerus de Tralowe Mitlober, als die Ratmänner zu Lübeck und Hamburg gemeinschaftlich Getreide an Heinrich von Barmstedt verkaufen 237. Mit seinem Bruder, dem Scholastikus und späteren Bischof von Lübeck, Johannes, ist er am 06.02.1255 zugegen, als Bischof Johannes II. von Lübeck zwei gerade vermessene Hufen an Heinrich von Egardistorp (von Godau?) verheuert 238. 1260 239 und am 28.04.1261 240 tritt er zusammen mit seinem Bruder Hermann (I) als Zeuge auf. Letztmalig genannt ist Werner von Tralow, zusammen mit Heinrich (II) von Krummesse und den Brüdern Marquard (III) und Johannes (III) von Tralau am 02.05.1267, als sein Bruder, der inzwischen zum Bischof von Lübeck aufgestiegene Johannes von Tralau, die von dem Lübecker Bürger Hildemar gestiftete Präbende bestätigt 241. Möglicherweise war schon Werner (I) in Wigersrade begütert.

Über die familiären Verhältnisse von Werner (I) von Tralau wissen wir so gut wie nichts. Zwei Söhne sind ihm vmtl. zuzuordnen 242:


  1. Hartwig (III) > IV-18

  2. Hermann (IV) > IV-19



(?) Hence (Heinrich) von TRALAU


Hence erscheint nur einmal, 1243, im Zusammenhang mit Straßenräuberei 243, wobei unklar bleibt, ob er nicht mit dem ebenfalls genannten Henricus de Ptralow personenidentisch ist. 1241 hatten die Städte Lübeck und Hamburg ein Bündnis zur Sicherung der Handelsstraße von der Travemündung über Lübeck, Oldesloe und Hamburg bis hin zur Elbmündung geschlossen. Als Folge dieser Vereinbarung wurde nun scharf gegen Wegelagerei vorgegangen. Aus einem gerichtsprotokoll erfahren wir, dass Henricus de Tralowe (wohl Heinrich von Godau) und Hence de Tralow Mitglieder der aus Oldesloe stammenden Lübecker Bürgerfamilie Todeslo (Oldesloe) überfallen und beraubt hatten und dafür bestraft worden waren 244. Vielleicht verbirgt sich hinter Hence auch Heinrich (II) von (Tralau-)Krummesse (siehe Teil b III-5), dessen Fehlen in öffentlichen Urkunden nach 1240 auffällt.




Vierte Generation:



Marquard (III) von TRALAU +nach 02.05.1267


(IV – 12); urk. 1262/1267 - Knappe (1262/1267), Ritter (1299); vmtl. Sohn Heinrichs (II) von Godau, Marquardus (III) de Tralowe urkundet erstmals am 05.12.1262 als Zeuge mit seinen Verwandten beim Vergleich seines Onkels, Bischof Johannes III. Tralau mit Otto von Plön 245. Zusammen mit seinem Bruder Johann (III), Heinrich (II) von Krummesse und Werner (I) von Tralau ist er dann Zeuge, als Bischof Johannes III. am 02.05.1267 die von Hildemar gestiftete Präbende bestätigt 246. Nach 1267 schweigen die Quellen für lange Zeit. Erst im August 1299 ist Marquardus de Tralowe miles ranghöchster Vertreter der Stadt Oldesloe anlässlich der Konfrontation zwischen dem Oldesloer Pfarrer Johannes und Lübecker Minoriten, bei der die Dominikaner und Franziskaner aus der Kirche in Oldesloe zurückgewiesen werden 247. Seiner Stellung nach könnte man ihn als gräflichen Vogt (?), zumindest aber als Stadtvogt ansprechen. Mit dem ab 1303 urkunden Marquard ist er dann aber wohl nicht mehr gleichzusetzen 248. Die Zäsur dürfte um 1300 liegen da der bis dahin genannte Marquard als älterer Mann offensichtlich einen hohen Rang einnahm, was durch seine Stellung in den Zeugenreihen dokumentiert wird.



Johann (III) von TRALAU +nach 02.05.1267


(IV – 13); urk. 1267 – vmtl. Sohn Heinrichs (II) von Godau, Knappe; er urkundet zusammen mit seinem Bruder Marquard (III) am 02.05.1267, als Bischof Johannes III. am 02.05.1267 die von Hildemar gestiftete Präbende bestätigt 249. Danach hören wir von ihm nichts mehr.

Hermann (II) „Longus“ von TRALAU +nach 29.09.1323

(IV – 14); urk. 1286/1323 – vmtl. Sohn Heinrichs (II) von Godau, Ritter, gräflich holsteinischer (1322) und herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet (1286/1323), patruus von Hermann (III) von Wigersrade.


Siegel Hermannus (Longus) de Tralowe (1319)


Vermutlich erstmals (?) ist Hermannus de Tralowe miles am 26.11.1286 als Zeuge bei Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg genannt, als dieser den Grafen Helmold von Schwerin in Kriegssold gegen Herzog Otto von Lüneburg nimmt 250. 1294 ist er, zusammen mit Hermann von Wigersrade und Heinrich (II) von Tralau Zeuge, als die Brüder Volrad von Plön und Johannes gnt. Slichtenberch ihr Dorf Below (Bälau) an das Kloster Reinfeld verkaufen 251. Dann ist Dominus Hermannus dicto longo de Tralowe miles gesichert am 01.08.1299 genannt, als in seiner und Hermanns von Wigersrade Gegenwart Kardinal Jakobus de Columna den Streit mit den Dominikanern und Franziskanern schlichtet 252. Vermutlich ist er am 21.09.1299 Mitlober, als Herzogin Ingeborg von Sachsen-Lauenburg und ihre Söhne die Dörfer Möhnsen, Grabau, Groß Pampau, Brunsdorf und drei Hufen in Wiershop verkaufen 253. Dann ist er - wieder mit Hermann von Wigersrade - am 01.11.1299 unter den Zeugen, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. von Sachsen-Lauenburg den Hamburgern u.a. die Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel Neuwerk und das Strandrecht bewilligen 254. Am 15.03.1300 ist er es wohl und nicht Hermann von Wigersrade, als die askanischen Herzöge die Verkäufe von Utecht, Schattin, Beidendorf, Blankensee und Wulfsdorf an das St.Johannis-Kloster in Lübeck bestätigen 255. Dies lässt sich daraus schließen, dass es Hermannus Longus de Tralowe ist, der als erster Bürger am 21.09.1300 beim Verkauf der halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee durch die Brüder Johann, Marquard und Gerlach von Gotmolt an das St. Johannis-Kloster auftritt 256. Sein Auftreten bei diesen Verkäufen macht es denn auch wahrscheinlich, dass er sich hinter dem Hermann von Tralau verbirgt, der am 21.05.1302 als Zeuge beim Verkauf des Dorfes Groß Mist und des Tausches von Hufen in Schlagbrügge und Schlagsdorf mitwirkt 257. Dann schweigen die Urkunden für längere Zeit. Erst am 22.09.1317 gibt er als patruus von Hermann von Wigersrade seine Zustimmung zum Verkauf von Zehntrechten in Lankau 258 und am 21.09.1319 hinter er mit Hermann von Wigersrade an der Spitze der Mitgelober, als die Brüder Johann, Marquard und Gerlach von Gotmolt über den Verkauf ihrer halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee urkunden 259. Dieser Urkunde hängt sein schildförmiges Siegel an. Es zeigt auf glatter Schildfläche einen glatten querrechts gelegten Strahl mit der Umschrift Domini Hermanni de Tralowe 260.


Als sich die Grafen Johann III. und sein Vetter Adolf in Holstein im Teilungsvertrag von Oldesloe am 25.04.1322 über Besitzstreitigkeiten einigen, ist Hermen deme langen van Tralouwe Mitlober Graf Johanns III 261. Letztmals genannt wird Hermann der Lange am 29.09.1323 an der Spitze der Mitlober bei dem Ritter Marquard (IV) von Tralau und seinen Söhnen, als diese Flurstücke in +Kneeden verkaufen 262.


Kinder (vmtl.) 263

  1. Marquard (IV) Stokeled > V-21

  2. Johann (IV) > V-22



Hartwig (II) von TRALAU/von ODESLO +nach 13.02.1313


(IV – 15); urk. 1266/1313 - Ritter; Vogt von Oldesloe (1266), Bruder von Hermann (II) Longus - Erstmals genannt ist Hartuicus de Odeslo 1266 als Zeuge als der Overbode von Holstein, Gottschalk, beurkundet dass der Kanonikus R. in Neumünster von den Brüdern Timmo und Johann von Rohlsdorf je ein Viertel der Mühlen in Rohlsdorf und Bredenbek gekauft hat 264. Wenn Hartwig (II) hier als „de ODESLO“ bezeichnet wird, dann ist dies ein deutlicher Hinweis, dass wir es bei ihm mit dem Vogt der Stadt zu tun haben. Mit seinen polizeilichen Aufgaben als Vogt scheint es Hartwig nicht besonders genau genommen zu haben, da unruhige Standesgenossen während seiner Amtszeit sogar innerhalb der Stadtgrenzen Oldesloes dem Straßenraub nachgehen konnten. Dies ergibt sich aus einer in Trittau ausgestellten Urkunde aus der Zeit zwischen 1250 und 1300 265, in der die Brüder Hartwig und Hermann (II) von Tralau als Mitlober bei den Brüdern Hartwig und Otto Zabel und Make und Lambert Struz auftreten, als diese für sich und ihre Freunde einen von Peter und Paul bis Michaelis dauernden Waffenstillstand in einer mit den Lübeckern wegen geraubter Güter geführten Fehde versprechen.


Wann Hartwig (II) von seinem Amt als Vogt abgelöst wurde bzw. wann er resignierte, lässt sich den Quellen nicht entnehmen. Auch sein anschließender Verbleib ist unbekannt. Allgemein wird angenommen, dass Hartwicus de Tralowe, der am 25.02.1278 in einer mecklenburgischen Urkunde als Mitgelober der werlischen Fürsten Heinrich und Johann genannt wird, mit dem Oldesloer Vogt Hartwig (II) identisch ist 266. Dies scheint nicht zwingend.


Hartwig tritt noch einmal zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Erscheinung. Als das Kloster Segeberg am 19.04.1306 vom Kloster Neumünster gegen Besitzungen in Westerbüttel solche in Rohlsdorf und Willingsrade eintauschte, ist Hartwicus antiquus advocatus unter den Zeugen 267. Am 13.02.1313 war er noch am Leben, denn an diesem Tage ist Hartwicus quondam aduocatus Zeuge, als sich der Ritter Otto von Rönnau mit dem Kloster Reinfeld über die Grenzen des Dorfes Havighorst einigt 268.



Hermann (III) von (TRALAU-) WIGERSRADE +um 1323


(IV – 16); vmtl. Sohn Hermanns (I) von Tralau; Ritter, gräflich holsteinischer, bischöflich-lübscher und herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Vogt von Oldesloe (?), holsteinischer Rat (1304/1305); urkundet 1288/1323 - Hermann (III) von Tralau 269 war der erste, der sich nach seinem Wohnsitz Wyersrode als „von WIGERSRADE“ bezeichnete, ein Name, den der von ihm begründete Zweig der Familie Tralau unter Beibehaltung des Namens Tralau bis zu ihrem Absterben im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts beibehielt. Hermanns Herrensitz lag auf der Gemarkung von Rethwischfeld, wo das Tralauer Holz noch heute an den alten Besitz erinnert. Der Hof Wigersrade umfasste dabei „denjenigen Teil der heutigen Gemeinde Rethwischfeld, der an die Gemarkungen von Pölitz, Rümpel und Oldesloe grenzt“ 270. Zum Hof gehörten die Dörfer Groten und Lütten Rethwisch und +Elerstorp. Ob Hermman von Wigersrade diesen Besitz von seinem Vater geerbt oder ihn selbst erworben hat, wissen wir nicht. Es spricht jedoch vieles dafür, dass schon Werner von Tralau auf Wigersrade ansässig gewesen ist, denn außer Hermann (III) nennt sich auch sein mutmaßlicher Bruder Heinrich (III) nach diesem Herrensitz. Außer im Kernbereich der tralauischen Familiengüter um Oldesloe, wo er den herrschaftlichen Hof vor dem Besttore besaß, den er an Herzog Johann III. von Holstein verkaufte, verfügte Hermann von Wigersrade mit Lankau auch im Herzogtum Sachsen-Lauenburg über Besitz. Ob er dort in Lankau über einen Burgsitz verfügte, lässt sich nicht sagen. Ein solcher Burgsitz hat sich möglicherweise auf einer Landzunge befunden, die in den südwestlich von Lankau gelegenen See hinein

ragt 271.


Sicher bezeugt ist Hermannus de Wiersrode dort am 27.10.1288 beim Verkauf von 35 Hufen in Neu-Stapelfeld, Rausdorf, Neu-Rahlstedt und Hamm durch Graf Adolf V. von Holstein an das Hamburger Domkapitel 272. 1291 bezeugt er - mit seinem Bruder (?) Heinrich (II) - die Urkunde des Grafen Adolf V. über die Freiheiten des Klosters Reinfeld 273. Bei der Bestätigung der Grenzen des Klosters Reinfeld durch Graf Adolf V im Jahre 1294 274 übt er möglicherweise die gräflichen Vogteirechte in Oldesloe aus, sofern sich das „noster aduocatus“ tatsächlich auf ihn beziehen sollte 275. Als Zeuge tritt er der Abschrift einer auf 1294 datierten Urkunde des zum Klosterbesitz von Reinfeld gehörenden Bälau im Kirchspiel Breitenfelde zusammen mit Heinrich (II) und Hermann (II dem Langen) von Tralau auf 276.


In den Jahren bis 1306 tritt Hermann von Wigersrade dann zumeist in Urkunden des Grafen Adolf V. von Holstein-Segeberg (1263-1308) als gräflicher Zeuge auf, so

  • am 29.08.1295 als der Graf das Kloster Reinfeld in seinen Schutz nimmt 277

  • am 16.10.1295 als Graf Adolf V und Graf Johann III auf die iustitia feodali im Dorf Pohnsdorf, das von dem Knappen Timmo von Buchwald an das Lübeck Domkapitel verkauft worden, verzichten 278

  • am 20.09.1299 als Graf Adolf V. dem Kloster Reinbek 30 Morgen an der Bille schenkt 279

  • am 20.09.1299 als der Graf den Zehnten von 3 Hufen in Billwerder an Hartwig Löwe von Erteneburg verkauft 280

  • am 29.09.1302 als der Graf dem Hartwig Leo aus Artlenburg und seinen Erben Einkünfte aus den Mühlen, dem Zoll und der Accise zu Hamburg schenkt 281

  • am 08.09.1303 als der Graf drei Mitglieder der Familie vom Berge mit der Gerichtsbarkeit in Ohlsdorf und 2 Hufen in Hamm belehnt 282

  • am 11.11.1303 als der Graf Getreide aus der Mühle in Hamburg verkauft 283

  • am 13.01.1304 als der Graf den hamburgischen Bürgern Dietrich Junge und Johann Bornhold die ihnen von Veseco und seinen Erben verkauften Güter in Moorfleth zu Lehnrecht verkauft 284

  • am 26.01.1304, als Graf Adolf V das Kirchspiel Rellingen und Bewohner des Moors vom Kuhschatz befreit 285

  • am 01.05.1304 als der Graf dem Hamburger Bürger Johann vom Berge die Vogtei über das Dorf Borstel überträgt 286 und

  • am 01.01.1306 als der Graf der Stadt Hamburg den vierten Teil der Alster verkauft 287


Hermberg 288 hat aus der Nähe Hermanns zu Graf Adolf V. geschlossen, dass dieser möglicherweise als Ministerialer des Schauenbergers anzusehen ist. Das lässt sich so allerdings nicht belegen. Als Ratgeber (consiliarius) des Grafen ist er allerdings sicher nachgewiesen 289.


Hermannus de Tralowe, der am 22.04.1305 als Zeuge bei der Übertragung der Gerichtsbarkeit in den Dörfern Schwissel, Högersdorf, Mözen, Kükels, Rifferdingen, Wittenborn, Fahrenkrug, Schackendorf, Wahlstedt, Osterbötel, Niendorf und Travenort an das Kloster Segeberg durch Graf Adolf V. um seines, seiner Eltern und seiner Gemahlin Seelenheil, auftritt 290 sein mit Hermann von Wigersrade, da wir diesen und nicht den gleichzeitigen Hermannus Longus de Tralowe im Gefolge des Schauenburger Grafen finden.


Außer in Gegenwart Graf Adolfs V. von Holstein, finden wir Hermann von Wigersrade auch sonst vielfältig belegt. So war er am 12.06.1299 Zuschauer, als Lübecker Bürger den Kaltenhof und die Domkurien in Lübeck stürmten und zerstörten. Als der Lübecker Bischof Burkhard von Serkem (1276-1315) um diese Sache später einen Prozess führte, wurden der Oldesloer Vogt Hermann von Wigersrade und andere holsteinische und lauenburgische Ritter, darunter Heinrich (II) und Johann (I) von Krummesse und Volkmar (IV) von Grönau, die Zeugen dieses Vorfalls gewesen waren, vor das Gericht geladen. Am 01.08.1299 ergeht in Gegenwart von Hermanno de Tralowe filio Domini Werneri und seines Verwandten Hermannus dictus Longus de Tralowe ein schiedsrichterliches Urteil des Kardinals Jakobus de Columna in der Streitigkeit des Erzbischofs von Bremen, des Bischofs und Domkapitels von Lübeck mit den Dominikanern und Franziskanern 291 mit Hermann dem Langen von Tralau ist er am 01.11.1299 Zeuge, als die Herzöge Albrecht II. und Johann I. von Sachsen-Lauenburg den Hamburgern u.a. die Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel Neuwerk gestatten 292.


Gleich zu Beginn des 14. Jahrhunderts ereignete sich dann ein folgenschwerer Vorfall. Auf dem Hof Hermanns in Wigersrade war der Lübecker Ausreitervogt Lütke Conrad erschienen, der offensichtlich holsteinische Adlige verfolgt hatte. Diese hatte offensichtlich auf Grund einer Fehde mit Lübecker Kaufleuten Waren geraubt und sich dann auf dem tralauischen Hof versteckt. Lütke Conrad spürte sie dort auf und nahm ihnen die geraubten Waren gegen die ausdrückliche Mißbilligung Hermanns von Wigersrade wieder ab. Ein Versuch, die Angelegenheit gütlich zu bereinigen mißlang 293. Dann treffen wir Hermannus Wiresrodhe am 06.12.1305 zusammen mit seinem Sohn, dem Knappen Hinricus de Tralowe sowie ihrem Verwandten Marquardus Stokeled unter den Zeugen, als die Brüder von Sandberg über den Verkauf ihrer Dörfer Eckhorst und Steinrade an den Lübecker Bürger Dietrich von Alen urkunden 294 sind erneut unter den Zeugen, als Graf Adolf V. diesen Verkauf am 26.03.1306 genehmigt 295.


Dann aber scheint es noch im gleichen Jahre zu einem mehr oder weniger offenen Bruch zwischen den holsteinischen Grafen und einem Teil der holsteinischen Ritterschaft, zu dem auch Hermann (III) und Albert (I) von Wigersrade gehörten, gekommen zu sein, bei dem die Stadt Oldesloe zum Objekt holsteinisch-lübeckischer Auseinandersetzungen wurde. Dabei wurde die Stadt von Lübecker Truppen eingenommen, befestigt und zum Stützpunkt für Aktionen gegen Holstein ausgebaut 296. Die Ursache hierzu war, dass die Stadt Lübeck seit längerer Zeit darauf bestanden hatte, dass alle Befestigungsanlagen innerhalb eines gewissen Abstandes von der Trave beseitigt werden sollten, wie dies in einem kaiserlichen Privileg der Stadt zugestanden worden war. Die holsteinischen Grafen widersetzten sich jedoch diesen Vorhaben, während es der Stadt Lübeck nicht nur gelang, die Herzöge von Sachsen-Lauenburg auf seine Seite zu ziehen, sondern auch eine Reihe holsteinischer Ritter, darunter die Herren von Wigersrade und mit ihnen einen Schutzvertrag abzuschließen 297. Hermann von Wigersrade zählte in der Folge zu den vornehmsten Vasallen der Herzöge Albrecht III. und Erich I. von Sachsen-Lauenburg. Am 25.11.1306 unterzeichneten die gegen die Schauenburger Grafen Verbündeten noch einen weiteren Vertrag, der dieses Mal die Zerstörung der Befestigungsanlage in Travemünde zum Ziel hatte 298. In beiden Urkunden steht Hermann (III) von Wigersrade an zweiter Stelle unter den Zeugen, was seine Bedeutung bei diesen Unternehmungen herausstreicht. Der Streit wurde schließlich 1307 durch einen Vergleich beigelegt 299.


Wappen Hermann (III) von Wigersrade


Nach 1306 erscheint Hermann (III) von Wigersrade erst wieder 1311 mit seinen Söhnen Albrecht (I) und Heinrich (IV) als Zeuge beim Verkauf von Grundstücken in terminis Odeslo am Knedenbach durch seinen Verwandten Marquard (IV) Stokeled 300. Hermann ist um diese Zeit möglicherweise Stadtvogt von Oldesloe 301. Ob er auch gräflicher Vogt war 302, ist nicht nachzuweisen. Wenn Hermann von Wigersrade dann erst 1313 in einer gräflich-holsteinischen Urkunde auftritt, so darf man wohl daraus schließen, dass es einige Zeit gedauert hat, bis sich sein Verhältnis zu den Schauenburgern wieder normalisiert hatte. Am 08.04.1313 steht er an der Spitze der ritterlichen Zeugen, als die Grafen Gerhard IV. und Johann III. von Holstein über den Verkauf der Dörfer Pöppendorf, Siems und mehrere Hufen in Wilbersdorf an das Lübecker St.Johannis-Kloster urkunden 303. Am 14.08.1313 ist Hermann (II) dann Bürge für eine Anleihe über 40 Mk.Lüb.Pf. des Grafen Gerhard IV. bei den Lübecker Bürgern Segebod Pape und Alvin von Herreke 304 und am 21.10.1313 ist er erster Zeuge, als Graf Gerhard IV. seiner Frau das Schloss in Plön zum Leibgedinge verschreibt 305. Dann erscheint Hermann von Wigersrade erst wieder am 22.02.1317, als er mit Zustimmung seiner Söhne Heinrich (IV) und Volrad (I) sowie seines patruus Hermannuns Longus de Tralowe, Heinrichs (I) von Grönau, vermutlich ein naher Verwandter und seines Schwiegersohnes Heynekinus Scharpenberg für ein Kapital von 60 Mk 6 Mk jährliche Hebungen aus Zehntrechten in Lankau an den Möllner Bürger Hermann Dusekop unter Vorbehalt des Rückkaufs in vier Jahren veräußert 306. Der Zehnte war 1286 dem Ratzeburger Domkapitel verliehen worden 307, das ihn nun gegenüber Hermann von Wigersrade zu behaupten wusste 308. 1354 waren die 6 Mk dann anscheinend im Besitz des Heiligen-Geist-Hauses zu Mölln 309. Diese 6 Mk waren 1354 anscheinend im Besitz des Heilig-Geist-Hauses zu Mölln 310. Der Urkunde hängt sein Siegel an, dass das Wappen der Familie etwas abweichend zeigt: Im Schild fehlen die Kugeln, der Strahl zielt in seiner Stoßrichtung - wie bei den Wesenberg - nach links oben 311. Am 21.09.1319 bezeugt er zusammen mit Hermann dem Langen von Tralau den Verkauf der halben Dörfer Beidendorf, Blankensee und Wulfsdorf dürch die Brüder von Gotmolt 312.


Ab 1320 finden wir Hermann (III) dann im Gefolge des Grafen Johann III. von Holstein. Zuerst wird Hermannus de Tralowe dictus de Wyresrodhe als Zeuge genannt, als sich der Graf am 22.12.1320 Graf Johann III. von Holstein endlich zu dem schon 1306 beschlossenen Abbruch des befestigten Turms in Travemünde bereitfindet, ist Hermannus de Tralowe dictus de Wyresrodhe Zeuge 313. Am 08.09.1321 ist Dominus Hermannus de Wigersrode erster Zeuge bei Graf Johann III., als dieser dem Kloster Reinbek für 800 Mk Hamb. Pf. das Dorf Kirch-Steinbek verkauft 314. Als sich 1322 die Grafen Johann III und sein Vetter Adolf von Holstein im Teilungsvertrag von Oldesloe über Besitzstreitigkeiten verständigen, sind Her Hermen van Wiresrode, Her Godschalk van Ascheberg und Her Hermann de Lange von Tralau Mitlober Graf Johanns 315. Das letzte Mal erscheint Hermann von Wigersrade dann 1323 als er sich, wohl wegen des Verkaufs an Hermann Dusekop, mit Bischof Marquard von Ratzeburg über den Zehnten in Lankau einigen muss 316. Der Zehnte in Lankau war 1286 dem Ratzeburger Domkapitel verliehen worden 317, das ihn nun gegenüber Hermann von Wigersrade zu behaupten wusste. Er wird bald darauf als alter Mann gestorben sein. In späteren Urkunden vom 15.11.1388 und 21.10.1398 318 wird „Hermanne van Tralowe, anders heten van Wyerstode, itzwanne en ridder“ noch einmal als ehemaligen Besitzer eines Wirtschaftshofes in Oldesloe genannt.


Über die familiären Verhältnisse Hermanns (III) von Wigersrade wissen wir nur wenig. Ihm standen Hermann von Hamme und Hermann von Lasbek nahe. Enge Beziehungen hatte er zu den Scharpenberg. Heynekinus Scharpenberg wird als sein „socer“ bezeichnet, doch muss Socer hier schon wegen der Jugend Heynekes Schwiegersohn bedeuten.


Verheiratet war Hermann (III) von Wigersrade vmtl. zweimal. Die eine, Domna Gherburgis de Odeslo wird in der Urkunde vom 10.03.1331, in der Heinrich (III) von Tralau und Hartwig von Moisling über den zurückgehaltenen Zehnten in Lankau urkunden 319, als verstorben bezeichnet. Sie war vmtl. die Mutter von Druda und Albert (I). Über die zweite, nicht weiter bekannte, Frau kam allem Anschein nach der Rufname Volrad in die Familie von Tralau.


Kinder (vmtl.) 320:

  1. ?Druda > V-23

  2. Albert (I) > V-24

  3. Heinrich (IV) > V-25

  4. Volrad (I) > V-26

  5. Tochter > V-27

  6. ?Tochter > V-28


Heinrich (III) von (TRALAU-)WIGERSRADE +nach 23.11.1302


(IV – 17); urk. 1291/1302 - vmtl. Sohn Hermanns (I) von Tralau; Ritter, gräflich holsteinischer Vasall, Hinricus de Tralowe miles ist zusammen mit seinem Bruder Hermann (III) von Wigersrade 1291 unter den Zeugen, als Graf Adolf V. von Holstein die Freiheiten des Klosters Reinfeld bestätigt 321. 1294 war er mit Hermann (III) von Wigersrade und Hermann (II dem Langen) von Tralau Zeuge, als die Brüder Volrad von Plön und Johannes gnt. Slichtenberch dem Kloster Reinbek ihr Dorf Bälau verkaufen 322. Als Hinricus de Wiersrode ist er am 23.11.1302 unter den Zeugen, als Graf Adolf V. dem Domkapitel zu Hamburg die Vogtei des Dorfes Spitzerdorf überträgt 323.


Der 1291/1302 genannte Ritter Heinrich (III) von Tralau-Wigersrade ist zu unterscheiden von dem 1303/1306 genannten gleichnamigen Sohn Hermanns (III) von Wigersrade, der zuerst als Knappe begegnet und erst ab 1311 als Ritter erscheint.



Hartwig (III) von TRALAU

(IV – 18); Sohn Werners (I) von Tralau, Knappe, fürstlich werlischer Vasall, urk. 1278 - Hartwicus de Tralowe ist am 25.02.1278 in einer mecklenburgischen Urkunde als Mitlober genannt, als die Fürsten Heinrich und Johann von Werle den Knappen Wedekin von der Brügge und Bernhard von Wittenburg eine Roggenhebung und Gerstenmalz aus der Mühle in Plau verpfänden 324. Die Einordnung dieses Hartwig bereitet Schwierigkeiten. Seinem Rufnamen nach könnte er den holsteinischen Tralau angehören. Tralau sieht in ihm den Oldesloer Vogt Hartwig (II), der sich nach dem Verlust seines Amtes nach Mecklenburg gewandt hätte 325. Fock 326 nimmt an, dass der bei den werlischen Fürsten auftretende Hartwig der Stammvater der noch im 17. Jahrhundert nachweisbaren mecklenburgischen Tralau und ein Sohn Werners (I) von Tralau gewesen ist. Hartwigs Sohn war vmtl 327.



Hermann (IV) von TRALAU

(IV – 19); Sohn Werners (I) von Tralau, Knappe¸ er ist nur ein Mal, 1299, als Hermannus de Tralowe filious domini Werneri de Tralowe genannt 328.



Johann (IV) von TRALAU +vor 1312


(V – 20); vmtl. Sohn von Hartwig (III) von Tralau, fürstlich werlischer Vasall, urk. 1300 - Möglicherweise ist er bereits am 12.03.1295 genannt, als Fürst Nikolaus von Werle dem Kloster Dobbertin sechs Hufen zu Sarnestorp (Zahren bei Lübz) verleiht, die das Kloster von den Tralow gekauft hatte 329. Am 06.03.1300 hatte Johannes Tralow, „so im dorffe Zarnestorff wohnet“, dem Kloster Dobbertin weitere drei Hufen, die er vom Kloster im Dorf zu Lehen trug verpfändet 330 und am 21.08.1300 kaufte Johannes dictus Tralowe vom Plauer Bürger Voss vier Hufen in Sarnestorp, hatte dabei aber die Zustimmung des Klosters Dobbertin nicht eingeholt, so dass der Verkäufer eine Entschädigung zahlen musste 331. Vor 1312 war Johann Tralow dann gestorben, denn in diesem Jahr werden seine Witwe Christine von NN. und sein Sohn


  1. Johannes (VI) > V-29


genannt.


Johann (V) von Tralau gilt allgemein als Begründer der vereinzelt bis ins 17. Jahrhhundert nachweisbaren mecklenburgischen Familie von Tralau 332. Deren Verwandtschaft mit den holsteinischen Tralau stößt wegen der verschiedenen Wappen auf Bedenken.


Wappen von Tralau II (Mecklenburg)


Die mecklenburgisches Tralau/Tralow führten als Wappen im blauem Felde einen rot und silbern geschachteten Balken in drei Reihen, der auch auf jedem, der auf dem Helm befindlichen Adlerflügeln zu sehen ist. Die Helmdecken sind silbern, rot und blau 333.




Fünfte Generation



Marquard (IV) von TRALAU gnt. Stokeled +nach 29.09.1323


(V - 21); vmtl. Sohm von Hermann (II) Longus von Tralau, Knappe (1303), Ritter (1320), holsteinischer Vasall, urkundet 1303/1323 - Erstmals genannt wird der Knappe Marquard von Tralau vmtl. am 27.01.1303, als er zusammen mit Heinrich (?IV) und Johannes (V) von Tralau und anderen holsteinischen Adeligen, zu denen gehört, die die Verpflichtung der von Plön gegenüber der Stadt Lübeck beurkunden 334. Dann ist Marquardus Stokeled am 06.12.1305 Zeuge beim Verkauf von Eckhorst und Steinrade durch die von Sandberg urkundlich genannt 335. Sein Beiname Stokeled, der sowie wie „Leidschürer“, „Unheilstifter“ bedeutet, von „stoken“ stochern und „led“ Leid 336, mag ein Licht auf sein Wesen werfen, so wie ihn seine Zeitgenossen sahen. Sein Beiname „Stokeled“ weist auf ein zwischen 1311 und 1395 bezeugtes holsteinisches Adelsgeschlecht, das im geteilten Wappenschild den tralauischen Strahl als Wappen zeigt 337. Ob es mit Marquard (IV) in einen direkten Zusammenhang gebracht werden kann, erscheint fraglich, denn die Rufnamen Lüder (1317) und Thomas (1341/1370) sind denen der Tralau fremd. Doch dürfte zweifelsfrei sein, dass eine nähere Verwandtschaft zwischen beiden Familien bestanden hat.


Marquard (IV) beginnt als erster seines Geschlechts Grundbesitz in Raum Oldesloe zu verkaufen. Am 06.08.1311 verkaufen er und seine Frau Alheyde mit Wirkung für ihre Erben und unter Zustimmung des Vogts Hermann von Wigersrade dem tralauischen Verwandten Lüder von Bocholt eine Wiese an der Mündung des Knedenbachs in die Trave und die anliegenden Äcker für 30 Mk 338. Dann ist Marquardus (IV) de Tralowe Stokelet am 21.10.1313 mit Hermann (III) von Wigersrade Mitlober bei Graf Gerhard IV. von Holstein, als dieser seiner Frau Anastasia das Schloss Plön zum Leibgedinge verschreibt 339. Am 06.02.1316 ist her Marquard Stokeleth bei der Landesteilung der Grafen Gerhard IV. und Johann III. von Holstein unter den holsteinischen Vasallen genannt 340. Am 09.03.1320 ist Marquardus de Tralowe miles mit seinem Bruder Johann (V) als naher Verwandter Mitlober bei Marquard von Wesenberg, als dieser Torf an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck verkauft 341. Zuletzt genannt ist er am 29.09.1323 als er und seine Söhne Marquard (V), Hartwig (IV) und Hermann (IV) für 38 Mk. unter Vorbehalt des Rückkaufs binnen sechs Jahren dem Lübecker Bürger Bertold von Yddeste die Wiesen „Sweperode“ und „Koghenwisch“ und „alle ihre Wiesen am Knedenbach, sowohl an der Trave wie am Knedenbach und den Acker über Heidenriks Wiese sowie vier Stücke Land im Elernbrok an der Trave“, Grundstücke, die wie die des Verkaufs von 1311 alle zu dem in das Stadtfeld von Oldesloe einverleibten Dorf +Kneeden gehört haben 342. Der Rückkauf hat nicht stattgefunden, denn 1368 vermachte Wyba, die Witwe Bertolds von Yddeste, diese Grundstücke zu einer Seelenmessenstiftung dem Ägidien-Kaland in Lübeck 343.


Aus den Urkunden von 1311 und 1323 erfahren wir, dass Marquard von Tralau genannt Stokeled mit einer Alheydis von NN. verheiratet war und drei Söhne hatte. Wie er in die tralauische Genealogie einzuordnen ist, bleibt offen. Sicher ist nur, dass er in einem sehr engen verwandtschaftlichen Verhältnis zu Hermann (II) dem Langen von Tralau und Hermann (III) von Wigersrade gestanden hat.


Kinder 344

  1. Marquard (V) > VI–32

  2. Hartwig (IV) > VI-33

  3. Hermann (V) > VI-34


Johann (V) von TRALAU +nach 29.09.1323


(V - 22); vmtl. Sohn von Hermann (II) Longus von Tralau 345, Knappe; Bruder von Marquard 1303/1323 - Johann (V) von Tralau urkundet ausschließlich zusammen mit seinem Bruder Marquard (IV) als Mitlober (09.03.1320) bzw. als Zeuge (29.09.1323).


Kinder (vmtl.)

  1. Heinrich (V) > VI-35

  2. Bertram > VI-36



Druda (Gertrud) von TRALAU +nach 17.04.1301


(V - 23); vmtl. Tochter von Hermann (III) von Wigersrade; Druda von Tralow erscheint zwischen 1299 und 1301 als Ordensschwester (monialis) des Zisterzienser-Klosters St. Johannis in Lübeck im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Bischof Burkhard von Serkem (1276-1315) und dem Domkapitel auf der einen und dem Rat von Lübeck auf der anderen Seite. Bei dem Streit ging es um Grenzstreitigkeiten zwischen Bistum und Stadt. Es spielten aber auch noch die Auseinandersetzungen des hohen Klerus mit den bürgernahen Franziskaner- und Dominikanerorden hinein. So wurden am 04.05.1299 die Äbtissin des St. Johannis-Klosters, die Priorin und den Ordensschwestern Druda von Tralau und Irmgard von Bischof Burkhard angewiesen, die Brüder der beiden Franziskaner- und Dominikaner-Konvente zukünftig nicht mehr zum Predigen kommen zu lassen 346. Im Grenzstreit sagt Druda dann am 17.04.1301 aus 347. Sie war am ehesten eine Tochter von Hermann (III) von Wigersrade und trug ihren Namen nach der Mutter Gertrud.



Albert (I) von (TRALAU-)WIGERSRADE +nach 06.11.1311


(V - 24); Sohn Hermanns (III) von Wigersrade; Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall; urkundet 1306/1311 - Dominus Albertus de Wigersrode miles ist erstmals am 21.06.1306 als Zeuge genannt, als Gottschalk Ribe der Herzogin Margarethe von Sachsen-Lauenburg den Zehnten von vier Hufen in Neuengamme verkauft 348. Am 25.11.1306 finden wir ihn mit seinem Vater Hermann (III) von Wigersrade unter den holsteinischen Rittern, die im Bündnis mit der Stadt Lübeck und den Herzögen von Sachsen-Lauenburg sich gegen ihre Lehnsherren, die Grafen von Holstein, gestellt haben 349. Mit seinem Vater Hermann (III) und seinem Bruder Heinrich (IV) ist Albertus dictus Wigersrode miles am 06.11.1311 Mitlober, als sein Verwandter Marquard (IV) Stokeled und seine Frau Adelheid Grundstücke aus der Feldmark von +Kneeden verkaufen 350. Dann hören wir von ihm nichts mehr.


Verheiratet war er möglicherweise mit domna Margareta de Odeslo. Sie und ihr Sohn Hermann (V) werden am 10.03.1331 genannt, als Heinrich (III) von Tralau und Hartwig von Moisling versprechen, den Bischof und die Kirche zu Ratzeburg wegen des unrechtmäßig zurückgehaltenen Zehnten vom Neuland in Lankau zu befriedigen 351.

Kinder (vmtl.):

  1. Hermann (VI) > VII-36

  2. Hartwig (V) > VII-37

  3. Johann (VI, Hennekin) > VII-38

  4. Volrad (II) > VII-39



Heinrich (IV) von TRALAU /„von ODESLO“ gnt. der Stolze +um 1339


(V - 25); Knappe (1303/1306), Ritter (1311), Sohn Hermanns (III) von Wigersrade; Vogt von Oldeslo (?); urkundet 1303/1339 - Am 27.01.1303 beurkundet der Knappe Hinricus de Tralowe, wohl der Sohn Hermanns (III) von Wigersrade, mit Marquard (IV) Stokeled und Johann (IV) von Tralau und anderen holsteinischen Adeligen, dass Siegfried von Plön und die Söhne des Otto von Plön sich verpflichtet haben, der Stadt Lübeck für die Zeit von vier Jahren mit 100 Bewaffneten zur Hilfe zu kommen 352. Die Adligen wollen solidarisch dafür haften, dass solche Hilfe auf Aufforderung geleistet wird. Dann ist der Knappe Hinricus de Tralowe am 06.12.1305 und am 26.03.1306 zusammen mit seinem Vater Hermann (III) als Zeuge beim Verkauf von Eckhorst und Steinrade durch die von Sandberg genannt 353. Am 06.08.1311 gibt er, nun als Ritter, wieder mit seinem Vater und seinem Bruder Albert (I), seine Zustimmung zum Verkauf einer Wiese am Knedenbach durch Marquard (IV) Stokeled von Tralau und dessen Frau Adelheid 354. Am 22.07.1317 gibt er mit seinem Bruder Volrad (I) sowie seinem Onkel Hermann (II) Longus seine Zustimmung zu Zehntenverkäufen in Lankau durch seinen Vater Hermann (III) von Wigersrade 355.


Mit Hartwig von Moisling verspricht Hinricus de Tralowe am 10.03.1331 den Bischof und die Kirche zu Ratzeburg wegen des zurückgehaltenen Zehnten vom Neuland in Lankau zu befriedigen 356. Diese Urkunde erweist ihn als Rechtsnachfolger und damit Sohn von von Hermann von Wigersrade. Heinrich (V) spricht in dieser Urkunde auch im Namen der Domna Margreta de Odeslo et Hermanno filio suo. Genannt wird ferner die bereits verstorbene Domna Gherburgis de Odeslo. Heinrich spricht in dieser Urkunde geradezu als „Senior“ des Zweiges der Tralau-Wigersrade auch für die engere Familie: Margaretha ist ganz offensichtlich die Witwe eines seiner Brüder, vmtl. die des 1311 zuletzt genannten Albert (I), da Volrad (I) allem Anschein nach noch lebt. Gherburg des Odeslo gehört wohl bereits einer älteren Generation an. Vielleicht war sie die Witwe von Hermann (III) von Wigersrade, aber nicht die leibliche Mutter Heinrichs (IV).


Heinrich (IV) von Tralau ist vermutlich identisch mit dem in einer aus den Jahren 1329 bis 1335 stammenden Urkunde genannten Oldesloer Vogt Hinricus de Odeslo 357, der die herrschaftlichen Höfe vor dem Hamburger und vor dem Lübecker Tor besaß. Er ist damit vermutlich auch gleichzusetzen mit dem mehrfach in Urkunden der Zeit genannten heren Hinrike de Tralowe anders gheheten de Stolte 358. Um 1338/1339 verkaufte er seinen Hof vor dem Hamburger Tor, dessen Äcker meistenteils vor dem Mühlengrabentor lagen, an Graf Johann III. den Milden 359. Mit dem Verkauf dieses Hofes ging der Verlust der Vogtei über Oldesloe einher, die nun auf Johann von Hummersbüttel überging. Der war allerdings nicht mehr Vogt in Oldesloe, sondern Vogt der Großvogtei Trittau, zu der die alten Vogteibezirke Oldesloe, Wohldorf und Arnesfelde zusammengefasst worden waren 360. Er nennt sich in einer Urkunde von 1342 „Wy Johann Hummersbüttel de oldere, voghet des edelen mannes grauen Johannes von Holzsten“ 361.


