Kirchspiel Schönberg
Petersberg
Von weit zurückreichenden vorgeschichtlichen Siedlungsspuren zeugt der einst mächtige bronzezeitliche Grabhügel (um 1200 v.Chr.) auf der Gemarkung "Ziegenbarg", der 1857 abgetragen wurde. 1194 Kapitelsdorf; Straßendorf mit großem Außenbrink. 1292 waren 10 Hufen dem Herzog von Sachsen-Lauenburg zu Burg- und Brückenwerk verpflichtet. 1363 verkauft das Kapitel eine Rente aus Petersberg und verwendet das Kapital zum Ankauf der Dörfer Schlagbrügge und Schlagresdorf. Um diese Zeit hat auch das im Lauenburgischen und westlichen Mecklenburg begüterte Geschlecht der von Zecher Besitz in Petersberg. Der Knappe Hartwich verkauft 1375 seinen Hof und zwei Katen an das Domkapitel. 1505 war das Dorf offenbar bei der Fehde, die zur Zerstörung des Hofes Lockwisch führte, in Mitleidenschaft gezogen worden. Neben Schlagsdorf war Petersberg der zweite Gerichtsort des Domkapitels, an dem die hohe Gerichtsbarkeit ausgeübt wurde und wo auch Hinrichtungen vollzogen wurden. 1444 waren 15 Stellen besetzt, von ihnen gingen bis zu Beginn des 18. Jh. fünf ein. Die Regulierung erfolgte 1813, Feldmark von 504 ha. Eine Schule bestand von 1767-1919. Ein großer Teil des Dorfes wurde 1884 durch ein Großfeuer vernichtet. In der Folge entstanden einige prächtige Werderhäuser, die zusammen mit den im Ort noch vorhandenen alten Bauernhäusern, das Dorf zu einem der interessantesten im Ratzeburger Land machen. 1939 gab es 83 Einwohner, 1946 waren es 202. Kurzfristig gehörte das Dorf als Ortsteil zu Schönberg, wurde dann aber Anfang der fünfziger Jahre zur Gemeinde Lockwisch gelegt.
Mit der zunehmenden Erhöhung des Ablieferungssolls verließen ab August 1952 die Besitzer der Höfe I, II, IV und VII Petersberg. Ihre Höfe wurden zu einem ÖLB zusammengeschlossen, der dann der LPG "Aufbau" beitrat. Zwei weitere Höfe kamen dann über den Rat des Kreises mit Pacht- und Nutzungsvertrag dazu, während die letzten vier Hauswirte 1960 der LPG beitraten. Dabei hatten sich zuerst noch drei Hauswirte zu einer LPG Typ I zusammengeschlossen, die aber nur bis zum Jahresende hielt. Ende 1960 waren dann alle bäuerlichen Betriebe in der LPG "Aufbau" Lockwisch organisiert. Ende der fünfziger Jahre wurde das Dorf an das Straßennetz nach Schönberg angeschlossen. Nach der Wende wurde 1993 die Straße Wahrsow-Westerbeck mit Radweg gebaut. 1994 hatte Petersberg, dessen Dorfanlage weitgehend unter Denkmalschutz steht, noch 88 Einwohner.