Seinen zweiten Hof, „genohmet up den Pipenbringh vor dem Lubschen Dore“, zu dem auch tralauischer Streubesitz in der Gemarkung der ehemaligen Dörfer +Wenddorf und vielleicht auch +Kneeden gehörte, verkaufte Heinrich der Stolze mit all sinen thobehoringen für 300 Mk Lüb.Pf. an die Brüder Johann d. J. und Hartwig Hummersbüttel 362. Der Hof brachte jährlich 30 Mk ein. Die Hummersbüttel schenken den Hof 1365 „mitt aller gerechtigkeit vnnd uutticheidt, nemlichen allen holtingen, watern, Ackern, wischen vnnd Weiden, wo desuluen in Ehren riueer vnnd grensen begrepen werden, Unnd gelick alß bauenn gedachte Heinrich Tralow vnnd sine Oldernn densuluen vorolderß gethan hebben“ dem St. Jürgen-Hospital in Oldesloe zum Unterhalt armer Siecher. Kranken sollten jährlich ein grauer Rock, 2 Paar Schuhe zukommen, sowie die tägliche Nahrung. Fremde Kranke sollten eine Nacht beherbergt und verpflegt werden. Ferner sollte der Pfarrer jährlich 2 Scheffel Roggen erhalten, wofür er den Pfleglingen das Sakrament zu erteilen hatte. Das St. Jürgen Hospital in Oldesloe war eine der ältesten milden Stiftungen Holsteins. Kenntnis von diesem Sachverhalt haben wir außer aus den Urkunden von 1365 von einer Abschrift aus dem Jahre 1420 363.


In späteren Urkunden vom 15.11.1388 und 21.10.1398 364 wird „Hinrike van Tralowe, anders heten de Stolte, itzwanne en ridder“ noch einmal als ehemaligen Besitzer eines Wirtschaftshofes in Oldesloe genannt.


Kinder (vmtl.)

1. Albrecht (II) > VI-32

2. Heinrich (VI) > VI-33



Volrad (I) von TRALAU +nach 02.01.1334


(V – 26); Knappe, Sohn von Hermann (III) von Wigersrade, urkundet 1317/1334 - Am 22.02.1317 gibt er seine Zustimmung zum Verkauf von Zehntenhebungen in Lankau durch seinen Vater 365. Spätestens am 02.01.1334 beglaubigt Volradus armiger dictus de Tralowe beim Rat zu Lübeck seinen Diener zur Empfangnahme des Geldes für ein verlorenes Pferd 366. Spätere Urkundenbelege beziehen sich offenbar nicht mehr auf ihn.



N. von WIGERSRADE


(V - 27); vmtl. Tochter von Hermann (III) von Wigersrade 367. Sie war seit etwa 1315 mit Heyneke (Hinrich) SCHARPENBERG (*um 1290 +1341), Sohn von Ludolf von Scharpenberg und N. von Hamme, verheiratet, der am am 22.02.1317 einem Verkauf über Zehntenhebungen aus Lankau durch Hermann (III) von Wigersrade bezeugt. Er wird in dieser Urkunde als „socer“ Hermanns bezeichnet 368. Da aber der damals noch junge Hinrich Scharpenberg schwerlich der Schwiegervater des schon betagten von Hermann von Wigersrade gewesen sein kann, wird „socer“ hier wohl die Bedeutung von Schwiegersohn haben, so wie „patruus“ vielfach nicht den Vaterbruder/Oheim meint, sondern i. S. von „patruelis“ als „Vetter“ aufzufassen ist. Durch die Ehe der mutmaßlichen Tochter Hermanns (III) kam dann wohl auch der Rufname Hermann zu den Scharpenberg.



?N. von WIGERSRADE


(V - 28), vmtl. Tochter Hermann (III) 369,  Luder von BOCHOLT 370



Johann (VI) von TRALAU


(VI - 29); Er ist 1312 zusammen mit seiner Mutter Christine genannt, die dem dem Kloster Dobbertin für 400 Mk ihre verbliebenen Güter in Zarnestorp verkaufen 371.



Werner (II) von TRALAU


(VI - 30); Knappe (?) - Er ist nur einmal, in einer vor dem 25.10.1312 ausgestellten Urkunde genannt, in Graf Henneke von Holstein König Erich VI. Menved verschiedene Klagen gegen Graf Johann II von Holstein und dessen Sohn Adolf vorlegt 372. Danach hatte der Graf Werner und Trond af Traløffe in Segeberg gefangengenommen. Eine Einordnung Werners (II) in die tralauische Genealogie ist nicht möglich. Seinem Rufnamen nach wird er zur holsteinischen Familie von Tralau und hier in die Nähe zu Werner (I) gehören, dessen Sohn er möglicherweise war.



Trond von TRALAU


(VI - 31); Knappe (?) - Er ist nur einmal in der vor dem 25.10.1312 ausgestellten Urkunde zusammen mit Werner (II) von Tralau als Gefangener Graf Johanns II. von Holstein genannt 373. Seine Einordnung in die tralauische Genealogie ist ungeklärt. Am ehesten war er ein Bruder von Werner (II) und stand Werner (I) nahe. Sein seltener Rufname mag auf eine dänische oder eher norwegische Mutter deuten. In Norwegen ist Trond als Rufname belegt 374.




Sechste Generation:


Marquard (V) von TRALAU


(VI - 32); Knappe, Sohn von Marquard (IV) Stokeled - Sicher bezeugt ist Marquard (V) nur 1323, als er mit seinem Vater und seinen Brüdern Hartwig (IV) und Hermann (IV) Grundstücke in +Kneeden verkauft 375



Hartwig (IV) von TRALAU


(VI - 33); Sohn von Marquard (IV) Stokeled - Sicher bezeugt ist Hartwig (IV) nur 1323, als er mit seinem Vater und seinen Brüdern Grundstücke in +Kneeden verkauft 376. Möglicherweise beziehen sich noch drei weitere Urkunden aus den Jahren 1343/1346 auf ihn, in denen er mit seinem Bruder Hermann genannt ist 377.



Hermann (V) von TRALAU

(VI – 34); Sohn von Marquard (IV) Stokeled - Sicher bezeugt ist Hermann (IV) nur am 29.09.1323, als er mit seinem Vater und seinen Brüdern Marquard (V) und Hartwig (IV) Grundstücke in +Kneeden verkauft 378. Ob er in weiteren Urkunden genannt wird, lässt sich nicht entscheiden, da ab 1331 ein weiterer Hermann (VI) genannt wird, der von Hermann (V) schon deshalb zu unterscheiden ist, weil als seine Mutter eine Margareta angegeben wird. Der Überrsichtlichkeit halber werden alle Urkunden, die ab 1331 einen Hermann nennen, bei Hermann (VI) behandelt.



Heinrich (V) von TRALAU +n. 11.11.1333


(VI – 35); Knappe, vmtl. Sohn von Johann (IV), urk. 1323/1333 - Am 29.09.1323 ist der Knappe Hinricus de Tralowe mit Hermann (II) Longus von Tralau und Johann (IV) von Tralau Mitgelober, als seine Verwandten, Marquard (IV) Stokeled von Tralau und dessen Söhne erneut Grund in +Kneeden verkaufen 379. Die Tatsache, dass er hier als Knappe bezeichnet ist, macht es sicher, dass er nicht mit dem 1311 genannten Ritter Heinrich von Tralau gleichgesetzt werden kann. Er wird aufgrund der übrigen in der Urkunde genannten Angehörigen der Familie von Tralau ein enger Verwandter von Marquard (IV) gewesen sein, vmtl. ein Sohn von dessen Bruder Johann (IV). Dann ist Heinricus de Tralowe am 27.11.1327 Zeuge, als Graf Johann III. von Holstein die Verkaufsurkunde des Willekin Ruschen von Wesenberg und Volrads von Broke über Einkünfte in dem Dorf Schönborn an das Hamburger Domkapitel überträgt 380. Am 11.11.1333 sind Hinricus et Bertrammus de Tralowe unter den Zeugen, als die Brüder von Hamme dem Kloster Reinbek unter Bestätigung durch Graf Johann III die Dörfer Ober- und Nieder Bockberg verkaufen 381.



Bertram (I) von TRALAU +n. 11.11.1333


(VI – 36); Knappe, vmtl. Sohn von Johann (IV) - Er ist am 11.11.1333 zusammen mit seinem Bruder Heinrich (V) Zeuge, als die Brüder Adam und Wedekin von Hamme für 400 Mk hamb. Pf. Dem Kloster Reinbek die Dörfer Nieder und Ober Bockberg verkaufen 382. In den Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Regesten und Urkunden 383 steht er als Hermann verzeichnet, weshalb er auch mit Hermann (V) gleichgesetzt wird. Eine Gleichsetzung Bertrams (I) mit dem 1387 genannten Bertram Stokeled 384 verbietet sich allerdings schon aufgrund der großen Zeitspanne.



Hermann (VI) von (TRALAU-)WIGERSRADE +n. 03.03.1369/vor 1380


(VI - 37); vmtl. Sohn Alberts (I) von Tralau-Wigersrade und der Margarete, Knappe (1331/1352), Ritter (1363/1369), Rat Graf Adolfs von Holstein (1369), Bruder von Hartwig (V), Johann (VII) und Volrad (II), holsteinischer Vasall, urkundet (1331)/1343/1352/(1369), ? N. von HUMMERSBÜTTEL, Tochter von Hartwig (I) von Hummersbüttel 385 - In der Urkunde vom 10.03.1331, in der er als Sohn der Margareta von Odeslo genannt wird, ist er vermutlich noch minderjährig 386. Seine Nennung innerhalb der Urkunde erweist ihn als engen Verwandten von Heinrich (IV) von Tralau und damit am ehesten als Abkömmling der von Hermann (III) von Wigersrade („Hermanne van Tralow anders gheheten van Wyghersrode ichteswanne ridder“ 387) begründeten Linie des tralauischen Geschlechts. Beide, Heinrich (IV) und Hermann (V) sind am 11.11.1333 unter den Zeugen, als die Brüder von Hamme dem Kloster Reinfeld die Dörfer Ober- und Nieder Bockberg verkaufen 388. Bei der Abschrift der Urkunde in der Urkundensammlung der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Gesellschaft für vaterländische Geschichte, die statt Hermannus einen Bertrammus de Tralowe nennt 389, wird es sich um einen Lesefehler handeln. Um 1338/1339 verkaufte Hermann (V) von Tralau genannt von Wigersrade seinen vor dem Besttore in Oldesloe gelegenen Hof an Graf Johann III. den Milden von Holstein 390. Der Verkäufer von 1338/1339 wird allgemein mit dem (1286)/1323 bezeugten Hermann (III) von Wigersrade gleichgesetzt 391. Dies ist aufgrund der mutmaßlichen Lebensdaten aber wenig wahrscheinlich. Hermann (III) von Wigersrade war ein Sohn des Ritters Werner (I) von Tralau (1242/1267). Er urkundet ab 1286, ist also vmtl. um oder vor 1260 geboren. Beim Verkauf seiner Höfe wäre er also etwa 80 Jahre alt gewesen. Das wäre zwar nicht unmöglich, bei der Lebenserwartung der Menschen im Mittelalter aber doch eher unwahrscheinlch. Wir werden also eher davon ausgehen müssen, dass der Verkäufer von 1338/1339 einer jüngeren Generation angehört hat. Hermann von Tralau wird in den späteren Urkunden von 1380, 1388, 1394 und 1451, die sich auf den Verkauf der tralauischen Höfe beziehen, als Ritter bezeichnet. Das muss aber nicht bedeuten, dass er die Ritterwürde schon 1338/1339 erlangt hatte. Die Urkunden geben vermutlich retrospektiv seinen zuletzt erreichten sozialen Status wieder. Mit seinen Verwandten Hummersbüttel und Struz stimmt Hermannus de Tralowe armiger am 07.04.1341 dem Verkauf von Barsbüttel durch Johannes Hummersbüttel d.Ä. zu 392. Am 29.10.1343 sind Hermen van Tralowe unde Hartwich van Tralowe unter den Mitlobern, als der Knappe Johann Steen sein halbes Dorf Seefeld bei Oldesloe an Lübecker Bürger verkauft 393..


Dann 1346 gehört Hermann von Tralau mit seinen Brüdern Johann (VI) und Hartwig (V), Eler Modentin, Make und Heyneke Struz sowie König Waldemar IV. von Dänemark und Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg zu den Verbündeten Henneke Hummersbüttels d.Ä. und seiner Söhne Henneke d. J. und Hartwig bei ihrer großen Fehde. Diese Fehde, in die auch die Stadt Lübeck zufällig mit hineingezogen worden war, richtete sich gegen die mit Hamburg verbündeten Grafen von Holstein 394. Der Grund für die Beteiligung der Tralau liegt wohl in den engen familiären Beziehungen der Familie zu den Hummersbüttel begründet, hatte doch Hermann (V) offenbar eine Schwester oder Tochter Henneke Hummersbüttels d. Ä. geheiratet. Dieser war einer der einflussreichsten holsteinischen Adligen gewesen, dessen Wirkungskreis bis nach Dänemark reichte, wo ihm Graf Gerhard III. d. Gr. 1331 kurzzeitig umfangreichen Besitz verpfändete. Wir finden Henneke Hummersbüttel d.Ä. bis 1345 als treuen Gefolgsmann der Grafen Gerhard III. und Johann III. von Holstein. Diese Gefolgschaft fand um 1345 ein abruptes Ende. Der Grund wird deutlich in der Urkunde vom 02.04.1346 395. Aus ihr geht hervor, dass die Söhne Henneke Hummersbüttels d. Ä. den Landfrieden, den ihr Vater unter persönlicher Bürgschaft des Grafen Johann III. mit der Stadt Kiel geschlossen hatten, schmählich gebrochen. Der Graf forderte Sühne und die Familie Hummersbüttel musste versprechen, ihm ihr hus tu den Steghen zu öffnen. Zusätzlich wurden sie empfindlich an Geld und Gut gestraft. So musste Henneke Hummersbüttel d.Ä. mehrere verpfändete Güter für den Grafen einlösen: die Stadt Oldesloe mit 1100 Mk, die Krempermarsch und das Schloss Steinburg, den Zoll zu Oldesloe mit 800 Mk. Außerdem musste er den Hof zu Oldesloe, den er pfandweise besaß, an den Grafen abtreten und ihm alle Schuldbriefe, die er von ihm hatte, ausliefern, ohne jemals darauf sprechen zu können. Die Hummersbüttel fühlten sich gedemütigt. Und so kam es unter Beteiligung von Hermanne van Tralowe unde sine brudere, der Familie Struz, Hartwig Zabels und seiner Brüder sowie Detlevs von Züle und seines Sohnes zu einem Aufstand gegen Graf Johann III. Der Chronist Adam Tratziger schrieb dazu um 1557 396: „Anno 1346 aber war im Lande zu Holstein des raubens noch kein Ende, den es schlugen sich zusammen Johann Hummersbüttel und sine sone, die Strutzinge, Hertwig Zabel und sine brudere, Detlef van Zulen, Hermann von Tralow sampt mer anderen, beschedigten nicht allein auf der strassen den wandernden kaufmann aus den stedten, sunder verbunden sich auch wider die grafen zu Holstein, ihre natürlichen Erbherren, vermeinten sie mit brand und raube zu beschedigen“. Als Graf Johann III. am 24.08.1347 mit den Grafen Heinrich II. und Gerhard V. sowie der Stadt Hamburg ein Bündnis gegen die aufständischen Adligen mit dem Ziel schloss, die Burgen Stegen und Wohltorf zu zerstören, sind auch Hermanne van Tralowe „unde sine brudere“ als Beteiligte genannt 397. Unter Vermittlung des dänischen Königs Waldemar III. Atterdag räumten die Hummersbüttel ihre Burg Stegen und gingen vorübergehend nach Dänemark in die Verbannung. Welche Folgen diese Ereignisse für Hermann von Tralau und seine Familie hatte, darüber sagen die Quellen nichts. Es wird aber zu einem weiteren deutlichen Machtverlust der Familie geführt haben.


Zusammen mit seinen Brüdern Hartwig (V), Volrad (II) und Hennekinus (Johann VII) ist Hermann (V) dann am 10.01.1352 bei der Sühnevereinbarung der Stadt Lübeck unter den Freunden des getöteten Marquard Struz zu finden 398. Hermann(VI) befindet sich zeitweilig in Festungshaft, denn am 13.11.1363 quittiert Hermannus Tralowe dem Albert Stenhof über das von diesem mit 30 Mk. Lüb. Pf. für seine Gefangenschaft gezahlte Lösegeld 399. Am 03.03.1369 geloben Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg und Graf Adolf von Holstein als Vormünder des Reiches Dänemark in Reinfeld, das Reich „na des rikes rade unde na her Hermens rade von Tralowe“ und je zweier herzoglicher und gräflicher Räte zu gleichen Teilen zu teilen 400. Hermann (V) von Tralau beschloss sein Leben also als ein einflussreicher Mann, dessen Rat bei den Mächtigen gefragt war. Nach dem 03.03.1369 und vor 1380 ist Hermann gestorben, denn die Urkunden von 1380, 1388, 1394 und 1451 nennen ihn als verstorben („ichteswanne“).


Kinder (vmtl.):

  1. Volrad (III) > VII-49

  2. Heinrich (VII) > VII-50



Hartwig (V) von TRALAU +n. 10.01.1352


(VI - 38); Knappe, Bruder von Hermann (V), Johann (VII) und Volrad (II); holsteinischer Vasall, urkundet 1343/1352 - Am 29.10.1343 ist er mit seinem Bruder Hermann (V) Mitlober beim Verkauf von Seefeld bei Oldesloe 401. Dann ist er am 15.06.1344 mit seinem Bruder Hennekinus (Johann) unter den Bürgen, als die Brüder Hartwig, Otto und Albert Zabel dem Kloster Reinbek ihr Dorf Siek verkaufen. Graf Johann III. bestätigt den Verkauf am 14.10.1344 402. Am 02.04.1346 erscheint er - wieder mit seinem Bruder Hermann (V) - unter den Adligen, die die Urfehde des Henneke Hummersbüttel d.Ä. beschwören 403. Mit seinem Bruder Johann (VI), den Knappen Johann und Hartwig von Hummersbüttel, Eler Modentin und Make und Heinrich Struz gelobt er am 03.07.1348 Wehrgeld für den von einzelnen Knechten der Hummersbüttel erschlagenen Lübecker Bürger Peter von Münster zahlen zu wollen 404. Letztmals genannt ist Hennekinus am 10.01.1352 mit seinen Brüdern Hermann (V), Volrad (II) und Hartwig (V) unter den Freunden des getöteten Marquard Struz 405.



Hennekin d. Ältere (Johann VII) von TRALAU +n. 26.09.1384


(VI - 39); Knappe, Bruder von Hermann (V), Hartwig (V) und Volrad (II), holsteinischer Vasall, urkundet 1344/1384 - Hennekinus de Tralowe ist erstmals am 15.06.1344 mit seinem Bruder Hartwig (IV) unter den Bürgen der Brüder Hartwig, Otto und Albert Zabel genannt, als diese dem Kloster Reinbek ihr Dorf Siek verkaufen 406. Am 03.07.1348 gelobt er mit seinem Bruder Hartwig (V) u.a., als Wehrgeld für den von den Leuten des Johann und Hartwig von Hummersbüttel erschlagenen Lübecker Bürgers Peter von Münster dessen Neffen 80 Mk. zahlen zu wollen 407. Der Urkunde hängt sein rundes Siegel an. Es zeigt auf stehendem Schilde, der mit Kugeln bestreut ist, einen liegenden glatten Strahl querrechts und die Umschrift JOHANNIS DE TRALOWE 408. Dann sind die Brüder Hermann, Volrad (II), Hartwig (V) und Hennekinus von Tralau am 10.01.1352 bei der durch Marquard von Brockdorf und Lüder von Borstel vermittelten Sühnevereinbarung zwischen der Stadt Lübeck und den Freunden des getöteten Marquard Struz genannt 409. Nach diesem Datum fehlen für längere Zeit weitere Nachrichten. Erst am 26.09.1384 ist der Knappe Hennekinus Tralow senior mit Volrad (II) Tralow und Volrad von Züle Bürge bei der Urfehde von Hennekinus (Johann VIII) Tralow d. Jüngeren 410.


Kinder:

  1. Hennekin (Johann VIII) > VII-51

  2. Otto > VII-52

  3. Bruno (III) > VII-53


Johann von Tralau: Siegel 1348



Volrad (II) von TRALAU +n. 26.09.1384


(VI - 40); Knappe, Bruder von Hermann (V), Hartwig (V) und Johann (VI); holsteinischer Vasall, urkundet 1347/1384(1396) - Als Bruder Hermanns (V) ohne Nennung seines Vornamens erscheint er wohl schon am 24.08.1347 unter den Verbündeten Johann Hummersbüttels 411. Dann ist er mit seinen Brüdern Hermann (V), Hartwig (V) und Hennekinus (Johann VII) am 10.01.1352 bei der Sühnevereinbarung zwischen der Stadt Lübeck und den Freunden des getöteten Marquard Struz genannt 412. Am 18.07.1360 ist Volrad unter den Bürgen des Knappen Siegfried von Buchwald, als dieser dem Rat von Lübeck Urfehde schwört 413. Dann ist er 1363 in der Notariatsurkunde über die in dem Streit zwischen Graf Adolf VII. von Holstein und der Stadt Lübeck vor Herzog Albrecht von Mecklenburg geführten Verhandlungen genannt 414. Ende 1372 war Volrad von Tralau mit Detlev (VII) von Parkentin auf Behlendorf einer der Sachwalter des Knappen Henneke von Scharpenberg in dessen Klagesache gegen die Stadt Lübeck wegen der Ermordung seines Vaters Ludolf (IV) 415. Volrad war wohl für diese Aufgabe bestens geeignet, hatte ihn doch sein Lehnsherr, Albrecht II. von Mecklenburg, 1367 in Sachen des Grafen Adolf VII. von Holstein gegen die Stadt Hamburg als der vom Kaiser ernannte Richter zum Gerichtsboten ernannt, der den säumigen Rat und die Bürgerschaft von Hamburg in aller Form des Rechts vorlafden musste 416. Am 05.01.1374 verbürgt sich Volrad Tralow mit anderen für die von Henneke Sesterfeld genannt Swyn dem Rat von Lübeck geschworene Urfehde 417. Dann nennt ihn das Lübecker Niederstadtbuch am 21.12.1374 im Zusammenhang einer Schuldverschreibung von 100 Mk 418. Dann ist er am 24.01.1375 unter den Zeugen, als Graf Adolf VII. von Holstein den Verkauf des Dorfes Berne durch Johann Hummersbüttel d. J. an das Heilig-Geist-Hospital in Hamburg bestätigt 419. Am 01.08.1375 ist er Zeuge bei Graf Adolf VII., als dieser den Verkauf von Schachtshagen durch Gottschalk Wildberg an das Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck bestätigt 420. Als Pfandbesitzer von Moisling, Niendorf und Reecke gibt er 1376 - zusammen mit Johann Hummersbüttel - seine Zustimmung zum Verkauf der Dörfer durch Marquard von Moisling. Graf Adolf VII. von Holstein bestätigt den Verkauf am 13.07.1376 421. Zuletzt (?) genannt ist Volrad am 26.09.1384 mit Hennekinus (Johann VII) Tralow senior als Bürge bei der Urfehde von Hennekinus (Johann VIII) iunior 422.


Kinder:

  1. Detlev > VII-54

  2. Henneke (Johann IX) > VII-55

  3. ?Margarete > VII-56



Albert (Albrecht) (II) von TRALAU +n. 15.01.1361


(VII - 41); Knapp, vmtl. Sohn von Heinrich (IV) von Tralau gnt. der Stolze, urkundet 1355/1361 - Albertus Tralowe layci Lubicensis dyocesis wird zuerst am 08.01.1355 genannt 423. Er ist einer von sieben Schuldnern des Lübecker Bürgers Marquard Bom, der seine Forderungen dem Kleriker Martin Kuren mit der Auflage übertragen hatte, ihm daraus eine Vikarie zu stiften. Danach wird Albrecht von Tralau noch ein Mal, am 15.01.1361, zusammen mit Heinrich (VI) Tralau unter den Mitlobern bei der Sühnevereinbarung zwischen dem Geschlecht von Godendorp und der Stadt Rendsburg genannt 424. Seinem Rufnamen nach gehört er zur Linie Wigersrade.



Heinrich (VI) von TRALAU +n. 14.07.1365


(VI - 42); Knappe, vmtl. Sohn von Heinrich (IV) von Tralau gnt. der Stolze, holsteinischer Vasall, urkundet 1361/1365 - Erstmals genannt ist Heinrich (VI) Tralau am 15.01.1361 zusammen mit Albrecht Tralau unter den Mitlobern bei der Sühne zwischen dem Geschlecht der von Godendorp und der Stadt Rendsburg 425. Am 09.03.1364 ist Hinrik van Tralowe Mitlober bei Timmo von Godendorp, als dieser und seine Söhne erklären, dass der Rat der Stadt Rendsburg ihnen wegen der Sühnevereinbarung von 1361 insgesamt 1305 Mk gezahlt hat 426. Bangert setzt Heinrich (VI) wohl zu Unrecht mit Heinrich (IV) Tralau dem Stolzen gleich 427. Dies wird schon wegen der großen Urkundenlücke zwischen 1338/1339 und 1361 nicht stimmen. Da er aber in Beziehung zu dem Hof auf dem Pipenbrink steht, wird er Nachfolger und damit ein naher Verwandter Heinrichs (IV) gewesen sein. Verheiratet war er mit einer Beke (Elisabeth) von NN., die in erster Ehe den Knappen Heyne WILSTERMANN zum Mann hatte. Dies lässt sich aus einer Eintragung des Oldesloer Kirchherrn Hermann Dusekop (genannt 1371/1394) im ältesten Oldesloer Kirchenbuch schließen 428, wo die Stiftung zweier Kurien verzeichnet ist. Die erste wurde von Beke Tralowe zu ihrer und ihres Mannes Gedenken gestiftet. Sie hatte dazu der Kirche einen Hopfengarten vermacht. Die zweite Kurie hatte ihr Sohn erster Ehe, Heynekinus Wilstermann gestiftet und an Hermann Dusekop verkauft. Der Urkunde vom 08.07.1365 lässt sich entnehmen, dass die Eltern Heinrichs (VI) Vorbesitzer des vor dem Lübecker Tor in Oldesloe belegenen Hofes auf dem Pipenbrink gewesen sind, der nun von den Nachbesitzern, den Brüdern Johann und Hartwig Hummersbüttel an das St.Jürgen-Hospital geschenkt wurde 429. In seiner und seines Bruders Volrad (III) Gegenwart einigen sich am 14.07.1365 die Brüder Henneke und Emeke Struz mit den Vorstehern des Heiligen-Geist-Hospitals in Hamburg über das Moor und die Hölzung Kyfhorn zwischen Barmbek und Hinschenfelde 430.



Wulf von TRALAU


(VI - 43); Bruder von Marquard (VII) und Abele, urkundet 1353/1372 - Er erscheint zunächst in Lübeck im Marien- bzw. Marien-Magdalenenquartier 431. Dann urkunden Wlfoni et Marquardo fratribus dictis de Tralowe, et Abelen sorore eorundem am 28.10.1360 im Zusammenhang mit einer Erbschaftsangelegenheit der Cäcilie Holle aus Nüchel 432. Das Lübecker Niederstadtbuch nennt ihn am 25.01. und 24.06.1370 433. Eine Einbindung der Geschwister in die tralauische Genealogie ist nicht möglich.



Marquard (VII) von TRALAU


(VI - 44); Bruder von Wulf und Abele, urkundet 1360 gemeinsam mit seinen Geschwistern 434.



Abele von TRALAU


(VI – 45); Sie wird nur einmal, am 28.10.1360 als Schwester von Marquard (VII) und Wulf genannt 435.



ALBERN (Albert III) TRALAU


(VI – 46); Priester - Er wird nur einmal, am 22.08.1348, als Pastor in Quetzin, Zarchelin und Leisten genannt als er mit der Stadt Plau einen Vertrag schloss, in dem der umfangreiche Besitz der Pfarre neu geregelt wurde 436.


Ob Albernzur tralauischen Familie gehört, ist zweifelhaft, auch wenn sein Rufname dort hineinpasst.



Marquard (VI) von TRALAU +nach 05.01.1374/vor 1382


(II - 47); Kleriker - Der Domprobst Marquard von Tralau 437 wird zumeist mit dem am 29.09.1323 genannten Sohn des Ritters Marquard (IV) von Tralau gleichgesetzt 438. Das ist möglich, lässt sich aber nicht beweisen. Fock sieht in ihm eher einen Abkömmling der mecklenburgischen Tralau 439. Mit Sicherheit gehörte er aber zur holsteinischen Adelsfamilie von Tralau, da dort der Rufname Marquard zu den Leitnamen gehört 440.


Vor 1339 ist Marquard Pfarrer in Lütau, in der Sadelbande, gewesen. Am 01.07.1339 wird er von Papst Benedikt XII (1334-1342) als Domherr im Lübecker Domkapitel bestätigt, nachdem er auf sein Pfarramt in der Lütauer Kirche verzichtet hatte. Er erhält in Lübeck auch eine Pfarrstelle an der St.Petri-Kirche 441. Am 06.02.1352 verkaufte Marquardus de Tralowe canonicus Lubicensis dem Testamentsvollstrecker des Lübecker Domherrn Hinrich von Klütz für die von dessen Gütern gestiftete Vikarie im Dom zu Lübeck 10 Mk Rente aus seinem Domhof 442. Als Lübecker Domherr und Gesandter des Bischofs von Kammin kam er 1343 an den Hof von Papst Clemens VI (1342-1352) nach Avignon 443. Der Papst zeichnete ihn dort am 22.10.1343 mit dem Archidiakonat von Demmin und einem Kanonikat im Kamminer Domkapitel aus. Dabei wurde ihm gestattet, seine Titel und Einkünfte im Lübecker Domkapitel zu behalten 444. Seine Abgaben für die päpstliche Kammer aus seinen Demminer und Kamminer Einkünften wurden vom päpstlichen Kollektor für Polen und Ungarn wegen Kriegshandlungen in Polen erst am 09.04.1347 verspätet eingezahlt 445. Am 16.04.1349 bezeugt Marquard als Archidiakon in Demmin die Beilegung des Streits zwischen dem Kloster Dargun und der Familie Hoben 446. Dann verkauft Marquardus de Tralowe, canonicus Lubicensis mit Zustimmung von Bischof Bertram von Lübeck am 06.02.1352 eine Rente von 10 Mk aus seiner Domkurie an die Testamente des verstorbenen Domherrn Heinrich Klütz 447.


Als Dompropst in Kammin ist Marquard sicher ab 1354 nachzuweisen, da am 14.12. diesen Jahres seine Wahl zum Papst von Bischof Johannes von Kammin (1343-1370) und Papst Innozenz VI. (1352-1362) bestätigt wurde und ihm dabei seine Einkünfte aus dem Kanonikat in Lübeck und dem Kamminer Domkapitel sowie seine Pfarrstelle an St.Petri in Lübeck ausdrücklich bestätigt wurden 448. Marquard verfügte also über nicht unbedeutende Einkünfte. Nach seiner Wahl zum Kamminer Dompropst verzichtet er lediglich auf das Archidiakonat von Demmin und die damit verbundenen Einkünfte, die am 19.03.1355 auf Weisung des Papstes durch den Bischof von Kammin dem Kanonikus Konrad von Leipzig übertragen werden 449. Über Marquards weiteres Wirken in Kammin schweigen die Quellen. Vielleicht hängt eine Streitsache mit den Herzögen von Pommern-Stettin und seinem Amt als Dompropst von Kammin, deren Ursache und Verlauf wir nicht kennen, zusammen. Sie muss indes von Bedeutung gewesen sein, da sich immerhin Papst Urban V. veranlasst sah, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen und den Bischof von Ratzeburg beauftragte, die Streitsache zu entscheiden 450.


Grabplatte des Dompropsts Marquard von Tralau im Dom zu Kammin


Auch von Kammin aus verlor Dompropst Marquard nicht den Kontakt zu seiner holsteinischen Heimat. So ist Dominus Marquardus Tralowen prepositus Caminensis am 09.07.1367 Zeuge bei Bischof Bertram von Lübeck, als dieser die Einverleibung der Pfarrkirche zu Ribnitz in das dortige Kloster sowie das Eigentumsrecht des Klosters an den Dorf Petersberg beurkundet 451. Etwa in diese Zeit fällt wohl auch seine Memorienstiftung an die Kirche zu Oldesloe 452. Zum Teil hatte man angenommen, dass Marquard im Jahre 1368 gestorben ist 453, doch ist dies falsch. Noch 1373 wird Marquard als Dompropst von Kammin und Domherr in Lübeck, wo er die Domkurie des verstorbenen Domherrn Heinrich Klütz besitzt, genannt 454. Er muss zu diesem Zeitpunkt schon sehr alt gewesen sein - was im Übrigen dafür spräche, in ihm den 1323 genannten Sohn von Marquard (IV) zu sehen -, denn am 05.01.1374 verzichtete er auf die Propstei in Kammin 455. 1382 war er dann nicht mehr am Leben, denn in diesem Jahr besitzt der Lübecker Domherr Gottschalk Warendorp die Domkurie des verstorbenen Propsten Marquard Tralau 456.


Marquards Grabstein im Dom zu Kammin 457 ist der älteste und zugleich schönste aller Kamminer Grabsteine. Der obere Teil hat einer vielbetretenen Stelle gelegen, so dass die Inschrift und die Verzierung des spitzbogigen Baldachins fast gänzlich abgetreten sind. Ebenso sind auch die Metalleinlagen, die den Stein einst schmückten und die einen Teil der Inschrift enthielten, dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Die Figur des Verstorbenen, in Umrissen dargestellt, steht in Lebensgröße unter einem Baldachin, dessen Hintergrund durch ein rautenförmig gebildetes Teppichmuster ausgefüllt wird. Um das Haupt herum sieht man noch die Vertiefung, welche von dem durch eine Metalleinlage dargestellten Albutium, dem im 14. und 15. Jahrhundert üblichen haubenähnlichen Kopfschmuck der Chorherren, ausgefüllt war. Marquard hält in der Linken einen Kelch die Rechte ist segnend über den Kelch erhoben. Die zum Teil verlorengegangene Inschrift trägt die - rekonstruierte - Inschrift 458 : „Caminensem quem rogo quitum: De’t Deus esse tamen quanvis peccaveri't. Amen. Presens altare papa fundaverat are.“ / „Sieh' hier den Marquard Tralow, der niemals langsam zum Geben war, den einstigen Propst von Kammin. Ich bitte, Gott lasse ihn frei von Strafe, auch wenn er gesündigt hat; Amen. Für den Altar hat er eine Altardecke gestiftet“.



N. von TRALAU


(VI – 48); namentlich nicht bekannter mecklenburgischer Vasall, über den sich die mecklenburgische Linie fortsetzt.


Kinder (vmtl.);

  1. Johann (X) > VIII-59

  2. ?Cord > VIII-60




Siebte Generation:



Volrad (III) von TRALAU +n. 13.05.1415


(VII - 49); Knappe, Bruder von Heinrich (VI), holsteinischer Vasall, urkundet 1365/1415 - Am 05.01.1365 sind Volrades und Hinrikes brodern van Tralow Mitlober, als die von Buchwald ihr Dorf Malkendorf an die Brüder Brüggemann in Lübeck verkaufen 459. In seiner und seines Bruders Heinrich Gegenwart einigen sich dann am 14.07.1365 die Brüder Henneke und Emeke Struz und die Vorsteher des Heiligen-Geist-Hospitals in Hamburg über das Moor und die Hölzung Kyfhorn zwischen Barmbek und Hinschenfelde 460. In der Folge lassen sich die Urkunden nicht eindeutig ihm bzw. Volrad (II) zuordnen.


Volrad (III) de Tralow, armigeri ist am 22.05.1391 genannt, als Bischof Eberhard von Lübeck die Stiftung einer mit dem Dorf Blumendorf ausgestatteten Vikarie in der Pfarrkirche St. Peter in Oldesloe durch den Rat der Stadt Oldesloe bestätigt 461. 1396 finden wir ihn mit weiteren Vertretern des tralauischen geschlechts aktiv unter den Adeligen, die der Stadt Hamburg wegen der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg Fehde angesagt haben 462. Am 18.10.1396 nimmt strenuo viro Volrado de Tralowen zu Blumendorf von Johann Hummersbüttel eine Hypothek von 300 Mk zu 6 2/3% auf oder wie es im Sprachgebrauch der Zeit heißt, er verkaufte für ein Kapital von 300 Mk eine Rente von 20 Mk aus seinem Dorf Blumendorf, mit der eine Vikarie an der St.Peterskirche in Oldesloe ausgestattet wird, die Bischof Eberhard von Lübeck bestätigt 463.


Vom 26.07. 1396 stammt auch der Fehdebrief Volrad Tralaus und Eler Rantzaus an die Bürgermeister, Ratsherren und Bürger der Stadt Hamburg 464:


Weten schole gy borghermestere unde de ghantze raat unde gy menen borghere tho Hamborch, dat ik Volrat Tralowe unde ik Eler Rantzowe willet juwe vyende wesen umme herteghen Berndes willen.

Ghescreven des donrdaghes na suntte Jacopes daghe ghescreven under Eler Ranczowen ingheseghele des jüngesten“.


Fehdebrief Volrat Tralaus und des Eler Rantzau (1396)


Mit Bruneke Tralau bezeugt Volrad am 11.01.1402 den Verkauf des freien Holzhiebs in Rethwisch durch die Brüder Henneke (VII) und Otto von Tralau 465. Dann ist er am 13.05.1415 erneut Zeuge bei einem Holzverkauf durch Henneke (Johann VIII) 466.


Kinder:

  1. Hermann (VII) > VIII-62

  2. Joachim > VIII-63

  3. Volrad (IV) > VIII-64



Heinrich (VII) von TRALAU +n. 14.07.1365


(VII – 50); Knappe, am 05.01.1365 sind Volrades und Hinrikes brodern van Tralow Mitlober, als die von Buchwald ihr Dorf Malkendorf an die Brüder Brüggemann in Lübeck verkaufen 467. In seiner und seines Bruders Volrad (III) Gegenwart einigen sich dann am 14.07.1365 die Brüder Henneke und Emeke Struz und die Vorsteher des Heiligen-Geist-Hospitals in Hamburg über das Moor und die Hölzung Kyfhorn zwischen Barmbek und Hinschenfelde 468. Ebenfalls noch 1365 verkauft Heinrich (VII) einen Hof in Oldesloe an seine Onkel („avunculi“) Hummersbüttel. Verheiratet war Heinrich mit einer Beke (Elisabeth) NN.



Hennekin d. Jüngere (Johann VIII) von TRALAU +n. 13.05.1415


(VII - 51); Knappe; holsteinischer Vasall, Sohn Volrads (II), urkundet 1384/1415 - Erstmals ist Hennekinus Tralow iunior 1384 genannt. Als sich holsteinische Adlige an der sogenannten Knochenhauerverschwörung in Lübeck beteiligten, war auch Henneke d. J. von Tralau dabei, doch unter Bürgschaft des Ritters Johann Hummersbüttel und der Knappen Volrad von Züle, Volrad (II) von Tralau und Hennekinus Tralau d.Ä. schwor er dem Rat von Lübeck schon am 29.06.1384, zehn Tage nach Entdeckung der Verschwörung, Urfehde 469. Auch mit den Hamburgern lag er im Streit. Davon zeugt sein und seines Bruders Bruneke von Tralau Fehdebrief von 1396 470. 1398 sind Detlef und Henneke Tralowe Volrads soen Zeugen, als der Knappe Ludeke von der Wensyne der Stadt Lübeck für 300 Mk 300 Eichenbäume in seinen Hölzungen zu Ghorleke und Gholuitze verkauft 471. Als am 19.11.1396 der Knappe Henneke Rantzow bestätigt, dass er mit Zustimmung seiner Herren, seines Bruders Sievert und seiner nächsten Erben und Freunde, dem Knappen Henneke Hummersbüttel, dessen Kindern, seinen gesamten Besitz (u. a. in Wohltorf, Schmalenbeck, Volksdorf, Lottbek, Rokesberge und ½ Hoisbüttel) für 900 Mk Lüb. Pf. verkauft hat, ist Hennekin Tralow mit weiteren Angehörigen seines Geschlechts (Bruneke, Detlef und Volrad) als naher Verwandter des Verkäufers unter den Haltern des Briefes 472. 1402 verkauft Henneke dann zusammen mit seinem Bruder > Otto von Tralau für 300 Mk dem Rat von Lübeck den freien Holzhieb in „ere holt, de Wedeghe ghennomet, beleghen in erem ghude Reydewissche, unde de dree horste darbi beleghen, alse de Wedeghe vnde de dree horste in erer scheyde unde veltmarken beleghen syn, mit den weghen, mit aller vrucht unde tobehoringen. ... Dessen vorscreuenen holtes scholen de vorscreuenen heren ... brukende wesen van studen und vord over veerteyn jare under eyn volghende, vri to browende mit volkomener macht allerleye bome unde holt, kleyne unde grot, also de wint weyet, sonder de mast, de van den bomenvellet, der scholen de vorscreuenen brodere und ere erven bruken“. Die Grafen Albrecht und Heinrich III. von Holstein bestätigen den Verkauf am 11.01.1402 473. 1411 ist er im Koldinger Vergleich als 25. Zeuge unter den holsteinischen Adligen genannt 474. Dann ist Henneke am 13.11.1413 Mitlober, als Herzog Heinrich IV. von Schleswig und Graf Heinrich III. von Holstein dem Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck die Güter Moisling, Niendorf und Reecke verkaufen 475. Letztmals genannt ist Henneke dann am 13.05.1415, als er dem Rat von Lübeck für 125 Mk „twehundert bome se scholen houwen laten bynnen teyen iaren ... ute mynen holtingen up den velde to Wigersrade unde up den houen darsulues“ verkauft. Volrad (IV) Tralau bezeugt den Verkauf 476. 1415 erlebte er die Einäscherung der Stadt Oldesloe durch Herzog Erich V. von Sachsen-Lauenburg 477.


Kinder:

  1. Volrad (V) > VIII-65



Otto von TRALAU +n. 11.01.1402


(VII - 52); Knappe, Bruder Johanns (VIII) - Als am 19.11.1396 der Knappe Henneke Rantzow bestätigt, dass er mit Zustimmung seiner Herren, seines Bruders Sievert und seiner nächsten Erben und Freunde, dem Knappen Henneke Hummersbüttel, dessen Kindern, seinen gesamten Besitz (u. a. in Wohltorf, Schmalenbeck, Volksdorf, Lottbek, Rokesberge und ½ Hoisbüttel) für 900 Mk Lüb. Pf. verkauft hat, ist Otto Tralow mit weiteren Angehörigen seines Geschlechts (Bruneke, Hennekin und Volrad) als naher Verwandter des Verkäufers unter den Haltern des Briefes 478. Er urkundet allein am 11.01.1402, als er mit seinem Bruder Henneke (Johann VIII) dem Rat von Lübeck den Holzhieb in Rethwisch verkaufen 479.



Bruneke (Bruno III) von TRALAU ?+n. 1419


(VII - 53); Knappe, sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1391/1410 - Bruneke von Tralau gehört offenbar zu jenen Vertretern seines Geschlechts, die der Nachwelt durch ihre Rauflust in Erinnerung blieben. So wird er 1391/1392 zuerst unter den „Räubern“ genannt, die in der Umgebung von Wismar ihr Unwesen trieben. Wir finden ihn gleich dreimal an Überfällen beteiligt: einmal auf eine Mühle, dann in Gallentin und schließlich in Neukloster. 1391 wird Bruneke Tralow in Wismar wegen Raubes verfestet 480. 1396 finden wir ihn mit weiteren Vertretern des tralauischen geschlechts aktiv unter den Adeligen, die der Stadt Hamburg wegen der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg Fehde angesagt haben 481. Dann sagt er der Stadt Hamburg Fehde an und schwört 1396 mit Henneke d. J. (Johann VIII) von Tralau in Winsen der Stadt Hamburg Urfehde 482.


Wettet gij borghermestere, radlude und gij gemenen borghere der stad Hamborg, dat ek Bruneke und Henneke Tralauwe und unse knechte, de wij dar to teen, wilt juwe vigende wesen umme der houchgeborne fursten willen hertogen Berndes und hertogen Hinrikes van Brunswich und Luneborch und willet des unse ere an jw wol vorwaret hebbe.


Geven to Winsen under mynem Bruneken Tralauwen ingeseghel, de wij anderen hir mede bruken“.


Als am 19.11.1396 der Knappe Henneke Rantzow bestätigt, dass er mit Zustimmung seiner Herren, seines Bruders Sievert und seiner nächsten Erben und Freunde, dem Knappen Henneke Hummersbüttel, dessen Kindern, seinen gesamten Besitz (u. a. in Wohltorf, Schmalenbeck, Volksdorf, Lottbek, Rokesberge und ½ Hoisbüttel) für 900 Mk Lüb. Pf. verkauft hat, ist Bruneke Tralow mit weiteren Angehörigen seines Geschlechts (Detlev, Hennekin und Volrad) als naher Verwandter des Verkäufers unter den Haltern des Briefes 483. Dann ist er am 11.01.1402 mit Volrad (III) von Tralau Zeuge, als die Brüder Henneke (Johann VIII) und Otto von Tralau dem Rat zu Lübeck ihr Holz zu Rethwisch verkaufen 484. 1404 wird er von Herzog Gerhard VI. als „unse man“ bezeichnet, als dieser dem Kloster Reinfeld ein Zollprivileg erteilt 485. Als „Benck“ Tralowen unterschreibt er 1407 die Ehestiftung zwischen Friedrich Schulte gnt. Schrammeke und Margareta von Lasbek, Marquards (III) Tochter 486. 1408 ist er Zeuge für die Gebrüder von Züle, als diese Steinhorst verkaufen 487 und Mitgelober für Swyn von Qualen, als dieser Kastorferharrie (Ksp. Brügge) an das Kloster Bordesholm verkauft 488. Am 28.08.1409 erscheint Bruneke dann unter den Ratgebern Herzog Erichs IV. von Sachsen-Lauenburg, der für die von Krummesse urkundet 489. Letztmalig genannt ist er dann in einer zwischen dem 25. und 30.03.1410 ausgestellten Hamburger Urkunde 490.


Lage von Lancken und Greven


Danach verliert sich seine Spur, wie überhaupt die Tralau im folgenden Jahrzehnt aus dem holsteinischen Raum verschwinden. In diesem Zusammenhang fällt es auf, dass zur selben Zeit in Mecklenburg, im Raum Parchim, Namensträger Tralow mit den Rufnamen Bruno, Hartwig, Joachim, Johann und Volrad auftauchen. Dies kann kein Zufall sein. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass sich die holsteinischen Tralau nach dem Verlust ihres Grundbesitzes nach Mecklenburg gewandt haben, wo das Geschlecht bereits 1278 mit Hartwig (III) im Umfeld der Fürsten von Werle begegnet.


Das neue Wirkungsfeld des Geschlechts wurde nun schwerpunktmäßig offenbar das Gut Greven mit mit der Meierei Lancken. Lancken, 1229 erstmals urkundlich erwähnt 491, wurde als besonderes Kirchspiel von Parchim abgetrennt 492. Kirchherr und Patronat verblieb bis 1663 bei St. Georgen in Parchim, dann kam es an den Landesherrn. 1700 entstand aus der ehemaligen Meierei ein Gutshaus. Die bemerkenswirte Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert beherbergt einen wertvollen Schnitzaltar des Lübecker Meisters Claus Berg. Heute gehört Lancken zur Gemeinde Rom.


Lancken: Dorfkirche aus dem 14. Jhdt.

Bruno von Tralow, der 1419 Rechte in Greven veräußert 493, ist vmtl. identisch mit Bruno (III) von Tralau, den wir zuletzt 1410 in Holstein gesehen haben. Über ihn setzt sich das Geschlecht möglicherweise in Mecklenburg fort. Zumindest ist davon auszugehen, dass die im Greven und Lancken im 15. Jahrhundert bezeugten Namensträger auf ihn zurückgehen.


Kinder (evtl.):

1. Hartwig (VIII) > VIII-66



Detlev von TRALAU +n. 1398


(VII - 54); Knappe; Sohn Volrads (II); urkundet 1390/1398 - Erstmals genannt wird Detlef Tralowe, Volrades Tralowen sone am 09.10.1390 als die Knappen Konrad, Ulrich und Herding Stake ihr halbes Dorf Dakendorf an den Vikar Henning von Lentzeke und den Lübecker Bürger Tidemann Junge zur Errichtung einer Vikarie an St. Petri in Lübeck verkaufen 494. Als am 19.11.1396 der Knappe Henneke Rantzow bestätigt, dass er mit Zustimmung seiner Herren, seines Bruders Sievert und seiner nächsten Erben und Freunde, dem Knappen Henneke Hummersbüttel, dessen Kindern, seinen gesamten Besitz (u. a. in Wohltorf, Schmalenbeck, Volksdorf, Lottbek, Rokesberge und ½ Hoisbüttel) für 900 Mk Lüb. Pf. verkauft hat, ist Detlef Tralow mit weiteren Angehörigen seines Geschlechts (Bruneke, Hennekin und Volrad) als naher Verwandter des Verkäufers unter den Haltern des Briefes 495. Dann urkundet er 1398 mit Henneke d. J. von Tralau, als der Knappe Ludeke von Wensin der Stadt Lübeck Eichenholz verkauft. Der Urkunde hängt Detlevs Siegel an 496.



Johann (IX, Henneke d. J.) von TRALAU


(VII – 55); Knappe, (?)Sohn Volrads (II), 1398 urkundet er zusammen mit Detlev Tralowe, als der Knappe Ludeke von Wensin der Stadt Lübeck Eichenholz verkauft 497. Dies lässt den Schluss zu, dass wir ihn von dem gleichzeitigen Johann VIII zu unterscheiden haben 498.



Margarete von TRALAU+nach 15.08.1390


(VII - 63); (?)Tochter Volrads (II), Helmold von PLESSEN (+vor 15.08.1390) – „domine Margarete filie Volradi Tralowen quondam Helmoldi de Plessen relicte“ bekennt, am 15.08.1390 von Arnold Pleskow für sich und ihre Erben 412 Mk. Geliehen zu haben. Zeuge ist Symon Odeszlo 499.



Floria von TRALAU

(VII -57); Nonne - Fflorya Tralouwe, scholemestersche des Klosters Reinbek ist nur einmal, am 14.08.1397 genannt, als das Kloster eine Rente aus seinem Dorf Köthel verkauft 500.



Herwicus TRALAU +1381


(VII - 58); Priester, urkundet 1361/1380 - Dominus Hartwicus Tralowe genannt Herwicus erscheint mehrfach in lübschen kirchlichen Urkunden des Marien Quartiers und im Niederstadtbuch 501. Sein erstes Testament setzte er am 05.07.1371 auf, das zweite am 03.02.1380. Priesteramt und Stellung, die sich im Titel „Dominus“ ausdrückt, kennzeichen ihn als Mann hoher, wohl adeliger Herkunft. Vermutlich gehört er zur holsteinischen Adelsfamilie von Tralau, von der ja immer wieder Angehörige den geistlichen Stand wählten.



Henneke (Johann X) von TRALAU +n. 17.03.1391


(VII - 59), Knappe, mecklenburgischer Vasall, urk.1386/1399 - (Johannes) Henneke) Tralow ist Mitlober am 17.10. und 10.11.1386 bei Johann Moltke von Letschow 502, am 04.06.1387 und 04.01.1390 bei Dankward von Bülows Söhnen Joachim und Heinrich 503. Am 22.06.1390 verpfändet ihm Gödeke von Bülow zu Prüzen den Zoll zu Grenz 504 und am 17.03.1391 ist Henneke Tralow noch einmal Mitlober bei Henneke Moltke 505.



Cord (Conrad) von TRALAU


(VII - 60); Knappe, mecklenburgischer Vasall - Cord Tralow wird zuerst 1383 gennannt 506. Dann tritt er 1387 in Parchim als Mitlober auf 507.



Hartwig (VI) von TRALAU +n. 12.10.1418


(VII - 61); Knappe, königlich dänischer Vasall mit Besitz auf Seeland und Fünen, urk. 1371/1418 - Hartwig Tralow gehört zweifelsohne dem holsteinischen Geschlecht der Tralau an. Dies belegt sein Rufname, vor allem aber sein Wappen. Es zeigt auf rundem Siegel im stehenden Schild den Strahl in mehreren Varianten:


Wappen Hartwigs (VI) von TRALAU (1390, 1397, 1417)


  • mit Kugeln bestreut ein liegender glatter Strahl querrechts und die Umschrift S' HARTWICI DE TRALOW 508

  • im oberen rechten Eck des Schildes einen schrägrechts liegenden glatten Strahl; der Rest des Schildes ist mit Kugeln/Ringen (?) belegt. Umschrift: S' HARTWICI TRELOW 509

  • ein mit Kugeln belegter liegender Strahl schräglinks auf glattem Feld und die Umschrift S' HA ... WICI TRALOW 510.


Lagepläne von Hartwig (VI) von Tralaus Besitzungen in Dänemark


Hartwig hatte Besitz auf Fünen und Seeland. Im Kirchspiel Kølstrup im Amt Odense auf Fünen besaß er in Hundslev ein Gehölz, das er 1397 an Johan Olsen Bjørn verkauft 511. Im Amt Søro (Seeland) besaß er Freerslev (Fretherzløff). 1402 verkaufte er an Bischof Peter von Roskilde sein Gut „Heyde wenge“ in Fredersløff 512. Am 18.07.1406 verkauft Hartwicus Tralow „residens in Storthæ“ dem Peter Grubbae „curiam meam villicalem in Berga in Flakkebergz“ 513. Am 18.05.1408 ist Hartwicus Trallov Mitsiegler bei Peter Grubbae auf Nybølloe 514. In Stude (Storthæ) im Kirchspiel Hemmeskøj im Amt Søro übertrug er 1409 sein Gut an Bischof Peter von Roskilde 515. Dann ist Hartwich Tralouwe am 25.03.1410 in Roskilde Mitsiegler, als der Ritter Pridbern von Puttbus Bischof Peter von Roskilde „alle ere rechtigkeit de ick kofte in de greuesscop unde gherde unde guden to Streye van vrowe Offomyen greuinne to Nouwgharde unde van erer suster vrouwe Elzebe, junghe her Hennighes dochtere, vor 4000 lib.mc. pen., alzo binnen der stat to deme Sunde ghenge sind“ 516.


Danach erscheint Hertwigh „Trolle“ am 13.06.1414 517. Als Mitgelober wirkt Hartwig Tr(a)low am 29.07.1415 bei Niels Gødekesß zu Skorp, als dieser dem Thezo Rosengard zu Querkæby Güter in Gerløwe in Slauelsæauf Seeland versetzt, die er von seinem Schwiegervater zu Pfand hatte 518. Als zu Jællinge, dem berühmten altdänischen Königssitz Gorms des Alten, angesessen, wird Hartwicus Tralow am 29.04.1416 bezeichnet 519. Dann ist Hartwicus Tralow am 05.05.1416 Mitsiegler bei Geldgeschäften der Christine Bodotter, Herrn Euert Moltikhs (Moltke) zu Wixsiø Witwe 520. Letztmals siegelt er am 15.12.1417 und am 12.10.1418 521.




Achte Generation:



Hermann (VII) von TRALAU/WIGERSRADE +n. 1426


(VIII - 62); Knappe, Bruder von Joachim; urkundet 1418/1426 - Erstmals genannt ist Hermen Tralowe am 29.11.1418 - zusammen mit seinen Brüdern Joachim und Volrad (IV) sowie seinem Vetter Volrad (V) (“Hermen Tralowe van siner unde van siner brodere weghene Jachimmes unde Vollerdes unde van sines vedderen weghene Vollert Tralowen“) - als Fürst Heinrich von Stormarn, Graf von Holstein ihm gestattet, die von seinen Vorfahren gestiftete Vikarie bei der Almissenstiftung in der St. Jürgenskirche in Oldesloe durch Bischof Johannes von Lübeck bestätigen und verbessern zu können 522. Dies geschah offenbar 1422. Am 05.01.1422 errichtete Bischof Johannes von Lübeck die von den „validorum armigerorum Hermanni et Joachim fratrum nominatorum Tralowe laycorum nostre Lubicensis dyocesis“ sowie dem Lübecker Vikar Hinrich Reinecke mit Einkünften vor allem aus Oldesloe gestiftete Vikarie in Oldesloe 523. Die tralauischen Brüder schenkten dazu „duobus mansis prope villam Wygherdesrode quos nunc Henneke Lynowe et Lemmeke Korner colunt, et aliis peciis agrorum iacentibus in veltmarchia opidi Odeslo ante portam dictam vulgariter Hamborgherdor incipientibus prope Bramberch et terminantibus prope Glindwech, et aliis iacentibus prope Radekampe, et aliis prope Berkule, et aliis ante portam dictam vulgariter Molengrouesdor videlicet duabus peciis circa Sukar et aliis duabus peciis prope Gronewege, et duabus peciis in der Suluerkulen, et aliquibus extra portam Bestigendore incipientibus circa Stich et terminantibus in Hogenlyt, ac pratis et agris dictis Ossenbruch incipientibus prope Odeslo et terminatibus prope campos curie Lutteken Redwisch, et prato dicto de Borchardeswisch sito in Antiqua Mersch, et pratis et agris inter ambos partes ibidem ...“. Reinecke schenkte dabei 12 Mk aus dem Dorf Klein Rümpel sowie „quatuar marcharum redditibus monete consimilis per Nicolaum Busch et Marquardum Nadelop de curiis et agriis, quos ipsi in villa Mentzendorpe Tazeburgensis dyocesis possident ... necnon et duarum marcarum redditibus de quibusdam abris veltmarchii ville Mentzendorpe predicte Dorlant dictis“ 524. 1426 erscheint er als Besitzer von Wigersrade, +Elersdorf und beider Rethwisch im Zehntenverzeichnis des Bischofs Johann Schele: „Redwysch major et Redwysch minor et Elerstorpe et Wyersrode, hae quatuor villae subjacent Domino Hermanno cicto de Wyersrode, militi, et non dant decimam, sed tenentur dare“. Vermutlich gibt das Verzeichnis aber einen älteren Besitzstand wieder, denn 1421 sind in +Elerstorp sieben Stellen im Besitz des Lübecker Bürgers Tydemann Tzarrentin 525 und Rethwisch ist im selben Jahr im Besitz von Schele Detlef von Buchwald 526.



Joachim von TRALAU


(VIII - 63); Knappe, Bruder von Hermann (VI) und Volrad (IV); urkundet 1418/1422 - Mit seinen Brüdern ist er zuerst 1418 genannt 527. Zusammen mit Hermann (VI) stiftete er am 05.01.1422 eine Vikarie in der Oldesloer Kirche 528. Ob er mit dem 1450 im Raum Parchim genannten Knappen Joachim von Tralow 529 identisch ist, muss offenbleiben. Vielleicht verbirgt sich hinter diesem auch ein weiterer Namensträger des Geschlechts aus dem Hause Greven-Lancken.



Volrad (IV) von TRALAU


(VIII - 41); Knappe, Bruder von Hermann (VI) und Joachim. Er wird nur ein Mal, am 29.11.1418 im Zusammenhang mit der Bestätigung und Verbesserung der tralauischen Vikarie an der Oldesloer St. Jürgens-Kirche genannt 530. Die Urkunde vom 05.01.1422 nennt ihn nicht mehr, vmtl., weil er bereits tot war.



Volrad (V, Vollert) von TRALAU


(VIII-65); Knappe, als „veddere“ der Brüder Hermann (VI), Joachim und Volrad (IV) wird er am 29.11.1418 im Zusammenhang mit der Verbesserung der tralauischen Vikarie an der St. Jürgenskirche zu Oldesloe genannt 531.



Hartwig (VIII) von TRALOW


(VIII – 66); Knappe, evtl. Sohn von Bruno (III), urk. 1401/1429; er Besitz das Gut Greven mit der Meierei Lancken. Aus beiden veräußert er Rechte 532. 1419 wurde er wegen Behinderung kirchlicher Hebungen exkommuniziert 533. Hartwig erscheint in zahlreichen weiteren Urkunden 534.



Hartwig ist möglicherweise Vater der beiden Söhne


1. Volrad > IX-67

2. ?Johann (XI) > IX-68




Neunte Generation



Volrad (VI) von TRALOW


(IX – 67); Knappe, Sohn von Hartwig (VIII), 1417/1435 ist er Knappe in Greven 535



Johann (XI) von TRALOW


(IX – 68); Knappe, vmtl. Sohn von Hartwig (VIII), urk. 1434/1452 – Er veräußert Rechte in Greven 536 und den Hof Grabow 537. Sonst wird er nur noch einmal urkundlich erwähnt 538.




Zehnte Generation



Bruno (IV) von TRALOW


(X – 69); Knappe, Sohn vmtl. Hartwig (VIII), urk. 1461 539/1490; er ist vmtl. noch identisch mit jenem Bruno, Vater von Balthasar und Hartwig (IX), der 1490 Rechte in Greven 540 und Lancken 541 veräußert. Er erscheint sonst nur noch zweimal in den Urkunden 542.


Kinder (u. a.):

1. Balthasar > XI-70

2. Hartwig (IX) > XI-71

3. ?Christian > XI-72




Elfte Generation



Balthasar von TRALOW


(XI – 70); Knappe, Sohn von Bruno (IV), ur. 1490/1497, Er erscheint zunächst mit seinem Vater 543. 1497 veräußert er – zusammen mit seinem Bruder Hartwig (IX) – Rechte in Greven 544.



Hartwig (IX) von TRALOW


(XI – 71); Knappe, 1497 veräußert er zusammen mit seinem Bruder Balthasar Rechte in Greven 545.



Christian von TRALOW


(XI – 72); Knappe, möglicherweise Sohn, zumindest naher Verwandter von Bruno (IV), er ist 1497 im Zusammenhang mit der Veräußerung von Rechten in Greven durch Balthasar und Hartwig (IX) genannt 546.




Die Tralow setzen sich in Mecklenburg noch bis ins 17. Jahrhundert fort. Die Ritter-Matrikel von Jahre 1506 nennen Hans (I) von TRALOW auf Schöneberg im Amt Parchim. Ein weiterer (?) Hans (II) von TRALOW saß in der Vogtei Lübz 547. 1511 – 1563/1568 nennt das Klo

sterarchiv Dobbertin den Knappen Baltzar TRALOW 548. Er könnte noch mit dem 1497 in Greven bezeugten Balthasar identisch sein. Eine Margarete von TRALOW aus Krautsdorff in Brandenburg erscheint um 1540 als Ehefrau von Joachim von Morin auf Ludorf 549. Schließlich findet sich das Wappen von Hans (III) von TRALOW im 1618 angelegten Rittersaal von Rehna 550.







Anhang:


STOKELET



Ob die 1311/1395 bezeugte Familie STOKELET, die im geteilten Wappenschild den tralauischen Strahl als Wappen zeigt, mit Marquard (IV) von TRALAU gnt. STOKELET in einen direkten Zusammenhang gebracht werden kann, erscheint fraglich, denn die Rufnamen Lüder (1317) und Thomas (1342/1370) sind den Tralau fremd. Doch dürfte zweifelsfei sein, dass eine sehr nahe Verwandtschaft zwischen beiden Familien bestanden hat.


Johann Stokeled, Siegel 1370


Als erste ist Adelheid gnt. STOKELED im Jahre 1311 genannt 551. Sie war wohl die Ehefrau von Marquard (III) von TRALAU gnt. STOKELED. Luderus STOKELET ist am 12.02.1317 Mitgelober bei seinen Verwandten Johann, Eckehard und Marquard Solder, als diese mit dem Kloster Neumünster Frieden schließen 552. Ob und gegebenenfalls wie er in die Genealogie des tralauischen Geschlechts einzubinden ist, mit dem Wappengleichheit besteht, lässt sich nicht sagen. Sei Beiname bringt ihn in die Nähe zu Marquard (IV) gnt. Stokelet. Es scheint, als wären die Stokeled ein Seitenzweig der Tralau gewesen 553. Die 1331 genannte Elisabeth gnt. STOKELED 554, Schwester von Rudolf von Dale und Alheydis, könnte seine Frau gewesen sein. Thomas STOKELED könnte Lüders Sohn gewesen sein. Er urkundet 1341/1370. Am 01.09.1341 ist Mitlober bei den Friedensvereinbarungen zwischen den Grafen von Holstein und König Waldemar III. Atterdag von Dänemark (1340-1375) und dessen Verbündeten 555. Dann hören wir von Thomas noch einmal 1370, als er und sein Sohn Johann dem Ratmann Symon Swarting und dem Lübschen Vogt Heinrich von Lo Urfehde für Hennekinus Stuleke schwört 556. Ihm sind die Söhne Johann, Marquard und Bertram zuzurechnen.


Johann STOKELED urkundet 1370/1387 als Knappe, 1395 ist er Ritter. 1370 schwören er und sein Vater dem Ratmann Symon Swarting und dem Lübschen Vogt Heinrich von Lo Urfehde für Henneke Stuleke 557. Der Urkunde hängt sein rundes Siegel an. Auf stehenden gespaltenem Schild zeigt es einen glatten querrechts liegenden Strahl 558. Am 06.12.1387 überträt er mit seinen Brüdern, die Knappen Marquart und Bertram STOKELET, gesamthänderisch mit Henneke Rode und Hinrik Rode dem Grafen Adolf VII von Holstein den Weddeschat „den wy und unse erven hadden to Dame“ 559. Dann ist her Johann Stokeleyt, riddere am 17.06.1395 in Lindholm unter den Mitlobern bei den mecklenburgischen Herzögen Johann II. d. Ä. und Johann III. d.J., als diese über die zwischen König Albrecht von Schweden und Königin Margarethe von Dänemark vereinbarten Frieden urkunden 560. Am 08.09.1395 ist er dann erneut Mitlober, als die mecklenburgischen Herzöge versprechen, die Städte Lübeck, Stralsund, Greifswald, Elbing, Thorn, Danzig und Reval wegen ihrer Bürgschaft für König Albrecht und seinen Sohn, Herzog Erich, schadlos zu halten 561. Danach hören wir von Johann nichts mehr. Es ist zugleich das letzte Mal, das wir den Namen Stokeled in den Urkunden belegt finden. Bertram Stokelt wird noch einmal am 24.06.1394 als Hauptmann unter den Vitalienbrüdern in Stockholm bei der Stiftung einer ewigen Messe erwähnt 562.


Ob die Mitte des 14. Jahrhunderts in Lübeck bezeugten STOKELED der holsteinischen Adelsfamilie zuzurechnen sind, lässt sich nicht sagen. Gherardus STOKELET ist am 04.01.1354 Mitlober, als die Brüder von Buchwald ihre Zustimmung zum Verkauf des Dorfes Wendisch Parin an Tidemann Brugghemaker und Wibe, die Witwe des Rodenwolder geben 563. Thidemannus STOKELEED (+1360) wird am 21.12.1356 und nach dem 18.05.1357 unter den Mitgliedern des Lübecker Rates genannt 564. Er wohnte in dem 1339 von ihm angekauften Hause Mengstraße 30 565.Als Margareta Parkentin, Nonne in Ütersen, am 23.09.1360 zwei Lübecker Bürger bevollmächtigt, 4 Mk Rente „quas habeo in domo Tidemanni Stokeleyt felicis memorie“ zu kündigen 566, ist dieser bereits tot. Der Vikar Johannes STOKELEYD ist am 18.11.1406 zugegen, als der Lübecker Domherr Albert Rodenborg als Testamentsvollstrecker des Domherrn Jacob Krumbek der von diesem gestifteten Vikarie im Dom 10 Mk Rente aus Gedtow bei Grevesmühlen überträgt 567.



von NEHMTEN



Von dieser Familie ist allein der Knappe und gräflich-holsteinische Vasall Marquard von NEHMTEN namtlich bekannt 568. Er lag mit der Stadt Lübeck in Fehde. Dies ergibt sich aus einer Vereinbarung vom 20.01.1331 über die Art und Weise, in der dieser Streit zwischen Lübeck und Marquard de Nemete und seinen Freunden beigelgt werden sollte 569. Am 18.03.1341 ist Marquard von Nemete unter den Zeugen, als Graf Johann von Holstein den Verkauf des Dorfes Offendorf (Kirchspiel Ratekau) durch den Knappen Siegfried von Buchwald an die Lübecker Ratsfamilie von Schöppenstedt bestätigt 570.


Marquard von Nehmten ist der einzige manetlich bekannte Vertreter, der sich nach dem Gut Nehmten am großen Plöner See nannte 571. Sein Rufname weist ihn als der Familie von GODAU bzw. von TRALAU nahestehend aus, der Nehmten schon 1244 gehört hatte. Da sich Marquard „von Nehmten“ nennt, ist sein Burgsitz dort vorauszusetzen. In Nehmten liegen 300 m südlich des heutigen Gutes, unweit des Großen Plöner Sees, die Reste einer Turmhügelburg 572. Die Struktur der Uferlandschaft mit einer Höhe von 21,0 – 22,5 m NN und der niedrige Wall im Nordwesten deuten darauf hin, dass es sich um eine größere Anlage gehandelt haben muss.


Lageplan der beiden mittelalterlichen Burganlagen bei Nehmten



Turmhügel der Burganlage Nehmten


Ein weiterer etwa 5 m hoher Turmhügel erhebt sich etwas weiter südwestlich aus der Niederung nördlich der Scheidenau und des Pehmer Hofes am Großen Plöner See. Seine Form ist etwa dreieckig, mit Seitenlängen von rund 21 m. Der Turmhügel ist von einem flachen Graben umgeben. Nördlich gelegene Abschnittswälle deuten auf eine Vorburg hin 573. Welche dieser Anlagen Wohnsitz von Marquard von Nehmten war, lässt sich nicht sagen.



von GODAU


(Träger des Namens G (h) o d o w e, G (h) u d o w (e) finden sich in Holstein und in Sachsen-Lauenburg. Gewöhnlich wird angenommenen, dass es sich dabei um zwei Familien handelt.)



von GODAU I


Mit Heinrich und Marquard nennen sich 1244 zwei Angehörige des tralauischen Geschlechts nach ihrem Besitz Godau am Plöner See „von G o d a u“. Ob die dann ab 1259 in Godau nachweisbare Familie gleichen Namens noch in einem Zusammenhang mit den Tralau steht, ist zweifelhaft. Dagegen spricht vor allem das Wappen 574. Es zeigt im schildförmigen Siegel einen stehenden rechtsgekehrten Wolfskopf mit aufgesperrtem Rachen, ein Wappen, das u. a. auch die von Buchwaldt führen.


Hinricus de Gudowe                             Henneke Gudowe

1336                                                     1362


Hasso de GODOWE ist am 21.12.1259 Mitlober beim Friedensschluss der holsteinischen Grafen mit Otto von Barmstedt 575. Dann ist Johannes (I.) GODOWE am 30.11.1310 genannt, als Wulf von Borkow dem Kloster Neumünster seine Anteile an Bissee, Brügge und Luderstorp sowie den Hof Vilemkic verkauft 576. Es folgt der zwischen 1320 und 1339? bezeugte Ritter Hinricus de GHUDOWE (GODOWE). Als holsteinischer Vasall bezeugt er am 30.05.1320 den Erbvergleich der holsteinischen Grafen 577. Dann ist er am 24.06.1325 Zeuge, als Graf Johann III. von Holstein über den Verkauf des Dorfes Alt-Ratgensdorf im Kirchspiel Heiligenhafen durch Detlev Parkentin gnt. Holste an den Lübecker Bürger Nicolaus Mornewech urkundet578. Am 22.11.1326 bezeugt Heinrich von Godau den Verkauf von Ober und Nieder Büssau, Genin, HUBBiHL I, 590/591ansfelde und Hamberge durch den Grafen an das Lübecker Domkapitel 579. Dann ist her Hinric van Gudowe am 14.09.1333 Zeuge, als Graf Johann III. bekennt, dem Ratmann Hermann Clenedenst und den Brüdern Tidemann und Hermann Witte in Lübeck 4000 Mk.Lüb.Pf. schuldig zu sein 580. 1335 ist er unter den Zeugen, als Graf Johann III den Verkauf des Dorfes Klausdorf durch das Kloster Reinfeld an das Lübecker Domkapitel bestätigt 581. Am 05.01.1336 beurkundet er einen Rentenverkauf Detlevs von Buchwald und seiner Söhne in Ovendorf 582 und am 11.01.1337 ist Hinricus de Godowe als patruelis der Brüder Heinrich, Otto und Eckard von Dissau genannt 583. Ob der in einer zwischen dem 09. und 16.10.1339 in Lübeck ausgestellten Urkunde 584 genannte Hinricus Gudowe mit dem gleichnamigen Ritter in Zusammenhang gebracht werden kann, scheint fraglich. Er schuldet mit Gottfried Boizenburg dem Christian Badegow 50 Mk, wofür beide die Mühle in Schönberg verpfänden. Hier sind wohl eher Lübecker Bürger genannt.


Detleuus (I.) GODOWE ist zuerst am 11.01.1337 mit Heinrich von Godau genannt 585. Vermutlich ist er noch identisch mit dem am 27.11.1349 bezeugten 586 Bruder von Wulf van GODOWE/de GHUDOWE, der 1342/1349 urkundet. Beide Brüder lagen seit mindestens dem 10.10.1348 mit der Stadt Lübeck in Fehde 587. Diese Fehde stand wohl in einem direkten Zusammenhang mit der großen Fehde der Hummersbüttel und der Scharopenberg im Jahre 1348. Am 13.10.1342 ist Wulf Mitlober bei den Grafen von Holstein, die sich wegen ihres Streits mit König Waldemar IV. von Dänemark und den norddeutschen Hansestädten einem Schiedsspruch unterwerfen 588. Vielleicht ist er mit dem am 03.1342 genannten „Godowen sone mit dem scheuen munde“ gleichzusetzen 589). Am 02.09.1346 sind Wulf und Hennekinus dicti de Godowe genannt 590. Dann ist Wlf de Ghudowe am 25.11.1348 als Vasall Graf Johanns III. von Holstein zugegen, als dieser die Schenkung von Wendisch-Nüchel durch Hartwig Breide an das Kapitel von Eutin bestätigt 591. Erneut genannt wird Wulf am 24.05.1349 und am 27.11.1349 erscheint er zusammen mit seinem Bruder Detlev, als der Graf dem Rat von Lübeck verspricht, dass er dafür einstehen wolle, dass die beiden Brüder von Godau den Verfesteten der Stadt, bis zum Weihnachtsfest einschließlich, keinen Vorschub leisten werden 592. Am 22.05.1345 bekennen die Knappen Thimmo et Hennekinus (Johann II) fratres dicti de GUTOWE sowie Marqardus eiusdem Thimmonis filius, wegen des Soldes für die von ihnen und ihren Freunden während mehrerer Jahre der Stadt Lübeck geleisteten Kriegsdienste vollständig befriedigt zu sein 593. Hennekinus ist dann 1346 erneut genannt 594. Für der Stadt Lübeck geleisteten Kriegsdienst quittieren 1362 595 auch die Knappen Henneke (Johann II?), Dithleuus (II.?) und Hartwicus GUDOWE. Als letzte Angehörige der holsteinischen Familie von Godau werden vor dem 23.04.1366 Johannes (III.), Sifridus, Wulfhardus (II.) und Detleuus (III.) fratres dicti de GHUDOWE zusammen mit ihrer Mutter Margaretha als Verkäufer von Alt Schwochel genannt 596. Auf Falster in Dänemark lebte allerdings 1451 noch Olav GODHOV, der das Wappen der holsteinischen Godau führte 597.


Zu holsteinischen Familie von Godau gehört offenbar auch Gherardus GHODOWE presbiter, der am 12.04.1348 mit Zustimmung seines Bruders Johannes (II.?) über die Bedingungen urkundet, unter denen er von dem Priester Werner zu Petersdorf die dortigen Pfarrländereien auf drei Jahre gepachtet hat 598. Sein Rufname weist auf die zweite, im Herzogtum Sachsen-Lauenburg im 14. Jahrhundert ansässig gewesenen Familie von Gudow, die vielleicht doch nur ein Zweig der holsteinischen gewesen ist.




von GODOWE (GUDOW) II


b) Das adelige Lehngut Gudow im Herzogtum Sachsen-Lauenburg, seit 1470 im Besitz der Familie von Bülow, war angeblich als Stammsitz namengebend 599 für die zweite Familie des Namens Godowe /Gudowe, die sich auf Marquard von Zecher herleiten soll 600. Dies scheint mir höchst zweifelhaft. Zum einen ist der Rufname Gerhard offenbar auch bei den holsteinischen von Godau belegt 601, zum anderen zeigt das godowsche Siegel keinerlei Verwandtschaft zu dem der Familie von Züle stammverwandten von Zecher 602. Außerdem fehlt jeglicher Beleg, dass die lauenburgischen von Godow jemals in Gudow angesessen gewesen sind. Die Familie hatte Besitz in +Drüsen, Mölln, +Petzeke und an der Stecknitz. Ihr schildförmiges Siegel zeigt auf dem Schild einen liegenden erhöhten glatten Querbalken.


Siegel des Gherd Ghodow (1371)


Als erster wird Gerhardus (I) dictus GODOWE ab 1324 genannt. Er hatte 10 Mk Einkünfte aus Deutsch-Sirksfelde für 100 Mk an den Hamburger Domkantor Bruno verkauft, was Herzogin Elisabeth und ihr Sohn, Herzog Albrecht VI. von Sachsen-Lauenburg (1321-1344) am 21.05.1324 beurkunden 603. Gerhard ist dann am 19.03.1330 Zeuge, als Herzog Albrecht VI. dem Kloster Neumünster das Recht gewährt, Erb- und Lehngüter sowie Gerichtsbarkeit zu erwerben und Lehngüter in Erbgüter umzuwandeln 604. 1334 verpfändet Gerd Godowe dann eine Rente von einer Hufe auf dem Gülzer Feld 605. Vor Dezember 1350 ist Gherardus Gudowe dann gestorben, denn an 20.12.1350 bestätigt Herzog Erich (III.) d.J., dass Gerd Witwe Abele und ihr Sohn Gerhard (II.) den Acker und die Wiese bei der Knakenmolen an der Stecknitz für 18 Mk. Hamb.Pf. an die Konversen des Heiligen-Geist-Hospitals in Mölln verkauft haben 606. Gherd (II) GHUDOWE ist dann am 12.03.1371 unter den Adeligen der Pfandherrschaft Mölln, die dem Rat zu Lübeck huldigen 607. Am 14.09.1374 bezeugt er die Erklärung der Brüder Johann und Eggert Wulf, Schloss und Weichbild Bergedorf von Herzog Erich III. und dem Rat zu Lübeck zu treuer Hand erhalten zu haben (SHRU IV, 1534). Am 03.03.1375 erscheint Gherardo de Godowe armiger dann in einer mecklenburgischen Urkunde 608 und am 30.07.1375 verkauft er dem Kaland zu Mölln für 15 Mk.Lüb.Pf. eine jährliche Rente von 18ß aus der Mühle zu Alt Mölln und für weitere 9 Mk den Kätnerdienst und was ihm sonst aus der Mühle zusteht 609. Am 08.04.1377 bezeugt Gerd den Tausch des grönauischen Besitzes in der Vogtei Stove gegen Farchau, Damker und Pötrau 610. Gherd (II) war vmtl. der Vater einer Tochter Ermengard, die mit Heinrich (VII) von Krummesse verheiratet war und die den Rufnamen Gerd in die Familie von Krummesse brachte. Geschwister Gherds (II.) waren vermutlich die 1375 genannten Hinricus - er starb unvermählt - und Abele de Godowe. Am 01.05.1378 verpfänden Gherd Godowe und sein Sohn Ghereke (III) mit Vorbehalt des Wiedereinlösungsrechts an Bürgermeister und Rat zu Mölln für 1019 Mk. Lüb. Pf. ihre Mühle 611. Am 08.05.1378 erhöhen Gherd Godowe, borger to Molne unde Ghereke, myn zone für den Fall der Nichtrückzahlung die Pfandsumme 612. Sie urkunden, dass sie zur Rückzahlung der ihnen von Bürgermeister und Rat zu Mölln geliehenen 30 Mk nebst 2 Mk Zinsen am 1 Mai des nächsten Jahres verpflichtet sind. Für den Fall, dass die Zahlung nicht erfolgt, soll die Mühle, welche sie dem Rat bereits für 1019 Mk verpfändet haben, gegen Erlegung einer jährlichen Rente von 2 Mk als Unterpfand für die genannte Summe dienen. Am 07.03., 03.05. und 19.05.1379 urkunden Gherd Godowe und sein Sohn Ghereke, dass sie den Bürgermeistern und dem Rat von Mölln 100 Mk. Lüb. Pf schuldig sind, wofür sie jährlich zu Mittfasten 7 Mk Rente zu entrichten haben. Erfolgt die Zahlung nicht, so soll dieselbe zu dem auf die Mühle aufgenommenen Kapital geschlagen werden613. Die Finanzlage der Familie bessert sich nicht und am 22.05.1383 sind Gherd Godowe und sein Sohn Ghereke gezwungen ihre Mühle zu Mölln mit allem Zubehör und den Wasserlauf aus dem Drüsener See bis zur Mühle für 2100 Mk Lüb.Pf zu verkaufen. Es wird vereinbart, falls der Verkauf bis zum nächsten Michaelistag nicht vollzogen ist, Gerd und sein Sohn die von der 700 Mk betragenden Restforderung bereits erhobene Summe von 100 Mk von Michaelis an mit 7 Mk verzinsen soll und es soll diese Summe, wenn sie Michaelis übers Jahr nicht zurückgezahlt wird, auf die Mühle eingetragen werden 614. In einer weiteren Urkunde, ebenfalls auf den 22.05.1383 datiert, verkaufen die Gudow ihre Mühle dann ohne weitere Klauseln für 2000 Mk. Lüb.Pf 615. Dann sind Gherd Gudowe und sein Sohn dem Rat erneut Geld schuldig. Am 21.01.1385 urkunden sie, dass sie ihm 20 Mk Lüb. Pf. schuldig sind. Sollte die Rückzahlung nicht bis Ostern 1386 erfolgen, so soll die Schuld auf die Mühle eingetragen werden und mit 4 Pf und 21ß jährlich verzinst werden 616. Die Mühle war also noch immer im Besitz der Gudow. Erst am 15.07.1385 geht die Mühle in Mölln, die mit jährlichen Getreidelieferungen an den Herzog von Sachsen-Lauenburg und an den Kaland zu Mölln und mit einer an die Domherren zu Hamburg zu entrichtenden jährlichen Rente von 3 Mk belastet ist, endgültig für einen Kaufpreis von 2100 Mk in den Besitz der Stadt Mölln über 617. Bereits 1380 hatte Gerd Godowe aus einer halben Hufe auf dem Gülzer Felde eine jährliche Rente verkauft 618. Am 02.04.1382 ist Gerd Ghudowe dann Zeuge, als Eggerd (II.) und Johann (V.) von Krummesse ihre Höfe in Krummesse verkaufen 619. Zusammen mit seinem Sohn Ghereke verkauft er am 12.03.1385 für 550 Mk. Lüb.Pf. sein Drittel an der Drüsener Dorfstelle mit dem Drüsener Feld sowie der Lütauer Mühle, dazu den ganzen Drüsensee 620. Als ehemaliger Besitzer des halben Drüsener Sees und der Lütauer Mühle ist Gherd Gudowen noch einmal am 21.12.1398 genannt, als Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg diesen Besitz dem Möllner Bürgermeister Johann Molner überträgt 621.


Alt Mölln: Wassermühle















2. Teil: Linie von KRUMMESSE



Herkunft, Name, Wappen



Die zuerst 1237 urkundlich so genannte Familie 622 war ein Zweig der von TRALAU. Dies ist zweifelsfrei, da der Begründer der Linie von Krummesse, Heinrich „pincerna“ als Bruder des Oldesloer Vogts Marquard (I) von Tralau gesichert ist. Auch das krummessische Wappen zeigt - wie das tralauische - im Schild, der mit kleinen Kugeln bestreut ist, einen querliegenden, nach links gerichteten Strahl 623.


Wappen von Krummesse


Nicht gesichert ist, ob die Familie im Lauenburgischen bereits zu den in die Kolonisationszeit zurückreichenden Familien gehört und ihren ausgedehnten Besitz als Ausfluss ihrer Lokatorentätigkeit erworben hat. Dies mag für die Grönau, Ritzerau, Parkentin und Kogel/Witte/Wackerbarth zutreffen, für die Familie von Krummesse wird es nur zum Teil gelten 624. Hätten im Bereich der späteren krummessischen Stammgüter Lokatorenrechte bestanden, hätte der bischöfliche Zehnt der drei benachbarten Dörfer Krummesse, Kronsforde und „Pukendorf“ dort 1194 kaum dem Domkapitel übertragen werden können. Man müsste dann vielmehr erwarten, dass er wenigstens zum Teil in weltlicher Hand gewesen wäre. Wenn es auch nicht ausgeschlossen ist, dass die Krummesse in den genannten Dörfern schon 1230 über Besitz verfügt haben, so hat es doch eher den Anschein, als sei der nachmalige krummessische Besitz erst von Albrecht von Orlamünde an seinen Schenken Heinrich von Tralau verliehen worden. Die Krummesse gehörten damit zu jenen Ministerialengeschlechtern, die in den Besitz von erblichem Lehnsbesitz gekommen waren 625. Heinrich „pincerna“ fand ein gutteils bereits besiedeltes, zum Teil jedoch auch noch unerschlossenes Gebiet vor, in dem die sich nun nach dem neuen Besitz „von Krummesse“ nennende Seitenlinie der Tralau nach 1230 weitere Dörfer wie Bliesdorf, Grinau und wohl auch Wulmenau anlegten 626. Die Abgrenzung ihres Besitzes gegen den der von Parkentin stimmt dabei mit der Scheide zwischen den zu Ende des 12. Jahrhunderts entstandenen Kirchspielen Krummesse und Berkenthin überein. Die Krummesse erwarben dort einen ausgedehnten Besitz, wobei wir davon auszugehen haben, dass es sich im Wesentlichen nicht um den Besitz ganzer Dörfer gehandelt haben wird, sondern größtenteils um Anteilsbesitz 627. In aller Regel lag der Grundbesitz des Adels in dieser Zeit noch weit zerstreut. Oft waren es nur wenige Hufen oder auch nur andere Einnahmen, wie z.B. den Zehnten. Daneben gab es zumeist in den Dörfern noch persönlich freie Hufenbesitzer oder solche, die dem Herzog zu Abgaben und Diensten verpflichtet waren, der diese dann mitunter an seine Lehnsleute verkaufte. Wir finden für alle diese Formen bei den von Krummesse Beispiele. Auch wenn bei Verkäufen von „dimidia pars“ die Rede ist, besagt das nicht, dass wir es mit der mathematisch ausgemessenen Hälfte zu tun haben. Zudem lässt sich ein nicht unerheblicher Grundbesitz auch der askanischen Herzöge in den einzelnen Dörfern nachweisen 628. Auch der Bischof von Ratzeburg hatte eine Herrschaft über das Dorf, nämlich über die Pfarrkirche und die dazugehörigen Grundstücke.




Besitz, Burganlagen, Gutshöfe


Der ausgedehnte Grundbesitz der Herren von Krummesse umfasste im Einzelnen

  • Klein Anker (Minore Mancre, Ksp. Behlendorf): ursprünglich Dorf mit 4 Hufen im Besitz eines sich nach dem Dorf nennenden Geschlechts (Heinrich von Belendorpe), später Besitz Detlevs von Parkentin; Verkauf an das Ratzeburger Domkapitel, das an das St. Johannis-Kloster zu Lübeck weiterverkauft. 1403/1452 Besitz der von Krummesse, die hier einen Wirtschaftshof besitzen; 1407 ist Hinrik van Crummesse „wonaftich to dem Anker“ und 1424/1434 bzw. 1441/1445 Gerd van Krummesse 629; 1428, 1432, 1434 Verkauf bzw. Verpfändung von Grundstücken durch Gerd von Krummesse Nach 1450 besaß Berndt Darsow Anker

  • Beidendorf (Ksp. Grönau): Anteilsbesitz der Familie von Krummesse; 1379/1382 Verkauf des Sees, 1434 Verkauf einer Wiese durch Johann (VII) von Krummesse zu Klempau

  • Klein Berkenthin (Ksp. Berkenthin): Anteilsbesitz der Familie von Krummesse, 1444 Verkauf einer Hufe durch Hartwig (IV) von K. zu Klempau

  • Bliesdorf (Ksp. Krummesse): vmtl. krummessische Gründung nach 1230; 1380/1382 Verkauf des Dorfes durch beide Linien von Krummesse an Segebodo Crispin bzw. die Brüder Darsow; Rückkauf; vor 1424 verschiedene Rentenverkäufe; 1424 weiterer Verkauf einer Rente durch Gerd von Krummesse

  • Diersdorf (Amt Tostedt): Allodialgut der Familie von Krummesse; 1240 Verkauf an des Domherren Amelung von Wittenburg in Verden

  • +Glinde, (Ksp. Oldesloe): zu Blumendorf gehörig, bereits 1229, 1263 als Dorf bezeugt; im 14. Jahrhunderts Anteilsbesitz der Familie von Krummesse; daneben waren hier die Block begütert. Das Zehntenverzeichnis des Bischofs Johannes Schele vermerkt: „Glint non dat decimam, sed subjacent illis de Crummesse (qui sunt de hoc vasalli Ecclesiae), sed duo viri sunt coloni Domini Bloc, militis“. Glinde war zuletzt Meierhof 630.

  • Grinau (Ksp. Krummesse): 1230 lag die erste Siedlung dieses Namens am Nordufer der Grinai; dort lag auch die 1263/1283 im Besitz des Lübecker Domkapitels sich befindende Grinauer Mühle (“Ohle Möhle“, vor 1380 untergegangen). Die zweite Siedlung vmtl. krummessische Gründung; 1380/1382 Verkauf des Dorfes durch beide Linien von Krummesse an Segebodo Crispin bzw. die Brüder Darsow: 1478 Vereinigung beider Teile Grinaus mit Wulmenau durch Bernd Darsow und 1555 Vereinigung mit Trenthorst.

  • Harmsdorf (Ksp. Behlendorf): 1230 Zehntenbesitz von Hermann Koz; 1291 erhielt das Domkapitel zu Ratzeburg die Gerichtsbarkeit über 2 Hufen; 1295 Kauf des ganzen Dorfes durch das Stift Ratzeburg; später Anteilsbesitz der Familie von Krummesse an 3 Hufen

  • Kählsdorf (Ksp. Berkenthin): 1321 Anteilsbesitz (?) der Familie von Hagen; dann Übergang an die von Krummesse zu Klempau. 1378 besaß Emeke Schiphorst das halbe Dorf, der es an Nikolaus Krukow verkaufte; 1403 Rentenverkauf der Krummesse

  • Kastorf (Ksp. Siebenbäumen): ursprünglich nach Berkenthin eingepfarrt, 1283 zu Siebenbäumen; Nach 1286 Belehnung mit den von Krummesse. Spuren einer Befestigung, die über das 16. Jahrhundert hinausgeht, fanden sich nicht 631; 1377/1382 Verkauf des Dorfes an den Lübecker Bürger Arnold Stark. Dessen Testamentsvollstrecker stiften 1411 eine Vikarie in der St. Jürgen-Kirche vor Lübeck, die mit Einkünften aus Kastorf ausgestattet wird 632.

  • +Klein Rümpel: als Lutteken Rumpingh noch 1420 genannt, wurde wüst, die Ländereien kamen zu Groß Rümpel 633

  • Klempau (Ksp.Berkenthin): bereits 1194 genannt; im 14. Jahrhundert Besitz der Familie von Hagen, die 1321 den Rückkauf der hohen Gerichtsbarkeit in Klempau, Klein Sarau und Kählsdorf durch Herzog Erich I. bewilligt. Ende des 14.Jahrhunderts bis 1450 Besitz der Familie von Krummesse, die sich hier auch „von Klempau“ nennt und über einen befestigten Wirtschaftshof verfügte; 1441 Rentenverkauf durch Gerd von Krummesse; vor 1456 Besitzübergang an die Stark.

  • Kronsforde (Ksp. Krummesse): 1194/1230 besaß das Ratzeburger Domkapitel den halben Zehnten; im 13. Jahrhunderts Besitzübergang an die Familie von Krummesse; 1380/1382 Verkauf des Dorfes durch beide Linien von Krummesse an Segebodo Crispin bzw. die Brüder Darsow

  • Krummesse: Kirchdorf; 1194/1230 besaß das Ratzeburger Domkapitel den halben Zehnten. Vor 1237 Besitzübergang an Heinrich (I.) „Pincerna“ von Tralau, dessen Nachkommen sich „von Krummesse“ nennen. Die Familie besaß das Dorf, den See, eine Burganlage und zwei Wirtschaftshöfe. 1324 verpfändete Herzog Erich I den von Krummesse den Blutbann im Dorf und die Fischerei im See. 1363 hatte Eggert (II.) von Krummesse Hebungen aus dem Dorf verpfändet, diese aber wieder einzulösen versprochen. 1373 verkauft Marquard (III.) von Krummesse seinen Hof und seine Güter wiederkäuflich. Der Rückkauf erfolgte vor 1379. 1379/1382 dann endgültiger Verkauf des Dorfes durch beide Linien von Krummesse. Dabei bedeutet „halb Krummesse“ nur, dass ein Teil des Dorfes, der Ritterhof mit den dazugehörigen Kolonen verpfändet bzw. Verkauft wurde. Ein anderer Teil, und zwar der größere, stand fortwährend unter der unmittelbaren Herrschaft des Herzogs. Dies wird belegt durch eine Urkunde von 1444, in der Bischof Magnus von Hildesheim und sein Bruder, Herzog Bernhard von Sachsen-Lauenburg, für 4000 Mk eine Rente von 240 Mk aus sechs lauenburgischen Dörfern, darunter Krummesse und Niemark, verkaufen. Vereinbart war dabei, dass, wenn die Käufer die erste Hälfte von 2000 Mk mit 120 Mk abbezahlt haben, für die übrigen 2000 Mk die Dörfer Groß Sarau, Krummesse, Niemark und Berkenthin haften sollten. 1757 kaufte die Hansestadt Lübeck das Gut mit seinen Ländereien, der Mühle und seinen seit 1625 bestehenden Brennrechten („Krummesser Korn“).

  • Kühsen (Ksp. Nusse): 1230 Zehntenbesitz Eddelers (von Kulpin?); 1344 Besitz der Wackerbart; der spätere Zusatz „Gherke von Krummesse“ stammt aus dem 15. Jahrhundert, als Gerd von Krummesse zu Anker das Dorf als Lehen des Klosters Loccum besaß. Gerd von Krummesse überlässt 1452 das Dorf wieder dem Kloster. 1470 wurde Bernd Darsow mit dem Dorf belehnt.

  • Lankau (Ksp. St.Georgsberg): 1317/1331 Anteilsbesitz Hermanns und Heinrichs von Tralau-Wigersrade; dann Anteilsbesitz der Familie von Krummesse, die dort über einen Wirtschaftshof verfügte; ihn bewohnten 1384 Eggert (II) und Johann (Henneke) von Krummesse; 1438, 1443, 1445 Renten- und Holzverkäufedurch Gerd von Krummese; 1452 Verpfändung des Dorfes durch Heinrich von Krummesse

  • +Lüttemark (“Luttikenmark“; Ksp. Krummesse): 1363 hatte Eggert (II) von Krummesse Hebungen verpfändet, die er wieder einzulösen verspricht.

  • +Manderow (Ksp. Hohenkirchen): Anteilsbesitz der Familie von Krummesse; 1337 überließ Heinrich (V) von Krummesse seinen Besitz an Bischof Volrad von Ratzeburg und seine „generi“ Johann, Nicolaus und Gottfried von Bülow

  • Neritz (Ksp. Oldesloe): Dorf und Wassermühle; ursprünglich vielleicht Besitz der Familie von Nertze (Hinricus de Nertze, gnt. 1345); 1345 Übertragung von Rechten und der Gerichtsbarkeit über 1 Hufe und die Mühle an das Kloster Reinfeld durch Floria, die Witwe Heinrich von Krummesse; 1402 überlässt Johann (VI) von Krummesse das Dorf den Grafen von Holstein 634, 1528 wurde hier der Alster-Beste-Kanal vorbeigeführt

  • Niemark (Ksp. Krummesse): 1230 besaß Heinrich (I) „Pincerna“ von Tralau den halben Zehnten; 1321/1323 hatte Herzog Erich I. die Wedde und das höchste Gericht an Johann (II.) von Krummesse verpfändet; 1380/1382 Verkauf des Dorfes durch beide Linien von Krummesse an Segebodo Crispin bzw. Hermann Darsow

  • Petzeke“ (Marienwohlde; Ksp. St.Georgsberg):1230 Dorf mit 12 Hufen; ursprünglich Besitz der Familie von Züle (1337/1343), deren Burg geschleift wird; 1347/1414 Anteilsbesitz der Familie von Crummesse (1383 Detlev II., 1414 Otto), die hier 7 Hufen besaßen, aus denen das Gut entstand; 7 Hufen waren von Bauern besetzt 635; 1414 Verkauf durch Otto von Krummesse an das Brigittenkloster zu Bälau, das seinen Sitz nach Petzeke verlegt. Der Ort hieß fortan Marienwohlde Neben den von Krummesse hatten im 14. Jahrhundert auch die von Gudow Besitz in Petzeke, der vielleicht im Erbgang an die Krummesse fiel

  • Pukendorf“: siehe unter > Groß Schenkenberg

  • Rahde (bei Hollenstedt/Landkreis Harburg): 1240 Verkauf an den Verdener Domherren Amelung von Wittenburg


  • Rohlfshagen (Ksp. Oldesloe, später Eichede): Mitte des 14. Jahrhunderts Besitz Heinrichs (IV) von Krummesse; 1402 überlässt Johann (VI) von Krummesse das Dorf an die Grafen von Holstein; 1644 Zerstörung des Hofes durch die Schweden 636

  • Rondeshagen (Ksp. Berkenthin): Hier haben zunächst offenbar die Parkentin (Anteils-)Besitz, daneben dann wohl auch die Krummesse, die 1380 an die von Crispin verkaufen, von denen es die Darsow erben. 1404 errichtet Bischof Johannes von Lübeck die von den Testamentsvollstreckern des Lübecker Bürgers Johann Rave mit Einkünften aus villa Rodingheshaghen ausgestattete Vikarie in der Lübecker Jakobikirche 637, eine weitere mit Einkünften aus Rondeshagen ausgestattete Vikarie in der Lübecker Petrikirche errichten 1420 die Lübecker Bürger Albert Grote und Reinekin Kraft 638.

  • Groß Rümpel (Ksp. ?): Dorf mit 12 Hufen; im 14. Jahrhundert zunächst Besitz der Rantzau, dann (vor 1345) Heinrichs (IV) von Krummesse; 1402 überlässt Johann (VI) von Krummesse das Dorf den Grafen von Holstein. Burganlage (“Blocksberg“), besaß außerhalb des den Turmhügel umgebenden Grabens noch einen Wallring mit Außengraben 639

  • Klein Sarau (Ksp. Grönau): 1230 Dorf mit 14 Hufen, Eckhard ist Zehntenbesitzer; im 14. Jahrhundert Besitz der Familie von Hagen; später Anteilsbesitz der Familie von Krummesse; 1437 und 1441 Rentenverkäufe durch Johann (VII) von Krummesse zu Klempau

  • Groß Schenkenberg (Ksp. Krummesse): > „Pukendorf“; 1194 besaß das Domkapitel zu Ratzeburg den halben Zehnten. 1230 ist „Pukendorf“ nicht mehr genannt. An seine Stelle ist offenbar Groß Schenkenberg getreten, da hier das Ratzeburger Kapitel den halben Zehnten besaß 640. 1375/1376 Verkauf des Dorfes

  • Groß Schretztaken (Ksp. Breitenfelde): im 14. Jahrhundert Besitz Heinrich (V.) von Krummesse; 1407 Rentenverkauf durch Heinrich von K.; 1407 Besitz des Lübecker Ägidenkirche; 1452 Verkauf des Dorfesdurch Johann von Ilsen an die Stadt Lübeck; von einer ehemaligen Burganlage (“Schlossberg“) hat sich der Außenwall erhalten 641

  • Schwanbeck (Ksp. Selmsdorf): 1357 Streitigkeiten Heinrichs (V) von Krummesse mit Bischof Wipert von Ratzeburg

  • +Stochelsdorf (Ksp. Krummesse): 1230 besaß Heinrich (I) „Pincerna“ von Tralau den halben Zehnten. Bei den Verkäufen der krummessischen Güter 1380/1382 wird der Ort nicht mehr genannt, wohl weil er nicht mehr vorhanden war. Die Lage des Dorfes ist unbekannt. Es lag am ehesten im Westteil der Gemarkung Niemark oder auf der Flur des lübischen Hofes Krummesse links der Stecknitz.

  • Wulmenau (Ksp. +Schöneborn, später Wesenberg): vmtl. Gründung der Familie von Krummesse nach 1230; 1380 Verkauf durch Marquard (III) von K. an Segebodo Crispin. (Die 1300 unvollständig datierte Urkunde über den Verkauf des Dorfes gehört in die Zeit von 1380 UBL II, 116). 1478 Vereinigung mit > Grinau 642.

  • Zarnewenz (Ksp. Selmsdorf): Als 1353 Bischof Volrad von Ratzeburg das Dorf an das Domkapitel in Ratzeburg verpfändet, macht Heinrich (V) von Krummesse Ansprüche geltend.



Mit diesem umfangreichen Besitz schränken die Herren von Krummesse - wie auch der der größte Teile des übrigen Adels - die Macht der askanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg schon rein territorial erheblich ein und nutzen die durch Erbteilungen bedingte Ohnmacht ihrer Landesherren für ihre Eigeninteressen aus. Insoweit sind sie ein gut Teil Ursache für die Schwäche des askanischen Herzogtums.


Grenze zwischen Lübeck und dem herzogtum Lauenburg im Gebiet
von Krummesse mit Lage der Burg der Herren von Krummesse







Burganlagen und Wirtschaftshöfe



1. Krummesse:


Die namengebende Burganlage 643 der Herren von Krummesse lag auf der Koppel hinter den Häusern der Niedernstraße auf der nördlichen Seite der Straße nach Bliesdorf, zwischen dem heutigen Herrenhaus des Hofes Krummesse und dem Stechnitzübergang. Die Anlage ist in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnt und muss für ihre Zeit beson-


Krummesse: ehemalige Burganlage der Herren von Krummesse
(bei Dähn)

ders gut befestigt gewesen sein, hielt sie doch 1380 der Belagerung durch die Holsteiner stand. Mit ihrer strategisch günstigen Lage beherrschte sie nicht nur die Hauptstraße des alten Frachtweges , der bis 1791 an der Stecknitz entlang die alte Salzstraße bildete und von Lübeck nach Mölln führte, sondern auch die wichtige Verbindung von Lübeck nach Hamburg, die hier vmtl. den Steilufer unterhalb der Kirche die Stecknitz querte und die zum Ende des 17. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung gewann. Spätestens 1645 lag der Burgplatz dann öde, denn in diesem Jahr wurde das neue Gut Kummesse, der „Brömbsenhof“, angelegt.


Die Fläche des ehemaligen Burganlage wird heute landwirtschaftlich genutzt, die Randflächen am Steilhang sind bebaut. Im Westen ist die Anlage durch einen Teich, im Norden und Osten durch Moor natürlich gesichert. Im Süden befindet sich ein Graben von 12 bis 20 m Breite und einer Tiefe von 4 m. Die Ausdehnung der Anlage beträgt vom Nordwesten bis zum Südosten ca. 83 m. Damit gehörte die Anlage zu den größeren nordelbischen Burganlagen des Mittelalters. Im 19. Jahrhundert soll dort noch ein Bergfried gestanden haben. Die Erinnerung an eine Burgmauer, die inzwischen leider abgebrochen wurde, war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebendig. Ein Teil der Anlage wurde in den 1960er Jahren zur Sandentnahme abgetragen, der Rest danach unter Denkmalschutz gestellt.


Außer ihrer befestigten Burganlage besaßen die von Krummesse im Dorf noch zwei Wirtschaftshöfe, Den einen verpfändete Marquard (III) 1373 644. Er ist danach im Besitz von Henneke (V), der ihn 1382 an die Brüder von Darsow verkauft 645. Der zweite Hof, zu dem u. a. die Wassermühle und das „Kleine Kannenbruch“ gehörte, war Besitz von Eggert (II) von Krummesse. Auch diesen Hof erwarben 1382 die Brüder von Darsow.



2. Groß Rümpel:


Groß Rümpel: Lage der ehemaligen krummessischen Burganlage


Auch wenn die Herren von Krummesse sich weitgehend dem askanischen Herzogtum Sachsen-Lauenburg zuwandten, rissen ihre Bindungen zu ihrem Ausgangspunkt nicht ab. Sie verfügten dort weiterhin über Grundbesitz und eine Burganlage in Groß Rümpel. Die ehemalige krummessische Burganlage 646 liegt, von randbebauten Straßen umgeben, auf einem großen freien Grundstück, das etwa zur Hälfte als Weide und als Sportplatz genutzt wird. Es fanden sich dort der Rest eines mittelalterlichen Trumhügels, runde Kuppe, angelegt auf dem Ostende einer schmalen, sich weit in eine kleine sumpfige Wiesenniederung hinein erstreckende Moränenzunge und von dieser durch einen 5 bis 9 m breiten Graben getrennt. Der Durchmesser des Turmhügels beträgt etwa 25 m. Im Südosten hat sich ein etwa 5 m breiter Sektor in 2 bis 2,5 m Höhe erhalten, sonst ist die Anlage auf 0,20 bis 0,40 m abgetragen. Im Gelände fanden sich einige Ziegelbrocken im Klosterformat 647.


Groß Rümpel: ehemalige krummessische Burganlage (bei Dähn)



3. Klempau:


Dass die Herren von Krummesse auch in Klempau über eine Burganlage verfügt haben müssen, beweist schon der Umstand, dass sich der dort ansässige Zweig zeitweise auch „von Klempau“ nannte. Auf der Gemarkung der Gemeinde Klempau liegen drei Burganlagen (siehe Karte). Reste eines Turmhügels von 6 bis 8 m Durchmesser in etwa 0,6 m Höhe sind am Dorfrand auf einer Wiese an der Straße Klosterredder noch deutlich zu erkennen 648. Die ehemalige Burganlage der Herren von Krummesse lag am Nordrand der heutigen Siedlung Klempau. Von dieser Burganlage fand Kersten noch eine unregelmäßige deutlich erkennbare aufgeschüttete Kuppe, in der Mauerreste liegen sollten. Am Beginn des 20. Jahrhunderts waren noch die Zugänge zu den unteren Gewölben vorhanden 649. Eine dritte Anlage im Klempauer Moor ist eine slawische Ringwallanlage 650.


Klempau: Ortslage mit Turmhügel



4. Groß Schretztaken:


Groß Schretztaken: mittelalterliche Burganlage (von Nordwestern aus)


Am südlichen Rande des Dorfes liegt ein ansehnlicher Burghügel mit einer runden Kuppe von 35 m Durchmesser, einem Plateau von 20 m Durchmesser, der sich über 4 m aus dem sumpfigen Wiesengelände erhebt. Die einstige Burg 651 war auf der äußersten Spitze einer Moränenzunge erbaut, die sich aus nördlicher Richtung ins Moor hinein erstreckt und im Süden und Osten von der „Buk“ begrenzt wird. Um den Kegel liegt ein flacher, 1 m tiefer, 10 bis 12 m breiter Graben. Vor diesem Graben liegt ein landfester Ring, dessen Breite zwischen 10 und 15 m schwankt und im Nordwesten bis auf 19 m steigt. Er ist im Kern natürlicher



Schretztaken: Lage der ehemaligen Burg


Bildung. Im Nordwesten ist die Begrenzung durch einen zweiten Graben von 9 m Breite geschaffen, der den festen Rücken von Moor zu Moor durchschneidet. Hofmeister fand den Hügel stark durchwühlt 652. Er zog aus den Befunden den Schluss, dass auf dem Burghügel ein Haus oder Turm gestanden hat, dessen starke Fundamentreste aufgedeckt sind. In dem Gelände ist eine Feuerstelle vorhanden gewesen. „Die gebrannten Ziegelsteine beweisen, dass die Anlage dem späten Mittelalter entstammt. Der Grundplan ist typisch und nicht unbekannt. Er gehört dem landsässig gewordenen Adel an“. Besitzer dieser Anlage war wahrscheinlich 1407 Heinrich (VII) von Krummesse. Vermutlich Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Anlage – mittlerweile Besitz der von Züle – eingegangen sein.



5. Petzeke:


Die einstige Wohnanlage der Familie von Krummesse in Petzeke mit dem Namen „Spitzbubenberg“ befindet sich nördlich der Schwarzen Kuhle am Südrand des Moores auf einer nach Norden hin vorspringenden Landzunge an der Stelle, wo einst das Dorf +Petzeke lag 653. Erhalten blieb ein stattlicher Bergfried von über 5 m Höhe. Bei einem Durchmesser von 28 m an der Basis verjüngt sich die Kuppe zu einem Plateau von 10 m Durchmesser. In der Spitze ist eine beträchtliche Grube eingegraben, die ursprünglich wohl von dem Kellergelass des Wohnturmes herrührt. Ein 10 m breiter Graben umsäumt den Bergfried, davor zieht sich im Osten und Norden ein schwacher Vorwall hin. Westlich schließt sich der Wirtschaftshof an, der ebenfalls befestigt war. Ein Graben schützte den in der Form unregelmäßigen, aber sonst ebenen Platz. Auch hier verstärkte ein Vorwall die Wehr. Bis auf einen kleinen Abschnitt im Süden ist der Befestigungsring vollständig erhalten. Die Anlage zeigt in ihrem Erhaltungszustand ein geschlossenes, vorzügliches Bild von einem frühen befestigten Gutshof mit der typischen Dreiteilung in Dorf, Wirtschaftshof und besondere Befestigung (Bergfried).


Pezeke: ehemalige Turmhügelburg

Die Anlage stammt im Kern wohl von den von Züle, die sie kurz vor 1337 erbaut haben mögen 654. Sie wurde vermutlich schon in den Auseinandersetzungen des Jahres 1343 zerstört. Ab 1347 waren dann die Krummesse Besitzer, die die Anlage wiederaufbauten. Besitzer waren offenbar Johannes (III) gnt. Capelle und sein Sohn Detelv (II). Neben den Krummesse erscheint Ende des 14. Jahrhunderts auch die mit den Krummesse offenbar verschwägerte Familie von Gudow mit Besitz in Petzeke 655. Darauf deutet nicht nur der Rufname von Ottos Bruder Gerd, der den Leitnamen der Familie Gudow trug, sondern auch der beieinander liegende Besitz in Petzeke und am Knakendik.


Petzeke (bei Dähn)



Pezeke: Lageplan der mittelalterlichen Burganlage


6. Klein Anker:


In Klein Anker ist für das 14./15. Jahrhundert ein Wirtschaftshof bezeugt. Dort liegt am südlichen Dorfrand im ebenen Gelände eine große rechteckige deutlich erkennbare Burganlage von etwa 128X174 m Durchmesser mit einem flachen Wall, der um 1950 noch 20 m breit und stellenweise 1,5 m hoch war. Vor dem Wall befand sich ein Graben, der später zugeworfen wurde. Nach Hofmeister 656 handelt es sich dabei um eine Anlage aus dem 16. Jahrhundert, vmtl. also um den herzoglichen Hof, der erstmals 1589 genannt wird. Die Anlage muss jedoch einen Vorläufer gehabt haben, denn Anker war im 15. Jahrhundert zeitweise Wohnsitz eines Zweiges der Familie von Krummesse, die hier zumindest einen Wirtschaftshof gehabt haben muss. 1387 verkaufte Detlev (VII) von Parkentin „den hof de gheheten is lutken Anker“ an Herzog Erich III. von Sachsen-Lauenburg 657. Er gab den Hof offenbar an seinen getreuen, den Knappen Hinrik (VII) von Krummesse, weiter, der 1407 als Besitzer genannt ist 658. 1424/1434 und 1441/1445 ist Gerd von Krummesse, „wonaftich to deme Ankere“ genannt 659.



7. Lankau:


Einen weiteren Wirtschaftshof besaßen die von Krummesse in Lankau im Kirchspiel St. Georgsberg. Ihn bewohnten 1384 Henneke (V) und Eggert (II) von Krummesse 660. 1445 ist die „alte Hofstätte oberhalb des Lankower Sees“ erwähnt 661.




Verlust der Stammgüter


Mit dem Erwerb der Pfandherrschaft über Mölln und seine Vogtei im Jahre 1359 662 und der Herrschaft Bergedorf im Jahre 1370 663 hatte sich die politische Landschaft im Raum zwischen Elbe und Trave grundlegend verändert. Es begann nun für mehr als drei Jahrzehnte ein fast kontinuierliches Einströmen lübschen Kapitals in dieses Gebiet. Der landsässige Adel, vor allem im Gebiet der Vogtei Mölln, der bislang einzelne Grundstücke, vorwiegend aber Renten an städtische Bürger verkauft hatte, geriet nun gänzlich in den Sog städtischer Geldpolitik. Das neue Territorium wurde nun regelrecht aufgekauft 664. Die ersten, die es traf, waren die Herren von Krummesse. Der Rat kaufte zuerst dem Knappen Marquard (III) dessen Hof und Güter im Dorf Krummesse wiederkäuflich für zunächst 300 Mk ab, zahlte ihm aber am 01.05. und 24.11.1373 noch jeweils 100 Mk hinzu 665. Zu Recht sieht Düker in diesem ersten Zugriff des Rats vor allem eine politische Handlung, die richtungsweisend für die anschließenden privaten Initiativen wurde 666. Die bürgerliche Kapitalanlage in Grund und Boden wurde bewusst umgewandelt in eine politische Unternehmung 667. Nachdem Marquard (III) offensichtlich das ihm eingeräumte Rückkaufsrecht ausgeübt hatte 668, folgte in den Jahren 1379 bis 1382 der Verkauf der krummessischen Güter an die Lübecker Ratsfamilien Schepenstede, Crispin und Darsow.


Johann Schepenstede kaufte 1375 für 257 Mk. Marquard (III) dessen Anteil an Groß Schenkenberg mit allem Zubehör samt einer jährlichen Rente von 18 Mk zu vollem Eigentum ab 669. Ein Rückkauf wurde nicht vereinbart. 1376 erweiterte er diesen Besitz, indem er - zusammen mit Eberhard Pauli - von den noch unmündigen Heinrich, Johann und Otto von Krummesse für weitere 160 Mk deren Anteile an Groß Schenkenberg erwarb 670. Das vertraglich vereinbarte Rückkaufsrecht gaben die Brüder 1381 gegen eine Zahlung von weiteren 302 Mk. Auf (SHRU VI/1, 368 = UBL IV, 392). Zu beiden Verkäufen gab Herzog Erich III. seinen lehnsherrlichen Konsens (UBL IV, 301, 319). Damit hatte Johann Schepenstede das ganze Schenkenberg an sich gebracht. Ein nahe gelegenesGehölz, „Musse“ genannt, konnte er 1382 für 80 Mk. von den Brüdern Eggert (II.) und Henneke von Krummesse erwerben (SHRU VI/1, 399 = UBL IV, 399).


Der zweite Ratsherr, der umfangreichen krummessischen Besitz erwerben konnte, war Segebodo Crispin (+1388). 1379 kaufte er für 1000 Mk von Marquard (III) dessen Hälften an den Dörfern Krummesse und Niemark, sowie den halben Beidendorfer See 671. Das Rückkaufsrecht, das sich Marquard vorbehalten hatte, gab er schon nach drei Monaten auf 672. Auf diesem Verkauf gründet sich die heutige Trennung des Dorfes in einen Lübecker und einen Lauenburger Teil mit der recht komplizierten Grenzziehung. Mit dem Kauf gingen einige mit den Besitzungen verbundene landesherrlichen Gerechtsame, Blutbann und Wedde sowie das Fischereirecht am Beidendorfer See, die 1321 und 1324 von Herzog Erich I. an Johann (I) von Krummesse verpfändet worden waren 673, auf den Käufer über. Eine Bestätigung des Kaufs durch Herzog Erich IV. erfolgte nicht. 1380 veräußerte Marquard (III) dann auch seinen restlichen Grundbesitz, die „halben“ Dörfer Bliesdorf, Kronsforde und Grinau mit Wald und Mooren für zusammen 2000 Mk 674 und das westlich dieses Komplexes in Holstein gelegene Dorf Wulmenau für 6000 Mk 675 an Crispin. Weitere Moore und Waldungen bei Krummesse und Bliesdorf kaufte Crispin ebenfalls noch 1380 für 80 Mk bzw. 85 Mk. von Marquards Verwandten Vicko und Detlev (II) 676. Auch Rondeshagen ging 1380 durch Kauf von den Krummesse auf Segebodo Crispin über 677.


Der dritte, der Güter der Familie von Krummesse erwarb, war Gerhard Darsow (+1386). Zusammen mit seinem Bruder Hermann (+1404) kaufte er 1382 von den Brüdern Eggerd (II) und Henneke (V) deren Anteile an Krummesse, Niemark und dem Beidendorfer See sowie ihre halben Dörfer Bliesdorf, Kronsforde und Grinau und zwei Höfe in Krummesse 678. Auch zu diesem Besitz gehörten bedeutende Moore und Waldungen. Für die auf dem Territorium Herzog Erichs IV. liegenden Dörfer Krummesse und Niemark wurde eine Bestätigung des Verkaufs durch den Herzog nicht erteilt. Die 1397 ausgestellte Konsensurkunde Herzog Erichs III. 679 bezieht sich nur auf Grinau, Kronsforde, die beiden Höfe in Krummesse sowie auf die Waldungen und Moore links der Stecknitz, das heißt auf Gebiete, die auf dem Territorium der Vogtei Mölln lagen.


Kastorf, an der Peripherie ihres Besitzes gelegen, verkauften Eggerd (II.) und Henneke (V) von Krummesse 1377 für 240 Mk an den Lübecker Bürger Arnd Stark 680 . Damit war in den Jahren 1377 bis 1382 der gesamte krummessische Besitz in der ehemals Mölln-Bergerdorfer Herrschaft des askanischen Herzogtums in lübsche Hände übergegangen.


Anders als sein Vetter Erich III. suchte Herzog Erich IV. den lübschen Einfluss einzudämmen 681. Als nämlich Erich III. 1397 über den Erwerb der Darsows in seinem Herrschaftsbereich seinen lehensrechtlichen Konsens erteilte, brachte Erich IV. den jungen Heinrich von Krummesse 1399 dazu, gegen die Konsensurkunde Schelte zu erheben und seinem Lehnsherren das Rückkaufsrecht an allen Erwerbungen der Darsow zu übertragen, „umme salicheyt miner selen ... unde sundergen van ede unde plicht, so ik der herschop to Sassen man genand bin, ok umme begere willen mynes gnedigen heren, hertogen Eryckes (IV.) des jungeren, alse sodane gudere in siner herschof liggen“ 682. 1407 ließ sich der Herzog dann das Versprechen geben, eine von den Krummesse aus Schretztaken verkaufte Rente innerhalb von sechs Jahren wieder einzulösen 683.


Die von Erich IV. begonnene Politik setzte sein Sohn, Erich V. (1412-1436), konsequent fort, indem er den lübschen Territorialbesitz allerdings nicht mit kriegerischen Mitteln bekämpfte, sondern auf dem Rechtswege anfocht 684. 1417 wandte er sich in einer Klageschrift an den Rat der Stadt Lüneburg, in der er die Rechtsgültigkeit der Verkäufe von verschiedenen Gütern aus dem Eigentum der Herren von Krummesse an Segebodo Crispin bestritt 685. Insbesondere berief er sich darauf, dass die Zustimmung des Kaisers als oberster Lehnsherr der lauenburgischen Herzöge nicht eingeholt worden war. Als Erich V. in Lüneburg nicht durchdrang, reichte er Anfang des Jahres 1418 die Klage beim Reichshofgericht ein 686. Sie ging hinsichtlich der Krummesser Güter für ihn erfolgreich aus. Lübeck, über das die Reichsacht verhängt worden war 687, suchte nun den Ausgleich mit dem Herzog. Im März 1419 erklärte Erich V. vom lübschen Rat wegen der Sachen, die zur Verhängung der Reichsacht geführt hatten, befriedigt zu sein 688 und bestätigte Johann Crispin den Besitz der von seinem Vater gekauften Güter in Krummesse und Niemark, wobei er sich allerdings ein Rückkaufsrecht einräumen ließ 689. Doch erwies sich dies nur als ein Augenblickserfolg. Die kriegerischen Auseinandersetzungen, die erst mit dem Frieden von Perleberg am 23.08.1420 690 beendet wurden, brachten die Gegenoffensive der Askanier zum Stehen 691 und warfen das Herzogtum Sachsen-Lauenburg auf den Stand von 1370 zurück.

Nach dem Verkauf seiner in der Vogtei im Bereich der Bergedorf-Möllner Herrschaft Herzog Erichs III. liegenden Stammgüter verlagert sich das Interesse der von Krummesse in den Bereich der ratzeburgisch-lauenburgischen Herrschaft der Askanier. Dort besitzt das Geschlecht um seine Höfe in Klempau (mit Besitz in Kählsdorf, Klein Sarau, Klein Berkenthin, Göldenitz und Beidendorf) und Anker (mit Besitz in Lankau, Kühsen, Petzeke) noch bis Mitte des 15. Jahrhunderts über einen durchaus beachtlichen Lehnsbesitz. Er geht erst mit dem Absterben des Geschlechts kurz nach 1452 in andere Hände über.


Die von Krummesse gehören - anders als ihre tralauischen Vettern - wie die Grönau zu den Adelsgeschlechtern, die sich in den großen Fehden des 13. Und 14. Jahrhunderts weitgehend zurückhalten. Hier mag vor allem die erdrückende Nähe Lübecks eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Nur in Einzelfällen deuten Urfehden ihre Beteiligung an den Auseinandersetzungen des Adels mit der der mächtigen Hansestadt an.




Beziehungen zu geistlichen Einrichtungen


Die Beziehungen der Herren von Krummesse zu geistlichen Einrichtungen, die bereits mit dem dem Geschlecht verwandtschaftlich verbundenen Verdener Domherrn Amelung von Wittenburg um 1240 greifbar werden 692, sind offenbar nicht sehr ausgeprägt gewesen. Bereits mit dem Verdener Domherrn Amelung treten die engen Beziehungen der Familie zur Kirche zu Tage. Johannes Krumesse ist 1366 Kanoniker in Lübeck. Mit Schenk von Krummesse stellt das Geschlecht 1376/1379 einen Domherren der Ratzeburger Kirche und Alheyd von Krummesse ist 1397/(1410) Priorin des Klosters Reinbek. Um 1400 hatten die Vorfahren von Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse ein Almosen für die „kaspel kerken to Krumesse“ im Wert von 14 Mk lüb. Pf. gestiftet und diese Stiftung durch eine Bliestorfer Wiese und einen Acker auf Klempauer Grund abgesichert. „De acker is beleghen uppe der feltmarke to Klempouwe“. Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse bereichern 1405 das Almosen ihrer Vorfahren um 4 Mk lüb. Pf, gesichert durch eine Wiese, die Colmerwisch bei der Crispinmühle und wandeln das Almosen in eine Vikarie um, für die sie sich das Patronat vorbehielten 693. Bischof Detlef von Ratzeburg bestätigt diese Verbesserung und verleiht dem Priester Albert Pape diese Vikarie 694. Nach der Resignation des 2. Vikarienpriesters Gerhard Ryke 695 schlagen 1439 die Knappen Gerhard und Hartich von Krummesse, wohnhaft zu Klempau, den Nicolaus Stolte als 3. Vikarienpriester vor 696. Ihn bestätigt Pardamus, Bischof von Ratzeburg. Nach dem Tode des 4. Vikarienpriesters Arnold Wullenwever investiert Bischof Ludolf II. von Ratzeburg den Andreas Wagendriver 1464 als 5. Vikarienpriester. 1414 verkauft Otto von Krummesse dem Brigitten-Kloster in Bälau seinen Besitz in Petzeke 697.




Bürgerliche Namensvorkommen


Außer der Adelsfamilie von Krummesse hat es in Lübeck seit dem 13. Jahrhundert Namensträger wohl bürgerlicher Herkunft gegeben.1293 kauft Eler von CRUMMESSE von Witwe, Kindern und Testamentariern des Filzmachers Marquard van Lubbetse ein Haus. 1305 erhält Hinrik van CRUMMESSE 4 Mk dn. Aus dem Nachlass des Johann Godescop. Das Kämmereibuch nennt in seinen Aufzeichnungen aus der Zeit zwischen 1316 und 1338 698 den Korduanmacher Bernardus de Crummesse. Und als Radolf Cruse am 10.01.1341 für 100 Mk den Vollstreckern des Testaments des Lübecker Bürgers Heinrich Vedderen zur Errichtung einer Vikarie 8 Mk Einkünfte in Heinrichsdorf verkauft 699, ist der Lübecker Bürger Hinrico de Krummesse einer der Testamentsvollstrecker. Sein Sohn Detmar soll Nutznießer der Vikarie sein. Am 07.02.1343 ist Heinrich ein weiteres Mal unter den genannten Testamentsvollstreckern aufgeführt, als diese 24 Mk zur Errichtung der Vikarie bestimmen 700. Genannt wird auch Heinrichs verstorbener Sohn Heinrich (post cuius presentati mortem Hinricus, filius Hinrici dicti Crumesse).


Die weitere Verwandtschaft ergibt sich aus dem Testament von Hinrichs Bruder Johann.



Im Einzelnen sind zwischen 1317 und 1352 in Lübeck genannt:


1317  Jacob CRUMMESSE

1318  Tidemann CRUMMESSE

1321  Bernardus CRUMMESSE

1326  Hinricus de CRUMMESSE frater eius Euerhardus de RACEBORCH

1327  Teybe de CRUMMESSE

1330  Hinricus de CRUMMESSE. Leinweber

          Johannes de CRUMMESSE

          Hinricus de CRUMMESSE

1331  Hinricus CRUMMESSE

          Lambertus de CROMESSE

1332  Nicholaus de CRUMMESSE

1335  Marquardus de CRUMMESSE

          Thidemannus de CRUMMESSE

1336  Albertus de CRUMMESSE

1339  Bernardus CRUMMESSE

1341  Hinricus CRUMMESSE

          Ludeke CRUMMESSE

1347  Hinricus CRUMMESSE

1348  Conradus de CRUMMESSE

1351  Hermannus CRUMMESSE

          Hinricus CRUMMESSE +, sein Testament

1352  Reyneke KRUMMESSE

          Hinricus KRUMMESSE +, Kannengiesser, sein Testament,  Taleke


Zwischen 1383 und 1390 tritt ein Hinricus CRUMMESSE als Schuldner auf. 1395/1397 seine Kinder Arnold, Wenemer, Hinrich und Telseke 701 .




Stammfolge von KRUMMESSE


Stemma von KRUMMESSE



Erste Generation:


Hartwig (I) von TRALAU (I - 1)

Johann „de STRALO“ (I - 2) > 1. Teil: Linie von TRALAU

Marquard (I) von TRALAU (I – 3)




Zweite Generation:



Heinrich (I) „Pincerna“ von TRALAU-KRUMMESSE


(II – 4a); vmtl. Sohn Hartwigs (I) von Tralau; Ministerialer Graf Albrechts von Orlamündes, Ritter, holsteinischer und sächsisch-lauenburgischer Vasall, urkundet 1200/1242 - Heinrich (I) „Pincerna“ 702 ist der sicher bezeugte Stammvater des sich ab etwa 1235 nach seinem Wohnsitz in Krummesse „von Krummesse“ nennenden Seitenzweiges der Tralau. Er war vermutlich der ältere Sohn Hartwigs (I) von Tralau, da er in den Urkunden zumeist vor seinem Bruder, dem Oldesloer Vogt Marquard (I) von Tralau, genannt ist. Beide erscheinen zusammen mit Hartwig (I) von Tralau zunächst im Gefolge ihres Lehnsherrn, Graf Adolf III. von Schauenburg (1164-1201), so am 09.06.1200 bei der Schenkung an die St. Johannis-Kapelle in Lübeck, die ein jahr später, am 11.07.1201, noch einmal bestätigt wird 703. Als sich jedoch noch im gleichen Jahr große Teile des holsteinischen Adels gegen Graf Adolf III. erhoben und dieser in der Schlacht an der Stellau von Herzog Waldemar von Schleswig, dem nachmaligen dänischen König Waldemar II. (1202-1241), vernichtend geschlagen wurde, sollen die Tralau zu den Führern des holsteinischen Adels gegen den Grafen gehört haben 704. Dazu scheint allerdings nicht zu passen, dass sowohl Heinrich (I) „Pincerna“ als auch sein Bruder Marquard (I) zunächst nicht in der Umgebung des neuen Machthabers, des dänischen Statthalters in Holstein, Stormarn und Ratzeburg, Graf Albrecht von Orlamünde (1201-1225), erscheinen. Doch ab 1210 finden wir die tralauischen Brüder als Ministeriale in außerordentlichen wichtigen Ämtern am Hofe des Orlamünders. Ab 1210 bis zum Ende der Dänenherrschaft im Jahre 1225/1227 sehen wir Heinrich (I) von Tralau als Inhaber des Schenkenamtes (pincerna) an der Seite Albrechts von Orlamünde, den er auf fast allen seinen Reisen begleitete. Zwischen 1210 und 1224 bezeugte Heinrich (I), wiederholt zusammen mit seinem Bruder Marquard (I), vorwiegend Stiftungen Albrechts von Orlamünde an verschiedene Kirchen und Klöster in Holstein und im Bistum Lübeck. Wir sehen ihn

  • am 04.12.1210 bei der Schenkung des Dorfes Kükelühn in Wagrien an das St. Johannis-Kloster in Lübeck 705

  • 1214 (zusammen mit seinem Bruder Marquard I.) bei der Überlassung des halben Zehnten in Röbel und der Schenkung 1 Hufe in Stolpe an den Propsten Rudolf in Lübeck 706

  • (1215) (mit seinem Bruder) bei der Bestätigung der Privilegien Heinrichs des Löwen für das Bistum Lübeck 707

  • um 1217 bei der Bestätigung der Schenkung 1 Hufe in Kirchwerder an die Marienkirche in Hamburg durch Adolfs Truchsess Dietrich 708

  • 1219 beim Erlass des Zolls von 8 Last Salz und der Schenkung der Dörfer Schwartensee und Lockwisch, von 2 Hufen in Boissow, 5 Hufen in +Chemelin und Gütern in Goldensee an die Ratzeburger Kirche 709

  • am 09.01.1221 bei der Schenkung der Zehnten aus den Landen Plön, Lütjenburg, Oldenburg und Krempe, mit Ausnahme der Mühle zu Plön und der Schenke in Oldenburg an die Nonnen zu Preetz 710

  • 1223 bei der Verleihung des monekerechte an der Krückau und des Kirchspiels Neumünster an das Kloster Neumünster 711

1216 ist Heinrich (I.) Zeuge, als Graf Albrecht Marquard von Stenwer mit der Salzwiese und einem Teil der Propstei belehnt 712. 1217 erscheint er als Mitglied der Generalsynode des Bistums Ratzeburg 713. Dort war er vielleicht das bedeutendste Laienmitglied, denn in Urkunden aus dieser Zeit steht er immer an der Spitze der Laien. Am 04.07.1224 erscheint Heinrich „Pincerna“ im Gefolge des Grafen von Orlamünde bei dem ersten Vertrag über die Freilassung König Waldemars II. und seines Sohnes aus schwerinscher Gefangenschaft 714. Dann ist er am 09.12.1224 Zeuge bei Bischof Bertold von Lübeck, als dieser dem Kloster Preetz die Zehnten aus den Dörfern des Klostergebiets verleiht 715. Ein letztes Mal an der Seite Albrechts von Orlamünde sehen wir Heinrich (I) und seinen Bruder Marquard (I) am 24.12.1224, als der Graf der Stadt Hamburg die ihr von Herzog Heinrich dem Löwen und Graf Adolf III. verliehenen Rechte bestätigt 716.

Wie beim Sturz des Schauenburger Grafen Adolf III. gelang es den Herren von Tralau auch nach der Gefangennahme Albrechts von Orlamünde im Januar 1225 in Mölln erstaunlich schnell, sich den veränderten politischen Gebenheiten anzupassen. Wir dürfen ein außerordentlices diplomatisches Geschick voraussetzen, wenn wir Heinrich (I) von Tralau und seinen Bruder Marquard (I) schon am 29.09.1226 an der Seite des siegreichen Grafen Adolf IV. (1225-1238,+1261) bei der fingierten Neugründung des Klosters Preetz im Heerlager des Schauenburgers in Rendsburg finden 717. Auch bei der Bestätigung dieser Neugründung durch Bischof Johannes I. von Lübeck (1231-1247) am 08.09.1232 sind die beiden tralauischen Brüder anwesend 718.


Wenn Heinrich (I) in den folgenden Jahren in den gräflichen Urkunden nicht mehr erscheint, so vielleicht deshalb, weil er sich - möglicherweise nicht ganz freiwillig - aus dem öffentlichen Leben in Holstein zurückgezogen hatte und sich seinem Lehnsbesitz im Kirchspiel Krummesse widmete. Das Ratzeburger Zehntenlehensregister von 1230 nennt Heinricus pincerna mit Zehntenbesitz in +Stochelsdorp und Niemark 719: „Stochelestorp dimidiam decimam habet Heinricus pincerna / Stochelsdorf. Den halben Zehnten hat Heinrich der Mundschenk - Nienmarke dimidiam decimam habet idem Heinricus pincerna / Niemark. Den halben Zehnten hat derselbe Heinrich der Mundschenk.“ Für beide Dörfer sind keine Hufenangaben gegeben. In den anderen Dörfern des Kirchspiels, die sich wenig später in Besitz der Herren von Krummesse befinden, Krummesse, Kronsforde und Groß Schenkenberg, hat der Propst der Ratzeburger Kirche den halben Zehnten. Im Kirchspiel Krummesse liegt fortan der Lebensmittelpunkt der Familie und da ist es nur folgerichtig, wenn diese sich von nun an - ab 1237/1240 urkundlich belegt - nach dem neuen Wohnsitz „von Krummesse“ nennt. Der Stammsitz des Geschlechts in Tralau verblieb Heinrichs Bruder Marquard (I) und dessen Nachkommen (siehe 1. Teil: Linie von TRALAU)


Zwischen 1237 und 1241 ist Heinrich (I) am 26.12.1237 Zeuge bei Bischof Ludolf von Ratzeburg, als dieser das Nonnenkloster Rehna bestätigt 720. Dann erscheint er noch einige Male unter den Zeugen bei seinem askanischen Lehnsherrn, Herzog Albrecht I. von Sachsen (). Er wird auch in diesen Urkunden als pincerna bezeichnet, übte also das einflussreiche Hofamt des Mundschenken auch noch unter Herzog Albrecht I. aus. Heinrich bezeugt am 26.10.1237 die Gewährung der jährlichen zollfreien Durchfuhr eines Salzprahms durch das Herrschaftsgebiet Herzog Albrechts I. an das Kloster Reinfeld 721, die Bestätigung der Freiheiten des Dorfes Walksfelde am 05.03.1238 722 sowie die Verleihung der Schlagsdorfer Kirche an das Ratzeburger Domkapitel und die Bestätigung der Grenzen und Rechte von Römnitz und Ziethen am 14.04.1238 723. Im öffentlichen Leben tritt Heinrich (I) letztmals am 12.03.1241 auf, als Herzog Albrecht I. den Lübeckern die Zollfreiheit in seinem Lande erteilt und sicheres Geleit auf der Straße zwischen Lübeck und Hamburg verspricht 724.


Krummesse, Lageplan


Hof Krummesse im 17. Jahrhundert


In familiären Angelegenheiten stimmt Heinricus pincerna dictus de Crumesse 1240 in Lübeck dem Verkauf von Dorf und Kirche Rahde im Gau Hollenstedt und des Allodialguts der Familie in Diesdorf im Amt Tostedt durch seine Kinder > Heinrich (II), > Marquard (I) und > Alburg sowie seiner Neffen Heinrich und Nikolaus von Wittenburg für 50 Mk Silber an ihren Verwandten, den Verdener Domherren Amelung von Wittenburg zu 725. Aus dieser Urkunde lässt sich schließen, dass Heinrich (I) vermutlich mit einer Schwester des Amelung aus der Familie von Wittenburg verheiratet gewesen ist. Für eine Herkunft der Familie aus der Verdener Gegend kann die Urkunde allerdings nicht herangezogen werden 726. Letztmals erscheint Heinrich pincerna de Crumesse 1242 als Zeuge bei senen Neffen Heinrich (I) und Hermann (I) von Tralau, die unter Zustimmung ihrer Brüder Werner (I), Johannes (der spätere Bischof Johannes III von Lübeck), Bruno (Kanoniker) und Marquard (II) in Hamburg den dritten Teil ihrer Gerichtsbarkeit in Bosau und Thürk verkaufen 727.


Kinder:

  1. Heinrich (II) > III – 5

  2. Marquard (I) > III – 6

  3. Alburg > III - 7


Nach der „Chronik von Krummesse“ soll Heinrich Pincerna bereits 1169 bei der Ausstattung des Bistums Ratzeburg mit 300 Hufen durch Heinrich dem Löwen als Zeuge fungiert haben. ebenso 1170 und 1196 in Stader Angelegenheiten. Diese Beurkundungen können sich nicht auf Heinrich (I) von Tralau-Krummesse beziehen, weil es aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist.



Marquard (I) von TRALAU


(II – 4b); > siehe 1. Teil: Linie von TRALAU




Dritte Generation:



Heinrich (II) von KRUMMESSE


(III - 5); Sohn von Heinrich (I) „Pincerna“, Ministerialer (Mundschenk) der askanischen Herzöge Johann I. und Albrecht II., Ritter; herzoglich sachsen-lauenburgischer, bischöflich-lübscher Vasall; urkundet 1240/1278 - 1240 verzichtet Heinrich (II) d.J. zusammen mit seinem Bruder Marquard (I) und seiner Schwester Alburg sowie seiner Vettern, der Brüder Heinrich und Nikolaus von Wittenburg (-Salem) unter der Zeugenschaft seines Vaters Heinrich (I) gegenüber ihrem avunculus Amelung, Domherren in Verden und Propst von St. Andreas daselbst auf die ihnen als Erben von Amelungs Schwestern zustehenden Erbrechte an der Kirche und dem Dorf Rahde sowie den Gütern in Dierstorf im Amt Tostedt 728. Diese Urkunde belegt eine Ehe von Heinrich (I) „Pincerna“ mit einer Schwester des Domherren Amelung (siehe Stemma). Amelung entstammt der Familie von Wittenburg, wie sich aus der Urkunde von 1244 ergibt, wo er seinen Besitz in Rahde und Diersdorf für 140 Mk Silbers an den Propst und die Kirche zu Buxtehude verkauft 729.


Versippung der Familien von Tralau-Krummesse und Salem-Wittenburg
mit dem Verdener Domherren Amelung


Nach 1240 fällt zunächst das Fehlen Heinrich (II.) im öffentlichen Leben auf. Vielleicht verbirgt sich hinter ihm jener Hence de Tralowe, der 1343 im Zusammenhang mit Straßenräuberei in einer lübschen Urkunde als verfestet erscheint. Erst ab 1252 erscheint er wieder, zunächst sporadisch und außerhalb des Herzogtums Sachsen (-Lauenburg). Nach 1240 tritt Heinrich (II) von Krummesse erstmals wieder am 20.04.1252 bei dem Askanier Markgraf Johann I. von Brandenburg auf, als dieser sich mit der Stadt Lübeck aussöhnt und ihr seinen besonderen Schutz verspricht 730. In der Folge finden wir Heinrich (II) dann überwiegend im Gefolge seiner Askanischen Lehnsherrn im Herzogtum Sachsen(-Lauenburg), aber auch als bischöflich-lübschen Vasallen. Letzteres ist ein deutlicher Hinweis, dass die Beziehungen der Familie, wohl auch in besitzrechtlicher Hinsicht, zu ihren Stammgütern in Holstein nicht abgebrochen war. So leistet Dominum Henricum de Crumesse am 12.11.1257 Bischof Johannes II. von Diest (1254-1259) Bürgschaft bei einer Anleihe von 100 Mk, die dieser beim Rat der Stadt Lübeck gemacht hat 731. Bei seinem Vetter, Bischof Johannes III. von Tralau (1259-1276) ist Heinrich (II) am 05.12.1262 mit weiteren tralauischen Verwandten Zeuge, als dieser sich mit Otto von Plön u.a. hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und der Zehnten in mehreren Dörfern in Ostholstein vergleicht 732. Am 01.01.1263 ist er Zeuge, als Abt Herbord und der Konvent des Klosters Cismar dem Siechenhaus bei Schwartau die von diesem einseitig in seinen Besitz eingezogenen und mit Grenzen versehenen Äcker bestätigt 733. An der Spitze der weltlichen Zeugen steht Heinricus de Crumesse, als Bischof Johannes III. von Lübeck am 02.05.1267 die von Hildemar gestiftete Präbende mit Einkünften in Görz und +Gerstenkamp bestätigt 734.

Als herzoglich sachsen(-lauenburgischer) Vasall tritt Heinricus de Crumesse zunächst bei der Herzoginwitwe Helene und ihren Söhnen Johann I. (1260-1285) und Albrecht II. in Erscheinung, zuerst am 17.04. und 27.04.1261, als diese für 1300 Mk auf das Land Boitin zugunsten des Bistums Ratzeburg verzichten und Bischof Ulrich (1257-1284) und der Kirche zu Ratzeburg für weitere 1300 Mk die Vogtei darüber verkaufen 735. Dann finden wir Heinrich (II) bei Schenkungen an die Stadt Mölln als Zeugen, so am 17.02.1262, als die Herzogin der Stadt den Besitz des ihr von Herzog Albrecht I. geschenkten Dorfes +Gulz bestätigt 736 und am 20.01.1263, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. der Stadt das Dorf +Pinnow schenken 737. Erneut tritt Heinrich am 27.08.1264 als Zeuge auf, als Herzogin Helene beurkundet, dass ihre Söhne den Arnold von Sachsenhagen mit dem Zehnten und der Gerichtsbarkeit zweier Hufen in +Gerlegestorpe belehnt haben, die dieser von Heinrich von Gamme gekauft hatte 738. In Parchim bezeugt er dann am 06.06.(1265) die Schenkung von 3 Hufen in Grebbin an das Haus zum Heiligen Geist in Parchim durch die Herzogin 739. An der Spitze der Zeugen steht Heinrich (II) am 15.06.1266, als die Herzöge Johann I. und Albrecht II. dem Kloster Scharnebeck 3 ½ Hufen bei Hitzacker übertragen und ihm Zollfreiheit für Getreide und Viktualien gewähren 740. Als am 30.04.1271 die Herzöge Johann I. und Albrecht II. für nachgezahlte 1000 Mk Bischof Ulrich von Ratzeburg endgültigen Verzicht auf alle Ansprüche an das Land Boitin mit Vorbehalt des Zolls zu Herrnburg leisten und dem Stift Zollfreiheit auf der Elbe und die Patronatsrechte in Lütau, Neuengamme und im Dartzing bestätigen 741, bekleidet Heinrich (II) von Krummesse das Amt des Mundschenken, das schon sein Vater innegehabt hatte. Als Schiedsrichter auf Seiten Herzog Johanns von Braunschweig schlichtet Heinrich in einer undatierten Urkunde aus der Zeit zwischen 1271 und 1274 einen Streit, den dieser mit den Herzögen Johann I. und Albrecht II. von Sachsen(-Lauenburg) über die Befestigung der sächsischen Burg Bleckede und des Zolls zu Esslingen hatte 742. Am 09.10.1272 bezeugt Heinrich die Bestätigung einer Schenkung von 5 Hufen in Wentorf an das Kloster Reinbek durch den Kastellan Eckard Roweder seitens der askanischen Herzöge 743. Unmittelbar nach Graf Helmold von Schwerin ist Heinrich (II) von Krummesse dann am 05.02.1274 Zeuge, als Herzog Johann I. der Stadt Hamburg das Privileg seines Vaters Albrecht I. Freiheit vom Ungeld zu Lauenburg und Esslingen, ausgenommen für Getreide und den sonst allen Kaufleuten bestimmten Zollsatz, bestätigt 744. Wieder an der Spitze der Zeugen steht Heinrich (II.), als die Herzöge Johann I. und Heinrich II. am 08.07.1274 dem Lübecker Bürger Bertram Mornewech, dem Stifter des Heiligen-Geist-Hospitals, widerkäuflich die Fischwehre und weitgehende Fischereigerechtigkeiten am Ausfluss des Ratzeburger Sees in die Wakenitz verkaufen 745. Diese Gerechtsame blieben bis 1419 in privater Hand (Schulze S. 72). Am 12.03.1276 folgte Heinrich (II) von Krummesse unmittelbar nach der Herzogin Helene und der Gräfin Elisabeth von Holstein bei der Bestätigung der Freiheiten des Klosters Reinfeld 746. Letztmalig (?) urkundet Heinrich (II) wohl 1278:

  • zuerst am 20.03.1278, als Herzog Johann I. u.a. den Lüneburgern ihre Freiheiten von jeglicher Abgabe für Getreide bestätigt und eine Ordnung für den Möllner Zoll erlässt 747

  • dann am 29.03.1278, als Herzog Johann I. mit Bewilligung seines Bruders Albrecht II. Seiner Gemahlin Ingeburg die Stadt Mölln mit Mühle, Vogtei und Zoll, den Zoll zu Herrnburg und Ratzeburg, 200 Mk aus dem Zoll zu Lauenburg, 200 Mk aus dem Zoll zu Hitzacker und für 200 Mk die Dörfer Schmilau, Bandow, Nusse, Breitenfelde, Gudow, Havighorst, Basthorst, Grabow, Wotersen, Kankelau, Pampau, Lanken und Müssen zum Leibgedinge verschreibt 748

Schließlich am 18.10.1278, als die Herzöge dem St. Johannis-Kloster zu Lübeck die Dörfer Dechow und Utecht unter Vorbehalt der halben Zehnten, sowie des Burg- und Brückenwerks verkaufen 749.

Über die familiären Verhältnisse Heinrich (II) wissen wir fast nichts. Er war aber wohl der Vater von Heinrich (III), Johann (I) und Walrav (I). Dabei lässt die doch erhebliche Zeitspanne ihrer Nennung in den Urkunden für Heinrich (III) und Johann (I) auf der einen und Walrav (I) auf der anderen Seite an zwei Ehen des Vaters denken. Bei Walrav deutet der Name darauf, dass seine Mutter dem Geschlecht der von Ritzerau/von Duvensee entstammte, wofür u.a. spricht, dass die Krummesse bei zahlreichen Rechtsgeschäften dieser Familie als Zeugen bzw. Mitlober auftreten.


Kinder:

  1. Heinrich (III) > IV – 8

  2. Johannes (II) > IV – 9

  3. Walrav (I) > IV – 10



Marquard (I) von KRUMMESSE


(III – 6); Sohn von Heinrich (I) „pincerna“ - Marquard (I) von Krummesse erscheint nur in den Urkunden von 1240 und 1244 - zusammen mit seinen Geschwistern Heinrich (II) und Alburg -- beim Verkauf von Dorf und Kirche Rahde und Gütern in Diersdorf 750. Dann verliert sich seine Spur.



Alburg von KRUMMESSE


(III – 7); Tochter von Heinrich (I) „pincerna“ - Sie ist nur 1240/1244 zusammen mit ihren Geschwistern Heinrich (II) und Marquard (I) genannt 751.




Vierte Generation:



Heinrich (III) von KRUMMESSE +nach 1319


(IV – 8); Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich-ratzeburgischer Vasall, urkundet 1282/1312 (1335) - Heinrich (III) war offensichtlich der älteste Sohn Heinrichs (II), da er schon 1282 als Ritter genannt wird, während sein Bruder > Johann (I) 1283 noch als Knappe bezeichnet wird. Auch die Urkunden, die die Brüder gemeinsam nennen, stellen Heinrich in aller Regel an die erste Stelle.


Erstmals (?) tritt Heinrich (III) von Krummesse am 25.03.1282 als Zeuge bei Bischof Ulrich von Ratzeburg in Erscheinung, als dieser mit seinem Domkapitel den Vikaren der Wullenpunt-Kapelle im Lübecker Dom die Zehnten von den Dörfern Warnekow und Bleese im Lande Gadebusch für 60 Mk zu Lehn gibt 752. 1284 ist er Mitlober, als Emeke Hake den halben Zehnten des Dorfes Buchholz im Kirchspiel St.Georgsberg vom Domkapitel zu Ratzeburg in Erbpacht nimmt 753. Als Vasall der askanischen Herzöge Johann I. und Albrecht II. verpflichtet er sich am 25.03.1284 mit anderen lauenburgischen Adligen zum Einlager in Mölln, falls die Herzöge ihr vogteiliches Verhältnis zur Stadt Lübeck vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist auflösen sollten 754. In der Folgezeit finden wir Heinrich (III.) dann wiederholt als Zeugen bei Herzog Albrecht II., so in einer undatierten Urkunde aus dem Jahr 1286, als der Herzog dem Kloster Reinfeld einen Teil seiner Zehnten in der Neuengamme verkauft 755. Heinrich urkundet hier erstmals mit seinem Bruder Johann (I) Am 15.12.1288 steht er in der Reihe der Vasallen im Lande Ratzeburg, denen Herzog Albrecht II. für die Übernahme einer fürstlichen Schuld von 4000 Mk Hamb.Pf. einen Freibrief erteilt 756. Der Herzog bestätigte in diesem Freibrief, den Bertheau als „Magna Charta“ des lauenburgischen Adels bezeichnet hat (Bertheau „Uradel“ S. 49), dessen Rechte und verzichtete für die Zukunft grundsätzlich auf Bede- und Steuerzahlungen des Adels. Dann ist Heinrich (III) am 19.03.1289 zugegen, als der Herzog dem Domkapitel zu Ratzeburg das höhere Gericht in Römnitz und dem Seebruch bestätigt 757.


In der Folge urkundet Hinricus de Crumesse dann ausschließlich gemeinsam mit seinen Brüdern Johann (I) und Walrav (I):


  • Am 20.09.1296 (mit Johann I) bei der Bestätigung des Wakenitzvertrages von 1274 durch die Herzöge Albrecht III. und Johann II. von Sachsen-Lauenburg 758,

  • am 21.09.1296 (mit Johann I) bei der Ermäßigung des Zolls zu Herrnburg auf den Zollsatz zu Mölln durch Herzogin Ingeburg und ihre Söhne 759,

  • am 21.09. 1299 (mit Johann I und Walrav I) beim Verkauf von Möhnsen, Grabau, Groß Pampau, Brunsdorf und 3 Hufen in Wiershop an Hasso von Herslo, das Hamburger Domkapitel und Marquard Katteskruch für 1000 Mk Hamb. Pf. durch die Herzogin und ihre Söhne 760,

  • am 01.11.1299 (mit Johann I), als die Herzöge Johann II. und Albrecht III. den Hamburgern das Privileg zur Errichtung eines Leuchtturms auf der Insel Neuwerk und das Strandrecht bewilligen 761,

  • am 15.03.1300 (mit Johann I) bei der Bestätigung des Verkaufs der Dörfer Utecht, Schattin sowie Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee an das St.Johannis-Kloster zu Lübeck 762,

  • am 24.06.1301 (mit Johann I) bei der Übernahme der Schirmvogtei der Stadt Lübeck durch die Herzöge Johann II. und Albrecht III. von Sachsen-Lauenburg sowie Graf Gerhard II. von Holstein (1290-1312) 763,

  • am 21.05.1302 (mit Johann I) beim Verkauf der landesherrlichen Rechte an dem Dorf Groß Mist mit Ausnahme des Burg- und Brückenwerks sowie der Landwehr an das Domkapitel zu Ratzeburg durch die Herzöge Johann II. und Albrecht III. 764,

  • am 21.05.1302 (mit Johann I) als die beiden Herzöge dem Domkapitel zu Ratzeburg den Tausch von 11 ½ Hufen in Schlagsdorf und 2 Hufen in Schlagbrügge gegen Güter in Alten- und Neuengamme bewilligen und die eingetauschten Hufen von allen Lasten mit Vorbehalt des Burg- und Brückenwerks und der Landwehr befreien 765,

  • am 24.02.1306 (mit Johann I) als die Brüder von Duvensee die von ihren Vorfahren der Ratzeburger Domkirche gemachten Schenkungen bestätigen 766 (MUB V, 3068),

  • am 20.09.1306 (mit Johann I) bei der Genehmigung des Tausches von 6 Hufen in Schlagsdorf durch die Brüder von Duvensee und Gerlach von Ritzerau gegen Güter des Domkapitels in Walksfelde durch die Herzöge Albrecht III. und Erich I. (1285-1361) 767.


Am 12.06.1299 waren Heinrich (III) von Krummesse, sein Bruder Johann (I) und andere Adligen darunter Hermann (III) von Tralau-Wigersrade und Volkmar (IV) von Grönau, Zeugen, als aufgebrachte Lübecker Bürger den bischöflichen Kaltenhof und die Domkurien in Lübeck stürmten und zerstörten. Der Chronist Detmar berichtet über diesen Vorfall (Detmar zum Jahr 1299): „In deme sulven Jahre do leghde de biscop to Lubeke den sang umme wuste holt unde land, dar de biscop unde dat capitule weder den raad unde de menheit umme kiveden. Dat vordroch de menheit bet an den vridach na deme neghesten pinxten; do quemen se to des biscopes hove, de Kolde heten is, dreghere ute der stad unde ander mener volk, vulle drunken, unde branden den hof. Ze toghen do weder in de stad unde toslogen der domheren hove unde vorwusteden allet, dat dar was. De ratmanne quemen dar to unde kunden nicht sturen deme vordrunkenen volke. De domheren unde andere papen weken ute der stad, de predekere unde de barvoten brodere.“ Als später Bischof Burkhard von Serkem um diese Sache einen Prozess führte, werden auch Hermann (III) und Johann (I) von Krummesse als Zeugen geladen 768.


1311 wird Heinrich beim Friedensschluss Herzog Erichs I. von Sachsen-Lauenburg mit Graf Nikolaus von Schwerin als früherer Gefangener des Grafen erwähnt. Letztmalig ist Heinrich (III) von Krummesse zusammen mit seinen Brüdern Johann (I) und Walrav (I) am 24.01.1312 Zeuge, als Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg und Herzogin Margarethe dem Domkapitel zu Ratzeburg ihre landesherrlichen Rechte an Lankow mit Vorbehalt des Burg- und Brückenwerks sowie der Landwehr verkaufen 769. Erwähnt wird Heinrich (III) noch einmal 1319 im Frieden Herzog Erichs I. von Sachsen-Lauenburg mir Graf Nicolaus I. von Schwerin als früherer Gefangener des Grafen.


Wenn Henricus de Crumesse am 25.07.1335 noch einmal mit seinen Brüdern Johannes et Walrauenus unter den Vasallen des Stifts Ratzeburg genannt wird 770, so ist dies kein Beweis mehr dafür, dass er zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat. Die Urkunde nennt nur die Namen der stift-ratzeburgischen Vasallen, die Bischof Marquard von Ratzeburg (1309-1335) den Lehnseid geschworen haben. Wahrscheinlich waren zu diesem Zeitpunkt alle drei krummessischen Brüder bereits tot, da sie nach 1312 bzw. 1324 in Urkunden nicht mehr genannt werden.



Johann (I) von KRUMMESSE +nach 04./15.04.1324


(IV – 9); Sohn Heinrichs (II); Knappe (1280?/1283), Ritter (1286ff), Burgmann in Ratzeburg (1280), herzoglich sachsen - lauenburgischer und bischöflich - ratzeburgischer Vasall, urkundet (1280 /1324 (1335) - Johann (I) von Krummesse wird erstmals am 02.11.1280 als Johannes de Crumesse, castelani nostri de Racesburg genannt, als Herzog Johann I. von Sachsen-Lauenburg für eine zur Abtragung seiner und seines Bruders Schulden bewilligte Abgabe den gerichtlichen Zweikampf aufhebt und sich verpflichtete, keine willkürlichen Abgaben „von den Gütern oder den Untertanen seiner Vasallen“ zu erheben 771. Johann (I) steht hier auf der Seite des durch die Urkunde privilegierten Adels, dem Steuerfreiheit gewährt wird und der so an Einfluss gewinnt. Dann ist Johann (I) als Vasall des Herzogs am 13./14.06.1283 beim Abschluss des Landfriedensbündnisses mit den Fürsten, Vasallen und Städten der wendischen Ostseeländer in Rostock zugegen 772. In diesem großen Bündnis der Hamburger, Lübecker und der übrigen Ostseestädte, der Fürsten von Rügen, Mecklenburg und Lauenburg wurde gegenseitige Geleithilfe zugesichert, um die großen Transferstraßen gegen die Raubnester des niederen Adels abzuschirmen. Die Krummesser Burg lag dabei im Schnittpunkt der damals außerordentlich wichtigen Straßen: sie beherrschte den Nord-Süd-Weg Flensburg, Kiel, Plön, Curau, und dann entlang der Stecknitz die alte Salzstraße von Lübeck, Krummesse, Mölln nach Lüneburg und sie kontrollierte auch die berühmte alte Hamburger Landstraße, die in Krummesse am Steilufer unterhalb der St. Johanniskirche die Stecknitz querte. Auf diese Straße hat Lübeck als Rechtsnachfolgerin späterhin so großen Wert gelegt, daß mit allen Mitteln die Rechte an Krummesse im Möllner Prozeß verteidigt wurden.


Ab 1286 erscheint er dann ganz überwiegend zusammen mit seinen Brüdern, zunächst mit Heinrich (III). Mit ihm urkundet er 1286, 20.09.1296, 21.09.1296, 01.11.1299, 15.03.1300, 24.06.1301, 21.05.1302, 24.02.1306 und 20.09.1306. Zusammen mit Heinrich (III) und seinem jüngsten Bruder Walrav (I) urkundet er am 21.09.1299 und 24.06.1312. Ab 1306 tritt er wiederholt mit seinem Bruder Walrav (I) urkundend auf:

  • am 25.11.1306 beim Bündnis der Herzöge Albrecht III. und Erich I. mit der Stadt Lübeck gegen die Grafen von Holstein. Hier stehen auch die tralauischen Verwandten auf der Seite Lübecks gegen ihre eigenen Lehnsherren 773,

  • am 28.05.1310, als Herzog Erich I. verspricht, die 1306 gemeinschaftlich mit seinem Bruder Albrecht III. auf 5 Jahre übernommene Schirmvogtei der Stadt Lübeck bis zum Ablauf des vereinbarten Termins fortzuführen und der Stadt zur Zerstörung der Schlösser in Oldesloe, Dassow und Travemünde behilflich zu sein 774,

  • am 08.09.1319 bei der Bestätigung des Verkaufs der halben Dörfer Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee seitens der Brüder Nicolaus, Gerlach und Marquard von Gotmolt an das St.Johannis-Kloster zu Lübeck durch Herzog Erich I. 775,

  • am 21.12.1319, als Herzog Erich I. bekennt, dass Bischof und Kapitel zu Ratzeburg an das Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck den Zehnten vom Hofe Falkenhusen verkauft haben und dem Hospital seinen Schutz verspricht 776,

  • am 13.05.1321, als der Herzog dem Heiligen-Geist-Hospital den vollen Besitz des Hofes zu Falkenhusen und dem St.Johannis-Kloster das Eigentum der Dörfer Utecht, Schattin, Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee verspricht 777.

Allein tritt her Johan van Crumesse am 12.03.1308 bei der Erbverbrüderung der Herzöge Rudolf, Albrecht und Wenzel von Sachsen-Wittenburg mit ihren lauenburgischen Vettern Johann II., Albrecht III. und Erich I. als Schiedsrichter auf 778. 1308 ist er auch im Gefolge seines Lehnsherrn bei der Kaiserwahl zugegen. Anfang Juni 1315 ist Johann (I) unter den Zeugen, als Herzog Johann II. mit Zustimmung seines Bruders Erich I. für 100 Mk Lüb.Pf seine landesherrlichen Rechte in Panten mit Vorbehalt der Landwehr an Bischof Marquard von Ratzeburg verkauft 779. Als Herzog Erich I. am 16.10.1318 dem Domkapitel zu Ratzeburg alle Rechte an dem von den Erben Gottfried von Cremuns gekauften Dorfes Groß Mist bestätigt, steht Johannes dictus de Crumesse miles an der Spitze der Zeugen 780. Ebenfalls als erster Zeuge ist er am 22.10.1318 genannt, als der Herzog dem Kloster Scharnebeck gestattet, die Güter fortziehender Klosterbauern aus Kirchwerder und Gamme einzuziehen und den Zins aus diesen Orten nach Belieben wegzuführen 781. Am 29.03.1320 ist Johannes (I), zusammen mit seinen tralauischen Verwandten Marquard (IV) und Johann (III), erster Mitlober bei Marquard von Wesenberg, als dieser über den Verkauf von einem Plicht Torf im Wesenberger Moor an das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck urkundet 782. Am 31.10.1321 entscheidet her Johan van Crummesse, ryddere zusammen mit Bertold von Ritzerau als Schiedsrichter einen Streit der herzoglichen Brüder Johann II. und Erich I. von Sachsen-Lauenburg über die Güter ihres verstorbenen Bruders Albrecht 783. Am 01.11.1321 verpfändet Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg dem Ritter Johann von Krummesse die Wehde in den Dörfern Krummesse und Niemark für 100 Mk lüb. Pf 784.Am 01.12.1321 ist Johannes (I) von Krummesse erster Zeuge, als Herzog Erich I. dem Knappen Hermann Pels gestattet, das Dorf Gardensee mit der halben Albrechtsmühle vor Ratzeburg zu einer geistlichen Stiftung zu verwenden 785. Am 28.02.1324 urkundet Johannes de Crumesse miles über die von Herzog Erich I. ihm verpfändete Gerichtsbarkeit über Hals und Hand in den Dörfern Krummesse und Niemark und die große Fischerei im See von Krummesse 786. Die in der Urkunde genannten Knappen Heinrich (IV), Marquard (II) und Hartwig (I) von Krummesse sind vermutlich Johanns Söhne. Wichtige landesherrliche Gerechtsame sind damit auf die Krummesser übergegangen. Die Urkunde stellt zweifellos den Höhepunkt in der Aufwärtsentwicklung der Familie dar,


Letztmals als lebend wird Johann (I) zwischen dem 04. und 14.05.1324 als Zeuge bei den von Duvensee genannt, als diese einen Revers ausstellen, dass ihnen Herzog Erich I. u. a. die höhere Gerichtsbarkeit über Hals und Hand, den Schweineschnitt, die Bede und den Dienst eines freien Mannes im Dorf Lankow verpfändet hat 787. Bei seiner Nennung als Vasall des Stifts Ratzeburg am 25.07.1335 788 war Johann (I) wohl schon tot, denn sonst hätte man ihn in der Zeit zwischen 1324 und 1335 in weiteren Urkunden genannt finden müssen.


Urkunde vom 01.11.1321 über die Verpfändung der Wehde
in den Dörfern Krummesse und Niemark


Urkunde von 1324 über die Verpfändung des Blutbanns
in den Dörfern Krummesse und Niemark sowie der Fischerei in Krummesse



Aus seiner Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau hatte Johann (I) von Krummesse vier Söhne:


Kinder:

  1. Heinrich (IV) > V-11

  2. Marquard (II) > V-12

  3. Johann (II) > V-13

  4. Hartwig (II) > V-14



Walrav (I) von KRUMMESSE +nach 20.12.1323


(IV – 11); Knappe (1299), Ritter (1307), herzoglich-sachsen-lauenburgischer und stift-ratzeburgischer Vasall, urkundet 1299/1323 - Sohn Heinrichs (II); sein Rufname lässt auf eine Mutter aus dem Geschlecht der von Ritzerau/von Duvensee schließen; Walrauenus (I) de Crumesse tritt urkundlich zuerst 1299 in Erscheinung 789. Er war damit ganz offensichtlich ein deutlich jüngerer Bruder von Heinrich (III) und Johann (I), mit denen er zumeist urkundend auftritt. Mit beiden Brüdern urkundet er am 21.09.1299 und 24.06.1312, mit seinem Bruder Johann (I) urkundet er am 25.11.1306, 28.05.1310, 08.09.1319, 21.12.1319 und am 13.05.1321. Alleine urkundend tritt Walrav (I) am 07.07.1317 – er ist nun Ritter - im Land Hadeln als zweiter Zeuge auf, als Herzog Albrecht III. von Sachsen-Lauenburg dem Kloster Neuenwalde drei Tonnen Hafer aus dem Zehnten in Lüdershop und drei Tonnen aus seinem Zehnten in Altenbruch zu jährlichen Memorien für sich und seine Vorfahren schenkt 790. Dann ist er am 21.12.1307 als Zeuge bei den Herzögen Albrecht III. und Erich I. auf, als diese gegen eine Entschädigungssumme allen Ansprüchen an den Tafelgütern des Bischofs von Ratzeburg in ihrem Gebiet bis auf die Landwehr entsagen 791. Dann ist er als einer von drei Rittern bei seinem Lehnsherrn, Herzog Erich I. zugegen, als dieser am 09.07.1311 mit Graf Nikolaus von Schwerin einen Frieden bis Michaelis 1314 schließt 792. Letztmals als lebend wird Walrav (I) dann am 20.12.1323 genannt 793, als Herzog Erich I. gegen eine Abfindung von 200 Mk den Vertrag von 1295 794 genehmigt, in dem sein Oheim und seine Brüder dem Domkapitel zu Ratzeburg u.a. Eigentums- und Hoheitsrechte über die Kapitelsgüter im Lande Ratzeburg verkauft hatten. Bei seiner Nennung im Verzeichnis der Vasallen des Stifts Ratzeburg am 25.07.1335 795 war er ganz offensichtlich bereits tot. Einer Urkunde vom 05.12.1336 ist zu entnehmen, dass Walrav (I) in erster Ehe mit einer Trudis (Gertrud) - vielleicht einer von Parkentin? -- verheiratet gewesen ist, die offenbar 2 Mk zu Memorengeldern aus Wahlsdorf bestimmt hatte 796. Vermutlich war sie Tochter eines Eggert und brachte diesen Rufnamen in die Familie von Krummesse. Einer Urkunde vom 13.01.1398 ist zu entnehmen, dass quondam Walrauen de Krummesse, militis in Kronsforde eine Landstelle besessen hat 797.


Kinder:

  1. Heinrich (V) > V – 17

  2. Eghard (I) > V – 18

  3. Walrav (II) > V – 19

  4. Henneke (Johann III) gnt. Capelle > V - 20




Fünfte Generation:



Heinrich (IV) von KRUMMESSE


(V – 11), Knappe (1321/1324), Ritter (1240), Sohn Johanns (I) und Bruder Hartwigs (II). herzoglich sachsen-lauenburgischer und (?)gräflich-holsteinischer Vasall, urkundet 1321/1340 - Erstmals als Knappe genannt ist Heinricus de Crumesse am 01.12.1321, als Herzog Erich I. die Gründung einer Vikarei in Ratzeburg bestätigt., zu deren Ausstattung Hermann Pels das Dorf Gardensee und eine halbe Mühle verwenden darf. Bischof Heinrich II. von Ratzeburg transsumiert diese Urkunde am 16.08.1373 798. Dann ist er, zusammen mit Marquard (II) und Hartwig (II) am 28.02.1324 genannt, als sein Vater (?) Johann (I) über die ihm von Herzog Erich I. verpfändete Blutgerichtsbarkeit in Krummesse und Niemark urkundet 799. Danach schweigen die Urkunden über ihn für längere Zeit, vielleicht, weil er sich außerhalb des Herzogtums Sachsen-Lauenburg - in Holstein? - aufhielt. Am 05.03.1340 sind dann Hinricus de Krumesse et Hartwicus frater suus, milites Mitlober bei Heinrich (I) von Grönau und dessen Sohn Volkmar (VI), als diese über Renten aus ihrem Gut Tüschenbek verfügen 800. Die Art der Nennung macht es zweifelsfrei, dass Heinrich nicht identisch sein kann mit jenem Heinrich (V), der als Bruder von Eggerd (I) und Johann (III) von Krummesse belegt ist.


Wahrscheinlich ist Heinrich (IV) aber identisch mit dem vor dem 24.03.1345 verstorbenen Heinrich von Krummesse, dessen Witwe Floria von Bülow 801 die ihr zustehenden Rechte und die Gerichtsbarkeit über eine Hufe und die Mühle in Neritz im Kirchspiel Oldesloe mit Zustimmung ihres Sohnes Detlev (I?) an das Kloster Reinfeld übertragen hatte. Der Rat der Stadt Oldesloe bestätigte dies am 24.03.1345 802. Die Urkunde belegt, dass die Herren von Krummesse auch nach ihrem Wechsel aus Holstein ins askanische Herzogtum Sachsen-Lauenburg noch über Besitz in ihrem Ursprungsgebiet verfügten. Dort gehörten jedenfalls Glinde, Neritz, Groß Rümpel und Rohlfshagen noch bis 1402 den Krummesse 803. Ob sie diesen Besitz als altes tralauisches Erbe oder durch eine Heirat erworben hatten, darüber lässt sich den Quellen nichts entnehmen. Der Name von Heinrichs Frau Floria, einer Angehörigen der Familie von Bülow, ist wohl einem der beliebten französischen Ritterromane entlehnt worden 804.


Kinder:

  1. Detlev (I) > VI - 20



Marquard (II) von KRUMMESSE


(V – 12); Knappe (?), vmtl. Sohn von Johann (I) - Marquard (II) von Krummesse ist nur ein Mal, am 28.02.1324, zusammen mit seinen Brüdern (?) Heinrich (IV), ?Johann (II) und Hartwig (II) genannt, als sein Vater (?) Johann (I) über die ihm von Herzog Erich I. verpfändete hohe Gerichtsbarkeit in Krummesse und Niemark urkundet 805.



Johann (II) von KRUMMESSE


(V – 13); Knappe (?), Sohn Johanns (I) -- Er ist nur in der Urkunde vom 28.02.1324 in der im Urkundenbuch der Stadt Lübeck und bei Sudendorf wiedergebenen Abschrift genannt 806, als er mit seinem Vater Johann (I) und seinen Brüdern Heinrich (IV), Marquard (II) und Hartwig (II) einen Revers darüber ausstellt, dass Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg ihnen das Gericht über Hals und Hand in den Dörfern Krummesse und Niemark und die Fischerei im See zu Krummessse verpfändet hat 807. Die in den Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Regesten und Urkunden wiedergegebene Abschrift enthält seinen Namen nicht, so dass sich nicht sagen lässt, ob seine Nennung nicht vielleicht auf einem Versehen beruht.



Hartwig (II) von KRUMMESSE ?+nach 29.06.1368


(V – 14); Sohn Johanns (I?), Knappe (1324/1334), Ritter 1340/1363, herzoglich sachsen-lauenburgischer und stift-ratzeburgischer Vasall, Rat Herzog Erichs I, urkundet 1324/1363 - Hartwig (II) von Krummesse ist erstmals in der Urkunde vom 28.02.1324 mit seinen Brüdern? und seinem Vater? Genannt 808. Da er bis 1334 nicht weiter in Erscheinung tritt, wird er bei dieser Nennung noch minderjährig gewesen sein. Erst am 21.02.1334 tritt er, zusammen mit Johann (II?) als Zeuge bei Herzog Erich I. auf, als dieser u.a. die Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf verkauft 809. Mit seinem Bruder Heinrich (IV) ist er am 05.03.1340 Bürge beim Rentenverkauf der Grönau in Tüschenbek 810. Dann gehört er am 06.12.1343 zu den lauenburgischen Adligen, die sich unter den Schutz der Fürsten Albrecht I. (1329-1379) und Johann I. (IV., 1329-1372) von Mecklenburg begeben 811. Am 16.06.1351 gehört Hartwig (I) von Krummesse zu den Adligen, die sich mit ihrem Lehnsherrn, Herzog Erich I. zur Errichtung und Unterhaltung der Landwehr vom Ratzeburger zum Möllner See verpflichten 812. Am 17.08.1352 ist er bischöflich-ratzeburgischer Gelöbnisempfänger, als Vicke (I) von Karlow und sein Sohn Ludolf (IV) ihren Anteilsbesitz in Falkenhagen an Bischof Volrad von Ratzeburg (1335-1355) verkaufen 813. Als Vetter (patruus) von Heinrich (V) ist Hartwig (I) dann am 16.05.1353 und 24.06.1359 Bürge, als Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau dem Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck Grundstücke zwischen Grönau und Blankensee unter Vorbehalt des Rückkaufs verkaufen 814. Mit Detlev (I) von Grönau verbürgt sich Hartwicus de Crumesse, miles am 23.07.1358 für die von seinen Knappen Hartwig Grambek und Johann Kale dem Rat zu Lübeck geschworene Urfehde 815. Die Ursach3e dafür kennen wir nicht. Auch dies ist ein Beleg für das gespannte Verhältnis der Familie von Krummesse gegenüber der mächtigen Hansestadt an der Trave. Nach dem Übergang von Stadt und Vogtei Mölln an die Stadt Lübeck verpflichtet sich der dort ansässige Adel, darunter auch Hartwig (I) von Krummesse, der neuen Lehnsherrin gegenüber am 01.11.1359 zunächst vorläufig und am 06.07.1360 endgültig zur Treue und zum Gehorsam 816. 1360 wurde der Stammsitz der Krummesser in Krummesse durch die Holsteiner Grafen belagert, hielt sich aber bis Entsatz kam.


Als es im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen um den Besitz von Schonen König Waldemar IV. Atterdag gelang, den mit Schweden verbündeten Herzog Albrecht II. von Mecklenburg am 10.08.1360 vor Helsingborg für einen Waffenstillstand zu gewinnen, in dem er ihn zugleich mit Herzog Erich II. von Sachsen-Lauenburg verglich, der allen Ansprüchen auf Albrechts Lande entsagte 817 und eine Eheabrede zwischen der Tochter Erichs II. und Magnus, dem jüngsten Sohn Albrechts II. zu Stande brachte, gelobten jeweils 30 Vasallen von jeder Seite diese Vereinbarungen Unter den Gelobern stand der Ritter Hartwig (I) von Krummesse als Vertreter einer von Herzog Erich II. besonders begünstigten Adelsfamilie an zweiter Stelle. Mit den Knappen Johann und Heinrich „von Klempau“ entsandte diese Familie noch zwei weitere Vertreter ihres GeschlechtS. darunter auch Hartwig (I) von Krummesse. Als bischöflich-ratzeburgischer Vasall bekräftigt Hartwig (I) am 17.07.1362 die Überlassung der Dörfer Schlagbrügge und Schlagresdorf durch Nikolaus und Hartwig von Bülow und ihrer Lehnsvettern an das Domkapitel zu Ratzeburg 818. Hartwig ist Mitlober bei den Brüdern Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau, als diese am 30.08.1363 dem St. Johannis-Kloster zu Lübeck ihren Anteil am Blankenseer See nebst den Nutzungsrechten auf 10 Jahre verpfänden 819. Am 29.06.1368, im Entwurf eines Huldigungs-Reverses des in der Vogtei Mölln eingesssenen Adels, steht Hartwich geheten van Crummesse. ridder an der Spitze des landsässigen Adels der Vogtei 820.


Als Vater von Marquard (III) ist Hartwig (II) - hern Hartwighe van Crummesse, mynem vadere - am 21.09.1375 genannt 821. Ein weiterer Sohn war Hartwig (II). Auffallend ist die offenbar enge Verbindung Hartwigs (I) zur Familie von Grönau, die sich in den Urkunden wiederspiegelt. Hier haben zweifellos familiäre Bindungen bestanden, ohne dass sich sagen ließe, wie diese ausgestaltet waren.


Kinder:

  1. Marquard (III) > VI – 21

  2. Hartwig (III) > VI - 22



Ywan von KRUMMESSE


(V - 15); Ywan war offensichtlich an der großen Fehde der Hummelsbüttel 1346/1348 beteiligt. Diese Fehde, in die auch die Stadt Lübeck zufällig mit hineingezogen worden war, richtete sich gegen die mit Hamburg verbündeten Grafen von Holstein 822. Ywan ist zusammen mit den Brüdern Hermann (VI), Hartwig (V), Volrad (II) und Hennekinus (Johann VII) von Tralow u. a., am 10.01.1352 bei der Sühnevereinbarung der Stadt Lübeck unter den Freunden des getöteten Marquard Struz zu finden 823.



(?)Ermetrud von KRUMMESSE


(V – 16); Sie hatte vmtl. vor 1336 Volkmar (V) von GRÖNAU geheiratet 824.



Heinrich (V) von KRUMMESSE +vor 01.11.1359


(V – 17); Sohn Walravs (I?), Ritter, herzoglich sachsen-lauenburgischer und bischöflich-ratzeburgischer Vasall, urkundet 1332/1357 - Erstmals genannt wird her Hinrike van Krumesse, riddere am 23.04.1332 als Mitgelober bei Bischof Marquard von Ratzeburg (1309-1335) bei der Sühnevereinbarung und Urfehde der von Parkentin 825. Dann ist er am 06.12.1334 Mitgelober bei Herzog Albrecht IV. (1321-1343), als dieser sich mit seinem „Vetter“ Erich I. wegen der Ansprüche auf den Lauenburger Zoll, den Dartzing, Redefin, Wehningen und das Land Hadeln und Wursten vergleicht 826. Am 28.01.1337 bezeugt Hinricus de Krummesse, miles von Bischof Volrad von Ratzeburg und den Brüdern Johann, Nikolaus und Gottfried von Bülow 250 Mk für das Dorf Manderow in Nordwestmecklenburg empfangen zu haben 827. Als einziger seines Geschlechts scheint Heinrich (V) von Krummesse über Besitz auch in Mecklenburg verfügt zu haben, vermutlich über die Ehe mit einer von Bülow. Dann treten strenuis viris Hinrico militi, Eghardo (I), Walraueno (II) et Johanni (III) fratribus dictis de Krummesse a 22.04.1343 als Mitgelober bei Marquard von Zecher auf, als dieser bezeugt, dass Bischof Volrad von Ratzeburg das von Bischof Marquard verpfändete Dorf Kampenwerder und den Zehnten in Bantin von ihm eingelöst hat 828. Am 06.12.1343 gehören her Hinric, Eghert, Walrauen unde Henneke, brodere ... gheheten van Crummesse und ihre Vettern Hartwig (II) und Detlev (I) zu den Adligen der Mölln-Bergedorfer Linie des askanischen Herzogtums, die sich unter den Schutz der Fürsten Albrecht I. und Johann I. (IV.) von Mecklenburg stellen 829. Der Adel, der hier wie eine selbständige Macht handelnd auftritt 830, versprach dafür im Gegenzug den mecklenburgischen Fürsten Heeresfolge zu leisten. Hintergrund für diesen durchaus spektakulären Schritt des Bergedorf-Möllner Adels lag offenbar in der Sicherung seiner Rechte gegen etwaige Ansprüche der Ratzeburg-Lauenburger Linie der Askanier, die man anlässlich des Todes von Herzog Albrecht IV. im Jahre 1343 befürchtete. Heinrich und die übrigen Mitglieder der Familie von Krummesse verzichten dabei gegenüber den mecklenburgischen Fürsten auf die ihnen zugesicherte Hilfe wegen der Todfehde, die mit den von Schack hatten: De vorbenomden van Crummesse latet los desse heren van Mekelenburch des stuckes, dat in eren breuen steyt, dat se vs helpen scolen oppe de Scachen vmme de dothvyde.


Am 29.02.1344 ist Heinrich (V) Bürge bei den von Karlow, als diese ihr Dorf Neschow verkaufen 831. Dann gehört er - zusammen mit seinen Brüdern Eggerd (I) und Johann (III) sowie seinem Vetter Hartwig (I) - zu den Vasallen Herzog Erichs I., die sich am 16.06.1351 zur Errichtung und Unterhaltung der Landwehr verpflichten 832. Die Errichtung der Landwehr bildete den Schlusspunkt einer längeren Entwicklung. Im Zuge der Landfriedensbündnisse von 1328, 1334, 1345 und 1349 war es zu teilweise groß angelegten kriegerischen Unternehmungen und der Zerstörung zahlreicher Ritterfesten im Herzogtum Sachsen-Lauenburg gekommen, insbesondere der Scharfenberger, Züle, aber auch anderer Geschlechter wie der Karlow. Diese Anstrengungen fanden ihren Höhepunkt in dem Abkommen zwischen der Hansestadt Lübeck und Herzog Erich II. von 1350/1351 zur gemeinsamen Errichtung einer Befestigungslinie zwischen dem Ratzeburger See bei Ravensdiek/Farchau und dem Möllner See 833. Wieder mit seinen Brüdern Eggerd (I) und Johann (III) sowie seinem Vetter Hartwig (I) bezeugt Heinrich (V) von Krummesse als sächsischer Rat am 17.08.1352 den Verkauf ihres Anteilsbesitzes an Falkenhagen durch Vicke (I) und Ludolf (IV) von Karlow 834. Am 16.05.1353 ist er dann mit seinem Vetter (patruus) Hartwig (I) Mitlober bei den Brüdern Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau, als diese dem Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck Ländereien zwischen Grönau und Falkenhusen verkaufen 835. Dann ist er Gelöbnisempfänger für Bischof Volrad von Ratzeburg, als Herzog Erich I. am 24.10.1353 diesem den Besitz der von den von Duvensee und den von Ritzerau geschenkten Örtlichkeit Ravensdiek bestätigt 836 und am 31.10.1353, als der Bischof das Dorf Zarnewenz an das Domkapitel in Hamburg verpfändet 837.


In den Jahren 1356 bis 1358 lagen die Krummesse wiederholt mit den Lübeckern im Streit. Der Ritter Heinrich (V) von Krummesse war dabei von den Lübeckern geächtet und in Haft genommen worden und konnte deswegen seinen Vasallenpflichten gegenüber seinem Landesherrn, Herzog Albrecht V. von Sachsen-Lauenburg (1344-1370), nicht genügen, so dass dieser ihn aus der Verfestung losbitten musste 838. Letztmals als lebend genannt erscheint Heinrich (V) dann am 26.06.1357, als Herzog Erich I. die Streitigkeiten Heinrichsmit Bischof Wipert von Ratzeburg (1356-1367) über Schwanbeck (Kirchspiel Selmsdorf) schlichtete 839. Heinrich erhob dort Ansprüche und behauptete, Bischof Volrad habe es ihm verpfändet 840. Bischof Wipert von Ratzeburg unterwarf die Angelegenheit dem Schiedsspruch Herzog Erichs II. von Sachsen-Lauenburg, der dahin entschied, dass der Bischof Heinrich (V) mit 600 Mk abfinden sollte. Vor dem 01.11.1359 ist Heinrich (V) von Krummesse dann gestorben, da nun Heinrich (VI) quondam Hinrici de Crummesse militibus filius in den Urkunden erscheint 841.


Kinder:

  1. Heinrich (VI) > VI–25

2. ?Johann (IV) > VI-26



Eggerd (I) von KRUMMESSE +vor 05.04.1360?


(V – 18); Sohn Walravs (I), Bruder von Heinrich (V), Johann (III) und Walrav (II); Knappe (1332/1345), Ritter (ab 1349), herzoglich sachsen-lauenburgischer und gräflich-holsteinischer Vasall, urkundet 1332/1359 als Echardus, Egkhardus, Eggard, Eggert, Egghert, Ecghert - Erstmals ist Eggerd (I) als Knappe am 23.04.1332 zusammen mit seinem älteren Bruder Heinrich (V) genannt 842. Mit ihm und seinen Brüdern Johannes (III) und Walrav (II) tritt er in der Folge wiederholt urkundend in Erscheinung: am 21.12.1334, 06.12.1334, 05.03.1340, 22.04.1343, 06.12.1343, 16.06.1351, 29.12.1351 und 17.08.1352. (siehe im Einzelnen bei > Heinrich (V)


Echardus de Crummesse, famulus ist am 21.06.1336 Zeuge, als Herzog Erich II. Schmilau an Bischof Volrad von Ratzeburg verkauft 843. Dann ist er erneut am 20.09.1336 Zeuge, als Bischof und Herzog durch einen Schiedsspruch erkennen, dass die Bauern von Buchholz dem Domkapitel zu Ratzeburg den halben Zehnten zu geben schuldig sind 844. Mit seinem Bruder Johannes (III) (Eghardus et Johannes de Krummesse fratres, famuli) bezeugt er am 05.03.1340 den Rentenverkauf aus Tüschenbek durch Heinrich (I) und Volkmar (VI) von Grönau 845. Dann gehört er am 17.02.1342 zu den Adligen, die sich gegenüber der Stadt Lübeck für die Erfüllung der von Graf Johann III. von Holstein (1312-1359) im Zuge des geschlossenen Bündnisses gemachten Zusagen verpflichten 846. Graf Johann will Lübeck im Raum Danewerk bis Stadtgrenze von allen Feinden des Königs bis Pfingsten 1343 schützen und die Schlösser zu Plön und Kiel sollen für die Lübecker offengehalten werden. Mit seinen Brüdern schließt Eggerd am 06.12.1343 ein Schutzbündnis mit den Fürsten Albrecht I. und Johann I (IV.) von Mecklenburg 847. Als Bürge tritt Egkhardus am 10.01.1345 auf, als sich die Ritter Detlev von Behlendorf (von Parkentin), Detlev Kulznig und Walrav von Parkentin der Stadt Lübeck gegenüber zu einem Waffenstillstand bis nach Ostern verpflichten 848. Am 01.03.1349 ist Eggerd (I) - nun als Ritter - Mitgelober Herzog Erichs II. von Sachsen-Lauenburg mit der Stadt Lübeck und am 24.08.1350 bezeugt er die Vereinbarung der Herzöge Erich II und Johann über den vom Ratzeburger nach dem Möllner See gezogenen Landwehrgraben und die Ausgrabung der Delvenau 849. Er ist Mitgelober am 25.05.1351 in Nykjöbing beim Bündnis Herzog Albrechts I. von Mecklenburg mit Herzog Erich II. gegen die Grafen von Schwerin 850. Mit seinem Bruder Johann (III) bezeugt er dann am 29.12.1351 die Übereignung von Mechow an das Domkapitel zu Ratzeburg durch Herzog Erich II. 851. Als Schiedsrichter erkennt Eggerd am 22.05.1354 zusammen mit Bischof Bertram von Lübeck (1350-1377) und Peter Dene, Amtmann König Waldemars III. von Dänemark über die vom Rat zu Lübeck wegen der Ermordung des Knappen Marquard Westensee zu leistenden Sühne 852.


Nach dem Übergang von Stadt und Vogtei Mölln an die Stadt Lübeck bekannte sich Eggerd (I) von Krummesse am 01.11.1359 an der Spitze des übrigen in der Vogtei ansässigen Adels der vorläufigen Gehorsamspflicht bis zu der nach der Rückkehr Herzog Albrechts V. zu leistenden förmlichen Huldigung schuldig 853. Diese erfolgte 1360 854. Zuletzt (?) verzeichnet finden wird Eggerd (I) am 05.04.1360 im Niederstadtbuch der Stadt Lübeck 855. Hier ist er möglicherweise schon tot, da bereits von den puerorum domini Eggardi de Crummesse die Rede ist. Am 06.07.1360, bei der Huldigung ist dann sein Sohn Eghardus (II) filius domini Eghardi genannt 856. Spätestens jetzt wird Eggerd (I) tot gewesen sein. Ausdrücklich als verstorben nennen ihn Urkunden aus den Jahren 1397, 1399, 1409, 1417 und 1418.


Kinder:

  1. Eggerd (II) > VI – 26

  2. Johann (IV) > VI - 27



Walrav (II) von KRUMMESSE


(V – 19); Sohn Walravs (I); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1341/1343 - Erstmals urkundlich genannt ist Walrauenus zusammen mit seinem Bruder Henneke (Johann III) und Volkmar (V) von Grönau, als diese am 15.06.1341 geloben, Herzog Erich II. d.J. von seiner Verpflichtung gegenüber Lübeck freizumachen 857. In der Folge urkundet Walrav (II) zusammen mit seinen Brüdern Heinrich (V), Eggerd (I) und Johann (III) am 22.04.1343 und 06.12.1343. Mit ihnen schließt er das Schutzbündnis mit den Fürsten von Mecklenburg. Als bereits verstorben erscheinen er und sein Bruder Johann (III) gnt. Capelle am 01.11.1366, als seine Neffen Eggerd (II) und Johann (IV) Holz im Kannenbruch verkaufen 858. Der Urkunde lässt sich entnehmen, dass auch Walrav (II) dort Anteile gehabt hat, die vom Verkauf ausgenommen blieben.



Johann (III, Henneke) gnt. Capelle +vor 01.11.1366


(V – 20); Sohn Walravs (I); Knappe, Bruder Eggerds (I); Burgmann in Ratzeburg (1355), urkundet 1340/1362 - Erstmals (?) genannt ist Johann (III) wohl am 21.02.1334, als er – zusammen mit seinen Brüdern Heinrich (V) und Eggerd (I) – als Zeuge bei Herzog Erich I. von Sachsen-Lauenburg auftritt, als dieser dem Domkapitel zu Ratzeburg die Dörfer Schlagsülsdorf und Thandorf verkauft 859. Dann ist er – wieder mit seinem Bruder Eggerd (I) - genannt, als Heinrich (I) von Grönau und sein Sohn Volkmar (VI) am 05.04.1340 eine Rente aus ihrem Hof in Tüschenbek verkaufen 860. Mit seinem Bruder Walrav (II) und Volkmar (V) von Grönau gelobt er am 15.06.1341, Herzog Erich II. d.J. von seiner Verpflichtung gegen Lübeck frei zu machen 861. Mit seinen Brüdern Heinrich (V), Eggerd (I) und Walrav (II) ist er am 22.04.1343 Mitlober bei Marquard von Zecher 862. Wieder mit seinen Brüdern gehört Henneke von Krummesse dann am 06.12.1343 zu den lauenburgischen Adligen, die sich unter den Schutz der mecklenburgischen Fürsten Albrecht I. und Johann I. (IV.) stellen 863. Am 16.06.1351 ist er unter denen, die mit Herzog Erich II. der Stadt Lübeck die Errichtung der Landwehr von Ratzeburger zum Möllner See versprechen 864. Johann (III) ist dann zugegen, als Herzog Erich II. am 29.12.1351 dem Domkapitel zu Ratzeburg das aus ritzerauischem Besitz erworbene Dorf Mechow übereignet 865. Am 17.08.1352 ist Johannes de Krummesse famulus – zusammen mit den Rittern Eggerd (I), Heinrich (V) und Hartwig (II) Zeuge, als Vicke (I) von Karlow und sein Ludolf (IV) Anteilsbesitz an Falkenhagen an Bischof Volrad von Ratzeburg verkaufen 866. Dann urkundet Henneke von Krummesse am 15.12.1355 über ein ihm von Herzog Erich II. zu Stekeborch auf der Insel Møn verliehenes Ratzeburger Burglehen 867.


1358/1359 lag er in Fehde mit Hartmann Scharpenberg. Im August 1358 hatte Henneke van Krummesse, knape van wapene den Scharpenberger in seinem Wohnsitz Kneese überfallen und ihm u. a. einen Knappen geraubt 868. Der Krummesser hatte den Überfall wohl von seinem Ratzeburger Burglehen aus durcvhgeführt. Vergebens hatte dann der beraubte Hartmann Scharpenberg bei „unsen heren hertoghen Erike van Sasse unde vor vele guden luden“ seit Jahresfrist Klage geführt. Darüber war nun eine Fehde zwischen den Krummessern und Scharfenbergern entbrannt, die sich auf das Gut Lankau und alle anderen Güter Hennekes (III) ausgedehnt hatte. Am 26.08.1359 869 bezeugten die Knappen Eggert Schack, Detlef Züle, Otto Schack und Tede Hamme diesen Tatbestand dem Rat der Stadt Lübeck. Dies hatte seinen Grund in dem Umstand, dass die Güter der Krummessse mit der Verpfändung der Herrschaft und Vogtei Mölln am 14.04.1359 durch Herzog Albrecht V. unter lübsche Hoheit gekommen waren und der landsässige Adel (Krummesse, Ritzerau, Parkentin, Züle) nunmehr de facto Vasallen Lübecks waren. Möglicherweise war das Eingreifen Lübecks auch dadurch bedingt, dass durch die in Mitleidenschaft gezogenen Möllner Einkünfte lübsche Interessen direkt berührt waren. Die Urkunden schweigen über den Ausgang der Fehde. Doch ist als sicher anzunehmen, dass Lübeck nach beiden Seiten den nötigen Druck ausübte und durch Verhandlungen oder mit Waffengewalt den Frieden wiederherstellte, mehr wohl zum Vorteil der mit ihm befreundeten Scharpenberg als den ihm widerwillig gehorchenden Krummesse. Wohl deshalb sehen wir Henneke (III) von Krummesse unter den Adeligen des Landes Ratzeburg, die am 08.12.1363 in den Dienst Graf Adolfs VII. von Holstein treten 870, der damals stark zu König Waldemar IV. von Dänemark tendierte, dem Feinde Lübecks.


Wenn Johanns (III) Name bei der Huldigung des in der Vogtei landsässigen Adels 1359/1360 fehlt, so deshalb, weil er ausschließlich bei der ratzeburg-lauenburgischen Linie des askanischen Herzogtums begütert war. Henneke van Krummesse ist am 10.08.1360 in Helsingborg Mitgelober bei der Eheabrede und dem Bündnis zwischen den Herzögen Erich II. von Sachsen-Lauenburg und Herzog Albrecht I. von Mecklenburg 871. Als Zeuge tritt Johannis de Crumesse dann bei den Brüdern Nicolaus und Hartwig von Bülow auf, als diese am 10.07.1362 ihrer Dörfer Schlagbrügge und Schlagresdorf mit dem Domkapitel gegen andere Güter des Kapitels vertauschen und das Domkapitel diesen Tausch am 15.07.1362 bezeugt 872. Dass es sich hier um Johannes (III) handelt, scheint dadurch gesichert, dass er in Ratzeburg über ein Burglehen verfügte und so quasi als „Nachbar“ diese Rechtsgeschäfte bezeugt. Bald danach wird Johann (III), der im Übrigen auch in Lankau begütert war und den Beinamen „Capelle“ führte, gestorben sein. Am 01.11.1366 jedenfalls ist er tot 873, denn beim Verkauf des freien Holzhiebs im Kammerbroke durch die Brüder Eggerd (II) und Johann (V) von Krummesse heißt es „quondam Johanni Crummesse alsias dicto Capelle et Walrauen, suo fratri“. Ausdrücklich als verstorben bezeichen in Urkunden aus den Jahren 1397, 1399 und 1409. Als Vater von Detlev (II) ist Hennekinus am 13.06.1376 874 und am 22.02.1383 875 Die letztere Urkunde nennt als seinen Wohnsitz Petzeke (morans in Petzeke).


Mit wem Johann (III) verheiratet war, wissen wir nicht. Es fällt aber auf, dass er bei Vicke (I) von Karlow urkundet. Möglich also, dass er mit einer ?von KARLOW verheiratet war, über die dann vielleicht der Rufname Vicke, den wir sonst bei den von Krummesse nicht finden, in die Familie gelangt ist.


Kinder:

  1. Detlev (II) > VI –29

  2. ?Vicke (Friedrich) > VI - 30


Margarethe (I) von KRUMMESSE +vor 27.12.1360


(V – 21); Margarethe (I) von Krummesse ist in die krummessische Genealogie nicht einzuordnen. Vermutlich war sie eine Witwe. Genannt wird sie am 27.12.1360 als bereits verstorben 876, da der Rat von Mölln den Rat von Lübeck ersucht, ihre Hinterlassenschaft an Tideke Sluter verabfolgen zu lassen.




Sechste Generation:



Detlev (I) von KRUMMESSE


(VI - 22); Sohn Heinrichs (IV), gräflich holsteinischer und herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1343/1353? - Detlev (I) ist vermutlich zuerst am 06.12.1343 als „Vetter“ Heinrichs (V), Eggerds (I), Walravs (II) und Johanns (III) genannt 877. Mit diesen begab er sich unter den Schutz der mecklenburgischen Fürsten. Ob er ein Bruder des ebenfalls genannten Hartwig (III) gewesen ist - der Text spricht von her Hartwich unde Detleph, desser vorsprokenen (Hinric, Ecghert, Walrauen unde Henneke) brodere vedderen - lässt sich nicht sagen.


Möglicherweise ist Detlev (I) identisch mit dem Sohn des vor 1345 gestorbenen Heinrich (IV). Dieser ist am 24.03.1345 mit seiner Mutter Floria mit Besitz im Kirchspiel Oldesloe, in Neritz, genannt 878. Dort dürfte er dann auch über den weiteren krummessischen Besitz in Glinde, Groß Rümpel und Rohlfshagen verfügt haben. Vielleicht bezieht sich auf diesen Detlev auch der Eintrag im Vertrag vom 26.07.1353 zwischen König Waldemar III. von Dänemark und den Grafen Heinrich II. (1340-1381) und Claus (1340-1397) von Holstein, wo es heißt 879: „Unde umme Detleue Crummessen ervennamen gut, den scholen de greven don, wes se nicht ghedan hebben, also de olden sonesbreve spreken, de to wedde gheven worden“.



Marquard (III) von KRUMMESSE +nach 15.06.1387


(VI – 23); Sohn Hartwigs (II), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1363/1387 - Erstmals urkundlich genannt ist Marquard (III) von Krummesse am 08.12.1363 unter den Rittern und Knappen aus dem Lande Ratzeburg, die in den Dienst des Grafen Adolf VIII. von Holstein (1353-1370) treten 880. Dann ist er am 13.08.1366 bei der Urfehde des Henneke Kale genannt 881 und am 01.11.1366 urkundet er mit seinem Bruder Hartwig (III) 882. Am 30.03.1371 urkundet Marquard mit seinen vedderen Eggerd (II) und Heinrich (VII) über die von ihnen dem Rat von Lübeck geleistete Pfandhuldigung 883.


Marquard (III) von Krummesse besaß einen Hof und Anteilsbesitz in Krummesse, ½ Groß Schenkenberg, ½ Niemark, Wulmenau, ½ Bliesdorf, ½ Kronsforde, ½ Grinau, dazu Anteile am Beidendorfer See, an Hölzungen und Torfmooren. Diesen Besitz begann er spätestens 1373 zunächst stückweise zu verpfänden und dann zu verkaufen. Spätestens 1373 hatte Marquard (III) seinen Anteil an Krummesse mit seinem Hof und der Mühle verpfändet, denn am 01.05.1373 bekennt er, vom Rat zu Lübeck für den Verkauf außer den früher empfangenen 300 Mk noch 100 Mk empfangen zu haben. Er verpflichtet sich, falls er von dem vorbehaltenen Wiederkaufsrecht Gebrauch macht, ebenfalls 400 Mk zu zahlen, von diesem Recht aber nur für sich und nicht zu Gunsten eines Anderen Gebrauch zu machen 884. Am 24.11.1373 hat er dann auf die Kaufsumme einen weiteren Abschlag erhalten 885. Die Kaufsumme von nun insgesamt 500 Mk muss Marquard (III) dann zurückgezahlt haben, denn noch vor Dezember 1379 ist er wieder im Besitz seiner Güter in Krummesse. Doch schon am 01.12.1379 verkauft er dem Lübecker Ratsherrn Segebodo Crispin für 1000 Mk Lüb.Pf. wiederkäuflich „dimidiam villam dictam Crumesse, molendinum in Krummesse, dimidiam villam dictam de Nyenmarke necnon stagnum apud villam dictam Beyendorpe“ 886. Bereits drei Monate später, am 02.03.1380, ist er gezwungen, auch auf sein Wiederkaufsrecht zu verzichten 887 und am 01.04.1380 übergibt er zwei Urkunden an Segebodo Crispin „de minen olderen unde my ghegheuen weren van mines ghenedighen heren weghene, hertughen Erikes (I) van Sassen uppe de twe dorpe, de ghenomet sint Krummesse unde de Nyenmarke. Die erste Urkunde inne holt dat recht, hoghest unde sidest, to richtende in hand vnde in hals ... unde de groten visscherie, de gheheten is de wadentoghe uppe deme see ro Beyendorpe und die zweite enthielt den broke unde dat wedde, det de buer ... plichtich sint to donde unde tho weddende“ 888. Dies sind die Pfandurkunden von 1321 und 1324 889, die Herzog Erich I. an Johann (I.) von Krummesse übergeben hatte, der damit als Vorfahr von Marquard (III) gesichert ist. Mitgelober sind Eggert van Crumesse, riddere, Henneke van Crumesse, Detlef unde Hinrik to Klempouwe. Am 15.06.1387 verspricht Marquard (III) bei einer etwaigen Wiedereinlösung von Krummesse und Niemark die aufgewendeten Baukosten zu ersetzen und für die durch Segebodo Crispin eingelöste Mühle bei Krummesse noch 200 Mk zusätzlich zu zahlen 890.


Nach dem Verkauf seines Besitzes in Krummesse und Niemark folgte bereits am 21.09.1375 für 257 Mk Lüb.Pf der Verkauf myner helfte, „de ik hadde an deme dorpe to Grotenschenkenberghe imme kerspelle to Crummesse beleghen, mit den achtyn marken gheldes iarliker rente, de to der suluen helfte horen ... alse dat hern Hartwighe van Crummesse, mynem vadere ... heft toghehored“ an Johann Schepenstede 891, Ratsherrn zu Lübeck. Herzog Erich III. erteilt am 29.09.1376 seinen lehensrechtlichen Konsens 892.


Nachdem Marquard (III) am 02.03.1380 auf sein Wiedereinlösungsrecht für Krummesse und Niemark verzichten musste, veräußert er am selben Tage weiteren Besitz, zunächst für 600 Mk „dat ganse dorp, dat ghenomet is vnde gheheten de Wuluenouwe“ mit dem Bauernzins von vier Gulden von jeder Hufe unter Vorbehalt des Rückkaufs an Segebodo Crispin 893. Eine irrtümlich auf 1300 datierte Urkunde 894 über den Verkauf von Wulmenau gehört hierher. Graf Adolf VIII. von Holstein als Lehnsherr gibt am 16.05.1380 seine Zustimmung 895. Ebenfalls am 02.03.1380 veräußert Marquard (III) für 2000 Mk Lüb.Pf. Auch seinen restlichen im Kirchspiel Krummesse belegenen Besitz an Segebodo Crispin 896, nämlich „dat halue dorp, dat gheheten is Blystorpe, dat halue dorp, dat ghenomet ist de Cronesvord unde dat halue dorp, dat ghenomet is vnde gheheten de Grynowe mit den hegheholten, de ghenomet vnde gheheten sind aldus: tho deme ersten male myn del des Kannenbrokes, alse es mine olderen vnde ik nu vriest beseten hebben vnde ghebruket vnde alse id in sinen scheden beleghen is, vnde minen del des vierdes, den luttiken Brant, dat Rughelegher, den Muyst, dat grote Ellerbrok vnde dat luttike Ellerbrok; mit al den anderen holten, de mine olderen ... ghehat vnde beseten“. Herzog Erich III. erteilt auch zu diesem Verkauf am 16.05.1380 seinen lehensrechtlichen Konsens, behält sich jedoch selbst den Wiederkauf binnen der nächsten 20 Jahre vor 897. Damit ist de facto der Kernbesitz der Familie von Krummesse nach ca. 200 Jahren Besitzzeit in bürgerliche Hände übergegangen. Die Familie selbst behauptet nur noch – wenn auch wertvolle – Randbesitzungen.Eine Wiedereinlösung des Besitzes ist nicht gelungen. Noch am 15.06.1387 verspricht Marquard (III) von Krummesse dem Segebodo Crispin bei Wiedereinlösung die Baukosten zusätzlich zu ersetzen, die dieser inzwischen investiert hat, zusätzlich 200 Mk für die Mühle 898.

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Den Kauf von Marquards (III) Gütern durch den Rat der Stadt Lübeck wertet Düker zu Recht „vor allem als politische Handlung“ und richtungweisend. Die bürgerliche Kapitalanlage in Grund und Boden, die sich in der Vergangenheit vorwiegend auf Rentenkäufe konzentriert hatte, wurde nun bewusst in eine politische Unternehmung umgewandelt 899.


In zahlreichen weiteren Urkunden tritt Marquard (III) dann als Mitlober bei den Verkäufen seiner Verwandten (siehe dort) auf, die wiederum auch bei ihm den Verkäufen zugestimmt haben. Er ist Mitlober bei den Brüdern Heinrich (VIII), Johann (VI) und Otto von Krummesse in Klempau (13.06.1376, 07.06.1381, 20.03.1384), bei den Brüdern Eggerd (II) und Johann (V) von Krummesse (01.11.1366, 03.01.1382, 02.04.1382, 22.02.1383), bei Vicke (08.04.1380) und Detlev (II) von Krummesse (05.05.1380).



Hartwig (III) von KRUMMESSE


(VI – 24); Knappe, Sohn Hartwigs (II), herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1365/1366 - Am 30.12.1365 ist Hartwicus Crummesse Mitlober bei Dietrich (III) und Bertold (V) von Ritzerau, als diese über ihre Sühne mit dem lübschen Vogt Dietrich Steynbeke urkunden 900. Mit seinem Bruder Marquard (III) (Hartwicus, Marquardus fratres dicti de Crumesse) ist er am 01.11.1366 Mitlober, als die Brüder Eggert (II) und Johann (V) von Krummesse den freien Hieb ihres Holzes im Kannenbruch verkaufen 901.



Heinrich (VI) von KRUMMESSE +nach 21.09.1375 / vor 13.06.1376


(VI – 25); Sohn Heinrichs (V), Knappe in Klempau, urkundet 1359/1375 - Erstmals urkundlich genannt ist Hinricus quondam domini Hinrici de Crummesse militis filius, armiger am 01.11.1359 bei der vorläufigen und am 06.07.1360 bei der förmlichen Huldigung des in der Vogtei Mölln landsässigen Adels gegenüber der Stadt Lübeck 902. Dann ist er in Helsingborg dabei, als am 10.08.1360 die Herzöge Erich I. von Sachsen-Lauenburg und Albrecht I. von Mecklenburg ein Bündnis schließen und eine Eheabrede für ihre Kinder Jutta und Magnus vereinbaren 903. Heinrich (VI) ist zugegen, als am 30.08.1363 die Knappen Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau dem St. Johannis-Kloster in Lübeck ihren Anteil am Blankenseer See auf 10 Jahre verpfänden 904. Am 08.12.1363 gehört er -zusammen mit Eggert (II) von Krummesse - zu den Adligen der Bergedorf-Möllner Linie des askanischen Herzogtums, die in den Dienst des Grafen Adolf VIII. von Holstein treten 905. Dann ist Hinricus de Crumess morans in Clempowe mit seinem Bruder Johann (IV) und seinen Verwandten Hartwig (III) und Marquard (III) am 01.11.1366 genannt, als seine Vettern Eggerd (II) und Johann (V) dem Rat von Lübeck den freien Holzhieb im Kannenbruch verkaufen 906. Dieser Urkunde hängt sein rundes Siegel an 907. Es zeigt einen gelehnten mit Kugeln bestreuten Schild, der mit einem glatten Strahl querrechts belegt ist. Darüber steht ein Helm von vorne gesehen, mit unzerschlitzter wehender Helmdecke versehen und mit zwei geharnischten Armen, die eine morgensternartige Keule schwingen, besteckt. Helmzier und Schild reichen in den Schriftrand (Umschrift: Z‘ HINRISSI : CRVMESSE +)


Siegel Heinrichs (VI) von Krummesse (1366)


Am 15.04.1367 sehen wir ihn unter den Bürgen, als Ludolf (V) von Karlow gnt. Wintfleger bekennt, an den früheren Besitz seiner Familie in Falkenhagen keinerlei Rechte mehr geltend zu machen 908. Heinrich (VI) ist unter den Mitlobern, als die Herzöge Erich II. und IV. von Sachsen-Lauenburg mit den Herzögen Albrecht I. und Heinrich III. von Mecklenburg am 20.02.1368 einen zweijährigen Frieden schließen bzw. am 25.02.1368 einen Waffenstillstand mit der Stadt Lübeck vereinbaren 909. Als Hinrik en sone Hinrikes van Crummesse ist Heinrich (VI) dann im Entwurf eines Huldigungs-Reverses des in der Vogtei eingesessenen Adels am 29.06.1368 genannt 910 . Er ist zugegen, als am 11.04.1370 Hartwig (VI) d.Ä. von Ritzerau seine Dörfer Lankow, Groß und Klein Molzahn verschenkt 911. Als Ratgeber Herzog Erichs IV. wird er am 21.12.1370 bezeichnet, als dieser der Stadt Lüneburg alle von ihm und seinen Vorfahren gegebenen Rechte und Freiheiten bestätigt 912. Mit Marquard (III) und Eggerd (II) von Krummesse urkundet er am 30.03.1371 über die dem Rat von Lübeck geleistete Pfandhuldigung 913 . Am 21.09.1375 ist Hinrik van Crummesse van Klempowe dann Mitlober bei Marquard (III), als dieser die ihm gehörende Hälfte an Groß Schenkenberg verkauft 914. Am 13.06.1376 wird er dann als verstorben bezeichnet (quondam morantis in Clempowe) 915.

Heinrich (VI) von Krummesse wird in den Urkunden als zu Klempau wohnhaft bezeichnet und die von ihm begründete Linie erscheint in den Urkunden zeitweilig auch unter dem Namen „von Klempau“.

Kinder:

  1. Heinrich (VII) > VIII–34

  2. Johann (VII) > VIII–35

  3. Otto > VIII.36

  4. ?Margarethe (II) > VIII-37



Johannes (Henneke IV) von KRUMMESSE


(VI – 26); (?)Sohn Eggerts (); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1366/1376 - Mit seinem Bruder Heinrich (VI) in Klempau sowie den Brüdern Hartwig (III) und Marquard (III) ist honestus vir Johannes de Crummesse alias dictus Capelle am 01.11.1366 Mitgelober für seine Vettern Eggerd (II) und Johann (V), als diese dem Rat zu Lübeck den freien Holzhieb im Kammerbrook verkaufen 916. Mit dem in der Urkunde ebenfalls genannten Johannes (III) von Crummesse, Bruder von Walrav (II), kann er nicht identisch sein, da dieser durch den Zusatz „quondam“ als bereits verstorben gekennzeichnet ist. Auch mit dem Verkäufer Johann (V) von Krummesse, Bruder von Eggerd (II), kann er ebenfalls nicht gleichgesetzt werden, da er nicht sein eigener Mitgelober sein kann. So bleibt als wahrscheinlichste Lösung, in ihm den Bruder von Heinrich (VI) zu sehen. Als Vormund der Söhne seines verstorbenen Bruders Heinrich (VI) in Klempau tritt Johann (IV) am 13.06.1376 beim Verkauf des halben Dorfes Groß Schenkenberg auf 917.



Eggerd (II) von KRUMMESSE +nach 30.08.1407 (?)


(VI – 27); Sohn Eggerds (I), Knappe (1360), Ritter (ab 1363), herzoglich sachsen-Lauenburgischer und lübscher Vasall, urkundet 1360/1384 als Egkhardus, Egghard, Egghert, Eggerd -- Erstmals urkundlich genannt ist Egkhardus (II), filius domini Eghardi (I) de Crumesse, armiger am 06.07.1360, als er sich mit dem in der Vogtei Mölln landsässigen Adel gegenüber der Stadt Lübeck zu Treue und Gehorsam verpflichtet 918. Egghard, en sone Eggardes van Crummesse bekräftigt seine Lehnspflichten gegenüber der Stadt Lübeck im Huldigungsrevers vom 29.06.1368 919 und am 30.03.1371 920. Eggerd (II) ist am 08.12.1363 unter den Rittern und Knappen aus dem Lande Ratzeburg, die in den Dienst des Grafen Adolf VIII. von Holstein (1353-1370) treten 921. Hier ist eine deutliche Schwenkung der Krummesser Familienpolitik feststellbar. Herzog Erich III. von Sachsen-Lauenburg kündigt daraufhin 2o Mk, die er in den krummessischen Gütern Krummesse und +Lüttemark stehen hat. Zusammen mit seinen Mitlobern Detlev von Parkentin, Detlev (I) von Grönau und Heinrich (VI) von Krummesse verpflichtet sich Eggert (II) daraufhin am 13.07.1363 Herzog Erich III. gegenüber, die 20 Mk jährlicher Einkünfte vor dem 25.07.1365 wieder einzulösen. Hier ist Eggerd (II) ist er bereits Ritter 922. Mit Hartwig (II) und Heinrich (VI) von Krummesse und anderen ist er dann Bürge, als am 30.08.1363 die Knappen Detlev (I) und Heinrich (II) von Grönau dem St.Johannis-Kloster zu Lübeck ihren Anteil am Blankenseer See auf zehn Jahre verpfänden 923. Am 08.12.1363 gehört Eggert (II) dann zu den lauenburgi lauenburgischen Adligen, die in den Dienst des Grafen Adolf VIII. von Holstein treten 924. Als Zeuge erscheint Eghard (II) am 15.04.1367, als Ludolf (V) von Karlow gnt. Wintfleger in Ratzeburg bekennt, an dem früheren Besitz der Familie in Falkenhagen keinerlei Ansprüche mehr zu haben 925 .


Krummesse: Kirche St. Johannis


Dann finden wir Eggerd (II) in der Folge stets zusammen mit seinem Bruder Johann (V, Henneke, Hans) im Zusammenhang mit den Verkäufen des Familienbesitzes urkundend. Dabei treten die Brüder als Mitlober bei ihren Verwandten (siehe dort) Marquard (III) (01.05.1373, 21.09.1375, 02.03.1380), Vicke (08.04.1380), Detlev (II) (05.05.1380) und den Brüdern Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse (13.06.1376, 07.06.1381, 29.03.1383, 02.02.1384, 20.03.1384) auf. Am 01.11.1366 verkaufen Eghardus de Crumesse, miles et Johannes de Crumesse, armiger, fratres dem Rat zu Lübeck für 475 Mk Holz zu freiem Hieb während der nächsten acht Jahre, wobei das Gewicht auf das Eichenholz des Kannenbruchs gelegt wurde 926. Ausgenommen blieben die Hölzungen, die dem verstorbenen Johann (III) von Krummesse gnt. Capelle und seinem Bruder Walrav (II) gehört haben. Die Parzellierung der einzelnen Familienanteile ist – wie an diesem Beispiel zu erkennen ist – bereits ehr weit gediehen. Selbst innerhalb eines Schalges müssen noch einzelne Partien ausgeklammert werden. In dem Kaufvertrag äußert sich zweifellos das Bedürfnis Lübecks, den dringend benötigten Rohstoff für den Schiffs- und Schleusenbau zu sichern. Diesem Interesse diente auch die zollfreie Ausfuhr des gefällten Holzes bis zur Stecknitz, die von den Verkäufern ausdrücklich genehmigt wird. Wir finden derartige Verträge über Holzkäufe auch mit anderen Adligen 927. Am 11.11.1368 ist Egghardus Crummesse Mitlober bei Johannes Bungher 928. Eggerd (II) und sein Bruder Johann (IV) leiten so 1366 den Verkauf wesentlicher Teile des Familienbesitzes ein.


Am 02.02.1374 ist Dominus Eghardus de Crummesse im Niederstadtbuch der Stadt Lübeck als Schuldner verzeichnet 929. Die Schuldenlast zwang dann auch ihn und seinen Bruder Johann (V) zum Verkauf ihrer Güter. Den Anfang machten sie am 10.08.1377, als sie dem Lübecker Bürger Arnold Stark für 200 Mk und 40 Pf. in Silber nostram villam Kerstorp (Kastorf) dictam in pIV) leiten mit dem Verkauf wesentlicher Teile des Familienbesitzes „parrochia tho den Zeuenbomen sitam“ unter Vorbehalt eines Wiederkaufsrechts veräußerten. Herzog Erich III. bestätigte den Verkauf noch am selben Tag 930. Die Brüder müssen das Dorf in der Folge wieder zurückgekauft haben, denn am 11.11.1382 bekennen sie von Arnold Stark außer bereits früher erhaltenen 240 Mk noch 160 Mk auf Kastorf erhalten zu haben 931. Schließlich verkaufen Eghardus de Crumesse, miles et Hennekinus de Crumesse, armiger, fratres am 22.02.1383 Kastorf für 600 Mk unter Vorbehalt des Rückkaufs nach 40 Jahren erneut an Arnold Stark 932. Dieser Verkauf war endgültig, denn von ihrem Rückkaufsrecht machten die Krummesse keinen Gebrauch mehr. Am 03.01.1382 folgte der Verkauf ihres Gehölzes „dat gheheyten is de Musse, neghest beleghen bi deme dorpe Groten Schinkenberghe gheheyten“ für 80 Mk an den Lübecker Ratmann Johann Schepenstede 933. Am 02.04.1382 verkauften Eggerd (II) und Johann (V) dann den Brüdern Gerd und Hermann Darsow in Lübeck für 800 Mk unter Vorbehalt des Wiederkaufs „user beyder halue dorp, dat gheheyten is Crummesse, vnde user beyder halue dorp to der Nyemarke vnde user beyder deel an deme zee to Beyendorpe mit alsulker vrieheyd, alse wig an dem zee hebben“ 934. Ebenfalls am 02.04.1382 935 verkauften die beiden Brüder: „unser beyder houe beleghen to Kummessen:


  1. alse mynen hof Egherdes van Krummesse Rydders vorbenomet myt der watermolen vn mytt den hegheholten de gheheyten syn dat lutke kannenbroke un de molenbeke un myd alle den anderen holten de dar to behoren alse myne olderen voren un yk na dat sulue gut ghe vryest had un beseten hebben.

  2. Vortmer mynen hof Henneke van Krummesse vorbenomet myd alle siner thobehoringhen un myd alle vryheyd alse ik den van Marquarde van Krummessen mynem vedderen kofte alse unse elderen un Marquarde myn veddere vore un ik na aller vryest in beseten hebben.

  3. Vortmer user beyder halue dorp in dem kronesvorde un user beyder halue dorp to der grinow,

  4. myd den hegheholten de ghenomet vn gheheyten syn aldus tho dem ersten use deel an deme groten kannenbroke, use del an deme groten more dat beleghen is by schenkenberghe, unse deel yn der groten heyde use deel jn der defheyde, use deyl yn deme sprokkeren, vse deyl andeme holte dat achter blistorp beleghen is vn myd alle de anderen holten de dar to behorn de use elderen vore vn wy na je vryest ghebruket vn beseten hebben“


an die Brüder Darsow.


Nach 1382 verschwinden Eggerd (II) und sein Bruder Johann (V)/Henneke aus dem Bereich ihres ehemaligen Stammsitzes. Zumindest Henneke (V) finden wir 1384 mit neuem Wohnsitz in Lankau 936. Eggert (II) hatte möglicherweise das Herzogtum verlassen und war vermutlich nach Holstein gegangen, wo die Familie im Kirchspiel Oldesloe noch über Güter verfügte. Genannt wird Eggerd (II) mit seinem Bruder Henneke/Johann (V) dann wieder in den Urkunden vom 02.07. und 11.11.1397 in denen Herzog Erich III. die Verkäufe der krummessischen Güter bestätigt 937. Hier waren die Brüder offensichtlich noch am Leben, denn im Gegensatz zu ihrem Vertragspartner von 1382, Gerd Darsow, bei dem der Text guder dechtnisse vermerkt, ihn also als verstorben bezeichnet, fehlt bei Eggerd und seinem Bruder ein solcher Zusatz. Am 19.11.1399 938 ist her Eggerd (II?) van Crummesse, ritter möglicherweise als Vater von Heinrich (VIII) genannt, da er bei der Aufzählung von dessen zeligen olderen vnde vedderen als erster genannt ist. Am 01.09.1402 ist her Egghard (II), Johans (V) broder ... ridder Mitlober beim Verkauf der Oldesloer Güter durch Johann (V) 939. Dann ist Eggherd van Crummesse ridder am 30.08.1407 mit Henneke (VI) und Otto von Krummesse Mitlober bei Rentenverkäufen Heinrichs (VII) in Anker 940. Als dann am 28.09.1409 Herzog Erich IV. den Ankauf eines Teils der krummessischen Dörfer durch Gerd und Hermann von Darsow von hern Ecgherde riddere, vnde Henneke, knapen, brodere gheheyten van Crummesse bestätigt 941, ist dann nicht mehr klar, ob beide Brüder noch lebten.


Genannt werden her Eghard (I) ridder, her Eghard (II) van Crummesse, sin sone, ridder noch einmal am 28.07.1417 und 03.08.1418 als ehemalige Besitzer von Krummesse und +Lüttenmark in der Klageschrift Herzog Erichs V. gegen Johann Crispin wegen dessen Weigerung, Dorf und Gut Krummesse zurückzugeben 942.


Kinder:

  1. Heinrich (VIII) > VII – 38



Johann (V, Henneke) von KRUMMESSE +nach 01.09.1402/vor 28.09.1409


(VI – 28); Bruder Eggerds (II), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall zu Lankau, ?gräflich-holsteinischer Vasall, urkundet 1366/1385(1409) - Johann (V) tritt urkundend fast ausschließlich zusammen mit seinem Bruder Eggerd (II) in Erscheinung (siehe dort), erstmals am 01.11.1366, danach am 01.05.1373, 21.09.1375, 10.08.1377, 02.03.1380, 08.04.1380,08.04.1380, 05.05.1380, 03.01.1382, 02.04.1383, 11.11.1382, 22.02.1382, 29.03.1383, und 20.03.1384. Er hatte Besitz in Kastorf, Krummesse, Kronsforde, Grinau und Niemark. Dazu gehörten ihm Anteile am Beidendorfer See und umfangreiche Holzungen auf den Gemarkungen von Kronsforde und Grinau, die er zusammen mit seinem Bruder Eggerd (II) verkaufte.


Er ist am 26.12.1379 als Hennekinus de Crumesse, filius domini Eghardi, famuli in einer holsteinischen Urkunde mit Gerhard von Gudow und Hennekinus Hummersbüttel genannt 943. Am 02.02.1384 ist Henneke van Crummesse knape, de wonet to Langkowe Mitlober, als seine Verwandten in Klempau drei Hufen in Harmsdorf verkaufen 944. Sein rundes der Urkunde anhängendes Siegel 945 zeigt einen geneigten mit Kugeln bestreuten Schild, über den querrechts ein Strahl gelegt ist. Darüber steht ein Helm nach rechts gewandt, mit wehender unzerschlitzter Helmdecke und mit zwei Büffelhörnern besteckt. Der Grund des Siegels ist mit Blumenranken verziert (Umschrift: S‘ IOhIS . D‘ KRVMESSE).


Siegel Henneke von Krummesse (1380)


Vermutlich ist Hennekinus de Crummesse, filius domini Eghardi, famuli, der am 26.12.1379 in einer holsteinischen Urkunde zusammen mit Gherardus Ghodowe und Hennekinus Hummersbüttel genannt wird, als der Knappe Bertold von Ritzerau bekennt, dem Knappen Volkwin Partzow genannt Olde Weynighe 135 Mk.Lüb.Pf. schuldig zu sein 946, eher gleichzusetzen mit dem Bruder Eggerds (II). Er wird nach den Verkäufen der lauenburgischen Besitzungen in den Jahren 1379/1382 vielleicht nach Holstein gegangen sein, wo der im Kirchspiel Oldesloe noch über Besitz verfügte. Am 01.09.1402 verkaufte er für sich und seine Kinder seine „dorpen vnde gude, alze groten Rumpinghe, Rolueshaghene vnde Nertze belegen an dem kerspele to Otheslo vnde vort an dem lande to Holsten“ an die Grafen Gerhard, Albrecht und Heinrich von Holstein. Mitlober sind her Egghard (II), Johans broder, ridder, Egghard (III) sin sone, Henneke (VII) vnde Otte zine vedderen alle geheten van Crummesse, knapen 947.


Kinder:

  1. Eggerd (III) > VII-39

  2. Kindere” (Verbleib unbekannt)



Detlev (II) von KRUMMESSE +nach 22.03.1383/vor 02.07.1397


(VI – 29); ausdrücklich als Sohn von Johann (III) gnt. Capelle ist er am 13.06.1376 (Detleuus de Crummesse, filius Hennekini de Crummesse alias dicti Capelle) 948 und am 22.02.1383 949 (Detleuus de Drummesse, filius Capellen), Knappe, herzoglich-sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 1375/1383 - Detlev (II) von Krummesse urkundet ganz überwiegend als Mitlober zusammen mit seinen Verwandten (siehe dort) beim Verkauf der krummessischen Güter: 21.09.1375, 02.03.1380 bei Marquard (III), 13.06.1376 bei Heinrich (VI) und dessen Vormund Johann (IV), 08.04.1380 bei Vicko, 07.06.1381 bei Heinrich (VI), Johann (VI) und Otto, 03.01.1382, 02.04.1382 und 22.02.1383 bei Eggerd (II) und Johann (V) von Krummesse. Selbst ist er wohnhaft zu Petzeke 950.


Selbständig urkundet er am 05.05.1380 über den Verkauf seiner Anteile an den Hölzungen „Strikhern, Ellerbrok, Viirdes, achter Blystorpe achter Stormes houe beleghen“, in dem Langensole sowie seines Anteils an dem Torfmoor „unde wat ik des hebbe an holte unde an more in deme gude to Krumesse liggende“, die Segebodo Crispin für 85 Mk Lüb.Pf. Erwirbt 951. Mitgelober sind seine Verwandten. Als bereits verstorben ist Detlev (II) dann am 02.07.1397 und am 11.11.1397 genannt, als Herzog Erich III. den Verkauf der krummessischen Güter an die Darsow bestätigt und letztere dem Herzog den Rückkauf einräumen 952 .



Vicko (Friedrich) von KRUMMESSE

(VI – 30); Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, urkundet 13765/1391 - Vicko von Krummesse urkundet ganz überwiegend als Mitlober zusammen mit seinen Verwandten (siehe dort) beim Verkauf der krummessischen Güter: 13.06.1376 bei Heinrich (VI) und dessen Vormund Johann (IV), 10.08.1377, 03.01.1382, 02.04.1382, 22.02.1383 bei Eggerd (II) und Johann (V), 02.03.1380 bei Marquard (III), 05.05.1380 bei Detlev (II), 07.06.1381 und 20.03.1384 bei den Brüdern Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse.


Am 06.01.1375 leiht Vikke de Krummesse von Symon Zwerting und Lubbert Kuren 72 Mk 953. Am 26.01.1375 leiht er 102 Mk von Bernard Barenbrugghe 954 und am 14.02.1375 ist Vikke de Crummesse mit Ludeke de Molne Mitlober bei Henneke Schutte, als dieser von Johann Crispin 46 Mk leiht 955.


Selbständig urkundet Vicko am 08.04.1380 über den Verkauf seiner Hölzungen in der „Defheyde, in dem Verte und achter Blystorpe und seines Anteils an deme groten more vnde wat ik des hebbe an holte vnde an more, an bisschen, an struke, an torue vnde an heyde in deme gude to Crummesse liggende“, die Segebodo Crispin für 80 Mk Lüb.Pf erwirbt 956. Vicko hielt sich offensichtlich auch außerhalb des Herzogtums Sachsen-Lauenburg auf. 1391/1392 erscheint er in den Aufzeichnungen über „Räuber“, die in der Umgebung von Wismar ihr Unwesen getrieben haben 957. In Aufzeichnungen der Stadt Wismar heißt es von ihm, dass er mit anderen Räubern „de perde to Tantzowe bynnen dren weken“ weggenommen hatte. Sein Rufname deutet am ehesten an eine Eheverbindung zwischen den Krummesse mit den von Karlow oder von Bülow. Hier könnte Johann (IV) von Krummesse Vickos Vater gewesen sein, der sowohl bei den Karlow als auch bei den Bülow als Mitlober auftritt. Vielleicht gehört er aber auch in die VII. Generation. Dann war er vielleicht ein Sohn Detlevs (I), dessen Mutter Floria ja eine geborene von Bülow gewesen ist.



Johannes (V) von KRUMMESSE


(VI - 31); Er erscheint nur einmal, 1366, als Kanonikus 958.




Siebte Generation:



Schenk von KRUMMESSE


(VII – 32); Kanonikus, urkundet 1376/1379 - Schenkone de Cromesse, canonico ecclesie Razeburgensis ist erstmals am 22.11.1376 in einer in Schönberg ausgestellten Urkunde genannt, als Bischof Heinrich von Ratzeburg auf Bitten des Abtes Jacob von Hiddensee zwei Papsturkunden von 1351 und 1353 beglaubigen lässt 959. Ebenfalls 1376 ist er Zeuge, als der Bischof die Stiftung einer Messe in der Kirche zu Grevesmühlen durch den dortigen Pfarrer Eckard Brasche bestätigt 960. Dann ist Schenk am 15.01.1377 zugegen, als Henneke und Heinrich von Stralendorf zu Goldenbee die von ihrem Vater als Mitgift seiner verstorbenen Frau Gertrud besessenen Einkünfte an Grieben, Menzendorf und Lübsee an Bischof Heinrich von Ratzeburg (1367-1388) verlassen 961. Dann ist Schenk dabei, als Detlev (I.) von Grönau am 29.11.1377 sein Dorf Panten an den Bischof verkauft 962. Am 23.11.1379 ist her Schenke van Crummesse, canonic der kerken tho Razeborch Zeuge, als Henneke von Bülow zu Röggelin mit Zustimmung seiner Vettern dem Bischof von Ratzeburg eine Rente aus der Mordmühle bei Stove veräußert 963. Letztmals genannt wird Schenk am 05.12.1379 als Zeuge, as Bischof Heinrich die von Heinrich Walmerstorp, Pfarrer in Dreveskirchen, zu St. Nikolai in Wismar gestiftete Vikarie samt Memorien bestätigt 964.



Alheyd von KRUMMESSE


(VII - 34); Priorin des Klosters Reinbek, genannt 1397/1410 965 - Alheyd Crummesse priorine verkauft am 14.08.1397 mit dem Propst und dem ganzen Konvent des Zisterzienserinnenklosters Reinbek den Testamentsvollstreckern des Hinrich Reclaw für ein Kapital von 150 Mk eine Rente von 10 Mk aus dem Dorf Köthel, wofür das Kloster Seelenmessen für den Verstorbenen lesen lassen soll 966. Am 29.10.1400 ist Alheidis priorissa des Klosters Reinbek genannt, als das Kloster für 30 Mk. Hamb. Pf. den Testamentsvollstreckern des verstorbenen Hamburger Domherrn und Kantoren Heinrich Cusveld eine Rente von 2 Mk aus allen Einkünften des Klosterdorfes Tonndorf im Kirchspiel Rahlstedt verkauft 967. Möglicherweise bezieht sich auch noch die Urkunde vom 23./30.03.1410 auf die Priorin Adelheid von Krummesse - es kann aber auch schon ihre Nachfolgerin Adelheid Hummersbüttel gemeint sein - in der das Kloster für 50 Mk.Hamb.Pf. dem Hamburger Domkapitel drei Hufen Pflugland, zwei in Meiendorf und eine in +Rokesberg, verkauft 968.


Reinbek: Klosterbesitz um 1465 969



Heinrich (VII) von KRUMMESSE +nach 03.08.1418


(VII – 34); Sohn Heinrichs (VI) in Klempau; besitzt Klempau (1375/1394) und Anker (ab 1403), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Rat Herzog Erichs IV (1417/1418), urkundet 1376/1417 - Hinricus de Crummesse, filius Hinrici de Crummesse, quondam morantis in Clempowe ist erstmals am 13.06.1376 genannt, als er mit seinem Vormund Johann (IV) von Krummesse mit Bestätigung durch Herzog Erich III. für sich und seine - namentlich nicht genannten - Brüder (suorum fratrum) den ihnen gehörenden Anteil an Groß Schenkenberg (nostram dimidiam villam Groten Schenkenberghe dictam, in parrochia Crummesse sitam) für 160 Mk wiederkäuflich an die Lübecker Bürger Johann Schepenstede und Eberhard Pauli verkaufen 970. Die Verwandten Detlev von Parkentin, Eggerd (II), Marquard (III), Detlev (II) und Vicko von Krummesse stimmen dem Verkauf zu. Das Rückkaufsrecht gaben die Brüder Hinrich (VII), Johan (VI) unde Otto, brodere, gheheyten van Crummessen, wonaftich in dem houe to Klempouwe am 07.06.1381 gegen Zahlung von weiteren 302 Mk. Lüb. Pf auf 971. Johann Schepenstede besaß nun das ganze Dorf Groß Schenkenberg.


In der Folge tritt Heinrich (VII) dann wiederholt als Mitlober bei den Verkäufen seiner Verwandten auf (siehe dort): bei den Brüdern Eggerd (II) und Johann (V) am 10.08.1377, 03.01.1382, 02.04.1382, 11.11.1382 und 22.02.1383, bei Marquard (III) am 02.03.1380, bei Vicko am 08.04.1380 und bei Detlev (II) am 05.05.1380. Sein rundes Siegel 972 zeigt einen gelehnten mit Kugeln bestreuten Schild, der mit einem glatten Strahl querrechts belegt ist und in den unteren Schriftrand ragt. Darüber steht ein rechtsgekehrter Helm ohne Helmzier. Unter dem Vorderrand des Helms ragen drei Bänder hervor, und im Grunde dahinter stehen vier sechsstrahlige Sterne (Umschrift: S‘ hINRICI D’ARVESS.).


Siegel Heinrich (VII) von Krummesse (1380)


Am 20.04.1394 ist Heinrich Zeuge, als Otto (III) von Ritzerau sein Dorf Bergrade verkauft. Hier wird er nach seinem Wohnsitz als „von Klempau“ bezeichnet 973.


Zusammen mit seinen Brüdern Johann (VI) und Otto ist er in der Folge Mitlober bzw. Zeuge bei seinen Lehnsherren, den Herzögen Erich III. und Erich IV. von Sachsen-Lauenburg:

  • am 11.11.1397, als Hermann Darsow und sein gleichnamiger Vetter Herzog Erich III. und dessen Nachkommen den Rückkauf der von ihnen gekauften krummessischen Güter nach dem Tode des Letzteren einräumen 974

  • am 24.07.1398 (mit Johann VI. und Otto) als Herzog Erich III. beurkundet, dass die Zehnten auf der Stecknitz und im Lande Mölln dem Stift und der Kirche zu Ratzeburg gehören und nach seinem Tode wieder an diese fallen sollen 975

  • am 19.11.1399 (mit Johann VI. und Otto) als Herzog Erich IV. dem Knappen Heinrich (VIII.) von Krummesse das Recht überträgt, die wider seinen Willen verkauften krummessischen Güter wieder einzulösen 976

  • am 03.06.1400 (mit Johann VI und Otto) als Herzog Erich III. dem Stift Ratzeburg u.a. das Gut und die Dörfer Mannhagen und +Leuen im Kirchspiel Nusse überlässt 977.

Heinrich (VII) wird zunächst in den Urkunden mit seinen Brüdern Henneke/Johann (VI) und Otto als zu Klempau wohnend bezeichnet (wonafftich to Clempauw), ja die Brüder nennen sich zeitweilig sogar nach ihrem Wohnsitz als „von Klempau“ (Hinrike, Henneken, Otten, brodere gheheyten van Crummesse, anders gheheyten van Clempow) 978. Nach der Erbteilung bewohnt Heinrich (VII) dann den Hof zu Anker 979. Die Krummesse besaßen aber auch in Groß Schretztaken eine größere Burganlage 980.


Nachdem die Brüder bereits 1376/1381 ihren Anteil an Groß Schenkenberg veräußert hatten, vergleicht sich Heinrich (VII) mit Zustimmung seiner Brüder Hans (Johann VI) und Otto am 29.03.1383 981 mit dem Kloster Reinfeld wegen eines „vischdyks, de Musse geheten, twisschen den enden der acker mynes dorpes also Lutken sarouw unde den enden der acker der dorper der ... hern abbaten unde convente tome Ryneuelde alse Disnacke unde Holstendorpe“. Dann verkaufen Hinrik, Henneke vnde Otto, brodere, knapen, gheheten van Crummesse, de wonen to Klempowe am 02.02.1384 an Detlev (I) von Grönau „unse ghuth, dat wi hadden to Hermenstorpe in deme kerspele to suntte Georiij to Ratzeborch, alze drei huue, up den twen dar up ghewonede en, de heth Buchholt, unde up der enen wonet en, de heth Henneke Eggerdes“ für 105 Mk 982. Mitlober sind seine Verwandten Eggerd (II) und Henneke (VI). Am 20.03.1384 verkaufen die Brüder Hinrik, Henneke unde Otto, brodere gheheyten van Crummesse, wonaftich to Klempowe dem Lübecker Ratsherrn Gerd Darsow und dessen Bruder Hermann „unse deel, dat wy hebben an dem Kannenbroke, use deel an deme Molenbroke, use deel an deme more, use deel an der groten heyde, vortmere usen vischdijk beleghen achter dem Kannenbroke, unde use deel an deme zee to Beyendorpe“ für 150 Mk.Lüb.Pf 983. Herzog Erich IV. bestätigt den Verkauf am 28.08.1409 984. Einer Urkunde vom 24.05.1403 ist zu entnehmen, dass Heinrich (VII) aus seinem Dorf und Hof Anker (“in curia et villa Anker Maiori in parrochis Belendorpe“) eine Rente von 8 Mk an die Vorsteher der Marien-Bruderschaft verkauft hat 985. Am 06.01.1405 wandeln Heinrich (VII) und seine Brüder Johann (VI) und Otto das von ihren Vorfahren um 1400 gestiftete Almosen für die „kaspel karken to Krumesse“ in eine Vikarie um und statten sie mit 14 Mk. Renten aus 986. Bischof Detlef von Ratzeburg bestätigt diese Verbesserung und verleiht dem Priester Albert Pape diese Vikarie 987.


Am 30.08.1407 verkauft Hinrik van Crummesse, knape, wonachtich tu dem Anker für 400 Mk.Lüb.Pf. dem Vikar an der Ägidien-Kirche zu Lübeck, Johannes Wesseler und den Testamentarien des Johann von Seven eine jährliche Rente von 32 Mk „ut deme gantze dorpe, molen, ghude, rente, rechte, denste, denstgelde unde broke, van holte, watere, vyscherie, ackere, buwet unde unbebuwet, weyde, wysche unde van aller nut unde vrucht to dem Scretszaken ... in dem kerspele tu Bredenuelde“. Mitlober sind u.a. Henneke/Johann (VI) und Otto von Krummesse, des vorbenomeden Hynrikes brudere sowie Eggerd (II) von Krummesse 988. Heinrich musste sich gegenüber Herzog Erich IV. aber schon am 13.12.1407 verpflichten, die verkaufte Rente binnen sechs Jahren wieder einzulösen 989.


Bei seinem Bruder Otto ist er am 09.08.1411 Mitlober, als dieser sein Holz bei dem Knakendik verkauft 990. Als „unse manne und getruwen rete unde richtere“ bezeichnet Herzog Erichs V. (1412-1436) Heinrich (VII), Henneke /Johann (VI) und Otto von Krummesse am 28.07.1417 und 03.08.1418 in der Klageschrift des Herzogs gegen Johann Crispin wegen der verweigerten Rückgabe von Dorf und Gut Krummesse genannt 991. Nach diesem Zeitpunkt erscheint Heinrich (VII) nicht mehr.


Verheiratet war Heinrich (VII) mit einer Frau namens Ermengard. Diesen Namen finden wir unter den ritzerauischen Töchtern, doch scheint Heinrichs Frau eine geborene (?)von GUDOW gewesen zu sein, die den Rufnamen Gerd in die Familie brachte.


Kinder:

  1. Gerd > VIII-40



Henneke (Johann VII) von KRUMMESSE +nach 03.08.1418


(VII – 35); Sohn Heinrichs (VI), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall in Klempau, Rat Herzog Erichs IV (1417/1418), urkundet (1376?/1418) - Vermutlich erstmals genannt wird Johann (VI, Henneke) von Krummesse am 13.06.1376 unter den minderjährigen Brüdern von Heinrich (VII) (suorum fratrum) beim Verkauf des halben Dorfes Groß Schenkenberg, allerdings ohne Nennung seines Rufnamens 992 . In der Folge finden wir fast ausschließlich zusammen mit seinen Brüdern Heinrich (VII) und Otto (Hinrike, Henneken unde Otten, gebrodere geheiten van Crummesse) urkundend: 07.06.1381, 29.03.1383, 02.02.1384, 20.03.1384, 02.07.1397, 11.11.1397, 24.07.1398, 19.11.1399, 03.06.1400, 06.01.1405, 30.08.1407, 13.12.1407, 28.08.1409, 09.08.1411, 28.07.1417 und 03.08.1418. Wenn nicht Johann (V) gemeint ist, dann ist Henneke van Krummesse Mitlober bei Gherd Gudowe und seinem Sohn Ghereke, als diese am 15.07. 1385 dem Rat zu Mölln ihre Mühle in Mölln 993 und am 09.09.1385 den ihnen gehörenden dritten Teil der Lütauer Mühle, den ganzen Drüsener See und den dritten Teil der Drüsener Dorfstätte 994 verkaufen. Mit seinem Bruder Otto ist er am 01.09.1402 Mitlober, als sein Vetter Johann (VII?) Besitz in Holstein verkauft 995 und am 20.11.1403 ist er Zeuge, als die Brüder Volrad (I) und Henneke (II) von Ritzerau sich mit der Witwe ihres Onkels Otto (III) über die Benutzung des Schlosses Ritzerau einigen 996. Am 01.04.1409 ist Johann (VI) Zeuge, als die Knappen Detlev (II) und Volquin (Volkmar VIII) von Grönau die freie Nutzung ihrer Hölzungen in Kulpin und +Twenhusen auf 24 Jahre verkaufen 997. Am 30.11.1414 gibt er seine Zustimmung zum Verkauf von Petzeke durch seinen Bruder Otto 998. 1417/1418 ist er unter den Räten Herzog Erichs V. 999 genannt.

Johann (VI) hatte vmtl. eine Tochter


1. Rikardis. > VIII-41



Otto von KRUMMESSE +nach 1611.1424/vor 22.11.1428


(VII – 36); Sohn Heinrichs (VI), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall in Petzeke und Klempau, Rat Herzog Erichs IV. (1417/1418), urkundet 1381/1424 - Otto von Krummesse erscheint erstmals am 13.06.1376 unter den minderjährigen Brüdern von Heinrich (VII), allerdings ohne Nennung seines Rufnamens 1000. In der Folge finden wir ihn dann fast immer zusammen mit seinen Brüdern Heinrich (VII) und Johann (VI) urkundend: 07.06.1381, 29.03.1383, 02.02.1384, 20.03.1384, 02.07.1397, 11.11.1397, 24.07.1398, 19.11.1399, 03.06.1400, 06.01.1405, 30.08.1407, 13.12.1407, 28.08.1409, 28.07.1417 und 03.08.1418. Zusammen mit seinem Bruder Henneke ist er am 01.09.1402 Mitlober bei seinem vedder Johann (VII?), als dieser seinen Besitz in Holstein verkauft 1001 und am 20.11.1403 Bürge bei den Brüdern Volrad (I) und Henneke (II) von Ritzerau 1002. Erneut als Bürge tritt er am 01.11.1403 bei Heinrich Sack auf, als dieser über die Bedingungen der Übernahme der Vogtei über das Schloss Lüdershausen urkundet 1003.


Otto von Krummesse hatte bei der Erbteilung nach dem Tode seines Vaters u.a. Besitz in Kählsdorf bekommen, aus dem er (“in tota villa Kozelstorpe in parrochia Parkentin Raceburgensis diocesis“) am 24.05.1403 eine Rente von 16 Mk. Lüb. Pf für die Errichtung einer Vikarie in der Jakobi-Kirche in Lübeck verkauft hatte 1004. Seinen Hauptwohnsitz hatte er um diese Zeit in Petzeke. Die Urkunden nennen ihn als morans in Petzeke. Die einstige Wohnanlage mit dem Namen „Spitzbubenberg“ befindet sich nördlich der Schwarzen Kuhle am Südrand des Moores auf einer nach Norden hin vorspringenden Landzunge an der Stelle, wo einst das Dorf +Petzeke lag 221).

Neben den Krummesse erscheint Ende des 14. Jahrhunderts auch die mit den Krummesse offenbar verschwägerte Familie von Gudow mit Besitz in Petzeke 1005. Darauf deutet nicht nur der Rufname von Ottos Bruder Gerd, der den Leitnamen der Familie Gudow trug, sondern auch der beieinander liegende Besitz in Petzeke und am Knakendik.


Otto von Krummesse, „wohnhaft zu Petzeke“, verkaufte am 09.08.1411 mit Zustimmung seiner Brüder all sein Holz bei dem Knakendik auf dem Wege, der zwischen dem kleien und großen Voßberg geht 1006. Dann verkaufte mit Zustimmung seines Bruders Johann (VI) am 30.11.1414 seinen „hof to Peeske unde dat gantze dorp to Peeske, dat by deme houe beleghen is, mit al siner tobehoringhe, alze id begrepen is in siner veltmarke, ende unde scheden“ für 960 Mk. Lüb. Pf. an das Brigittenkloster in Bälau 1007, das 1428 nach Petzeke übersiedelte, das nun den Namen Marienwohlde erhielt. Herzog Erich V. besaß dort eine Rente von 15 Mk., die das Kloster 1422 mit 150 Mk. ablöste 1008. 1417/1418 ist Otto von Krummesse unter den Räten Herzog Erichs V. 1009 Als Zeuge tritt er dann am 11.11.1420 bei Marquard Schack auf, als dieser sein Dorf Bälau und halb Breitenfelde an das Brigittenkloster verkauft 1010. Letztmals als lebend erscheint Otto am 16.11.1424 als Mitlober bei seinem Neffen Gerd, als dieser eine Rente aus Bliesdorf verkauft 1011. Am 22.11.1428 sind dann Johann (VIII) und Hartwig (III), Otten sone genannt 1012. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird Otto von Krummesse tot gewesen sein. Nicht nachvollziehbar ist das Stemma der Familie bei Fock 1013, der das Brüderpaar Heinrich, Otto, Johann zweimal, als Söhne von Marquard (III) und Heinrich (VI) nennt. Dafür, dass Marquard (III) Nachkommen gehabt hat, fehlt es in den Urkunden an Hinweisen und auch sonst lassen die Urkunden einen zweiten Otto nicht zu.


Kinder:

  1. Johann (VIII) > VIII-42

  2. Hartwig (IV) > VIII-43



?Margarethe (II) von KRUMMESSE


(VII - 37); * ..... + ....., urk. 1403/(1454) als Mette, Grethe, Gemahlin von Otto (III) von Ritzerau. Als Angehörige des Geschlechts Krummesse ist sie nicht gesichert. Da ihr aber am 20.04.1403 bei der Veienbarung über die Benutzung des Schlosses Ritzerau Henneke (VI) und Otto von Krummesse auf Anker zur Seite stehen – wohl als nächste Verwandte – wird sie am ehesten deren Schwester gewesen sein. Dies würde auch das wiederholte Auftreten von Otto (III) von Ritzerau als Zeuge bei Rechtsgeschäften der Familie von Krummesse erklären 1014. Als Witwe erscheint Mette am 20.11.1403 bei der Vereinbvarung mit ihren Neffen Volrad (I) und Henneke von Ritzerau über die Nutzung des Schlosses Ritzerau 1015. Am 02.02.1407 verpfändete sie dann für 360 Mk den Anteil am Schloss Ritzerau weiter, den ihr zuvor für 400 Mk ihre Neffen Volrad (I) und Henneke verpfändet hatten 1016. Als Mutter von Hans (II) von Ritzerau ist Mette – nun Grethe genannt –noch einmal und als verstorben am 11.11.1454 erwähnt 1017.



Heinrich (VIII) von KRUMMESSE


(VII - 38); Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gab es augenscheinlich zwei Träger des Namens Heinrich von Krummesse. Bei ihnen ist die Zuordnung der einzelnen Urkunden z.T. nur bedingt möglich. Heinrich (VII) erscheint dabei zumeist, aber eben nicht immer, mit dem Zusatz wonafftich to Clempow bzw. tu dem Anker oder zusammen mit seinen Brüdern Henneke/Johann (VI) und Otto, während Heinrich (VIII) ohne jeden erklärenden Zusatz genannt ist. Seine genealogische Einbindung in die krummessische Stammtafel ist schwierig. Er gehört ausweislich der Urkunde vom 19.11.1399 zu der hauptsächlich im Herrschaftsbereich Herzog Erichs III. begütert gewesenen Linie des Geschlechts. Am ehesten mag Heinrich (VIII) ein Sohn Eggerds (II) gewesen sein.)

Sohn Eggerds (II?), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall, Rat Herzog Erichs III., urkundet (1384?/1407?) - Sicher auf Heinrich (VIII) beziehen sich die beiden Urkunden vom 02.07.1397 und 11.11.1397, wo er als Zeuge auftritt, als Herzog Erich III. die Güterverkäufe der von Krummesse an Gerd und Hermann Darsow und deren Erben bestätigt und diese dem Herzog den Rückkauf dieser Güter einräumen 1018. Eindeutig auf Heinrich (VIII) bezieht sich auch die Urkunde vom 19.11.1399, in der auf Verlangen von Herzog Erich IV. Heinrich diesem das Recht überträgt, die wider seinen Willen von seinen zeligen olderen unde vedderen, her Eggerd (II) van Crummesse, ritter, Henneke (V), Hinrik (VII), Henneke (VI) unde Otto gebrodere van Crummesse verkauften krummessischen Güter, nämlich „den hoff to Crummesse, dat halue dorp darsulues, dat halue dorp Nyenmarke, dat halue dorp tor Grynouwe, dat halue dorp Cronsforde mit molen, dyken unde seen, holtingen unde allen anderen tobehoringen“ nach seinem Tode wieder einzulösen, falls er sie nicht zu Lebzeiten eingelöst hat, da sie in der Herrschaft Herzog Erichs IV. und nicht in der Herzog Erichs III. liegen 1019. Der Urkunde lässt sich zunächst das Bestreben Herzog Erichs IV. entnehmen, dem Ausverkauf des Adels in seinem Herrschaftsbereich Einhalt zu gebieten. Zum anderen gibt die Urkunde einen Hinweis auf die genealogische Zuordnung Heinrichs (VIII). Er war vermutlich ein Sohn des zuerst genannten Eggerd (II). Die Brüder Heinrich (VII), Henneke (VI) und Otto sind seine Klempauer Verwandten, Henneke (V) ist am ehesten Eggerds (II) Bruder.


Weitere Urkunden lassen sich nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Heinrich (VIII) von Krummesse zuordnen. So ist er (?) am 14.11.1384 1020 und am 22.12.1391 1021 Mitgelober bei Otto (III) von Ritzerau, als dieser Renten aus Koberg und Klein Klinkrade verkauft. Bei den von Züle ist er Zeuge am 22.01.1392, als Gottschalk von Züle als Vormund für seinen Neffen Marquard (Detlevs Sohn) dessen Lehngut Steinburg an Bischof Gerhard von Ratzeburg (1388-1395) verkauft 1022 und am 29.01.1402, als Make von Züle - mittlerweile volljährig - sein Dorf Stubben an Hermann Darsow veräußert 1023. Am 19.09.1397 ist Heinrich (VIII) Zeuge bei Bischof Gerhard, als dieser auf Ersuchen Herzog Erichs III. mehrere Urkunden transsumiert, die Forderungen der Askanier an die Könige von Dänemark betreffen 1024. Am 01.02.1391 bezeugt er (?) die Verpfändung des halben Schlosses Wehningen an den Rat von Lübeck durch Herzog Erich IV. 1025 und am 20.10.1397 ist er Zeuge bei Herzog Erich III., als dieser dem Vogt des Dompropstes zu Ratzeburg das Patronat über die Petrikirche und die Kapelle des Heiligen Kreuzes zu Bergedorf überlässt 1026. Dann ist Heinrich (VIII) am 08.04.1400 Bürge für Vicko Stralendorp, als dieser der Stadt Lübeck Urfehde schwört 1027. 1400/1401 finden wir Heinrich (VIII?) dann unter den Ratgebern Herzog Erichs III., als dieser


  • am 18.09.1400 die Verpfändung einer Rente aus Walksfelde durch Volrad von Züle bestätigt 1028


  • am 25.02.1401 sein Eigentum und seine rechte an Siebenbäumen verkauft 1029 und


  • am13.07.1401 als Herzog Erich IV. alle von Erich III. gegen die Stadt Lübeck eingegangenenVerpflichtungen, mit Ausnahme der Verpfändung des Schlosses Bergedorf, bestätigt, das ihm der Rat von Lübeck zurückgibt 1030.


Vielleicht ist auch die Urkunde vom 21.10.1407 noch auf Heinrich (VIII) zu beziehen, der sich entnehmen lässt, dass er sich für eine Schuld des Ritters Nikolaus von Buchwald verbürgt hatte 1031.



Eggerd (III) von KRUMMESSE


(VII – 39); Sohn Johanns (V) - Egghard van Krummesse wird nur ein Mal am 01.09.1402 als Sohn von Johann (V) genannt 1032.




Achte Generation:



Gerd (Gerhard) von KRUMMESSE +nach 17.03.1445/vor 09.11.1452


(VIII – 40); Sohn Heinrichs (VII), Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall zu Anker, urkundet 1423/1452 - Gerd von Krummesse war wonafftich up dem houe tom Anckere. In zahlreichen Urkunden erscheint er mit Grundbesitz in Groß und Klein Anker, Bliesdorf, Klempau, Lankau, Groß und Klein Sarau. Erstmals urkundlich genannt ist er, als er am 30.05.1423 zusammen mit Volquin (Volkmar IX) von Grönau und Ludeke Scharpenberg Urfehde schwört 1033. Wiederholt sehen wir ihn dann Grundstücke und Renten verkaufen:


  • Am 16.11.1424 verkauft er für 25 Mk dem Johann Swager, Vikarius an der Jakobikirche zu Lübeck 2 Mk Renten in deme dorpe unde gude to Blijstorpe, wo die beiden bereits 14 Mk Renten besitzen. Gleichzeitig überlässt er ihnen das ganze Dorf 1034. Als Mitgelober treten sein Onkel Otto von Krummesse und Ludeke Scharpenberg auf. Der Urkunde lässt sich entnehmen, dass nach dem Verkauf von 1380/1382 zumindest Teile von Bliesdorf wieder an die Krummesse zurückgelangt sein müssen.


  • Am 22.11.1428 verkauft er „myne wisch geheten de lutke molenwisch beleghen by der molen to deme Anckere“ unter Vorbehalt des Wiederkaufs und des Rechts sie zu pachten an die Vikare Johann Swager (St. Marien) und Godeke Wittenborg (St. Jakobi) zu Lübeck. Mitlober sind seine Vettern Johann (VIII) und Hartwig (III) 1035. Dann folgt


  • am 13.11.1432 die Verpfändung seiner „wisch unde acker, belegen by de nederen sluze up deme Groten Anckere velde“ an den Möllner Bürger Claus Jode für 24 Mk 1036. Es folgt


  • am 15.03.1434 der Verkauf der „wisch gheheten de Ruschwisch, beleghen benedden deme nyen dyke uppe deme Anker velde“ für 21 Mk an das Kloster Marienwohlde 1037 .


Aus seinem Gut Lankau veräußert Gerd mehrere Renten. Die erste zu 6 Mk jährlicher Zinsen von einem Kapital von 100 Mk ute deme dantzen dorpe vnde gude to Lanchowe verkauft er am 13.11.1438 an den Lübecker Bürger Godeke Kerkring 1038. Mitgelober sind sein Vetter Hartwig (IV) sowie die Brüder Hans (II) und Otto (IV) von Ritzerau. Gerds Mutter Ermengard - sie entstammte vielleicht der Familie von Gudow und brachte den Rufnamen Gerd in die Familie von Krummesse -, deren Leibgedinge als Sicherheit gegeben wurde, gibt ihre Zustimmung. Ermengard gibt erneut ihre Zustimmung, als Gerd am 05.01.1443 für ein Kapital von 250 Mk eine weitere Rente von 17 ½ Mk aus Lankow verkauft (UBL VIII, 113). Mitlober sind hier sein Sohn Heinrich (IX), sein Vetter Hartwig (IV) und Otto (IV) von Ritzerau. Am 17.03.1445 gestattet Gerd schließlich dem Rat zu Lübeck die freie Benutzung seines „eekene holt vnde min vnderholt, alse yd de wind weyet, dat ik hebbe stande up der veltmarke vnde up dem velde to Lanckouwe in dem kerspele to sunte Jurijen vor Rasseborch belegen, angande bouen deme Lanckauwer see, by de olden hoffstede, langwijs ouer beth ouer den wech, dede geyt van dem Corperne vord nach Lanckauwe vorbenomet“ für 145 Mk 1039.


Zu der 1405 von den Brüdern Heinrich (VII), Johann (VI) und Otto von Krummesse gestifteten Vikarie in der Kirche zu Krummesse präsentieren Gerd und sein Vetter Hartwig (IV) am 22.03.1439 Bischof Paridam von Ratzeburg den lübschen Priester Nicolaus Stolte, dem der Bischof daraufhin am 26.03.1439 die Vikarie förmlich verleiht 1040.


In weiteren Urkunden tritt Gerd von Krummesse schließlich als Mitlober und Zeuge auf, so am 23.05.1429 und am 02.02.1430, als der Knappe Marquard Rantzau bzw. die Brüder Vicke, Hans und Otto von Daldorp dem lübecker Bürgermeister Heinrich Rapesulver Renten aus Wotersen verkaufen 1041. Am 07.10.1430 ist er unter den Mitlobern bei der Urfehde des Hans Karlow. Bei seinem Vetter Johann (VII) finden wir ihn als Mitlober am 11.11.1434 und 21.09.1437. Dann ist er Mitlober bei den Brüdern Hans (II) und Otto (IV) von Ritzerau, als diese am 18.10.1439 eine Rente aus Woltersdorf verkaufen 1042. Als Vasall von Bischof Magnus von Hildesheim und dessen Bruder, Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg, ist er


  • am 02.11.1440 Zeuge, als diese dem St. Johannis-Kloster zu Lübeck dessen Rechte an Utecht, Schattin, Wulfsdorf, Beidendorf und Blankensee bestätigen 1043;


  • am 07.09.1444, als beide für 4000 Mk eine jährliche Rente von 240 Mk aus den Dörfern Lütau, Witzeetze, Groß Sarau, Krummesse, Niemark und Berkenthin verkaufen 1044; der Umfang der rente lässt den Schluss zu, dass die Askanier in den genannten Dörfern, also auch im Bereich des ehemals krummessischen Besitzungen, selbst über einen beachtlichen Grundbesitz verfügten. Dies ist ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass wir es in der Regel bei dem Besitz des Adels in den einzelnen Dörfern eher mit Anteilsbesitz zu tun haben;


  • und am 16.11.1444, als die Herzöge die ehemals grönauischen Besitzungen um Behlendorf für 2000 Mk endgültig aus dem Staatsverband des askanischen Herzogtums entlassen 1045.


Als Bertha von Ritzerau am 13.11.1443 eine Rente aus ihrem Dorf Lüchow verkauft 1046, ist Gerd von Krummesse wieder unter den Mitlobern. Schließlich sind er und sein Sohn Heinrich (IX) Mitlober bei Hartwig (IV.) von Krummesse, als dieser eine Hufe in Klein Berkenthin verkauft 1047.

Gerhard von Krummesse besaß auch das Dorf Kühsen vom Kloster Loccum zu Lehen 1048. Der in einer Randnotiz des Ratzeburger Zehntenlehensregister von 1230 genannte Zehnteninhaber „Gherke“ von Krummesse kann sich nicht auf die Zeit um 1230 beziehen. Damals hatte in Kühsen Eddeler (von Kulpin?) Zehntenbesitz. Der Zusatz wird eher aus dem 15. Jahrhundert stammen und sich auf Gerd von Krummesse beziehen, wie Hellwig zu Recht vermutet 1049. 1452 überließen die von Krummesse Kühsen dann wieder dem Kloster Loccum. Vor dem 09.11.1452 ist Gerd von Krummesse dann gestorben, da er hier als „zelig“ bezeichnet wird 1050.


Kinder:

  1. Heinrich (IX) > IX-44



?Rikardis von KRUMMESSE


(VIII – 41); Fock 1051 sieht in ihr eine Tochter Johanns (VI), da 1439 für sie ihre Vettern Gerd und Hartwig (III) von Krummesse sowie ihr Schwager Joachim von Schack bürgen. Sie war verheiratet mit Hartwich von Schack (+vor 1437, urk. 1423/+1437).



Johann (VIII) von KRUMMESSE +nach 18.10.1437/vor 1439


(VIII - 42); Sohn Ottos, Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall zu Klempau, urkundet 1428/1437 - Johann von Crummesse, Otten sone wohnte mit seinem Bruder Hartwig (IV) in Klempau (“wonaftigh in dem haue Clempow des kerspels Parkentin“). Außer in Klempau hatte Johann weiteren Besitz in Beidendorf und Klein Sarau. Zuerst erscheint er mit seinem Bruder Hartwig (IV) am 22.11.1428 1052 und 13.11.1432 1053 als Mitgelober bei seinem Vetter Gerd in Anker. Am 11.11.1434 verkauft er dem Vikarius in St.Marien zu Lübeck und in der Kirche zu Krummesse, Johann Warendorp und dessen Nachfolgern in der Vikarie zu Krummesse wiederwiederkäuflich de wisch, de de buer nu tor tijd hebben to Beijdendorpe, dede schut an den Clempouwer hoff für 25 Mk 1054. Dann verkauft er am 21.09.1437 dem Lübecker Bürger Bernd Darsow für ein Kapital von 500 Mk. Lüb. Pf eine jährliche Rente von 30 Mk aus deme gantzen dorpe unde gude Sarowe, belegen in deme kerspele to Parkentyn 1055. Letztmals als lebend erscheint er am 18.10.1437 bei der Errichtung seines Testaments. Danach hören wir von Johann nichts mehr.



Hartwig (III) von KRUMMESSE


(VIII – 43); Sohn Ottos, Knappe, Herzoglich-Sachsen-Lauenburgischer Vasall zu Klempau, herzoglicher Vogt in Ratzeburg (1448/1449), urkundet 1428/1450 als Hartwich, Hartych, Hartwig(h)e - Hartwich van Crummesse, Otten sone wohnte mit seinem Bruder Johann auf dem Hof Klempau (“wonhafftig to Klempowe“). Außer in Klempau hatte er Besitz auch in Göldenitz und Klein Berkenthin. Er erscheint überwiegend als Mitlober, vor allem bei seinem Vetter Gerd (22.11.1428, 13.11.1432, 13.11.1438, 06.10.1441, 05.01.1443, 17.03.1445), mit dem er 1439 Bischof Paridam (Pardamus) von Ratzeburg den Lübecker Priester Nicolaus Stolte zu der Vikarie in Krummesse präsentiert 1056. Hartwig (IV) ist weiter Mitlober bei seinem Bruder Johann (11.11.1434, 21.09.1437), aber auch bei anderen Adelsgeschlechtern, so bei zahlreichen Rentenverkäufen der den von Krummesse wohl verwandtschaftlich verbundenen von Ritzerau:

  • am 18.10.1439 aus Woltersdorf durch Hans (II) und Otto (IV) von Ritzerau 1057

  • am 12.03.1442 aus Duvensee durch die Vorgenannten 1058

  • am 13.11.1443 aus Lüchow durch Bertha von Ritzerau 1059

  • am 04.03.1447 aus Poggensee durch Otto (IV) von Ritzerau 1060

  • am 27.02.1448 aus Klein Ritzerau ebenfalls durch Otto (IV) von Ritzerau 1061

Hartwig (IV) vann Krummesse wonafftich to Klempowe ist Bürge und Mitgelober bei Hans von Pentz zu Toddin, als dieser am 06.11.1438 den Domvikarien zu Lübeck 7 Mk jährlicher Rente aus seinem Anteil an dem Gut Warsow gegen ein Kapital von 100 Mk lüb. Pf. Verschreibt 1062. Dann tritt er bei Otto Wackerbarth zu Kogel als Mitgelober auf, als dieser am 13.08.1442 eine Rente an den Möllner Bürger Hermann Schilling verkauft 1063 und am 27.01.1444, als Bosse Sprengel zu Gresse und Henning von Stove zu Kittlitz den Vikaren der St.Petri-Kirche zu Lübeck eine Rente aus ihren Besitzungen in Gresse und Kittlitz verkaufen 1064. 1444 verkauft Hardwick van Krumesse knape, wonhaftich to Clempowe für ein Kapital von 600 Mk jährliche Renten „in villis et bonis Gholdenssee (Göldenitz) et Kolstorppe (Kählsdorf) parrochie Parkentin“ an Marquard Timme, den Vogt des St.Johannisklosters in Lübeck, der aus den Einkünften eine Almisse im Johanniskloster stiftete, die das Lübecker Domkapitel am 14.08.1456 errichtete. Der Priester Hinrich Uppenberge ließ die zu seiner Almisse gehörenden Einkünfte dem Kloster am 07.12.1456 in Verwahrung geben 1065. Am 21.10.1445



Hof Krummesse
(oben: Lageplan 1839, unten: Ansicht 1609)

ist er schließlich unter den Mitlobern für die Brüder Detlef und Gerhard von Attendorn, als diese eine Rente aus Kulpin an Hermann Schilling verkaufen 1066. Auch bei seinen Lehnsherren, Bischof Magnus von Hildesheim und Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg finden wir Hartwig (IV) unter den Mitgelobern, so

  • 1439 beim Verkauf von Gütern un Salem und von Farchau 1067

  • am 07.09.1444 beim Rentenverkauf der Herzöge aus Lütau, Witzeetze, Groß Sarau, Krummesse, Niemark und Berkenthin 1068

  • am 16.11.1444 beim Verkauf der ehemals grönauischen Besitzungen (Hof und Dorf Behlendorf mit dem See und Zoll, dem Dorf Giesensdorf, dem Hof Klein Anker und der Dörfer Albsfelde und Harmsdorf) an den Rat der Stadt Lübeck und deren staatsrechtlicher Trennung vom askanischen Herzogtum 1069

Selbständig urkundend tritt uns Hartwig (IV) von Krummesse am 14.12.1433 bei einem Streit

mit Otto Stake um Göldenitz entgegen 1070. Beide machten Ansprüche auf das Dorf geltend. Offensichtlich fiel die Entscheidung zu Gunsten Hartwigs aus, denn 1434 brandschatzten Johann Stake und „Schele“ (Volquin?) Grönau das Dorf 1071. Dar nemen se an perden, koijen, zwynen und schapen beter van achte hundert mark unde branden unse armen lude Blomen, Winteruelde, Steffen unde Jawolde unde deden en bouen dusent mark schaden, klagte Herzog Erich V. Am 22.09.1444 überlässt Hartwig (IV) für 24 Mk. Lüb. Pf und eine jährlich zu entrichtende Abgabe von 3 ½ Mk „deme beschedenen manne Hinrike Peke, wonaftich tho Luthken Parkentin vppe der schluse ... vnnde sinenn eruenn ... ene ganze houe landes, belegen vppe der veltmarcke tho Lutken Parkentin, manck sinen andern ackern, de tho dem erue behoren, dar he nu inne wonet“ 1072. Als er am 06.11.1448 als Mitgelober bei Herzog Bernhard II. von Sachsen-Lauenburg mitwirkt, als dieser den Vikaren im Dom zu Lübeck 70 Mk Renten aus den Dörfern Hamwarde, Wiershoop und Abbendorf verkauft, wird er als „Hartwich van Crumesse nu voghet to Razeborch“ bezeichnet 1073. Als herzoglicher Vogt ist er am 15.09.1449 erneut Mitgelober seines Lehnsherrn beim Verkauf von 112 Mk Renten aus Büchen, Fitzen, Thömen und Krukow an das Lübecker Domkapitel 1074. Dann urkundet Hartwig (IV) von Krummesse am 02.11.1450 als einer der Überbringer des Schreibens, in dem Herzog Bernhard II. sich wegen seiner Bauten an dem Schloss Dutzow gegenüber dem Rat von Lübeck rechtfertigt 1075. Letztmalig ist Hartwig (IV) dann am 15.11.1451 als Mitgelober bei Herzog Bernhard II. Genannt, als dieser dem Vikar an der petrikirche zu Lübeck 18 Mk Renten aus der Brockmühle und dem Dorf Krüzen im Kirchspiel Lütau verkauft 1076.


Hartwig (IV) von Krummesse ist der letzte seines Geschlechts, der in Klempau wohnhaft gewesen ist. Er soll ausweislich einer Urkunde vom 29.11.1437 soll er mit Beke von Ritzerau verheiratet gewesen sein. Noch vor 1456 geht sein Besitz in Klempau in die Hände des Lübecker Bürgers Hinrich Stark über, denn dessen Besitz in Klempau belegte Herzog Bernhard II. in diesem Jahr „mit Beschlag“, weil er den Hof baufällig und die Äcker wüst hatte werden lassen 1077. Wir dürfen davon ausgehen, dass der Hof schon unter Hartwig (IV) von Krummesse heruntergewirtschaftet gewesen sein muss und dieses der Grund für den Verkauf gewesen ist. Allerdings scheint es dann dem Käufer nicht gelungen zu sein, wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen.




Neunte Generation:



Heinrich (IX) von KRUMMESSE


(IX – 44); Sohn Gerds, Knappe, herzoglich sachsen-lauenburgischer Vasall zu Anker, urkundet 1443/1452 - Zunächst tritt Hinrik van Krummesse ... Gerdes zone als Mitlober bei seinem Vater (05.01.1443, 17.03.1443) und seinem Verwandten Hartwig (IV) in Erscheinung. Am 25.05.1451 überlässt er der Stadt Lübeck „so vele landes, alse ... moghen laten legghen vnde buwen ene sluse, myt sodanner frijheit, dat men dar nach to vnde aff gan vnde se laten beteren, wanner des is van noden, ock mit enem wonliken frijen troijdelstighe vnde so vele erden frij, also ... moghen laten bedijken myn eghen land vnde ere sluse, darto ock mit enen frijen storme dorch de bughe“ für 10 Mk 1078. Am 09.11.1452 verkauft Heinrich dem Lübecker Bürger Bernd Darsow wiederkäuflich für ein Kapital von 550 Mk eine Rente von 38 ½ Mk „uth myneme gantzen dorppe vnde gudern to Lanckouwe in dem kerspele to Belendorppe“. Herzog Bernhard II. bestätigt den Vertrag noch am selben Tage 1079(UBL IX, 107 + 108). Es ist dies das letzte Mal, dass wir etwas über das Geschlecht der Krummesse hören.


Ob Heinrich (IX) aber tatsächlich der letzte seines Geschlechts gewesen ist, ist zweifelhaft, da noch im 16. Jahrhundert Namensträger genannt werden. Anna von CRUMMESSE heiratete 1515 Ludwig von HAKE (*um 1485 +1536), Erbschenk auf Berge und Schönwalde und Hans von CRUMMESSE starb 1548.





von BLIESTORF



Im 1380 erstmals als „Blystorpe“ genannten Dorf Bliestorf tritt am Ende des 13. Jahrhunderts ein Geschlecht in Erscheinung, das sich nach seinem dortigen Burgsitz „de BLISESTORPE“ nennt. Um 1280 wird Hinricus BLISTORPE genannt und 1301 ist Nicholaus de BLISESTORPE zusammen mit den Brüdern Hinricus (III) und Johannes (I) de Krummesse und Hinricus Parkentin Zeuge. Heinrich und Nikolaus von Bliestorf werden vmtl. dem Ritterstand angehört haben, denn anders ist es kaum zu erklären, dass sie 1301 mit den von Krummesse und von Parkentin, die als Ritter ausgewiesen sind, gleichrangig genannt werden.


Bei dem Geschlecht von BLIESTORF wird es sich vmtl. um einen Seitenzweig der Familie von TRALAU-KRUMMESSE handeln, denn Bliesdorf ist wahrscheinlich eine krummessische Gründung aus der Zeit nach 1230. Das Dorf ist im 14. Jahrhundert Besitz beider Linien des Geschlechts von Krummesse, die es je zur Hälfte 1380/1382 an Segebodo von Crispin und die Brüder Darsow verkaufen 1080. Der Hof ist 1380 im Besitz der Familie STORM. Die Krummesse können das Dorf vorübergehend zurückerwerben und verschiedene Renten aus dem Dorf verkaufen. Noch 1424 verkauft Gerd von KRUMMESSE eine Rente 1081.


Das Geschlecht der Herren von Bliestorf verschwindet schon bald von der politischen Bühne. Möglich, dass es früh verarmte und in Lübeck einen Neubeginn versuchte. Dort werden in den Bürgerlisten 1338 ein Hinricus BLIZTORP und 1351 ein Marquardus BLYESTORP genannt, die durchaus Nachkommen von Nicholaus de Bliztorpe gewesen sein können.




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Register:


von Tralau


Abele (VI-45)

Albert I (v. Wigersrade V-24); II (VI-41); III (VI-46)


Balthasar (Baltzar) (XI-70); nach XI-72

Bertold (III-9)

Bertram (VI-36)

Bruno I (I-3); II (III-10), III (VII-48); IV (X-69)


Christian (XI-72)

Cord, Conrad (VII-60)


Detlev (VII-54)

Druda (Gertrud) (V-23)


Floria (VII-57)


Hans I (nach XI-72), II (nach XI-72), III (nach XI-72)

Hartwig I (I-1); II (IV-15); III (IV-18); IV (VI-33); V (VI-38); VI (VII-52); VII

(VII-58), VIII (VIII-66); IX (XI-71)

Heinrich I (> v. Krummesse II-4a); II (v. Godau III-5); III (IV-17); IV (gnt. Stolt, V-25); V (VI-35); VI (VI-42); VII (VII-61)

Hence nach III-11

Henneke = Johann

Hermann I (III-7); II (Longus IV-14); III (v. Wigersrade IV-16); IV (IV-19); V (VI-34); VI (VI-37), VII (VIII-62)

Herwicus (VII-58)


Joachim (VIII-63)

Johann (Henneke) I (“de Stralo” I-2); II (Bischof III-8); III (IV-13); IV (IV-20); V (V-22); VI (V-29); VII (VI-39); VIII (VII-51); IX (VII-55); X (VII-59); XI (IX-68)


Margarete (VII-56); nach XI-72

Marquard I (II-4b); II (v. Godau III-6); III (IV-12); IV (gnt. Stokeled V-21); V (VI-32); VI (VI-47); VII (VI-47)


Otto (VII-52)


Trond (V-31)


Unbekannter Sohn (VI-48)

Unbekannte Tochter (v. Wigersrade V-27); (v. Wigersrade V-28)


Volrad I (V-26); II (VI-40); III (VII-49); IV (VIII-64); V (VIII-65); VI (IX-67)


Werner I (III-11); II (V-30)

Wulf (VI-43)







von Krummesse


Alburg (III-7)

Alheyd (VII-33)

Anna (nach IX-41)


Detlev I (VI-22); II (VI-29)


Eggert I (V-18); II (VI-27); III (VII-39)

?Ermetrud (V-16)


Gerd (VIII-40)


Hans (nach IX-41)

Hartwig I (von Tralau I-1); II (V-14); III (VI-24); IV (VIII-42)

Heinrich I (von Tralau-Krummesse II-4); II (III-5); III (IV-8); IV (V-11); V (V-17); VI (VI-25); VII (VII-34); VIII (VII-38); IX (IX-44), von Bliestorf (S. 150)

Henneke > Johann


Johann, Henneke I (IV-9); II (V-13); III (gnt. Capelle V-20); IV (VI-26); V (VI-28); VI (VI-31); VII (VII-35); VIII (VIII-42)


?Margarethe I (V-21); II (VII-37)

Marquard I (III-6); II (V-12); III (VI-23)


Nicolaus (von Bliestorf) S. 150


Otto (VII-36)


?Rikardis (VIII-41)


Schenk (VII-32)


Vicko (Friedrich) (VI-30)


Walrav I (IV-10); II (V-19)


Ywan (V-15)




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Fußnoten


1 Hermberg S. 207f

2 Helmold I, 87, 92; II, 4

3 Hermberg aaO., S. 163ff, 187

4 Bangert „Oldesloe“ S. 17; Tralau „Personen“ S. 4

5 Bangert in: SSHKG S. 69

6 Lange „Grundlagen“ 1974 S. 73

7 Lange „Grundlagen“ 1975 S. 109

8 Frohböse S. 193

9 Neuschäffer S. 205

10 Milde Tafel 12/13

11 nach Alveslohe im Gut Caden im Kirchspiel Kaltenkirchen, nannte sich auch „von Kaden“, Milde S. 116 m.

Tf. 12; Hermberg S. 259), zuerst 1286 Hinricus de Alueslo; erloschen nach 1385

12 nach Borstel bei Oldesloe, Milde S. 116f m. Tf. 12 Nrn. 177 + 178; Hermberg S. 246; zuerst 1258 Heinrich,

Otto, Gottschalk und 1259 Bertoldus de Borstelde

13 Seitenzweig der > Tralau, nach Godau am Plöner See , Hermberg S. 237

14 Milde S. 121f m. Tf. 12 Nrn. 182 + 183; Hermberg S. 247f

15 nach Jesow im Amt Schwerin, den von Züle nächst verwandt?, von Mülverstedt S. 53 m. Tf. 29, zuerst Bur-

chardus de Jesowe (13. Jhdt.) als schwerinscher und dannebergscher Vasall; Marquard von Jesow 1309 – 1335

Bischof von Ratzeburg

16 nach Lasbek südlich Oldesloe, später nannte sich ein Zweig nach seinem Sitz Röggelin im Bistum Ratzeburg,

Milde S. 122f m. Tf. 12 Nr. 184; Hermberg S. 255f; LAS Abt. 399.83 Nr. 1

17 nach Lipen im Amt Stavenhagen, von Mülverstedt S. 163 m. Tf. 35, zuerst Johann von der Lipen (13. Jhdt.

als werlischer Vasall, erloschen 15. Jhdt.

18 Milde S- 117-121 m. Tf. 12 Nrn. 179-181; LAS Abt. 399.83 Nr. 2, > siehe Teil B

19 nach Muggesfelde zwischen Segeberg und Plön, Milde S. 124f m. Tf. 13 Nrn. 187 + 188; Hermberg S. 265,

zuerst 1303 Emeko des Muggesuelde, erloschen in Mecklenburg im 16. Jhdt.

20 Milde S. 112 - 116 m. Tf. 12 Nrn. 173 - 175; DAA Bd. 32 (1915) S. 428-439; LAS Abt. 399.83 Nr. 4 + 6,

zuerst 1259 Ludolfus Scarpenberch, Geschlecht stammte vermutlich aus dem Emsland, wo im Ksp. Heede ei-

ne gleichnamige ritterliche Familie mit demselben Wappen nachweisbar ist (Fock „Scharpenberg“ fol. 2)

21 nach Schlamersdorf nordöstlich Oldesloe, Milde S. 125f m. Tf. 13 Nr. 189; Hermberg S. 226; LAS Abt. 399.

83 Nr. 8, zuerst 1225 Syrik de Slamerstorp

22 Milde S. 126f m. Tf. 13 Nr. 190; Hermberg S. 270

23 nach Tralau bei Oldsloe, mit zahlreichen Abzweigen (von Egardistorp?, von Godau, von Krummesse, von

Nehmten?, von Odeslo, von Stokeled, von Wigersrade; Milde S. 127 - 129 m. Tf. 13 Nrn. 191 + 192, Herm-

berg S. 207f; von Mülverstedt S. m. Tfn. 62 + 66; LAS Abt. 399.83 Nr. 2, > siehe Teil A

24 nach Wensin am Wardersee, Milde S. 134f m. Tf. 13 Nrn. 197 + 198; Hermberg S. 266f; LAS Abt. 399.83

Nr. 8, zuerst Bertoldus de Wensine, erloschen bald nach 1601

25 nach Klein Wesenberg östlich Oldesloe, auch unter dem Namen Rusche, Milde S. 137f m. Tf. 13 Nr. 199;

Hermberg S. 250f, 280, zuerst 1262 Borchardus de Wesenberge, erloschen Anfang des 14. Jhdts.

26 Milde S. 123f m. Tf. 13 Nrn. 185 + 186; Niebuhr S. 14 - 20, zuerst 1230 Burchardus Lupus, erloschen bald

nach 1477

27 nach Groß Zecher am Schaalsee. Milde S. 129f m. Tf. 13 Nr. 163, zuerst 1254 Heinricus de Zechere, erlosch-

en bald nach 1443

28 nach Sühlen nördlich Oldesloe, mit zahlreichen Abzweigen, u. a. von Gudow, von Steinhorst, von Niendorf,

von Zecher?; Milde S. 130 - 134 m. Tf. 13 Nrn. 194 - 196, zuerst 1259 Johannes de Zule.

29 von Mülverstedt S. 9 m. Tf. 62: Tralow I

30 so schon Hoinckhusen; Milde S. 112

31 Helmold VI, 13

32 Hermberg S. 201f

33 Tralau, W. in LbH NF Heft 31 S. 1ff; LAS Abt. 399.83 Nr. 2/Aufzeichnungen von Adolf Fock

34 Bangert „Oldesloe“ S. 104ff

35 Oldekop XVI, 16

36 Oldekop XIII, 22f

37 Oldekop XVI, 20f

38 Oldekop XVI, 61

39 Trap II, 154

40 Dähn S. 283f

41 Oldekop IX, 73

42 Oldekop XVI, 49

43 Dähn aaO. S. 171

44 Trap IV, 444

45 Trap III, 341

46 Oldekop IV, 75

47 Oldekop VI, 62

48 Oldekop XVI, 71f

49 Oldekop XVI, 67f

50 Frohböse S. 194, Dähn S. 405

51 Dähn S. 406

52 Bangert in: SSHKG S. 84

53 Oldekop XIII, 94f

54 Oldekop XVI, 90

55 Oldekop VI, 90

56 Trap III, 186

57 Oldekop XVI, 98

58 Dähn S. 425

59 Neuschäffer S. 205

60 Oldekopb XIII, 119

61 Bangert in SSHKG S. 84

62 Oldekop XIII, 120

63 Dähn S. 425

64 Dähn S. 405

65 Dähn S. 406

66 UBL IV, 625 = SHUS IV, 72

67 UBL IV, 505

68 Bangert „Oldsloe“ S. 44

69 Willert S. 209

70 UBL IV, 625 = SHUS IV, 72

71 UBL IV, 509

72 Dähn S. 421

73 Hingst S. 398

74 Dähn S. 283

75 Dähn S. 284

76 Willert S. 254f

77 Willert S. 254; Bangert „Oldesloe“ S. 105ff

78 Willert S. 255; Lange 1975 S. 126f

79 Willert S. 256

80 Bangert „Oldesloe“ S. 43

81 Lange 1975 S. 174

82 SHRU III, 1016, 1052; Willert S. 209

83 Willert S. 209

84 Willert S. 255

85 UBL II, 695

86 UBL II, 712

87 Bangert “Oldesloe“ S. 39

88 Bangert in SSHKG S. 84

89 UBL IV, 615

90 Willert S. 249f

91 UBL IV, 329

92 UBL IV, 505

93 UBL IV, 615

94 UBL IV, 622

95 SHUS IV, 83 = UBL IX, 67/68

96 siehe Tralau „Personen“ S. 16-30

97 StAHL „Niederstadtbuch“ S. 45, 247b

98 StAHL Top.-Reg. Marien Quartier S. 424, 488, 554, 555, 567, 645&646, 725, 642 ; Jacobi-Quartier S. 42,

378, Maria-Magdalen-Quartier S. 476, 566-588, 625 ; St. Johannes-Quartier S. 80/82, 203

99 Niederstadtbuch Lübeck 160,3; 167,2

100 Niederstadtbuch Lübeck 182,2; 282,4

101 Niederstadtbuch Lübeck 1030,8

102 Schubert, Franz Trauregister Schleswig-Holstein Bd. D, Register

103 StAHH “Liber hereditatum parochiae ecclesiae St. Nicolai“ 1274-1454 für 1370/1390

104 StAHH „Liber hereditatum” aaO.

105 LivUB III Nrn. 15, 31, 61, 77, 89, 106, 107, 152, 966a; IV S. 2884

106 Niederstadtbuch Lübeck 181,4; 182,3; 200,1; 223,8

107 SHRU I, 203 = UBBiHL I, 18 = MUB I, 161

108 SHRU I, 219 = UBBiHL I, 20 + 24

109 SHRU I, 226 = UBBiHL I, 21

110 SHRU I, 203 = UBBiHL I, 18 = MUB I, 161

111 Arnold von Lübeck VI, 13; Bangert „Oldesloe“ S. 38; Hermberg S. 208; Demski S. 33 Anm. 60

112 SHRU I, 288

113 Bangert „Oldesloe“ S. 37f

114 Lange 1974 S. 74

115 SHRU I, 226 = UBBiHL I, 21

116 Bangert „Oldesloe“ S. 43f; Willert S. 209

117 SHRU I, 373 = HUB I, 443

118 SHRU I, 466 = UBBiHL I, 64

119 SHRU I, 504 = UBBiHL I, 203

120 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

121 so Fock, LAS Urk.Abt. 399.83 Nr. 2

122 Willert S. 207

123 Willert S. 207f

124 Hasso 1259, Johannes (I) 1310, Hinricus 1320/1339, Detlev (I) 1337/1349, Wulf 1342/1349, Thimmo 1345,

Hennekinus (Johann II) 1345/1362, Marquard 1345, Gherhardus (Presbyter) 1348, Detlev (II) 1366

125 Milde Heft 6 S. 67 m. Tf. 7 Nrn. 96+97

126 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

127 vor dem 25.12.1243: UBL III,3, Demski S. 292 Nr. 3

128 Demski S. 295 Nr. 6

129 SHRU I, 657 = UBBiHKL I, 90; Biereye in ZLGA Bd. 26 S. 64f

130 Biereye in: ZLGA Bd. 28 S. 74ff; Hou S. 121ff

131 SHRU II, 3 = UBBiHL I, 108

132 SHRU II, 4 = UBBiHL I, 109

133 SHUS II, 72

134 Biereye in ZLGA Bd. 26 S. 24f, 83

135 SHRU I, 657

136 SHRU II, 81 = UBBiHL I, 118

137 ZLGA Bd. 28

138 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

139 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

140 SHRU I, 657 = UBBiHL I, 90

141 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

142 Willert S. 254

143 UBL I, 183

144 SHRU II, 38 = SHUS I, S. 67 = HUB I, 455

145 SHRU II, 71 = HUB I, 588

146 Bangert „Oldesloe“ S. 39

147 SHRU II, 213

148 SHRU II, 248 = UBBiHL I, 155

149 SHRU II, 303 = MUB II, 1052 = Sud. I, 58

150 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

151 Friederici S. 309

152 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

153 UBBiHL I, 102

154 SHRU I, 740 = HUB I, 557

155 UBBiHL I, 214

156 Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 62

157 HUB I, 636

158 UBBiHL I, 143

159 vgl. UBBiHL I, 290 S. 319

160 UBBiHL I, 143

161 Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 74ff

162 UBBiHL I, 162, 180, 199; Friederici S. 14, 18f

163 Biereye in ZLGA Bd. 28

164 UBBiHL I, 163 S. 174

165 SHRU II, 320 = UBBiHL I, 179

166 SHRU II, 356/357, 360 = UBBiHL I, 191/192, 194

167 UBBiHL I, 203

168 UBBiHL I, 194

169 SHRU II, 433 = UBBiHL I, 224

170 SHRU II, 469 = UBBiHL I, 234

171 UBL I, 249

172 UBBiHL I, 117

173 SHRU II, 207

174 SHRU II, 341 = UBBiHL I, 285

175 UBBiHL I, 152; Hou S. 37

176 SHRU II, 228 = UBBiHL I, 151

177 UBBiHL I, 154

178 Biereye in ZLGA Bd. 25(?) S. 356

179 SHRU II, 269 = UBBiHL I, 159

180 SHRU II, 288 = UBBiHL I, 165; Hou S. 40

181 SHRU II, 250 = UBBiHL I, 153 = MUB II, 966; Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 89ff, Hou S.145

182 Hou S. 36

183 SHRU II, 248 = UBBiHL I, 155

184 SHRU II, 320 = UBBiHL I, 179; Hou S. 37f; vgl. UBBiHL I, 163 S. 174

185 SHRU II, 469 = UBBiHL I, 234

186 SHRU II, 299 = UBBiHL I, 158

187 SHRU II, 298 = UBBiHL I, 168; Hou S. 37

188 SHRU II, 258 = UBBiHL I, 158

189 UBBiHL I, 173

190 UBBiHL I, 174

191 SHRU II, 340 = UBBiHL I, 184

192 Biereye in ZLGA Bd. 28, S. 95

193 UBBiHL I, 189f

194 SHRU II, 359, 362

195 SHRU II, 372 = SHUS I S. 212

196 UBBiHL I, 229

197 Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 97f; Hou S. 39

198 Reetz S. 125f; Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 91f

199 UBBiHL I, 232

200 Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 99

201 Reetz S. 127

202 Annal. Lubic. M.G.H. SS XVI, 41431ff

203 UBBiHL I, 236

204 UBBiHL I, 244

205 SHRU II, 455 = UBL I, 335

206 UBBiHL I, 228

207 SHRU II, 477 = UBBiHL I, 241

208 SHRU II, 483

209 SHRU II, 496 = UBBiHL I, 246

210 SHRU II, 501 = UBL I, 369; vgl. UBBiHL I, 120 = UBL I, 226

211 UBBiHL I, 242

212 SHRU II, 298 = UBBiHL I, 247

213 Biereye in ZLGA Bd. 28 S. 101

214 Hoffmann S. 39 m. Tf. V, 9

215 UBBiHL II, 769

216 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

217 Friederici S. 309; Biereye in ZLGA Bd. 28

218 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

219 SHRU I, 739/740 = HUB I, 556/557

220 SHRU I, 93-95= HUB I, 596-598

221 SHRU I, 97 = HUB I, 600

222 SHRU I, 104 = HUB I, 603

223 SHRU I, 123/124 = HUB I, 611/612

224 SHRU I, 189 = HUB I, 646

225 SHRU I, 194/195 = HUB I, 649/650

226 SHRU I, 218 = HUB I, 653

227 UBBiHL I, 220 = UBL I, 226/227

228 SHRU II, 501 = UBL I, 369

229 UBBiHL I, 143

230 SHRU II, 248 = UBBiHL I, 155

231 UBBiHL I, 158, 162, 182, 186, 191/192, 199, 203, 205

232 HUB I, 684

233 HUB I, 740

234 Langebek S. 296

235 SHRU I, 626 = UBBiHL I, 83

236 SHRU II, 39 = HUB I, 455

237 SHRU II, 45 = SHUS I, 497 = UBL I, 200 = HUB I, 578

238 SHRU II, 81 = UBBiHL I, 118

239 SHRU II, 213

240 SHRU II, 248 = UBBiHL I, 155

241 SHRU II, 356/357, 360 = UBBiHL I, 191(192, 194

242 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

243 UBL III, 3

244 Bangert „Oldesloe“

245 SHRI II, 248 = UBBiHL I, 155

246 SHRU II, 356/357, 360 = UBBiHL 191/192, 194

247 SHRU II, 926 = UBBiHL I, 360

248 so aber Tralau „Personen“ S. 28

249 SHRU II, 356/357, 360 = UBBiHL I, 191/192, 194

250 SHRU II, 708 = MUB III, 1874

251 UBL IV, 292 Anm. 1

252 UBBiHL I, 275

253 SHRU II, 929 = HUB I, 915

254 HUB I, 918

255 SHRU II, 939-941 = UBL I, 720-722

256 SHRU II, 953 = UBL I, 725

257 MUB II, 2793, 2794

258 MUB VI, 3880

259 UBL II/1, 378

260 Milde Tf. 13 Nr. 191

261 SHRU III, 468 = SHUS II, 46 = HUB II, 534

262 UBL IV, 20; Bangert „Oldesloe“ S. 40

263 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

264 SHRU II, 343

265 UBL I, 752; Bangert „Oldesloe“ S. 105; Willert S. 254

266 Tralau „Personen“ S. 28

267 SHRU III, 121

268 SHRU III, 264

269 Tralau in: ZNF 36. Jg. S. 65-70

270 Bangert „Oldesloe“ S. 25

271 Dähn S. 1206

272 SHRU II, 736 = HUB I, 839

273 SHRU II, 791

274 SHRU II, 850 = SHUS I S. 137, Willert S. 235 Anm. 5 bezieht dies allerdings auf Marquard von Horst

275 Bangert „Oldesloe“ S. 39

276 UBL IV, 292 Anm. 1

277 SHRU II, 864

278 SHRU II, 866 = UBBiHL I, 339

279 SHRU II, 925/926

280 SHRU II, 928 = HUB I, 914

281 SHRU III, 29

282 SHRU III, 53 = HUB II, 44

283 SHRU III, 61

284 SHRU III, 65 = HUB II, 53B

285 SHRU III, 67

286 SHRU III, 74

287 SHRU III, 112 = HUB II, 99

288 Hermberg S. 192

289 SHRU II, 928, SHRU III 29, 53, 61, 67, 78, 97, 118

290 SHRU III, 97

291 UBBiHL I, 275

292 HUB I, 918

293 Reetz S. 183; UBL II/1, 401

294 UBL II/2, 1028

295 SHRU III, 118 = SHUS II S. 12

296 Chronik des Detmar I S. 400

297 SHUS II, 13

298 UBL II/1, 209

299 UBL II/1, 217

300 SHRU III, 235 = SHUS II S. 576; Willert S. 253

301 Willert S. 253

302 Bangert „Oldesloe“ S. 39

303 UBL II/1, 312

304 UBL II/1, 321

305 MUB VI, 3650 = SHUS II, 176

306 MUB VI, 3880

307 MUB III, 1845

308 MUB VII, 4472

309 UBL III, 213

310 UBL III, 213

311 von Mülverstedt S. 116 Tf. 66

312 UBL II/1, 378

313 UBL II/1, 396/397

314 SHRU III, 452

315 SHRU III, 468 = SHUS II, 46 = HUB II, 534

316 SHUS II, 46

317 MUB III, 1845

318 UBL IV, 505, 625

319 MUB XXVA, 14123

320 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

321 SHRU II, 791

322 UBL IV, 292 Anm. 1

323 SHRU III, 32

324 MUB II, 1454 = UBL II/1, 46

325 Tralau aaO S. 20

326 LAS Urk.Abt. 399.83 Nr.2: Stemma von Tralau-Krummesse

327 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

328 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

329 MUB III, 2327

330 MUB IV, 2600

331 MUB IV, 2624

332 ihr gehören an: V-29; VI VI-36; VII-43, 43, ?44; VIII-61, 62

333 von Mülverstedt aaO. S. 9 m. Tf. 62

334 UBL II/1, 163

335 SHRU III, 118 = SHUS II S. 12

336 Bangert „Oldesloe“ S. 39

337 Luderus: Knappe 1317 (SHRU III, 345); Elisabeth 1331 (MUB VII 5291), Thomas 1341/1370 (SHRU IV,

33 = UBL II, 727, Milde Heft 6 aaO S. 126); Johann (I) 1370/1387 (Milde aaO S. 126 m. Tf. 13 Nr. 190,

Hanse-Rezesse V, 263),; Marquart 1387 ( SHRU II, 276); Bertram 1387/1394 (SHRU II, 276, MUB XXII,

12669); Johann (II) 1395 (MUB XXII, 12789, 12825), Gerhard 1354 (SHRU IV, 891), Tideman 1356/1357,

+1360 (UBL III, 269, 281, SHRU IV, 891)

338 SHRU III, 235 = SHUS II S. 576; Willert S. 253

339 MUB VI, 3650 = SHUS II, 176

340 SHRU III, 329

341 UBL II/1, 385

342 UBL IV, 20

343 UBL IV, 615; Bangert „Kirchenbuch“ S. 66

344 UBL IV, 20

345 LHAS Urk. Abt. 399.83 Nr. 2: Fock Stammtafeln von Tralau-Krummesse

346 Reetz S. 171

347 Reetz S. 66

348 HUB II, 111

349 UBL II/1, 209

350 SHRU III, 235 = SHUS II S. 576; Willert S. 253

351 MUB XXVA, 14123

352 UBL II/1, 163

353 UBL II/2, 1028

354 SHRU III, 235 = SHUS II S. 576; Willert S. 253

355 MUB VI, 3880

356 MUB XXVA, 14123

357 UBBiHL I, 609

358 UBL IV, 625 = SHUS II, 72;

359 UBL IV, 625 = SHUS IV, 72, Bangert „Oldesloe“ S. 39

360 Willert S. 256

361 UBL II/2, 735

362 Bangert „Kirchenbuch“ VI, 2; Schultze Nr. I und II

363 Bangert „Kirchenbuch“ S. 40; Schultze aaO; SHRU IV, 1128

364 UBL IV, 505, 625

365 MUB VI, 3880

366 UBL II/1, 572

367 Fock „Scharpenberg“ fol. 14E

368 MUB VI, 3880

369 zu erschließen aus SHRU III, 235

370 vielleicht Verbindung zur Lübecker Patriezierfamilie von Bokholt

371 MUB V, 3505

372 Dipl. Dan. Bd. VI, 468

373 Dipl. Dan VI, 468

374 Dipl. Dan. VI, 191: Trond Gunulsøn, Trond Kalvardsøn

375 UBL IV, 20

376 UBL IV, 20

377 SHRU IV, 129, 167, 240

378 UBL IV, 20

379 UBL IV, 20

380 SHRU III, 626

381 SHRU III, 823; in SHUS II, 77/78 steht Hermannus de Tralowe

382 SHUS II, 77/78

383 SHRU III, 823

384 SHRU II, 276, für die Gleichsetzung offenbar Tralau “Personen” S. 17

385 Schreyer, Alf „Stegen und der Knappe Henneke von Hummersbüttel“ in: Festschrift Alf Schreyer,

Stormarner Hefte Bd. 15, 1990, S.10

386 MUB XXVA, 14123

387 UBL IV, 625 = SHUS II, 72

388 SHUS II, 77/78

389 SHRU III, 823

390 UBL IV, 615 = SHUS IV, 72

391 Willert S. 254

392 SHRU IV, 12

393 SHRU IV, 129

394 Bangert „Oldesloe“ S. 107; Schreyer S. 12ff; Knorr S. 40ff; Voigt S. 109ff

395 SHRU IV, 240

396 Tratziger aaO; vgl. Chronik des Detmar zu 1347

397 SHUS II, 170 = HUB IV, 395

398 SHRU IV, 523 = UBL IV, 133

399 UBL III, 481

400 SHRU IV, 1303 =SHUS II, 377 = Sud. III, 405